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14.

Jun 2014

Cover Der Herr der Tränen deutsch

Rostigan hat schon einige harte Schlachten hinter sich und sehnt sich nach einer ruhigen Erkundungsreise in der er die Welt beobachten kann und sich seiner Kräuter widmen kann.
Die Rechnung hat er aber ohne die junge Bardin Tarzi gemacht. Diese ist von dem Helden ganz angetan und hat sich in den Kopf gesetzt ihn zu begleiten um neue Heldenlieder über ihn zu dichten.

In den letzten Wochen haben sie allerdings wenig spannendes entdeckt - was Rostigan nicht unangenehm ist. Inzwischen hat er sich an ihre Anwesenheit gewöhnt und würde sogar so weit gehen zu behaupte, dass er sie ganz gerne hat.
In einer Höhle entdeckt er eine ungewöhnliche Pflanze - Lockenzahn. Dieses kleinblättrige Gewächs hat einen unschätzbaren wert und ist eigentlich längst nicht mehr zu finden. Doch Rostigan hat Glück. Mit diesem Fund kann er sich ein ruhiges Leben machen und muss sich um seine Zukunft nicht mehr sorgen.

Als er Tarzi von seinem Fund berichtet ist diese völlig aus dem Häuschen. Lockenzahn ist kein gewöhnliches Kraut. Eine kleine Prise eines zerstoßenen Blattes hebt den Geschmack eines jeden Gerichtes hervor. Um ihr eine Freude zu bereiten würzt er den Kanincheneintopf und Tarzi kann kaum an sich halten.
Rostigan ist amüsiert. Sie beschließen sich auf den Weg nach Silberstein zu machen um das Kraut zu verkaufen.
Doch Silberstein gibt es nicht mehr. Es ist beinahe so als hätte es diese Stadt nie gegeben.

Ein Wispern liegt in der Luft und eine verhüllte Gestalt verschwindet im Wald.
Das kann unmöglich sein! Es gibt nur eine Person, die solch eine Tat vollbringen könnte und auf die diese Beschreibung passt - die Diebin. Aber sie wurde vor 300 Jahren getötet. Und wenn sie wieder auf der Aorn wandelt - sind dann auch die anderen zurück gekehrt?

Im ersten Band der beiden Teile um Rostigan und Tarzi lernen wir die Geschichte von Aorn kennen und auch die Aufgabe der Wächter. Wir erfahren wer sie waren, wie sie zu den gefürchteten Wächtern wurden und was das Land jetzt heimsucht.

Sam Bowring hat einen flüssigen Schreibstil und ein gutes Gespür für Spannung. Wenn man gerade eine Sache verdaut hat, kommt er mit der nächsten Überraschung um die Ecke.
Das hat mich natürlich am Lesen gehalten und immer wieder saß ich da - du musst ins Bett, aber ich will noch das Kapitel beenden.
Dumm nur, dass die Kapitel sehr lang sind.

Im vorderen Teil des Buches befindet sich eine Karte, was sehr hilfreich ist. Hätte es jetzt auch noch ein Personenregister gehabt, wäre ich noch viel begeisterter gewesen.
In der Geschichte wird immer wieder gesprungen. Einmal erleben wir die Zeit in der Gegenwart mit Rostigan und Tarzi und einmal die Vergangenheit 300 Jahre zuvor. Es ist nicht immer ganz einfach zu trennen, so dass ich ab und an doch verwirrt war.
Am Ende gab es dann diesen Moment, in dem jeder Fantasyleser da hockt und sich fragt - warum bitte ist das kein Einzelband?
Der zweite Teil erscheint aber immerhin bereits nächste Woche und ich werde dann wohl ganz fix meinen Buchdealer aufsuchen müssen.

Fazit: Mal wieder ein richtig schönes Fantasybuch.

Vielen lieben Dank an den Blanvalet-Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

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