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The Pact

26.12.2014
EmpfehlungEmpfehlung
Cover The Pact Englisch

Stephanie und Linden sind seit Jahren die besten Freunde. Bisher war ihre Freundschaft immer rein platonisch - zumindest anscheinend von Lindens Seite aus; Steph hätte ihm bei mehreren Gelegenheiten am liebsten die Kleider vom Leib gerissen - und Stephanie dachte nicht, das sich daran jemals etwas ändern würde.
Doch als sie eines Abends in der Bar ihres gemeinsamen Freundes James ein paar Bierchen trinken, schlägt ihr Linden aus heiterem Himmel einen Pakt vor: Wenn sie beide bis sie 30 sind nicht in einer ernsthaften Beziehung sind, dann werden sie einander heiraten. Insgeheim sagt Steph diese Idee viel mehr zu, als sie zugeben möchte, und obwohl sie davon ausgeht, dass Linden eher scherzt, geht sie auf den Pakt ein.
Und so vergehen die Jahre. Linden und Stephanie beginnen ihre Karrieren, finden sich so langsam selbst und begleiten einander stetig, während diverse Partner kommen und gehen. Trotzdem muss Steph über die Jahre hinweg oft an den Pakt denken und auch Linden selbst spricht sie immer wieder darauf an. Doch als dann ihr lang gefürchteter dreißigster Geburtstag vor der Tür steht, kommt irgendwie alles ganz anders als gedacht. Und nicht nur ihre Freundschaft wird vor eine harte Prüfung gestellt...

Wer ab und zu Spaß an einer leichten romantischen Komödie hat, die aber dennoch ein wenig Tiefe besitzt, der wird sicherlich auch Freude an The Pact von Karina Halle haben. Manchmal hatte ich während des Lesens tatsächlich einen Film vor Augen - einfach weil viele Szenen so witzig, romantisch oder schlicht filmreif waren.
Stephanie und Linden sind zwei Charaktere, die ich einfach mögen musste. Stephs größter Wunsch ist es, eine eigene Boutique zu eröffnen und auch wenn es schwer ist, setzt sie alles daran, ihren Traum umzusetzen. Eigentlich kämpft sie für das, was sie will. Nur auf ihre Gefühle für Linden hat sie irgendwie nie reagiert. Ihre Freundschaft zu ihm war ihr immer wichtiger. Dass er ein Aufreißer ist und ständig eine andere Frau an seiner Seite hat, macht die Sache nicht einfacher. Doch Steph kann nur zu gut nachvollziehen, warum die Damenwelt ihm so hinterherrennt, denn er ist nicht nur schrecklich gutaussehend, clever und charmant, sondern auch noch Helicopter Pilot ? und Steph fällt keine Profession ein, die attraktiver wäre.
Wie gesagt erstreckt sich die Geschichte über mehrere Jahre. Wir begleiten die beiden an vielen wichtigen Stationen in ihrem Leben und mir hat gut gefallen, wie sich ihre Freundschaft im Laufe der Zeit entwickelt hat. Jeder kennt es wohl, dass sich manche Freundschaften irgendwie im Sande verlaufen. Doch selbst wenn die beiden sich lange Zeit nicht gesehen haben, stehen sie sich dennoch immer wieder nahe, sobald sie sich sehen. Dass ihre innige Beziehung bei einigen ihrer Partner nicht gut ankommt, versteht sich natürlich von selbst. Beide beharren allerdings darauf, dass da nicht mehr zwischen ihnen ist - in ihrem Inneren sieht es allerdings ganz anders aus. Steph hegt wie gesagt schon lange Gefühle für Linden und Linden selbst hatte den Pakt damals nicht umsonst vorgeschlagen...
Deswegen war es auch so schön mitzuerleben, wie sich ihre Beziehung langsam entwickelt. Karina Halle hat die Gefühle und Veränderungen zwischen den beiden sehr gefühlvoll und glaubhaft dargestellt und die (sexuelle) Spannung zwischen den beiden so hochgetrieben, dass ich irgendwann dachte, ich selber müsse platzen, wenn die beiden nicht bald zueinander finden. Obwohl es doch einige wirlich emotionale Szenen gibt und auch die Hintergründe bei einigen Charakteren nicht gerade simpel sind, bleibt The Pact im Grunde dennoch immer eher leichte Unterhaltung. Das liegt natürlich zum einen am Humor, der hier ziemlich groß geschrieben steht, zum anderen aber auch an der gesamten Stimmung. Die trieft nämlich wie gesagt vor sexueller Anspannung und Steph und Linden sind nicht gerade schüchterne Mauerblümchen. :P

Ein paar Kleinigkeiten haben mich aber dennoch gestört. Z.B. gibt es gegen Ende die ein oder andere Szene, in der ich Linden am liebsten gegen die Wand geklatscht hätte. Er tut aus einem falschen Ehrgefühl heraus eine Sache, die ein wenig albern wirkt. Die Autorin musste zu diesem Punkt in der Geschichte gelangen, aber ich finde dennoch, dass man einen eleganteren Weg finden könnte, um dorthin zu kommen.
Außerdem erfahren wir nie so richtig, was es mit Steph und ihrer Beziehung zu ihrem Vater auf sich hat. Irgendwie verläuft sich das ein wenig im Sande und ich hätte mir etwas mehr Aufklärung gewünscht.

Ansonsten ist The Pact von Karina Halle aber eine wirklich unterhaltsame, humorvolle und romantische friends-to-lovers Geschichte, die einfach Spaß macht. Sie ist leicht, witzig und frisch und dennoch kommen die Gefühle nie zu kurz.
Karina Halle macht noch ein kleines Geheimnis daraus, wann The Pact genau erscheinen wird, aber es wird vermutlich um den 28. Dezember herum sein.

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Bild Performance in a Leading Role blueeyedperceiver

Oscargewinner Sherlock Holmes hat Pech mit seinen letzten Filmen gehabt und, da in Hollywood der Marktwert schneller sinkt als man gucken kann, befindet sich seine Karriere somit gerade auf dem absteigenden Ast. Doch dann wird ihm von seinem Agenten Greg Lestrade ein Drehbuch angeboten, dass sogar mit ihm im Hinterkopf als Hauptrolle geschrieben wurde. Es ist ein Film über ein Pärchen, eine Lebens- und Liebesgeschichte mit vielen Hindernissen. Ein Film über ein schwules Pärchen. Ein Film von Ang Lee. Ein Film namens To a Stranger.

Sherlock ist sich erst nicht sicher, ob er wirklich einen Schwulen spielen soll, doch das Drehbuch ist so sensationell, dass er unbedingt bei der Produktion dabei sein will. Selbst als er von der Besetzung seines Partners in dem Liebesfilm erfährt: John Watson.
John ist ebenfalls Schauspieler, doch hängt er völlig in der Schiene der seichten Romanzen fest. Sherlock ist sich sicher, dass er seinem Filmego gar nicht gerecht werden kann. Dementsprechend ruppig und ekelig ist er zu John anfangs auch. Doch dann finden die beiden nicht nur sofort eine Verbindung vor der Kamera, sondern als Sherlock eine schwierige Szene von John beobachtet, wird ihm deutlich, dass John eigentlich auch der bessere Schauspieler ist. Das ist eine harte Nuss für den großen Sherlock Holmes. Dennoch werden die beiden ziemlich schnell Freunde und verbringen auch neben dem Set alle Zeit miteinander. Denn irgendwie ist da noch mehr, auch wenn keiner von beiden weiß, was er damit anfange soll...

Performance in a Leading Role ist ein Sherlock Holmes/John Watson Fanfiction, doch wie man unschwer erkennen kann, handelt es sich um eine Geschichte, die in einem alternativen Universum angesiedelt ist. Dass diese alternative Realität Hollywood ist und man über die Zeit einen großartigen Einblick ins Filmgeschäft erhält, sollte man nicht unterschätzen. Als Leser erhält man unglaublich viel Know-how über das Drehen von Filmen und Einblicke, wie es teilweise hinter den Kulissen so zugeht und das macht einen Großteil des Charmes von Performance in a Leading Role aus.

Hinzu kommen natürlich noch die beiden wunderbaren Protagonisten und der gesamte Cast, den man aus der TV-Serie (und den Büchern) so kennt und die alle eine neue, aber doch sehr passende Rolle verpasst bekommen haben. Ganz toll waren auch die ganzen Berühmtheiten aus der wirklichen Schauspielwelt, von denen auch einige so ihre Auftritte haben. Diese Verschmelzung von Realität mit den Charakteren einer TV-Serie ist mit das Feinste gewesen, was ich seit längerer Zeit gelesen habe.
Meine Begeisterung wäre nicht so groß, wenn ich nicht wüsste wie schwierig es ist, Dinge beim Schreiben ins Leben zu rufen, von denen man selbst nicht so viel versteht. Die Autorin, Mad_Lori, ist ihren Worten nach selbst nicht im Filmgeschäft tätig, hat aber Freunde, die es sind. Ich weiß nicht, wie sie es anstellt, aber man fühlt sich teilweise, als wäre man mit im Film oder mit am Set. Und auch die ganzen Probleme, die man als Berühmtheit so hat, kommen absolut glaubwürdig rüber. Wenn dann noch ein Film mit einem schwulen Pärchen hinzukommt, dessen Schauspieler wirklich Gefühle füreinander entwickeln und die so einige Probleme mit dieser Tatsache oder ihrem Outing haben, kann man sich vorstellen, dass man sich als Leser auf fantastisches Kopfkino freuen darf.

Bild Performance in a Leading Role falln4darkangel

Ich habe 2014 mehrere hundert verschiedener Fanfiction gelesen und es waren eine Menge wunderbarer Geschichten dabei, aber dieser John und dieser Sherlock und ihr Universum haben sich sofort einen Platz in meiner ewigen Bestenliste ergattert. Zu dem etwa 450 Seiten langen Hauptwerk, Performance in a Leading Role, gehören noch einige kürzere Ficlets (einzelne kurze in sich abgeschlossene Geschichten) und eine längere Ergänzung zu den Ereignissen am Ende von Performance in a Leading Role. Wenn ihr, so wie ich, etwa 50 Seiten pro Stunde lest, könnt ihr euch auf etwa 11 Stunden Lesegenuss pur freuen. Und ihr glaubt gar nicht, was da alles für wunderbare Szenen dabei sind...

Hier findet ihr Mad_Loris ganze Performance in a Leading Role-Reihe. Die Fanart stammt von BlueEyedPerceiver und Falln4DarkAngel beide von deviantart. Das zweite Bild stellt übrigens eine Filmszene aus To a Stranger dar.

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Unter Piraten

24.12.2014
EmpfehlungEmpfehlung
Cover Hexenkinder 2 Unter Piraten deutsch

Einige Jahre sind vergangen, seit Samtantha mit ihren Freundinnen in die Vergangenheit gereist ist und noch immer hat sie ihrem Bruder Florian Falco nichts davon berichtet wie es dort war und wie sie es überhaupt geschafft haben.
Doch dann endlich will sie ihm die ganze Geschichte erzählen. Dafür muss der aber bessere Noten nach Hause bringen. Der inzwischen 13 Jährige Florian Falco ist einigermaßen angepisst, verspricht aber alles zu tun und schafft es tatsächlich eine Eins zu schreiben. Samantha ist beeindruckt und erzählt ihm was damals passiert ist.
Eff Eff, so dürfen Florian Falcos Freunde ihn nennen, ist Feuer und Flamme. Sofort will er seinen Freunden davon erzählen.
Seine Clique besteht aus insgesamt sechs Personen: Florian Falco - klar, der schlauen Charlotte, der hinreißenden Anastasia, dem pummeligen Bernhard genannt Klößchen, dem langen Hans-Peter auch Huscher genannt und dem ruhigen Mohamed genannt Motze. Gemeinsam verbringen sie die Schulpausen und auch sonst viel Freizeit.

An einem lauschigen Sommertag berichtet er also seinen Freunden was ihm seine Schwester berichtet hat. Natürlich glauben sie ihm kein Wort, aber da er so beharrlich auf seiner Story besteht, geben sie sich geschlagen. An sich wäre das auch eine super Story für die Schülerzeitung. Aber so weit will Eff Eff dann doch nicht gehen.
Viel lieber will er selbst einmal in die Vergangenheit reisen. Wenn das drei gackernde Hühner wie seine Schwester und ihre Freundinnen schaffen, dann kann er das ja wohl auch.
So stellen sie die gesamte Bude auf den Kopf um nach den Amuletten zu suchen und werden tatsächlich fündig. Aber es sind nur drei Amulette. Wie sollen sie da zu sechst reisen?
Auch dafür gibt es eine Lösung. Nun sind alle Freunde von der Idee angefixt einen Abstecher in die Vergangenheit zu wagen. Sie verabreden sich am See und sind beinahe alle gut vorbereitet. Klößchen hat es natürlich etwas übertrieben mit der Futterversorgung, schließlich wollen sie nur ein paar Stunden weg sein, aber da ahnen sie auch noch nicht, dass so eine Reise kein Zuckerschlecken ist.

Für beinahe alles ausgerüstet machen sich die drei Pärchen fertig und schaffen es wirklich in der Vergangenheit zu landen - nur nicht zusammen.
Die Paare werden voneinander getrennt und befinden sich irgendwo im Nirgendwo. Eff Eff landet zusammen mit Anastasia an der Küste. Land so weit das Auge reicht auf der einen Seite - Wasser ohne Ende auf der anderen Seite. Woher sollen sie nun wissen, da sie wirklich in der Vergangenheit gelandet sind?
Doch schon bald treffen sie auf die ersten Bewohner und es wird klar, es hat sie ins 16. Jahrhundert verschlagen. Das klappte ja besser als gedacht. Nun müssten sie nur noch ihre Freunde finden, ein wenig die Gegend unsicher machen und dann wieder nach Hause reisen.

Aber das ist leichter gedacht als getan. Denn es gibt natürlich auch im 16. Jahrhundert genug Menschen, die einem nicht wohlgesonnen sind. Als die junge Nele mit ihrem Verlobten Melchior zusammen den Weg der beiden kreuzt scheint die Welt noch in Ordnung zu sein. Der lange Weg zu deren Hof bringt sie jedoch nah ans Moor. Dort haust ein Ausgestoßener, wie die beiden Zeitreisenden erfahren. Na dem wollen sie nicht zu nahe kommen. Doch als Eff Eff einen falschen Tritt macht purzelt er eine steile Böschung hinunter, direkt in die Arme eines Mannes der ihn fachgerecht verschnürt und mitnimmt. Schöne Bescherung.
So hatte er sich den Ausflug allerdings nicht vorgestellt. Das ist jedoch lange nicht das letzte Abenteuer, das sich Eff Eff stellen muss, bis er seine Freunde wiedersehen kann.

Nachdem ich vor einiger Zeit den ersten Band der Hexenkinder-Reihe gelesen hatte, wollte ich natürlich auch wissen wie es weiter ging. Ich hatte ja gehofft, dass es wieder eine Reise mit Samantha und den beiden Zwillingen geben wird, aber in diesem Band dreht sich alles um Samanthas kleinen Bruder Florian Falco und seine Freunde. Das ist eine sehr bunte zusammengewürfelte Truppe die mir als Leserin viel Freude bereitet hat =o)

Die Geschichte springt immer wieder in die verschiedenen Perspektiven der getrennten Reisepärchen. So landen also Florian Falco zusammen mit Anastasia an Land, Huscher und Klößchen treiben auf einem kleinen Boot im Wasser und Charlotte und Motze landen mitten in Warnemünde. Nach und nach finden sie dann alle zusammen - und werden auch wieder getrennt. In diesem Buch wird es wirklich NIE langweilig. Immer passiert etwas und man traut sich gar nicht mit dem Kapitel zu enden.
Ich hatte viel Freude beim Lesen und konnte mir die verschiedenen Orte sehr gut vorstellen.

Einen ganz lieben Dank an Sabine Bürger für das Buch =o)

Jetzt bei Amazon.de kaufen: Deutsche Ausgabe

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When

23.12.2014
EmpfehlungEmpfehlung
Cover When Englisch

Seit Maddie denken konnte, hat sie diese merkwürdigen Zahlen auf der Stirn aller Menschen gesehen. Jede Person trägt eine andere Zahl und lange Zeit wussten sie und ihre Eltern nicht, was sie zu bedeuten haben - oder ob sie überhaupt wirklich da sind.
Doch als Maddies Vater, der bei der Polizei in Brooklyn arbeitet, bei einer Schiesserei mit einer Drogenbande ums Leben kommt, wird ihnen die Bedeutung der Zahlen auf einen Schlag klar: Es ist das Datum, an dem derjenige sterben wird.
Seitdem plagen Maddie schreckliche Schuldgefühle. Wieso konnte sie nicht früher erkennen, was die Zahlen zu bedeuten haben? Vielleicht hätte sie ihren Vater noch retten können. Maddie ist sich ziemlich sicher, dass ihre Mutter ihr ebenfalls die Schuld gibt, denn seit seinem Tod ist sie öfter betrunken als nüchtern und kann keinen Job mehr halten. Nur dank der Rente ihres Vaters kommen Maddie und ihre Mom über die Runden - und dank Maddies Lesungen. Denn ihre Mutter hat es so eingerichtet, dass Maddie gegen ein Entgelt ihren Kunden ihren Todestag verrät.
Doch als sie eines Tages den Tod eines Jungen vorhersagt und der wenige Tage später brutal ermordet aufgefunden wird, geraten Maddie und ihr bester Freund Stubby in das Visier der Ermittler. Das FBI ist sich ganz sicher, dass die beiden in die Sache verwickelt sind. Doch während Maddie versucht, ihre und Stubs Unschuld zu beweisen, ist der wahre Mörder noch lange nicht fertig...

Die Idee von When von Victoria Laurie hat mir von Anfang an gefallen. Wie ein Geburtsdatum hat jeder Mensch auch ein Todesdatum und Maddie ist die Einzige, die diese kleinen schwarzen Zahlen sehen kann. Sie hat deshalb niemals irgendwo dazu gehört, denn die Gerüchte um sie kreisen natürlich in ihrer kleinen Stadt, auch wenn die meisten ihre Gabe für Humbug abtun. Trotzdem sind ihre Mitschüler und auch einige der Lehrer alles andere als nachsichtig mit ihr. Stubby ist Maddies einziger Freund, doch er ist dafür der Beste, den sie sich wünschen könnte.
Er ist auch, neben ihrer Mutter und ihrem Onkel Donny, der Einzige, der zu ihr hält, als das FBI beginnt, den Mord an dem Jungen mit Maddie in Verbindung zu bringen. Die Behörden glauben natürlich keine Sekunde daran, dass Maddie wirklich das Todesdatum vorhersehen kann und versuchen ihr auf Teufel komm raus die Schuld zuzuschieben. Spätestens ab diesem Punkt war ich vollkommen gefangen von der Geschichte von When. Victoria Laurie hat eine sehr clevere und spannende Mysterygeschichte gesponnen, bei der ich relativ lange gebrauchte habe, um dem Bösewicht auf die Schliche zu kommen. Das lag unter anderem daran, dass die Autorin wirklich geschickt mit ihren Figuren umgegangen ist. Charakteren, die ich am Anfang gehasst habe, stand ich später völlig anders gegenüber - und umgekehrt genauso. Irgendwann hatte ich tatsächlich jeden im Verdacht, der Mörder zu sein, was die Geschichte natürlich nur noch spannender gemacht hat.
Maddie selbst ist eine ziemlich sympathische Heldin. Sie hat mit ihren gerade mal 16 Jahren allerdings schon viel zu viel erlebt. Der Tod ihres Vaters, die Alkoholkrankheit ihrer Mutter und nicht zuletzt ihre "Gabe". Sie hat nie verstanden, wieso sie diese Daten sehen kann, nur, dass sie immer stimmen. Es macht sie fertig, dass sie die Menschen nie retten zu scheinen kann. Maddie wartet auf den Tag, an dem sie jemandem sein Todesdatum nennt und es sich in diesem Moment ändert, da sie dadurch sein Schicksal ändert. Bisher wartet sie aber vergeblich. Deswegen hat mir Maddie die meiste Zeit einfach nur ziemlich leid getan und ich habe ihr die ein oder andere typische Teenageranwandlung gerne verziehen; z.B., dass sie unzählige Male geweint hat oder manchmal ganz schön stur war. Zu den anderen Charakteren möchte ich gar nicht viel sagen, denn wie gesagt hatte ich so gut wie jeden zumindest kurzzeitig mal im Verdacht, weswegen ich euch im Vorfeld gar nicht mehr verraten möchte.
Romantik gibt es in When übrigens kaum. Maddie hat zwar einen Love Interest, der für die Geschichte allerdings keine Rolle spielt und den wir auch kaum zu sehen bekommen. Das hat aber überhaupt nicht gestört. Im Gegenteil - ich fand es gut, dass nichts von der eigentlichen Geschichte abgelenkt hat. Und das sage ich, die normalerweise viel Wert auf eine schöne Romanze in ihren Büchern legt. ;)

Eine Sache gab es in When aber doch, dass mir nicht so recht gefallen wollte. Das hat mit der Entwicklung bzw. Glaubwürdigkeit von Maddies Gabe zu tun, bei der mir im Nachhinein dann doch ein paar Fragen gekommen sind. (Achtung, der Spoiler ist relativ wichtig. Bitte nur drauf klicken, wenn ihr ganz sicher seid, dass ihr es wissen wollt. )

Abgesehen davon hat mir When von Victoria Laurie aber sehr gut gefallen. Die Geschichte ist eigentlich recht simpel, aber dennoch sehr clever und spannend geschrieben. Die Autorin hat geschickt Fantasy, Mystery und Krimi miteinander verwoben und ich kann euch nur raten, dem Buch eine Chance zu geben.
Es ist übrigens ein alleinstehender Roman. Das Ende ist zwar ein klein wenig süßlich geraten, aber nach all dem, was Maddie durchgemacht hat, habe ich ihr das gegönnt und man konnte auch als Leser dadurch sehr zufrieden das Buch zuschlagen.

Übrigens gibt es das Buch auch noch unter dem alternativen Titel Death Date, der aber soweit ich das überblicken kann nur für das Hörbuch verwendet wird. Lasst euch also nicht verwirren.

When erscheint am 13. Januar 2015.
Herzlichen Dank an Disney-Hyperion für die Bereitstellung des Leseexemplars.

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Cover Clara und die Granny-Nannys deutsch

Clara Behrens ist zu Besuch bei ihrer Mutter und merkt einmal mehr, dass Else mit dem Alter hadert. Während sie im Kopf noch hellwach ist, macht ihr Körper viele Dinge nicht mehr so einfach mit. Und Else wurmt es um so mehr, dass sie so gern noch etwas erleben wollen würde, es aber nicht mehr kann.
Unbewusst redet sie ihrer Tochter damit ins Gewissen, die mit ihrem Leben als Lehrerin ebenfalls nicht sehr glücklich ist. Zu allem Überfluss fliegt ihr Sohn Leon nun bald für ein Jahr in die USA und sie wird ihn schrecklich vermissen.

Auf dem Heimweg denkt Clara über ihre Mutter und deren Worte nach und plötzlich hat sie die Idee! Eine Agentur für Frauen im besten Alter, die noch etwas erleben wollen und eine Chance erhalten sollen auf ein neues Abenteuer. Zu ihrer Überraschung ist ihr Mann Tommi ebenfalls begeistert und verspricht sie zu unterstützen. Da er bei einer Zeitung arbeitet, sind die Grundsteine schnell gelegt.
Claras Agentur wird in der Zeitung erwähnt und auch ein TV-Sender berichtet über sie. So erreicht sie auch ihre ersten Grannys.

Suse Hartema arbeitet in der Küche im Restaurant 'Die Robbe'. Zusammen mit ihrem Bruder hat sie vor 20 Jahren die Wirtschaft von ihren Eltern übernommen. Eigentlich macht es ihr Spaß in der Küche zu stehen, aber während sie gern eine Gastronomie aufziehen will reicht es ihrem Bruder völlig aus einen Imbiss zu führen. Da prallen regelmäßig Welten aufeinander und so langsam reicht es Suse. Da sieht sie auf der Zeitung, in die der stinkende Fisch eingewickelt ist, Claras Anzeige.
Suse muss nur kurz darüber nachdenken und denkt sich 'Das ist es!'. Als sie ihren Bruder damit konfrontiert ist der mehr als erheitert. Er gibt seiner Schwester keinen Monat, bis die wieder nach Hause zurück kehrt. Er ist davon überzeugt, dass er den Laden mit Links schmeißt. Dann soll er mal zusehen.

Karen Parotat hat es geschafft! Der letzte Arbeitstag liegt hinter ihr und vor ihr ganz viel Ruhe und Entspannung. Ihre Tochter Anne sieht das ganz anders. Jetzt, wo ihre Mutter in den Ruhestand gegangen ist, kann sie sich ja um die zwei Enkelkinder kümmern und Anne karrieremäßig richtig durchstarten. So spannt sie ihre Mutter gleich am ersten Tag ein und erzählt ihr die Babysitterin sei krank. Na das fängt ja gut an. Eigentlich mag Karen ihre Enkelkinder, aber wenn sie eins nicht leiden kann, dann bevormundet zu werden. Weil sie aber nie Nein sagen kann, gibt sie nach und fährt zu ihrer Tochter.
Karen soll sich wohl nicht nur einfach darum kümmern, dass ihre Enkelkinder den Tag überstehen, sie muss ebenfalls einkaufen gehen, denn der Kühlschrank ist leer. Also schnappt sie sich ihre zwei Enkel und fährt einkaufen.
Dort trifft sie unverhofft auf die Babysitterin, die einen erstaunlich gesunden Eindruck macht. Durch sie erfährt sie auch von der Absicht ihrer Tochter sie als regelmäßige Babysitterin einzusetzen. Das kommt ja gar nicht in die Tüte.
Sobald am frühen Abend ihr Schwiegersohn die Haustür aufschließt ist Karen weg. Daheim schmeißt sie sich in den Sessel und sieht beim Durchschalten im TV eine kleine Reportage. Diese Clara Behrens hat eine tolle Idee und Karen denkt sich, warum nicht? Soll Anne sehen wie sie allein klar kommt, Karen braucht dringend einen Tapetenwechsel.

Die letzte im Bunde ist Hanni Wiesinger. Hanni wäre gern an Karens Stelle. Sie wünscht sich nichts sehnlicher als sich um Enkelkinder zu kümmern. Ihr Sohn Ben und seine Frau Gitta haben es damit aber überhaupt nicht eilig.
Nachdem ihr Ehemann vor 3 Jahren verstorben ist, ist Hanni allein in dem Häuschen und weiß nicht so recht etwas mit sich anzufangen. Der einzige Lichtblick ist der Sonntag, denn da kommt Ben sie besuchen und dann kann sie ihn umsorgen. Ben ist allerdings nicht mehr in dem Alter von seiner Mutter betüttelt zu werden und will ihr vorsichtig einen Vorschlag machen. Er hat von einer Agentur gehört, die Frauen sucht die sich gern um Kinder kümmern und bereit sind mal etwas anderes zu machen. Das wäre doch etwas für seine Mutter. Sie kann schließlich nicht immer nur allein in ihrem Häuschen sitzen und darauf warten, dass er sie besuchen fährt.
Hanni ist entsetzt. Will Ben sie etwa los werden? Wie soll sie sich denn in einer anderen Umgebung zurecht finden?
Einige Tage denkt Hanni über die Anzeige nach. Hat Ben vielleicht doch Recht? Braucht sie mal etwas anderes in ihrem Leben? Nach langem zögern meldet sie sich schließlich bei Clara und meldet sich für die Agentur an.

Ein paar Wochen später erhalten alle drei Damen Post. Für sie sind Gastfamilien gefunden worden - in Berlin! Am 01. Oktober geht es los. Während Hanni glaubt jetzt hat ihr letztes Stündlein geschlagen, freut sich ihr Sohn Ben sehr für sie.
Suse ist schon ganz aufgeregt, aber Bodo belächelt sie und ist sich sicher, dass seine Schwester nicht lange bleiben wird.
Auch Karen ist erfreut und kann es kaum erwarten. Ihre Tochter hingegen nimmt es ihr verdammt übel, dass sie einfach so abhaut um sich um fremde Kinder, statt um ihre eigene Familie zu kümmern.
So landen am Ende alle drei in Berlin und haben keine Ahnung worauf sie sich da bloß eingelassen haben.

Nachdem ich vor einem Jahr Eva und die Apfelfrauen von Tania Krätschmar gelesen hatte und es mir sehr zugesprochen hat, wollte ich Clara und die Granny-Nannys natürlich auch unbedingt lesen. Ähnlich wie auch schon bei Eva und die Apfelfrauen haben mich die Charaktere schnell für sich einnehmen können. Jede der drei Damen hat etwas Spezielles für sich und geht mit der ihr gesetzten Aufgabe anders um. Von allen drei Damen war ich am meisten von der Entwicklung von Hanni überrascht und auch erfreut. Aber alle drei entwickeln sich gut weiter und lernen mit den ihn gesetzten Aufgaben umzugehen. Das hätte nicht jeder geschafft und wahrlich auch nicht jeder gewollt.

Sehr niedlich sind die kleinen Kartentexte über vielen Kapitelüberschriften. Ansonsten bekommt man von Clara nicht viel mit. Sie hat das erste Kapitel für sich und taucht danach nur noch durch diese Texte auf bis zum Ende. Dann gibt es auch noch einen Abstecher zu ihr und ihrer Familie. Das ist auf der einen Seite einfacher für den Leser, weil er sich so auf die drei Hauptpersonen konzentrieren kann, auf der anderen Seite fehlt so ein wenig der Bezug zum Titel. Ich hatte mir dadurch mehr von Clara erwartet.
Man kann sich übrigens sehr gut in die Probleme der Granny-Nannys einfühlen, auch wenn man vielleicht erst die Hälfte der Lenze zählt ^^ Mir hat es jedenfalls Spaß gemacht und ich habe die Zeit in Berlin mit Karen, Suse und Hanni sehr genossen.

Einen lieben Dank an den Blanvalet-Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

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