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Cover Suicide Watch Englisch

Vincent Hazelwood hatte nie Freunde. Er ist es gewohnt, alleine zu sein und dass er über kurz oder lang auch immer wieder verlassen wird. Doch dann kam Maggie in sein Leben. Nachdem er von einer Pflegefamilie in die nächste geschoben wurde, war die rüstige ältere Dame die Erste, die sich ernsthaft um ihn gekümmert hat. Und nur für sie bemüht sich Vince. Er versucht für sie, sich einigermaßen normal zu verhalten und die Schule abzuschließen.
Doch das bisschen Frieden, dass er gefunden hat, bricht über ihm zusammen, als Maggie überraschend stirbt und Vince wieder einmal vollkommen allein da steht. Er hat keine Ahnung wie es mit ihm weitergehen soll und auch eigentlich keine Motivation weiter zu machen. Seit er voriges Weihnachten, ein Mädchen von einer Brücke in den Tod springen sah, wandern seine Gedanken immer wieder zu dem Moment, kurz bevor sie sich in die Tiefe stürzte. Sie sah so ruhig aus, so zufrieden...so glücklich.
Vince kann nicht anders, als sich zu fragen, ob dieses Mädchen nicht die richtige Idee hatte, denn es ist niemand mehr da, der ihn vermissen würde. Im Internet findet er ein Forum namens Suicide Watch, in dem er andere Menschen trifft, die ebenfalls mit dem Gedanken spielen, sich das Leben zu nehmen. Alle haben völlig unterschiedliche Geschichten. Er lernt z.B. Adam kennen, der es seinen Eltern nie recht machen konnte und der seit dem Tod seines Vaters für seine Mutter unsichtbar ist. Oder Casper, die an Krebs leidet und langsam den Kampf dagegen verliert. Durch die beiden findet er endlich wieder Menschen, für die es sich vielleicht lohnen würde weiter zu machen. Doch was bringt das, wenn keiner von ihnen vorhat, noch lange am Leben zu bleiben - weder seine beste Freundin, noch der Junge, in den er sich langsam verliebt?

Es gibt so viel über Suicide Watch von Kelley York und seine Charaktere zu sagen, dass ich gar nicht weiß, wo ich anfangen soll. Jede einzelne der Figuren ist auf die ein oder andere Weise gebrochen. Die Geschichte ist aus Vincents Sicht erzählt und allein mit ihm hat der Leser alle Hände voll zu tun. Wie gesagt erwartet er immer, alleine gelassen zu werden, kann auf der anderen Seite aber alleine fast nicht überleben, da er nie gelernt hat, was im Leben wichtig ist. Doch nun ist er volljährig und damit auf sich gestellt. Er hat immer wieder manische Phasen und fühlt entweder gar nichts, oder viel zu viel auf einmal. Vince ist von Selbstzweifeln geplagt, kann nicht mit oder vor Fremden sprechen und kann sich die meiste Zeit selbst nicht erklären, wieso er all diese Dinge fühlt. Obwohl er alles andere als einfach und ein echtes Häufchen Elend ist, konnte ich nichts anderes für ihn empfinden, als Mitgefühl. In mancher Hinsicht ist er wie ein kleines Kind, dem man helfen möchte. Auf bestimmte Weise sind er und Adam sich recht ähnlich, auch wenn dieser sich wesentlich leichter in der Gesellschaft von Menschen tut. Er ist sehr sensibel und Musiker durch und durch und trotzdem ein ähnlich komischer Kauz wie Vince. Zusammengebracht werden die beiden durch Casper. Das quirlige, selbstbewusste Mädchen hat sich damit abgefunden, dass sie sterben wird. Was sie allerdings nicht akzeptieren kann, ist die Erniedrigung gebrochen und hilflos an dahinzusiechen.
Es ist wohl ziemlich klar, dass Suicide Watch kein fröhliches Buch ist. Vin, Casper und Adam müssen sich durch ihre jeweiligen Schicksale arbeiten und versuchen heraus zu finden, ob es sich lohnt weiter zu leben. Sie machen dabei große Entwicklungen durch, erleiden aber auch schreckliche Rückschläge. Besonders traurig daran ist vor allem, dass Casper als die Lebenslustigste von allen, die Einzige ohne jegliche Überlebenschance ist. All das kratzt aber nur die Oberfläche dieser Geschichten an. Es gibt viele Wendungen und Überraschungen (denn auf der Suicide Watch Homepage geht ebenfalls nicht alles mit rechten Dingen zu), wie alles ausgeht und sich die Charaktere entscheiden, müsst ihr aber selbst lesen.

Auch wenn Suicide Watch von Kelley York ein eigentlich sehr ruhiges Buch ist, so hat es die Autorin doch geschafft, den perfekten Ton zu treffen, so dass sich die Geschichte nicht nur wunderschön liest, sondern bei aller Tragik auch die Hoffnung nie verloren geht. Trotzdem ist Suicide Watch ein Roman, der zu Herzen geht und obwohl er zu Tränen rührt weder kitschig noch allzu rührselig ist. Stattdessen liefert Kelley York eine ergreifende Geschichte, die keine Angst davor hat, die Menschen zu zeigen, wie sie sind und realistisch und feinfühlig mit diesem extrem heiklen Thema umgeht. Nyrae Dawn fasst es in ihrer Empfehlung auf dem Cover eigentlich perfekt zusammen: A powerful story that breaks your heart and stitches it back together with hope.

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Cover Dylan und Gray deutsch

Dylan und Grey begegnen sich zum ersten Mal auf dem Campus der Universitäts- und Wüstenstadt Phoenix (Arizona/USA). Gray lebt in Phoenix und besucht an der Uni zwei Sommerkurse, um Punkte für ein Baseballstipendium zu sammeln. Dylan macht mitten im Sommer Urlaub in der Stadt (ein Irrsinn für jeden Einwohner von Phoenix!), hütet dabei das Haus ihrer Tante und macht auch sonst so allerhand. Unter anderem besucht sie einen Fotokurs, für den sie zwei Geckos fotografieren will - und dabei liegt sie dann genau auf dem Campusweg, den Gray gerade entlanggeht. Da Dylans selbstgestellte Wochenaufgabe bedeutet, sich einen Freund zu suchen, fällt ihre Wahl nicht von ungefähr auf Gray. Sie hat ihn schon länger dabei beobachtet, wie er versucht, unnahbar alle menschlichen Wesen von sich fernzuhalten und sich dabei für die meisten Augen unsichtbar macht. Neugierig geworden, will sie wissen, was hinter diesem Verhalten steckt.

Und so treffen sich Zwei, die auf den ersten Blick unterschiedlicher nicht sein könnten. Gray düster, melancholisch und dabei voller brodelnder Gefühle und Dylan, quirlig, spontan und immer auf der Suche nach neuen Abenteuern fern ihrer einengenden Heimatstadt. Als sie sich nach und nach näher kennen lernen, stellen sie fest, dass sich richtig gut miteinander verstehen und beispielsweise einen komischen Sinn für Humor teilen und auch musikalisch auf einer Wellenlänge liegen. Und so kommt es wie es kommen muss. Sie verlieben sich heiß und innig ineinander - dabei gibt es allerdings gleich zwei Probleme. Dylan steht am Beginn einer Weltreise und ist kein Stück auf der Suche nach der großen Liebe und Gray hat einen ganzen Pulk an Problemen im Schlepptau...

Cover First comes Love englisch

First Comes Love / Dylan & Gray von Katie Kacvinsky ist eine wunderbar anrührende Liebesgeschichte. In 26 Kapiteln erzählen Dylan und Gray abwechselnd aus ihrer Perspektive, was bei dieser Geschichte den Reiz ungemein erhöht. Denn so verschieden Dylan und Gray sind, so unterschiedlich ist auch ihr Erzählstil. Dylan mit ihrer eher hibbeligen Art hat aber eine sehr genaue Beobachtungsgabe. Damit kann sie sich auf die seltsamsten Dinge fokussieren, was oft sehr lustig ist. Gray erscheint zuerst ernst und gelangweilt. Doch das täuscht, er und seine Familie stecken mitten in einer schlimmen Zeit, als Dylan in sein Leben tritt und es gehörig durcheinander wirbelt. Doch kann er sich trotz aller Probleme immer noch Öffnen und so lässt er Dylan nach in nach in sein Herz: erst als verrückte Freundin, später als viel mehr. Obwohl die spleenige und herzerfrischende Dylan die atemberaubendere Persönlichkeit ist, hat mir der tiefgründige und traumatisierte Gray es ja besonders angetan.
Einziger Kritikpunkt an First Comes Love / Dylan & Gray: Das Ende kam etwas plötzlich und ist, ungeachtet der tiefen Liebe, die zwischen den beiden Figuren herrscht, ziemlich offen gehalten. Hier hätte ich mir, trotz dass es noch mehr Bücher über Dylan und Gray gibt, eine etwas abgeschlossenere Handlung gewünscht. So blieb ich zum Schluss etwas ratlos auf all den Emotionen, die das Buch in mir hervorrief, sitzen. Aber da ich - was Bücher betrifft - etwas masochistisch veranlagt bin, kann ich es kaum erwarten, das bislang nur auf Englisch erhältliche Second Chance (Amazon-Partnerlink) zu lesen. Auch die übrigen Bücher von Katie Kacvinsky sind inzwischen auf meinem Wunschzettel gelandet.

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Das Gelübde

Tags: Historie
01.01.2013
Cover Das Gelübde deutsch

Es ist das Jahr 1818: In Dülmen herrscht ein ungewöhnlicher Herbst, Laub wird von überall in die Stadt geweht und verstopft die Straßen und Plätze. Der Dichter und Schriftsteller Clemens Brentano wird von seinem Bruder Christian darum gebeten, die bettlägerige Anna Katharina Emmerick zu besuchen. Brentano, seines Zeichens Atheist, soll sich selbst davon überzeugen, dass die Augustinerin Anna Katharina von Gott auserwählt wurde.
Sie hat Wunden am Körper die beinahe identisch mit denen des Herrn Jesu am Kreuz sein sollen. Brentano macht sich also auf den Weg zu der jungen Frau und muss schon bald feststellen, dass sie einen ganz anderen Eindruck auf ihn macht, als er es erwartet hat.

In einem kleinen Gasthofzimmer steht eine Korbkrippe, ein kleiner Tisch und eine Truhe. Damit scheint der Raum auch schon überfüllt zu sein. Doch mehr braucht Anna Katharina nicht. Seit vielen Jahren kann sie das Bett nicht mehr verlassen und wird sowohl von ihrer mürrischen Schwester Gertrud, dem Arzt Dr. Wesener und Pater Limberg gepflegt und bewacht. Keiner der drei ist sehr glücklich über den Ungläubigen, der nun etwas verloren in der kleinen Kammer steht und auf die gebrechliche Person in der Krippe schaut. Vom ersten Augenblick an fühlt er sich zu Anna hingezogen. Sie scheint die Güte in Person zu sein, nimmt ihm keinen Fettnapf übel und hat auch für die Menschen in ihrer Umgebung nur gute Worte.
Als Anna ihm ihre Wunden zeigt ist er geschockt und verdächtigt sofort den Doktor und Pater Limberg ihr diese angeblichen Zeichen zuzufügen. So ganz kann er sich von seinem Unglauben nicht lossagen, auch nicht nach den vielen Tagen die er an ihrer Seite weilt und ihren Visionen lauscht. Ist die junge Anna Katharina wirklich von Gott auserwählt worden die Sünden anderer auszuhalten?

Kai Meyer hat in seinem Buch Das Gelübde die 2004 von Papst Johannes Paul II. selig gesprochene Augustiner-Nonne Anna Katharina Emmerick beleuchtet. Hauptsächlich geht es um die Begegnung Annas mit dem ungläubigen Brentano.
Der Schriftsteller Clemens Brentano weilte ganze sieben Jahre am Bett der jungen Frau und schrieb Unmengen an Texten. Unter anderem auch die Visionen, die Anna ihm anvertraute. Er versuchte eine komplette Aufzeichnung der biblischen Geschichte von ihren Erzählungen abzuleiten. Doch Kai Meyer gab den Visionen Annas eine Richtung, die sehr wahrscheinlich so nicht in den alten Schriften und Texten auftritt ;)

Ich bin bisher kein Freund stark kirchlich-angehauchter Literatur gewesen - und werde es durch dieses Buch auch sicherlich nicht werden - dennoch hat der Autor es wunderbar geschafft hier Erzählung und Überlieferung miteinander zu verknüpfen. Der Schreibstil ist unvergleichbar und nach nur 3 Sätzen ist man gefangen in der Geschichte.

Es gibt immer wieder Mythen um Menschen, die die Leiden des Christi selbst erleben, doch die meisten sind schlichtweg ein Versuch berühmt zu werden. Auch Anna Katharina musste sich viele Untersuchungen gefallen lassen. Am Ende glaubte man ihr noch immer nicht, doch die unzureichenden Aufzeichnungen konnten es dennoch nicht ganz Widerlegen.

Kai Meyers Buch Das Gelübde diente 2007 dem Regisseur Dominik Graf sogar als Filmvorlage.

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