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Cover Black Rainbows Englisch

Thea Cunnings Leben war bisher alles andere als einfach: Ihr Vater sitzt im Gefängnis und ihre Mutter war alles andere als liebevoll und fürsorglich. Sie war bekannt als The Shark, die ruchloseste und kaltherzigste Anwältin, die Boston je gesehen hat. Auf ihre Eltern konnten sich Thea und ihre kleine Schwester Selene deshalb nie verlassen und so kam es, dass sie nach Maryland zu ihrer Großmutter zogen und Thea Selena im Grunde aufgezogen hat. Thea arbeitet hart und hat die besten Schulen besucht, um ebenfalls Anwältin zu werden - allerdings geht es ihr einzig darum, ihren Vater vor der Todesstrafe zu bewahren.
Doch als ihre Mutter schwer erkrankt muss Thea zurück nach Boston. Anstatt sich allerdings in ihren letzten Lebensmonaten zu versöhnen, erfährt Thea die bittere Wahrheit über die Verurteilung ihres Vaters. Jetzt kennt sie nur noch ein Ziel - die beste Anwältin zu werden, die sie sein kann und ihren Dad so schnell es geht aus dem Gefängnis zu holen.
Der erste Schritt ist bereits getan: Sie wurde in eines der besten Programme der Welt aufgenommen: Ein Kurs an der Harvard Law School unter der Leitung von Professor Black, ein erfolgreicher Anwalt, der Theas Mutter Konkurrenz gemacht hätte in Sachen Kaltbültigkeit. Doch an ihrem ersten Tag in seinem Kurs muss Thea schockiert feststellen, dass sie Professor Black bereits kennt - als Levi, den Musiker, mit dem sie die letzte Woche vor Semesterbeginn verbracht hat, um ein bisschen Dampf abzulassen und den sie seit dem nicht mehr aus dem Kopf bekommen hat.
Natürlich sind sowohl sie, als auch Levi erst einmal baff - doch Thea weiß, dass sie sich nicht ablenken lassen und ihr Ziel nie aus den Augen verlieren darf; ganz zu schweigen davon, dass ihre kleinen Affäre ein Geheimnis bleiben muss. Für Levi und Thea wird es allerdings zunehmend schwerer, die Finger voneinander zu lassen, denn für beide wurde sehr schnell klar, dass ihre gemeinsame Woche mehr als nur eine Bettgeschichte war...

Black Rainbow von J.J. McAvoy war irgendwie so ganz anders, als ich erwartet hatte. Es wurde im Klappentext als "süße leichte Romanze" beschrieben. Und im Grunde stimmt es auch - doch es war auch noch viel mehr. Denn J.J. McAvoy hat so viele Details in ihre Geschichte eingebaut, dass sie automatisch um einiges vielschichtiger wurde, als eine Durschnittsliebesgeschichte. Zum einen ist Thea nämlich schwarz, was für einen interessanten Subtext sorgte, gerade wenn es um Recht und Gleichberechtigung in den USA geht. Mir hat aber besonders gut gefallen, dass J.J. McAvoy nie predigend den Zeigefinger erhoben und gegen Ungerechtigkeiten gewettert hat, sondern sehr passend und subtil auf einige Missstände hingewiesen hat. Was Black Rainbow aber wirklich besonders gemacht hat, war die Arbeit in Levis Kanzlei. Denn anstatt langweiliges Anwaltsgerede hat sich die Autorin wirklich einige clevere Wendungen einfallen lassen. Der Konkurrenzkampf zwischen den Studenten ist groß und so greifen sie gerne mal zu nicht ganz so fairen Mitteln - Thea inklusive - und das sorgt für eine sehr spannende Dynamik zwischen den Charakteren.
Apropos Charaktere - Thea und Levi sind großartige Figuren. Beide haben im Grunde zwei Seiten: Die harten und kaltblütigen Anwälte, die vor nichts Halt machen, um ihre Ziele zu errreichen, und die Personen hinter dieser Fassade. Deswegen konnte es Thea auch erst nicht fassen, als sich der entspannte Musiker, als den sie Levi in einem Club kennengelernt hat, als der legendäre Anwalt Professor Black entpuppt. Genauso entdeckt Levi viele Schichten an Thea, die er nicht erwartet hat, die ihn aber alle faszinieren. Er hat allerdings einiges an Arbeit vor sich, wenn er Thea in seinem Leben behalten will, denn es fällt ihr sehr schwer, sich auf ihn einzulassen. Insgesamt hat mir die Beziehung bzw. das Katz und Maus Spiel zwischen den beiden gut gefallen. Es gibt so viele Gründe, wieso es zwischen ihnen nicht klappen sollte - er ist ihr Professor, sie haben 13 Jahre Altersunterschied, der Prozess von Theas Vater - aber die beiden funktionieren so gut miteinander, dass man das alles schnell vergisst. Der Altersunterschied z.B. hat mich kein bisschen gestört, einfach weil Thea so reif ist und die beiden perfekt harmonieren. Dass Levi hinter seiner harten Anwaltsmaske einfach ein richtig guter Kerl ist, der alles für sie tun würde, hilft dabei natürlich ebenfalls. J.J. McAvoy ist es außerdem irgendwie gelungen, dass diese Geschichte, obwohl die Romantik natürlich im Vordergrund steht, kein bisschen kitschig war. Dafür haben sowohl Levi, als auch Thea zu oft bewiesen, dass sie durchaus auch dunklere Seiten haben.

Nur gegen Ende ging mir alles ein klein wenig zu schnell. Die Auflösung der Geschichte fand ich richtig gut - allerdings etwas überstürzt. Ich hätte gerne noch ein wenig ausführlicher erfahren, was passiert ist. Keine Sorge, J.J. McAvoy gibt alle Antworten, die man braucht, ich hätte manche Details nur gerne miterlebt, anstatt sie einfach nur erzählt zu bekommen.

Black Rainbow von J.J. McAvoy ist trotzdem ein Buch, das ich wirklich mochte und empfehlen kann. Theas und Levis Geschichte hat viele Nuancen und Ebenen und ich war angenehm überrascht, wie gut mir das Umfeld mit der Kanzlei bzw. dem Studium gefallen hat. Black Rainbow war definitiv nicht das letzte Buch, das ich von J.J. McAvoy gelesen habe.

Black Rainbow erscheint am 15. Mai 2015.

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