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Cover Love in Spanish Englisch

Enthält Spoiler für Love, In English.

Eigentlich dachten Vera und Mateo, dass sie das Schlimmste mittlerweile hinter sich hätten. Mateos Scheidung ist jetzt ein Jahr her und die Klatschzeitschriften haben sich ein wenig beruhigt und drucken nicht mehr jede Woche eine neue Lüge über ihre sogenannte "Affäre". Nun bekommt Mateo sogar seinen Traumjob angeboten: Der Ex-Profifußballer soll der neue Trainer für seinen ehemaligen Verein Athletico Madrid werden.
Doch Vera und Mateo hätten wissen sollen, dass es für sie nicht einfach mal glatt laufen kann. Denn Vera steht kurz davor, ihren Job und damit ihr Visum zu verlieren. Außerdem sind neue, vernichtende Fotos in der Klatschpresse aufgetaucht, die ihnen den Zorn von Mateos Ex-Frau Isabel einbringt - nicht, dass der jemals verflogen wäre.
Nun steht nicht nur Veras Aufenthaltsgenehmigung in Spanien und Mateos Sorgerecht für seine Tochter Chloe Ann auf dem Spiel, sondern auch ihre gesamte gemeinsame Zukunft.

Es ist ja mittlerweile ziemlich in, ein Buch ein zweites Mal zu schreiben - dann aus der Sicht des männlichen Protagonisten. Oftmals kann das ziemlich langweilig werden, da es ja trotz neuer Einsichten meist die gleiche Geschichte bleibt. So etwas in die Richtung hatte ich mir ehrlich gesagt auch bei der Novelle Love, in Spanish von Karina Halle erwartet. Mateo und Vera hatten wir ja bereits in Love, In English kennengelernt und damals durften wir die Geschichte aus Veras Perspektive erleben. Nun ist eben m it Love, in Spanish Mateo dran.
Doch Love, in Spanish ist nicht einfach nur ein Aufwasch der Ereignisse des ersten Buchs. Vielmehr erzählt es eine ganz eigene Geschichte, c.a. ein Jahr, nachdem Mateos und Veras ursprüngliche Geschichte aufgehört hat. Das Material, das wir hier zu lesen bekommen, ist also zum Großteil etwas komplett Neues - und mit knapp 200 Seiten fast schon keine Novelle mehr, sondern ein ausgewachsenes Buch.
Was kommt nun nach dem Happy End im letzten Buch? Mateos und Veras gemeinsames Happy End war ja grundsätzlich schon mal eher relativ zu sehen. Klar, sie haben einander, aber dafür mussten - und müssen immer noch – sie und viele andere leiden. Die Sache mit Isabel hat sich auch nach einem Jahr nicht entspannt und in den Augen der Öffentlichkeit ist Mateo nach wie vor der Ehebrecher mit Midlife Crisis und Vera die junge Schlampe, die sich einen reichen älteren Mann geangelt hat. Sowas vergeht nicht so schnell. Ich fand es sehr gut und passend, dass Karina Halle diese Dinge nicht unter den Tisch fallen ließ. Vera und Mateo haben nicht den einfachsten Weg gewählt, doch er lohnt sich für die beiden - jetzt müssen sie das nur noch dem Rest der Welt beweisen.
Und das ist wie gesagt alles andere als einfach. Kein Wunder also, dass Love, in Spanish auch dem Leser so richtig an Herz und Nieren geht. Die Probleme, vor die Vera und vor allem Mateo gestellt werden, sind nur allzu leicht nachzuvollziehen. Am meisten sticht da der Konflikt mit Isabel hervor, der wohl jeder ihren Zorn erst mal gönnt. Trotzdem ist sie kein angenehmer Gegenspieler – wenn man sie überhaupt so nennen will. Schließlich muss Mateo ja irgendwie auf einen gemeinsamen Nenner kommen, wenn er weiterhin seine Tochter sehen will. Es sind also sehr delikate, aber gleichzeitig fast schon alltägliche Themen, mit denen die beiden sich hier rumschlagen müssen, doch das macht sie nicht weniger sensibel und bewegend. Ich musste wirklich manchmal ganz schön schwer schlucken und habe Vera und Mateo ihr Glück von ganzem Herzen gewünscht.

Es gab eigentlich nur ein kleines Detail, das mich an Love, in Spanish ein wenig gestört hat und zwar, dass Karina Halle gerade zu Beginn der Geschichte extrem stark auf innere Monologe gesetzt hat. Man wird auf den neuesten Stand gebracht und Mateo erzählt, wie es momentan so mit seiner Gefühlslage aussieht bzw. wie er das Ende und einige Schlüsselszenen aus Love, In English erlebt hat. Das ist grundsätzlich schon okay so und auch wichtig. Trotzdem konnte es auch ein bisschen ansträngend werden, so ganz ohne Dialoge. Zum Glück verläuft sich das aber bald und durch Karina Halles sonst wirklich wunderbaren Schreibstil war das sehr schnell vergessen.

Alles in allem ist Love, in Spanish eine wirklich schöne Romanze, die trotz ganz großér Gefühle nicht in Kitsch ausartet. Mateo ist ein wunderbarer Charakter, der sich ein wenig vom ewigen Alpha-Male-Einerlei abhebt. Ich hoffe sehr, dass Karina Halle noch nicht ganz fertig mit diesen Charakteren ist. Ich könnte definitiv noch mehr von ihnen lesen.

Love, in Spanish erscheint am 11. November 2014.

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Cover Shiver US

Shiver: 13 Sexy Tales of Humor and Horror ist eine Sammlung von Kurzgeschichten von 13 Autorinnen, die sich für einen guten Zweck zusammengetan haben (nämlich um für das St. Jude Children's Research Hospital Spenden zu sammeln). Jede Geschichte dreht sich um dabei um Humor, Romantik und ein bisschen Grusel. Zu ein paar ausgewählten Beispielen möchte ich Euch im Folgenden ein wenig erzählen:

In Better the Devil you know von Belle Aurora lernt Emma ihren absoluten Traummann kennen. Bastien ist intelligent, sexy und der netteste Kerl, dem sie je begegnet. Was macht es da schon, wenn er den ganzen Tag wie ein Toter schläft und nicht zu wecken ist? Schließlich arbeitet er ja nachts. Doch wenn ein Mann zu gut ist, um wahr zu sein, dann stimmt meistens irgendetwas nicht...
Better the Devil you know ist die erste Geschichte in Shiver: 13 Sexy Tales of Humor and Horror, aber definitiv nicht die Beste. Dafür ist sie zu einfalls- und ziellos. Denn obwohl sie ganz nett geschrieben ist und ich das ein oder andere mal herzlich lachen musste, gab es einfach keinen tieferen Sinn für diese Geschichte. Sie hört auf und ich dachte mir nur, "Und das wars jetzt?" Da hatte die Sammlung definitiv stärkere Geschichten zu bieten.

Lights Out von Jodie Beau handelt von Cora, einer alleinerziehenden Mutter, die seit dem Tod ihres Mannes vor fast drei Jahren nur für ihre Tochter Lucie gelebt hat. Für Männer hatte sie keinen Kopf. Außer vielleicht für einen: Ben, mit dem sie zur High School ging und ein ziemlich unvergessliches Erlebnis hatte. Zumindest für sie war es unvergesslich. Cora ist sich ziemlich sicher, dass Ben nicht mal mehr weiß, wer sie ist. Doch als die beiden gemeinsam mit ihren Töchtern an Halloween an einer Schnitzeljagd teilnehmen - an der irgendetwas ganz und gar nicht stimmt - kommen sie sich schnell näher...
Lights Out von Jodie Beau hat mir richtig gut gefallen. Es ist sowohl aus Cora als auch aus Bens Sicht erzählt und bietet damit auf sehr wenig Seiten tiefe Einblicke. Beide Hauptcharaktere mochte ich wirklich gern. Besonders Cora hat es mir mit ihrer intelligenten, charmanten Art angetan. Der Schreibstil ist flüssig und witzig und auch, wenn auch hier die Geschichte ein wenig dünn ist (ist halt nun mal eine Kurzgeschichte) hat mir das in diesem Fall nicht viel ausgemacht. Ich hätte gerne noch mehr über Cora, Ben und die Kinder gelesen - und das ist ja immer ein gutes Zeichen. ;) Jodie Beau werde ich mir daher definitiv mal merken.

Spandex is for Superheros erzählt Brookes Leidensgeschichte mit ihrem Halloween Kostüm. Denn ihr Freund Nathan hat es sich in den Kopf gesetzt, die beste Halloween Superhelden Party aller Zeiten zu schmeißen. Das bedeutet für Brooke, dass sie sich in ihr altes Wonder Woman Kostüm schmeißen muss. Dumm nur, dass sie ein paar Kilo zugelegt hat, seit sie es zum letzten Mal getragen hat…
Die Kurzgeschichte Spandex is for Superheros von Ruth Camplett ist ein Ableger von ihrem Buch Animate Me und das merkt man auch. Es ist nicht so, dass man die Geschichte nicht versteht, aber es gibt so eine Unmenge von Charakteren, dass ich manchmal nicht ganz mitgekommen bin. Doch Brooke und Nathan sind sehr niedlich, sympathisch und ein bisschen nerdy, so dass man sie einfach gern haben muss. Ich kann mir gut vorstellen, Animate Me auch einmal zu lesen.

Cover Macabre Magic UK

Als Matilda mit ihrem frischgebackenen Ehemann Jay in Macabre Magic die Wette eingeht, dass er es an Halloween nicht schaffen würde, sie zu erschrecken, hätte sie eigentlich wissen sollen, worauf sie sich einlässt. Schließlich ist Jay ein Meisterillosionist und hält sich bei seinen Tricks nicht zurück - selbst wenn es um seine eigene Frau geht.
Macabre Magic von L. H. Cosway war die Geschichte, auf die ich mich in Shiver: 13 Sexy Tales of Humor and Horror am meisten gefreut habe. Jay und Matilda habe ich bereits in Six of Hearts / Six of Hearts - Verzauber mich kennengelernt und allein für diesen kleinen Ausblick in ihre gemeinsame Zukunft liebe ich diese Geschichte. Doch auch unabhängig davon ist diese Story definitiv ein Highlight der Anthologie. Jay ist wirklich ein Meister seines Fachs und wie in dem Roman schon, war ich auch hier fasziniert von seinen Tricks. Es gab definitiv den ein oder anderen gruseligen Moment. Im Mittelpunkt steht aber auch hier die Romantik und die ist nicht nur richtig schön gefühlvoll, sondern auch ziemlich sexy.

Ruby hat in Candy, Dentures, and Way Too Much Spandex den glamourösesten Job überhaupt: Sie ist Krankenschwester in einem Altenheim, fühlt sich aber eher wie eine Partyplanerin bei all den Veranstaltungen, die sie organisieren soll. Jetzt steht wieder die alljährliche Halloween Party vor der Tür und das Motto dieses Jahr soll ein Murder Mystery Dinner Theaterstück werden. Doch es sind nicht nur Bewohner des Altenheims daran beteiligt. Auch Sawyer, der Enkel von Rubys liebster Patientin, ist mit von der Partie. Und für ihn schwärmt sie schon seit zwei Jahren. Das kann nur schief gehen...
Candy, Dentures, and Way Too Much Spandex von R. S. Grey ist eigentlich eine wirklich humorvolle, süße Geschichte. Ruby und Sawyer sind sympathisch und clever und machen sich ganz gut als Hauptfiguren. Wirklich angetan haben es mir aber die Bewohner des Altenheims. Viele von ihnen sind skurril und haben ihre Macken und machen damit die Geschichte zu einem schrägen Lesevergnügen. Leider fand ich das Ende aber ein bisschen arg lahm.

Auch in Mystery, Matzo Balls and Moxie dreht sich alles um ein Mystery Murder Theaterstück. Dafür fahren Moxie, ihr Freund Miles und ein paar ihrer Freunde extra nach Wisconsin in ein abgelegenes Inn. Doch bald schon wird aus dem gespielten Kriminialfall ein ganz realer...
Mystery, Matzo Balls and Moxie von Z.B. Heller wollte mir leider so gar nicht gefallen. Erstens war es voller Rechtschreibfehler und zweitens war mir der Schreibstil zu gewollt auf lustig getrimmt. Moxie hat eine riesige Klappe und wie ihre Freunde ein ziemlich versautes Denken, weswegen das meiste, was aus ihren Mündern kam, ziemlicher Blödsinn war. Allerdings muss ich zugeben, dass die Geschichte vor allem gegen Ende hin doch ziemlich clever war. Ihr Buch The Chronicles of Moxie, aus dem die Figuren der Kurzgeschichte stammen, werde ich mir aber dennoch getrost schenken.

Ihr seht, Shiver: 13 Sexy Tales of Humor and Horror ist ein etwas durchwachsenes Leseerlebnis. Manche Geschichten sind großartig, andere weniger. Insgesamt kann ich diese Sammlung aber doch empfehlen, einfach weil sie ein paar wirklich amüsante und kurzweilige Beiträge bietet, die man zwischen durch immer mal wieder lesen kann.

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Cover Starstruck Englisch

Als Levi sich dazu entschloss, Hollywood zu verlassen und seine Schauspielkarriere an den Nagel zu hängen, war das die schwierigste Entscheidung seines Lebens. Doch mittlerweile ist er glücklich mit seinem ruhigen Leben in Bluewater Bay. Kein Stress, keine falschen Freunde, kein Frust, immer nur für das Klischee eines Actionhelden gecastet zu werden - nur Natur, Ruhe und die Gesellschaft seiner beiden Katzen. Klar, manchmal ist es etwas einsam und er würde lügen, würde er nicht zugeben, dass ihm das Schauspielen fehlt.
Dann bietet sich ihm aber eine einmalige Chance. Die neue Erfolgssendung Wolf's Landing wird in der Gegend um Bluewater Bay gedreht - und die Macher wollen Levi in ihrer Show. Die Rolle wäre die Erfüllung eines Traumes. Endlich weg vom einseitigen Macho, hin zu einer vielschichtigen Rolle.
Die Tatsache, dass der talentierte Nachwuchsschauspieler Carter Samuels die Hauptrolle in dieser Serie spielt, macht das Angebot nur noch verlockender. Vielleicht ist genau das aber auch ein weiterer Grund, die Rolle abzulehnen. Denn die Öffentlichkeit darf niemals erfahren, dass Levi bisexuell ist und Carter würde ihn definitiv in Versuchung führen.
Als Levi und Carter sich aber näher kennen lernen, beginnt die beiden etwas viel gefährlicheres zu verbinden: Eine tiefe Freundschaft, ohne die beide bald nicht mehr leben können...

Bisher hatten mir L.A. Witts Bücher in der Regel leider immer nur mittelmäßig gefallen. Starstruck war daher eine angenehme Überraschung für mich, denn mit diesem Buch hat sie eine wirklich sympathische, durchdachte Geschichte geliefert.
Sowohl Levi, als auch Carter sind wunderbare Charaktere. Levi hat aus verschiedenen Gründen seine Sexualität immer geheim gehalten. Seine Familie ist gerade erst dabei, sich nach Jahren der Entfremdung wieder zusammen zu raufen und auch für seine Kariere wäre es bedenklich gewesen. Schließlich ist ein schwuler Actionheld (und so würden ihn die meisten sehen, selbst wenn er genau genommen bisexuell ist) nur schwer vorstellbar. Ohne es zu merken ist Levi nun fast 40 und versteckt sich immer noch. Doch ich konnte seine Begründung durchaus nachvollziehen - seine Situation wurde dadurch aber auch nicht weniger frustrierend. Auch Carters Charakter ist sehr gut gelungen. Er ist deutlich jünger als Levi, lebt aber ein ehrliches und offenes Leben und ist mit sich selbst im Reinen.
Es hat großen Spaß gemacht, das Kennenlernen und die aufkeimende Freundschaft zwischen den beiden mit zu verfolgen. Sie sind erst einmal ein bisschen nervös in der Gesellschafe des anderen, denn Carter war immer ein großer Fan von Levi. Doch die beiden verbindet eine Menge miteinander - Filme, Ansichten, Levis Katzen ;) - und trotz des großen Altersunterschieds stehen sich die beiden auf Augenhöhe gegenüber. Davor hatte ich nämlich zugegeben ein wenig Angst - dass wir einen typischen dominanten und einen unterwürfigen Part haben. Das ist hier aber ganz und gar nicht so und hat der Geschichte für mich einen sehr realistischen Unterton verliehen. Außerdem hat es dabei geholfen, den großen Altersunterschied absolut belanglos zu machen.
Auch die Darstellung von Hollywood hat mir hier gut gefallen. Wir befinden uns zwar nicht in Los Angeles, trotzdem sind die Schattenseiten auch in Bluewater Bay zu spüren. Zum Glück sind Levi und Carter aber ganz normale Menschen, trotz ihres Status. Es war immer wieder spannend zu erleben, wie die beiden sich durch das Haifischbecken namens Hollywood navigiert haben und sich - zumindest in Carters Fall - dabei treu blieben.

Mein einziger kleiner Kritikpunkt ist das Tempo. Ich ziehe einen langsamen Aufbau schnell hingeklatschter Insta-Love jederzeit vor. Doch manchmal wollte man diese beiden am liebsten zusammen in ein Zimmer sperren. Es war so offensichtlich, wie viel den beiden aneinander liegt, aber es dauert sehr lange, bis die beiden mal in die Puschen kommen. Ein klein wenig mehr Pfeffer hätte ich mir hier schon gewünscht, zumal die "erotischen" Szenen sich in Starstruck sowieso schon sehr in Grenzen halten.

Abgesehen davon ist Starstruck von L.A. Witt aber eine wirklich schöne Geschichte, die sich sehr realistisch liest und ohne viel aufgesetztes Drama auskommt. Weniger romantisch oder sympathisch wird sie dadurch aber nicht.
Es wird noch weitere Bücher in der Bluewater Bay Reihe geben, die aber von anderen Charakteren handeln werden.

Starstruck erscheint am 3. November 2014.

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Cover In the Fire US

Enthält Spoiler für In the Raw.

Ethan steht kurz davor, sich seinen großen Traum zu erfüllen. Er arbeitet als Küchenchef in einem renommierten Restaurant in Seattle und hat bereits fast das ganze Geld zusammen, um eben dieses Restaurant zu kaufen. Privat läuft es allerdings nicht ganz so gut. Seit er und sein Ex-Freund Jamie sich vor 8 Jahren getrennt haben, nachdem Jamie erst nach Paris und dann nach New York gegangen ist, hatte Ethan nichts weiter als bedeutungslose Bettgeschichten.
Als Ethan nach New York reisen muss, um dort bei einer Gala einen Preis im Empfang zu nehmen, wird ihm der ausgerechnet von Jamie überreicht, der mittlerweile ein beliebter TV-Koch ist. Auch nach 8 Jahren kompletter Funkstille geht ihm niemand so unter die Haut, wie Jamie - doch nicht unbedingt im positiven Sinne. Besonders, als Ethan sieht, dass Jamie immer noch seinen "besten Freund" Trevor an seiner Seite hat, der ebenfalls eine Rolle bei der Trennung vor 8 Jahren gespielt hat.
Doch zurück in Seattle hat Ethan erst einmal mit ganz anderen Problemen zu kämpfen, denn sein Restaurant geht ganz plötzlich den Bach runter. Alles was schief gehen kann, geht schief - von Öllecks bis hin zu Brandfällen - und sein großer Traum vom eigenen Laden steht kurz vorm Platzen. Und es ist ausgerechnet Jamie, der ihm als einziger helfen könnte...

In In the Fire, der Fortsetzung von In the Raw von Eileen Griffin und Nikka Michaels, sehen wir also, wie es Ethan und Jamie ergangen ist, nachdem Jamie dank des gewonnen Wettbewerbs für 6 Monaten nach Paris gegangen ist. Offensichtlich lief es nicht so einfach und glatt, wie es sich die beiden damals im Vorfeld ausgemalt haben. Distanz, verletzte Gefühle und Sturheit hat die beiden schnell ihre Beziehung gekostet.
Natürlich ist relativ klar, wie sich die Dinge in In the Fire wohl entwickeln würden. Schon auf den ersten Seiten wird deutlich, dass die beiden zwar erfolgreich, aber trotzdem nicht wirklich glücklich sind. Für den Leser ist natürlich vollkommen klar, was den beiden zum Glück fehlt, Ethan und Jamie brauchen für diese Erkenntnis aber selbstverständlich deutlich länger.
Das ist aber vollkommen okay und auch gar nicht das, was mich an In the Fire gestört hat. 8 Jahre sind schließlich eine lange Zeit und die beiden haben viel erlebt in dieser Zeit. Was mich allerdings wirklich gestört hat, war die Art und Weise, wie sie ihre Vergangenheit aufgearbeitet haben. Eileen Griffin und Nikka Michaels haben die Geschichte definitiv so ausgelegt, das beide die Schuld an der Trennung trifft. Und auch wenn ich nicht abstreite, dass Ethan seinen Teil dazu geleistet hat, liegt für mich die Hauptlast der Schuld einfach auf Jamies Schultern. Nachdem er das aber überhaupt nicht so sieht, ist mir Jamie leider sehr oft ziemlich auf die Nerven gegangen. Er ist es schließlich, der damals gegangen ist - nachdem Ethan für ihn den Wettbewerb geschmissen hat.
Viele Gespräche haben sich für mein Gefühl nicht natürlich entwickelt. Ich weiß zumindest, das meine Reaktionen auf einige der Entwicklungen völlig anders ausgefallen wäre. Z.B. hatte wie gesagt Trevor ein wenig seine Finger im Spiel bei der Trennung vor 8 Jahren. Doch anstatt das wirklich auszusprechen und vielleicht auch wütend auf Trevor zu sein wegen seiner Manipulationen passiert gar nichts. Nur, dass Jamie über die Freundschaft nachdenken muss. Das war mir zu wenig und vor allem ziemlich ungerecht, da Ethan jedes Recht hat, Trevor nicht leiden zu können.
Ähnlich war die Situation, als Jamie erfährt, dass Ethan für ihn das Stipendium aufgegeben hat. Das war eine wirklich große Sache, wurde in diesem Buch aber vollkommen unter den Tisch gefegt. Und so ging es mir mit vielen Knackpunkten in dieser Geschichte.

Unterm Strich bleibt mir nur zu sagen, dass In the Fire von Eileen Griffin und Nikka Michaels sich zwar in die Richtung entwickelt, auf die ich gehofft hatte, der Weg bis dahin und die Umsetzung für meinen Geschmack aber vollkommen unbefriedigend war. Die Streitthemen, die für mich wichtig waren, wurden entweder ignoriert oder eher unnatürlich aufgearbeitet, so dass In the Fire für mich stellenweise ziemlich frustrierend war. Für Fans von In the Raw ist es natürlich schon zu empfehlen, ansonsten gibt es aber wirklich bessere Bücher. Sehr schade.
In the Fire erscheint am 3. November 2014.

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Cover Anna Himmel englisch

Martin Griegson, ein arbeitsloser, schwuler Ex-Banker im heutigen London, ein stummes kleines Mädchen im Jahr 2004, eine obdachlose Frau, die im Jahr 1902 versucht eine Nacht in den Straßen von London zu überleben, ein junger Mann, der seine nicht besonders glückliche Teenagerzeit im Manchester der 1960er Jahre verbringt, ein junger Soldat kritisch verwundet im ersten Weltkrieg... scheinbar haben alle diese Leute nichts gemeinsam. Und doch verbindet sie etwas, denn ihnen begegnet eine alte Frau mit einem Gold Sovereign und wendet so ihr Leben zum Besseren.

Anna Himmel heißt die Frau, die im Jahr 1878 den Heimathof ihrer Eltern in Bayern verlässt und nach New York auswandert wollte. Die Umstände und die Liebe verschlagen sie nach London, in das London von Jack the Ripper, wo Anna Haus zu einem Hort der Sicherheit für arme Straßenmädchen wird. Wie das alles mit dem privat gesponserten sozialen Center für lesbische, schwule, bisexuelle und transgender/-sexuelle Menschen zusammenhängt und was es überhaupt mit dem Gold Sovereign auf sich hat, könnt ihr in The Amazing Tale of Anna Himmel and the Gold Sovereign von Stevie Henden selber lesen.

Das Buch war interessant und spannend zu lesen. Es bot eine Mischung aus modernen Problemen, Identitätsporträts, geschichtlichen Teilen, fantastischen Elementen und einem Appell für Offenheit und Toleranz. Eigentlich eine bombensichere Mischung für ein Lesevergnügen. Und tatsächlich habe ich in The Amazing Tale of Anna Himmel and the Gold Sovereign von Stevie Henden auch gerne gelesen und war von manchen Teilen nur schwer zu trennen.

Es gab aber ein paar Dinge, die mich gestört haben und die sich über das ganze Buch nicht gebessert haben. Da war zunächst einmal Martin der Protagonist, der neben Anna Himmel, das verbindende Element der Geschichte ist und aus dessen Sicht wir einen weiten Teil der Geschichte erleben. Tja und Martin war mir leider nicht besonders sympathisch. Er war ganz sicher kein schlechter Mensch, hatte aber eine egozentrische und besserwisserische Ader, die mir schnell auf die Nerven gefallen ist. Hinzu kommt, dass er sich für ein Geschenk an die Menschheit hält und es in Kombination mit seinen anderen Eigenschaften schafft, sehr oft in Fettnäpfchen zu treten und dabei öfters sehr oberflächlich zu wirken.

In Bezug auf Martin hat mich auch gestört, dass eine der weiteren Protagonistinnen (Ines, eine der Leiterinnen des LGBT Centers) ihm über die Zeit immer wieder zu verstehen gibt, wie besonders er doch ist. Das war meines Erachtens für seine Charakterentwicklung extrem kontraproduktiv und außerdem konnte ich die Besonderheit von seinem Charakter einfach nicht erkennen. Es hilft vermutlich einfach alles nichts, wenn ich eine wichtige Person im Buch nicht richtig leiden kann.
Die Geschichte von Anna fand ich dagegen extrem fesselnd, gut recherchiert und gelungen. Zum Ende hin wurde es etwas abgedreht, aber irgendwie hat das dennoch gut zu ihren Erlebnissen gepasst. Auch die Idee, wie sich alles entwickelt, wenn etwas in einem Moment passiert oder nicht passiert, ist eine, die ich allen Variationen und Entfaltungen gerne lese. Besondere Freude haben mir hier die beiden 'Reiseführer' gebracht.

Alles in allem war The Amazing Tale of Anna Himmel and the Gold Sovereign für mich ein Buch, dass ich gerne gelesen habe, dass ich aber nicht unbedingt hätte lesen müssen. Falls euch die Thematik und der Mix interessiert, würde ich empfehlen: Guckt euch die Leseprobe an und entscheidet selber, ob ihr Martin (dem man im zweiten Kapitel begegnet) mögt, oder eben nicht. Davon würde ich die Entscheidung für oder gegen dieses Buch mit seinen etwa 270 Seiten doch abhängig machen.

Das Buch ist am 28. September 2014 erschienen.

*** I received a free ARC from Troubador Publishing Ltd. via NetGalley in exchange for an honest review. ***

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