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07.

Jan 2014

Cover Knowing Jack Englisch

Die 20-jährige Chloe hat sich immer bemüht, es allen Recht zu machen. Sie studiert Kunst an einer Privatuniversität und hat immer gute Noten. Sie hat ihren Eltern nie Kummer bereitet, hatte nie Ärger mit der Polizei, Drogen oder Alkohol. Eigentlich ist sie ein ziemlich braves Mädchen. Zumindest bis an die Öffentlichkeit dringt, dass sie drei Monate lang mit Dr. Carter Ames, einem ihrer Professoren, geschlafen hat. Der hat daraufhin seinen Job verloren. Doch da er bei allen sehr beliebt war, lassen die gesamte Studentenschaft und auch einige der Lehrer ihren Unmut an Chloe aus. Schließlich würde nur eine absolut scheinheilige Schlampe jedem das perfekte Mädchen vorgaukeln, aber hintenherum mit ihrem Lehrer schlafen.
Dass Chloe ernsthaft an Carter gehangen und er ihr das Herz gebrochen hat, als er sich von ihr getrennt hat, scheint niemanden zu interessieren. Chloe hat sich bereits damit abgefunden, dass ihr Senior Jahr wohl alles andere als angenehm werden wird. Doch als sie sogar eine Morddrohung wegen ihrer Affäre bekommt, kriegen es ihre Eltern mit der Angst zu tun - und heuern einen Bodyguard an.
Diese zusätzliche Aufmerksamkeit ist das Letzte, was Chloe möchte. Besonders, als sie ihren Bodyguard kennenlernt: Jack ist 26, dunkel, gefährlich, unglaublich attraktiv und kann gar nicht anders, als aus der Masse der Studenten stechen. Außerdem macht er Chloe rasend – manchmal aus Anziehung, doch meist aus schierer Wut, denn mit seiner dominanten Art kommt sie gar nicht zurecht. Doch sie muss sich auch eingestehen, dass sie und Jack irgendetwas verbindet. Dumm nur, dass Jack genauso wie Carter absolut tabu für sie sein sollte...

Doch wie der Leser in Knowing Jack von Rachel Curtis sehr schnell herausfinden wird, ist Chloe nicht nur jemand, dem es sehr wichtig ist, was andere von ihr halten, sie ist auch extrem dickköpfig. Wenn ihr jemand sagt, sie kann etwas nicht tun, kann man sich sicher sein, dass sie es rein aus Prinzip trotzdem versuchen wird (merkt euch diesen Teil, darauf werde ich nämlich später zurückkommen). Wenn man bedenkt, wie unangebracht ihre Beziehung zu ihrem Professor war, dann ist ihr Interesse an Jack ja doch ein wenig angemessener. Sollte man zumindest meinen, Jack selbst sieht das allerdings völlig anders. Er ist sich seiner Verantwortung bewusst und hat in seinem Job bereits einiges mitgemacht. Er weiß, dass es nicht gutgehen kann, Arbeit und Vergnügen miteinander zu vermischen. So kommt es, dass sich zwischen Chloe und Jack sehr bald eine Hassliebe entwickelt. Denn obwohl sich beide wollen, sollten sie sich aus verschiedenen Gründen auf Abstand halten und das sorgt natürlich immer wieder für Reibungen.
Jack und Chloe sind schon nicht gerade die einfachsten Charaktere und es ist ein ziemliches hin und her mit diesen beiden. Mal gibt Jack seiner Leidenschaft nach, dann ist er wieder hart und abweisend. Im nächsten Moment kann er aber schon wieder zum besitzergreifenden Höhlenmenschen mutieren (das tut er übrigens ziemlich oft. Wer keine Alphamännchen mag, wird vermutlich keine Freude an Jack haben). Es ist also kein Wunder, dass Chloe manchmal ziemlich zickig wird und ihm aus Prinzip nicht gehorcht. Doch Rachel Curtis hat die Sturköpfigkeit ihrer Hauptfigur ganz schön übertrieben. Denn oftmals handelt Chloe dabei einfach nur dämlich. Z.B. macht sie eigentlich gerade ein selbstauferlegtes "Männerfasten". Nach dem Drama mit Carter im letzten Jahr eigentlich eine gute Idee. Doch ihren Vorsätzen kommt ziemlich schnell Jack in die Quere - allerdings bleibt es nicht nur bei ihm. Denn rein um Jack in einer ihrer eher frostigen Phasen eins auszuwischen, fängt sie auch noch etwas mit einem anderen jungen Mann an. Ehrlich gesagt hat mir das Chloe als Charakter ziemlich vermiest. Das war einfach zu biestig und schlicht bösartig.

Die eigentliche Geschichte war...okay. Nichts besonderes, aber auch nicht so übertrieben, wie manch anderer New Adult Roman. Das Ende sah zwischenzeitlich mal ziemlich langweilig und ein wenig zu einfach gestrickt aus. Dann kam allerdings der Epilog. Es gibt zwar keinen wirklichen Cliffhanger, aber dennoch einen kleinen Seitenhieb, der mir kurz mal die Sprache verschlagen hat. Momentan gibt es noch keine Informationen zu einer Fortsetzung von Knowing Jack von Rachel Curtis. Doch wenn ich an das Ende denke, dann ist es fast unmöglich, dass es keinen zweiten Teil geben wird - und den werde ich auch garantiert lesen.

Knowing Jack erscheint am 17. Januar 2014.

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