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Cover Where Sea Meets Sky Englisch

Joshua Miles weiß nicht so recht wie es mit ihm weiter gehen soll. Er ist Anfang 20, hat aber bisher mit seinem Leben nicht wirlkich viel angefangen. Zwar hatte er ein paar belanglose Jobs, doch die haben ihn kaum weiter gebracht und so wohnt Josh noch Zuhause, unter dem stets wachsamen Auge seiner ehrgeizigen Mutter, der die Lethargie ihres Sohnes so gar nicht passt.
Joshs einzige echte Leidenschaft ist die Kunst. Doch auch bei den Graphic Arts kommt er nicht mehr wirklich voran und langsam aber sicher verlässt ihn selbst hier der Enthusiasmus und die Motivation.
Doch dann begenet er auf einer Party einem Mädchen namens Gemma, die eigentlich aus Neuseeland kommt und gerade durch Kanada reist. Die beiden verstehen sich auf Anhieb blendend und aus einem lustigen Abend wird eine heiße gemeinsame Nacht. Als er Gemma bei ihrer Abreise auf Wiedersehen sagen muss, ist ihm noch nicht klar, dass das nicht nur ein One Night Stand für ihn sollte, sondern ein Wendepunkt in seinem Leben.
Josh ist in einer Sackgasse und kommt weder vor noch zurück. Irgendetwas muss sich ändern. Außerdem bekommt er Gemma einfach nicht mehr aus dem Kopf. Und so dauert es nicht lange, bis er einen Plan gefasst hat: Er wirft sein weniges Erspartes zusammen und fliegt nach Neuseeland, um sich dort selbst zu finden. Und Gemma, wie ihn eine leise Stimme in seinem Kopf nie vergessen lässt. Es dauert auch gar nicht lange, bis er Gemma ausfindig gemacht hat - doch leider findet er etwas anderes, als er erwartet hatte...
Doch damit beginnt Joshs Abenteuer in Neuseeland erst. Gemma nimmt ihn mit auf eine Reise durch ihr Heimatland, auf der er nicht nur die unglaublichsten Orte entdeckt, sondern auch das Leben, die Liebe und schlussendlich sich selbst.

Where Sea Meets Sky ist ein Spin-Off von Karina Halles Love, in English Büchern. Ich habe Veras (Josh Schwester) und Mateos Geschichte geliebt - und Where Sea Meets Sky hat es mir sogar noch ein wenig mehr angetan.
Das liegt unter anderem daran, dass ich Josh einfach furchtbar gern mochte. Für viele mag er auf den ersten Blick vielleicht wie ein Loser wirken. Er hat noch nichts mit seinem Leben angefangen, hat relativ wenige Interessen und nichts dagegen, den Großteil seiner Zeit mit Parties und Abhängen zu verbringen. Doch das ist nur eine sehr oberflächliche Betrachtung von Josh. Er ist nämlich auch sensibel, talentiert, humorvoll und - zumindest wenn es darauf ankommt - ziemlich mutig. Josh ist definitiv alles andere als perfekt, dadurch aber nur umso realistischer und ich hab mich Hals über Kopf in ihn verguckt.
Die Geschichte ist aber nicht nur aus seiner, sondern auch aus Gemmas Sicht geschrieben. Und Gemma ist definitiv nicht der einfachste Charakter. Sie ist extrem selbstbewusst, verschlossen und dominant, gleichzeitig aber auch ungewöhnlich verletzlich. Es war erst einmal nicht ganz einfach, ein Gefühl für sie zu bekommen, da sie wirklich ziemlich unberechenbar ist. Sie zieht ihr Ding durch und ist dadurch manchmal nicht der sympathischste Charakter. Doch ich mochte sie einfach. Obwohl sie stur ist und nicht immer die besten Entscheidungen trifft - sie hat einfach etwas an sich, das mich beeindruckt. Wahrscheinlich, weil sie unter all ihren Fehlern trotzdem so eine starke Persönlichkeit ist.
Die Beziehung zwischen den beiden ist alles andere als einfach. Gemma weiß zunächst nicht so ganz, was sie von Joshs Auftauchen in Neuseeland halten soll. Doch sie würde lügen, wenn sie nicht zugeben würde, dass sie ihn auch vermisst hat. Allerdings hat sie ein Leben in Neuseeland, das sich nach ihrer Rückkehr weiter entwickelt hat und in dem Josh nicht wirklich Platz hat...Ihre Geschichte deshalb über weite Strecken ziemlich melancholisch.
Das eigentlich Fantastische an Where Sea Meets Sky ist aber sicher der Schauplatz. Karina Halle hat selbst einige Zeit in Neuseeland verbracht und das merkt man sofort. Die Reise, auf die sie Josh, Gemma, ihre Freunde und schließlich auch den Leser schickt, ist einfach wundevoll beschrieben. Josh trifft die unterschiedlichsten Menschen aus aller Herren Länder (sogar aus Deutschland ;) und besucht bekannte Orte und Sehenswürdigkeiten, die vermutlich Pflicht für jeden Touristen sind, aber auch Geheimtipps, die kaum jemand kennt. Dem Buch liegt eine Karte bei, das die Route unserer kleinen Gruppe darstellt, so dass man ihre Reise immer nachvollziehen kann. Leser, die selbst schon mal in Neuseeland waren, werden nocheinmal in Erinnerungen schwelgen können - für alle anderen hat Karina Halle aber wirklich ganze Arbeit geleistet, diese Orte zu beschreiben und zum Leben zu erwecken. Man fühlt sich wirklich, als wäre man dabei. Mich hat während des Lesens ganz schrecklich das Fernweh gepackt und ich bin mir sicher, dass ich nicht die Einzige sein werde.

Karina Halle ist - wie viele von euch vermutlich wissen - eine meiner absoluten Lieblingsautorinnen. Sie hat viele Romane geschrieben, die ich wirklich gern mochte. Doch ich glaube Where Sea Meets Sky führt diese Liste nun an. Es ist nicht nur eine wundervolle Romanze, auch die Schauplätze und Abenteuer, über die wir im Laufe der Geschichte lesen dürfen, sind schlicht und einfach fantastisch gelungen.
Where Sea Meets Sky erscheint am 31. März 2015. Im Juli erscheint dann die indirekte Fortsetzung Racing the Sun, die von einem anderen Charakter handeln wird, den wir in Where Sea Meets Sky kennenlernen.

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Cover A Cure for Boredom slotwick

Sowohl A Cure For Boredom als auch diese Rezension sind für Leser unter 18 Jahren nicht geeignet!

Alles fängt damit an, dass Sherlock sich aufgrund mangelnder Fälle langweilt und John ihm in seiner Verzweiflung an den Kopf wirft, er solle die Klappe halten und sich einen runter holen wie eine normale Person (original quote "I said I was bored and you said I should just shut up and go have a wank like a normal person."). John meinte mit seiner rüden Bemerkung eigentlich eher, dass Sherlock die Entspannung, die einer solchen Aktivität folgt, genießen soll. Doch Sherlock hält das Ganze für mühsam und den Erfolg nicht wert. Und schon führen John und Sherlock das erste Mal ein Gespräch über Sex und wie man am besten beim Wichsen zum Erfolg kommt. John ist schnell klar, dass Sherlock die Sache falsch anfängt. Über Fälle oder Experimente nachzudenken, ist nicht besonders anregend, richtig? Und damit geht der Spaß los. Sherlock findet Gefallen an dem Thema und nach ersten Selbstversuchen wird ihm klar, dass es viel besser ist, wenn er nur beobachtet und die Aufsicht über das Experiment führt. Tja, wer ist wohl der glückliche Freiwillige, der sich nun einer ganzen Reihe von sexuellen Aktivitäten unterziehen darf, um Sherlocks Wissensdurst zu befrieden? Genau, niemand anderer als John. Selbst Mycrofts Hilfe wird benötigt - in Form einer übertragenen Mitgliedschaft für einen Londoner Sexclub...

Ja, A Cure For Boredom ist kein Fanfiction über das man beim Kaffeekränzchen mit den Schwiegereltern parliert oder über das man sich mit seinen Arbeitskollegen austauscht. Doch es ist eine absolut großartige Geschichte. Zum einen kommt man aus dem Lachen ob des trocken-humorigen Schreibstils von Emma Grant nicht mehr heraus, zum anderen ist diese Geschichte heiß, heißer, am heißesten. Wer gerne Fanfiction liest, kommt um das Lesen von porn nicht herum (und ganz ehrlich, wer wollte das auch schon?). Mir fallen auf Anhieb aber nur zwei weitere Geschichten ein, die mir so das Blut haben in die Wangen steigen lassen - und das nicht in dieser Frequenz. Denn wenn Sherlock etwas ist, dann ist er gründlich. John kann also von Glück sagen, dass er als Drei-Kontinent-Watson über viel Erfahrung verfügt und ordentliches Durchhaltevermögen hat.

Anmerkung: Den Drei-Kontinent-Watson-Titel trägt John in vielen Fanfiction, was tatsächlich auf Arthur Conan Doyle basiert. Der hat John Watson als "ladies' man with an experience of women which extends over many nations and three separate continents" (Frauenheld, mit der Erfahrung von Eroberungen in mehreren Ländern und auf drei verschiedenen Kontinenten) beschrieben.

Und da Sherlock gründlich ist, prüft er auch, ob John nur auf weibliche Reize anspricht oder auch offen für die gleichen Reize von Männern ist. Und so werden die Begegnungen mit der Zeit gewagter und ungewöhnlicher und nicht immer sind nur zwei Personen beteiligt. Außerdem hat Sherlock als stiller Beobachter auf Dauer mehr und mehr Probleme, unbeteiligt zu bleiben. Und damit schraubt sich A Cure For Boredom tatsächlich über den Sexaspekt zu einer spektakulären Beziehungsgeschichte hoch.

Cover A Cure for Boredom moonblossom

A Cure For Boredom ist der Hammer. Ich habe mich selten so amüsiert und gleichzeitig mit offenem Mund dagesessen wie beim Lesen dieser Geschichte. Emma Grant kenne ich schon von ihren hervorragenden Harry-Potter-Geschichten (zumeist mit der Paarung Harry/Draco, aber nicht nur), doch seit 2012 ist sie zum Sherlock Fandom gewechselt. Ein Verlust für das eine und ein Gewinn für das andere Fandom. Die Frau schreibt genial und diese Geschichte aus der Perspektive von John erzählt, ist keine Ausnahme - Sex hin oder her.
Hier sollte man sich nicht vertun. Auch wenn in A Cure For Boredom der Sex-und-Porno-Anteil sehr groß ist, gibt es neben dem eigentlichen Handlungsstrang und dem Strang der die sich wandelnde Beziehung zwischen Sherlock und John darstellt, eine ganze Menge psychologischer Aspekte zu lesen. Man kann sich neben all dem Sex also auch mit den Fragen zu den Themen Freundschaft, Liebe, Motivation für und gegen Dinge auseinander setzen. Ganz sicher keine langweilige Geschichte.

Für mich ist A Cure For Boredom schon eines der ersten Lesehighlights des Jahrs 2015 gewesen. Und für alle, die nach der Geschichte eine Zugabe brauchen. Es gibt zumindest die erste Hälfte der Geschichte deutlich ausgeweitet auch aus Sherlocks Sicht zu lesen. Emma Grant will diesen Strang der Geschichte irgendwann auch beenden. Sie macht das aber immer nur in Etappen und zwischen anderen Fanfiction-Projekten. Das sollte man wissen, bevor man sich hoffnungfroh auf die Fortsetzung stürzt.

Das erste Cover stammt von Slodwick und das zweite von Moonblossom. Was es mit dem Zimt auf sich hat, verrate ich an dieser Stelle aber nicht. Besser selber lesen... :D

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Cover Broken Chords Englisch

Lara und Alex sind das perfekte Paar. Die beiden kennen sich schon seit Jahren und ihre Beziehung wurde mit der Zeit nur immer stärker. Es hat daher niemanden überrascht, als die beiden geheiratet und sich in London ein schlichtes, aber glückliches Leben aufgebaut haben.
Als ihr gemeinsamer Sohn Max auf die Welt kam, sollte ihr Glück eigentlich perfekt sein - und in gewisser Hinsicht ist es das auch. Lara liebt Max über alles und auch an Alex Liebe zweifelt sie eigentlich nicht. Doch sie bekommt das Gefühl nicht los, dass er noch nicht wirklich bereit dazu ist, Vater zu sein. Anstatt sich mit Lara gemeinsam um das tägliche Glück und Leid zu kümmern, das ein Baby eben so mit sich bringt, arbeitet er in Gelegenheitsjobs und widmet den Großteil seiner Freizeit seiner Band Fear of Flying. Das sorgt zwar immer wieder für Reibereien zwischen den beiden, doch Lara versucht so gut es geht damit fertig zu werden und Alex nicht im Weg zu stehen. Es ist schließlich sein großer Traum.
Doch dann bekommt Alex Band die Chance ihres Lebens: Sie dürfen als Vorgruppe einer berühmten Band auf Tour in die USA gehen. Und Alex stimmt ohne zu überlegen zu. Aber kann Laras und Alex Beziehung überleben, wenn die Entfernung das geringste Problem ist, das sie gerade haben?

Auf den ersten Blick klingt Broken Chords von Carrie Elks vielleicht ein wenig wie ein Buch über einen aufsteigenden Rockstar und sein aufregendes neues Leben. Darum dreht sich diese Geschichte allerdings überhaupt nicht. Vielmehr handelt sie davon, wie ein Kind eine Beziehung verändert - die Prioritäten, die Interessen, aber auch die Personen selbst.
So ergeht es nämlich Lara und Alex. Sie haben eine stabile Beziehung und hatten nie erwartet, wie sehr ein Kind die Dynamik zwischen den beiden beeinflussen könnte. Doch mit Max Geburt hat sich alles geändert. Zumindest für Lara. Ihr ganzer Ablauf dreht sich nur um ihren kleinen Sohn und nach einem anstrengenden Tag, schlägt sie sich auch noch die Nächte um die Ohren, wenn Max mal wieder nicht einschlafen will. Für Alex dagegen blieb vieles beim Alten: Er hat seine Band, mit der er bis tief in die Nacht hinein probt und auch mal feiert. Im Grunde genommen sind ihre Probleme aber ganz normal und vermutlich das, was viele junge Paare durchmachen. Besonders, wenn ein Part vielleicht doch noch nicht ganz bereit für diesen Schritt war.
Die Probleme und Streitpunkte in Broken Chords mögen vielleicht nicht besonders spektakulär oder ungewöhnlich sein, doch genau das hat mir so gut gefallen. Sie sind sehr realistisch und obwohl ich selbst noch nie in so einer Situation war, konnte ich mehr sehr gut mit Lara identifizieren. Außerdem mochte ich sie einfach gern. Sie ist eine starke Frau und würde alles für ihre Familie tun. Zudem ist sie ernsthaft bemüht, an ihrer und Alex Beziehung zu arbeiten und selbst wenn sie mal Mist baut, sind ihre Beweggründe immer nachvollziehbar. Alex war da schon ein bisschen schwerer einzuschätzen, unter anderem deswegen, weil wir die Geschichte nur aus Laras Perspektive zu lesen bekommen. Doch auch er war ein guter Kerl, der aber einiges wieder gut zu machen hat und der erst Mal erwachsen werden muss, bevor er ein wirklich guter Vater sein kann.
Laras und Alex Geschichte ist nicht einfach, aber sie ist trotz allem wundervoll. Ohne viel Drama erzählt Broken Chords von Carrie Elks eine ausgesprochen emotionale, intensive und realistische Geschichte, die ich nicht so schnell vergessen werden. Nicht nur Carrie Elks eleganter, aber schlichter Schreibstil machen das Buch so angenehm zu lesen, sondern vor allem auch die Natürlichkeit, mit der sich ihre Geschichte entwickelt.

Deswegen ist Broken Chords von Carrie Elks garantiert nicht das letzte Buch, das ich von ihr gelesen haben werden. Den ersten Band der Reihe, Coming Down, mochte ich schon sehr gerne, doch Broken Chords ist für mich definitiv nochmal eine Ecke besser. Das dritte Buch der Love in London Reihe, das bisher noch keinen Titel hat, aber von einem Charakter, den wir in diesem Band kennenlernen, handeln wird, werde ich mir also ganz sicher nicht entgehen lassen.

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Cover Judith goes to Bollywood deutsch

Judith Döker ist bekannt aus Film und Fernsehen. Die meisten werden sie aus der Serie 'Weibsbilder' kennen, in der sie zusammen mit Mackie Heilmann und Sabine Menne eine von drei Mitarbeiterinnen eines Schönheitssalons spielte.
Die Serie wurde 2007 zuletzt ausgestrahlt und danach eingestellt. Was macht man nun, wenn einem die Arbeit genommen wird und sich so leicht auch nichts anderes ergibt?
Richtig, man denkt über sein Leben nach. Bin ich glücklich so wie es ist? Sollte ich etwas ändern? Liegt mein Glück vielleicht an einem anderen Ort?

All diese Fragen stellt man sich früher oder später immer und wenn die Antworten nicht befriedigend sind, sollte man etwas ändern. Das hat Judith Döker getan. Zusammen mit einem kleinen Team und dem Auftrag vom ZDF ist sie nach Indien gereist um einen Neuanfang zu wagen. Die Dokumentation über diesen gewagten Schritt soll auch anderen zeigen was alles passieren kann.
So geht es erst einmal für eine kurze Zeit nach Indien. Sie hat bereits Kontakte nach Indien geknüpft und ist voller Vorfreude. Dass das Auswandern allerdings nicht so einfach ist wie manch einer sich es vorstellt, wissen wir nicht erst seit Dokuserien im TV.

Als Judith mit ihrem kleinen Team in Indien ankommt ist sie überwältigt. Es ist alles bunt, warm und unglaublich voll. Mumbai konfrontiert sie gleich auf allen Ebenen mit der unglaublichen Vielfalt der Menschen, Gerüche und Lebensarten. Denn nirgends liegt arm und reich so nah beieinander.
Die erste Lektion die man gerade als Deutsche in Indien lernt ist - Geduld. Während wir Deutschen für unsere Pünktlichkeit berühmt und berüchtigt sind, mahlen die Mühlen in Indien langsamer. Wenn jemand mit nur 1 Stunde Verspätung eintrifft, kann man sich also wundern wieso er/sie denn schon so früh da ist.

Judith versucht als Schauspielerin in Indien Fuß zu fassen, doch als Westler hat man es da nicht leicht. Das glitzernde Bollywood bleibt lieber bei den eigenen Schauspielern. Aber gelernt hat sie eine Menge in ihrer Zeit.
Als sie dann wieder zurück nach Deutschland muss, ist sie noch voller Eindrücke und merkt, dass es ihr in Mumbai eigentlich viel besser gefallen hat. Sie will zurück - dieses Mal auch allein und dort richtig leben.
Die indische Mentalität ist eine ganz eigene und auch die Bürokratie dort ist keineswegs mit der deutschen zu vergleichen.
Doch wie es das Schicksal so will, bewahrheitet sich der Leitsatz der Inder immer wieder aufs Neue: Everything will fall into place.

Judith Döker war mir sofort bekannt, als ich die Einladung des btb-Verlages bekam um an einer Lesung teil zu nehmen. Da ich sowohl indisches (also das westliche ^^) Essen liebe als auch die Glitzerwelt Bollywoods immer wieder gern betrachte, war ich Feuer und Flamme. So sind mein Mann und ich als am 22. Januar in die 'Z-Bar' gestiefelt. Draußen war es verdammt kalt und drinnen schön kuschlig. Die Bar ist sehr urig, dunkel und mit einem kleinen Kinosaal ausgestattet.

Lesung Judith Döker Bild I

Während wir also mit die ersten waren (frühes Erscheinen sichert gute Plätze), die dort in den Kinosaal strömten, waren die Autorin und der Moderator bereits da. Es wurde bereits lustig geredet und die Leinwand erprobt.
Nachdem der Saal dann auch wirklich bis auf den letzten Platz gefüllt war, ging die Lesung los. Es gab eine kleine Vorstellung der Autorin und worum es im Groben geht und schon wurde vorgelesen.

Lesung Judith Döker Bild II

Man merkt ihr an, dass sie Schauspielerin ist - sie kann wirklich gut lesen. Der Moderator und sie haben in den Lesepausen immer wieder ihre Eindrücke vor Ort besprochen und es waren einige gute Lacher dabei =o)
Die Lesung hat wirklich Spaß gemacht und natürlich wollte sie uns nicht verraten ob denn am Ende das große Glück auf sie in Indien wartete. Dafür gab es ja dann schließlich das Buch.

Lesung Judith Döker Bild III

Am Ende der Lesung wurden indische Köstlichkeiten aufgefahren und jeder konnte sich bedienen. Sehr lecker - und sehr begehrt.
Nun hat es eine Weile gedauert, bis ich endlich dazu kam das Buch zu lesen und ich muss sagen, es hat mir wirklich Spaß gemacht. Es ist ja doch immer etwas anderes, wenn jemand über das Land berichtet, der dort war und wirklich viel verschiedenes gesehen hat, als wenn man sich eine Dokumentation anschaut, die sich genau aussucht was sie den Zuschauern zeigt.
So merkt man schon, dass die Erziehung in Indien eine sehr eigene Art ist und mit der westlichen überhaupt nichts gemein hat. Und doch funktioniert alles. Das wichtigste in Indien ist die Familie, das sollten wir vielleicht für uns auch einmal überdenken.

Warum ziehe ich einen halben Stern ab, wenn mir das Buch doch so zusagt. Nun, es kommen viele indische Begriffe vor die oftmals nicht erklärt werden. Ich hätte ein kleines Verzeichnis am Ende sehr hilfreich gefunden. Auch eine Karte von Mumbai wäre hilfreich gewesen. Ich bin nicht so bewandert in Ortskunde und konnte mir deshalb nicht so richtig vorstellen wo denn jetzt eigentlich was stattfand.

Ich bedanke mich an dieser Stelle herzlich beim btb-Verlag für das Rezensionsexemplar und die Möglichkeit der Lesung bewohnen zu dürfen.

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Cover Burn Baby, Burn Baby Englisch

Seit fast einem Jahrzehnt versucht der 17-jährige Francis nun schon sich unsichtbar zu machen und so wenig wie möglich aufzufallen. Doch leider ist das die meiste Zeit unmöglich, denn egal wo Francis auftaucht, er zieht immer alle Blicke auf sich. Das hat er seinem Vater zu verdanken, der während einem seiner berüchtigten Wutanfälle seinen Sohn mit Brandbeschleuniger übergossen und angezündet hat.
Seitdem lebt Francis mit den Brandnarben in seinem Gesicht und auf seinem Körper. Er fühlt sich als Freak und Außenseiter und hat kaum Freunde. Nur sein bester Kumpel seit dem Sandkasten Trig ist stets an seiner Seite und beschützt Francis wo er nur kann. Das ist auch bitter nötig, denn Brandon, einer der beliebtesten Schüler und Spitzensportler der High School, hat es mit eiskalter Hartnäckigkeit auf ihn abgesehen. Je mehr Francis sich wehrt und von Trig abgeschirmt wird, umso grausamer und gnadenloser scheint Brandon zu werden.
Dass Francis bisher keine Erfahrungen mit Mädchen gesammelt hat, ist also kein Wunder, zumindest nicht für Francis. Welches Mädchen könnte ihm schon ins Gesicht schauen, ohne sich angewidert abzuwenden? Ganz zu schweigen von küssen? Da hat Francis allerdings die Rechnung ohne seine neue Mitschülerin Rachel gemacht, die schon nach kurzer Zeit mehr in Francis erkennt und ihn einfach nicht in Ruhe lassen will.
Es sieht fast so aus, als könnte sich sein Leben endlich zum besseren wenden. Doch Brandon und seine Freunde haben immer noch eine Rechnung mit Francis offen und lassen sich nicht davon abhalten, diese zu begleichen...

Burn Baby, Burn Baby von Kevin Craig war irgendwie so ganz anders, als ich erwartet hatte. Denn anstatt in einer tieftraurigen Geschichte zu versinken, ist dieses Buch erstaunlich witzig und dadurch wunderbar flüssig zu lesen. Francis führt mit ziemlich viel rabenschwarzen Humor durch seine Lebensgeschichte und es gab mehrere Momente, die mich wirlich zum schmunzeln oder sogar lachen gebracht haben.
Doch der leichte erste Anschein kratzt natürlich nur an der Oberfläche des eigentlichen Problems. Francis ist tief traumatisiert von dem, was sein eigener Vater ihm angetan hat - der Vorfall mit den Verbrennungen war nämlich nur der letzte einer ganzen Reihe von Misshandlungen, die sichtbare und unsichtbare Narben an Francis hinterlassen haben. Die Brandnarben sind aber sicher das, was ihm am meisten zu schaffen macht. Jeder kann sie sehen, jeder starrt und keiner scheint an ihnen vorbeiblicken zu können - Francis selbst am allerwenigsten. Deshalb fällt es ihm auch unglaublich schwer zu vertrauen. Trig ist so ziemlich der einzige Mensch, bei dem er sich keine Sorgen macht, dass er irgendwelche Hintergedanken hat. Ihre Freundschaft ist wirklich etwas ganz Besonderes und Kevin Craig zelebriert sie regelrecht in seinem Buch, was mir immer wieder aufs neue Freude gemacht hat. Doch auch Trig kann Francis nicht über seine Verbitterung hinweg helfen. Dafür hat er einfach schon zu viel erlebt in seinem Leben.
Erst als Rachel auftaucht, beginnt Francis langsam aber sicher sein Leben durch andere Augen zu betrachten. Ihm fällt es wie gesagt sehr schwer Vertrauen zu fassen und es war wunderschön zu sehen, wie dieses ungewöhnliche Mädchen langsam aber sicher Francis Mauern durchbricht. Allerdings muss ich sagen, dass mir Rachels Charakter ein wenig zu kurz kam. Das Buch ist grundsätzlich schon relativ kurz und so sehen wir auch nicht besonders viel von Rachel. Es wird zwar klar, dass sie ein wenig verschroben ist, was sie davor rettet zweidimensional zu werden, dennoch ist sie so wichtig für die Geschichte, dass ich gerne etwas mehr von ihr gehabt hätte.
Es gibt allerdings noch jede Menge weitere Charaktere, die einen mehr oder weniger großen Einfluss auf Francis haben, allen voran seine Familie. Seine beiden kleinen Brürder Paul und Simon muss man einfach gern haben und jede Szene mit ihnen hat mir ein Lächeln aufs Gesicht gezaubert. Auch ihre Mutter ist ziemlich interessant - wenn auch nicht wirklich durchschaubar. Sie und Francis haben nicht gerade die beste Beziehung, was nach allem, was sie in der Vergangenheit zuließ, natürlich kein Wunder ist. Den stärksten Eindruck hat aber sicherlich Brandon hinterlassen. Er steht stellvertretend für alle Bullies, Schulhofschläger und Peiniger, die vermutlich jeder in seiner Schulzeit irgendwann mal erlebt hat. Brandon treibt es allerdings eine Stufe weiter und bringt Francis wirklich an den Rand seiner Kräfte.

Es gibt allerdings drei Details, die sich für mich etwas schwierig gestaltet haben. Zum einen sind das die Dialoge. Sie sind vollgepackt mit Jugendsprache und Floskeln, was zu einem gewissen Maß sicherlich glaubwürdig ist, manchmal aber einfach übertrieben und aufgesetzt wirkte. Wenn Francis und Trig sich unterhalten haben, fiel es manchmal wirklich schwer den Geschehnissen zu folgen, weil sie ständig das Thema gewecheselt und sich Wortgefechte geliefert haben.
Trig wäre auch schon gleich das zweite Detail. Für Francis ist er der beste Freund, den es geben kann. Doch er hat auch ein ganz schönes Wutproblem, mit dem ich nicht ganz klar gekommen bin und das eigentlich sogar ziemlich besorgniserregend war.
Ebenfalls Sorgen hat mir Francis Alkohlkonsum bereitet. Manchmal wirkte es, als wäre er auf direktem Wege ein Alkoholiker zu werden, so sehr hat er sich auf die betäubende Wirkung verlassen. Es soll sicherlich zeigen, auf welch einem destruktiven Kurs Francis sich befindet, allerdings wurde es kaum angesprochen und mir zu sehr unter den Tisch gekehrt.

Ansonsten aber ist Burn Baby, Burn Baby von Kevin Craig ein wirklich interessantes und bewegendes Buch. Es hat seinen so ganz eigenen, skurrilen Humor und ziemlich verschrobene Chraktere, die mit einigem zu kämpfen haben, unterm Strich aber zum Großteil einfach sympathisch waren und dem Leser viel zu bieten haben. Burn Baby, Burn Baby wird mir deshalb bestimmt noch lange im Kopf bleiben.

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