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Cover Gracefully Grayson Englisch

Zuhause, hinter seiner verschlossenen Zimmertür, lebt der Sechstklässler Grayson in seiner eigenen Welt. Er ist umgeben von schönen Dingen und träumt von dem Menschen, der er wirklich sein will. Überall sonst aber, versucht er möglichst unter dem Radar zu fliegen. Vor allem in der Schule hält er sich normalerweise sehr zurück. Denn Grayson hat ein Geheimnis: "Er" ist Wirklichkeit ein Mädchen, gefangen im falschen Körper.
Doch dieses Geheimnis kann er niemandem anvertrauen. Die Gefahr, von den anderen Kindern ausgelacht und noch mehr zum Außenseiter zu werden, ist einfach zu groß. Und dann wären da noch sein Onkel und seine Tante, bei denen Grayson seit dem Tod seiner Eltern lebt und die sich ständig Sorgen um ihn zu machen scheinen...Nein, Grayson muss sein Geheimnis einfach für sich behalten.
Doch dann erfährt er von dem Theaterstück, das seine Schule bald aufführen will und ist sofort hin und weg. Und vielleicht ist genau dieses Theaterstück - gemeinsam mit einigen neuen Freundschaften und einem besonderen Lehrer - die Stütze, die er braucht, um der Welt endlich sein wahres Ich zu zeigen.

Mit Gracefully Grayson nimmt sich Ami Polonsky einem wirklich sehr schwierigen Thema für ein Jugendbuch an. Für Erwachsene kann Transsexualität ja schon eine heikle Angelegenheit sein, für Kinder und Jugendliche ist es aber natürlich noch schwieriger. Das dann auch noch aus der Sicht eines Betroffenen zu lesen, macht Graysons Geschichte wirklich zu etwas Besonderem.
Grayson weiß eigentlich ziemlich genau, wer er ist - und es ist nicht der Junge, der ihn jeden Morgen im Spiegel anschaut. Er wünscht sich, einfach so leben zu können, wie er eigentlich sein sollte. Als Mädchen. Beim Lesen wird also schnell klar, dass Grayson in keiner Weise verwirrt ist oder sich fragt, was an ihm falsch ist. Nein, Graysons ganzer Druck kommt von außen. Von seiner Familie, zu der er zwar keine schlechte Beziehung hat, die aber immer eine gewisse Distanz zu ihm wahrte. Und von seinen Mitschülern, bei denen Grayson einfach weiß, dass sie mit seinem wirklichen Ich einfach nicht klarkommen würden. Er hat aber ganze Arbeit mit seinem Geheimnis geleistet und so ahnt niemand etwas. Sein Bewusstsein darüber, wie die Welt läuft und dass er nicht so sein kann, wie er wirklich ist, macht Graysons Geschichte umso tragischer. Beim Lesen von Gracefully Grayson merkt man alleine schon an seiner Art zu erzählen, wie müde Grayson wirklich ist. Er ist ziemlich ernst und hat kaum Anschluss zu anderen Kindern. Die Isolation ist allerdings selbst gewählt, da er viel zu viel Angst hat, sich zu verraten. Dadurch wirkt er viel älter als seine zwölf Jahre. Kein Kind sollte so leben müssen.
Was mir an Gracefully Grayson besonders gut gefallen hat, ist, wie realistisch es ist. Graysons Umfeld spiegelt den absoluten Durchschnitt wider: Jeder reagiert anders, aber es gibt kaum jemanden, der einfach nur gut oder schlecht ist. Jeder hat unterschiedliche Facetten und so sehen wir auch Graysons Geschichte aus ganz verschiedenen Blickwinkeln. Außerdem wirft Gracefully Grayson nicht mit großen, schweren Ausdrücken oder psychologischen Erklärungen um sich. Grayson ist am Ende doch nur ein Kind und kann mit Schubladen wie Transsexualität nichts anfangen. Es sind seine Gefühle, die im Vordergrund stehen und die eigentliche Bedeutung haben.

Eigentlich gibt es nur ein kleines Detail, das man an Gracefully Grayson vielleicht ein klein wenig besser gestalten könnte, und das war das Ende. Grundsätzlich gefällt mir die Weise, in der Ami Polonsky ihre Geschichte ausklingen lässt. Dennoch hätte ich mir ein klein wenig mehr Aufklärung gewünscht, insbesondere wo Graysons Onkel und vor allen Dingen seine Tante stehen.

Abgesehen davon ist Ami Polonsky mit Gracefully Grayson aber ein außergewöhnliches, kleines Buch gelungen. Auf sehr realistische, aber auch einfühlsame Art beschreibt sie die schwere Reise, die Grayson hinter sich bringen muss. Traut euch, einen Blick in dieses Buch zu werfen - es lohnt sich.

Gracefully Grayson erscheint am 4. November 2014.
Danke an Disney-Hyperion für das Bereitstellen des Leseexemplars.

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Cover Elite Englisch

Achtung! Diese Rezension enthält einige kleinere Spoiler!

Als die 18-jährige Trace die Nachricht bekommen hat, am Eagle Elite College studieren zu dürfen, ist es für sie wie ein Lottogewinn - im wahrsten Sinne des Wortes, denn für Normalbürger ist es nur möglich mittels Losverfahrens an dieser renommierten und ultraelitären Schule angenommen zu werden. Es war der größte Wunsch ihrer verstorbenen Großmutter, dass ihre Enkelin an diesem College studieren würde und Trace ist glücklich, ihr und ihrem Großvater, bei dem sie seit dem Tod ihrer Eltern gelebt hat, diesen Wunsch erfüllen zu können.
Doch kaum ist sie in ihrer neuen Schule angekommen, muss Trace feststellen, dass diese sogenannte Elite-Uni so ganz anders ist, als sie es erwartet hat. Schuld daran sind die Elite, eine Gruppe von vier jungen Männern, die die Schule mit eiserner Faust regieren – nicht einmal die Lehrer scheinen es zu wagen, sich ihnen in den Weg zu stellen. Zu allem Überfluss haben sie es auch noch besonders auf Trace abgesehen. Vor allem ihr Anführer Nixon lässt kaum eine Möglichkeit aus, Trace zu erinnern wie unwürdig sie ist und dass sie eigentlich nichts an dieser Schule zu suchen hat.
Doch je mehr Zeit sie in ihrer neuen Schule verbringt, umso klarer wird Trace, dass hier absolut nichts so ist, wie es zu sein scheint. Weder die Schule, noch ihre Mitschüler, noch sie selbst...und am allerwenigsten Nixon.

Wo fange ich nur am Besten mit Elite von Rachel van Dyken an? Vielleicht erst einmal mit dem Positiven. Rachel van Dyken hat sich bemüht, eine frische und einigermaßen unverbrauchte Geschichte zu präsentieren. Und in der Tat habe ich von der Thematik her eher wenige Geschichten gelesen, wie die, die sie uns nun im ersten Band der Eagle Elite Reihe vorgesetzt hat. Es gibt jede Menge Geheimnisse, die Trace in ihrer neuen Umgebung zu entdecken hat und ich denke ich verrate nicht zu viel, wenn ich sage, dass Nixon und seine Freunde keine normalen Studenten sind. Vielmehr sind sie Teil einer viel größeren...nennen wir es mal kriminellen Organisation. Rachel van Dyken hat sich da wirklich eine ganz interessante Ausgangsposition ausgedacht, die viele Möglichkeiten bereithält.
Leider ist das aber mehr oder weniger schon alles Gute, was ich über Elite sagen kann. Denn für mich war es leider von vorne bis hinten unlogisch. Vom Aufbau bzw. Leitung der Schule (woher kommen die ganzen anderen Schüler? Wieso existiert die Schule überhaupt? Was ist der Sinn dahinter?), über die Organisation zu der Nixon und seine Freunde gehören (Wieso haben ein paar Jungs Anfang 20 so viel Macht?), bis hin zu den Beziehungen der Figuren untereinander. Das fängt schon mit Trace und Nixon an. Nixon macht Trace Leben zur Hölle und erniedrigt sie mehr als einmal. Doch sobald er einmal nett zu ihr ist, fliegt sie in seine Arme. Sie hätte ruhig ein wenig mehr Rückgrat und Stolz zeigen können. Auf der anderen Seite war es aber auch sofort klar, dass Nixon der "Held" in dieser Geschichte sein würde - er ist der typische gutaussehende junge Mann, in dem die Heldin sofort etwas Besonderes erkennen kann. Er hat dann auch im Laufe der Geschichte bewiesen, dass er auch anders kann und eigentlich kein schlechter Kerl ist (auch wenn ich viele seiner Beweggründe immer noch nicht nachvollziehen kann). Trace dagegen hat es leider nie geschafft, mich zu überzeugen. Sie ist naiv, bricht ständig in Tränen aus und ist mir allgemein furchtbar auf die Nerven gegangen. Ihr passieren die merkwürdigsten Dinge an dieser Schule, beginnt aber nie, diese Dinge ernsthaft zu hinterfragen oder Antworten einzufordern. Es war ihr viel wichtiger, wie sexy Nixon doch gerade wieder war oder was er wohl mit dieser oder jener Aussage genau gemeint hat. Eine starke Heldin - und die braucht diese Geschichte meiner Meinung nach, wenn man Nixons "Beruf" in Betracht zieht - stelle ich mir anders vor.
Cover Elite Englisch 2 Denn auch Trace selbst hat eine nicht ganz einfache Hintergrundgeschichte, die sogar wirklich Potential hatte. Leider ist es Rachel van Dyken auch hier nicht gelungen, diese glaubwürdig in die Handlung einzubauen. Denn auch hier fragt Trace viel zu wenig nach und wir erfahren wirklich nur ganz am Rande, was es eigentlich genau mit ihrer Vergangenheit auf sich hat. Gemessen an den Folgen, die diese Geschehnisse hatten, war da einfach nicht genug.

Ich könnte wirklich noch ewig so weiter machen. Es gibt viele, viele kleine Details, die mich an Elite einfach nicht überzeugen konnten. Der Humor war z.B. auch so eine Sache - Trace hat ständig in ihrem Kopf oder mit anderen Leuten Witze gerissen, die aber schlicht und einfach nicht lustig waren (was sicher ein weiterer Grund war, wieso ich sie so doof fand^^). Erschwerend hinzu kommt übrigens, dass sich bereits ein Love Triangle abzeichnet, was mich jetzt schon nicht gerade positiv auf Elect (keine Rezension), das zweite Buch der Eagle Elite Reihe, einstimmt. ;)
Ob ich mich also an den Rest dieser Reihe heranwagen werde, weiß ich noch nicht. Irgendwas hatte Elite von Rachel van Dyken, aber ich weiß nicht, ob es genug ist, mich für ein weiteres Buch zu motivieren. Wir werden sehen.

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Cover One Night in Bangkok deutsch

Caro ist auf dem Weg nach Thailand. Endlich. Nach 15 Jahren Ehe holt sie nun endlich ihre Flitterwochen nach. Nach ihrer Scheidung gibt es keinen Grund mehr für sie ihre Reiselust zu unterdrücken und so sitzen sie und ihre beiden besten Freundinnen Romana und Sonja im Flieger nach Bangkok. Sie war schon immer fasziniert von Thailand und nun bekommt sie es endlich zu Gesicht.
Nachdem sie erfolgreich gelandet sind und sich im Hotel eingecheckt haben, machen sie die Gegend unsicher. Es gibt so viel zu sehen in Bangkok und sie haben doch nur 4 Nächte. Danach geht es weiter ans Meer um dort noch ein wenig zu entspannen.

Das Hotel ist grandios, sie hat ein wunderschönes Zimmer und viel Platz. Eigentlich ist es ein Raum für zwei, aber so hat sie mehr Platz für sich.
Am Abend essen die drei Mädels in einem Restaurant gleich um die Ecke und beobachten eine komische Szene. An einem Tisch weiter wird ein alleinreisender Mann hartnäckig von einer Bedienung angeflirtet.
Für Caro steht fest, der Mann ist nicht an der Frau interessiert, also sucht er wohl eher nach einer männlichen Begleitung. Wozu sonst soll ein Mann mittleren Alters alleine nach Thailand reisen, wenn nicht um sich eine Sexbekanntschaft zu suchen?
Doch der Mann entspricht so gar nicht Caros Vorstellungen von einem Sextouristen. Er ist gut gebaut, hat wunderschöne Augen und ist gut gekleidet.

George möchte eigentlich in Ruhe sein Mahl beenden, doch die Bedienung gibt sich so viel Mühe, dass selbst die Damen vom Nachbarstisch zu ihm rüber schauen. Eine der Drei fällt ihm besonders auf. Er kann einfach nicht aufhören sie anzuschauen und offensichtlich ist sie nicht ganz abgeneigt. Denn auch sie schaut immer wieder zu ihm rüber.
Ob er eine Chance hat sie näher kennenzulernen? Schließlich ist er Single und diese Frau reizt ihn.

Am nächsten Tag schauen sich die drei Freundinnen einige Tempel an und wagen eine Fahrt in einem TukTuk. Obwohl Caro eigentlich ein eher ängstlicher und sicherheitsbedachter Mensch ist, lässt sie sich dazu überreden es mit dem Gefährt zu versuchen. Zu dritt hocken sie sich auf die Sitzbank und der Fahrer radelt los. In einer engen Kurve kommt das kleine Gefährt gefährlich in Seitenlage und fällt um. Der Fahrer ist untröstlich. Mit vereinten Kräften einiger Thailänder wird der Wagen wieder aufgesetzt und die Fahrt geht - langsam - weiter.
Caro weiß eins - in so ein Ding kriegen sie keine zehn Pferde mehr! Der blaue Fleck auf ihrem Oberarm lässt sich bereits jetzt erahnen, denn sie war der Puffer zwischen ihren Freundinnen und der Straße.
Als sie etwas später aus einem Tempel treten und sich auf den Heimweg machen, entdecken sie den Mann aus dem Restaurant. Er kommt aus einem Luxushotel und ist gekleidet als würde er dort auch hingehören. In seinem dunklen Anzug wirkt er unheimlich attraktiv.
Caro will nicht dass er sieht wie sie ihn anstarren, doch da ist es schon zu spät, er entdeckt sie und über die Entfernung brennt sich sein Blick in ihre Augen. Dieser Mann hat was.

Irgendwie scheint der Typ überall zu sein. Als die drei einen Tagesausflug zu einer Brücke mit anschließender Flussfahrt antreten, steht er plötzlich vor Caro und zwängt sich auf den einzig freien Platz in dem Minibus. Das hat ihr gerade noch gefehlt! Dank seiner Körpergröße kleben sie förmlich aneinander und irgendwie ist er wohl in Plauderlaune, denn kaum hat sich der Bus in Bewegung gesetzt, versucht er sie in ein Gespräch zu verwickeln. Als Caro widerwillig darauf eingeht, merkt sie, dass er eigentlich ganz charmant ist und sie ihn vielleicht doch völlig falsch eingeschätzt hat. Sie verbringen den Tag zu viert und lernen George besser kennen. Er ist weltgewannt, unterhaltsam und könnte Caro direkt gefährlich werden. Zu allem Überfluss stiften ihre zwei Freundinnen sie geradezu dazu an einen Urlaubsflirt mit ihm zu beginnen. Ob das gut geht? Sie hat doch überhaupt keine Ahnung mehr wie das funktioniert. Und doch fühlt sie sich in Georges Nähe unglaublich wohl.

Endlich gibt es ein neues Buch von Elke Becker und ich durfte es für euch lesen und rezensieren. Nachdem ich ja in Der Mann in Nachbars Garten schon auf Caro gestoßen bin, habe ich mich natürlich gefragt wie es wohl mit ihr und ihren Freundinnen in Bangkok wird. Sehr unterhaltsam, das kann ich euch sagen.
Wie bisher alle anderen Charaktere sind auch die Hauptcharaktere aus diesem Buch durch die Bank weg sympathisch. Ich mochte Caro von Anfang an sehr gern und natürlich auch George. Wenn ich mich richtig erinnere, kennen wir den aus Yoga ist auch keine Lösung.

Die Beschreibungen von Thailand klingen sehr abenteuerlich und exotisch. Ich bin nie in Thailand gewesen und durch die Temperaturen werde ich dort wohl auch nie hinreisen. Aber die anschaulichen Erklärungen der Tempel, der schwimmenden Märkte und auch des grandiosen Strandes, kann ich es mir wunderbar vorstellen. Ich glaube so einen Markt würde ich schon ganz gern einmal sehen ^^

Die Entwicklung zwischen Caro und George geht langsam voran und passt ganz gut so. Schließlich ist Caro kurz vorher geschieden worden und da will man sich in nichts stürzen, was man nicht verkraften kann. Ein wenig gestört und auch irritiert haben mich die englischen Sätze in den Dialogen. Ich weiß warum Elke Becker das gemacht hat, aber ich finde es immer nicht so schön gelöst, da es doch etwas verwirrend war für mich.
Das Ende des Buches fand ich ganz toll. Und vielleicht werde ich mir den Film auch einmal anschauen - das hat mich jetzt neugierig gemacht. Schließlich kennt man (oder vor allem Frau?) die Erwähnung ja bereits aus einem Film mit der damals noch jungen Meg Ryan und dem charmanten Tom Hanks.

Wie bei allen Büchern von Elke Becker sitze ich nun da und grübel wie es wohl weiter gehen könnte. Denn das Ende lässt bei mir die Frage nach einer Person offen. Da der nächste Roman wohl in Arbeit ist (gottseidank), heißt es nun fleißig lauern und so lange die bereits bekannten Romane von ihr genießen. Derzeitig könnt ihr sie nämlich ziemlich günstig erwerben. Wäre das nicht der perfekte Einstieg?
Es rät sich hier von vorn zu beginnen. Zwar sind die Romane keiner Reihe zugeordnet, jedoch bauen die Bücher alle ein wenig aufeinander auf. Wer sich also den Spaß nicht verderben möchte, sollte unbedingt mit Yoga ist auch keine Lösung beginnen.

Liebe Elke, vielen lieben Dank für das Rezensionsexemplar, ich habe es wirklich wieder sehr genossen =o)

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Takeover

09.09.2014
Cover Takeover Englisch

Als Michael an seinem letzten Urlaubsabend in Curacao einen Fremden namens Sam in einer Bar aufreißt und mit ihm die Nacht seines Lebens verbringt, ahnt er noch nicht, welche Wellen er damit auslöst. Denn als einige Wochen später ein neuer CEO in seiner vom Untergehen bedrohten Unternehmen Four Rivers eingesetzt wird, um dieses doch noch zu retten, muss Michael feststellen, dass S. Randell Anderson niemand anderes ist, als Sam.
In den folgenden Wochen, in denen sie gemeinsam alles tun, um Four Rivers einen Weg aus dem Ruin zu ermöglichen, sprühen die Funken zwischen den beiden und Sam und Michael müssen ständig kämpfen, die Finger voneinander zu lassen. Keiner darf von der Affäre zwischen ihnen erfahren, denn nicht nur wäre es unethisch, wenn ein CEO eine Beziehung zu einem Angestellten hätte, Sam macht auch noch ein Geheimnis aus seiner Sexualität. Wer würde ihn in der Geschäftswelt schon Ernst nehmen, wenn sie über ihn Bescheid wüssten? Denn nicht nur ist er homosexuell, er hat auch noch ganz spezielle Vorlieben...

Anna Zabo versucht in Takeover ganz verschiedene Elemente zusammenzubringen: Eine Romanze, getarnt als wirtschaftspolitische Geschichte mit sehr starken BDSM Einflüssen. Grundsätzlich könnte das eigentlich ganz interessant sein. Und Takeover hatte definitiv auch so seine Momente, aber wirklich fesseln konnte es mich leider nicht.
Die Beziehung zwischen Michael und Sam bzw. ihre langsam aufkeimenden Gefühle füreinander waren eigentlich ziemlich niedlich und haben auch gut mit der Handlung harmoniert. Man merkt beim Lesen recht schnell, wie viel den beiden aneinander liegt. Umso stärker treten ihre Rollen im Schlafzimmer da in Kontrast. Denn Sam braucht nichts dringender, um runterzukommen, als totale Unterlegenheit, gemischt mit Schmerzen. Und Michael tut nichts lieber, als Sam genau das zu bescheren. Im Bett ist Michael der Boss - im Büro ist es Sam. Das erzeugt eine ganz eigene Dynamik zwischen diesen beiden, die aber sehr gut funktioniert und mir ziemlich gut gefallen hat.
Leider bin ich aber nun mal etwas zart besaitet, wenn BDSM geht. Deswegen führten einige der Situationen zwischen Michael und Sam für meinen Geschmack einfach zu weit. Denn Sam reicht es nicht, ein paar Klapse zu bekommen - er braucht richtige Schmerzen, die in Schwielen und Blutergüssen enden und im Laufe des Buches ist er nie an eine Grenze gestoßen. Selbst wenn er vollkommen am Ende seiner Kräfte war, wollte er immer mehr. Das ist einfach nicht meine Welt. Was mich aber wenigstens ein bisschen versöhnt hat, war die offensichtliche Zuneigung, die trotz allem immer zwischen den beiden zu spüren war.
Mein Hauptproblem war aber die Erzählweise. Die Geschichte ist sowohl aus Michaels, als auch Sams Sicht geschrieben und ist soweit noch vollkommen in Ordnung. Die Handlung um die Übernahme von Four Rivers und die kriminellen Machenschaften einiger Leute in der Chefetage war aber schrecklich langweilig. Es gibt seitenlange Erklärungen und Vermutungen, die leider ziemlich fade präsentiert wurden. Und das Schlimmste: Es führt am Ende noch nicht einmal zu etwas. Die Auflösung ist zwar vermutlich relativ realistisch, aber auch extrem unbefriedigend. Denn nicht nur passiert nicht besonders viel - von dem was passiert erfahren wir auch noch nur bruchstückhaft. Das war mir einfach nicht genug, wenn man bedenkt, wie viel Augenmerk vorher auf die ganze Verschwörungstheorie gelegt wird. Dass Anna Zabo einen eher trockenen Schreibstil hat, macht das Ganze nicht unbedingt angenehmer.

Deshalb war Takeover von Anna Zabo nicht unbedingt ein Buch für mich. Die Charaktere sind zwar sehr sympathisch und die Dynamik zwischen den beiden ist definitiv mal was anderes. Die Geschichte selbst und Teile der Beziehung zwischen den beiden Hauptfiguren waren aber leider nicht so meins. Ob ich den Begleitroman Just Business (keine Rezension) lesen werde, der allerdings von anderen Charakteren handeln wird, bleibt deshalb noch abzuwarten.

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Cover A Case of Possession Englisch

Lucien Vaudrey, Lord of Crane ist es nicht gewohnt, einen so ausweichenden und völlig unabhängigen Liebhaber zu haben wie Stephen Day. Der Magier und Justiziar geht in der Regel seine eigenen Wege und kommt nur dann vorbei, wenn er Lucien wirklich braucht. Dann gibt sich Stephen Lucien aber restlos hin, ganz seiner gefügigen Art im Bett entsprechend. Nur dort hat Lucien das Gefühl, dass Stephen ihn wirklich braucht und auch das ist er nicht gewohnt - dass sein Liebhaber nicht mehr von ihm will. Sei es Geld, Macht oder sonst irgendwelche Gefälligkeiten. Und so drängt er Stephen die Dinge auf, die der nicht hat. Etwa feine Anzüge, Einladungen zu gutem Essen und was ihm sonst noch so einfällt.
Als Stephen ihn dann aber braucht, um seinem Justiziar-Team bei einem Fall zu helfen und Dinge aus dem Mandarin ins Englische zu übersetzen, ist es ihm auch irgendwie nicht recht. Lucien fühlt sich nicht wirklich geschätzt. Und so braucht es mal wieder seinen treuen Hausdiener und Freund, um ihm bewusst zu machen, dass er nicht nur in Stephen Day verliebt ist, sondern, dass er das diesem vielleicht auch zeigen sollte. Was Lucien nicht weiß, der Fall, bei dem auch monströse Ratten eine Rolle spielen, wird direkt in seine und Stephens Beziehung eingreifen. Und dass auf eine Art und Weise, die alles andere als positiv ist. Und ehe es sich die beiden bewusst sind, müssen sie an mehr als einer Front um ihre Beziehung und Liebe kämpfen...

Nachdem ich von The Magpie Lord noch nicht komplett überzeugt war, konnte A Case of Possession das ändern und mich völlig von der A Charm of Magpies-Reihe überzeugen. Und das, obwohl das gesamt Buch aus Luciens Perspektive geschrieben ist, mit dem ich im ersten Band ja noch so meine Schwierigkeiten hatte. Tatsächlich merkt man aber sehr schnell in diesem Buch, wie es um den hochherrschaftlichen Lord Crane bestellt ist. Er ist hoffnungslos verliebt und weiß kein Stück wie er damit umgehen soll, dass sein Liebhaber sich so rar macht und überhaupt kaum bereit ist, sich näher oder inniger auf ihn einzulassen. Es kommt sogar soweit, dass die beiden fast schon die Flinte ins Korn werfen wollen.

Doch zum Glück ist Lucien auch ein tapferer Mann und bereit, um das zu kämpfen, was ihm wichtig ist. Und das ist Stephen. Diesem dominanten, großen Mann dabei zuzusehen, wie er sich seiner Gefühle bewusst wird und diese dann einfach als gegeben hinnimmt, war wirklich wunderbar zu sehen. Und selbst die Tatsache, dass der kleine Magier (Stephen ist nur 5 Fuß groß, was maximal 1,53 cm entspricht) im Endeffekt die Hosen in der Beziehung an hat, trägt Lucien mit so viel Gelassenheit, wie ihm möglich ist. Ja, in A Case of Possession habe ich mich wirklich und wahrhaftig auch in Lucien Crane verliebt. Stephen Day musst in diesem Band nicht viel mehr machen, als er selbst zu sein, da er mein Herz ja schon im ersten Band erobern konnte.

Hinzu kommt der ziemlich spannende Fall, bei dem man sich anfangs fragt, wie das wohl alles zusammenhängen mag. Keine Angst, es finde sich und bleibt dabei bis kurz vor Schluss ziemlich spannend. Sehr gelungen fand ich hier auch die Einführung von Stephens Mitmagiern und den rigiden Regeln, die für alle Magier, insbesondere aber für die Justiziare gelten. Hier kann man sich wirklich auf KJ Charles verlassen. Die Story ist immer spannend, der Showdown in der Regel atemberaubend und der Sex zwischendrin eine wunderbare Abwechslung. Sehr gelungen finde ich auch, dass Lucien, trotz seiner Zugehörigkeit zum englischen Adel so überhaupt nicht dem typischen Lord entspricht. Alleine seine prägnanten Gedanken (inklusive Flüche), sind immer eine hochgezogenen Augenbraue wert. Und genau das bildet einen wunderbar charmanten Gegenpol zu der eher antiquierten Sprache, die wiederum gut zum Ambiente passt (das Buch spielt gefühlt irgendwann im 19 Jahrhundert).

Ja, ich habe A Case of Possession wirklich genossen und mich deswegen auch sofort auf den Folgeband, Flight of Magpies, gestürzt. KJ Charles konnte mich mit diesem Buch wirklich überzeugen.

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