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Cover The Law of Moses Englisch

Jeder in Utah kennt die Geschichte von Moses, dem Baby einer Drogenabhängigen, die ihn direkt nach seiner Geburt vor einem Waschsalon in einem Korb ausgesetzt hat. Moses ist gerade noch einmal mit dem Leben davon gekommen, doch keiner weiß so richtig, wohin mit ihm. Seine Mutter ist mittlerweile gestorben und so kommt er zu Verwandten, die ihn aber nur von einem Ort zum anderen schieben. Aus dem Baby, für dessen Schicksal jeder Mitgefühl hatte, wird aber schnell ein schwieriges Kind und schließlich ein problematischer Teenager, für den jedes Verständnis bald schon erschöpft ist.
Auch Georgia kennt Moses Geschichte. Seine Urgroßmutter ist Georgias Nachbarin und so hat sie den dunklen Jungen mit den ungewöhnlichen grünen Augen schon seit ihrer Kindheit immer mal wieder gesehen. Sie hat allerdings noch nie mit ihm gesprochen, denn bereits damals haben sich einige Gerüchte um ihn gerankt. Er sei nicht ganz normal, haben die Leute immer über ihn gesagt. Vielleicht sogar gefährlich.
Doch Georgia war schon immer fasziniert von ihm. Als Moses für sein letztes Schuljahr zu seiner Urgroßmutter zieht, lernt Georgia ihn endlich richtig kennen. Obwohl er ziemlich klar macht, dass er eigentlich nichts mit ihr zu tun haben will, kommen Moses und Georgia sich aber doch schnell näher...
Allerdings muss Georgia bald feststellen, dass an den Gerüchten um ihn doch irgendetwas Wahres dran ist. Mit Moses stimmt etwas nicht. Er mahlt wunderschöne aber erschreckende Gemälde, die ihn immer wieder in Schwierigkeiten bringen - allerdings nicht nur, weil er dafür meist illegal Häuserwände verwendet, sondern auch, weil die meisten seiner Motive etwas mit Verstorbenen und Geschehnissen zu haben, von denen er eigentlich gar nichts wissen dürfte...

Es ist extrem schwierig The Law of Moses von Amy Harmon in Schubladen zu stecken, sowohl was das Genre, als auch die Zielgruppe angeht. Denn obwohl Moses und Georgia zu Beginn der Geschichte Teenager sind, erstreckt sich die Handlung über mehrere Jahre. Auch das Genre ist nicht so einfach festzulegen. Es gibt starke paranormale Einflüsse und trotzdem würde ich es keinesfalls als Fantasy einstufen. The Law of Moses ist einfach rundum etwas Besonderes, dem man sich einfach öffnen muss.
Die Hauptcharaktere Georgia und Moses könnten nicht unterschiedlicher sein. Sie ist ein Mädchen vom Land, das nie etwas Schlimmes erlebt hat und mit ihrer Familie und ihren Pferden auf einer Farm lebt. Er hingegen wurde sein Leben lang herumgereicht und hat mit vielen Vorurteilen zu kämpfen. Dass er Georgia, die einfach nicht aufgeben will, wenn es darum geht ihm näher zu kommen, da erst mal nicht vertrauen will, ist absolut verständlich. Da die Geschichte aus der Perspektive von beiden Protagonisten erzählt wird, kann man sehr gut ihr Gefühlsleben nachvollziehen und die Veränderungen verstehen, die sie im Laufe der Geschichte durchmachen. Obwohl sie beide alles andere als einfach sind, mochte ich Moses und Georgina sehr. Sie haben eine Ehrlichkeit in ihrem Umgang miteinander und anderen, die mir in vielen anderen Geschichten fehlt und an der sich andere Charaktere ein Beispiel nehmen könnten.
Zur Handlung selbst bzw. dem übernatürlichen Elementen der Geschichte möchte ich ehrlich gesagt gar nicht viel sagen. Es ist glaube ich gar nicht so schlecht, wenn man unvoreingenommen an diese Details herangeht. Wie gesagt ist an Moses tatsächlich etwas "nicht normal" und er gerät deswegen ständig in Schwierigkeiten. Das Einzige, was ihm hilft, damit fertig zu werden, ist seine Kunst. Genau dieses Ventil bringt ihm aber wie gesagt immer wieder Probleme, denn seine Bilder zeigen nicht einfach nur Landschaften oder Menschen, sondern haben immer etwas mit dem Tod zu tun. Dass da die Polizei sehr bald hellhörig wird ist natürlich klar. Besonders da Moses ja sowieso schon das schwarze Schaf der Stadt ist und es in den letzten Jahren gleich mehrere ungelöste Mordfälle gab. Amy Harmon hat eine sehr spannende Geschichte um Moses Fähigkeiten gesponnen, die einige Überaschungen für den Leser in petto hat und die mich immer wieder begeistern konnte. Gleichzeitig ist The Law of Moses aber auch unheimlich emotional. Ohne zu dick aufzutragen hat die Autorin mich immer wieder zu Tränen gerührt und bis zur letzten Seite mitgerissen.

Es gibt nur ein Detail, das mich ein wenig gestört hat und das war die Bedeutung der Therapiepferde. Georgias Familie arbeitet viel mit Patienten, denen der Umgang mit den Pferden hilft und sie beruhigt. Bis hierhin ist das alles noch glaubwürdig und auch wahr. Trotzdem hat es Amy Harmon manchmal ein bisschen übertrieben, was die Fähigkeiten und Einflüsse der Pferde angeht. Ich war selbst Pferdebesitzer und weiß, dass Pferde in der Tat große Veränderungen bewirken können, doch solche Wundertiere, wie sind in The Law of Moses manchmal dargestellt werden sind sie halt auch nicht.

Abgesehen davon ist The Law of Moses ein wirklich fantastisches Buch. Es ist anders, emotional und ohne große Schnörkel. Gleichzeitig hat Amy Harmon aber auch einen großartigen, eleganten Schreibstil, der perfekt zu dieser Geschichte passt.
The Law of Moses war das erste Buch, das ich von dieser Autorin gelesen habe, aber sicherlich nicht das Letzte. Vor allem, da vor kurzem auch The Song of David (keine Rezension) erschienen ist, das von einem Charakter aus diesem Buch handelt.

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Cover Played! Englisch

Tristan hat seine große Liebe eigentlich schon gefunden: Die Schauspielerei. Nachdem er an einer der besten Schulen seine Ausbildung abgeschlossen hat, hat er die letzte Jahre auf verschiedenen Bühnen verbracht. Sein Leben auf Tournee war zwar nicht immer nur Glanz und Gloria, aber es hat ihm unglaublich viel Spaß gemacht.
Doch nun soll das schöne Leben ein Ende haben - zumindest wenn es nach Tristans Vater und seiner besten Freundin Amanda geht. Für sie ist die Schauspielerei nichts weiter als ein Hobby und sie halten es für höchste Zeit, dass Tristan seinen Kopf aus den Wolken holt und sich einen echten Job sucht. Und sein Vater hat bereits die perfekte Anstellung für ihn ausgewählt. Er soll eine Führungsposition im Familienunternehmen in New York übernehmen. Für Tristan ein absoluter Albtraum.
Doch erst mal will er zumindest seinen letzten Sommer in England (und in Freiheit) genießen. Dafür zieht er sich in den kleinen Ort Shamwell zurück, in dem ihm seine alte Nanny ein Haus hinterlassen hat. Jetzt fehlt ihm nur noch eine Beschäftigung für den Sommer. Die findet sich auch schnell, denn das örtliche Theater braucht dringend noch Darsteller für seine Aufführung von Ein Sommernachtstraum und stürzt sich natürlich auf den Berufsschauspieler. Ebenfalls eine willkommene Ablenkung bietet der unverschähmt gutaussehende Handwerker Con, den Tristans nicht gerade subtile Annäherungsversuche aber eher abzuschrecken scheinen. Doch Tristan wäre nicht Tristan, wenn er sich von so etwas abschrecken lassen würde...

J. L. Merrow hätte sich für Played! keine zwei unterschiedlicheren Charaktere ausdenken können, als Tristan und Con. Tristan ist laut, flamboyant und ziemlich von sich selbstüberzeugt. Con ist still, traut sich selbst nur sehr wenig zu und ist sich ziemlich sicher, dass er es dank seine Legasthenie nie wirklich zu etwas bringen wird. Con kann Tristan mit seiner arroganten und gedankenlosen Art deswegen zunächst auch nicht besonders gut leiden und um ehrlich zu sein, ging es mir am Anfang ziemlich ähnlich. Tristan ist Schauspieler durch und durch und obendrein noch eine kleine Drama Queen. Sein Leben ist eine Bühne und selbst wenn er alleine ist, kann er seine Eskapaden nicht lassen. Fast jedes Wort aus seinem Mund stammt aus einem Stück - und wenn nicht klingt es so, als käme es aus einem - und Con ist sich nie sicher, ob Tristan nun gerade er selbst ist, oder eine Rolle spielt. Hinzu kommt, dass Tristan am Anfang tatsächlich nicht gerade nett zu Con ist und zumindest hinter seinem Rücken über den "muskelbepackten Dorftrottel" ganz gerne mal herzieht und sogar soweit geht, mit Amanda eine Wette abzuschließen, wann er ihn endlich ins Bett kriegt. Kurzum, Tristan kann ganz schön anstrengend sein und ich habe eine Weile gebraucht, bis er mir sympathischer wurde.
Doch als die Geschichte erst einmal ihren Lauf genommen hat und Tristan ein paar seiner Vorurteile ablegt, erkennt man auch als Leser, dass mehr in ihm steckt, als nur ein verzogener, gelangweilter Snob. Er hat keine Ahnung, was er in seinem Leben wirklich machen will und muss sich erst einmal über einige Dinge klar werden. Con geht es da ganz ähnlich. Er hat sein eigenes Unternehmen, das zwar einigermaßen läuft, das ihn aber auch nicht gerade fordert. Er ist definitiv eher die Figur mit der man sich in diesem Buch identifiziert und sein Kampf mit den Worten war immer wieder etwas, das sich in seinen Alltag eingeschlichen hat.
Es hat allerdings eine Weile gedauert, bis ich mich mit dem Schreibstil anfreunden konnte. Das lag in erster Linie eben an Tristans extravagantem Auftreten. Manchmal war es wirklich schwer, seinen Gedanken zu folgen. Gleichzeit ist Played! aber auch sehr clever und abwechslungsreich geschrieben und wenn man sich erst einmal daran gewöhnt hat, macht es unheimlich viel Spaß. J. L. Merrow baut immer wieder verschiedene Zitate aus Stücken (meist von Shakespeare) und Büchern in ihre Geschichte ein, die perfekt zum Thema Theater und den Figuren passen. Außerdem haben gerade Tristans Mätzchen und seine theatralischen Anfälle für jede Menge lustige Szenen gesorgt.

Unterm Strich ist Played! von J. L. Merrow also ein Buch, an dessen Schreibstil und Figuren man sich erst einmal ein bisschen gewöhnen muss. Wenn es aber erst einmal so weit ist, ist es wirklich eine angenehme Abwechslung mit einem sehr ausgefallenen Sinn für Humor und einer ziemlich süßen Liebesgeschichte zwischen zwei sehr ungleichen Männern, die aber am Ende doch funktioniert.

Played! ist Teil der The Shamwell Tales, kann aber alleinstehend gelesen werden, und erscheint am 30. Juni 2015.

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Cover Leaving Me Behind Englisch

Liv ist 32, erfolgreich in ihrem Beruf als Finanzberaterin und hat bereits ziemlich viel in ihrem Leben erreicht. Doch sie ist alles andere als zufrieden. Ihre Mutter hängt ihr ständig wegen all ihren "Fehlern" in den Ohren - von ihrem Gewicht, über ihre Kleidung, bis zu ihrem nicht vorhandenen Ehemann. Dazu kommt noch, dass sie nur wenige echte Freunde hat. Und so wirklich erfüllt hat sie ihr Job auch schon lange nicht mehr.
Also beschließt Liv, dass es nun endlich soweit ist: Sie zieht ihren langgehegten Plan durch. Denn schon seit einiger Zeit überlegt sie, eine Auszeit zu nehmen und für eine Weile nach Spanien zu ziehen. Jetzt hat sie endgültig die Nase voll und kauft endlich ihr Flugticket in das kleine, beschauliche Serenidad.
Und tatsächlich findet sie in Spanien alles, was sie sich erhofft hat: Gute Freunde, Spaß, Entspannung...und ihren unglaublich attraktiven (und jüngeren) spanischen Liebhaber Sebastian, von dem sie nicht genug bekommen kann.
Doch tut Liv wirklich das Richtige? Läuft sie vielleicht nicht doch einfach nur weg? Und selbst wenn sie sich ein Leben in Spanien vorstellen kann, braucht sie einen Job, doch sie hat keine Ahnung, was sie überhaupt tun möchte. Und dann wäre da noch der Pakt, den sie mit ihrem besten Freund Kai geschlossen hat - ihn zu heiraten, wenn sie bis Mitte 30 noch keinen Ehemann hat. Vielleicht sollte sie diesen Pakt wahrnehmen, denn welche Zukunft kann sie mit einem jungen Womanizer wie Sebastian schon haben?

In Leaving Me Behind von Sigal Ehrlich plagt Liv ein Wunsch, den wahrscheinlich viele von uns kennen. Einfach mal ausbrechen, den Alltagstrott hinter sich lassen, und sich neu erfinden. Dass das eine aufregende Zeit für einen Menschen ist und er da vielleicht mal Dinge tut, die normalerweise uncharakteristisch wären, ist wahrscheinlich auch verständlich. Trotzdem ist mir Livs Verhalten sehr oft ziemlich negativ aufgefallen. Sie ist grundsätzlich schon eine eher unterkühlte Person, die Probleme hat, emotionale Verbindungen zu knüpfen. Die einzigen Menschen, die ihr wirklich etwas bedeuten, sind ihr Vater und Kai. Das ändert sich aber in Spanien. Plötzlich hat sie großartige Freunde und mit Sebastian einen Liebhaber, der schnell Gefühle in ihr hervorruft, die sie vorher noch nicht kannte. Trotzdem besteht sie immer darauf, ihre Distanz zu wahren und hat mich damit ständig zur Weißglut getrieben. Sie und Sebastian fangen zwar komplett unverfänglich und ohne Druck an, doch das ändert sich schnell und dennoch ist Liv nicht bereit, über ihren Schatten zu springen und ihre Mauern fallen zu lassen. Zwar leistet sich auch Sebastian in Reaktion auf Livs ständige Abweisungen ein paar derbe Ausrutscher, die manchmal ziemlich kindisch waren, doch ich muss auch sagen, dass ich sein Verhalten irgendwo nachvollziehen konnte. Nicht nur er war nach einer Weile von Livs Art frustriert, mir ging es da ganz ähnlich. Dazu kommt, dass ihr IQ in Sebastians Gegenwart um c.a. 100 Punkte nach unten fällt und sie keinen Ton mehr rausbringt, geschweige denn ein normales Gespräch führen kann. Ich HASSE es, wenn Frauen plötzlich unfähig zu normalen Verhalten werden, nur weil ihnen ein hübsches Gesicht gegenüber sitzt und Liv war ein Paradebeispiel dafür.
Im Grunde ist Liv einfach nur feige, wenn es um ihre Gefühle geht und ich hatte nicht das Gefühl, dass sie dahingehend im Laufe der Geschichte auch nur irgendetwas dazu lernt. Im Gegenteil, am Ende geschehen ein paar Dinge, die einfach nur lächerlich sind und in denen ich sowohl Sebastian, als auch vor allem Liv am liebsten das Buch um die Ohren gepfeffert hätte, einfach weil sie so unsinnig handeln.
Auch von den Protagonisten abgesehen, hatte Leaving Me Behind nicht so besonders viel zu bieten. Der Schreibstil ist zwar wirklich mal anders, mir hat er allerdings nicht besonders gut gefallen. Zu blumig mit zu viel unnötigem und teilweise verwirrenden Gequatsche, das nur das Ziel hatte, ungewöhnlich und lustig zu klingen. Ich fand es aber einfach nur anstrengend. Sigal Ehrlich stopft so viele Adjektive und Füllwörter in ihre Sätze, dass es sich teilweise einfach nur albern liest (wie z.B. "creamy eyes"...). Außerdem ist sie sehr oft inkonsequent in ihren Details. Z.B. hat Sebastian im einen Moment einen Crew Cut (relativ kurzer Haarschnitt) und im nächsten eine wallende Mähne. Oder er trägt einen Anzug und eine Seite weiter sind es plötzlich Jeans. Es gibt gleich mehrere solcher Kleinigkeiten, die den Lesefluss ziemlich gestört haben.
Die Geschichte selbst ist natürlich ganz süß und es gibt einige wirklich erotische Szenen. Doch auch hier hat mir die Autorin ein wenig den Spaß genommen, einfach weil die Sex-Szenen zu ausschweifend und dadurch manchmal langweilig erzählt waren. Für mich hat sie da einfach nie die richtige Balance gefunden.

Deshalb war Leaving Me Behind von Sigal Ehrlich für mich eher eine Enttäuschung. Dass das Cover nicht mal im Entferntesten mit der Geschichte zu tun hat, ist dann nur noch ein Tropfen auf dem heißen Stein. Ich bin mir sicher, dass es einigen anderen Lesern besser mit dieser Geschichte gehen wird, denn Potential ist durchaus da und auch der Schreibstil ist im Grunde nicht schlecht - er war halt nur einfach nicht meins. Wen die Geschichte aber trotzdem neugierig macht, der kann Leaving Me Behind ja mal eine Chance geben, vielleicht habt ihr ja mehr Glück damit.;)

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Cover Fire and Ice 6 Chris Turner deutsch

Es handelt sich bei diesem Buch um den sechsten Band der Fire & Ice-Reihe. Vorherige Personen tauchen immer wieder in der Nebenhandlung auf. Es empfiehlt sich die Bücher der Reihe nach zu lesen.
Bitte beachtet, dass es sich hierbei um Erotik mit expliziten Sexszenen handelt und für Leser unter 18 Jahren nicht geeignet ist.

Chris Turner, Besitzer des Nachclubs in dem sich die 'Fire & Ice'-Mitglieder regelmäßig treffen hadert mit seinem Leben. Seit dem Unfall vor einem Jahr fühlt er sich nicht mehr so richtig dazugehörig. Er meidet die Öffentlichkeit, versteckt sich hinter einer großen Sonnenbrille und einer dunklen Kapuze. Die Ausgelassenheit mit der seine Freunde feiern erreicht ihn nicht mehr. Früher war immer mit vorn dabei, hat sich die Frauen in seinem Club genau angeschaut und sich für eine schnelle Nummer einen Geier geangelt. Er wollte nie mehr von den Frauen als schnellen Sex. Und die Frauen wollten von ihm nicht mehr als Aufmerksamkeit und Geld.
Seit der Unfall seinen Körper entstellt hat, ist er nicht mehr selbst auf die Tanzfläche gegangen um sich ein Mädchen zu holen, doch heute wurde er herausgefordert. Von einer zierlichen Kleinen im Gothiklook.

Nicky kann es kaum fassen. Seit Jahren himmelt sie Chris an und heute endlich wird sie von einem seiner Männer angesprochen. Chris will sie in seinem VIP-Bereich haben. Doch so einfach macht sie es ihm nicht - er will sie, also soll er schon selbst kommen.
Und er kommt. Sie spürt was er von ihr will und sie ist bereit ihm das zu geben. Nur kurze Zeit später landet sie in seinem Büro auf dem Schreibtisch, während er sich und ihr einen schnellen Ritt besorgt. Nicky nimmt jede Berührung die er bereit ist ihr zu geben. Als er sie jedoch mit einer Goldkarte für den Club und Getränken abspeisen will, lässt sie in Abblitzen. Sie ist keine Hure die sich für Sex bezahlen lässt. Sie wollte es und ihre Getränke besorgte sie sich schon selbst.
Trotzdem lässt sie ihm ihre Telefonnummer da - für den Fall, dass er wieder zur Vernunft kommen würde.

Mit so einer Kratzbürste hatte Chris nicht gerechnet und auch nicht damit, dass sie ihm in den nächsten Tagen nicht aus dem Kopf gehen wird. Er weiß selbst nicht genau, warum er ihre Telefonnummer behalten hat, und als sie sich die nächsten Tage nicht im Club blicken lässt, wird er unruhig.
Bald darauf taucht sie jedoch wieder auf und das Spiel geht von vorne los. Er sieht in ihr eine gute Gelegenheit und sie treffen eine Abmachung - er ruft, sie kommt. Schlussendlich ist schließlich jeder käuflich, oder?

Nicky weiß, dass sie ihre Liaison mit Chris nicht das ist, was sie sich erträumt hat, aber es ist immerhin etwas. Die nächsten Treffen verlaufen beinahe gleich. Sie erscheint im Club und er bekommt was er will.
Als das nächste Mittelalterfest in Talin ansteht will er, dass sie mitkommt, aber sie kann es sich nicht leisten. Sie muss 3 Jobs unter einen Hut kriegen und ist schon mit den kurzen Abenden im Club überlastet. Dennoch willigt sie ein. Sie kann einfach nicht anders.
Doch was als 2 wöchiger Trip mit Spaß gedacht ist, wird bald purer Ernst. Sie merkt, dass sie ihm nicht das bedeutet, was er ihr bedeutet. Er sieht immer nur das Monster in sich, das durch Feuer entstellt wurde. Nie würde er annehmen, dass sie ihn um seiner Selbstwillen liebt.

Chris ist unbehaglich zu Mute. Er scheut die Menge und die Blicke und doch freut er sich auf Talin. Er hat Nicky 2 Wochen für sich - jede Nacht und auch sonst. Doch Nicky scheint sich nicht sehr wohl zu fühlen unter den Freunden. Was ihm am Anfang noch nicht weiter auffällt, wird vor allem von Gregor registriert. Als dieser sich mehr und mehr mit Nicky anfreundet lernt Chris ein neues Gefühl kennen - Eifersucht.
Um Nicky nicht zu sehr an sich heranzulassen begeht er einen folgenschweren Fehler und merkt zu spät, dass sie ihm schon viel zu sehr unter die Haut geht.

Der sechste Teil der Fire & Ice-Reihe behandelt Chris, ein Mitglied der Gruppe, dass bei einem Auftritt in seinem eigenen Club schwer verletzt wurde. Teile seines Körpers sind den Flammen zum Opfer gefallen und er empfindet nur noch Abscheu für sich. In seiner eigenen kleinen Welt ist er frustriert und sich selbst nicht ertragen. Nie würde er auf die Idee kommen, dass ihn jemand lieben könnte.
Er ist tief verbittert und lässt es alle um sich herum spüren. Nicky hingegen ist auf der einen Seite zart und schüchtern, auf der anderen Seite hat sie durchaus eine Meinung, die sie auch kund tut.
Seit Jahren ist sie in Chris verliebt und als er endlich auf sie Aufmerksam wird, hofft sie auf ein Happy End. In der Hinsicht ist sie sehr naiv. Es dauert eine ganze Weile bis die beiden wissen was sie wollen und was sie nicht wollen.

Am Anfang hätte ich Chris gern mal eine rein gehauen - einfach so zum Spaß. Aber mit der Zeit verändert er sich, wird quasi zugänglich und merkt wie ungerecht er sich seiner Umgebung gegenüber verhält. Diese Veränderung tut ihm wirklich gut und dem Leser auch. Ich hätte mir von Nicky ein wenig mehr Pfeffer gewünscht. Ja, sie liebt ihn, hat jeder verstanden, aber auch wenn sie so jung und so verliebt ist, ein bisschen mehr Selbsterhaltungstrieb hätte ich ihr wirklich gut gestanden.

Dennoch habe ich das Buch gern gelesen. Denn zwischen diesen Hohlkopfmomenten gibt es immer wieder schöne Momente. Ein zartes Lächeln von Herzen, eine Berührung, eben das ganze Schmalzige was man sich so wünscht ^^ Zudem erfährt man nebenbei auch ein wenig mehr über die anderen.
Das Ende lässt bei mir noch einige Gedankenspiele offen und ich bin sehr gespannt in kommenden Büchern der Reihe mehr über die beiden zu erfahren.

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Cover The Offer Englisch

Das Leben war nicht immer fair zu Nicole: Als ihre Tochter Ava ein Jahr alt war, hat der Vater die kleine Familie verlassen und sich nie wieder gemeldet. Bald darauf verlor sie ihren gut bezahlten Job und damit auch ihre schöne Wohnung. Seit Jahren schon hangelt sich Nicole nun schon von Job zu Job, doch es gelingt ihr einfach nicht, wieder einen Fuß auf den Boden zu bekommen. Dabei möchte sie nichts anderes, als ihrer Tochter ein gutes Leben bieten zu können.
Doch dann kommt der nächste Schicksalsschlag und der trifft Nicole härter als alles andere zuvor: Ava hat Diabetes. Nicht nur wird sie nie wieder ein völlig normales Leben führen können, Nicole hat auch keine Ahnung, wie sie ohne Arbeit und Versicherung die Arztrechnungen und Medikamente bezahlen soll.
Dann bietet ihr aber der letzte Mensch, von dem sie es jemals erwartet hat, seine Hilfe an: Bram McGregor, der Schwager ihrer besten Freundin Steph, besitzt ein Haus und ermöglicht es ihr, dort eine Wohnung zu beziehen. Mietfrei. Nicole traut der ganzen Sache allerdings nicht, denn Bram ist nicht gerade für seine Freigiebigkeit bekannt. Vielmehr hat er einen Ruf als Playboy, der keine Party auslässt und der mit mehr Frauen geschlafen hat, als er zählen kann.
Nicole hasst es, Hilfe anzunehmen, besonders, wenn sie dadurch das Gefühl hat, jemandem wie Bram etwas zu schulden. Doch was für eine Wahl hat sie schon? Sie muss an ihre Tochter denken.
Doch als sie und Ava ihre neue Wohnung beziehen und Bram, der in der Wohnung nebenan wohnt, näher kennenlernen, muss sich Nicole eingestehen, dass sie ihren gutaussehenden Nachbarn mit dem schelmischen schottischen Akzent vielleicht doch unterschätzt hat...

In The Offer, der indirekten Fortsetzung von Karina Halles Erfolgsroman The Pact, folgen wir nun also der Geschichte von Linden McGregors Bruder Bram und Stephs bester Freundin Nicola. Für Nicola, der im Leben schon lange nichts mehr einfach so geschenkt wurde, stinkt die ganze Sache mit Bram und der "geschenkten" Wohnung zum Himmel. Sie will sich gar nicht ausmalen, was sich ein Mann, aus dessen Mund quasi nur sexuelle Anspielungen kommen, so als Gegenleistung vorstellt. Am meisten stört sie dabei aber, wie verlockend dieser Gedanke ist. Doch sie hat momentan wirklich keine Zeit für solche Frivolitäten wie eine belanglose Affäre mit ihrem Nachbarn. Avas war schon immer der Mittelpunkt ihres Lebens und seit ihrer Diagnose wird das nur noch schlimmer. Dabei vergisst Nicole sich selbst sehr oft. Bei all den Steinen, die ihr das Leben in den Weg gelegt hat, muss ich wirklich sagen, dass ich Nicole bewundert habe. Sie kämpft sich durch, egal wie - und sie ist wirklich weit gefallen, wenn man bedenkt in welchem Luxus sie ihre Jugend verbracht hat. Sie ist aber auch sicher kein Engel. Im Gegenteil, sie kann sehr hart und stur sein. Ihre größte Schwäche - und darüber ist sie sich mehr als nur im Klaren - ist ihr Stolz und zwar in vielerlei Hinsicht. Deswegen ist auch Brams Angebot so schwierig zu akzeptieren, denn sie will es eigentlich ohne Hilfe schaffen. Auch wenn sie sich ihr Leben damit manchmal noch schwerer macht, als es sein muss, konnte ich Nicoles Verhalten doch sehr gut nachvollziehen. Mit der Zeit lernt man sie viel besser zu verstehen und am Ende mochte ich sie wirklich sehr gern.
Auf den ersten Blick sollten sie und Bram überhaupt nicht zusammen passen. Nicole ist die kühle, ernste Mutter und Bram der Playboy, für den Sex, Parties und Drogen lange eine große Rolle in seinem Leben gespielt haben. Allerdings steckt mehr in Bram, was Nicole sehr bald herausfindet. Sein Ruf eilt ihm voraus und das ist etwas, an dem Bram unbedingt etwas ändern will, denn diese Person hat er hinter sich gelassen. Das hofft er zumindest. Mittlerweile ist er von dem Gedanken besessen etwas Gutes zu tun. Doch das hat nicht nur rein selbstlose Gründe...Er hat eine Menge Mist gebaut in seiner Vergangenheit und trägt viel Schuld mit sich herum, die er irgendwie loswerden muss. Bram ist zwar vorlaut, vulgär und lässt keinen Moment aus, Nicole anzubaggern, doch er hat auch ungeahnte Tiefen und das muss sich auch Nicole über kurz oder lang eingestehen.
Die Geschichte selbst entwickelt sich recht langsam, aber dafür sehr natürlich. Für meinen Geschmack hat Karina Halle genau das richtige Tempo getroffen, denn obwohl die Chemie zwischen den beiden stimmt und man die sexuelle Spannung zwischen ihnen mit einem Messer schneiden könnte, hat es etwas Zeit gebraucht, um ihrer Beziehung eine Bedeutung zu geben und das ist der Autorin wirklich sehr gut gelungen. Natürlich dreht sich auch eine Menge um Ava, die einfach zu süß und tapfer ist, trotz allem was sie durchmachen muss. Es gibt vor allem in ihrem Fall die ein oder andere dramatische Szene, aber das hat sich im Rahmen gehalten und für eine interessante Dynamik zwischen den Charakteren gesorgt.

Teaser The Offer

Abgerundet mit Karina Halles gewohnt gutem Schreibstil ist The Offer wirklich ein gelungenes Buch geworden. Gerade durch Bram wird die Geschichte extrem humorvoll (man kann eine Menge Sprüche mit seinem Namen bilden und Karina Halle hat keinen ausgelassen ;)) und unterhaltsam und ich habe es in einem Rutsch durchgelesen.
Allerdings muss ich sagen, dass ich am Ende doch gerne etwas mehr von Bram gehabt hätte. Die Geschichte ist nämlich sowohl aus Brams, als auch Nicoles Perspektive geschrieben, wobei ihre Sicht allerdings stark überwiegt. Ich verstehe, warum Karina Halle mit seinen Kapiteln etwas sparsamer war, schließlich wollte sie nicht zu früh zu viel von seiner bewegten Vergangenheit preisgeben, trotzdem hätte ich mir gerade gegen Ende etwas mehr von ihm gewünscht.
Doch auch das konnte mir The Offer nicht vermiesen, mit seinen bunt gemischten Charakteren und einer Geschichte, die sich in genau dem richtigen Tempo entwickelt und sich sehr realistisch anfühlt. Definitiv zu empfehlen.

The Offer ist ab heute erhältlich.

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