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Cover The Hallowed Ones Englisch

Katie wusste immer, was sie vom Leben erwarten soll. Sie ist Amish und mit diesen Werten und der Religion groß geworden. Sie erwartet, eines Tages ihren besten Freund aus Kindertagen Elijah zu heiraten, Kinder zu bekommen und das typische Leben einer Amish Frau zu leben: gehorsam, ruhig und gottesfürchtig. Doch vorher kommt noch Rumspringa. Das ist die Zeit für junge Amish, die Welt Draußen zu entdecken - mit allem, was sie zu bieten hat, um dann mit vollem Wissen und Vertrauen in die Kirche einzutreten und all die Sünden in der 'englischen Welt' für immer hinter sich zu lassen.
Katie lebt von dem Gedanken an Rumspringa. Sie hatte schon immer Probleme, sich mit blindem Gehorsam allem zu beugen, was der Bischof und die Ältesten diktieren, wie es die restlichen Mitglieder ihrer Gemeinde zu tun scheinen. Stattdessen muss sie erst alles überdenken und verstehen, sehr zum Ärger des Bischofs. Mit Rumspringa hofft sie, diesen Drang endgültig zu befriedigen, denn so sehr es sie auch nach Draußen zieht, sie hat nie ernsthaft erwogen, danach nicht wieder zu ihren Leuten zurückzukehren.
Doch dann geschieht irgendetwas in der Welt Draußen. Die Amish haben keine Telefone und leben zurückgezogen und haben deshalb keine Möglichkeit, genau zu erfahren, was passiert. Nach und nach dringen aber Berichte von gewalttätigen Aufständen mit Toten und Vermissten und jeder Menge Zerstörung zu ihnen durch. Die Ältesten beschließen, dass sie die Probleme der Welt Draußen, für die diese sicherlich selbst verantwortlich ist, ihre Gemeinde nichts angeht und entscheiden, die Tore zu ihrer Siedlung zu schließen. Niemand darf mehr rein oder raus.
Als Katie einen schwer verletzten jungen Mann an der Grenze zum Land der Amish findet und die Ältesten ihn seinem Schicksal überlassen wollen, weiß Katie, dass sich ihnen widersetzen muss. Sie rettet den jungen Mann und versucht, ihn gesund zu pflegen. Doch sie muss bald feststellen, dass was auch immer in der Welt passiert, mehr ist, als die Sünden normaler Menschen. Das pure Böse ist da draußen und Katie muss sich fragen, ob sie es in ihre Mitte geholt hat - in Form eines jungen Mannes.

Eigentlich hatte ich erwartet, dass ich mit The Hallowed Ones von Laura Bickle so meine Probleme haben würde. Stark religiöse Geschichten bzw. Hauptcharaktere können schnell anstrengend werden. Glücklicherweise war dieses Buch und vor allem Katie aber gar nicht, was ich erwartet/befürchtet habe. Katie ist zwar in der Tat sehr gläubig und aufgrund ihrer Erziehung hat sie einige Ansichten, die ich für mich persönlich nicht nachvollziehen kann. Aber sie denkt für sich selbst und ist definitiv kein Schäfchen, das blind folgt. Sie liest gerne Comics, liebt Coca Cola und ist fasziniert vom Leben Draußen. Sie glaubt an Gott, aber es ist einfach in ihrer Natur zu hinterfragen und sie zweifelt schon bevor die Welt untergeht, ob ihre Ältesten immer richtig liegen. Ihr Freund Elijah ist da das genaue Gegenteil. Er ist ein guter Kerl, aber er denkt nicht für sich selbst. Für ihn ist klar, dass er und Katie heiraten werden und es genügt ihm, einfach so lange zu warten, bis sich alles für ihn fügt. Und Alex, der junge Mann, den Katie rettet, ist noch einmal eine ganz andere Figur. Er ist völlig anders, als alles was Katie kennt und gleichermaßen faszinierend wie erschreckend für sie. Er ist sogar für unsere Standards ein komischer Vogel, hat aber definitiv seinen Reiz. Neben diesen dreien gibt es noch eine ganze Reihe weiterer Charaktere. Alle stehen für die verschiedenen Richtungen, in die Katie sich gezerrt fühlt, bieten aber auch Abwechslung und einige interessante Einblicke in das Leben der Amish.
Überhaupt ist es Laura Bickle sehr gut gelungen, die Religion und das Leben der Amish zu vermitteln. Respektvoll aber auch kritisch stellt sie ihren Alltag und auch den Umgang mit schwierigen Situationen dar. Ich habe definitiv eine Menge über diese Glaubensgemeinschaft gelernt und mich weder belehrt, noch beleidigt oder bedrängt gefühlt. Die Tatsache, dass die Charaktere so wenig von der 'englischen Welt', wie sie unsere Zivilisation bezeichnen, mitbekommen, bietet für die Geschichte einige wirklich spannende Vorteile. Alleine schon wegen der schwierigen Kommunikation mit der Außenwelt.
Was genau da draußen lauert, will ich euch ehrlich gesagt noch gar nicht so genau verraten. Hätte ich es vorher dem Lesen gewusst, hätte ich es vermutlich albern gefunden. In der Geschichte klappt es aber so gut, dass ich mich nie auf den Gedanken gekommen bin, mich zu beklagen. Nur so viel, es ist ein erstaunlich brutales und blutiges Buch, das nicht viel zurückhält.
Es war allerdings auch nicht perfekt. Prinzipiell haben mir die verschiedenen Entwicklungen sowohl zwischen den Charakteren als auch in der Geschichte selbst sehr gut gefallen. Das meiste war spannend und logisch erklärt und hat gut in den Fluss der Geschichte gepasst. Doch manchmal waren die Emotionen bzw. deren Veränderungen nicht gerade nachvollziehbar. Oder vielmehr ging es zu schnell. Innerhalb weniger Tage ver- und entlieben sich einige Charaktere, fangen an sich zu hassen oder verändern ihren ganzen Glauben. Es sind natürlich besondere Umstände, aber für solche Entwicklungen hätte sich die Autorin meiner Meinung nach mehr Zeit lassen sollen.

Aber auch das ändert nichts daran, dass Laura Bickle mit The Hallowed Ones ein wirklich gelungener Start in ihre gleichnamige Reihe gelungen ist. Die Amish sind eine spannende Alternative zur r'normalen' Gesellschaft und aufgrund ihrer deutschen Wurzeln besonders für deutsche Leser interessant. Doch gleichzeitig ist ihre Welt immer noch so fremd, dass es sich fast schon ein bisschen dystopisch angefühlt hat. Eine ausgesprochen starke Heldin, eine interessante Geschichte und jede Menge Spannung machen es zu einem Buch, dessen Fortsetzung ich auf jeden Fall lesen werde. The Outside (keine Rezension) erscheint allerdings erst irgendwann 2013.
Leider ist mit über Pläne einer deutschen Veröffentlichung noch nichts bekannt.

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Schneerose

Tags: Fantasy
22.11.2012
Cover Schneerose deutsch

Liandra, kurz Lia, ist alles andere als das typische Highschool-Mädchen. Sie zählt auf der gesamten Schule zu den Losern und wird von allen fertig gemacht. Nicht nur die Mädchen machen keinen Hehl aus ihrer Abneigung und lästern offen vor ihr, auch die Jungen nehmen kein Blatt vor den Mund und betiteln sie offen als Schlampe.

Während sie tagsüber versucht so gut es geht mit der Umgebung zu verschmelzen und bloß nicht aufzufallen, mutiert sie nachts zur Sexbombe die beinahe jeden Abend einen anderen Mann mit nach Hause nimmt. Das bleibt auch ihren beiden einzigen Freunden nicht verborgen, Lindsay und Mike. Obwohl Lindsay nicht zu den eigentlichen Losern der Schule zählt, hat Lia in ihr die beste Freundin gefunden - nicht zuletzt wegen dem schüchternen Mike, in die sie seit langem verliebt ist, der allerdings sein Herz an Lia verloren hat.
Doch Lia sieht in ihm nur ihren Freund aus Kindertagen und ist froh ihn an ihrer Seite zu haben. Mike hingegen kann es nicht mehr mit ansehen, wie Lia fertig gemacht wird und hofft, dass sie eines Tages doch aufwacht und aufhört mit ihren nächtlichen Touren.

Aber Lia kann nicht anders. Es ist wie ein innerer Zwang, der sie dazu bringt ihr Wesen zu verändern und völlig in einer neuen Identität aufzugehen. Eigentlich will sie es gar nicht, doch auch wenn sie jedes Mal danach Scham empfindet, geht es ihr körperlich mehr als gut. Nur erinnern kann sie sich an die Männer hinterher nicht mehr.
Doch dieses Mal ist es anders. Sie hat einen jungen, gutaussehenden Mann in ihr Bett gelassen und seither geistert er ihr durch den Kopf.

Orlando ist es gewohnt die Aufmerksamkeit sämtlicher weiblicher Menschen um sich herum zu erhalten, doch dieses eine Mädchen interessiert sich nicht für ihn. Das kann er nicht dulden, denn Vampire benötigen für gewöhnlich nicht einmal eine Sekunde um sämtliche Interessen auf sich zu ziehen. Er geht auf sie zu und versinkt sofort in ihren funkelnden grünen Augen. Keine Frau hatte je diese Anziehungskraft für ihn. Er folgt ihr, als sie den Club verlässt und findet sich wenig später in ihrem Bett wieder. Als er ihr die Erinnerung an diese Nacht nehmen will, macht er eine weitere neue Erfahrung - er kann ihr Blut nicht trinken. Nun ist sein Interesse noch mehr geweckt und sie geht ihm nicht mehr aus dem Kopf.
Vampiren ist der Umgang mit Menschen - außer als Nahrungsquelle - nicht gestattet, doch Orlando kümmert sich seit jeher nicht um solcherlei Gesetze. Und fortan beobachtet er sie und stellt mit Erstaunen fest, dass sie tagsüber eine ganz andere Person ist. Wie passt das zusammen? Und warum brennt ihr Blut so schmerzhaft in seinem Mund?

Der Debütroman Schneerose von Maya Shepherd ist eine etwas andere Vampirgeschichte. Es geht hier nicht nur um Mensch und Vampir, sondern um eine weitere magische Form in der Welt der Fantasy.
Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht fertig bin mit diesem Buch. Doch bisher gefällt es mir ziemlich gut. Die Geschichte ist wirklich nett und unterhaltsam. Ein wenig stören mich die vielen Rechtschreibfehler schon, aber ich denke ein Lektorat könnte da so einiges bereinigen.
Die Charaktere sind teilweise etwas oberflächlich, was sehr schade ist. Lindsay lernt man bisher nicht wirklich kennen, genauso wenig Mike. Nett sind hingegen die vielen Rückblicke in die Vergangenheit. So erfährt man mehr über die Familienbande der Vampire und wie es dazu gekommen ist, dass sie jetzt so leben.

Grundsätzlicht macht das Lesen Spaß und man will natürlich wissen ob Orlando herausbekommt, was es mit Lia auf sich hat. Ich awüsche der Autorin, dass sie erfolgreich ist mit ihrem Buch und sich weiterhin ihrer Leidenschaft widmen kann. Potenzial hat sie jedenfalls.

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Cover Das Zeichen des Phönix deutsch

Eliza D. Braun ist Agentin des Ministeriums für Eigenartige Vorkommnisse. Ihre Markenzeichen sind ein kugelsicheres Korsett und ihre Liebe zu Dynamit und Schusswaffen. Als sie den entführten Archivar des Ministeriums, Wellington Books, befreit und ein Feld der Zerstörung hinter sich zurücklässt, schießt sie doch ein wenig über das Ziel der Mission hinaus. Daraufhin wird die, für die Außeneinsätze lebende Eliza ins Archiv strafversetzt und bekommt als neuen Partner eben diesen Wellington Books zugeordnet. Die aus Neuseeland stammende oft unzivilisierte Kolonialistin und der dem englischen Landadel entstammende Archivar sind wie Feuer und Wasser. Nicht genug damit, dass Eliza ihren alten Partner Harry schrecklich vermisst, geht ihr Wellington mit seiner trockenen und pedantischen Art ziemlich auf die Nerven. Umgekehrt kann Wellington, der seine Ruhe und seine Tüfteleien liebt, mit dieser ungeduldigen, nervtötenden und atemberaubenden Frau in seinem Archiv wenig anfangen. Doch dann wird Eliza klar, dass sie nun Einsicht in eine Menge Akten hat; unter anderem auch in die von Harrys letztem Fall. Den hatte der Agent geradezu mit Besessenheit verfolgt und der hat ihn schließlich als Wrack in eine Nervenheilanstalt gebracht. Bei dem Versuch, Harrys Spuren zu folgen, werden Braun und Books aus dem Archiv hinaus in ein mörderisches Abenteuer gezogen. Und schnell stellt sich heraus, dass der erst so verachtete jeweilige Partner doch eine Menge Vorzüge hat...

Phoenix Rising / Das Zeichen des Phönix ist ein klassischer Steampunkroman und spielt - wie es sich gehört - in einem fiktiven viktorianischen England. Es ist der erste Teil der A Ministry of Peculiar Occurences / Books & Braun-Serie, die bislang wenigstens zwei Teile umfasst. Pip Ballantine und Tee Morris haben ein charmantes und interessantes Szenario entworfen: ein geheimnisvolles Ministerium, ungewöhnliche Agenten und eine Menge verschiedener Bösewichte, deren Intentionen man nur zum Teil erfährt und die Luft für die weiteren Bücher lassen. Allerdings dauert es ziemlich lange, etwa ein Viertel des Buches, bis man als Leser mit Eliza D. Braun und Wellington Books so richtig warm wird. Insbesondere bei letzterem scheint der doch vorhandene trockene Humor erst nur spärlich durch. Sobald die Handlung aber richtig in Schwung gekommen ist, wird man als Leser wirklich gut unterhalten. Auch den Steampunkelementen wird deutlich Rechnung getragen - nicht alles was sich Steampunk nennt, hat auch wirklich mit Maschinen und Technik zu tun, die ja zumeist für absonderliche Dinge genutzt werden sollen. Doch genau das ist hier der Fall.

Cover Phoenix Rising englisch

Phoenix Rising / Das Zeichen des Phönix thematisiert nicht nur das sich Zusammenraufen der beiden Agenten, sondern auch die sexuelle Anziehungskraft, die zwischen den beiden Protagonisten herrscht. Das ist ein guter Kniff, etwas Frivolität ins Buch zu bringen, hätte es aber neben dem immer mehr aufflackernden Humor vielleicht gar nicht gebraucht?
Meiner Meinung haben auch die Hauptbösewichte etwas zu viel auf dem Kerbholz. Hier will ich nicht zu viel verraten, aber neben der ominösen Mordserie, die auch im Klappentext schon angesprochen wird, kommt da doch noch eine Menge mehr zusammen. Vielleicht wäre etwas weniger hier besser gewesen? Denn so hatte ich ein wenig das Gefühl, als hätten die Autoren nach und nach eine Liste an untragbaren Charaktereigenschaften abgearbeitet.
Insgesamt bot Phoenix Rising / Das Zeichen des Phönix aber eine charmante und unterhaltsame Lektüre. Es gibt auch genug Anspielungen auf noch Ungeklärtes, sodass ich schon gespannt auf den zweiten Teil der A Ministry of Peculiar Occurences / Books & Braun-Reihe bin. The Janus Affair / Die Janus-Affäre (keine Rezension) erscheint im Dezember auch auf deutsch.

Für das Rezensionsexemplar bedanke ich mich ganz herzlich bei EGMONT LYX-Verlag.

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Cover Into the Hollow Englisch

Enthält Spoiler für On Demon Wings sowie die restlichen Bücher und Kurzgeschichten der Experiment in Terror-Reihe.

Perry hat gerade die schlimmste Zeit ihres Lebens durchgemacht: Ihr Herz wurde gebrochen, sie hatte eine Fehlgeburt, eine Affäre mit einem Idioten und war von Dämonen besessen. Doch auch nach ihrer Rettung bleibt ihr keine Verschnaufpause. Ihre Eltern lassen sie nicht mehr aus den Augen und der Verräter Maximus schleimt sich weiterhin bei ihrer Familie ein und scheint sich bei ihr Zuhause einzunisten. Perry weiß, dass es gibt nur eine Lösung: Sie muss aus diesem Haus raus oder sie läuft Gefahr, wie ihre Großmutter Pippa zu enden - verrückt, allein und abgeschoben in einem Heim. Doch wo kann sie hin, ohne Job und Geld?
Die Lösung scheint ausgerechnet die Person zu sein, mit der alles angefangen hat. Dex bietet Perry an, sie mit nach Seattle zu nehmen und bei sich wohnen zu lassen, denn auch er sieht, dass Perry dringend ausziehen muss. Obwohl sie weit davon entfernt ist, ihm zu verzeihen, sieht Perry keine andere Option, als mit ihm zu gehen. Ihr Plan ist allerdings, sobald wie möglich einen Job zu finden und in eine eigene Wohnung zu ziehen. Als ihr alter Chef Jimmy ihr das Angebot macht für mehr Gehalt wieder bei Experiment in Terror einzusteigen, schlägt Perry sofort zu. Dex ist zwar gar nicht begeistert darüber, dass sich Perry wieder in Gefahr bringen will, begleitet sie aber selbstverständlich.
Ihre erste Show bringt sie in die Rocky Mountains. Denn dort gibt es immer wieder Berichte über ein merkwürdiges Wesen, das mittlerweile sogar schon Menschen angreift, und sehr an Bigfoot erinnert. Perry glaubt nicht, dass wirklich etwas an der Geschichte dran ist (Bigfoot? Wirklich??), wenigstens kann sie damit aber dieses Mal vermeiden, in Lebensgefahr zu geraten - denkt sie. Denn was da in den Rockies sein Unwesen treibt ist definitiv alles andere als gutmütig...

Es ist immer wieder erstaunlich, wie es Karina Halle in ihrer Experiment in Terror-Reihe bewerkstelligt, dass aus Wesen oder Mythen, die erst mal eher albern klingen, am Ende absolut furchterregende Horror-Stories werden. Zwar ist in diesem Fall, die Geschichte um Bigfoot bzw. Sasquatch ein bisschen dünn und gewinnt erst sehr spät im Buch wirklich an Bedeutung, aber dennoch war sie so gruselig und spannend, dass sie den restlichen Bänden dennoch alle Ehre macht.
Das Wichtigste in Into the Hollow ist aber natürlich die Beziehung zwischen Perry und Dex. Denn nach allem, was im letzten Buch passiert ist und Dex langer Abwesenheit, ist das glaube ich, was alle Leser und Fans am meisten interessiert hat. Und wir kommen voll auf unsere Kosten. Perry ist verständlicherweise immer noch extrem zurückhaltend, was Dex angeht und traut ihm (und sich selbst) nicht über den Weg. Sie hat keine Ahnung ob oder wie sie ihm verzeihen soll und das macht die meisten Interaktionen mit Dex ziemlich merkwürdig. Natürlich führt das aber auch zu jeder Menge Grübeleien. Doch die sind absolut verständlich und auch wenn man sie manchmal schütteln möchte, weil sie so dickköpfig ist, so ist es nach allem was sie durchgemacht hat immer nachvollziehbar. Sie ist einfach nicht mehr die Gleiche. Das trifft allerdings auch auf Dex zu, denn er hat sich definitiv verändert. Zwar ist er immer noch ein schräger Vogel und grundsätzlich einfach Dex, doch die Trennung von Perry hat auch bei ihm extreme Spuren hinterlassen und ihm einiges klar werden lassen. Das fällt natürlich auch Perry auf, was ihr Gefühlsleben nicht einfacher macht. (Kleiner Ausflug ins Fan-Girl-Lager: Ich dachte nicht, dass das noch möglich wäre, aber nach diesem Buch liebe ich Dex Charakter einfach noch mehr. Karina Halle hat beim ihm wirklich ganze Arbeit geleistet. :P)

In Verbindung mit der wie gesagt wirklich gruseligen Geschichte um Sasquatch, sowie dem Setting in den Rocking Mountains, werden Dex und Perrys Probleme aber nie anstrengend oder gar kitschig. Ich glaube zu Kitsch ist Karina Halle auch gar nicht fähig. Stattdessen sind die Auseinandersetzungen zwischen Dex und Perry immer wieder in genau dem richtigen Maß in ihr Abenteuer eingebaut. Das bedeutet für den Leser endlich mal einige echte Antworten zu bekommen. Viele zentrale Knackpunkte kommen auf den Tisch bzw. werden in die richtige Perspektive gerückt, was Into the Hollow zu dem für mich bisher befriedigendsten Buch der Reihe macht. Auch wenn es manchmal ganz schön weh tut oder einen mit einem mulmigen Gefühl zurücklässt.
Doch auch wenn Geister und Dämonen dieses Mal eher in den Hintergrund rücken, so gibt es immer noch genug Details, die einen an die Schirmgeschichte erinnern. Dex hat z.B. eine Begegnung der anderen Art und sowohl er als auch Perry haben nach ihrem letzten Besuch im Thin Veil in On Demon Wings einige neue Kräfte mit in ihre Welt genommen. Das macht die Geschichte um Sasquatch zwar ein wenig zum Lückenbüßer, da sie selbst keinen Einfluss auf 'das große Ganze' hat und somit etwas aus der Reihe fällt. Sie bietet aber trotzdem einen guten Hintergrund, so dass Into the Hollow nicht zum reinen 'Beziehungsbuch' wird.

Und trotzdem oder vielleicht gerade deswegen ist Into the Hollow von Karina Halle mein bisher absoluter Lieblingsteil in ihrer Experiment in Terror-Reihe. Alles, was zwischen Dex und Perry passiert ist wichtig. Das ist manchmal ernst, oftmals heiß und hin und wieder auch traurig, aber immer auf diese ganz eigene Art, die nur Dex und Perry innehaben können. Da verliert die Geschichte um Bigfoot zwar schnell an Bedeutung, doch auch die ist spannend und gruselig und sorgt zumindest für Abwechslung.
Ich kann es jetzt schon kaum erwarten, was Karina Halle als nächstes für ihre Leser auf Lager hat. Der siebte Teil der Reihe Come Alive erscheint irgendwann im Frühjahr/Sommer 2013.

EDIT: Auf Maryse's Book Blog kann man eine zusätzliche (und brüllend komische) Szene aus Dex Sicht lesen. Schaut rein, es lohnt sich. :)

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Cover The Legacy englisch I

Enthält Spoiler zu The Declaration / Der Pakt und The Resistance / Widerstand.

Als plötzlich und aus heiterem Himmel mehrere Menschen an einer Viruserkrankung sterben, gerät Richard Pincent vor den Behörden in Erklärungsnöte. Schließlich ist Longevity bislang ohne Fehl und Tadel gewesen und hat alle Krankheiten ausgemerzt. Der findige und skrupellose Kopf des Pharmaunternehmens schiebt alles auf den Widerstand und behauptet, diese hätten die Herstellung des Mittels sabotiert und es wären einige wenige verunreinigte Chargen in Umlauf gekommen. Doch im Grunde seines Herzens weiß Richard Pincent, dass er dringend die ursprüngliche Formel von Renewal braucht, um die Substanz weiterentwickeln zu können. Dumm nur, dass Richard die erste Probe damals dem Entdecker, seinem Schwiegervater Albert Fern, abgenommen hat und dieser kurz darauf einen tödlichen Unfall hatte. Albert hat bis zuletzt nicht verraten, wo die Formel versteckt ist und seinem raffgierigen Schwiegersohn nur einen ominösen Hinweis hinterlassen.
Anna und Peter verstecken sich währenddessen vor den Behörden und Pincent Pharma in Schottland. Jude und Sheila leben dagegen bei Pip in der Zentrale des Widerstandes in London. Das bedeutet ständiges umziehen und regelmäßige gefährliche Einsätze für Judes geniale Computerfähigkeiten. Als dem Widerstand die Schuld an den Toten in die Schuhe geschoben wird, geraten sie unter Beschuss. Niemand will mehr versteckte Kinder beherbergen und auch die sonstige Unterstützung des Widerstandes nimmt schlagartig ab. Parallel wird Peter, der in Schottland nichts anderes zu tun hat, als Anna und die Kinder zu unterhalten, Felder und Garten zu bestellen und die Tiere zu versorgen, immer rastloser und unruhiger. Als er eine Nachricht erhält, er möge nach London kommen und sein Familienerbstück, den goldenen Ring mit der Blume mitbringen, nimmt er diese Gelegenheit dankbar war. In London zeigt sich, dass ein Umbruch bevorsteht, den die Welt so noch nicht gesehen hat...

The Legacy ist der Abschlussband der The Declaration-Trilogy. Gemma Malley hat sich in diesem Buch selbst übertroffen und einen perfekten Serienabschluss hingelegt. Das Buch ist dieses Mal fast von Beginn an spannend und alle Entwicklungen bauen logisch auf The Declaration / Der Pakt und The Resistance / Widerstand auf. Darüber hinaus lernt man auch die Lebensgeschichte von Richard Pincent und dem Longevity-Erfinder Albert Fern kennen, was der Geschichte einige interessante Aspekte verleiht. In The Legacy gibt es gleich an mehreren Stellen unverhoffte Wendungen und der Abschlussclou wird sogar noch mal durch einen Twist im Epilog getoppt. Ich hatte wirklich einen Heidenspaß beim Lesen.

Cover The Legacy englisch II

Doch am allerbesten an den The Declaration-Büchern und insbesondere The Legacy fand ich, dass man durch die Lektüre ordentlich zum Nachdenken angeregt wird. Die drei Bücher zeigen jeweils unterschiedliche Aspekte desselben Problems: Was wird aus den Menschen, wenn von dem normalen Kreislauf aus Geburt, Leben, Sterben und Tod nur noch die ersten beiden übrig bleiben und die Ressourcen begrenzt sind?
Im Endeffekt geht diesem künstlich verlängertem Leben jeder Sinn verloren, auch wenn die Menschen sich mit aller Macht daran klammern: In einer solchen Welt gibt man nichts an seine Nachkommen weiter, ist über die Jahre meist irgendwann angeödet von seinem Partner und seinen Freunden und einfach jedes Ding verliert seinen Reiz, wenn es vor der Unendlichkeit bestehen soll.

Meiner Meinung nach hat Gemma Malley sich mit The Legacy im Vergleich zu den beiden Vorgängern gesteigert, sodass ich dieses Buch besonders empfehlen kann. Leider ist es nur auf Englisch erhältlich.

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