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Cover Zero deutsch

Cynthia Bonsant arbeitet als Journalistin beim Daily in London. Bisher verlief ihre Karriere dort eher mittelmäßig und ihre Artikel sind Chef nicht brisant genug. Doch das soll sich ändern.
Cynthia gehört zu den Menschen die von ihren Kindern und jüngeren Kollegen als altmodisch betitelt werden. Sie hat zwar ein Smartphone, ist aber froh wenn sie es schafft damit zu telefonieren. Sie hat weder die neueste PC-Ausrüstung noch findet man sie in sozialen Netzwerken. Aber es soll nicht lange dauern Cynthia ist bekannt wie ein bunter Hund - dazu braucht es nur zwei Dinge: eine Datenbrille und einen erschossenen Jungen.

Zero - eine verstellte Stimme als Moderator eines kleinen Filmchens bringt ordentlich Schwung in die Medienwelt. Der erste Spot zeigt einen Angriff auf den Präsidenten der Vereinigten Staaten, Barack Obama, als er in den Ferien mit seiner Familie auf dem Golfplatz unterwegs ist. Drohnen bedrohen die mächtigste Familie der USA und das war nur der Anfang.
Es passiert ihnen nichts, dennoch gehen die Bilder um die Welt. Wer schafft es so nah an den Präsidenten zu gelangen? Und was ist das Ziel?
Zero bietet dafür die Antwort - es wird damit bewiesen wie weit man kommen kann, wenn man das richtige Wissen, die wichtigsten Daten und die nötige Ausrüstung hat. Zero hat es, aber auch andere. Und die nutzen die Daten zu weit schlimmeren Dingen. Darauf will Zero aufmerksam machen.

Nach dieser kleinen Machtdemonstration befindet sich jede Nachrichtenagentur im Ausnahmezustand. Cynthia, eigentlich beinahe arbeitslos, erhält von ihrem Chef den Auftrag Zero zu finden. Sie und ihr Kollege Chander befassen sich fortan nur noch mit Zero. Sie versuchen die Videodaten zurück zu verfolgen, müssen jedoch einsehen, dass da jemand ganz schön clever war.
Um mit allen möglichen Mitteln arbeiten zu können, werden Cyn und ihre Kollegen mit dem neuesten technischen Equipment ausgestattet. Allen voran - die Datenbrille. Cyn ist das nicht ganz geheuer, aber ihre jüngeren Kollegen sind ganz aus dem Häuschen.
Mit einer Datenbrille ist es möglich innerhalb von Sekundenbruchteilen alles über eine Person zu erfahren. Auf dem Heimweg testet Cynthia ihre Datenbrille und ist widerstrebend fasziniert. Sie schaut nur eine Person an und schon nach kürzester Zeit kann sie auf ihrer Brille lesen wer diese Person ist und was sie alles für Fingerabdrücke im Datennetz des WWW hinterlassen hat.
Sind wir wirklich so leicht auszuspionieren?

Cynthias Tochter Viola ist total begeistert von der Datenbrille und bettelt sie ihrer Mutter ab. Sie möchte sie am nächsten Tag mit in die Schule nehmen. Cynthia lenkt ein und ahnt nicht, dass diese Entscheidung der Anfang vom Ende ist.
Als Viola und ihre Freunde am nächsten Tag mit der Brille durch London streifen fällt ihnen ein gesuchter Verbrecher auf. Die Daten in der Brille sind eindeutig und Adam, ein Freund Violas, beschließt den Gesuchten zu verfolgen. Als dieser sich in die Enge getrieben fühlt schießt er auf Adam. Der Junge hat keine Chance - er stirbt.
Hätte ihn die Brille nicht warnen müssen? Warum war Adam so versessen darauf dem Mann zu folgen? Und wie kommt es, dass der sonst so schüchterne Junge plötzlich so extrovertiert ist?

Da Viola bei der Schießerei dabei war, wird Cynthia von ihrem Boss sofort darauf angesetzt ein Exklusiv-Interview mit ihr zu halten. Cynthia denkt gar nicht daran und schottet sich und ihre Tochter ab.
Viel mehr interessiert es sie, wie es dazu hat kommen können. Adam hat in den letzten Monaten eine Wandlung vollzogen - ähnlich ihrer eigenen Tochter. Noch vor 6 Monaten war Viola ein überzeugter Goth dem die Schule nur auf die Nerven ging. Cyn kam an ihre Tochter kaum noch ran. Doch inzwischen ist Viola erblondet, kleidet sich modisch bunt und büffelt was das Zeug hält.
Als Cynthia ihrer Tochter vorsichtig auf den Zahn fühlt erzählt ihr diese von Freeme - einem Dienst mit verschiedenen Actapps, die dem User in jeder Lebenslage helfen. Ganz nebenbei verdienen sich die Leute damit ein Zubrot, denn die in den Apps gesammelten Daten können Sie gewinnbringend verkaufen. Cynthia ist geschockt, dass ihre Tochter so leichtsinnig mit ihren Daten umgeht. Doch Viola hält ihr vor, dass sowieso jeder Daten von ihr hat und noch mehr will. Warum soll sie daraus kein Geld schlagen?
Auch Adam hat Freeme genutzt - ähnlich wie viele andere Millionen von Menschen.
Als Eddie, ein weiterer Schulfreund Violas und ebenfalls Freeme-Nutzer, beginnt Überlegungen anzustellen, merkt er, wie sehr er sich bereits daran gewöhnt hat, dass ihm die Apps sagen, wann er was zu machen hat. Lässt er sich wirklich von einer Maschine das Leben diktieren? Was hat er davon? Und noch interessanter - was hat Freeme davon?

Zero sendet immer wieder kleine Filmchen durch die Medien und macht auf sich aufmerksam. Cynthia und Chander sind Zero dicht auf den Fersen, als es für sie lebensbedrohlich wird. In der Kanalisation von Wien wird Cynthia von angegriffen und beinahe ertränkt. Wie kommt sie aus der Nummer nur lebend wieder raus?

ZERO - Sie wissen, was du tust von Marc Elsberg wurde von mir heiß ersehnt. Leider kann es nicht halten, was ich mir nach dem grandiosen Debüt BLACKOUT. Morgen ist es zu spät. davon versprochen hatte.
Zwar ist das Thema wirklich interessant, aber es ist mangelhaft umgesetzt. Über viele Strecken habe ich die Spannung vermisst und die vielen technischen Dinge darin haben mich einfach gnadenlos verwirrt. Ich hatte einfach keinen Spaß mehr am Lesen und musste mich so regelrecht durchquälen an einigen Passagen.
Dann wiederum gibt es Szenen bei denen man gar nicht schnell genug lesen kann um zu wissen wie es weiter geht.

Die letzten 100 - 150 Seiten sind dann noch recht rasant, aber leider konnten auch die es nicht mehr herausreißen.
Die Themen, die sich Marc Elsberg heraussucht sind immer brisant und aktuell. Das macht seine Bücher natürlich interessant und schnell nachvollziehbar. Der Schreibstil ist wie auch beim ersten Roman sehr flüssig und gut zu lesen. Die Charaktere sind gut dargestellt und nicht ganz so leicht zu durchschauen. Ich persönlich konnte mir bei einer Figur allerdings schon schnell denken, dass nicht alles Gold ist was glänzt. Aber das bleibt mein kleines Erfolgserlebnis ^^

Ich hoffe, dass der nächste Roman des Autors wieder eher meinem Geschmack entspricht. Vielleicht findet er ja ein weiteres Thema, das die Gegenwart so stark beschäftigt, dann bin ich auf alle Fälle noch einmal dabei.

Einen ganz lieben Dank an den Blanvalet-Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

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