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Cover Drei Herzen auf Safari deutsch

Paula hat es geschafft - endlich! Die Agentur schickt sie für einen Auftrag nach Kenia. Sie soll für einen Bildband über Kenia besondere Fotos der Wildtiere schießen. Für Paula geht damit ein Traum in Erfüllung. Und während sie trotz strömendem Regen Luftsprünge macht, schleicht sich das leise Gewissen an. Was wird Frederik dazu sagen? Paula würde für 4 Wochen in Afrika sein und er in Deutschland.
Eigentlich entscheiden sie solche Dinge immer gemeinsam, aber in letzter Zeit fühlt sie sich von ihm vernachlässigt. Frederik arbeitet beinahe rund um die Uhr und hat für ihr 'Hobby' nur ein müdes Lächeln übrig. Natürlich kann sie sich auch mit dem alltäglichen Leben eines Fotografen über Wasser halten - geheiratet wird schließlich immer - aber Paulas Traum sieht anders aus.
Ihre Oma hingegen freut sich für ihre Enkelin und da sie diese immer bestärkt hat in ihrem Traum redet sie ihr gut zu. Das wird schon klappen!

Wie erwartet reagiert Frederik wütend und kann es nicht fassen, dass sie das einfach ohne ihn entschieden hat. Aber Paula platzt der Kragen - immer nur er und sein Job. Jetzt ist sie dran! Und oh Wunder - Frederik lenkt ein. Er geht sogar so weit, dass er mit ihr kommen will, wenn auch nicht die ganzen vier Wochen. Paula ist im siebten Himmel.

Bald darauf geht es los. Während sie vor lauter Aufregung nicht stillsitzen kann, arbeitet Frederik auch im Flugzeug neben ihr. Je näher sie allerdings der Massai Mara kommen, desto mehr begeistert sich auch ihr Freund für die Umgebung.
In den nächsten Wochen wird Paula in einem Camp wohnen, nach allem was sie so kennt, ist das allerdings purer Luxus. Sie kann es immer noch nicht glauben. Einen Dämpfer bekommt sie jedoch auch - von Frederik. Der Empfang ist schlecht, sein Chef macht Stress, das Essen sollte man bloß nicht zu sich nehmen und wie unhygienisch doch alles ist. Selbst als sie zusammen zu einer Tour fahren bei der Paula viele Fotos schießt, hockt er mit Laptop im Jeep. So geht das nicht weiter.
Sie einigen sich darauf, dass er den Vormittag im Camp arbeitet, sie auf Tour ist und sie nachmittags etwas zusammen machen. Aber so hatte Paula sich das eigentlich nicht vorgestellt. Warum kann sich ihr Freund nicht mal an der Natur erfreuen? Zum Beispiel so wie Aiden, der Campführer. Er liebt die Tiere, die Menschen und das Land und imponiert Paula damit gewaltig. Mehr als Frederik lieb ist.

Als Paula auf einer Nachttour mit ihrem Fahrer Wilderer erwischt und dabei angegriffen wird, ist ihr erster Wunsch, dass Frederik davon nichts erfährt. Ist das nicht merkwürdig? Sollte sie nicht gerade zu ihm wollen? Was läuft da falsch in ihrer Beziehung?
Während sich Frederik und Paula immer weiter entfernen, rückt Aiden immer mehr ins Blickfeld und lässt Paula nervös werden. Was soll sie jetzt nur machen?

Mit Drei Herzen auf Safari legt Elke Becker wieder einen Roman vor atemberaubender Kulisse vor. Auch wenn ich kein Fan von warm, staubig und verdammt sonnig bin, komme selbst ich bei den beschriebenen Weiten, der wunderbaren Tieren und dem Duft der Freiheit ins Träumen.
Paula kennen wir bereits und eine weitere Nebenfigur hatte ihren Auftritt in Hot Dogs zum Frühstück. Es war schön wieder etwas von ihr zu lesen.

Paula ist eine Frau mit Sehnsüchten, Träumen und Wünschen. Frederik hingegen ein Realist, Arbeitstier und Planer. Das es hier auf Dauer Spannungen gibt, ist somit vorprogrammiert. Im Alltag daheim kommt es nur selten zum Vorschein, aber in Afrika merkt man deutlich, dass hier Welten aufeinander prallen. Frederik ist mir zwar nicht unsympathisch, aber seine Art ging mir manchmal schon echt auf die Nerven. Da hätte ich ihn schütteln mögen.
Aber auch Paula hätte ab und an einen Denkanstoß gebrauchen können. Wie soll man seine Träume leben, wenn man sie nicht verteidigt? Im Laufe des Buches verspielt sie bei mir jedoch sämtliche Sympathien. Das ich damit wahrscheinlich allein auf weiter Flur stehe bin ich gewohnt ;o)

Sehr schön fand ich es, das Elke Becker neben der Fotografie auch ernstere Themen angesprochen hat: die Wilderei im Nationalpark, die Massai in ihren Dörfern und die weiterhin stehende Problematik für junge Mädchen ihr Leben selbst zu bestimmen. Das alles regt zum Nachdenken an und gibt dem Buch eine gewisse Ernsthaftigkeit.

Alles in allem hat mir das Buch von allen bisher am wenigsten gefallen. Mir fehlte irgendwie das Gewisse Etwas. In meinen Augen war es sehr vorhersehbar und somit weniger spannend als die anderen Bücher der Autorin. Deshalb kann ich dem Buch nicht die volle Punktzahl geben.

Vielen lieben Dank, liebe Elke, für das Rezensionsexemplar.

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