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Cover Worth It All Englisch

Für Paige gibt es eigentlich nur eine Sache, die wirklich wichtig ist in ihrem Leben und das ist ihre 5-jährige Tochter Casey. Deren Vater ist schon seit ihrer Zeugung nicht mehr bei ihnen und so war es immer an der jungen Mutter sich alleine um ihre Tochter zu kümmern und ihr ein besseres Leben zu bieten. Dafür ist sie auch gerne bereit zwei Jobs zu arbeiten und nebenbei noch das College zu besuchen. Casey verdient das beste Leben, dass Paige ihr bieten kann, denn das kleine Mädchen hat sowieso schon genug zu kämpfen. Sie kam mit einem missgebildeten Bein auf die Welt, dass ihr schon nach wenigen Monaten abgenommen werden musste. Seitdem trägt sie eine Prothese, die ihr allerdings immer wieder Probleme bereitet.
Ein Mann hat in Paiges Leben keinen Platz. Ihr fehlt einfach die Zeit und wenn sie ehrlich ist auch die Neigung. Ihre einzige echte Erfahrung mit einem Mann war die Nacht, in der Casey gezeugt wurde und auch wenn sie das nie bereuen würde, war der Akt an sich dennoch alles andere als etwas, das sie noch einmal erleben muss.
Doch dann taucht Jake McKinney in dem Diner auf, in dem sie arbeitet. Er ist der erste Mann, für den sie auch nur einen Funken Interesse aufbringen kann - vor allem als sie sieht, wie gut er mit Casey klarkommt. Denn Jake und Casey haben eine große Gemeinsamkeit: Beide tragen eine Beinprothese.
Als Jake, der hochmoderne Prothesen entwickelt, Paige anbietet, sich Caseys Fall anzunehmen, ist sie erst einmal nicht sicher, ob sie darauf eingehen kann. Schließlich ist sie es nicht gewohnt, die Hilfe von anderen anzunehmen. Doch Jake macht es ihr sehr schwer, nein zu ihm zu sagen...

Worth It All von Claudia Connor ist eine sehr ruhige und zaghafte Geschichte, die eigentlich relativ wenig Handlung und kaum Überraschungen bereithält. Trotzdem hatte das Buch irgendwie etwas an sich, das mir gefallen hat. Zum einen liegt das sicher daran, dass Paiges Situation sehr realistisch war. Sie hat ein hartes Los gezogen, versucht aber das Beste daraus zu machen. Dass sie dabei wenig spontan und sehr festgefahren ist, ist daher nicht verwunderlich. Ich muss zwar zugeben, dass Paige nicht unbedingt ein Charakter ist, der mir sehr lange im Kopf bleiben wird (dafür ist sie einfach ein wenig zu still und relativ einfach gestrickt) trotzdem muss man sie einfach dafür respektieren, wie sie ihr Leben meistert.
Jakes Geschichte ist ebenso tragisch. Er hat sein Bein bei einem Unfall verloren, der starke Spuren an ihm hinterlassen hat - und das bezieht sich nicht nur auf seine Amputation. Die Hintergründe des Unfalls haben es in sich und lassen ihn immer noch nicht los. Als Casey und Paige in sein Leben treten wird ihm sehr schnell klar, dass die beiden genau das sind, was ihm immer gefehlt hat. Ich fand es sehr süß und herzerwärmend, wie er, Casey und Paige sich langsam näherkommen und ein echtes Team werden.
Wie gesagt ist es keine große Überraschung, in welche Richtung sich diese Geschichte entwickelt. Paige und Jake fühlen sich sofort voneinander angezogen, doch während Jake relativ bald bereit ist zu seinen Gefühlen zu stehen, ist Paige da deutlich vorsichtiger. Das ist natürlich verständlich, schließlich muss sie auch an Casey denken, allerdings hat sich die Geschichte dadurch oft seeeehr langsam und mit vielen Rückschritten entwickelt. Auf der einen Seite war das sehr natürlich und realistisch, auf der anderen Seite hat es das Lesen aber auch ab und an ein bisschen zäh gemacht.
Ziemlich spannend fand ich aber dafür Jakes Arbeitsplatz. Zusammen mit ein paar Leuten, die er damals während der Reha kennengelernt hat, hat er seine eigene Firma gegründet und entwickelt nun wie gesagt hochmoderne Prothesen. Claudia Connor hat die erstaunlichen Möglichkeiten, die Betreffende heute haben, wirklich gut dargestellt und der Geschichte dadurch Authentizität verliehen.

Worth It All ist zwar wie die anderen Bücher der The McKinney Brothers Reihe alleinstehend, dennoch spielt natürlich die McKinney Großfamilie auch hier wieder eine Rolle - und das ist ein Punkt, den ich gleichzeitig mochte und ziemlich nervig fand. Denn diese Familie ist riesig mit einer Unmenge an Kindern und Enkelkindern und es ist einfach unmöglich den Überblick zu behalten. Außerdem finde ich etwas unnötig, dass alle Paare in Claudia Connors Geschichten ein Kind nach dem anderen bekommen. In einigen Fällen passt es einfach nicht und widerspricht der eigentlichen Geschichte .

Trotzdem ist Worth It All von Claudia Connor eine sehr emotionale, einfühlsame und schöne Geschichte, ohne viel Drama und Skandalen. Perfekt ist sie nicht und auch nicht unbedingt denkwürdig, ein paar nette und gefühlvolle Lesestunden hat es mir aber dennoch beschert.

Worth It All erscheint am 19. April 2016.

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Cover The Player and the Pixie

Enthält leichte Spoiler für The Hooker and the Hermit / Gefällt mir heißt ich liebe dich.

The Pixie:
Die 23-jährige Lucy Fitzpatrick weiß schon lange, dass sie es ihrer Mutter niemals recht machen wird. Der ist ihre Tochter nämlich ziemlich peinlich: Zu laut, zu schrill, nicht genug um ihr Aussehen bemüht, zu bunt. Doch Lucy mag sich so wie sie ist, inklusive ihrem schrulligen Humor, dem sehr individuellen Kleidungsstil und ihren bunten Haaren.
Den einzigen familiäre Rückhalt, den Lucy je kannte, kam durch ihren Bruder Ronan, einen erfolgreichen Rugbyspieler, der für ihre Mutter immer an erster Stelle stand, der allerdings Lucy immer bei allem unterstützt hat. Und seit sie für ihren Job nach New York gezogen ist, geht es ihr auch wesentlich besser. Sie hat dort Freunde und ein tolles Leben, weit weg von ihrer Mutter und all ihren Nörgeleien.
Allerdings gibt es eine Sache, die sie nicht wirklich in den Griff bekommt - ihren Hang zur Kleptomanie, die jedes Mal, wenn ihre Mutter wieder auf ihr herumhackt, fast schon zum Zwang wird. Und dann wird sie auch noch von dem allerletzten Menschen dabei erwischt, den sie als Zeugen für ihr Problem haben will: Der Teamkollege und absolute Erzfeind ihres Bruders, Sean Cassidy.

The Player:
Sean ist reich, gutaussehend, privilegiert - und gelangweilt. Sein einziger Zeitvertreib - neben Rugby - ist es, seinem Teamkollegen Ronan das Leben möglichst schwer zu machen. In seinen Augen fällt dem nämlich alles viel zu leicht. Alles, was Ronan hat, fällt ihm einfach so in den Schoß, inklusive vieler Freunde, deren volle Loyalität er genießt. Er hat einen Denkzettel verdient und Sean ist nichts, wenn nicht erfinderisch.
Es dauert nicht lang, bis sich ihm eine perfekte Gelegenheit bietet, in der Form von Ronans charmanter, schillernder und diebischer Schwester Lucy. Was würde seinen Erzfeind härter treffen, als die Person auf seine Seite zu ziehen, deren Loyalität er nie in Frage stellen würde?

Doch was auf Lucys Seite als eine sehr widerwillige und auf Seans Seite eine vollkommen kalkulierte Freundschaft beginnt, geht schon bald tiefer und Lucy muss zugeben, dass doch mehr hinter Seans kalter und gemeiner Fassade steckt, als gedacht. Vor allem als sie von seinem sehr...intimen Problem erfährt...

Ich kann euch gar nicht sagen, wie sehr mir The Player and the Pixie von L. H. Cosway und Penny Reid gefallen hat - und das obwohl ich mit gemischten Gefühlen an dieses Buch herangegangen bin. In erster Linie lag das an Sean, den wir bereits aus The Hooker and the Hermit / Gefällt mir heißt ich liebe dich kennen, wo er sich nicht gerade mit Ruhm bekleckert hat, und von daher ist es nicht verwunderlich, dass ich ihn nicht gerade in guter Erinnerung hatte. Und tatsächlich ist er auch ein ziemlicher Arsch: Er ist arrogant, kaltherzig und manchmal einfach nur gemein, weil er gemein sein will. Aber dann scheint auch immer wieder eine verletzliche Seite an ihm durch - und in die habe ich mich ganz schnell verliebt (in gewisser Hinsicht hat er mich deswegen übrigens immer wieder ein bisschen an Draco Malfoy erinnert, für den ich ja auch eine geheime Liebe hege. ;) Tatsächlich ist es dem Autorinnenduo gelungen, dass ich dieses Ekelpaket (oder Sleazy Sean/Schmieriger Sean, wie ihn sein gerne Team nennt) ins Herz geschlossen habe und das ist eine echte Leistung, denn man darf nicht erwarten, dass an seiner Abneigung Ronan gegenüber irgendetwas wäre, das man verteidigen kann. Es ist schlicht und einfach Neid.
Vor allem bei Lucy zeigt er allerdings natürlich nach und nach immer wieder seine weiche Seite, denn ihm liegt schon bald sehr viel an ihr. Es ist aber auch fast unmöglich Lucy nicht zu mögen. Sie ist wirklich ein ganz individueller Typ, ein bisschen ausgeflippt und esoterisch, dabei aber einfach herzlich und sympathisch. Schon als ich sie im letzten Buch kennengelernt habe, habe ich sie ins Herz geschlossen und in ihrem eigenen Buch hat sich das nicht geändert. Sean ist so ziemlich der letzte Mann, der zu ihr passen sollte, doch zwischen den beiden stimmt die Chemie einfach und ist auf jeder Seite zu spüren.
Am Schönsten fand ich aber, wie individuell die beiden Autorinnen ihre Charaktere gestaltet haben - vor allem Sean. Denn es sind nicht nur sein charakterlichen Fehler, die ihn von vielen anderen männlichen Protagonisten unterscheiden - es ist auch sein wie gesagt eher intimes Problem. Davon verrate ich euch nichts, denn die Überraschung will ich niemandem nehmen. Aber es ist defintiv mal was anderes, von dem man man nicht oft liest. Gleichzeitig ist es aber auch sowohl ziemlich komisch, als auch sehr sehr traurig und das hat einfach perfekt zum Tenor der Geschichte gepasst.

All das macht The Player and the Pixie von L. H. Cosway und Penny Reid zu einer wundervoll schrulligen, romantischen und herzerwärmenden Geschichte, die ich nicht mehr weglegen konnte. Die Stile der beiden Autorinnen harmonieren wunderbar und mit ihren frischen und ungewöhnlichen Ideen ist ihnen mit diesem Buch wirklich etwas Besonderes gelungen.

The Player and the Pixie erscheint am 12. April 2016.

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Cover Canada Square Englisch

Für ihre Familie und Freunde war Amy immer das kleine, etwas naive und flatterhafte Nesthäkchen. Besonders ihr Freund Luke nutzt das ziemlich schamlos aus und betrügt sie am laufenden Band. Bisher hat er es auch immer geschafft, sich hinterher wieder bei ihr einzuschmeicheln, doch nun hat Amy genug davon - sie trennt sich endgültig von Luke und ist fest entschlossen ihr Studium zu beenden und ihren schäbigen Londoner Stadtteil, in dem sie immer noch mit ihrer Mutter lebt, hinter sich zu lassen.
Dafür muss Amy aber erst einmal ihr Praktikum hinter sich bringen. Ihr ist es gelungen in einer der renommiertesten Firmen Londons eine Stelle zu ergattern und dort muss sie sich nun durchschlagen - umringt von Oxford und Cambridge Studenten, die auf sie und ihre kleine Uni herabblicken. Am schlimmsten ist aber ihr Boss, Callum Ferguson, dem "privilegiert" quasi auf der Stirn geschrieben steht. Da hilft es auch nicht, dass Callum unglaublich attraktiv ist, das Meiste, was aus seinem Mund kommt, macht sie trotzdem unglaublich wütend und es fällt ihr zunehmend schwer ihre Zunge im Zaum zu halten.
Je länger Amy und Callum jedeoch zusammenarbeiten, umso besser lernen sie sich auch kennen und es entwickelt sich so etwas wie Freundschaft ? unter der allerdings jede Menge Leidenschaft brodelt, denn mittlerweile ist beiden klar, dass sie sich sehr voneinander angezogen fühlen.
Im Verhaltenskodex ihrer Firma ist allerdings ganz klar geregelt, dass Romanzen am Arbeitsplatz absolut verboten sind. Amy kann und will ihr Studium und ihren Abschluss nicht so leichtfertig für einen Mann aufs Spiel setzen, schließlich hat sie nun jahrelang darauf hingearbeitet. Doch schon bald wird es sehr schwer für Amy und Callum - der ebenfalls sehr an seinem Job hängt, da es das einzige war, das ihm durch die schwerste Zeit seines Lebens geholfen hat - nein zueiander zu sagen...

Canada Square ist das mittlerweile 3. Buch der Love in London Reihe von Carrie Elks, schlägt allerdings einen etwas anderen Ton an, als die anderen Bücher dieser Reihe. Denn im Gegensatz zu den anderen beiden Romanen ist Canada Square erst einmal eine astreine Office-Romanze. Amy und Callum lernen sich kennen und wir sind von Anfang an mit dabei. Carrie Elks ist es gelungen eine wirklich sehr schöne und stimmige Geschichte um diese beiden Charaktere aufzubauen, die mir ausgesprochen gut gefallen hat. Vor allem Amy war eine sehr sympathische Figur, die ich sehr schnell liebgewonnen habe. Auch Callum fand ich eigentlich von Anfang an sehr sympathisch und ich habe nie seine Motive in Frage gestellt und das obwohl wir a) diese Geschichte ausschließlich aus Amys Sicht lesen und er b) schlicht ihr Boss ist.
Auch Carrie Elks Schreibstil war so flüssig, humorvoll und angenehm, wie ich ihn in Erinnerung hatte. Sie hat ein gutes Gefühl für Timing und wann sie wie viel von ihren Figuren preisgeben sollte. Ebenfalls sehr schön war, wie sie die Figuren aus den anderen beiden Büchern der Reihe mit einfließen ließ - komplett natürlich, ohne dass man das Gefühl hatte, sie würde sie mit der Brechstange in die Geschichte miteinbauen, einfach weil sie das Gefühl hatte, sie müsse das tun. Im Gegenteil, die Figuren haben eine zentrale Rolle für die Geschichte gespielt, ohne sich dabei aufzudrängen.

Eigentlich war ich bis zum Schluss begeistert von Canada Square und im Grunde fand ich auch das Ende nicht schlecht...aber es war auch ein wenig "unterwältigend". Zum einen sieht man den Twist am Ende aus kilometerweiter Entfernung kommen und war also alles andere als überraschend. Außerdem war mir die Auflösung einfach viel zu einfach. Das hat zum einen extrem die Spannung auf dem Geschehen genommen und zum anderen war es für meinen Geschmack ein wenig unglaubwürdig und es hat nicht zu den Charakteren gepasst, diese Sache (die ich natürlich nicht spoilern will ;) einfach so zu übergehen, ohne überhaupt richtig darüber zu reden.

Unterm Strich mochte ich Canada Square von Carrie Elks aber dennoch. Callum und Amy sind sympathisch und es war eine echte Chemie zwischen ihnen zu spürem. Trotzdem war ich vom Ende enttäuscht und hätte mir einfach mehr davon erwartet - mehr Gefühl, mehr Aussprache und ja, vielleicht auch ein bisschen mehr Drama. So wie es ist hat die Autorin eine Menge Potenzial verschenkt.

Canada Square erscheint am 7. April 2016.

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Cover Knit Tight Englisch

Seit dem Tod seiner Eltern vor zwei Jahren ist Bradys Leben nicht mehr wie zuvor. Anstatt das normale Leben eines jungen Mannes Anfang 20 zu führen, ist es an ihm, sich um seine vier jüngeren Geschwister zu kümmern. Zwischen Hausaufgaben, Familienpflichten und seinem Job als Barista, mit dem er die Familie irgendwie über Wasser zu halten versucht, bleibt Brady kaum noch Zeit für sich selbst, geschweige denn ein Liebesleben. Er wüsste auch nicht, wo er momentan überhaupt jemanden kennenlernen sollte, schließlich ist er entweder in der Arbeit oder Zuhause.
Doch dann taucht Evren in Bradys Leben auf. Er ist nur vorübergehend in der Stadt, um sich um seine kranke Tante Mira zu kümmern, die mit ihrem Strickladen eine echte Institution in der kleinen Gemeinschaft ist. Es dauert auch gar nicht lange, bis die ersten Funken zwischen Brady und Ev zu sprühen beginnen, doch beide haben so ihre Bedenken. Für Brady müssen immer die Kinder zuerst kommen und außerdem ist Ev sowieso nur eine begrenzte Zeit in der Stadt. Und Ev hat alle Hände voll zu tun mit Miras Pflege...und hat außerdem seine Probleme mit Bodys Sexualität. Denn Brady ist bisexuell und damit hat Evren schon mehr als eine schlechte Erfahrung gemacht...

Annabeth Alberts Portland Heat Reihe ist eine Serie von Novellen, die alle von einem anderen Pärchen handeln. Brady durfte man bereits in den früheren Geschichten kennenlernen und mit Knit Tight bekommt er nun endlich seine eigene Novelle.
Er ist definitiv ein Charakter, für den sich eine Geschichte lohnt. Nach dem Tod seiner Mutter und seines Stiefvaters hat er eine riesige Verantwortung auf sich genommen und musste dadurch viel zu schnell erwachsen werden. Er hat Probleme, mit denen sich niemand in seinem Alter normalerweise herumschlagen muss. Ich fand, dass Annabeth Albert die Frustration, Angst aber auch Freude, die seine Situation mit sich bringen kann, sehr gut transportiert hat. Brady ist kein Supermann, der alles problemlos hinbekommt. Er hat einige sehr reale Emotionen, die vermutlich jeder in seiner Lage hätte, und die in ihm einige Schuldgefühle hervorrufen. Kein Wunder also, dass er sich nicht traut an eine Zukunft mit Evren auch nur zu denken.
Evren war ebenfalls eine sympathische Figur, der Annabeth Albert auf den wenigen Seiten ihrer Novelle (112 Seiten um genau zu sein) einen sehr komplexen Charakter verliehen hat. Er ist ein paar Jahre älter als Brady und hat ebenfalls schon eine Menge erlebt in seinem Leben. Er kommt urprünglich aus der Türkei und seine Familie hat sehr strenge Wertvorstellungen. Sein Coming Out lief daher alles andere als problemlos ab. Ich fand es sehr spannend, wie Annabeth Albert Evrens Kultur und seine Ansichten in die Geschichte eingebaut hat.

Daher rührt aber auch der eine Punkt, der mir an Knit Tight nicht so gut gefallen hat. Denn so komplex die Charaktere auch sind, so komplex sind auch ihre sexuellen Eigenarten. Auf der einen Seite fand ich es sehr schön, dass Annabeth Albert auch hier eine gewisse Komplexität eingebaut hat und ihre Charaktere dadurch nur noch realer werden ließ, auf der anderen Seite war es mir stellenweise aber etwas zu übertrieben und hat zu viel von der Geschichte in Anspruch genommen. Brady und vor allem Evren haben gewisse Vorlieben, die zwar alles andere als Kinks sind (zumindest meiner Meinung nach), die die Geschichte für mich aber unnötig verkompliziert haben. Bei einem Buch in voller Länge hätte mich das vermutlich nicht gestört, bei einer Novelle hat es mir aber einfach eine Baustelle zu viel dargestellt, denn die sonstige Handlung hätte definitiv genug Stoff für das kurze Büchlein hergegeben.

Trotzdem, ich mag Annabeth Alberts Geschichten. Ihre Figuren sind immer sympathisch und haben das gewisse Etwas und auch ihr Schreibstil gefällt mir jedes Mal wieder aufs Neue. Definitiv eine Autorin, die ich auch in Zukunft im Auge behalten werde.

Knit Tight erscheint am 12. April 2016.

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Cover Romancing the Nerd Englisch

Die High School ist alles andere als einfach - besonders für jemanden wie Zelda. Sie ist in der Big Band, hat ihren ganz eigenen Kleidungsstil, steht auf Comics, Fanfiction und LARP und ist ganz allgemein eher das, was die meisten als Nerd bezeichnen würden. Doch Zelda mag sich so wie sie ist und sieht absolut keinen Grund sich zu ändern - auch wenn sie das zur Zielscheibe für einige der beliebteren Schüler ihrer Schule macht. Es ist also kein Wunder, dass Zelda für kaum jemanden der "Reichen und Schönen" ihrer High School ein gutes Wort übrig hat.
Am meisten verabscheut sie aber Dan Garrett, der anscheinend keine Möglichkeit auslassen kann, sie ihn irgendeiner Form zu provozieren und niederzumachen. Dabei sollte er doch eigentlich am besten wissen, was es heißt, nicht zu den Coolen zu gehören, schließlich war er mal einer der Nerds. Und er und Zelda waren mal Freunde - zumindest bevor er eine Diät machte, einen Wachstumsschub hatte und Star der Basketballmannschaft wurde. Zelda konnte ihm nie verzeihen, dass Dan sich nun offensichtlich für etwas besseres hält und seine alten Freunde links liegen lässt.
Doch die Dinge sind nicht immer so wie sie scheinen und wer Dan fragt, der wird eine völlig andere Antwort darauf bekommen, wieso er sich Zelda gegenüber so verhält, wie er es eben tut. Das Problem ist nur: Wie kann Dan das auch Zelda klar machen?

Romancing the Nerd von Leah Rae Miller ist ein wirklich sympathisches und lustiges Jugendbuch, das seinen ganz eigenen Charme hat. Die Geschichte ist abwechselnd aus Dans und Zeldas Sicht geschrieben, wodurch man die Charaktere natürlich sehr schnell kennenlernt. Zelda ist eine ungewöhnliche junge Frau, die einfach ihr eigenes Ding durchzieht. Sie hat schon lange gelernt, sich von den blöden Sprüchen und Mobbereien einiger ihrer Mitschüler nicht mehr fertigmachen zu lassen. Trotzdem treffen sie viele der Anfeindungen natürlich sehr. Meist kann sie damit aber ganz schlagfertig umgehen, was sie mir noch sympathischer gemacht hat. Allerdings hat sie auch eine sehr perfide Seite, denn wer einmal auf ihrer Abschussliste steht, hat kaum Chancen jemals wieder runter zu kommen. Sie ist absolut kein perfekter Charakter, denn sie steckt Leute gerne in Schubladen und hat jede Menge Vorurteile.
Viele dieser Vorurteile richten sich gegen Dan, was auch durchaus nachvollziehbar ist. Trotzdem muss ich sagen, dass Dan mein absoluter Lieblingscharakter in dieser Geschichte ist. Er ist nicht wirklich glücklich mit seiner neugewonnenen Popularität. Zum einen, weil er grundsätzlich die meisten Menschen nicht mag und langweilig findet, denn nur die wenigsten haben wirklich etwas zu sagen, was ihn auch interessiert. Und zum anderen nervt ihn der Druck, der von allen Seiten auf ihn eingeht. Außerdem vermisst er die einfache und unkomplizierte Freundschaft zu Zelda, bei der er eigentlich immer gehofft hatte, dass sich mehr daraus entwickeln könnte. Ich mochte Dan und seine grantige und dabei meist missverstandene Art einfach sehr gerne und habe mich köstlich über seine innere Stimme amüsiert.
Zu der Geschichte selbst möchte ich noch gar nicht viel sagen, außer dass Zelda nach einem weiteren Missverständnis zwischen ihr und Dan auf dem Kriegspfad ist und einen perfiden Plan schmiedet. Im weiteren Verlauf des Buches kommt es zu immer weiteren Verwirrungen, Missgeschicken und Missverständnissen, so dass sich die Dinge schnell verselbstständigen. Das Ergebnis ist eine ziemlich unterhaltsame und lustige Mischung aus Romanze und Komödie, die nie langweilig wurde. Überhaupt hat Leah Rae Miller wirklich einen richtig lustigen Schreibstil, der perfekt zu dieser sehr nerdigen Geschichte und den schrulligen Charakteren passt.

Eine Sache gibt es aber, die mir an Romancing the Nerd nicht so gut gefallen hat: Dan und Zelda verbringen relativ wenig Zeit miteinander. Sie stoßen zwar regelmäßig aufeinander, doch meist ergreift sofort einer der beiden die Flucht. Leah Rae Miller verwendet außerdem sehr viel Zeit darauf, ihre Charaktere aus The Summer I Became a Nerd mit einzubauen, was zwar natürlich sehr schön ist, aber auch oft ein wenig von Dan und Zelda abgelenkt hat. Dafür, dass das Buch im Grunde eine Romanze ist, gibt es dadurch relativ wenig Romantik, was einfach schade ist.

Trotzdem kann ich Romancing the Nerd und auch The Summer I Became a Nerd von Leah Rae Miller empfehlen. Es sind wirklich unterhaltsame, lustige und süße Bücher, die man alle unabhängig voneinander lesen kann und die das Herz jedes Nerds höher schlagen lassen. ;)

Das E-Book zu Romancing the Nerd erscheint am 5. April 2016, das Taschenbuch gibt es bereits zu kaufen.

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