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Cover Winterheart NaSyu_Artmetica

Für alle Filmfans, denen an der richtigen Einordnung im Zeitstrang des Marvel Cinematic Universe gelegen ist, Winterheart spielt nach den Ereignissen von Thor (wobei Loki Gungnir nie losgelassen hat) und etwa nach der Hälfte von Iron Man.
Das bedeutet also, Tony ist Afghanistan entkommen und trägt den ersten Arc-Reaktor. Loki dagegen wird von Odin nach Winterheart verbannt. Die ehemalige Festung zum Schutz der königlichen Asenfamilie ist nun ein passendes, eisiges Gefängnis für einen Sprößling Jötunheimrs. Allerdings hat Odin Loki nicht ohne Grund und auch nicht ohne Beistand in die Feste verbannt. Wen Loki, aus was für Gründen auch immer, benötigt, ködert Winterheart und dann kann der- oder diejenige die Festung nicht mehr verlassen. Als Pepper Potts in Winterhearts Bannkreis gerät, hat nicht irgendwer was dagegen, sondern Anthony Edward Stark. Natürlich geht Tony einen Tauschhandel mit dem etwas gewöhnungsbedürftig aussehendem Boss ein. Loki akzeptiert den Tausch widerwillig und damit geht die Geschichte dann richtig los...

Ich bin durch Zufall über Winterheart gestolpert. Genauer gesagt, über die fantastische Kunst, die zu diesem Fanfiction im Internet kursiert. Schon an dieser Stelle empfehle ich, den unten stehenden Links zu folgen, weil die Bilder in groß einfach noch mal beeindruckender sind. Aber zurück zu dem Moment, in dem ich ein neues Fanfictionpaar für mich entdeckt habe. Nach einem ersten Blick auf die Bilder musste ich natürlich wissen, worum es bei goddamnhellas Geschichte geht. Und was soll ich sagen, Autorin, Geschichte und Paarung waren ein Hauptgewinn.
Es gibt für mich wenig was attraktiver ist als ein Sinn für Humor gepaart mit Grips. Tony Stark und Loki Laufeyson/Odinson/Friggason haben genau dieses gewisse Etwas: Genie, Wahnsinn und eine Art, dem Leben mit bissigem Humor zu trotzen, weil alles andere zu schmerzhaft wäre.

Winterheart bietet neben diesen interessanten Charaktereigenschaften der Hauptfiguren aber noch mehr. Da gibt es beispielsweise zwei weitere Marvel-Figuren mit Loki in Tony in der Festung eingesperrt, die einem einfach ans Herz wachsen und die man nicht mehr missen möchte. Außerdem gibt es eine Menge fantastischer Aspekte zu bewundern, aus der ursprünglichen nordischen Mythologie, aus dem Marvel-Universum - die Idee mit dem 3. Raben finde ich immer noch absolut genial - und natürlich aus Die Schöne und das Biest, von dem auch einiges in goddamnhellas Geschichte steckt. Und ganz ehrlich, macht es eine Geschichte nicht besser, wenn Tony Stark "die Schöne" ist, anstatt einer mehr oder weniger perfekten Belle?

Bild Winterheart Sandara

Das allerbeste an Winterheart ist aber der Schreibstil. Von dem ersten Satz an, in dem Odin Allvater Loki zu einem Leben ohne Magie und in seiner ursprünglichen Jotun-Form in die Festung verbannt, war ich gefesselt. Der Großteil der Geschichte ist aus der Sicht eines wunderbar natürlich klingendem Tony erzählt, doch immer wieder bekommt man auch einen Einblick in die Köpfe der anderen Protagonisten und jede einzelne Erzählperspektive war eine Wonne. Wenn ich mich hier anhöre, als sei ich verliebt, dann ja, kann ich sagen, dass goddamnhellas Stil einfach großartig ist. Auch ihre andere längere Story, Off the Record, kann ich Ficliebhabern nur wärmstens ans Herz legen. Idee und Humor sind genauso perfekt wie in Winterheart.

Das fantastische Cover zu Winterheart stammt von NaSyu, die auf AO3 als Artmetica zu finden ist. Und das großartige Bild zu einer der Schlüsselszenen von Winterheart ist von Sandara, deren Fantasybilder so unglaublich detailreich sind. Ernsthaft, guckt euch die Profile und Bilder an. Sie sind wunderbar!
Kindly, both artists gave me the permission to use their art for this rec. Thank you!

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Cover Edge of Glory

Rosalia "Lia" Conti führt alles andere als ein glamuröses Leben. Auf der High School war sie nie sonderlich beliebt und auch jetzt, wo sie das örtliche Community College in ihrer kleinen texanischen Heimatstadt besucht, hat sich daran nicht wirklich viel geändert. Als Tochter von sehr strengen italienischen Eltern hatte sie außerdem nie die Möglichkeit sich wirklich ausleben oder entfalten zu können. Deshalb hat Lia auch kaum Erfahrungen mit Jungs.
Bald soll sich das aber ändern, denn sie wurde an ihrer Traumuni in Kalifornien angenommen und kann sich damit endlich den ständig wachenden Augen ihrer Eltern entziehen. Bis es soweit ist muss sie allerdings weiter im Restaurant ihrer Eltern aushelfen und sich mit den gleichen fiesen Mädchen wie zu ihrer Schulzeit herumschlagen. Zumindest bis ein unvorhergesehener Besucher Lias ruhiges Leben als Mauerblümchen gehörig auf den Kopf stellt.
Denn der Gast der mit zwei seiner Teamkollegen in Lias Familienrestaurant auftaucht ist niemand anderes als die Schwimmlegende und Olympia-Goldmedaillen-Gewinner Jay Morningstar. Der Jay Morningstar, dessen Poster schon seit einiger Zeit in Lias Schlafzimmer hängt.
Lia hätte niemals erwartet, dass ein Frauenschwarm wie Jay sie auch nur eines Blickes würdigen würde, doch aus irgendeinem Grund scheint er sie zu mögen und ihre Gesellschaft zu suchen. Jay und seine Familie sind allerdings die Medienlieblinge schlechthin (wenn auch nicht immer im positiven Sinn) und so dauert es natürlich nicht lange, bis auch Lia in den Medienrummel verwickelt wird – und nicht alle sind ihr da wohlgestimmt...

Zu Edge of Glory von Magan Vernon habe ich aufgrund einer kurzen aber dafür sehr lustigen und sympathischen Leseprobe gegriffen. Leider hat sich dieser sehr positive kurze Eindruck aber überhaupt nicht im Buch durchgesetzt. Dort wirkte Lia wie eine sympathische und leicht chaotische Heldin und Magan Vernons Schreibstil clever und flüssig. Der Schein hat aber leider getrügt, denn schon nach kürzester Zeit konnte ich Lia nicht mehr sehen. Sie lässt sich von ihrer Familie und allen anderen unterbuttern und hat ziemlich wenig Selbstbewusstsein. Das finde ich nicht weiter schlimm, solang es eine Entwicklung im Buch gibt. Leider ist das aber damit gepaart, dass sie sonst keinerlei Persönlichkeit hat und ihr Charakter zweidimensional und langweilig war und blieb. Außerdem ist die Art und Weise, wie sie manchmal über ihre beste Freundin denkt und redet unter aller Kanone: Sie macht eklige Geräusche mit ihrer Zahnspange, hat buschige Augenbrauen, struppige Haare usw. Diese Einwürfe hatten nicht mal einen Zweck sonder wurden vollkommen zusammenhangslos in die Geschichte geworfen und haben bei mir einen wirklich schlechten Eindruck hinterlassen.
Auch Jay war alles andere als ein tiefgründiger Charakter. Über ihn werden immer wieder irgendwelche Details in den Raum geworfen, die wohl seine Figur aufbauen sollten, allerdings war er am Ende immer noch nicht mehr als ein simpler Nebencharakter was die Komplexität seiner Figur anging. Außerdem leistet er sich manchmal Dinge, die so einfach nicht in Ordnung gehen (z.B. gehen er und Lia gemeinsam auf eine Hochzeit, auf der Lia ihn stundenlang nicht sieht, während Jay mit seiner Ex-Freundin feiert) und die vollkommen unter den Tisch gefegt werden.
Auch sonst gibt die Geschichte nicht wirklich viel her. Handlung gibt es eigentlich nach dem ersten Kennenlernen kaum noch und ich habe mich die meiste Zeit ziemlich gelangweilt. Dazu kommt, dass der Schreibstil im besten Fall mittelmäßig war und über weite Teile der Geschichte ziemlich amateurhaft daherkam. Die Dialoge klangen oft furchtbar kitschig und gestelzt und schlichtweg unnatürlich. Außerdem hat es Magan Vernon mit dem Schmalzfaktor so dermaßen übertrieben, dass Edge of Glory für mich einfach nur kitschig anstatt romantisch für mich war.

Unter Strich fand ich Edge of Glory von Magan Vernon so unnötig, langweilig und einfach nur nervig, dass ich in Zukunft vermutlich einen weiten Bogen um diese Autorin machen werde.

Edge of Glory erscheint am 20. Juli 2016.

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Nail Vanish

16.06.2016
Cover Nail Vanish englisch

Emma hat es endlich geschafft. Sie steht kurz davor ihren eigenen Salon aufzumachen. Seit Jahren träumt sie davon ihre eigene Chefin in einem Nagelstudio zu sein und jetzt ist es bald soweit.
Ein wenig traurig ist sie schon, dass sie ihre Kollegen verlässt und auch ihre ehemalige Chefin hat ihre Kündigung nicht gerade gut aufgenommen. Aber für Emma ist es die richtige Zeit. Den perfekten Standort hat sie ebenfalls und wenn sie mit dem Umbau fertig ist, hat sie einen wunderschönen Salon in dem sie all ihre alten und hoffentlich auch viele neue Kunden begrüßen kann.

Am Abend telefoniert sie gerade mit ihrem Freund, der länger arbeiten muss, als vor ihrer Haustür Sirenen laut werden. Ein Blick aus dem Fenster verrät ihr auch warum - da liegt eine Leiche vor ihrem Haus. Eine Frauenleiche. Emma ist ganz schlecht.
Rob, ihr Freund, rät ihr das Haus zu verlassen und in die Nähe der Polizei zu gehen. Dabei erhascht sie einen Blick auf das Gesicht der Toten und bricht fast zusammen. Die junge Frau sieht ihr verdammt ähnlich! Aber gesehen hat sie diese noch nie. Was sollte sie wohl hier?

Kurz darauf liegt Emma ihr Vermieter Matthew in den Ohren, dass es schön wäre, wenn sie doch einen anderen Laden von ihm mieten würde. Aber Emma denkt gar nicht daran. Ihr Laden liegt perfekt und wozu sollte sie in eine Bruchbude am Ende der Stadt ziehen? Matt verheimlicht ihr etwas, aber dafür hat Emma jetzt keine Nerven. Sie muss noch so viel erledigen und schon in wenigen Tagen soll der Laden eröffnen.
Nach einem kurzen aber unerfreulichem Gespräch mit ihrer Freundin und bald Ex-Chefin Gina, versucht Rob sie verzweifelt zu erreichen. Es ist erneut etwas passiert und dieses Mal hatte man es wirklich auf Emma abgesehen.

Nail Vanish ist wieder eins von diesen kleinen Mystery-Büchern, die man gut während der Bahnfahrt oder im Wartezimmer lesen kann. Obwohl der Umfang von 77 Seiten (inkl. einer weiteren Geschichte) sehr übersichtlich ist, schafft S.Y. Robins es hervorragend eine ganze Geschichte zu erzählen die stimmig ist und ohne zu hetzen einen guten Abschluss findet.
Ich habe einige E-Books der Autorin und bin schon gespannt wohin sie mich das nächste Mal entführt.

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Cover Wasted Words

Für Cam Emerson gehört jeder Mensch auf ein bestimmtes Regal: Die Erfolgreichen zu den Erfolgreichen, die Sportler zu den Sportlern, die Nerds zu den Nerds. Sie musste selbst schmerzhaft feststellen, dass es niemals gut gehen kann, wenn man versucht eine Beziehung mit einer Person über dem eigenen Status zu führen. Der Erfolg scheint ihr außerdem recht zu geben, denn sie liebt es Leute zu verkuppeln, was ihr auch jedes Mal wieder gelingt und dabei hält sie strickt an diesem Schema fest.
Manchmal muss Cam sich aber selbst an ihre Regeln erinnern, vor allem wenn es um ihren Mitbewohner und einen ihrer besten Freunde Tyler Knight geht. Der spielt nämlich definitiv außerhalb ihrer Liga. Nicht nur passen er und Cam äußerlich nicht zusammen, Tyler war auch noch auf dem besten Wege ein erfolgreicher Footballspieler zu werden, bevor eine schwere Verletzung seine Pläne zunichte machte. Nun erobert er gerade New York im Sturm, als einer der besten Nachwuchs-Sportagenten. Tyler ist so weit außerhalb von Cams Reichweite, dass es schon nicht mehr lustig ist und so war er immer fest in der Freundeszone verankert - zu ihrem eigenen Schutz.
Glücklicherweise hat Tyler nach einigen schlechten Erfahrungen kein wirkliches Interesse an Dates gezeigt, wodurch Cam noch nie ernsthaft mit ihren Gefühlen konfrontiert wurde. Doch als sie schließlich die perfekte Kandidatin für ihn findet, mit der Tyler sich auch noch blendend versteht, weiß Cam nicht mehr was sie fühlen soll. Sie hat allerdings gelernt, dass es im Zweifelsfall immer besser ist, an ihren Regeln festzuhalten und so beginnt sie zähneknirschend die beiden zu verkuppeln.
Doch Tyler sieht das insgeheim völlig anders. Wenn er ehrlich mit sich ist, ist die quirlige und außergewöhnliche Cam seine Traumfrau – wenn sie das nur auch einsehen könnte. Es dauert allerdings nicht lange, bis Cam lernen muss, dass sich nicht jeder einfach so in eine Schublade stecken lässt und dass man auch mal etwas riskieren muss, wenn man wirklich glücklich werden will...

Da ich schon seit ich denken kann ein großer Jane Austen Fan bin, freue ich mich immer wieder, wenn eine frische Neuerzählung einer ihrer Romane auftaucht - selbst wenn es auf meinem am wenigsten geliebten Buch Emma basiert. Wasted Words von Staci Hart ist nun so ein Buch und auch wenn mich Emma in jeder Inkarnation dieser Geschichte mit ihrer Einmischerei immer ein wenig nervt, konnte ich einfach nicht nein sagen. Leider erging es mir mit Wasted Words aber tausend mal schlimmer, als mit dem Original, was sehr schade ist, denn auf den ersten Blick wirkte diese Nacherzählung wirklich vielversprechend.
Cam ist hochintelligent, hat aber nie die Ambition verspürt in einem hochbezahlten Beruf zu arbeiten. Stattdessen hat sie ihren Traumjob gefunden: Sie managed gemeinsam mit ihrer guten Freunden Rose Wasted Words, eine Mischung aus Comicshop, Buchhandel und Bar, in dem sich jeder Nerd pudelwohl fühlt - und dank Emma vielleicht sogar den Partner fürs Leben findet kann. Dadurch kommt die Geschichte erst einmal ein bisschen schräg und ungewöhnlich und gleichzeitig unheimlich sympathisch rüber, was mir richtig gut gefallen hat. Auch Tyler ist ein wahnsinnig sympathischer Charakter, der einfach ein rundum guter Kerl ist, weswegen es auch kaum eine Frau gibt, die in Cams Augen gut genug für ihn ist - am allerwenigsten sie selbst. Auch die kleinen Anspielungen auf die Originalvorlage sind sehr niedlich und haben mir gut gefallen. Natürlich gibt es alleine bei den Namen schon jede Menge Ähnlichkeiten (Emma = Cam Emerson, George Knightley = Tyler Knight, Martin = Mr. Martin, Frank Churchill = Kyle Churchill, und so weiter und so fort), die mich immer wieder schmunzeln ließen. Außerdem hat Staci Hart regelmäßig Zitate einfließen lassen, die mehr oder weniger wortwörtlich aus dem Originaltext stammen (unter anderem auch eine meiner Lieblingsstellen, was mich natürlich sehr glücklich gemacht hat ;).

Erst mal sah es also eigentlich ganz gut für Wasted Words und mich aus. Leider kamen dann aber immer wieder Dinge auf, mit denen ich gar nicht zufrieden war. Zum einen wäre da natürlich die Einmischerei und Verkupplungsversuche, die ich weder bei Emma noch bei Cam sonderlich sympathisch fand. Cam ist so verbissen darauf, mit ihren Verkupplungen recht zu haben, dass sie manchmal wirklich nervig geworden ist. Das ist zwar die Quintessenz der Geschichte, trotzdem kann man das auch weniger penetrant gestalten.
Doch auch Tyler ist nicht unbedingt perfekt und setzt Cam auf eine Art und Weise unter Druck, die der Autorin vermutlich gar nicht so bewusst war, mir aber sehr sauer aufgestoßen ist, gerade weil er sonst so perfekt war und sein Fehlverhalten deshalb nur noch unnatürlicher war.
Das ist es aber gar nicht mal unbedingt, was mich an Wasted Words am meisten gestört hat. Vielmehr schweift es in der zweiten Hälfte einfach viel zu sehr ab. Cam hatte wie gesagt schlechte Erfahrungen bei einer früheren Beziehung, was sie sehr unsicher gemacht hat. Verständlicherweise ist sie sich daher nicht ganz sicher, ob sie sich 100% auf jemanden wie Tyler einlassen kann. Soweit so gut und auch absolut nachvollziehbar. Doch leider wird diese Problematik dermaßen ausgeschlachtet, dass sich viele Dinge ständig wiederholen und mich am Ende vollkommen entnervt zurück gelassen haben. Außerdem hat es irgendwann nichts mehr mit Emma zu tun, sondern schweift in eine typische New Adult Romanze ab, die weder denkwürdig, noch sonderlich schön war und teilweise ganz schön kitschig wurde.

Wirklich mein Ding war Wasted Words von Staci Hart also nicht unbedingt. Eigentlich sehr schade, denn die Ansätze waren wirklich prima gelungen und auch der Schreibstil hat mir sehr gefallen. Für Fans der Autorin ist das Buch aber sicher dennoch lesenswert, allein, weil es im selben Freundeskreis wie ihre Bad Habits Reihe spielt und dementsprechend einige alte Bekannte wieder auftauchen lässt.

Übrigens: Auch wenn ich wie gesagt kein sonderlich großer Emma Fan bin - die BBC Mini-Serie von 2009 mit Johnny Lee Miller hat es mir ordentlich angetan seit sie zum ersten Mal auf Netflix aufgetaucht ist. Schaut mal rein, es lohnt sich. ;)

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Cover Idol

Als Libby einen betrunkenen Motorradfahrer in ihrem Vorgarten findet, der dort offensichtlich die Nacht verbrachte, nachdem er ihren Zaun und Rasen ruiniert hat, ahnt sie ja noch nicht, wer sie da beehrt hat. Denn hinter dem Typen mit dem buschigen Bart und den stinkenden Klamotten versteckt sich niemand anderes, als Killian James, Sänger und Gitarrist der bekanntesten Rockband der USA, Kill John, deren Mitglieder nach einem tragischen Zwischenfall ein Jahr zuvor in alle Winde zerstreut wurde.
Obwohl Libby erst einmal keine Ahnung hat, wer er eigentlich ist, hilft sie Killian widerwillig, woraus sich eine Freundschaft entwickelt, bei der ihr gar nicht klar war, wie sehr sie sie gebraucht hat. Denn Libby ist einsam. Die beiden verbindet die Musik und obwohl Libby sehr schüchtern und zurückhaltend ist, was ihre Fähigkeiten angeht, verbringen die beiden ihre Abende bald beim gemeinsamen jammen - und schließlich auch gemeinsam in ihrem Bett.
Doch natürlich kann Killians Identität nicht auf ewig geheim bleiben und sein "echtes" Leben ruft, als sich die Band nun endlich wieder zusammen tun soll. Killian weiß allerdings, was er an Libby hat, und denkt gar nicht daran sie einfach so wieder aufzugeben. Und so kommt es, dass sich Libby kurz darauf im Rampenlicht wiederfindet...doch nicht an der Seite von Killian, sondern bald als eigener Star, denn ihr Talent bleibt nicht lange unentdeckt. Doch Libby ist sich nicht sicher, ob das das Leben ist, das sie führen möchte...

Ich habe mich lange Zeit auf und Idol von Kristen Callihan gefreut und hatte entsprechend hohe Erwartungen an dieses Buch. Und tatsächlich fand ich die erste Hälfte dieser Geschichte auch fantastisch. Das Buch beginnt gleich mit Libbys und Killians erstem kennenlernen, das wirklich alles andere als gut läuft. Als sie ihn zum ersten Mal sieht hält sie ihn mehr oder weniger für einen Penner und rückt ihm erst mal mit einem Wasserschlauch zu Leibe, wovon Killian natürlich alles andere als begeistert ist. Für den Leser ist das allerdings wirklich ziemlich lustig und unterhaltsam, da beide absolut nicht auf den Mund gefallen sind. Doch es ist auch von Anfang an klar, dass bei beiden einiges gehörig schief läuft. Libby lebt wie ein Einsiedler im alten Haus ihrer Großmutter und sieht und hört quasi nichts von der Außenwelt. Und auch Killian lebt momentan nicht umsonst wie ein herumlungernder Streuner. Seine Band stand kurz vor dem Zerbrechen und er weiß nicht so recht, wie er seinen Weg zurück zu seinen Bandkollegen und der Musik im allgemeinen finden soll. Doch je näher Libby und Killian sich kennenlernen, umso mehr erwecken sie die Leidenschaft ineinander wieder - sowohl musikalisch, als auch zwischenmenschlich.
In dieser Phase der Geschichte habe ich Killian und Libby wirklich lieben gelernt. Sie haben wie gesagt beide ein riesen Mundwerk und liefern sich die witzigsten Wortgefechte. Vor allem Libby hat es mir dabei angetan. Sie ist kein zurückhaltendes Mauerblümchen, sondern weiß sich durchzusetzen und lässt sich von Killian nicht einschüchtern. Sie ist zwar recht schüchtern was ihre Musik angeht, in ihrem restlichen Leben ist sie aber eine taffe und sympathische junge Frau.

Doch sobald das "echte" Leben gerufen hat, hat die Geschichte für mich etwas abgebaut. Killian musste an sich und seiner Band arbeiten, um wieder Fuß fassen zu können. Und Libby musste versuchen irgendwie einen Platz in seiner Welt zwischen Stars und Sternchen zu finden. Hier hat die Geschichte für mich leider ziemlich an Fahrt verloren. Es gab viele Szenen, die sich mehr oder weniger wie Wiederholungen angehört haben, als Libby eben in die verschiedensten Situationen gerät, die ihre Ängste herausfordert bzw. schürt.
Leider passiert sonst nicht wirklich viel was die Romantik angeht. Im Prolog wird auf eine Szene später im Buch angespielt und ich war sehr gespannt, was es damit auf sich hat und was wohl geschieht. Wie Kristen Callihan es im Buch aber gelöst hat war etwas enttäuschend und ziemlich langweilig. Da hätte man so viel draus machen können doch leider wurde ihr so ziemlich alles an Potenzial verschenkt. Überhaupt muss ich sagen, dass die Figuren in der zweiten Hälfte nicht wirklich ihren Charakteren gerecht gehandelt haben, was die ganze Geschichte teilweise ein bisschen wischiwaschi wirken ließ, vor allem wenn man bedenkt, wie klar und präzise die erste Hälfte des Buchs geschrieben und ausgearbeitet war.

So enttäuscht ich aber vom Finale war: Idol von Kristen Callihan war dennoch ein schönes und lesenswertes Buch, das ich allen Fans von Rockstar-Romanzen empfehlen kann, auch wenn mir hier ausgerechnet die Nicht-Rockstar-Phase am besten gefallen haben. Die Hauptcharaktere allein sind es aber schon wert und die bunten Nebencharaktere machen ebenfalls großen Spaß, so dass ich Idol trotz allem empfehlen kann.

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