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Cover Leberkäsjunkie

Enthält Spoiler zu den ersten Bänden der Franz-Eberhofer-Serie-Reihe.

Franz Eberhofer könnte so ein schönes Leben haben, aber irgendwie kommt ihm immer ein Mord dazwischen. Dieses Mal bei der Moshammer Liesl. In ihrer Pension war ein Feuer ausgebrochen und nachdem dieses endlich gelöscht war, fanden sie in einem der Zimmer die ziemlich angebrannte Leiche einer Frau. Wer sie genau ist, musste noch herausgefunden werden. Laut der Liesl war es eine sehr hübsche und freundliche Frau. Das wiederum brachte Franz nicht weiter.
Nachdem die Spusi in den Trümmern der Pension die Reisepässe der derzeitigen Gäste gefunden hatte, konnte die Leiche identifiziert werden. Saskia Grim. Nie gehört. Sie war wohl zur Erholung in Nieder Kaltenkirchen - was soll man hier auch sonst so treiben? Jedenfalls sei sie oft unterwegs gewesen und hätte die Landschaft fotografiert.

Das Frau Grim ermordet wurde, zeigt die Verletzung am Hinterkopf und die Spuren auf der Tatwaffe - dem Kaminhaken. Was jetzt noch fehlt ist das Motiv und der Mörder. Oder die Mörderin.
Leider ist der einzige Anhaltspunkt der Bürgermeister. Der wollte sich mit der Frau Grim treffen, quasi zum Beschnuppern der Gegebenheiten. Denn wie Franz nach einem Gespräch mit selbigem Amtsträger erfährt, gehört Frau Grim zu dem Trupp, der demnächst in Nieder Kaltenkirchen ein neues Hotel hochziehen wollte. Sie war sozusagen die Vorhut.
Das neue Hotel sorgt schon seit einer geraumen Weile für hitzige Gespräche im Dorf und vielleicht findet Franz ja dort jemanden, der die Frau Grim ermordet haben könnte. Allen voran wäre da schon mal die Liesl ... schließlich wäre ein neues Hotel für sie Konkurrenz. Woher auch immer die vielen Gäste für dieses Nest kommen sollen. Aber ist die Moshammerin dazu in der Lage einen Menschen zu ermorden?

Während die Ermittlungen sich im Kreis drehen, dreht sich auch in Franz Magen einiges im Kreis. Seit einer Weile ist im Speiübel nach dem Essen und als der sich eigentlich schon in Rente befindliche Dorfarzt ihm zusetzt mal bei ihm vorbei zu schauen, ist klar, irgendwas stimmt nicht. Und zwar ganz gewaltig. Franz' Blutwerte sind unterirdisch. Nur eine strikte Diät und gesunde Ernährung können ihm jetzt noch helfen. Aber das Grünzeug schmeckt ihm halt einfach nicht. Da können die Oma und die Susi noch so sehr Herzblut hinein stecken, es ist halt nichts für den Fleischfresser Franz.
Bis es ihn komplett aus den Latschen holt. Und während die halbe Gemeinde über seinen Gesundheitszustand Bescheid weiß, versucht Franz gute Miene zu bösem Spiel zu machen. Stets an seiner Seite sein Freund und Ex-Kollege Rudi. Gemeinsam werden sie den Fall schon knacken.

Inzwischen ist bereits der siebte Band um Franz Eberhofer und seine schrulligen Mitdörfler in Nieder Kaltenkirchen. Man kann die Bücher nicht mehr als wirkliche Krimis betrachten, eher als mittleren Provinzkrimi mit hohem Romananteil. Im Vordergrund steht also auch hier nicht der Mordfall an Saskia Grim, sondern Franz' Gesundheit und die Beziehung zur Susi. Bei letzterem könnte er nach so vielen Büchern nun wirklich mal aus dem Tee kommen.
Da meine einstige Eberhofer-Dealerin die Reihe aus eben selbigem Grund - zu schwacher Krimianteil - abgebrochen hat, bin ich nun zum Hörbuch übergegangen. Dieses liest Christian Tramitz mit Charme, bayrischem Dialekt und gutem Gespür für Stimmen. Somit fällt eigentlich gar nicht auf, dass es eben kein spannender Krimi mehr ist, wie es früher war, sondern eher ein leicht kriminalistischer Klamauk.

Die Person Franz Eberhofer wurde mir in diesem Buch dann doch mal ein wenig unsympathisch. Seit jeher meckert er an allen rum und ist immer besser als der Rest. Das lässt er auch jeden spüren. Ob es nun der Rudi ist, der sich wirklich ins Zeug legt, oder aber der Flötzinger, der immer eins auf den Deckel kriegt. Hier wäre eine Weiterentwicklung wirklich mal schön.
Mein Highlight ist und bleibt die Oma. Mit ihrer ruppigen und ganz eigenen Art sorgt sie für Leib und Seele und ich glaube jeder wünscht sich so eine Oma, wenn er sie nicht gerade schon hat =o)

Alles in allem ein unterhaltsames Buch, das wieder einmal mehr das Leben des Ermittlers beleuchtet als den zu ermittelnden Mordfall.

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