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Killer Queen

21.10.2014
EmpfehlungEmpfehlung
Cover Killer Queen Englisch

Enthält Spoiler für Painted Faces.

Nicholas Turner ist kein gewöhnlicher Mann. Auf den ersten Blick mag er vielleicht der hübscheste und männlichste Typ sein, den viele Frauen je gesehen haben. Doch sein Beruf dürfte für die meisten eine Überraschung sein: Er arbeitet als die Drag Queen Vivica Blue. Das hindert ihn aber nicht daran, eine Frau nach der anderen abzuschleppen, denn er ist trotz seines Jobs alles andere als schwul. Nicholas hat die Welt bereist, viel gesehen und viel erlebt. Doch nicht alles davon war gut. Nicholas hat Dämonen, die drohen, ihn irgendwann noch mal umzubringen.
Als sein Freund Phil ihn aus einer besonders tiefen Krise rettet und mit nach Dublin nimmt, ist Nicholas fest entschlossen, sein Leben umzukrempeln. Das dürfte allerdings alles andere als einfach werden.
Doch dann lernt er seine Nachbarin Freda kennen und ist von Anfang an fasziniert von der schlagfertigen, kurvenreichen jungen Frau, die seine Avancen allerdings nicht sonderlich zu beeindrucken scheinen. Das kann Nicholas natürlich nicht auf sich sitzen lassen. Doch es dauert nicht lange bis ihm klar wird, dass Fred nicht einfach nur eine einfache Eroberung für ihn sein wird.

In Killer Queen erzählt L. H. Cosway nun die Geschichte von Painted Faces aus Nicholas Perspektive. Und auch seine Seite ist definitiv lesenswert. Denn Killer Queen ist nicht einfach nur ein Aufwasch von dem, was wir in Painted Faces bereits gelesen haben. Nicholas ermöglicht uns eine ganz neue Sicht auf die Dinge und es gibt einige Kapitel, die vor und nach diesen Ereignissen spielen und dadurch jede Menge Neues für den Leser bieten.

Teaser Killer Queen 2

Vor allem aber gibt es tiefere Einblicke in Nicholas. Ich hatte große Angst, dass die Autorin mir diesen faszinierenden Charakter vielleicht ein wenig kaputt machen könnte, wenn sie uns in seinen Kopf blicken lässt. Viel von Nicholas Charme kommt schließlich zumindest teilweise von seiner Undurchschaubarkeit und seiner Unberechenbarkeit. Doch die Sorge war vollkommen unbegründet. L. H. Cosway hat ihre Figuren voll im Griff und obwohl wir ihn viel näher kennenlernen, verliert er nichts von seinem einzigartigen Charme.
Killer Queen lässt den Leser in Nicholas Vergangenheit blicken und zeigt, wie er zu seinem ungewöhnlichen Job gekommen ist - die positiven und die furchtbar traurigen Gründe. Wie ihr euch vermutlich noch aus Painted Faces erinnert, war Nicholas Kindheit alles andere als einfach und ich musste manchmal schon ganz schön schlucken, wenn er auf die Details eingegangen ist.
Hauptsächlich aber macht die Geschichte natürlich Nicholas Freundschaft zu Freda aus. Diese beiden zusammen gehören einfach zu meinen absoluten Lieblingspaaren. Es gibt so viele süße, emotionale, humorvolle, heiße und traurige Momente zwischen ihnen. Es sind zwar in diesem Buch nur ausgewählte Szenen, die wir aus seiner Sicht zu lesen bekommen, trotzdem hat sich L. H. Cosway alle wichtigen Kapitel vorgenommen und wirft dadurch teilweise ein ganz neues Licht auf die Geschenisse in Painted Faces. Aber Killer Queen macht das Vorgängerbuch dadurch nur umso schöner. Natürlich lernt man Fred auch ganz anders dadurch kennen. Sie durch Nicholas Augen zu sehen war einfach fantastisch und hat mein Herz jedes mal wieder höher schlagen lassen.

Teaser Killer Queen

Und dann ist da natürlich noch Miss Vivica Blue. Ich liebe Nicholas Bühnenpersönlichkeit einfach. Wir erleben gleich mehrere ihrer Auftritte im Laufe des Buchs und jeder einzelne hat großen Spaß gemacht, gerade weil Nicholas hier so mit den Geschlechterrollen spielt. Killer Queen fordert ganz geschickt die Erwartungen und Vorurteilen der Leser heraus und lädt dadurch immer mal wieder ein bisschen zum Nachdenken ein.
Ebenfalls eine besondere Rolle spielt die Musik. L. H. Cosway hat jedem Kapitel ein bis zwei Songs zugewiesen, die zur Stimmung oder dem Inhalt passen und schafft damit eine ganz besondere Atmosphäre. Killer Queen hat dadurch sozusagen seinen eigenen Soundtrack, den ihr euch hier auf Spotify sogar anhören könnt und der einfach unglaublich gut passt - jeder dürfte dadurch einige großartige neue Songs kennenlernen. ;)

Wenn ihr es noch nicht getan habt, kann ich euch nur raten euch Painted Faces schnellsmöglich zu besorgen - und Killer Queen am besten noch gleich mit dazu. Es ist einfach eine ganz außergewöhnliche Liebesgeschichte, die L. H. Cosway hier geschaffen hat und die ich mit jeder neuen Nuance, die sie hinzufügt, nur umso mehr liebe.

Übrigens wurde Killer Queen ursprünglich als Novelle angekündigt. Eigentlich ist es aber mit knapp 300 Seiten fast ein voller Roman. Man kommt also voll auf seine Kosten. Außerdem ist das E-Book vom 22. bis 26. Oktober 2014 kostenlos!

Thanks to Lucia from Reading Is My Breathing for letting me borrow her teaser pictures. ;)

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Cover Viviens himmlisches Eiscafe deutsch

Vivien und ihr Mann Stanley haben in den fünfziger Jahren ein wunderschönes Eiscafé an der Strandpromenade von Brighton. Heute ist Vivien Witwe und braucht dringend eine Pause. Seit der Eröffnung war sie jeden Tag im Eiscafé, selbst als ihr Mann starb konnte sie es nicht lassen. Doch jetzt braucht sie eine Pause. Sie ist ausgepowert und will ihre Reserven wieder aufladen. So sagt sie es zumindest Anna, ihrer Enkelin, die sie gerade besucht.

Anna ist ganz aus dem Häuschen. In der nächsten Woche schon wird sie mit ihrem Freund Jon in ihre erste eigene Wohnung ziehen. Es hat ein wenig gedauert, aber nun darf sie sich Eigentümerin über eine große, helle Wohnung nennen, die mit ihren drei Zimmern auch genug Platz für Jons Sohn Alfi bietet.
In ihrem Job läuft es gerade ebenfalls super und sie freut sich auf die gemeinsame Zukunft mit Jon. Vielleicht werden sie ja irgendwann eine richtige Familie.

Kurze Zeit später fällt jedoch ein Schatten auf Annas Glück. Ihre Mutter berichtet ihr am Telefon dass Vivien gestorben ist. Anna ist geschockt. Sie wirkte doch gar nicht krank bei ihrem letzten Besuch.
Ihren Vater nimmt das besonders mit und auch ihre Schwester Imogen kommt aus Thailand zurück um in dieser Zeit bei der Familie zu sein.
Das Granny noch ganz andere Überraschungen auf Lager hat erfährt die Familie bei der Testamentseröffnung.
Während sie ihren beiden Söhnen Tom und Martin ihr Haus vermacht, erben beide Enkelkinder zusammen das Café. Damit hat nun gar keiner gerechnet. Doch während Tom und Martin noch zu sehr trauern und Anna und Imogen überrumpelt sind, macht Françoise, Martins Frau, bereits Pläne. Sie war schon immer sehr ehrgeizig und sieht jetzt ihre Chance gekommen. Das es hier noch mächtig Zoff in der Familie geben wird ist vorprogrammiert.

Anna und Imogen schauen sich gemeinsam das Café an und sind geschockt. Es ist alles heruntergekommen und verdreckt. Sie hätten nie geglaubt das ihre Granny das Café derart vernachlässigen würde. Doch Anna erinnert sich daran, dass diese ihr von einer Freundin erzählt hätte, die im Café für sie aushilft, Sue.
Mit diesem Café werden sie wohl keine schwarzen Zahlen schreiben und eigentlich hat jede von ihnen eine andere Vorstellung vom Leben. Imogen will schnell wieder nach Thailand zurück und ihre Fotokarriere weiter vorantreiben, während Anna mit ihrem Bürojob komplett ausgelastet ist.
Und doch ... beide wissen wie viel Vivien ihr Eiscafé bedeutet hat und auch, dass ihr Vater sehr daran hängt. Als dieser in eine tiefe Depression stürzt beschließen sie, den Schritt zu wagen. Keiner von beiden hat Ahnung davon wie man ein Café am Laufen hält, aber sie sind fest entschlossen. Dass ihnen dabei mehr Steine in den Weg gestellt werden als sich an einem Strand finden lassen schreckt sie trotz allem nicht ab.
Aber werden sie das Café zu altem Glanz verhelfen können oder stehen sie am Ende gar mit Nichts da?

Vivien's Heavenly Ice Cream Shop / Viviens himmlisches Eiscafé ist das zweite Buch der Autorin Abby Clements und das erste, welches ich von ihr gelesen habe. Was mich als erstes angesprochen hat war natürlich das Cover. Ganz ehrlich, kann man an solch einem Cover vorbeigehen? Ich nicht.
Nachdem ich den Klapptext gelesen hatte, dachte ich mir 'Das könnte doch ein wunderbares Sommerbuch sein.' - und genau das ist es. Auch wenn das Wetter in Brighton nicht immer zum Eis essen einlädt, hat man doch schon sehr bald nach Beginn des Buches Lust sich in die Kühltruhe des nächsten Supermarktes zu verbuddeln.

Die Geschichte ist einfach und schön zu lesen. Allerdings darf man keine komplexe Geschichte erwarten. Es ist eher ein Buch für einen gemütlichen Nachmittag auf dem Balkon oder der Couch. Ich habe allerdings auch keine Geschichte mit Tiefgang erwartet, somit konnte mich das Buch nicht enttäuschen.
Die verschiedenen Charaktere hätten allerdings ein wenig mehr Beachtung erhalten können, da hier wenig passiert. Die Figuren bleiben leider ein wenig flach.

Während man sich so durch die Geschichte liest bekommt man unweigerlich Lust auf Sonne, Strand und Eis. Da hilft es natürlich, dass am Ende des Buches einige Eisrezepte zu finden sind. Leider ist nur eins ohne Eismaschine machbar, aber vielleicht kann man hier einfach improvisieren. Ich werde davon jedenfalls etwas ausprobieren und hoffe es bringt mich dem Sommer wieder etwas näher.

Ein herzliches Dankeschön an den Goldmann-Verlag für die Übersendung des Rezensionsexemplars.

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Cover Neanderthal Seeks Human Englisch

Ein Tag hat gereicht, um Janies ganzes Leben komplett auf den Kopf zu stellen. Innerhalb nur weniger Stunden hat sie ihren Freund Jon beim Fremdgehen ertappt und ihn verlassen und ist dadurch vorübergehend heimatlos geworden. Denn die Wohnung, in der sie gemeinsam leben, gehört Jons reichen Eltern. Zu allem Überfluss wird ihr noch am selben Tag ohne ersichtlichen Grund fristlos gekündigt.
Und als i-Tüpfelchen dieses grandiosen Tages ist es ausgerechnet der neue, unglaublich gutaussehende Sicherheitsbeamte, den sie und ihre Freundinnen heimlich beobachtet und Sir McHotpants getauft haben, der Janie aus dem Gebäude geleiten soll. Ihre Demütigung ist damit komplett. Wenigstens findet sie aber dadurch raus, dass sein echter Name Quinn lautet.
Zu ihrer großen Überraschung ist es ausgerechnet Quinn, der ihr einen neuen Job vermitteln kann. Doch ihre neue Stelle ist fast zu gut, um wahr zu sein - und so langsam schwant Janie, dass Quinn nicht der ist, der er zu sein scheint.

Grundsätzlich ist die Geschichte von Neanderthal Seeks Human von Penny Reid eigentlich nicht unbedingt etwas Neues. Was dieses Buch aber vom üblichen Romanzen-Einerlei ein wenig abhebt, ist Janie. Denn unsere Protagonistin ist wirklich ein ganz spezieller Fall. Sie selbst würde sich vermutlich als komischer Vogel bezeichnen, denn sie ist nicht gerade "normal" in den Augen anderer Leute. Sie nimmt die Dinge oft sehr wörtlich, wirkt nach außen hin immer eher etwas kühl und distanziert und kann mit Trivialwissen aufwarten, wie keine andere. Ein bisschen hat sie mich dabei an Sheldon Cooper von The Big Bang Theory erinnert. Gleichzeitig ist sie aber auch sehr lustig, sympathisch, hochintelligent und hat eben so ihre ganz eigene Art. Außerdem wird Janie nie wütend. Überhaupt ist es schwer aus ihr eine tiefe Gefühlsregung zu entlocken. Das ist etwas, was Jon immer gestört hat und stark thematisiert wird.
Doch Quinn scheint es ganz leicht zu fallen, Janie aus ihrer Gleichmütigkeit zu holen. Quinn selbst ist übrigens ebenfalls ein ganz netter Kerl, wenn auch nicht wirklich individuell. Er ist der typische Held - mysteriös, gutaussehend, erfolgreich. Er tut seinen Job für das Buch und ich mochte ihn wirklich gern, aber sonderlich denkwürdig war er eben auch nicht.
Die Geschichte von Neanderthal Seeks Human ist ein bisschen schwierig, denn die hat sich manchmal ziemlich hingezogen. Denn genau das, was Janie so besonders macht, hat sich auf das Buch manchmal ein bisschen träge und zäh ausgewirkt. Janie drückt sich in ihrem Kopf oft sehr hochgestochen aus und ihre Gedanken wandern mal hier und dorthin. Es war oft anstrengend ihr zu folgen und manchmal hat es auch einfach nur genervt, wenn sie schon wieder mit ihren Gedanken abschweift.
Penny Reid hat sich aber bemüht dem Leser mehr zu bieten, als eine reine Liebesgeschichte. Und in gewisser Hinsicht ist ihr das auch gelungen. Janies kriminelle Schwester Jem spielt z.B. eine gewisse Rolle und bringt Janie in gehörige Schwierigkeiten. Im Gegensatz zu anderen Büchern, konnte man in diesem Fall auch nicht von Anfang an erkennen, wie sich alles auflösen würde (ich zumindest nicht ;). Die Autorin allerdings anscheinend auch nicht, denn viele Details wurden fast gar nicht aufgelöst. Ich konnte es erst gar nicht glauben, als ich umgeblättert habe und das nächste Kapitel plötzlich schon der Epilog war und ich damit auf all diesen Fragen sitzen blieb. Stattdessen wirft uns Penny Reid einfach ein „Quinn hat sich um alles gekümmert“ hin und damit sollen wir uns zufrieden geben.

Mir hat das aber leider überhaupt nicht gereicht. Mit seiner interessanten Protagonistin und den spannenden und undurchschaubaren Entwicklungen hätte Neanderthal Seeks Human von Penny Reid wirklich ein tolles Buch werden können. Ich begreife auch ehrlich gesagt nicht, wieso sie diese offenen Fragen nicht einfach beantwortet hat - irgendwie.
Vielleicht bringt das nächste Buch Neanderthal Marries Human (keine Rezension), das nachträglich in die Reihe geschoben wurde, aber vielleicht noch ein bisschen Aufklärung. Die restlichen Bücher der Knitting in the City Reihe befassen sich danach aber mit den anderen Mitgliedern und Freundinnen aus Janies Strickgruppe.

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Cover Stand By You Englisch

Enthält leichte Spoiler für Maybe This Time (keine Rezension).

Der 22-jährige Romy hat gerade die schlimmste Zeit seines Lebens hinter sich. Nach einer furchtbaren Beziehung zu einem Mann namens Carlos, die geprägt war von Gewalt, Erniedrigung, Vergewaltigung und in der er mehr oder weniger wie ein Tier gehalten wurde, konnte er von den einzigen Freunden, die ihm noch geblieben sind, gerade noch gerettet werden. Nun versucht Romy, sein Leben wieder auf die Reihe zu kriegen. Er ist vorübergehend bei seinen Freunden Ezra und Donner untergekommen und hat einen Job in ihrem Coffee Shop ergattert, doch er weiß, dass er seinen Freunden nicht für immer auf der Tasche liegen kann. Alles, was er hat, ist temporär.
Doch Romy kennt bisher nur eine Methode, wie man sich über Wasser halten kann und das ist, mit seinem Körper zu bezahlen. Nach allem, was er erlebt hat, kann er das aber nie wieder tun. Er kann nicht einmal an körperlich Nähe denken.

Für Brendan sind seine Freunde und Familie das Wichtigste. Seit er ihn aus seiner gefährlichen Lage befreit hat, ist es aber vor allem Romy, dem er beistehen möchte. Brendan würde alles dafür tun, um ihm zu helfen, über die traumatischen Ereignisse in Carlos Haus hinweg zu kommen. Je mehr Zeit er aber mit dem verschüchterten und verletzten Romy verbringt, umso öfter frägt sich Brendan, was er eigentlich wirklich fühlt. Nein, eigentlich weiß er ganz genau was er fühlt, doch er hat keine Ahnung, wie er Romy seine Gefühle für ihn klar machen könnte. Schließlich hatte er sich noch nie in einen Mann verliebt...

Zu allererst sollte man über Stand By You wissen, dass viele Details, die für die Geschichte wichtig sind, bereits im zweiten Buch der Belonging-Reihe, Maybe This Time (keine Rezension), geschehen sind. [Autor] hat sich zwar bemüht, den Leser immer auf dem Laufenden zu halten, trotzdem merkt man einfach, dass man auf jeden Fall den Vorgänger vorher gelesen haben sollte. Romys Befreiung aus Carlos Haus z.B. wurde eben schon im letzten Buch behandelt. Stand By You dreht sich nun um Nachwirkungen.
Und die sind ganz vielfältig. Ihr größtes Opfer ist natürlich Romy. Er hat Alpträume, fühlt sich nirgends mehr sicher und seine Selbstachtung hat den absoluten Nullpunkt erreicht. Das wird auch dadurch nicht besser, dass er 22 ist, keinen Penny hat und sich bei Ezra und Donner durchschnorren muss. Der einzige, bei dem er sich aus irgendeinem Grund wirklich wohl fühlt, ist der bullige, afroamerikanische Brendan. Doch auf seine Gefühle hört Romy schon lange nicht mehr, nach allem, was sie ihm eingebrockt haben.
Aber auch an Ezra, Donner und Brendan ist Romys Tortur nicht spurlos vorbeigegangen. Vor allem Brendan ist immer noch wutentbrannt. Häusliche Gewalt ist etwas, das er einfach nicht dulden kann. Schließlich hat er da seine ganz eigenen Erfahrungen gemacht, als sein Vater noch am Leben war.
Brendan und Romy verbindet eine innige Freundschaft, bevor die romantischen Gefühle ins Spiel kommen. Doch Romy ist überzeugt, dass Brendan etwas besseres verdient und er ist sich noch nicht mal richtig sicher, ob Brendan hetero-, bi- oder homosexuell ist. Brendan wiederum möchte nur das Beste für Romy. Doch er bekommt ihn einfach nicht aus dem Kopf und ist sich ziemlich sicher, dass er sich für ihn sogar vor seiner (ziemlich gläubigen) Familie outen würde.
Es war einfach schön die beiden dabei auf ihrem Weg zu begleiten. Sie versuchen gemeinsam sich durch das Dickicht von Romys Problemen zu arbeiten und kämpfen füreinander. Das ergab einige schöne, romantische Situationen.

Trotzdem gibt es ein paar Details, die mich etwas gestört haben an Stand By You. Zum einen ist A.M. Arthurs Schreibstil sehr simpel. Das hat zur Folge, dass vor allem Brendan manchmal ein bisschen...doof klingt. Er ist ein sehr gutmütiger Kerl und durch A.M. Arthurs Darstellung wirkt er dadurch etwas langsam und das hat mich einfach gestört.
Ebenso war mir Romys bewegte Vergangenheit manchmal einen Tick zu übertrieben. Er hat viele schlimme Dinge durchgemacht und ist ein emotionales Wrack. Gleichzeitig gibt es aber gleich drei Figuren in diesem Buch, zu denen er eine nicht ganz platonische Verbindung hat und das war mir einfach zu viel. Außerdem hat er mich dadurch - in Brendans Namen - manchmal ganz schön wütend gemacht.

Sonst ist Stand By You von A.M. Arthur aber eigentlich ganz okay. Sicher kein Meisterwerk, aber wenn man einfach nur eine süße M/M Geschichte mit einem sehr ernsten Hintergrund möchte, dann kann man sich durchaus an diesem Buch versuchen.

Stand By You erscheint am 20. Oktober 2014.

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Cover Someday Maybe Cover

Nachdem Rachel den finanziellen Ruin ihrer Familie miterleben musste, ist ihr eines im Leben ganz besonders wichtig: Sicherheit. Deswegen hat sie sich einen 10-Jahres-Plan zurecht gelegt, der ihre ganze berufliche Karriere und ihr Privatleben umfasst, und der keinen Platz für Abweichungen zulässt.
Deswegen hatte Rachel auch nie besonders viel Zeit für Beziehungen. Nachdem sie sich aber in ihrem ersten Jahr an der Uni bis über beide Ohren in Oliver verliebt hat, nur um sich nach 8 Monaten wieder zu trennen, weil es einfach zu viel Ablenkung für sie war, blieb kein Platz für jemand anderem in ihrem Herzen. Trotzdem ist Rachel davon überzeugt, dass es richtig war, sich für ihren Plan zu entscheiden.
Doch als sie 6 Jahre später zurück nach San Francisco kommt, beginnt sie langsam aber sicher diese Entscheidung zu bereuen. Denn selbst nach so langer Zeit schwirrt ihr Oliver immer noch im Kopf herum und kein anderer Mann konnte bisher auch nur annähernd die gleichen Gefühle in ihr hervorrufen, wie er.
Rachel muss es endlich schaffen, endgültig über Oliver hinweg zu kommen. Doch das fällt ihr alles andere als einfach. Besonders, als sich der neue Freund ihrer besten Freundin Meghan als niemand anderes als Oliver entpuppt...

Ach, wo soll ich bloß anfangen mit Someday Maybe von Ophelia London? Am besten gleich bei dem Hauptgrund, weswegen ich so große Probleme mit diesem Buch hatte. Das kann ich mit einem Wort zusammenfassen: Rachel.
Leider bin ich mit ihr gar nicht warm geworden. Das fing schon bei ihrem 10-Jahres-Plan an. Sie ist ein kompletter Kontrollfreak und sobald jemand nicht einen genauso strengen Plan hat wie sie, wird diese Person fast schon automatisch als veranwortungslos und riskant abgestempelt. Dementsprechend unfair empfand ich es auch, wie sie damals mit Oliver Schluß gemacht hat - vor allem, weil sie ihm da nicht einmal die Wahrheit gesagt hat, sondern ganz feige ihren überfürsorglichen Bruder als Ausrede vorgeschoben hat. Ich hatte gehofft, dass sich mein erster Eindruck von ihr im Laufe des Buches noch legt, aber leider kam es nie so weit. Im Großen und Ganzen blieb sie spießig, feige und in gewisser Weise ziemlich arrogant und scheinheilig. Anstatt mit Oliver über ihre Probleme zu sprechen, hat sie nie den Mund aufgemacht und besaß dann noch die Frechheit, auf ihn wütend zu sein.
Auch mit den meisten anderen Charakteren konnte ich mich nicht sonderlich anfreunden. Allen voran Meghan. Sie war furchtbar und hat sich meistens wie eine 5-jährige benommen. Da sie aber Rachels beste Freundin war, kam sie ständig im Buch vor. Ich fand sie einfach extrem anstrengend. Oliver dagegen war...okay. Nicht mehr und nicht weniger. Fairerweise muss man aber auch sagen, dass man verhältnismäßig wenig von ihm sieht über einige Strecken des Buchs, so dass ich nie das Gefühl hatte, ihn wirklich kennen zu lernen.
Die Handlung selbst ist auch sehr mager. Selbst der ursprüngliche Knackpunkt - nämlich, dass Oliver und Meghan zusammen sind und wie Rachel damit fertig wird - wurde dermaßen einfach und antiklimaktisch gelöst, dass ich kurz dachte, ich hätte eine Seite überblättert. Someday Maybe ist eines dieser Bücher, das eigentlich keine nennenswerte Geschichte hätte, wenn die Protagonisten nur einfach den Mund aufmachen und miteinander reden würden. Bei Rachel ist das aber absolut vergebene Liebesmüh. Bis auf das überhastete Ende konnte ich keine Entwicklung bei ihr feststellen und sie schien nichts aus ihren Fehlern gelernt zu haben. Einfach frustrierend.

Eigentlich gibt es nur zwei positive, die ich über Someday Maybe von Ophelia London zu sagen hätte: 1. ist der Schreibstil eigentlich ganz okay und manchmal sogar recht lustig. Und 2. basiert es ganz lose auf Persuasion / Überredung (keine Rezension) von Jane Austen, auch wenn Anne aus dem Original um Welten liebenswerter war. Denn auch das half unterm Strich nicht, mir Someday Maybe und vor allem Rachel sympathischer zu machen. Ich musste mich zu oft über sie ärgern, um darüber hinwegsehen zu können.

Someday Maybe erscheint am 20. Oktober 2014.

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