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Cover Accidentally Married to a Vampire englisch

Mexico 1712: Der Vampir-General Niccolo DiConti hat die Schnauze voll von seiner Existenz. Seit 1000 Jahren tötet er im Auftrag seiner Königin gegen seine Überzeugung Schuldige und Unschuldige, jetzt will er sich aber endgültig von ihr befreien. Deswegen macht er sich auf in den Dschungel Südmexikos, denn dort soll sich Cilmi, die Göttin der Unterwelt, rumtreiben. Nicht nur herrscht sie über das Reich der Toten, sie weiß alles was in der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft vor sich geht. Sie scheint also genau die Richtige zu sein, um bei Niccolos Problem zu helfen. Doch schnell muss er feststellen, dass Cilmi nicht so ist, wie er sich eine Göttin vorgestellt hat. Sie hat die Aufmerksamkeitsspanne eines Eichhörnchens und faselt ständig etwas von Dexter, dem heißesten Killer aller Zeiten, und Garagenverkäufen. Zwischen all den fremdartigen Wörtern bringt er sie aber endlich dazu, ihm mit einer Prophezeiung zu helfen: Er wird seine einzig wahre Partnerin in Form eines Menschen finden und sie muss sich genau an ihrem 3-Monats-Jubiläum aus freien Stücken in einen Vampir verwandeln lassen. Niccolo ist sich zwar sicher, dass er niemals einen Menschen lieben kann (sie sind ja schließlich Essen), gegen eine Bettgefährtin hat er allerdings nichts, noch dazu, wenn sie hübsch ist. Und was das Verwandeln angeht macht er sich ebenfalls keine Sorgen, schließlich konnte dem gutaussehenden Vampir noch niemand widerstehen.
Was Cilmi ihm aber verschwiegen hat, ist, dass besagte Frau erst in 300 Jahren geboren wird ? die er in Zwangsschlaf verbringen muss - und dass sie nicht ganz so einfach, unkompliziert und unterwürfig ist, wie Niccolo es von den Frauen aus seiner Zeit gewohnt ist.

Nachdem ich die Synopsis gelesen habe und eigentlich ziemlich amüsant fand, dachte ich mir, es kann ja nicht schaden Accidentally Married to...A Vampire? von Mimi Jean Pamfiloff mal eine Chance zu geben. Der Anfang war auch erstaunlich witzig und hat weitgehend gehalten, was der Klappentext versprochen hat. Cilmi ist absolut verrückt und sorgt gleich auf den ersten Seiten für einige Lacher. Gleichzeitig ebnet sie aber auch den Weg für eine potentiell verhältnismäßig einfallsreiche Geschichte.
Doch es dauert nicht lang, bis sich der anfänglich positive Eindruck abkühlt. Helena, eben jene Frau, um die sich alles dreht, ist zwar sympathisch, aber alles andere als ein innovativer Charakter. Sie tut immer genau das, was jemand mit ein bisschen Menschenverstand nicht tun würde und reitet sich von einem Dilemma ins nächste. Niccolo ist ein ähnlicher Fall, was Klischees angeht. Er ist ein attraktiver Kerl, dunkel, arrogant, nachdenklich und von dem Wunsch getrieben, ein besserer Vampir zu werden. Es kommt, was komme musste: Die beiden lassen sich auf ein ewiges hin und her von "er liebt mich, er liebt mich nicht, er benutzt mich, sie liebt einen anderen, aber sie gehört mir" usw. usf. ein. Im Endeffekt wird ein Klischee ans andere gereiht und man erkennt doch recht deutlich einige schon dagewesene Vampirbücher heraus.
So enttäuschend es sich auch entwickelt hat - ganz schlecht war es auch nicht. Es gibt immer wieder ein paar witzige Szenen (von Vampir-Selbsthilfegruppen bis hin zu schwulen Rockerbars) und vor allem wenn Cilmi ab und zu einen kleinen Auftritt hat wird es ziemlich verrückt. Auch die Rahmenhandlung ist eigentlich nicht schlecht. In dieser Welt gibt es neben Göttern und Vampiren noch einige andere Kreaturen, die alle irgendwie zusammenhängen und sich alle bekämpfen.

Langweilig wird Accidentally Married to...A Vampire? von Mimi Jean Pamfiloff also eigentlich nie. Die Dinge geschehen Schlag auf Schlag und können den Leser einigermaßen bei Laune halten. Der Hauptteil allerdings, nämlich die Liebesgeschichte, bedient sich aller nur erdenklichen (Vampir-) Klischees und wird dadurch stellenweise ziemlich nervig und unglaubwürdig.

Accidentally Married to...A Vampire? ist der zweite Teil von Mimi Jean Pamfiloffs Accidentally Yours-Reihe. Den ersten Teil Accidentally in Love with...A God? (Amazon-Partnerlink) habe ich zwar nicht gelesen, trotzdem scheint man die Bücher offensichtlich unabhängig voneinander lesen können. Trotzdem merkte man, dass sie zusammengehören und auch das Ende weißt darauf hin, dass einige Details erst in den Folgebüchern geklärt werden.

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