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Cover Ella Enchanted Cover

Eigentlich sollte man meinen, bei seiner Geburt eine gute Fee unter den Gästen zu haben, die einem eine Gabe bringen will, wäre eine gute Sache. Doch Ella hätte auf das Geschenk, das ihr die Fee Lucinda gemacht hat, gut und gerne verzichten können. Denn Ella hat für Lucindas Geschmack bei ihrer Geburt zu viel geschrien und so hat sie ihr das Geschenk der Gehorsamkeit gemacht...und Ella prompt den Mund verboten.
Seitdem hat Ella unter diesem Fluch viel erleiden müssen (auch wenn Lucinda fest darauf besteht, dass es ein Segen ist), denn sie muss absolut jedem Befehl gehorchen und sei er noch so absurd. Bis sie 15 war, konnten Ella, ihre Mutter Eleanor und die Köchin Mandy den Fluch verheimlichen. Doch nun ist Eleanor gestorben und Ella muss alleine mit ihrem komplett entfremdeten Vater klarkommen, für den wenig mehr als Geld zählt und der nicht so richtig weiß, was er mit seiner Tochter anfangen soll. Und deshalb schickt er sie so schnell wie möglich mit Hattie und Olive, den furchtbaren Töchtern einer Bekannten und Verehrerin von Ellas Vater, auf eine Benimmschule weit weg von Zuhause und allem, was sie kennt.
Ella weiß, dass es jetzt höchste Zeit ist, etwas gegen ihren Fluch zu tun. Und so beschließt sie, sich auf die Suche nach Lucinda zu machen und sie notfalls zu zwingen, den Fluch rückgängig zu machen. Ein Märchenbuch, das ihr auch immer wieder ihre Liebsten und ein paar Briefe von ihnen zeigt, ist zunächst ihr einziger Begleiter, doch auf ihrem Weg trifft Ella auf Elfen, Oger, Gnome, Zentauren, Freunde, Feinde...und natürlich auch einen Prinzen.

Wirklich schöne Märchen, die eigentlich eher dem klassischen Prinzip folgen, gibt es mittlerweile nur noch selten. Auch Ella Enchanted / Ella, verzaubert von Gail Carson Levine entspricht vermutlich nicht komplett dem typischen Märchen, kommt dem aber doch relativ nahe und hat es deshalb auch zu etwas Besonderen gemacht. Wenn man es genau nimmt, ist Ella Enchanted / Ella, verzaubert eine Neuerzählung von Aschenputtel (zumindest in gewisser Hinsicht), hat der Geschichte aber doch einen ganzen eigenen Anstrich verpasst.
Ella ist wirklich in einer furchtbaren Situation. Wer aber denkt, sie würde sich davon unterkriegen lassen, täuscht sich sehr. Denn anstatt ruhig und still alles zu ertragen, hat sie gelernt die Befehle ein bisschen zu umgehen und manchmal sogar zurückzuschlagen (sprichwörtlich). Es ist quasi eine kleine Rebellin aus ihr geworden. Außerdem hat sie nie ihren Witz und ihre gute Laune verloren, was sie zu einer sehr sympathischen Heldin macht. Sie trifft auf jede Menge andere Charaktere und Wesen, die zwar in typischer Märchenmanier relativ knapp und einfach beschrieben sind, aber dennoch für Abwechslung sorgen und den gewünschten Effekt erzielen. Besonders gut gelungen sind da die Bösewichte bzw. zwielichtigen Gestalten, die zwar ebenfalls nicht unbedingt vielschichtig, dafür aber sehr überzeugend sind. Wie gesagt bekommt Ella auch einen Prinz zur Seite gestellt. Char ist ebenfalls nicht die einfallsreichste Gestalt, aber wenigstens erleben die beiden eine Menge miteinander und schauen sich nicht die ganze Zeit nur verträumt in die Augen, was die Geschichte zwischen den beiden wirklich niedlich macht.

Cover Ella verzaubert Cover Vom Schreibstil her hat sich Gail Carson Levine ebenfalls bemüht, sehr märchenhaft zu klingen. Das hat natürlich ausgezeichnet gepasst, klang glücklicherweise gleichzeitig aber nie zu kindisch. Dafür gibt es einfach zu viele witzige Szenen und humorvolle Gespräche. Wenn die Geschichte droht ein bisschen zu kitschig zu werden, schafft es die Autorin oftmals mit einer lustigen Idee oder ein bisschen Ironie die Situation geschickt zu "entsüßen".

Insgesamt ist Ella Enchanted / Ella, verzaubert von Gail Carson Levine eine nette kleine Lektüre für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, die sich gerne mal wieder von einem Märchen verzaubern lassen wollen. Mit netten Einfällen, viel Witz und Humor und einer Heldin, die sich ihrem Schicksal nicht einfach so ergibt, ist dieses Büchlein definitiv lesenswert.

Ella Enchanted / Ella, verzaubert wurde übrigens 2004 auch unter dem gleichen Namen verfilmt. Die Titelrolle übernahm Anne Hathaway. In Nebenrollen sind weitere bekanntere Schauspieler wie Minnie Driver oder Hugh Dancy zu sehen. Allerdings wurde die Geschichte an einigen Stellen stark abgeändert.

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Cover Callum & Harper Englisch

Callum und Harper teilen das gleiche Schicksal: Beide sind vor kurzem 18 geworden und wurden prompt von ihren Pflegefamilien vor die Tür gesetzt. Sobald mit ihrer Volljährigkeit keine Schecks mehr vom Staat gekommen sind, wollte niemand mehr etwas von ihnen wissen.
Nun sitzen sie beide bei ihren Sozialarbeitern mit kaum mehr als den Kleidern an ihrem Leib. In keiner der staatlichen Einrichtungen ist momentan ein Platz für sie frei und keiner kann ihnen helfen, was bedeutet, dass sie auch noch ohne Unterkunft sind. Doch vielleicht haben sie eine Chance, wenn sie sich zusammentun und sich gemeinsam auf der Straße durchschlagen. Sie hoffen eventuell sogar genug Geld zu verdienen, um sich eine eigene Wohnung zu leisten. Denn eigentlich haben beide große Pläne für ihre Zukunft und würden gerne studieren.
Schnell entwickelt sich eine ganz besondere Freundschaft zwischen Callum und Harper, während in ihrem Leben weiterhin so ziemlich alles schiefgeht, was schiefgehen kann. Doch gerade als es so aussieht, als würde es für die beiden bergauf gehen, taucht jemand aus Harpers Vergangenheit auf, der jegliches Glück, dass sie sich miteinander aufgebaut haben zerstören kann. Und das bevor Harper und Callum klar wird, was alle anderen schon von Anfang an gesehen haben: Dass sie heillos und unsterblich ineinander verliebt sind.

Gleich von der ersten Seite an, wird man in Callum & Harper von Fisher Amelie in die Geschichte geworfen und ist unmittelbar dabei, wie sich die beiden Protagonisten kennenlernen. Das ist der Einstieg in eine sehr süße, aber auch intensive Liebensgeschichte. Die beiden haben mit allem gerechnet, als sie im Büro ihrer Sozialarbeiter saßen, nur nicht, den wichtigsten Menschen ihres Lebens zu finden. Die Anziehung zwischen den beiden ist nicht zu leugnen und sie verstehen sich auf Anhieb blendend. Dabei ist das keine Selbstverständlichkeit, denn bei ihrer Vergangenheit haben beide große Probleme Vertrauen zu fassen. Zwar sind ihre Geschichten sehr verschieden, das Ergebnis am Ende ist aber das Gleiche: Sie sind mittellos und müssen kämpfen, um eine Perspektive für ihre Zukunft haben. Und kämpfen tun sie. Callum und Harper hangeln sich von einem Job zum anderen und müssen mehrere Rückschläge erleiden. Trotzdem geben sie nie auf.
Und genau das hat mir gut an diesem Buch gefallen. Egal was passiert, gemeinsam stehen sie es durch. Außerdem haben sie eine Vielzahl von wirklich tollen Freunden, die alles für sie tun würden und das Buch davor bewahren, zu einseitig zu werden. Denn die Geschichte handelt wirklich nur von Callum und Harper; sie sind ständig beieinander und haben nichts als den jeweils anderen im Kopf. Außerdem sind sich die beiden charakterlich sehr ähnlich und haben oft die gleichen Gedanken. Glücklicherweise wird das aber nie unangenehm oder langweilig, sondern ist eher witzig und unterstreicht nur noch einmal, dass die beiden etwas Besonderes verbindet.
Trotzdem gab es auch Punkte, die mich gestört haben. Z.B. wechselt die Autorin in ihrem Schreibstil ständig zwischen Präsens und Präteritum, was stellenweise sehr komisch zu lesen war. Das bessert sich allerdings etwas im Laufe des Buches.
Ein weitere Punkt war, dass Harper als taffer Querulant und Unruhestifter vorgestellt wird, was sie - zumindest als wir sie kennen lernen - allerdings überhaupt nicht mehr ist. Im Gegenteil, sie ist extrem nah am Wasser gebaut und man kann die Kapitel an einer Hand abzählen, in denen sie nicht wenigstens einmal heult. Das war irgendwann wirklich nervig. Ebenso frustrierend war auch der Weg, bis Callum und Harper endlich mal zu ihren Gefühlen gestanden sind. Bis sie alle Missverständnisse - und davon gab es viele - aus dem Weg geräumt haben, verging dann noch einmal geraume Zeit.
Außerdem war das Ende mal wieder ziemlich übertrieben. Irgendwann habe ich mich nur noch gefragt, was denn jetzt noch passieren kann. Und tatsächlich hat es Fisher Amelie jedes Mal wieder geschafft, sich selbst zu übertreffen. Am Ende reiht sich ein Drama an das nächste und dabei ist nicht immer alles realistisch.

Trotzdem ist Callum & Harper von Fisher Amelie eine witzige und romantische Geschichte um ein tolles Pärchen, dem das Leben sehr schlechte Karten gedealt hat. Es geht darum, dass Familie nicht immer so aussieht, wie man es erwartet und dass man nie aufgeben darf. Wenn man ein paar frustrierende Missverständnisse und ziemlich viel Drama verkraften kann, wird man mit einer schönen und spannenden Geschichte belohnt.
Callum & Harper ist der erste Teil der Sleepless-Reihe. Allerdings ist der zweite Teil Thomas & January (keine Rezension) nur eine indirekte Fortsetzung und handelt von zwei völlig anderen Charakteren.

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Cover Anonyme Untote deutsch

Andy war tot. Dummerweise ist er es nicht geblieben, sondern als Untoter wieder aufgewacht. Dass bedeutet nicht nur, dass Andy jetzt ein Zombie ist, sondern dass er auch alle seine Rechte als Mensch verloren hat. Zombies dürfen nichts ohne ihren Atmer tun. Atmer sind lebende Menschen, die eine Vormundschaft für einen Zombie übernommen haben. Meist sind es Verwandte, selten Freunde und ziemlich oft findet sich überhaupt kein Atmer, der sich mit einem Zombie belasten will. Schließlich stirbt kaum jemand im Bett und all die Blessuren, die zum Tod des Zombies geführt haben, bleiben ihm erhalten.
Andy etwa ist an einem Autounfall gestorben. Er hat einen kaputten Knöchel, einen unbrauchbaren Arm und defekte Stimmbänder. Zudem muss er kontinuierlich Formaldehyd - etwa aus Shampoos oder Deos - zu sich nehmen, um dem Verwesungsprozess Einhalt zu gebieten. Seine Eltern fungieren als seine Atmer, haben ihn aber mit einem Fernseher in den Weinkeller verbannt. Seine Mutter fasst ihn nur wiederwillig und mit Latexhandschuhen an. Sein Vater nimmt es ihm ziemlich krumm, dass er sein Rentnerdasein nun mit einem Zombie teilen muss und lässt ihn das auch bei jeder Gelegenheit spüren.

Doch Andy hat noch andere Sorgen. Er vermisst seine Frau Rachel und seine Tochter Anni ganz schrecklich. Zudem macht er sich große Vorwürfe, denn Rachel ist bei dem Unfall ebenfalls ums Leben gekommen, aber leider nicht zum Zombie geworden. Mehr oder weniger in Depressionen versunken, sind Andys einzige Lichtblicke seine Therapiesitzungen bei einem Psychiater und seine Teilnahme an einer Zombie-Selbsthilfegruppe Namens 'Anonyme Untote'. Dort lernt er Rita, Jerry und noch andere Zombies kennen, die ihm nach und nach helfen, den Zombiealltag zu bewältigen. Mit der Zeit entwickelt Andy richtig Elan und so nimmt er den Kampf auf, um die elende Situation der Zombies zu verbessern. Dabei macht er ein paar erstaunliche Entdeckungen...

Cover Breathers englisch

Breathers - A Zombie's Lament / Anonyme Untote - Eine Zombie-Liebesgeschichte liefert eine ziemlich abgefahrene Geschichte, die skurril, makaber, witzig und traurig zugleich ist. Der Leser begleitet Andy auf seinem Weg als Zombie und bekommt eine Menge ungewöhnlicher Ideen präsentiert. Eigentlich weiß man von Anfang an, dass die Geschichte nicht gut ausgehen kann. Trotzdem hofft man, je besser man Andy kennen- und schätzen lernt, natürlich auf ein Wunder. Und tatsächlich passieren immer wieder Dinge, die Andy für kürzere oder längere Zeit auf die Gewinnerseite des 'Lebens' führen - dummerweise bleibt es aber nie so. Und jedes Mal ist die Situation dann noch verfahrener. S. G. Browne schickt den Leser also im wahrsten Sinne des Wortes auf einen Horrortrip, bei dem man aber auch ziemlich viel und herzhaft Lachen darf.
Trotzdem muss ich bei Breathers - A Zombie's Lament / Anonyme Untote - Eine Zombie-Liebesgeschichte einen Stern abziehen. Nennt mich ein Weichei, aber das Ende war mir doch zu arg. Gar nicht mal, dass das Buch in einer offenen, aber trotzdem ziemlich auswegslosen Situation endet, sondern eher die Geschehnisse, die dazu führen. Da blutet einem das Herz und irgendwie habe ich mich davon dann auch nicht mehr erholt. Trotzdem war Breathers - A Zombie's Lament / Anonyme Untote - Eine Zombie-Liebesgeschichte ein sehr unterhaltsames Buch: sei es, weil ich nur selten Horrorbücher lese oder weil ich skurrile Szenarien so gerne mag. S. G. Brownes andere Bücher werde ich mir sicher über kurz oder lang zulegen - da lesen sich die Klappentexte nämlich ähnlich skurril.

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Cover Weiberabend Deutsch

Helen - mit drei Jungs gesegnet und wieder schwanger - hat in das Haus ihrer Eltern geladen um einen gemütlichen Abend mit ihren Freundinnen, neuen Enthüllungen, Filmen und gutem Essen zu verbringen. Joanne - Mutter einer Tochter und eines schwierigem Jungen - ist die Heilige der kulinarischen Genüsse und außerdem die Ich-Erzählerin dieser Geschichte. Zu den Beiden gesellen sich noch Erika - Mutter einer behinderten Tochter und einem gesunden Sohn, Tam - Mutter zweier Jungen, Liz - Karrierefrau mit zwei einem Geschwisterpärchen und einer Haushaltshilfe, Fiona - Mutter eines Jungen und einer Stieftochter, CJ - alleinerziehende Mutter zweier Kinder und Dooly - Mutter zweier Jungen und unzähliger Haustiere. Zu acht wollen sie einen entspannten Abend mit Essen, Alkohol und Filmen verbringen.

Doch was als gemütlicher Abend unter Freundinnen beginnt, wird schon bald zu einem Austausch von Geheimnissen und Zugeständnissen. Während sich die Frauen über das leckere Essen hermachen werden Themen auf den Tisch gepackt wie sie nur Mütter untereinander besprechen können.
Da wird über das Verhalten des Sohnes diskutiert, zu welcher Zeit Nicht-Mütter anrufen sollten und wie ungerecht es Mutter Natur geregelt hat, dass der Körper nach der Entbindung nicht wieder flummiartig in seine Ursprungsform schnippt.

Cover Secret Mothers Club Englisch

Joanne Fedler setzt von vornherein klar, dass sie in diesem Buch über sich selbst und ihre Freundinnen schreibt. Natürlich sind die Namen alle geändert, doch nach eigener Aussage sind die Themen und Aussagen so wahrheitsgetreu wie möglich. In diesem Buch geht es vorranging um Probleme von Müttern mit ihrem Nachwuchs, ihren Körpern, ihren Ängsten und ihren Bedürfnissen. Doch auch mir als kinderlosem Leser hat da Buch durchaus lustige Lesemomente beschert. So amüsierte ich mich über die Probleme einer genervten Mutter bzgl. der resoluten Weigerung des Nachwuchses auf die Toilette zu gehen, wo doch Windeln so viel einfacher sind.
Die Ängste einer kinderlosen Frau stehen denen einer Mutter kaum in etwas nach - jedoch sind sie auf andere Personen verschoben. Und so findet man sich auch selbst in der einen oder anderen Situation beschrieben. Besonders interessant ist es, als die Sprache auf das Zwischenmenschliche zwischen den Ehepartnern zu sprechen kommt und hier fällt dann doch auf, dass es definitiv ein Buch für Erwachsene ist.

Mir wurde dieses Buch im letzten Jahr von einer Verkäuferin empfohlen, als ich auf der Suche nach etwas 'Sex and the City'-ähnlichem war. Nun - dem entspricht das Buch so überhaupt nicht, aber es war dennoch die Zeit wert, die es gebraucht hat es zu lesen. Wer also ein wenig amüsante Lektüre mit teilweise ernsten Einklängen sucht, ist mit Secret Mothers' Business / Weiberabend gut beraten.

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Cover Libellenprinzessin Deutsch

Taoshira, von ihren Freunden Tashi genannt, ist eine von den vier Prinzessinnen der Inseln der Blauen Sichel, einem Land, das bekannt für seine merkwürdigen Traditionen, aber auch eine starke Schiffsmacht ist. Wie Tashis Land ist auch das Königreich Gerfalien unter ständiger Gefahr, von Brigadien und seinem mächtigen Tyrannen Fergox angegriffen zu werden. Deshalb soll ein Bündnis zwischen Gerfalien und den Inseln der Blauen Sichel entstehen und durch eine Hochzeit gestärkt werden. Ramil, der Prinz von Gerfalien, und Tashi sollen sich das Ja-Wort geben. Es gibt nur ein Problem: Sie hassen sich auf Anhieb. Ramil ist für Tashi nichts weiter als ein ungehobelter Wüstling. Und für Ramil ist die Prinzessin ein emotionsloses, unterkühltes Weibsstück.
Doch bevor Tashi und Ram ihre Verlobung endgültig wieder lösen können, werden sie entführt und zu niemand anderem gebracht, als Fergox höchstpersönlich. Geschlagen, erniedrigt und allein müssen sie sich ihrem Feind stellen. Und der hatte vor allem in Tashis Geschichte schon viel länger die Finger im Spiel, als sie dachte.

Auf ihrem Weg durch das fremde, feindliche Land, bei verschiedenen Fluchtversuchen und im Kampf gegen Fergox lernen Ram und Tashi viele neue Gefährten kennen, u. a. den stärksten Mann der Welt, die beste Kämpferin, die sie je gesehen haben und einen Meisterspion der etwas anderen Art. Außerdem stellen sie fest, dass sie sich vielleicht ineinander doch mehr getäuscht haben, als sie sich eingestehen wollen.

Vor allem die vielen bunten Charaktere und die sich nur langsam anbahnende Freundschaft zwischen Ramil und Tashi waren, was mir an Dragonfly / Libellenprinzessin von Julia Golding besonders gut gefallen hat. Die beiden haben allen Grund sich am Anfang nicht ausstehen zu können. Tashi ist vor lauter Riten und Pflichten, die sie für ihre Göttin zu erfüllen hat, tatsächlich alles andere als emotional und herzlich. Ebenso zeigt Ramil sich nicht von seiner besten Seite. Ihm schmeckt es gar nicht, dass er gegen seinen Willen verheiratet werden soll und beleidigt Tashi und ihre Herkunft, wo er nur kann. Umso schöner ist es dann, wenn sie hinter die Fassade des jeweils anderen schauen.
Trotzdem ist die Liebesgeschichte relativ nebensächlich in diesem Buch. Vielmehr liest es sich wie eine klassische High Fantasy Geschichte - und das obwohl es weder Zauberei, noch magische Wesen gibt. Dafür sind die verschiedenen Kulturen und die unterschiedlichen Figuren und Abenteuer aber so phantastisch geraten, dass es sich nun einmal wie Fantasy anfühlt. Es gibt waghalsige Fluchten, mutige Pläne und die ungewöhnlichsten Spione und Verbündeten. Die Bösewichte sind nicht nur machthungrig, sondern auch religiöse Fanatiker, was der Geschichte zusätzlich einen besonderen Anstrich verleiht. An Spannung und Tempo fehlt es in Dragonfly / Libellenprinzessin also nie.

Cover Dragonfly Englisch

Womit ich mich allerdings nicht wirklich anfreunden konnte, war der Schreibstil. Der ist für meinen Geschmack zu einfach und schlicht gehalten. Zwar lässt sich Dragonfly / Libellenprinzessin dadurch sehr leicht und flüssig lesen, gleichzeitig wirkt es aber auch fast schon kindlich, was ganz und gar nicht zu der Geschichte passt. Das liegt neben dem simplen und recht knappen Stil auch daran, dass es viele Situationen gibt, die sehr einfach gehandhabt werden. Die Helden schmieden z.B. Pläne und die klappen meistens auf Anhieb einwandfrei, was manchmal einfach unrealistisch wirkt.
Die Geschichte ist aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Grundsätzlich ist das eine gute Sache, denn so begleitet man sowohl Ram als auch Tashi, die nicht immer gemeinsam unterwegs sind. Auch, dass man dadurch auf dem Laufenden gehalten wird, was an den Heimatfronten passiert, ist nicht schlecht. Störend fand ich allerdings, dass die Perspektiven auch innerhalb eines Kapitels oder sogar eines Abschnitts wechseln. Das war teilweise etwas verwirrend und hat Charaktere mit einbezogen, deren Perspektive einfach unnötig war.

Insgesamt ist Dragonfly / Libellenprinzessin von Julia Golding eine unterhaltsame Schnelle Lektüre für Fantasy Fans, die kein Fantasy mögen. Es ist eine phantastische Geschichte, die ohne Zauberei auskommt. Die Charaktere sind sympathisch und die Liebesgeschichte ist mal etwas anders gestaltet. Der Schreibstil ist für meinen Geschmack zwar etwas zu einfach geraten, ist dafür aber sehr flüssig zu lesen.
Übrigens gibt mit The Glass Swallow (keine Rezension) einen Begleitroman, der aber direkt nichts mit Tashis und Rams Geschichte zu tun hat.

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