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04.

Sep 2016

Cover Stoned

Schon viel zu lange hat Willow mit ansehen müssen, wie Stone, die Liebe ihres Lebens, immer mehr zu einem Menschen wurde, den sie weder erkennt noch besonders gut leiden kann. Stone und sie sind schon seit der Schule ein Paar und zusammen durch dick und dünn gegangen - und haben gemeinsam Stones größte Erfolge gefeiert, denn mittlerweile gehören er und seine Band Wrecked zu den ganz Großen. Doch mit dem Erfolg kamen auch Alkohol, Drogen und andere Frauen – und Stone ist allem davon immer mehr verfallen.
Nach einem besonders schlimmen Abend, an dem Stone zu weit gegangen ist, reicht es Willow nun endgültig. Sie verlässt Stone und hat nicht vor je wieder zu ihm zurückzukehren, so schwer es ihr auch fällt.

Stone weiß, dass er ein Problem hat, doch wie schlimm es um ihn wirklich steht, wird ihm erst klar, als Willow, seine Willow, ihn tatsächlich verlässt. Er wollte nie etwas tun, dass sie jemals verletzen würde, doch genau das scheint er getan zu haben - und dank der Drogen erinnert er sich noch nicht einmal wirklich daran. Ohne seine Muse hat sein Leben keinen Sinn und auch wenn er eigentlich nicht vor hatte sich umzubringen, kommt er eines Abends einer Überdosis doch gefährlich nah.
Nun reicht es auch Stones Bandkollegen und dem Label - er muss clean werden und so schicken sie einen mehr als widerwilligen Stone auf Entzug. Doch nach und nach wird Stone sich der Tragweite seiner Taten bewusst und wie viel er im Nebel der Drogen und auf der Jagd nach dem nächsten High wirklich verloren hat. Eines ist ihm jetzt aber glasklar: Er muss Willow zurück gewinnen.
Doch das ist leichter gesagt als getan, denn sie ist wie vom Erdboden verschwunden und will offensichtlich nicht gefunden werden. Und selbst wenn Stone sie tatsächlich finden sollte, heisst das noch lange nicht, dass Willow auch auf ihn gewartet hat...

Wenn man mit Stoned von Mandi Beck anfängt bekommt man das Gefühl, dass es schon ein Buch für diese Reihe geben muss. Es werden so viele Dinge und Details angesprochen, die wie selbstverständlich kurz angeschnitten, dann aber nicht weiter ausgeführt werden. Doch Stoned ist das erste Buch der Wrecked Reihe und somit gehören diese Anspielungen wohl einfach zum Stil von Mandi Beck. Das war ein wenig gewöhnungsbedürftig hat mich aber gleichzeitig unglaublich neugierig auf das gemacht, was Willow, Stone und ihre Freunde bisher bereits erlebt haben. Jede Figur hat eine komplexe Hintergrundgeschichte, was an sich sehr schön war, hier und da aber eben etwas anstrengend und verwirrend wurde.
Am meisten erfahren wir aber natürlich über Willow und Stone, aus deren Sicht dieses Buch geschrieben ist. Willow ist dabei sicher der einfacherere Charakter. Sie musste eine Menge durchmachen während ihrer Zeit mit Stone. Aus der allerbesten Zeit ihres Lebens wurde die allerschlimmste und als sie endlich den Entschluss gefasst hat, ihn endgültig zu verlassen, konnte man sich nur für sie freuen, denn Stone hat sich wirklich einige Fehltritte geleistet. Sie ist an dieser Entscheidung gewachsen und wurde dadurch zu einer starken, sympathischen jungen Frau, die sehr ehrlich mit sich und anderen ist. Den eindeutig schwierigeren Part hatte da Stone. Als Leser bekommen wir fast nur den Stone zu sehen, der bereits verlassen wurde und ehrlich versucht sich zu bessern. Doch der Mann, zu dem er sich vorher entwickelt hatte und den Willow langsam aber sicher hassen gelernt hat, war ein echtes Monster. Er ist zwar nie gewalttätig geworden, hat durch die Drogen, all den Frauengeschichten und verbalen Attacken Willow aber nicht weniger verletzt. Auf der einen Seite bin ich froh, dass man von dieser Version von Stone nur sehr wenig gesehen hat, schließlich hatte Mandi Beck sowieso schon genug zu tun, ihn sympathisch zu halten. Auf der anderen Seite muss ich aber sagen, dass mir diese Probleme schlussendlich zu wenig intensiv ausgesprochen wurden. Natürlich thematisieren Willow und Stone diese Dinge immer wieder, aber irgendwie blieb es immer zu oberflächlich, so dass die Situation am Ende nur bedingt befriedigend fand.
So ganz wohl gefühlt habe ich mich mit Stone sowieso nicht muss ich sagen. Er ist besessen von Willow und in seinem Kopf sind sie immer noch ein Paar, egal wie viel Zeit vergangen ist oder dass er nicht einmal weiß, wo sie ist. So richtig gesund ist ihre Beziehung also irgendwie nicht. Man kann das natürlich auch als unglaublich romantisch einstufen, aber wie gesagt, ganz wohl war mir damit nicht.
Sehr schön fand ich dafür die vielen verschiedenen Nebencharaktere. Wie gesagt hat Mandi Beck so gut wie jedem eine kleine eigene Geschichte verpasst, wodurch fast jede Figur interessant und auch ziemlich sympathisch wurde. Vor allem Willows neue Freunde und Stones Bandkollegen sind besonders gut gelungen und ich hoffe in den anderen Büchern von der Wrecked Reihe noch mehr von ihnen zu sehen.

Denn obwohl Stoned von Mandi Beck nicht besonders einfach war, war es doch ein sehr emotionales Buch, das Spaß gemacht und die Neugier auf die weiteren Bücher geweckt hat, die ich vermutlich auch lesen werde.

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