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Cover Stormhaven englisch

Diese Rezension enthält geringfügige Spoiler für Widdershins und Threshold, den ersten beiden Bänden der Whyborne & Griffin-Serie.

An einem schönen Frühlingsabend begegnen Whyborne, Griffin und Christine dem blutüberströmten Allan Tambling. Allan ist ein Kollege aus dem Nathaniel R. Ladysmith Museum und kann sich an die Ereignisse der letzten Stunde nicht erinnern. Da Allan direkt vor dem Haus seines ermordeten Onkels gefunden wird, verhaftet ihn die Polizei. Er wird für unzurechnungsfähig und verrückt erklärt und in Stormhaven, das Irrenhaus vor den Toren Widdershins, eingewiesen. Allan beteuert seine Unschuld und so wendet sich sein Bruder voller Verzweiflung an Griffin. Griffin ist, ebenso wie Whyborne und Christine, von Allans Unschuld überzeugt und so setzen sie alles dran, Allan aus Stormhaven zu befreien. Doch dazu muss sich Griffin mehr mit seiner eigenen Vergangenheit beschäftigen, als ihm lieb ist. Zu allem Überfluss droht Griffin ein Besuch seiner konservativen Eltern.
Währenddessen wird Whyborne immer wieder von Träumen und Visionen heimgesucht. Darin ist er tief im Meer und versucht verzweifelt vor einer unbekannten Gefahr zu fliehen und dabei seine Liebsten zu retten. Weder Griffin noch Whyborne ahnen, dass sich die Ereignisse mal wieder eng miteinander verknüpfen werden...

Stormhaven war ein fast perfektes Leseerlebnis für mich. Allerdings hatte ich dieses Mal mehr mit der Handlung zu kämpfen als bei den übrigen Büchern der Whyborne & Griffin-Reihe. Das lag insbesondere an dem schwierigen Thema Irrenhaus. Haben psychiatrische Einrichtungen heute eher unverdient einen schlechten Ruf, gab es Ende des 19 Jahrhunderts vermutlich wenig Schlimmeres, als für Verrückt erklärt zu werden. Das kann man auch in Stormhaven sehr deutlich sehen. Die Vorstellung, was Griffin da in Chicago erlebt hat, hat mir beim Lesen wirklich zugesetzt. Ich musste tatsächlich immer wieder mal eine Pause machen, bevor ich weiterlesen konnte.
Des Weiteren hatte ich ein Problem mit einem medizinischem Aspekt, der für andere Leser im Eifer des Gefechts vermutlich völlig unter geht, doch da kann ich als Medizinerin einfach nicht aus meiner Haut. Hier also kurz zur Erläuterung: Wird ein Mittel in die Blutbahn gespritzt, setzt die Wirkung nicht ein, wenn die Substanz das Herz erreicht. Ein Arzneimittel wird allerdings von dort über das Blut in Windeseile einmal durch den ganzen Körper gepumpt (das dauert etwa eine Minute). Im Fall von Stormhaven geht es um eine bewusstseinserweiternde Substanz und die wirken - der Name sagt es schon - nun mal vornehmlich im Gehirn der betroffenen Person. Es gibt auch Mittel, die am Herzen wirken (wer erinnert sich nicht an Pulp Fiction und die spektakulärer Szene mit der Adrenalinspritze ins Herz), aber das ist ein anderes Thema.

Um jetzt mal mit meinem eher geringfügigen Gekrittel aufzuhören, kann ich sagen, dass die Szenen zwischen Whyborne und Griffin wieder ganz wunderbar waren und die beiden mich einmal mehr dahinschmelzen lassen haben. Dass sie beide, wenn es drauf ankommt, den jeweils anderen wählen oder über alles andere stellen, hat mein Herz noch mal höher schlagen lassen. Ja, die zwei sind ein Paar nach meinem Geschmack.
Gelungen war auch, dass Whybornes Mutter und Vater wieder kleinere Rollen spielen und sein Vater ihm, wenn auch wiederwillig, immer mehr Respekt und Fähigkeiten zugestehen muss. Griffins Familie war, bis auf Ruth, ziemlich anstrengend. Eben so, wie man das von einfachen liebvollen, aber intoleranten Menschen erwarten würde.

Der Schreibstil von Jordan L. Hawk konnte mich, trotz gelegentlicher Pausen beim Lesen, jedes Mal sofort wieder in Stormhaven reinziehen. Daran hatte, neben der wunderbaren Beziehung zwischen den Protagonisten, auch der paranormale Aspekt der Geschichte einen gehörigen Anteil. Den fand ich inklusive Twist wieder sehr charmant. Ich bin guten Mutes, dass das auch in den nächsten beiden Büchern der Whyborne & Griffin-Reihe so bleibt. Ich freue mich schon sehr auf Necropolis, welches seit dem 6. Mai 2014 erhältlich ist.

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Cover She flies with her own wings deutsch

Dieses Buch beinhaltet explizite Sexszenen und ist nicht für Leser unter 18 Jahren geeignet - sorry.

Thea Bennet muss notgedrungen aus ihrem WG-Zimmer ausziehen und ist auf der Suche nach einer neuen Bleibe.
Eigentlich ist es total dumm, dass sie sich ein neues Heim suchen muss, nur weil der Freund ihrer Mitbewohnerin versucht hat bei ihr zu landen. Thea hat ihn schließlich abgewiesen, aber ihre 'Freundin' glaubt ihr nicht.
Also tingelt Thea durch San Francisco und schaut sich Wohnungen an. So landet sie auch vor der Wohnungstür von Tom.

Thea ist wie geblendet. Tom ist ein Traum von einem Mann und für einen Moment setzen bei ihr alle Synapsen aus.
Tom ist amüsiert. Da steht diese hübsche Kleine vor ihm und starrt ihn an. Natürlich ist er es gewohnt, dass die Damenwelt auf ihn besonders reagiert, aber so schockiert sah noch keine Frau aus.
Nach einigen Wimpernschlägen erinnert sich Thea wieder an ihre Manieren und lässt sich von Tom in die Wohnung führen. Die Wohnung ist der Hammer. Große helle Räume, eine offene Küche und ein Traum von einem Bad. An dem zu vermietenden Zimmer ist ein eigenes Bad angegliedert - ein Traum. Sie müsste also nicht mehr nackt aus dem Bad in ihr Zimmer tapsen und würde somit den lüsternen Blicken sämtlicher Männer entgehen.

Tom scheint es zu gefallen, was er sieht, denn er zieht Thea beinahe mit den Augen aus. Kurzerhand bietet er ihr das Zimmer an und sie kann nicht anders als zusagen.
Erst danach erfährt sie, dass sie hier mit drei Männern zusammen wohnen wird. Ob das gut geht?

Das ist eine Zusammenfassung der Geschichte, bevor es sexuell wird. Also nicht viel ;o)
Man muss es schon so sagen, es heißt zwar 'Erotischer Liebesroman', aber hier wird eindeutig gemogelt. Es handelt sich schlichtweg um einen Porno - nur in geschriebener Form. Ein 'erotischer' Film hat auch nicht mehr Handlung.
Warum habe ich das Buch gelesen? Nun, ich habe einen 'Erotischen Liebesroman' erwartet und hatte da auch Bock drauf. Als es sich dann als etwas anderes herausgestellt hat, war ich irgendwie neugierig. Also habe ich weitergelesen ... und schwupps war das Buch zu Ende.

Machen wir uns nichts vor, dieses Buch ist definitiv den feuchten Träumen einer Autorin entsprungen. Und irgendwie ist es gar nicht mal so schlecht. Es gibt ein paar Sachen die mich gestört haben. Das war zum Einen das ewige darauf pochen, dass Thea 'eine starke, unabhängige Frau ist' - außer im Bett und zum Zweiten das wirklich unmögliche Pensum was die vier da fabrizieren.
Es hat mich dann aber doch soweit weiter interessiert, dass ich mit dem zweiten Teil gleich weiter gemacht habe und da auch schon wieder durch bin ^^

Falls ihr also mal Bock habt auf einen mehr als erotischen Roman, seid ihr bei Annie Stone richtig. Der Schreibstil ist ganz gut, die Wiederholungen beziehen sich auf das bereits genannte und natürlich die immer gleichen Sätze mit dem bösen 'F'-Wort ^^

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Cover Sweet Reckoning English

Enthält Spoiler für Sweet Evil und Sweet Peril.

Lange haben Anna und ihre Freunde darauf gewartet, endlich ihre Bestimmung zu erfüllen und die Erde von den Dämonen zu befreien. Nun scheint endlich ihre Zeit gekommen zu sein: Die Prophezeiung, auf die alle seit Jahrtausenden warten, steht kurz vor ihrer Erfüllung. Zumindest hoffen Anna und die anderen Nephilim das. Wenn nicht, würde das mit ziemlicher Sicherheit ihren Tod bedeuten.
Denn Pharzuph und die meisten anderen Dukes sind den Verrätern bereits auf der Spur. Sie sind sich sehr sicher, dass Anna diejenige ist, die die Prophezeiung erfüllen könnte, doch noch fehlt ihnen der letzte Beweis. Als Pharzuph ausgerechnet seinen Sohn Kaidan auf Anna ansetzt, ist für die beiden der Fall klar: Die Zeit wird knapp und sie müssen handeln.
Doch wem können sie wirklich vertrauen? Anna und Kaidan müssen ihre letzten Reserven und jeden Verbündeten mobilisieren, den sie finden können, und sich dem Kampf ihres Lebens zu stellen, der sie entweder für immer befreien, oder aber ihren sicheren Tod mit sich bringen wird.

Sweet Reckoning, das letzte Buch aus Wendy Higgins The Sweet Trilogy-Reihe, ist eines der Bücher, denen ich 2014 am meisten entgegengefiebert habe. Annas Kampf gegen die Herzöge aus der Unterwelt hat sich ja in Sweet Peril bereits zugespitzt. Die Dämonen wissen, dass sich Verräter in ihren eigenen Reihen befinden und Anna und ihr Vater Belial sind ganz oben auf der Liste ihrer Verdächtigen. Anna muss also so vorsichtig sein, wie noch nie. Und das gerade jetzt, wo sie und Kaidan endlich endgültig zueinander gefunden haben.
Statt das zu genießen, muss Anna umziehen. Belial ist es gelungen, sie und Patti in Virginia unterzubringen - möglichst weit weg von allen bekannten Wohnorten der Dämonen. Sie hoffen, es wird eine Zeit lang dauern, bis dort jemand auf Anna aufmerksam wird. Doch natürlich dauert es nicht lange, bis sie auch dort aufgespürt wird. Für die Nephilim wird es also immer schwerer, ihre Rebellion im Geheimen zu planen. Die whisperer (Flüsterer), dämonische Spione, die immer und zu jederzeit auftauchen können, schwirren ständig um sie herum und es ist kein Wunder, dass die Freunde langsam ein bisschen paranoid werden. Und das absolut zu Recht.
An Spannung mangelt es in Sweet Reckoning also nicht. Das liegt aber nur zum Teil an der Grundgeschichte um Dämonen, Himmel und Hölle. Die ist nämlich zugegebenermaßen ein bisschen arg einfach und seicht ausgefallen. Doch eigentlich sind es sowieso die Figuren, die an Sweet Reckoning so viel Spaß machen. Ich war ja schon immer ein großer Fan von Anna und vor allem Kaidan und das ändert sich auch mit diesem Buch nicht. Gerade Kai ist ein großartiger Charakter und endlich mal wieder ein Jugendbuch-Held, der mein Herz wirklich höher schlagen lässt. Doch auch die Nebencharaktere haben fast alle ihre eigenen kleinen Erzählstränge, der für Abwechslung sorgt und jedem einzelnen Schicksal der Nephilim Gewicht verleiht. Jay und Marna z.B. haben einander immer noch nicht vergessen und auch Ginger muss sich langsam ihre Gefühle für Blake eingestehen. Das klingt jetzt nach viel Beziehungsdrama (und ja, davon gibt es auch genug), aber es hat einfach wunderbar mit der eigentlichen Geschichte funktioniert. Denn all das Drama lässt sich immer auf eine Ursache zurückführen - die Dämonen.

Der Showdown lief ebenfalls Gefahr, etwas platt auszufallen, einfach weil er doch ein wenig simpel gestrickt war, doch Wendy Higgins hat durch einige gekonnt eingesetzten Wendungen die Kurve doch noch gekriegt und ihn am Ende doch sehr spannend und emotional gestaltet. Was mich aber wirklich umgehauen hat in Sweet Reckoning, war der Epilog. Ich hätte dem Buch vermutlich eine etwas schlechtere Bewertung gegeben, wenn es diese letzten paar Seiten nicht gegeben hätte.
Dem ein oder anderen könnte das Ende der The Sweet Trilogy-Reihe ein bisschen zu sauber und ordentlich aufgelöst sein. Wir bekommen hier wirklich ein hübsch verpacktes Päckchen mit einer großen roten Schleife obendrauf. Aber für mich hat es funktioniert. Sogar ein paar Tränen musste ich verdrücken - sowohl traurige, als auch glückliche. Wenn mir das passiert, ist es meist ein gutes Zeichen für ein Buch. :)

Alles in Allem ist Sweet Reckoning also ein würdiger Abschluss für die The Sweet Trilogy-Reihe von Wendy Higgins und ich verabschiede mich von dieser Serie mit einem lachenden und einem weinenden Auge und freue mich bereits jetzt auf das, was diese Autorin uns als nächstes bieten wird.

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Cover Die Verratenen deutsch

Ria ist die Nummer 7 an ihrer Akademie unter der Kuppel, die sie und ihre Mitbewohner vor der Wildnis und Kälte schützt. Alles sieht für die begabte Studentin nach einer großartigen Zukunft in einer der größeren Kuppeln aus, etwa als Mittlerin in Konflikten oder als Redenschreiberin für den Präsidenten. Denn niemand ist so gut im Lesen und hervorrufen von Emotionen wie Ria. Da kann selbst Aureljo, Nummer 1 der Akademie, geboren, um zu führen und einer von Rias besten Freunden, nicht mithalten. Alles ändert sich von jetzt auf gleich, als Ria ein Gespräch über eine Verschwörung belauscht. In dieser werden nicht nur Ria, sondern auch Areljo, Flemming, Tycho, Tomma und Dantorian des Verrats bezichtigt. Als sich die Regierung der sechs auf elegante Art und Weise bei einer Magnetbahnfahrt entledigen will, können sie ihre Angreifer überraschen und fliehen. Das Problem ist nur, in der Wildnis leben nicht nur Wölfe, Bären und andere Raubtiere, sondern auch verschiedene Clans an Prims (kurz für Primitive, also Menschen, die nicht unter dem Schutz der Kuppeln leben). Wenn sie überleben wollen, müssen sie entweder zurück in eine Kuppel und damit der sicheren Exekution entgegen oder sich irgendwie mit den primitiven Clans der Wildnis arrangieren...

Die Welt, die Ursula Poznanski sich da ausgedacht hat, fand ich extrem interessant. Eine Welt am Ende einer Eiszeit bot eine vielversprechende Ausgangssituation für Die Verratenen. Auch die unterschiedlichen Lebensformen der Menschen in den Kuppeln versus derer in den Clans fand ich gelungen. Solange es um das Konstrukt der Gesellschaften ging, hat mir auch der Schreibstil gefallen.
Für mich haperte es in Die Verratenen aber deutlich an den Charakteren und ihrer Entwicklung. Mehr oder weniger alle Charaktere wirkten auf mich steril und blutleer. Ria ist eine sehr kühle Protagonistin. Sie wirkt sehr rational und durch ihre spezielle Schulung, Emotionen einschätzen zu können und das Wesen ihres Gegenübers einzuschätzen und zu bewerten, wirkte sie noch künstlicher. Ich kann weder sagen, dass sie mir sympathisch noch unsympathisch war. Aber wenn mir als Leser der Hauptcharakter eines Buches mehr oder weniger egal ist, ist das kein gutes Zeichen. Auch die anderen Charaktere erschienen wenig nahbar. Warum beispielsweise Aureljo und Ria so gute Freunde sind, wurde mir nicht wirklich deutlich. Auch Sandor, der zukünftige Clanführer mit seinem Falken, konnte mich nur mäßig ansprechen. Vielleicht habe ich schon zu viele Jugendbücher und insbesondere Jugenddystopien gelesen, aber das ganze Charakterkonstrukt wirkte, wie am Reißbrett ersonnen. Die Heldin, der beste Freund, der potentielle Partner, der Verräter, eine Freundin, die von der Intelligenz aber nicht an unsere Heldin ran reicht, der Unmensch, ein älterer Berater in der Kuppel und einer in der Wildnis - ja, es war alles dabei. Leider wirkte es konstruiert und leblos. Einzig Tycho konnte meiner Meinung nach etwas Leben versprühen mit seiner jungenhaften Unbekümmertheit und seiner Begeisterung für Technik und Wissen. Leider war seine Rolle so klein, sodass auch er nicht über die Limitationen der anderen Charaktere hinwegtäuschen konnte.

Trotz aller Kritik, frage ich mich doch ein wenig, was es wohl mit Jordans Chronik auf sich hat und wie es mit der Geschichte weitergehen wird. Der Drang, das erfahren zu wollen, ist aber aushaltbar. Vermutlich werde ich warten, bis auch der letzte Band der Trilogie erschienen ist, und dann versuchen, beide Folgebücher mal aus der Bücherei auszuleihen. Ich denke, Geld werde ich in die Reihe von Ursula Poznanski nicht investieren. Dafür tummeln sich dann doch zu viele andere, sehnsüchtig erwartete Bücher auf meiner Wunschliste.

Insgesamt war Die Verratenen ein mittelmäßiges Buch. Es war nicht besonders, weder besonders gut noch besonders schlecht. Die schöne Idee wurde durch die blassen Charaktere doch ziemlich konterkariert. Somit fällt auch die Bewertung nur mittelmäßig aus.

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Lakeballs

25.05.2014
Cover Lakeballs deutsch

Luther Wimmer, genannt Lotte, ist aus der Großstadt in ein Provinznest versetzt worden um hier seinen Dienst zu schieben.
Schon der Makler, der ihm sein neues Heim vorführt, ist irritiert. Denn den neuen Kommissar hat man sich ein wenig anders vorgestellt. Seriöser.
Lotte entspricht nicht einmal dem typischen Großstadtbullen - er ist einfach anders. Das beginnt bei seinem 1975er Taunus, den er hegt und pflegt und endet an seinen Haarspitzen. Diese hat er stylisch zu einem Irokesen modelliert und erregt somit sofort Aufmerksamkeit.

Sein neues Heim ist ein mittleres Reihenhäuschen mit Blick aufs Feld. Ganz so idyllisch hatte er sich seinen neuen Einsatzort nicht vorgestellt. Hier können doch keine Verbrechen passieren.
Die Einschätzung hält genau eine Nacht. Schon am nächsten Morgen wird er von seinem neuen Partner Lassie abgeholt und mit auf den Golfplatz genommen. Am frühen Morgen wurden auf dem satten Grün mehrere Leichenteile gefunden - und der Körper ist noch nicht komplett.
Nach einigen Stunden haben sie sämtliche Leichenteile - es fehlt nur der Kopf. Das macht es schwer herauszufinden, wer denn nun eigentlich umgebracht wurde.

So geht die Polizei sämtliche Clubmitglieder durch um festzustellen ob jemand fehlt. Das Unterfangen ist nicht ganz so einfach, da in dem exklusiven Golfclub auch einige hochrangige Lokalgrößen verkehren. Man will kein Aufsehen erregen und natürlich sämtliche Politiker und Abgeordnete aus der Schusslinie halten.
Lotte ist das wurscht. Für ihn heißt es in erster Linie den Mörder finden - gleich nachdem er den Namen zur Leiche gefunden hat.

Relativ schnell ist klar wer da als Bausatz auf dem Tisch der Pathologie liegt - Theodor Leopold, Vorstandsvorsitzender des Vereins. Da der Kopf immer noch nicht gefunden wurde, muss die Ehefrau ihren Mann anhand eines Beines identifizieren. Keine leichte Aufgabe, dennoch ist sie sich sicher.
Allzu sehr mitzunehmen scheint sie der Tod ihres Ehemannes allerdings nicht. Während Lotte sich um die Alibis der Familienangehörigen kümmert spürt er eine gewisse Anziehungskraft zu Frau Leopold.
Die Ehe der beiden existierte schon lange nur noch auf dem Papier und so begibt sich Lotte in eine pikante Situation.

Die Gerichtsmedizin hat inzwischen herausgefunden wie Theodor Leopold umgekommen ist. Er wurde im Duschraum des Golfclubs erstochen und dann zerlegt. Interessant an der Sache ist, dass er dort nicht allein war. Es wurden fremde Spermaspuren gefunden an der Leiche. Das darf auf keinen Fall an die Öffentlichkeit gelangen und so muss sich Kommissar Wimmer seinen eigenen Weg suchen um der Sache auf den Grund zu gehen. Was er dabei ans Tageslicht bringt, hätte er jedoch nie gedacht.

Bent Ohle lässt in Lakeballs die unterschiedlichsten Menschen aufeinander treffen. Einige verstehen sich auf Anhieb mit dem neuen Mitglied der Provinzpolizei, andere packen die gesamte Bandbreite der Vorurteile aus. Die Person Lotte Wimmer ist das offensichtlich gewohnt, denn er nimmt die Anfeindungen mit Humor und kontert entsprechend.
Generell ist dies kein sturer Ermittlungskrimi. Es gibt viele Stellen mit einem lockeren Spruch und auch einige Irrungen und Wirrungen.
Der Autor hat einen sehr flüssigen Schreibstil und schafft es die Spannung von der ersten bis zur letzten Seite zu halten. So lesen sich die Seiten sehr gut weg.

Einen kleinen Kritikpunkt habe ich allerdings schon. Die häufigen Wortwiederholungen, gerade am Anfang des Buches haben mich gestört. So ist der liebste Ausspruch vom Kommissar 'Holy Crap'. Nach dem dritten Mal ging es mir gewaltig auf den Zeiger.
Es gibt noch andere Aussagen die sich häufig wiederholen, hier wäre eine kleine Abwandlung nett gewesen.
Im Laufe des Buches wird es weniger, so dass ich alles in allem recht angetan bin von diesem Buch.

Vielen Dank an die Landwirtschaftsverlag GmbH für die Übersendung des Rezensionsexemplars.

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