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Cover Besessen von dir

Sophie ist eine ambitionierte Hobby-Rennradfahrerin und erfüllt sich mit ihren beiden Freundinnen Iren und Sina einen langersehnten Traum: einmal die Tour de France besuchen. Mit einem gemieteten Wohnwagen sind sie auf einem Campingplatz in Paris untergebracht und stehen an der finalen Rennstrecke.
Als Sina einen Sonnenstich erleidet und von Iren wieder zum Wohnwagen gebracht wird, erhält Sophie den Auftrag viele Fotos zu machen, Autogramme zu jagen und bloß alles anschließend zu berichten. Das lässt sich Sophie nicht zweimal sagen. In erster Reihe steht sie an der Rennstrecke und ist ganz fasziniert von den vorbeirauschenden Fahrern.
In der brütenden Hitze fällt ihr aus dem Augenwinkel ein Rennradfahrer auf, der am Straßenrand auf der gegenüberliegenden Seite steht. Er beobachtet sie und Sophie wird noch heißer. Er sieht nach Profi aus mit seiner Fahrerkluft und dem leuchtend grünen Bike, aber warum ist er dann nicht auf der Strecke unterwegs?
Um sich nicht weiter aus der Ruhe bringen zu lassen versucht sie ihn zu ignorieren. Bei einem erneuten Check ist er tatsächlich verschwunden. Sophie ist entgegen aller Vernunft enttäuscht.

Sie schnappt sich ihr eigenes Rad und will sich auf den Weg zum Zielbereich machen um besser die Einfahrt der Fahrer beobachten zu können, da steht der heiße Rennfahrer plötzlich vor ihr. Sophie, schon von Berufswegen als Polizistin her, vorsichtig, ist überrumpelt. Von Nahem sieht der Typ noch viel besser aus und offenbar ist er an ihr interessiert. Er verwickelt sie in ein Gespräch und lädt sie ein mit ihr nach vorn zu gehen. Noch bevor Sophie sich sammeln kann, bahnen sie sich gemeinsam einen Weg durch die Menge. Sie ist angetan von ihm und er macht keinen Hehl daraus, was er an ihr gut findet - ihren viel zu großen Busen. War ja klar. Was sollten Männer an ihr auch sonst mögen?

Gerome ist fasziniert von der dunkelhaarigen Schönheit, die ihn vor allem mit ihren leuchtenden Augen verzaubert hat. Das sie zudem nicht schlecht ausgestattet ist, gibt der Sache die richtige Würze. Er will sie - in erster Linie in seinem Bett. Dafür legt er sich gewaltig ins Zeug und flirtet ohne Unterlass. Schnell merkt er, dass sie ihn teilweise abblockt und als er erfährt, das sie Polizistin ist und bald in die Vermisstenstelle versetzt wird, ahnt er auch warum. Wirkt er wirklich so kriminell auf sie?

Sina geht es schlechter und sie möchte wieder nach Hause, nach Berlin, zurück. Da sie die einzige ist, die den Wohnwagen lenken kann, hat Sophie Panik vor der Heimreise. Sie hat noch nie einen so großen Wagen gelenkt. Da springt Gerome ein. Er bietet ihr an sie nach Berlin zu bringen. Da der Radsport nach einem Unfall nicht mehr sein zu Hause ist, überlegt er bei seinem Onkel in der Firma anzuheuern - in Berlin. Das passt perfekt. Leider will auch Geromes Freund Fränki mit nach Berlin und obwohl Sophie starke Bedenken hat, sind die anderen beiden Mädels einverstanden.

Zwischen Gerome und Sophie wird es schnell konkret. Nach der erst nur 'Ausnahme'-Übernachtung werden Wochen, bis Gerome es nicht mehr aushält und Sophie einen Heiratsantrag macht. Er kauft ein Haus für sie beide - das Glück könnte nicht perfekter sein.
Wäre da nicht Iren, die ihr immer wieder einreden will, das Gerome sie hintergeht.
Sophie glaubt ihr nicht und doch ... die Zweifel nagen an ihr. Da kommt ein großer Fall auf ihren Tisch. Eine Frau wird vermisst und nur kurz darauf ermordet in einem Hotelzimmer gefunden. Sie sieht Sophie verdammt ähnlich.
Nicht lange darauf wird eine weitere Frau vermisst. Es handelt sich dabei um die beste Freundin ihrer neuen Kollegin Lydia. Als sie ihre Wohnung kontrollieren, finden sie die Leiche - der Tathergang ist der gleiche: massive Brustkorbquetschungen. Beide Male gab es kurz zuvor einvernehmlichen Geschlechtsverkehr und wieder sieht die Tote Sophie erstaunlich ähnlich. Das kann kein Zufall sein.
Als die Spurensicherung Speichelrest analysiert ist das Ergebnis niederschmetternd: Reste von Schokolade, Kurkuma und Minze. Genau diese Kombination hat Sophie vor kurzem als Marmelade selbst eingekocht. Wer außer ihr und ihrem Mann Gerome könnte davon gegessen haben? Würde Gerome so etwas Scheußliches tun? Kennt sie ihn so wenig, und hat Iren am Ende recht?

Besessen von dir ist der erste Teil einer Reihe und schon morgen erscheint bereits der zweite Band Für immer und dein als E-Book. Bis zur Printausgabe müsst ihr euch noch etwas gedulden, die erscheint erst am 11. Juli 2016.

Ich weiß nicht so recht, was ich zu diesem Buch sagen soll. Der Plot ist spannend und bietet unheimliches potential, die Umsetzung hat mir in vielerlei Hinsicht allerdings nicht gefallen. Zum einen ging es mir am Anfang mit Gerome und Sophie viel zu schnell. Sie haben sich gefühlt 5 Minuten gekannt und schon wird geheiratet. Gerade jemand wie Sophie, die in ihrer Vergangenheit noch einige Dinge aufzuarbeiten hat und von Berufswegen her erst einmal jeden Schnellschuss hinterfragen müsste, kommt hier sehr naiv und ja, blauäugig rüber. Auf der einen Seite hat sie unglaubliche Komplexe wegen ihrer Oberweite und will am liebsten übersehen werden, auf der anderen Seite ist sie die toughe Polizistin die naive Handlungen von gerade weiblichen Personen nicht nachvollziehen kann. Sie versucht nach außen hin robust und gelassen zu wirken, ist mit sich selbst aber immer im Streit.
Ich kann ihren Typ Mensch nicht verstehen und deshalb ihre Handlungsweisen nicht. Warum lässt sie sich von den Männern in ihrer neuen Arbeitsstelle so provozieren? In keiner Firma würde das durchgehen, aber im Landeskriminalamt? Wieso bietet sie ihrer Freundin Iren nicht die Stirn, wenn sie von ihr immer wieder untergebuttert wird?

Gerome hingegen ist ein einfacher Charakter. Natürlich hat auch er seine Leichen im Keller, aber wer hat das nicht? Er ist offensichtlich ganz vernarrt in Sophie und bietet ihr ein unbekümmertes und aufregendes Leben.
Selbst als die ersten Schatten auf ihn fallen, ist er glaubwürdig. Sophies häufige Zweifel zermürben ihn natürlich auch, was mir als Leser wieder zeigt, dass man sich einfach an seinem Glück erfreuen sollte.
Der Verlauf der Geschichte spitzt sich immer weiter zu, erhält dann kurz vor Ende noch mal einen Dämpfer um in einem Showdown zu enden. Das hat mir an sich ganz gut gefallen. So gab es noch mal eine Wendung, die mich allerdings nicht unbedingt überrascht hat.
Das Ende ist offen gehalten, so dass man sich als Leser nicht sicher sein kann ob es passend dazu noch eine Fortsetzung gibt, oder ob es nun der Fantasie des Lesers überlassen wird, wie es weiter gehen könnte.

Was mich am meisten gewurmt hat an diesem Buch ist der Sprachstil. Die verschiedenen Pseudonyme für den Busen und auch das männliche Geschlechtsteil sind nicht glücklich gewählt. Das Buch beinhaltet einige erotische Szenen, da die Morde ja direkt nach solch einem Akt passieren, bleibt es nicht aus, das eben diese Situationen aus Sicht des Täters ebenfalls beschrieben wird. Hier hätte ich mir etwas weniger Fantasie und mehr Erotik gewünscht.
Gerade am Anfang des Buches sind die Sätze sehr kurz und wirken teilweise überhastet eingefügt um noch schnell einen Hintergrund zur Person zu erklären. Das hat mich häufig aus dem Lesefluss gerissen.

Nun bin ich gespannt ob der zweite Teil der Reihe mir mehr zusagt, der liegt nämlich schon bereit.

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