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Heat Wave

17.11.2016
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Cover Heat Wave

Zwei Jahre nach dem Tod ihrer Schwester Juliet nagt dieser Verlust immer noch sehr an der 29-jährigen Veronica „Ronnie“ Locke. Juliet war immer diejenige von den beiden, die von allen bewundert wurde und auf die alle stolz waren. Nichts was Veronica je getan hat konnte in den Augen ihrer politisch engagierten Familie mithalten - vor allem in denen ihrer Mutter, die stellvertretende Bürgermeisterin von Chicago ist - und so ungern es Veronica zugibt, sie hat niemals versucht die Bestätigung ihrer Eltern und Juliets zu bekommen.
Doch nun nach ihrem Tod scheint es zu spät dafür zu sein, denn Juliet wird für immer auf ihrem Podest erhoben bleiben, dafür sorgt ihre Mutter schon. Die Tatsache, dass Veronica gerade ihren Job als Köchin in einem renommierten Restaurant in Chicago verloren hat und vorübergehend wieder bei ihren Eltern einziehen musste, macht die ganze Sache nicht gerade besser.
Dann ergibt sich allerdings eine Gelegenheit, für die sie vermutlich jeder beneiden würde: Ronnie wird ein Job in einem Hotelrestaurant auf der hawaiianischen Insel Kauai angeboten. Der einzige Nachteil: Das Hotel gehört niemand anderem, als Logan Shephard, Juliets Witwer, mit dem sie das Hotel gemeinsam geleitet hat. Ronnies Beziehung zu ihm war niemals wirklich einfach, was zum großen Teil an Logans mürrischer Art liegt und den Geheimnissen, die seine und Juliets Ehe umgab und denen Veronica bis heute noch nicht auf den Grund gehen konnte. Ronnie ist absolut klar, dass Logan sie nicht hier haben möchte und sie plant auch nicht länger zu bleiben, als nötig.
Je mehr Zeit sie aber in diesem Paradies verbringt, umso klarer wird ihr, dass dies der Ort ist, an den sie gehört. Sie wurde von den Menschen mit offenen Armen empfangen und fühlt sich so sicher und aufgehoben und wertgeschätzt, wie es in ihrer eigenen Familie nie der Fall war. Und auch Logan beginnt sie in einem anderen Licht zu sehen je mehr sie über seine und Juliets nur scheinbar perfekte Beziehung erfährt und es dauert nicht lange, bis unterdrückte Gefühle wieder zum Vorschein kommen.
Doch diesen Gefühlen darf sie niemals nachgeben, denn es wäre ein Skandal für ihre Familie und sie könnte alles, was sie sich in Kauai aufgebaut hat verlieren...

Ich habe ja über die Jahre wirklich einige Karina Halle Bücher gelesen, doch irgendetwas an ihren Büchern zum Thema Reisen haben es mir schon immer besonders angetan. So ist es wahrscheinlich auch kein Wunder, dass mir auch Heat Wave extrem gut gefallen hat. Doch es ist nicht nur der wundervolle Schauplatz Kauai, der es zu so etwas Besonderem macht, in diesem Buch steckt noch einiges mehr.
Gleich im Prolog zeigt Karina Halle, dass sie wirklich schreiben kann. Es gibt da eine bestimmte Szene, die nur ein paar Zeilen umfasst, aber dermaßen gut geschrieben war, dass sie den Ton für das ganze Buch gesetzt hat und mich wirklich beeindruckt hat. Diese Szene ist für Ronnie wieder ein Beweis gewesen, wie wenig sie gegen Juliet ankommen kann und hat außerdem sofort dafür gesorgt, dass ich "auf ihrer Seite" war. Sie wurde mir dadurch sofort sympathisch und ich konnte mich nur allzu gut in ihre schwierigen Gefühle ihrer Schwester und Familie gegenüber einfühlen, ohne, dass sie dabei weinerlich wurde.
Bei Logan sah die Sache zunächst allerdings etwas schwieriger aus. Denn die ersten Dinge, die wir über ihn erfahren, sind alles andere als positiv. Er ist grantig und behandelt Veronica nicht immer freundlich und Juliet hat im Laufe der Zeit ein paar Dinge über ihn erzählt, die ihn nicht gerade in einem guten Licht stehen lassen. Doch nach einer Weile wird deutlich, dass die Sache nicht so einfach und klar sein kann, wie man versucht hat Veronica weis zu machen. Denn im Grunde ist Logan ein toller Kerl, der für sein Hotel und seine Freunde und Angestellten kämpft und auf den man sich verlassen kann.
Dass bei Veronica da auch bald Gefühle ins Spiel kommen ist da sicher nicht überraschend. Doch der Mann ihrer toten Schwester ist tabu...oder sollte es zumindest sein. Karina Halle hat auf sehr schmerzhafte und ehrliche Art beschrieben, wie sehr Veronica mit dieser Situation zu kämpfen hat und welche Folgen all das haben könnte. Das ist im Prinzip der Knackpunkt der Geschichte und mir hat die Aufarbeitung wirklich sehr gut gefallen.
Ebenfalls fantastisch fand ich Hawaii bzw. Kauai als Schauplatz. Die Autorin ist ja wie gesagt bekannt für ihre exotischen und vielfältigen Schauplätze und auch in diesem Fall hat sie ihr Talent diese Orte zum Leben zu erwecken wieder bewiesen. Es ist ein echtes Paradies, in dem Ronnie sich hier wiederfindet und Karina Halle beschreibt es mit all seinen kleinen und großen Attraktionen und auch einigem Insider-Wissen.

Das einzige, was Heat Wave von Karina Halle in meinen Augen noch besser gemacht hätte, wäre wenn etwas mehr Licht auf Juliets und Logans Ehe geworfen worden wäre. Doch das ist dann wirklich schon jammern auf hohem Niveau, denn Heat Wave funktioniert auch ganz wunderbar ohne diese Details.
Wer Lust auf eine exotische, wundervoll geschriebene verbotene Romanze hat, dem kann ich Heat Wave nur ans Herz legen. Ich werde definitiv wieder darauf zurückgreifen, wenn mich das Fernweh überfällt. ;)

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