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Cover Better When He's Bold Englisch

Enthält leichte Spoiler für Better When He's Bad.

Nach Außen hin führt Brysen das perfekte Leben: Sie wohnt in einem schönen Haus in einer guten Gegend, fährt ein teures Auto und hat eine intakte Familie. Doch die Realität sieht hinter der Fassade ganz anders aus, denn ihre Mutter ist depressiv und hat ein Alkoholproblem und ihr Vater ist die meiste Zeit unterwegs oder eingesperrt in seinem Arbeitszimmer und tut absolut nichts, um sich um seine Familie zu kümmern. Im Gegenteil, er versorgt Brysens Mutter sogar weiterhin stetig mit Alkohol.
Deswegen hat es Brysen auf sich genommen, für ihre kleine Schwester Karsen zu sorgen - und das ist harte Arbeit, denn zwischen ihrem Job, den sie braucht, um überhaupt Essen auf den Tisch zu bekommen, und der Uni bleibt kaum noch Zeit für irgendetwas anderes. Schon gar nicht für Männer. Daher fällt es ihr nicht schwer, die Avancen der meisten Typen eiskalt abblitzen zu lassen. Nur einen Mann gibt es, der ihr Herz wirklich höher schlagen lässt – Race, der Bruder ihrer besten Freundin Dovie. Und der ist eigentlich der letzte Mann, auf den sie sich einlassen sollte...

Nachdem Race es endlich gelungen ist, Novak von seinem Thron zu stoßen, hat er nun die Macht im Point, dem eher verruchten Teil seiner Stadt, an sich genommen. Im Gegensatz zu seinem Vorgänger hat Race allerdings vor, den Point zu einem besseren Ort zu machen. Seine kriminellen Machenschaften sieht er daher eher als Mittel zum Zweck - das versucht er sich zumindest einzureden. Manchmal hat er allerdings Angst, dass ihn sein "Job" mehr verändert, als ihm lieb ist.
Dass ein Mädchen wie Brysen in seiner Welt eigentlich keinen Platz hat, ist Race nur allzu bewusst. Das ändert allerdings nichts an der Tatsache, dass die kühle Blondine ihm unter die Haut geht, wie kein anderes Mädchen jemals zuvor. Als sie bedrohliche Nachrichten bekommt und immer wieder in gefärhliche Situationen gerät, kann Race nicht anders, als sie unter seinen Schutz zu nehmen. Allerdings müssen er und Brysen sich bald fragen, ob der Platz an der Seite eines Kriminellen wirklich jemals sicher sein kann...

Ich bin ein bisschen im Zwiespalt, was meine Meinung zu Better When He's Bold von Jay Crownover angeht. Auf der einen Seite haben wir eine solide Geschichte mit interessanten und größtenteils sympathischen Charakteren, die alles andere als leichte Leben führen. Auf der anderen Seite konnte ich mich aber mit einigen der Entwicklungen und Entscheidungen dieser Charaktere so gar nicht anfreunden. Doch kommen wir erst mal zum Positiven:
Race ist so gar nicht, wie man sich einen Crime Lord vorstellt. Er hat weder Spaß daran, andere zu quälen, noch liegt ihm besonders viel an dem Geld, das er mit seinem Job als "Bookie" (Geldverleiher und -eintreiber) macht. Ihm geht es einzig und allein darum den Point, quasi seine Wahlheimat, zu einem besseren Ort zu machen. Der Point wird niemals frei von Gewalt und Kriminalität sein. Das ist aber auch nicht Races Ziel - aber er hofft, dass es ihm zumindest gelingt, dass die Leute in Point ohne Angst dort leben können. Sein Vorgänger Novak führte eine Schreckensherrschaft, Race möchte die Dinge anders handhaben. Die Hände muss er sich dafür dennoch täglich schmutzig machen und erst einmal beweisen, dass er das Zeug dazu hat, Novaks Platz einzunehmen. Allerdings hat er Angst, sich dabei selbst zu verlieren. Und da kommt Brysens ins Spiel, denn ihr gelingt es wie niemand anderem ihn zu erden. Im Gegenzug ist Race der Einzige, bei dem sie sich sicher fühlt, denn nicht nur liegt ihr Familienleben in Scherben, seit Neuestem hat es auch noch jemand auf ihr Leben abgesehen. Brysen und Race haben mir zusammen richtig gut gefallen, denn Race macht Brysen weicher und weniger eisig, und Race behält durch Brysen seine Menschlichkeit.
Auch die Nebencharaktere mochte ich sehr gern. Brysens Schwester Karsen war süß und hat schon viel zu viel mitmachen müssen. Gleichzeitig ist sie aber auch lange nicht so unschuldig, wie es zunächst den Anschein hat. Natürlich sind auch Bax und Dovie aus dem erstern Buch mit von der Partie und spielen eine zentrale Rolle, ebenso wie Bax Bruder Titus.
Die Geschichte ist keine reine Liebesgeschichte, das würde auch nicht zur Welcome to the Point Reihe passen. Es geht mindestens zu gleichen Teilen um die Geschehnisse in und um den Point. Denn irgendjemandem gefällt es gar nicht, dass Race nun an der Macht ist und versucht ihn zu sabotieren. Es entwickelt sich also eine spannende Handlung, die auch außerhalb der Romantik sehr interessant war.

Gleichzeitig kommen wir aber hier auch schon zu meinem ersten Kritikpunkt. Denn auch wenn immer wieder eine Menge Kleinigkeiten passieren, so dass einem nie wirklich langweilig wird, ist es am Ende irgendwie doch zu wenig. Es läuft alles ins Nichts. Nur wenige Entwicklungen werden zu einem Ende gebracht, stattdessen wirkt es so, als würden sie für das nächste Buch aufgehoben werden und das war mir nach all dem Aufbau einfach nicht genug und hat mich ziemlich enttäuscht.
Außerdem war ich wie bereits erwähnt mit einigen der Entwicklungen und Entscheidungen nicht ganz einverstanden. Brysen lässt sich viel zu bereitwillig auf Races Lebenstil ein und scheint ab einem gewissen Punkt so gar keine Probleme mehr mit der Kriminalität zu haben. Außerdem is von Anfang an klar, dass Brysen mit Races Job klar kommen muss, ansonsten haben sie keine Zukunft. Doch wieso geht das nicht andersrum? Wieso kann Race nicht für Brysen seine Position im Point aufgeben? Das hat mich schon im ersten Teil bei Dovie und Bax extrem gestört, die in einer ganz ähnlichen Situation waren. Dazu kommt, dass ich immer noch nicht ganz überzeugt von seiner Motivation bin, wenn es um Races Plände für den Point geht.

Deshalb ist meine Meinung wie gesagt zweigeteilt. Es gibt Teile die ich sehr gut fand und andere, die mich eher gestört haben. Das nächste Buch, Better When He's Brave, das von dem Polizisten Titus handeln wird, werde ich vermutlich dennoch lesen, einfach weil ich Antworten auf die noch offenen Fragen bekommen möchte.

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