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Cover Dark Lover Englisch

Diese Rezension behandelt sowohl Nachtjagd als auch Blutopfer, da sie im Original nur einen Band bilden, der für den deutschen Markt allerdings aufgeteilt wurde.

Beth ist unzufrieden mit ihrem Leben. Ihr Job bei einer kleinen Zeitung ist eine Sackgasse, ihr Liebesleben nichtexistent, sie hat kaum Freunde und ihre Eltern sind gestorben, bevor sie sie je kennenlernen konnte. Das glaubt sie zumindest.
Denn was Beth nicht weiß, ist dass sie nicht ganz menschlich ist. Denn ihr Vater war ein Vampir. Und zwar ein sehr mächtiger. Auch wenn er sich ihr nie zeigen konnte, hatte er doch ihr ganzes Leben lang ein Auge auf sie. Zumindest bis er auf feigste Art und Weise getötet wurde. Denn ungeahnt von den Menschen herrscht seit Jahrtausenden ein Krieg zwischen Vampiren und den untoten Kriegern der Lessener Society. Beths Vater Darius ist dem jüngsten Anschlag der Lesser zum Opfer gefallen.
Jetzt ist es an Wrath den letzten Wunsch seines gefallenen Freundes zu erfüllen. Denn Darius wusste, dass Beth der Fluch seines Blutes nicht erspart bleiben wird - sie wird sich in einem Vampir verwandeln. Und um das zu überleben, braucht sie Hilfe. Doch Wrath ist nicht gerade für sein Feingefühl bekannt. Er ist der der letzte Vampir mit reinem Blut und Anführer der Black Dagger Brotherhood, die tödlichsten Krieger, die die Vampire zu bieten haben. Das Letzte, was er will, ist sich um eine Fremde zu kümmern. Auch wenn diese Fremde ungeahnte Gefühle in ihm hervorruft...

Dark Lover / Nachtjagd & Blutopfer ist der erste Teil der berüchtigten Black Dagger Brotherhood-Reihe von J. R. Ward. Ich hatte bereits viele sehr gute Meinungen gehört und wollte mich selbst überzeugen, auch wenn ich Vampirbücher mittlerweile eigentlich eher satt habe. Zum Glück hat sich J. R. Ward aber mehr für ihre Figuren ausgedacht, als die üblichen Klischees.
Dark Lover / Nachtjagd & Blutopfer hat eine erstaunlich komplexe Geschichte. Das Einzige, was Wrath und seine Gattung mit den klassischen Vampiren gemeinsam haben, ist die Tatsache, dass sie beide Blut brauchen und kein Tageslicht vertragen. Ansonsten sind diese Vampire etwas ganz eigenes. Sie brauchen nicht mal Menschenblut, sondern das anderer Vampire und niemand muss dafür sterben. Auch der Krieg zwischen ihnen und der Lessener Society stammt nicht einfach aus dem typischen Mensch-gegen-Monster Motiv. Die Lesser sind nämlich selbst nicht ganz menschlich. Zwar war mir der Grund für die Feindschaft ein klein wenig zu fadenscheinig (nur so viel, es geht um eine Art Gottheiten), aber es wurden schon Kriege wegen weniger geführt.

Cover Nachtjagd Deutsch

Was mich, und vermutlich die meisten Leser, an dieser Reihe allerdings am meisten interessiert und fasziniert, ist die Bruderschaft. Diese sechs Krieger sind schon wirklich eine Klasse für sich. Jeder von ihnen hat im Laufe der Jahrhunderte viel erlebt und sie alle tragen ein sehr schweres Kreuz. Sowohl Rhage, als auch Vishous, Tohrment, Zsadist, Phury und nicht zuletzt Wrath sind ganz sicher keine einfachen Männer. Sie alle sind ruchlos und haben ihre ganz eigene Moral. Deshalb habe ich im Vorfeld eigentlich keine große Romantik erwartet. Schließlich ist Wrath ja das Vorbild aller Alpha-Männchen und Sex kann man ja auch ohne Romantik zur Genüge in ein Buch einbauen. Da habe ich mich allerdings sehr getäuscht. Denn aus Wrath, dem Krieger den alle fürchten, wird ganz schnell ein zahmes Kätzchen, wenn es um Beth geht. Um ehrlich zu sein, hat mich das ein wenig gestört. Denn Dark Lover / Nachtjagd & Blutopfer hat dadurch schon ein paar sehr kitschige Szenen, die für mich nicht so recht in das Gesamtbild passen wollten. Zum Glück beschränkt sich Wraths Nachsicht im Großen und Ganzen aber auf Beth, so dass es dennoch einige sehr actiongeladene und intensive Szenen gibt. Auch die restlichen Brüder zeigen sich meistens nicht gerade von ihrer sanften Seiten. Das sorgt für Gleichgewicht und Dark Lover / Nachtjagd & Blutopfer driftet deshalb Gott sei Dank nie in echten Kitsch ab.

Cover Blutopfer Deutsch

Das Einzige, was mir allerdings wirklich auf die Nerven gegangen ist, ist der Name des Gegenspielers: Mr X. Von all den albernen, klischeehaften Namen die es so gibt, ist das vermutlich der Schlimmste. Ich weiß, es ist eigentlich nur eine Kleinigkeit und hat meine Wertung auch nicht beeinflusst. Trotzdem hat mich jede einzelne Szene aus seiner Perspektive mit den Augen rollen lassen.

Wie ihr seht, hatte auch ich aber im Großen und Ganzen viel Spaß mit Dark Lover / Nachtjagd & Blutopfer von J. R. Ward. Es ist romantische Urban Fantasy mit einer frischen Sicht auf das altbekannte Thema Vampire, die mir insgesamt sehr gut gefallen hat.
Deshalb werde ich auch ganz sicher die anderen Bücher der Black Dagger Brotherhood Reihe lesen. Allein schon deshalb, weil Dark Lover / Nachtjagd & Blutopfer eine Million kleine lose Enden offen gelassen hat, die mich fast umbringen vor Neugier. Daher werde ich auch gleich mit dem nächsten Buch Lover Eternal / Ewige Liebe & Bruderkrieg weitermachen, das von Rhage handelt und hoffentlich einige der Details aufklärt.

Kleine Anmerkung: Wie zu Anfang erwähnt, wurden alle Bücher im Deutschen auf zwei Bände aufgespalten. Lasst euch also nicht von der etwas wirren Bezifferung oben verunsichern. :)

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Aftermath

01.07.2014
EmpfehlungEmpfehlung
Cover Aftermath englisch

Aftermath ist nur für Leser ab 18 Jahren geeignet!

Austin Huntley und Cameron (Cam) Nash könnten unterschiedlicher nicht sein. Austin ist ein Familienvater mit gutem Job, teurem Auto und zufrieden damit, zufrieden zu sein. Cam ist Automechaniker, hat ein hitziges Temperament, bedingt durch sein Asperger Syndrom ist er eher unsozial und außerdem ist Cam bisexuell. Beide werden, zusammen mit acht anderen Männern, gekidnappt. Der verrückte Entführer sperrt die Männer paarweise in einem feuchten Keller in Käfige und verpasst ihnen neue Namen. Austin und Cam landen zusammen in einem Käfig. Was es mit den Namen auf sich hat, erfahren die Männer auf grausame Art und Weise. Austin und Cam haben wenig gemeinsam, doch während ihrer 5-monatigen Tortur bauen sie eine enge Bindung auf.

Aftermath startet, nachdem Austin und Cam aus dem Keller entkommen sind. In Rückblenden und aus der Sicht beider Protagonisten erfährt der Leser nach und nach, was den beiden unter der Knute des psychopathischen Entführers passiert ist. Beide haben starke Schwierigkeiten, sich in ihr normales Leben zurückzufinden - sie leiden extrem unter posttraumatischem Stresssyndrom. Erschwerend kommt hinzu, dass sie sich mehr als nur zueinander hingezogen fühlen. Sich mit dieser Tatsache abzufinden, bereitet insbesondere Austin Probleme. Doch wenn nichts mehr normal ist, kann auch das Ungewöhnliche die dringend benötigte Normalität bieten:

"I know I'm not normal, but I'm not fucking stupid."
"Define normal," Austin countered quietly, meeting Cam in the doorway. "And for not being normal, you're the only person in the world who makes sense right now. What does that say about me?"

Übersetzt: "Ich weiß, ich bin nicht normal, aber ich bin auch nicht blöd, verdammt noch mal." "Definiere normal", entgegnete Austin leise, während er Cam im Eingang traf. "Und von wegen nicht normal sein, du bist die einzige Person auf der ganzen Welt, die für mich im Moment einen Sinn ergibt. Was sagt das über mich aus?"

Aftermath von Cara Dee ist eine sehr coole Geschichte. Obwohl man weiß, dass Cam und Austin aus dem Keller herauskommen, ist der Part um den Entführer super spannend, ziemlich grausam und gruselig. Zusammen mit Austin und Cam merkt man schnell, dass der Kidnapper wirklich absolut verrückt und mitleidslos ist und noch dazu an einem gehörigen Minderwertigkeitskomplex leidet. Das ist eine extrem gefährliche Mischung und nicht alle 10 Männer überleben ihr Martyrium. Fühlt euch also gewarnt, dass in Aftermath wirklich harte Passagen zu finden sind.
Doch die zunächst aus der Not geborene Bezeihung zwischen Cam und Austin bietet einen wunderbaren und zu Herzen gehenden Gegenpart. Das Bonding über die Zeit des Kidnappings war bei all den Gräueln drumherum total gut nachvollziehbar. Auch, wie die beiden nicht nur eine immer inniger werdende Beziehung aufbauen, sondern sich langsam eben auch Zuneigung und mehr entwickeln, war für den Leser absolut logisch. Hier hat Cara Dee wirklich großartige Arbeit geleistet und ich bin oft einfach nur dahingeschmolzen.

Eine Kleinigkeit hat mich aber doch gestört: Zum Ende hin war mir Aftermath etwas zu perfekt. Dass so gar kein Widerstand von Freuden, Familie und Kollegen aufkam (die lieblose Frau mal ausgenommen) fand ich etwas unrealistisch. Trotzdem hat mir der Schreibstil und der ganze Aufbau mit den Rückblenden in Form von Albträumen, Flashbacks und Therapiesitzungen unglaublich gut gefallen. Cara Dee kann extrem gut schreiben und ich habe mit Cam und Austin mitgefiebert ohne Ende. Dabei war es wirklich völlig egal, dass man als Leser von Anfang an wusste, dass sie die Entführung überleben. Denn es war mehr als einmal ein Wunder, dass es so kam. Ich freue mich jetzt schon wie ein Schneekönig auf den nächsten Band der Aftermath-Duologie, Outcome, der in diesem Jahr noch erscheinen soll. Darin spielt ein anderer der Überlebenden die Hauptrolle und sein Schicksal wird die Person, die er in dem Keller darstellen musste. Wow, auf die psychologichen Aspekte dieser Geschichte bin ich jetzt schon total gespannt.

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Cover The River Leith Englisch

Beinahe wäre Leith Wenz New Yorks Amateur Box Champion geworden. Stattdessen landet er bewusstlos mit einer schweren Kopfverletzung im Krankenhaus. Als er wieder aufwacht, sind die Erinnerungen an die letzten drei Jahre seines Lebens wie ausgelöscht. Es ist, als ob sie nie dagewesen wären. Er kann sich nicht an den Tod seines Vaters erinnern oder an die Wahrheit über seine Mutter. Und auch nicht an den Mann, der ihm als sein bester Freund Zach vorgestellt wird. Der Einzige, der Leith noch vertraut ist, ist sein Bruder Arthur. Ansonsten scheint sich sein Leben in den letzten drei Jahren von Grund auf geändert zu haben und er erkennt sich fast selbst nicht wieder. Vor allem die Gefühle, die er Zach gegenüber empfindet und die er sich einfach nicht erklären kann, verwirren ihn...

Für Zach bricht eine Welt zusammen, als Leith ihn nicht mehr wieder erkennt - und fest davon überzeugt ist, komplett heterosexuell zu sein. Der Mann, mit dem er die letzten Jahre verbracht hat, scheint für immer verschwunden zu sein und Zach hat keine Ahnung, wie er damit klarkommen soll. In seiner Verzweiflung gibt es nur eine Sache, die ihm hilft: Video Blogging. Die Anonymität hilft ihm, seinen Ängsten und der Trauer wirklich Luft zu machen.

Leith und Zach wissen nicht, wie sie den neuen und den alten Leith unter einen Hut bringen können - und ob das überhaupt möglich ist oder sie sich einfach nur etwas vormachen...

Ich bin ohne große Erwartungen an dieses Buch herangetreten und muss sagen, dass mich Leta Blake mit The River Leith wirklich sehr angenehm überraschen konnte. Die Geschichte setzt nur ein paar Tage nach Leiths Erwachen aus dem Koma an. Von der ersten Seite an wird klar, wie schwer das alles für Leith ist. Alle Gesichter, die ihm vorgestellt werden, sind neu und sein Bruder ist der einzige, den er noch kennt. Leith wird mit Informationen überschüttet, denn die letzten drei Jahre waren wie gesagt sehr ereignisreich. Sein Vater ist verstorben und Leith hat - nach einigen sehr schlechten Entscheidungen - endlich sein Leben umgekrempelt. Er besucht die Uni und hat einen Job. Doch im Kopf ist Leith noch lange nicht an diesem Punkt in seinem Leben und er erkennt sich selbst nicht wieder.
Und dann wäre da noch Zach. Leith mag Zach auf Anhieb und er spürt auch eine ganz besondere Verbindung zu ihm, aber er hat keine Ahnung, was er damit anfangen soll. Es war in gleichem Maß schön und traurig zu beobachten, wie diese beiden sich einander wieder annähern. Schön, weil einfach deutlich war, wie innig sie sich lieben und auch keine Amnesie etwas daran ändern konnte. Und traurig, weil Zach Leith so viel vorenthält und er trotz allem noch "seinen" Leith vermisst.
Übrigens bekommen wir die Geschichte im Prinzip sowohl aus Leiths, als auch aus Zachs Perpektive zu lesen. Die eigentliche Erzählung kommt von Leith. Doch Leta Blake streut immer wieder Einträge aus Zachs Vlog ein, wodurch man ebenfalls einen guten Eindruck von seiner Sicht auf die Dinge bekommt. Und das ist auch wichtig, denn Zach leidet schrecklich darunter, dass Leith ihn nicht mehr erkennt. Für ihn ist es fast so, als wäre sein Freund tot - obwohl er noch sehr lebendig ist. Das beschert ihm allerhand Schuldgefühle und widersprüchliche Gefühle, mit denen er kaum weiß umzugehen.

Zwei Dinge gibt es allerdings, die mich an The River Leith ein wenig gestört haben. Zum einen wären das Zachs eben erwähnte Vlog-Einträge. Diese wirkten manchmal ein wenig arg übertrieben und selbstdarstellerisch (wie Vlogs eben manchmal so sind). Prinzipiell fand ich das Mittel, Zachs Ängste so zu übermitteln, sehr gelungen. Die Ausführung hätte aber etwas schöner und subtiler sein können.
Der andere Punkt ist die Tatsache, dass extrem stark zwischen dem alten und dem neuen Leith differenziert wurde, so als wären sie zwei gänzlich unterschiedliche Personen. Und das stimmt einfach nicht. Deswegen war Zachs Trauer auch manchmal ein wenig frustrierend für mich. Denn ja, Leith ist nicht mehr der Gleiche wie vor seinem Unfall, aber er ist trotzdem immer noch Leith. Genau dieser Punkt führt auch zu einigen Spannungen, die in meinen Augen etwas runder gelöst werden sollten.

Trotzdem ist The River Leith von Leta Blake ein ausgesprochen schönes Buch. Es ist traurig und bewegend und mir hat sich manchmal schier der Magen umgedreht, so leid taten mir Leith und Zach. Dann aber gibt es wieder Momente, die mich vom einen bis zum anderen Ohr grinsen ließen. Ob Leith seine Erinnerungen aber je wieder zurückbekommt und Zach und Leith sich wieder zusammenraufen können, müsst ihr schon selber lesen. ;)

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Cover Chasing the Rebel Englisch

Lord Marcus Rothbury ist auf der Flucht. Nachdem sich das französische Volk gegen den schwachen König Louis XVI und seine Königin Marie Antoinette aufgelehnt und sie in den Kerker geworfen hat, hat sich ein Bediensteter mit den Kronjuwelen auf und davon gemacht. Rothbury muss ihn finden. Es ist seine Pflicht, dem Adel zu helfen und die Kronjuwelen nach England zu bringen, in der Hoffnung mit ihnen die Befreiung des Königspaars zu finanzieren.
Doch Rothbury ist nicht der Einzige, der auf der Suche nach den Juwelen ist. Auch der amerikanische Schriftsteller und Rebellensympathisant James Lockhart ist auf der Jagd nach ihnen. Im Gegensatz zu Rothbury plant er aber damit das hungernde Volk von Paris zu ernähren. Er verachtet die Monarchie und den Adel.
Das ungleiche Paar geht widerwillig eine Allianz ein: Sie suchen gemeinsam nach den Juwelen und kümmern sich erst um die Aufteilung, wenn es soweit ist. Doch Rothbury ist sich nicht sicher, ob er Lockhart trauen kann - und sich selbst. Denn der vorlaute Amerikaner weckt Gefühle in Rothbury, die er immer zu unterdrücken versucht hatte.

Und damit gehen die Probleme in Chasing the Rebel von Tyler Flynn erst los. Rothburys Flucht quer durch Frankreich ist alles andere als leicht. Seine Verfolger sind ihm stets dicht auf den Fersen und es gibt mehr als eine brenzlig Situation, aus der er sich - und später auch Lockhart - retten muss. Die Geschichte um die französische Revolution wird sehr stimmig in die Handlung eingebaut. Sie ist zwar essentiell, wird aber nie zu langweilig oder zäh. Das liegt unter anderem einfach daran, dass Rothbury den König und die Königin persönlich kennt. Seine Sicht auf die Dinge ist daher nicht wie in einem Geschichtsbuch. Dass dabei nicht allzu sehr ins Detail gegangen wird hilft natürlich ebenfalls.
Denn in erster Linie handelt die Geschichte um Rothbury und Lockhart. Die beiden könnten nicht unterschiedlicher sein. Im Jahr 1791 war Homosexualität eher etwas Schändliches und wurde wenn überhaupt im Geheimen praktiziert. So denkt auch Rothbury. Seine Neigung ist ihm sehr unangenehm und er weiß, dass er über kurz oder lang seine Pflicht wahrnehmen und eine Frau nehmen muss, um sein Familienerbe weitergeben zu können. Er hasst diesen Gedanken aber. Und dann trifft er Lockhart. Er ist fröhlich und frei und schämt sich für nichts. Natürlich hält auch er sich zurück (schließlich will er nicht hingerichtet werden), geht aber wesentlich liberaler mit dem Thema um. Auch politisch sitzen die beiden an unterschiedlichen Tischenden. Trotzdem ist die Beziehung zwischen den beiden wunderbar gelungen. Der grummelige Rothbury und der immer gut aufgelegte, wortgewandte Lockhart geben ein erfrischend unterschiedliches Paar ab. Ihre ständigen Zankereien haben genauso viel Spaß gemacht, wie die zarten Annäherungsversuche, die auf mehr als nur eine körperliche Anziehung hinwiesen.

Leider habe ich aber auch zwei Kritikpunkte. Zum einen verrennt sich Tyler Flynn nämlich oft in sehr detaillierten und langwierigen Beschreibungen. Schauplätze, bestimmte Situationen und innere Monologe werden oft seitenlang ausgedehnt. Es gibt leider mehrere Szenen, in denen ich mich etwas gelangweilt habe.
Und zum anderen - was weitaus schlimmer ist - gibt es ein paar Logikfehler bzw. fehlende Aufklärungen. Gerade am Ende passieren einige Dinge, die mir zwar sehr gut gefallen haben, ohne eine entsprechende Aufklärung aber leider sehr unlogisch wirken.
Das ist ärgerlich, denn abgesehen davon, ist Chasing the Rebel von Tyler Flynn ein wirklich schönes Beispiel dafür, dass historische Romantik auch bei gleichgeschlechtlichen Paaren wirklich gut funktionieren kann. Deshalb werde ich mir Tyler Flynn trotz allem auf jeden Fall merken.

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Cover The One englisch

Noch vier junge Frauen der ehemaligen Selection sind im Palast und versuchen, Prinz Maxon für sich zu gewinnen: Elise, Celeste, Kriss und America. America weiß nun endlich was sie will. Sie will Maxon für sich gewinnen, ihm eine würdige Prinzessin sein, ihn lieben und Illéa gemeinsam mit ihm zu einem besseren Land machen. Noch ist allerdings nicht klar, ob Maxon America auserwählt, seine Frau zu werden und ob sie wirklich die Eine (The One) für ihn ist. Schließlich sind nicht nur ihre Mitstreiterinnen wunderbare Frauen, nein, America weiß auch, dass sie mit ihrem hitzköpfigen Temperament und dem König als Feind nicht mehr die beste Ausgangsposition von allen hat...

Ich wollte wirklich wissen, wie die Selection Trilogy ausgeht. Tja, selbst schuld, wenn man auch immer mit diesen Reihen anfängt. Zwar las sich The One weg wie nichts, das ist aber auch das einzige Positive, was ich über das Buch sagen kann. Die Geschichte war genauso gestrickt wie The Selection / Selection, der erste Teil, und The Elite / Selection - Die Elite, der zweite Teil der Reihe. Und das war einfach nur langweilig. Entweder hätte diese Reihe niemals als Trilogie veröffentlicht werden sollen oder Kiera Cass hätte die Handlung dichter stricken müssen. Hier wäre alleine mit den verschiedenen Rebellengruppen und den Unterschieden zwischen ihnen schon Potential dagewesen - stattdessen wurden die einen als ultimativ Böse abgestempelt und die anderen bekamen einen menschelnden Heiligenschein verpasst. Ernsthaft, so wie sich The One präsentiert hat, war es aber einfach nur lahm. Und die Tatsache, dass America und Maxon bis zum Schluss nicht in der Lage waren, ordentlich miteinander zu kommunizieren, war nicht - wie beabsichtigt - dramatisch sondern nervig und hat jedwede Charakterentwicklung konterkariert.

Hinzu kam, dass die Lösungen für Illéas Kastensystem buchstäblich aus der Schublade gezogen wurden, aber nur auf etwa einer halben Seite abgehandelt wurden. Da habe ich mich mal wirklich verarscht gefühlt. Nur weil The One eine Romanze war, muss man den dystopischen Aspekt ja nicht völlig aus den Augen verlieren. Auch der Schwund, der im Angesicht der Rebellen naturgemäß zu erwarten war, kam mir sehr konstruiert vor. Hier will ich nicht zu viel verraten, aber mehr Trauer wäre meiner Meinung nach von beiden Protagonisten zu erwarten gewesen. Hier wollte die Autorin die rosarote Schleife wohl nicht zu lange durchs Blutbad ziehen. Etwas weniger rosa, dafür mehr widerstreitende Gefühle zwischen Glück und Trauer hätten die Ereignisse sicher natürlicher erscheinen lassen. Nein, ich bin nicht zufrieden mit The One gewesen. Da hilft es auch nichts, dass die eigentliche Schreibweise gefällig war und man das Buch gut lesen konnte oder dass das Cover wieder sehr gelungen ist.

Berücksichtige ich dann noch die ganzen Geschichte um Kiera Cass Managerin und die ehemalige Bloggerin Wendy Darling ( siehe das Ende von Wendys Rezension) muss ich sagen: Dies war mein wohl letztes Buch der Autorin.

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