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18.

Sep 2016

Cover Kopfüber in die Kissen

Lady Emma Wells-Finch ist den weiten Weg von England nach Texas gekommen, um an einem Artikel über eine junge Frau zu schreiben, die vor über hundert Jahren auf die Schule ging, in der Emma heute als Schulleiterin arbeitet, und die damals die gleiche Reise nach Texas angetreten. In Wirklichkeit hat Emmas Reise aber noch einen ganz anderen Grund: Sie muss ihren guten Ruf verlieren. Denn ihre Schule schwebt in Gefahr und so ungewöhnlich es auch klingen mag - der Verlust ihres Ansehens ist das Einzige, das St. Gertrude's School for Girls noch retten kann.

Für Kenny Traveler läuft es gerade alles andere als glatt: Der Profigolfer, der bei den Medien ohnehin schon alles andere als beliebt ist, geht wegen einer Schlägerei momentan durch alle Klatschblätter und wird daraufhin vorübergehend gesperrt - und das ausgerechnet während der besten Saison seines Lebens.
Nun muss er sich von seiner besten Seite zeigen. Außerdem hat er die Gelegenheit der Frau des PGA Beauftragten, der für Kennys Sperre verantwortlich ist, einen Gefallen zu tun und da sagt er natürlich nicht Nein: Kenny soll Lady Emma die nächsten zwei Wochen als Fahrer und Reiseführer zur Seite stehen. Das scheint ihm ein kleiner Preis zu sein, wenn er danach wieder Golf spielen darf. Was kann schon in zwei mit einer wohlerzogenen britischen Lady schief gehen?
Wie Kenny bald feststellen muss eine ganze Menge...

Am Anfang hatte ich wirklich großen Spaß an Lady Be Good / Kopfüber in die Kissen von Susan Elizabeth Phillips. In erster Linie lag das an den ausgesprochen lustigen, gelungenen Charakteren und natürlich auch der sehr gegenteiligen Situation, in der sich Emma und Kenny befinden. Kenny muss seinen guten Ruf aufpäppeln, während Emma versucht ihren zu verlieren (warum das so ist und wie es der Schule helfen kann müsst ihr allerdings selber lesen ;). Man merkt bei beiden, wie sehr genau das aber wider ihrer Natur geht. Emma ist nunmal eher jemand, der nach den Regeln spielt und ihrer Umwelt immer etwas Gutes tun will und Kenny ist eher der Typ, der gern Quatsch macht und auch ziemlich egoistisch sein kann. Dass es zwischen den beiden zu allerlei kuriosen und lustigen Momenten kommt ist daher nur allzu verständlich und hat Lady Be Good / Kopfüber in die Kissen wirklich unterhaltsam gemacht. Dazu kommt noch, dass beide Charaktere sehr gut aufgebaut und vielschichtig sind, so dass trotz allem Humor noch Platz für eine Menge Charakterentwicklung blieb.
Cover Lady Be Good Ebenfalls sehr schön fand ich Texas als Schauplatz. Susan Elizabeth Phillips beschreibt den Staat und seine Bewohner auf sehr liebevolle, aber auch humorvoll-gemeine Art und spielt dabei mit vielen Klischees. Auch die meisten der Nebenfiguren habe ich sofort ins Herz geschlossen und sie haben für einige sehr schöne Szenen gesorgt.

Zunächst sah also eigentlich alles sehr vielversprechend mit Lady Be Good / Kopfüber in die Kissen von Susan Elizabeth Phillips aus. Allerdings wurde mir die Geschichte im letzten Drittel ein wenig zu verwaschen. Die Linie, die die Autorin bis dahin gefahren hat, ging irgendwie verloren und es hat sich so angefühlt, als sollte das Buch einfach nur ein bisschen länger und künstlich hinausgezögert werden. Leider wurde mir dadurch aber auch Kenny ein wenig unsympathischer, da er einige Rückschritte macht und es seeehr lange dauert, bis er wieder auf den richtigen Pfad findet. Es gab doch einige Szenen, in denen er mich sehr frustriert hat und das war einfach schade, denn unterm Strich hat es mir Lady Be Good / Kopfüber in die Kissen am Ende ein klein wenig vermiest.

Eine süße, lustige und nette Geschichte bleibt Lady Be Good / Kopfüber in die Kissen von Susan Elizabeth Phillips allerdings trotzdem. Wer mal eine leichte, sommerliche und sympathische Abwechslung braucht, für den ist diese fast schon klassische Romanze (erschienen erstmals 1999), die man übrigens vollkommen unabhängig von der Reihe lesen kann, einen Versuch wert.

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