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Cover Mephisto Kiss Englisch

Enthält Spoiler für The Redemption of Ajax / Am Anfang ist die Ewigkeit.

Als Tochter des Präsidenten der USA ist es Jordan Ellis schon von klein auf gewohnt, immer unter Beobachtung zu stehen und ständig potentieller Gefahren ausgesetzt zu sein. Doch als sie eines Abends im Haus ihres Freundes Matthew ist und plötzlich zwei bewaffnete Männer das Zimmer stürmen und sie entführen, kann sie es trotzdem nicht fassen. Besonders, als sie sich von einem Moment auf den anderen plötzlich in einem Flugzeug befindet, keine Ahnung hat, wie sie dort hingekommen sein kann und sich Angesicht zu Angesicht einem Mann gegenübersieht, bei dem sie sofort weiß, dass er nicht menschlich sein kann und das Böse in Person ist. Dieser stellt sich als Eryx vor und die Pläne, die er für Jordan hat, jagen ihr kalte Schauer über den Rücken: Jordan ist eine Anabo und damit die Einzige, die Eryx Kinder gebären kann. Und es gibt nichts, was Eryx mehr will.
Zum Glück haben aber die Mephisto schon Wind davon bekommen, dass es eine neue Anabo gibt und Eryx sie in seiner Gewalt hat und ein Rettungsplan ist bald geschmiedet. Natürlich hofft jeder der Brüder, dass Jordan für ihn bestimmt ist, doch ausgerechnet Key ist es, der sofort ihren Duft wahrnimmt und von ihr gefangen ist. Der Anführer der Mephisto, dachte immer, dass seine für ihn Bestimmte ruhig, fügsam und devot ist. Stattdessen ist Jordan dickköpfig, selbstbewusst und unabhängig und kommt wiederum selbst mit der kühlen und bestimmten Art von Key nicht klar. Natürlich geraden die beiden daher ständig aneinander und ihre potentielle Beziehung steht also unter keinem guten Stern.
Doch Eryx hat noch lange nicht aufgegeben und macht Key und den restlichen Mephisto unmissverständlich klar, dass er diesmal persönlich wird. Und das kann nichts Gutes verheißen.

Bevor ich mit The Mephisto Kiss, dem zweiten Teil von Trinity Faegens The Mephisto Covenant-Reihe angefangen habe, hatte ich große Angst, es würde sich viel wiederholen, da ja zumindest theoretisch am Anfang jeder Bruder vor dem gleichen Problem steht: Nämlich seiner Anabo die Geschichte der Mephisto zu erzählen und erklären, was es bedeutet, Anabo zu sein. Und in der Tat wird das natürlich wieder ein Thema, zum Glück aber in einem sehr angenehmen Maß und gerade genug, um einem die Details aus dem ersten Buch wieder ins Gedächtnis zu rufen. Es scheint so, als wäre sich die Autorin dieses Problems auch durchaus bewusst, denn es passiert etwas im Buch, dass auf einen etwas anderen Aufbau, des dritten Buchs schließen lässt.
Aber nun zurück zum zweiten Band: Ich muss zugeben, es hat ein wenig gedauert, bis mich The Mephisto Kiss richtig fangen konnte. Lange Zeit hat es einfach nichts Neues geboten, zumindest nicht genug, um sich wirklich abheben zu können. Unterhaltsam war es aber dennoch. Die Mephisto und ihr Kampf gegen das Böse sind nach wie vor spannend und actiongeladen und die Brüder sind durch ihre Unterschiede immer wieder für Überraschungen gut.
Key selbst zum Beispiel ist sicher nicht der einfachste Charakter. Als Anführer der Gruppe ist er es gewohnt, immer die Oberhand zu haben. Deshalb halten seine Brüder einen gewissen Abstand zu ihm und er ist sehr einsam, was er allerdings natürlich niemals zugeben würde. Nach Außen ist er immer hart und kühl und es war jedes Mal wieder interessant, über ihn und Jordan und die Veränderungen in den beiden zu lesen. Doch auch über die anderen Mephisto lernt der Leser eine Menge, vermutlich sogar mehr, als im vorherigen Teil.
Trotzdem passiert wiegesagt nicht allzu viel, was man nicht in der ein oder anderen Form bereits aus anderen Büchern kennt. Zum Glück wendet sich das aber gegen Ende. Eine Überraschung jagt die nächste und es wird nochmal richtig spannend, traurig und auch ziemlich besorgniserregend. Allerdings ist das Ende dabei leider ziemlich abrupt und knapp geraten. Es ist zwar in sich abgeschlossen und die meisten Fragen werden beantwortet, ein wenig unbefriedigend, war es aber dennoch.

Fans des ersten Bands der The Mephisto Covenant-Reihe von Trinity Faegen werden mit The Mephisto Kiss aber dennoch durchaus auf ihre Kosten kommen. Die Brüder - und diesmal wirklich alle - stehen im Zentrum der Geschichte und man lernt viel Neues über sie. Zwar gibt es sonst nicht viel Neues und "das große Ganze", das die Reihe zusammenhält, entwickelt sich auch nicht sonderlich weiter, doch alleine das Ende macht es dennoch lesenswert.

The Mephisto Kiss erscheint am 25. September 2012 in den USA.

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Cover Golden Lily Englisch

Enthält Spoiler für Bloodlines / Bloodlines: Falsche Versprechen und die Bücher der Vampire Academy-Reihe.

Für Sydney ist klar, dass ihre Mission schwerer ist, als ursprünglich gedacht. Es geht schon lange nicht mehr nur darum, Jill zu beschützen. Nach Keiths Verrat ist Sydney nun die Hauptverantwortliche für den Bereich Palm Springs und das bedeutet, dass sie noch enger mit den Moroi und Dhampiren zusammen arbeiten muss, als vorher. Und ihre Zahl nimmt zu. Denn mittlerweile sind nun auch Sonya und Dimitri zu der Gruppe gestoßen, um gemeinsam mit Adrian mehr über die mögliche Heilung der Strigoi herauszufinden. Mit ihnen ist außerdem Angeline angereist, die als Jills Cousine posieren und sie zusätzlich beschützen soll. Die Neuzugänge sorgen für einige Spannungen in der Gruppe und Sydney hat alle Hände voll damit zu tun, für Frieden zu sorgen, auch wenn das nicht unbedingt ihre Aufgabe ist. Vor allem Adrian leidet unter der Situation und Sidney kann nicht anders, als ihm zu helfen, wo sie kann.
Als ob das nicht schon unangenehm genug wäre, hat sie jetzt ein noch viel persönlicheres Problem: Sie hat ihr erstes Date. Glücklicherweise scheint Breyden, den sie über einen Mitschüler kennengelernt hat, aber wie für sie gemacht und die beiden haben jede Menge gemeinsame Interessen, auch wenn sie kaum Zeit füreinander finden.
Aber bald schon tritt sogar Sydneys kompliziertes Liebesleben in den Hintergrund, denn eine neue Gefahr droht der Gruppe. Und die ist nicht nur unberechenbar, sondern kommt auch noch von gänzlich unerwarteter Seite.

Irgendwie ist es mir mit The Golden Lily / Bloodlines: Die goldene Lilie ganz ähnlich ergangen wie mit Bloodlines / Bloodlines: Falsche Versprechen, dem ersten Buch in Richelle Meads Spinn-Off-Reihe Bloodlines: Der Anfang zog sich ziemlich, aber irgendwann hat mich die Story doch so gefangen, dass ich das Buch gar nicht mehr zu Seite legen wollte. So war es eben auch dieses Mal. Allerdings muss ich sagen, dass es in The Golden Lily / Bloodlines: Die goldene Lilie noch etwas länger dauert, bis wirklich etwas passiert. Viel Action sollte man sich ebenfalls nicht erwarten und auch bis zu dem Bisschen, das es gab, muss man bis zum Ende des Buchs gedulden.
Zu einem gewissen Grad liegt das sicher auch an Sydney. Sie ist einfach nicht so eine taffe Heldin wie Rose, doch das macht eigentlich nichts. Ich brauche nur jedes Mal wieder etwas Zeit, um mich an sie zu gewöhnen und die relativ ruhige Einstiegsphase, in der viel noch einmal erklärt wird, ist dabei nicht sonderlich hilfreich. Aber auch darüber kommt man glücklicherweise relativ schnell hinweg.

Wiegesagt passiert zumindest in der ersten Hälfte nicht allzu viel, vor allem was die Moroi und Dhampire angeht. Stattdessen dreht sich die Geschichte um Sydney selbst. Wie schon in Bloodlines / Bloodlines: Falsche Versprechen hat sie große Probleme damit, ihre Prioritäten zu ordnen. Was ihr Kopf (und der Alchemist in ihr) sagt, ist nicht unbedingt dass, was ihr Herz und eigentlich auch sie selbst will und es fällt ihr immer schwerer zu behalten, dass die Vampire nicht ihre Freunde, sondern nur ein Auftrag sein sollten. Breyden ist natürlich eine angenehme Flucht in die Normalität und gleichzeitig ein weiterer Punkt der sie beschäftigt. Ihre absolute Naivität was Daten und Jungs angeht, hat für einige wirklich witzige Situationen gesorgt. Ich bin allerdings kein Fan von Breyden. Er erinnert mich nur allzu sehr an das, was ich an Sydney nicht mag. Beide sind extrem zuverlässig, gebildet, verantwortungsbewusst und auch ein bisschen spießig (böse Zungen könnte sie auch einfach als Streber bezeichnen ;), doch was bei Sydney irgendwie zumindest ein wenig charmant ist, ist bei Breyden einfach nur nervig. Und da Sydney sowieso schon nicht der beliebteste Vampire Academy Charakter war, weiß ich nicht, wie gut sie dadurch bei den Skeptikern wegkommen wird.

Cover Goldene Lilie Deutsch

Die anderen Charaktere kommen ebenfalls nicht zu kurz. Adrian wird immer wichtiger für die Geschichte und ich mag ihn deutlich lieber, als in der Vampire Academy-Reihe. Er ist im Grunde immer noch der gleiche Adrian, aber er kommt mir erwachsener vor und nicht mehr ganz so kläglich und selbstbemitleidend, wie es früher manchmal war. Einfach ein wenig gefestigter und so gefällt er mir deutlich besser. Neben Jill und Eddie ist wiegesagt nun auch Angeline, eine der Keeper, die wir bereits in Last Sacrifice / Schicksalsbande kennengelernt haben, an der Schule eingeschrieben und sie sorgt nicht nur für viel frischen Wind, sondern auch für ein paar Lacher.

Ein actiongeladenes Buch sollte man sich bei The Golden Lily / Bloodlines: Die goldene Lilie von Richelle Mead also nicht unbedingt erwarten. Stattdessen geht es viel mehr darum, die Charaktere weiter zu entwickeln und vermutlich auch, auf die zukünftigen Bücher vorzubereiten. Man muss aber keine Angst haben, denn trotz des teils etwas trägen Starts wurde das Buch zum Glück (zumindest für mich) nie langweilig und vor allem gegen Ende zieht das Tempo doch sehr an.

Einen echten Cliffhanger hat das Ende zwar nicht, aber die letzten Seiten haben mich trotzdem umgehauen. Nicht zuletzt deswegen freue ich mich jetzt schon sehr auf das dritte Buch der Reihe, The Indigo Spell / Bloodlines: Magisches Erbe, dass in den USA allerdings erst im Februar 2013 auf den Markt kommt.
Deutsche Leser müssen sich noch bis November 2012 gedulden, bis The Golden Lily / Bloodlines: Die goldene Lilie hierzulande erscheint.

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Heldenzorn

Tags: Fantasy
18.08.2012
Cover Heldenzorn deutsch

Bei einem Hinterhalt der Harten Menschen auf einen Stamm der Barbaren in der Steppe, überlebt der junge Teriasch als einziger das Massaker. Nur seinem unerschrockenen Pferd hat er es zu verdanken, dass ihn die Flammen, die vom Himmel fielen und alles niederbrannten, nicht töteten. Pukemasu, eine Schamanin aus dem Stamm der Schwarzen Pfeile, findet den verwundeten Jungen und nimmt ihn auf. So beginnt Teriaschs Ausbildung zum Schamanen.

Als er eines Tages mitten in der Steppe aus seiner Schwitzhütte tritt hofft er auf Erkenntnisse, die ihm die verschiedenen Kräuter, aus denen er den Sud gerührt hat, bringen sollen. Doch stattdessen bringen sie ihm Harte Menschen, die auf der Suche nach Steppenbewohnern sind um sie der Sklaverei zu unterwerfen. Mit keinem Faden am Leib wird der junge Schamane gefangen genommen und mit anderen angehenden Sklaven zusammen auf einem langen Marsch in die Stadt des Dominum gebracht. Hier erfährt er am eigenen Leib, wie mit Sklaven umgegangen wird. Doch unter den Gefangenen hat er einen etwas gesonderten Status - im Gegensatz zu den anderen spricht er die Sprache der Harten Menschen und erzielt so auf dem Sklavenmarkt einen besonders guten Preis.
So gelangt er als Arenakämpfer zu Silicis und trifft noch am gleichen Tag auf den Halbling Rukabo. Dieser wurde als Dieb erwischt und zum Sklaventum verurteilt. In einer lächerlichen Verkleidung werden sie zum Sterben in die Arena geschickt und sollen vom besten Kämpfer des Dominums getötet werden. Doch es kommt alles ganz anders. Durch eine glückliche Fügung und das Wissen des Halblings überstehen sie den Kampf gegen Demeto Karis. Da Publikum ist erst geschockt und dann erzürnt. So werden die Feles freigelassen - großkatzenähnliche Wesen die sehr an dem Blut auf Teriaschs und Rukabos Kleidung interessiert sind. Doch wieder ist ihnen das Glück hold, denn Teriasch hütet seit seiner Kindheit ein weiteres Geheimnis, welches ihnen ein weiteres Mal das Leben rettet - er ist eine Feuerseele.

Diese Eigenschaft verschafft dem jungen Mann und seinem Mitkämpfer eine zweifelhafte Ehre. Eine der Töchter des Dominex kauft sie Silicis ab und fortan stehen sie in ihrem Dienst. Doch keiner der beiden Männer ahnt, weshalb die junge Frau sie wirklich in ihren Dienst holt - denn jemand trachtet ihr nach dem Leben und Teriasch soll ihr helfen den Drahtzieher zu finden. Sie gehen einen Pakt ein, der nicht nur der persönlichen Leibwächterin, Carda, gegen den Strich geht. Auch Rukabo ist wenig begeistert, lässt sich aber von der Gelegenheit ablenken, seinen Verwandten, die im Palastgarten arbeiten, das Leben schwer zu machen.

Eigentlich habe ich mich sehr auf den neuen Roman von Jonas Wolf gefreut. Nachdem das erste Buch Heldenwinter doch durchaus spannend war, versprach ich mir vom neuen Werk des Autors noch eine Steigerung. Leider wurde ich hier sehr enttäuscht. Während Heldenwinter es schaffte den Leser zu fesseln, ist es mir bei Heldenzorn eher schwer gefallen im Geschehen zu bleiben. Die Namen der Charaktere waren auch hier wieder keine Hilfe und auch der Spannungsbogen hielt sich eher niedrig. Da hilft es leider nicht, dass zumindest die letzten 60 Seiten noch einmal an Fahrt aufnehmen.
Nachdem Teriasch als Sklave gefangen genommen wurde, erwartet man eigentlich Fluchtversuche und Ausrisse mit Hilfe seiner 'Feuerseele'. Doch diese bleiben leider komplett aus. Sicher passiert hier und dort mal eine Kleinigkeit, aber das war es dann auch schon wieder.

Ich hoffe Jonas Wolf legt einen weiteren Roman vor der in dieser Welt spielt, denn die Charaktere und den Aufbau habe ich tatsächlich lieb gewonnen. Nur sollte hier wirklich davon abgeraten werden es als Halblingsabenteuer zu vermarkten, denn wie bereits im ersten Buch spielt auch hier das Volk der Halblinge eine Nebenrolle.

Ich möchte dennoch ganz herzlich dem Piper Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars danken.

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Cover The Glimpse englisch

London in nicht allzu ferner Zukunft. Ariana (Ana) Barber wird demnächst 18. An sich ein Grund zur Freude, doch für Ana entscheidet sich mit diesem Tag ihr weiteres Schicksal. Kommt bis zu ihrem Geburtstag die Verbindung mit dem ihr versprochenen Jasper Tarell zustande, kann sie weiter als sogenannte Pure leben. Andernfalls muss sie in die City umziehen und unter den sogenannten Crazies leben - für Ana bislang eine schreckliche Vorstellung. Selbst ihr Vater, der einflussreiche Nobelpreisträger Ashby Barber, könnte ihr dann nicht mehr helfen. Dabei ist Ashby einer derjenige, der an der Entwicklung des sogenannte Pure-Tests überhaupt erst beteiligt war: Ein Test, der zeigt, ob jemand frei von geistigen Krankheiten ist (Pure) oder aber eine von vielen mentalen Krankheiten in seinen Genen trägt (Crazy). Dummerweise ist genau das bei Ana der Fall. Ihre Mutter hatte Depressionen und somit gilt Ana als sogenannter Sleeper. Nach Meinung des Boards (der Aufsichtsbehörde der Pure) ist es nur eine Frage der Zeit, bis sie sich in eine Active verwandelt.
Am Abend nach der offiziellen Bekanntmachung von Anas und Jaspers Verbindung, wird Jasper entführt. Kurz zuvor hat er Ana gegenüber Andeutungen gemacht, dass er in Gefahr sei. Schnell merkt Ana, dass an Jaspers Verschwinden nicht alles so ist, wie es zu sein scheint. Ana macht sie sich auf, Jasper zu suchen. Dabei führt ihr Weg geradewegs in die City und unter die Crazies...

Doch das Leben in der City ist überhaupt nicht so wie die Nachrichtenkanäle des Boards es Ana und den übrigen Pure weiß machen wollen: Die Crazies sind zwar teilweise krank, schlecht versorgt oder suchen Vergessen mithilfe von Drogen, doch niemand bedroht Ana, raubt sie aus oder wird ihr sonst wie gefährlich. Die wenigen Hinweise, lassen sie nach einem Gewissen Cole Winter suchen. Schließlich landet sie auf dem Hausboot seiner Familie und muss erfahren, dass Cole Winter gerade in Haft sitzt, aufgrund des Verdachts, Jasper Tarell entführt zu haben. Ehe Ana sich versieht, gerät sie in einen Strudel von Ereignissen und muss sich körperlicher und geistiger Gefahren erwehren...

Mit The Glimpse ist Claire Merle ein ziemlich beeindruckendes dystopisches Debüt gelungen. Allein die Tatsache, dass ihr futuristisches London sich in die wohlhabenden und mächtigen gesunden Pure und die armen, unterdrückten kranken Crazies unterteilt, macht das Setting des Buches ungewöhnlich. Natürlich gibt es inzwischen Jugendbuch-Dystopien und damit unterdrückende Regime wie Sand am Meer, aber mich hat das ganze Konstrukt sofort fasziniert. Hinzu kommt, dass Ana eine ungewöhnliche Heldin ist. Eigentlich privilegiert und reich, muss sie schon seit Jahren mit dem Makel zurecht kommen, dass sie ein Sleeper ist. Aus diesem Grund wird sie ständig vom Board befragt und - selbst wenn sie einmal ihre Ruhe hat - von ihrem Vater gedrillt: keine Gefühle und nur wenig Mimik zeigen, immer gewisse Antworten parat haben und niemals aus sich herausgehen. Einzig die Musik erlaubt es ihr, sich den ganzen Regeln auch mal zu entziehen und in der geistigen Wachsamkeit nachlassen zu dürfen. All das hat Ana bewusst gemacht, wie eingeschränkt ihr Leben eigentlich ist und so offenbart sich ihr dort, wo sie überhaupt nicht damit rechnet - unter den Crazies - zum ersten Mal ein Hauch von Freiheit. Als sie dann auf den, mit einer Vision geplagten Musiker Cole trifft, nimmt ihr Schicksal für immer einen anderen Lauf...

The Glimpse ist der erste Band eines Zweiteilers. Der Cliffhanger am Ende ist aber so, dass das Buch auch recht gut für sich alleine stehen kann. Trotzdem hätte ich am Liebsten gleich weitergelesen, wie es mit Ana, Cole, Jasper, Lila und Tamsin weitergeht, doch der zweite, noch unbenannte Band erscheint nicht vor dem Sommer 2013.
Kritisieren möchte ich allerdings, dass man die Anziehungskraft und Faszination zwischen Ana und Cole nicht so recht nachvollziehen kann. Sie verbringen nur wenig Zeit miteinander, davon kaum innige geistige Momente, sodass ich die Tiefe der Gefühle doch etwas überzogen fand. Aber Claire Merle konnte mich mit ihrer Art zu schreiben, insbesondere mit den Perspektivenwechseln, und ihrer oft sehr spannenden Story (ich sage nur Three Mills) wirklich fesseln. Obwohl das Buch nicht nur gute Kritiken bekommen hat, freue ich mich schon sehr auf die Fortsetzung.

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Cover Pakt der Hexen deutsch

Enthält Spoiler für #1 Bitten / Die Nacht der Wölfin, #2 Stolen / Rückkehr der Wölfin und #3 Dime Store Magic / Nacht der Hexen.

Vier Monate sind vergangen, seit es Paige und Lucas gelungen ist, Savannah aus den Fängen des Nast Cabal zu befreien. Seitdem leben sie gemeinsam in Portland. Lucas übernimmt weiterhin kleinere Aufträge, um anderen übernatürlichen Wesen ohne die nötigen finanziellen Mitteln zu helfen; Savannah besucht dort die Schule; und Paige versucht sich währenddessen ihren eigenen Hexenzirkel aufzubauen, nachdem sie von ihren eigenen Schwestern verstoßen wurde ? allerdings ohne Erfolg. Paige ist mehr als frustriert.
Und dann bekommt sie auch noch unerwarteten Besuch: Benicio Cortez steht vor ihrer Tür. Er ist das Oberhaupt des Cortez Cabal, so ziemlich der einflussreichste Mann in der übernatürlichen Welt ? und Lucas Vater. Paige weiß genau, dass sie nichts von dem glauben darf, was Benicio ihr erzählt, denn er will nichts anderes als Lucas im Familienunternehmen sehen. Dass dieser jetzt auch noch ausgerechnet eine Hexe zur Freundin hat, ist seinem Vater ein zusätzlicher Dorn im Auge. Doch was Benicio Paige zu berichten hat, lässt sie dann doch innehalten: Ein bisher unbekannter Täter hat mehrere Teenager brutal getötete und es fehlt immer noch jede Spur von ihm.
Paige und Lucas wissen genau, dass sie manipuliert werden, um näher mit den Cabal zusammen arbeiten zu müssen, doch in diesem Fall sind sie bereit, das über sich ergehen zu lassen. Denn der Täter ist noch lange nicht am Ende seiner Mordserie angelangt...

Vermutlich lässt sich die Geschichte von Industrial Magic / Pakt der Hexen, dem vierten Band der Women of the Otherworld-Reihe von Kelley Armstrong, dieses mal am besten als Mystery bezeichnen. Denn auch wenn es natürlich einen riesigen Fantasy-Anteil gibt, so nimmt die Geschichte um den kaum einzuschätzenden sowie offensichtlich übernatürlichen Mörder doch den größten Platz ein und sorgt dadurch natürlich mächtig für Spannung. Gleichzeitig bekommen wir viele Einblicke in die Otherworld und langsam aber sicher kann man sich sowohl von den Regeln und Gesetzen, als auch den Reaktionen der verschiedenen Rassen darauf,ein ziemlich gutes Bild machen.

Cover Industrial Magic englisch

Leider dauert es aber eine ganze Weile, bis die Geschichte in Fahrt kommt und erst einmal gilt es, eine Menge Kleinigkeiten und Sackgassen aus dem Weg zu räumen. Das war teilweise leider etwas ermüdend und hätte definitiv nicht so ausführlich behandelt werden müssen. Da das Buch mit knapp 600 Seiten sowieso schon das bisher längste der Reihe ist, hätten ein paar Kürzungen zu Beginn sicher für ein wenig mehr Spannung gesorgt.

Doch wenn der etwas schleppende Anfang erst einmal geschafft ist, wird man mit einem für die Reihe gewohnt wunderbaren Buch belohnt. Auch diese Mal lernt man wieder einige neue Charaktere kennen und lieben und - was für mich und vermutliche viele andere das Beste am Buch ist - es gibt ein Wiedersehen mit einigen alten Bekannten. Es macht riesigen Spaß all die verschiedenen Charaktere auf einem Haufen zu erleben. Außerdem werden dadurch einige schon fast vergessene Details wieder ins Gedächtnis gerufen, die man für den weiteren Verlauf der Reihe gut gebrauchen kann.

Insgesamt weiß also auch Industrial Magic / Pakt der Hexen nach einem etwas schwachen Start zu überzeugen. Kelley Armstrong schafft es spielend, den Leser mit ihrer Geschichte bei Laune zu halten und so wird die Welt um die Women of the Otherworld auch nie langweilig. Nicht zuletzt durch den humorvollen und flüssigen Schreibstil und die vielen neuen Ideen, die deutlich machen, dass der Autorin noch lange nicht die Ideen ausgehen, freue ich mich bereits auf die weiteren Bücher der Reihe. Und ich darf jetzt schon verraten, dass im nächsten Band Haunted / Nacht der Geister wieder ein recht überraschender Perspektivenwechsel ansteht.

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