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Cover Endlessly Englisch

Enthält Spoiler für Paranormalcy / Flames 'n' Roses und Supernaturally / Dreams 'n' Whispers.

Evie wird einfach keine Verschnaufpause gegönnt.
Es ist erst ein paar Wochen her, seit sie sich aus eigener Kraft aus den Feenpfaden zurückkämpfen musste, nachdem Jack sie dort ihrem Schicksal überlassen hat. Die Situation zwischen Evie und Lend hat sich endlich wieder normalisiert und auch sonst ist sie eigentlich ziemlich zufrieden.
Doch das ist etwas, das in Evies Leben nie lange anhalten kann. Raquel wurde bei IPCA als Supervisor abgelöst und die neue Leitung will Evie wieder haben und schreckt dabei vor nichts zurück. Doch auch von übernatürlicher Seite droht Gefahr. Denn die Dunkle Königin hat ebenfalls einen Plan und auch sie möchte Evie in ihre Gewalt bringen. Selbst die 'guten' Feen sind nach wie vor hinter ihrer Macht her und langsam aber sicher weiß Evie nicht mehr, wo sie mit der Arbeit anfangen soll.
Eines ist aber klar: Sie braucht jede Hilfe, die sie bekommen kann. Und das heißt, dass sie sich auf Leute verlassen muss, die sie eigentlich am liebsten nie wieder sehen würde. Evie und ihre Freunde müssen sich beeilen, bevor es für immer zu spät ist, denn die Zeit ist nicht auf ihrer Seite...

Nachdem ich von Supernaturally / Dreams 'n' Whispers, dem zweiten Teil aus Kiersten Whites Paranormalcy / Lebe lieber übersinnlich-Reihe, ein wenig enttäuscht war, muss ich sagen, dass sie mit ihrem Abschlussband Endlessly / Tears 'n' Kisses alles richtig gemacht hat - zumindest fast. Denn in Evies vorerst letztem Abenteuer ist unsere Heldin endlich wieder so, wie sie sein soll: Witzig, fröhlich, clever und schlagfertig und einfach so, wie wir sie kennen und lieben gelernt haben, kämpft sie sich hier durch eine unglaubliche Situation nach der anderen. Und trotzdem macht sie weiterhin eine große Entwicklung durch. Sie hat damit zu kämpfen, dass alle etwas anderes von ihr verlangen und sie Angst hat, sich dabei selbst zu verlieren. Die Frage, was sie tun und opfern will und kann, um die Situation mit den Feen ein für alle mal zu klären lastet schwer auf. Doch anstatt zu jammern und verzagen beißt sie sich durch und gibt nie auf.
Auch die anderen Charaktere haben mir ausgesprochen gut gefallen, allen voran Jack und Reth. Zu beiden hatte ich ein eher schwieriges Verhältnis. Wirklich geändert hat sich das auch immer noch nicht, trotzdem mag ich sie jetzt deutlich lieber und sie sind mir irgendwie ans Herz gewachsen - und das obwohl sich kaum etwas an ihrer manipulativen und ein bisschen hochnäsigen Art geändert hat. Zum Ausgleich spendet Jack aber eine große Portion zusätzlichen Humor und Reth bringt dafür immer das gewisse mysteriöse Etwas mit.
Kiersten White hat es bewerkstelligt, das wirklich jeder Charakter, der irgendwie mal eine Rolle gespielt hat in diesem Buch wieder auftaucht und eine eigene Bedeutung bekommt und das funktioniert wirklich gut. Die Geschichte ist nicht nur logisch, sondern auch spannend, temporeich und bietet jede Menge Abwechslung und Action. Besonders gut gefällt mir dabei die viele Zeit, die Evie und ihre Freunde im Feenreich verbringen müssen.
Der einzige Minuspunkt kam ganz am Ende. Es werden alle wichtigen Fragen beantwortet, das Ende ist rund und am Showdown wurde nichts gespart, so dass man das Buch eigentlich beruhig zuschlagen kann. Allerdings hat mir ein Epilog gefehlt. Denn für meinen Geschmack endet das Buch etwa zu abrupt. Da hat mir einfach noch eine kleine Auslaufphase gefehlt, damit ich wirklich zufrieden mit dieser Reihe abschließen könnte.

Nichtsdestotrotz war Endlessly / Tears 'n' Kisses ein nahezu perfekter Abschluss für Kiersten Whites Paranormalcy / Lebe lieber übersinnlich-Reihe. Mit viel Charme, Humor und Spannung, aber auch jeder Menge Action bringt Evie ihre Geschichte hier nun zu einem Ende, das nicht nur schön, sondern absolut befriedigend ist und dem dennoch nicht die nötige Dramatik fehlt. Ich verabschiede mich jedenfalls von dieser Serie mit einem lachenden und einem weinenden Auge.
Deutsche Leser müssen sich noch eine kleine Weile gedulden, Endlessly / Tears 'n' Kisses erscheint voraussichtlich im Juni 2013 bei uns.

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Sins & Needles

24.01.2013
EmpfehlungEmpfehlung
Cover Sins & Needles Englisch

Wenn man sein Leben als Tochter von Trickbetrügern und Hochstaplern verbracht hat, hinterlässt das Narben. In Ellie Watts Fall ist das sogar sprichwörtlich zu verstehen. Denn nachdem ihre Eltern einen Kriminellen zu viel aufs Korn genommen haben, musste sie mit 11 Jahren den Preis zahlen und trägt bis heute die Narben an ihrem Bein.
Zwar hat die mittlerweile 26-jährige Ellie ihren Eltern den Rücken gekehrt, ihre kriminelle Karriere hat sie aber dennoch nicht aufgegeben. Sie hat viele verschiedene Identitäten und dreht ein krummes Ding nach dem anderen, immer auf der Suche nach einem neuen Weg, Geld machen zu können. Nachdem die Flucht vor ihrem letzten Opfer aber knapper war, als sie sein sollte, beschließt Ellie endlich ehrlich zu werden. Deshalb geht sie zurück in die einzige Stadt, die jemals annähernd ein Zuhause für sie war und versucht, dort bei ihrem Onkel unterzukommen. Der ist aber alles andere als begeistert, seine kriminelle Nicht unter seinem Dach zu haben und so steht Ellie wieder kurz davor, völlig mittellos zu sein.
Zum Glück läuft ihr aber bald eine Lösung über den Weg und zwar in Form eines alten Schulfreundes: Camden McQueen war genau wie Ellie ein Außenseiter und, bis zu dem Tag, an dem Ellie ihm für ein bisschen Anerkennung ihrer Mitschüler in den Rücken gefallen ist, ihr einziger Freund. Doch aus dem einst unattraktiven Nerd ist ein tätowierter gutaussehender junger Mann geworden, der Ellie anscheinend alles verziehen zu hat. Und mehr noch, sein Tattoo-Studio Sins & Needles scheint blendend zu laufen und mehr Geld zu machen, als Camden je ausgeben könnte.
Was schadet es ihm also schon, wenn ein wenig davon fehlt? Und so beschließt Ellie einen letzten Raub durchzuziehen und ihren ehemaligen Schulfreund um ein paar tausend Dollar zu erleichtern. Doch Ellie sollte mittlerweile wissen, dass der Schein manchmal trügt und dass ihre Vergangenheit sie immer wieder einholt...

Schon bevor ich Sins & Needles, den ersten Teil von Karina Halles neuer Reihe The Artists Trilogy, gelesen habe, war ich mir ziemlich sicher, dass mir dieses Buch gefallen würde. Und ich wurde nicht enttäuscht, denn Ellies Geschichte hat es wirklich in sich.
Am Anfang konnte ich allerdings nicht sagen, dass ich ein großer Fan von Ellie war. Sie ist oft ziemlich skrupellos und wenn sie doch mal Schuldgefühle entwickelt, dann hat sie schnell eine passende Ausrede parat, um ihr Tun zu rechtfertigen. Außerdem ist sie eine Meisterin im Weglaufen. Sobald etwas schwer wird, nimmt sie Reißaus, anstatt sich ihren Problemen zu stellen. Zugeben, bei einigen hat sie keine andere Wahl, denn würde sie bleiben, wäre sie schon lange nicht mehr am Leben. Sie hat in ihrem Leben viele Menschen übers Ohr gehauen und einige von ihnen sind alles andere als gut auf sie zu sprechen. Trotzdem, einige ihrer Aktionen sind wirklich ziemlich niederträchtig und unnötig und so hat es eine ganze Weile gedauert, bis ich wirklich sagen konnte, dass ich sie mochte.
Dass es dann schlussendlich doch dazu kam, ist zum großen Teil Camden zu verdanken. Er zwingt Ellie, sich ihrer Vergangenheit und dem, was sie aus ihrem Leben gemacht hat, zu stellen und hat sich allein deswegen einen Platz in meinem Herzen erkämpft. Doch auch er ist nicht gerade das, was er auf den ersten Blick zu sein scheint. Wie gesagt, war er als Jugendlicher ein ziemlich unbeliebter Einzelgänger, der sich ständig den Hohn seiner Mitschüler eingebracht hat. Von dem dürren Jungen mit dicken Brillengläsern ist allerdings nicht mehr viel übrig - zumindest äußerlich. Nicht nur Ellies Jugend hat Narben bei ihr hinterlassen; auch Camden trägt einiges an Gepäck mit sich herum und das hat nicht zu knapp mit Ellie zu tun. Besonders hat mir aber an Camden gefallen, dass er keines dieser typischen Alpha-Männchen ist, sondern durchaus seine schwachen Augenblicke hat.
Tatsächlich erleben wir sogar beide Charaktere in ihren schwärzesten Momenten, aber auch in solchen, in denen man als Leser gar nicht anders kann, als mit ihnen zu fühlen. Beide sind emotional verkrüppelt und das hat Karina Halle sehr gut dargestellt, indem sie immer wieder Rückblenden aus Ellis Jugend eingebaut und dadurch gezeigt hat, wie sich die Charaktere überhaupt so entwickeln konnten.
Doch Sins & Needles ist nicht nur einfach eine etwas dunklere Romanze, es ist viel mehr. Denn die Geschichte dreht sich bei Weitem nicht nur um diese beiden kaputten Charaktere. Stattdessen bekommt man eine actiongeladene Mischung an Genres geliefert, inklusive Gangstern, fiesen Bösewichten, Verfolgungsjagden, bitterem Verrat und Sex, aber auch mit einem gewissen künstlerischen Aspekt, echten Gefühlen und dem für die Autorin ganz typischen Humor.

Sins & Needles von Karina Halle ist ein neues Beispiel dafür, wieso diese Autorin einer meiner absoluten Lieblinge ist. Zwar hat sie sich mit dieser Geschichte auf Neuland begeben, ich kann aber ehrlich sagen, dass man das kein bisschen merkt.
Allerdings hat das Buch einen wirklich gemeinen Cliffhanger, der das Warten auf Shooting Scars, den zweiten Teil der The Artists Trilogy-Reihe, das im Sommer 2013 erscheint, sicher nicht angenehmer macht. Allerdings wird die Wartezeit bis dahin mit dem Prequel On Every Street, einer Kurzgeschichte, die bereits im April erscheint, doch etwas versüßt.

Sins & Needles erscheint am 25. Januar 2013, leider nur auf Englisch.
Thanks to Karina Halle for providing this ARC. :)

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Cover Ticket ins Glück deutsch

Alexandra ist totunglücklich. Seit acht Jahren ist sie mit ihrer großen Liebe Tom zusammen, doch während er sich in seinem Job selbstverwirklicht, steckt sie immer mehr zurück. Nun schließt auch noch ihre Filiale und sie steht ohne Job da.
Völlig aufgelöst steht sie daheim am Fenster und starrt hinaus als Tom nach Hause kommt. Statt ihr beiseite zu stehen hat er jedoch nur Vorwürfe für sie. Warum sie ihren Mantel in den Flur wirft und nicht aufhängt? Was sie denn glaubt wie gut das dem Parkett tut? Und wieso sie sich wegen des Jobs so aufregt?

Alex explodiert und wirft ihrerseits Tom Spießigkeit vor. Seit sie sich vor acht Jahren auf einer Rucksacktour durch die Dominikanische Republik kennengelernt haben, hat sich ihr Leben radikal verändert. Während Alex nach wie vor von fremden Ländern träumt, denkt Tom eher an Hochzeit und Kinder.
Alex Eltern haben in Tom den perfekten Schwiegersohn gefunden und auch Sabina, Alex Schwester, ist neidisch auf das Glück der beiden. Doch Alex reicht das alles nicht mehr. Sie will mehr. Ihr Leben kann nach Jobberei und Studium nicht in einem Vorort von München als Hausfrau und Mutter enden. Sie erwartet mehr von ihrem Leben und gönnt sich eine Auszeit um sich darüber klar zu werden, was sie eigentlich will.

In einem kleinen Hotel verbringt sie zwei Tage lang nur mit Grübeln und fasst einen Entschluss. Sie haut ab. Schon lange will sie wieder in die Dominikanische Republik und mit dem Erbe ihrer Großmutter soll sie etwas machen, das sie wirklich glücklich macht.
Findet sie vielleicht weit ab von Deutschland wieder zu sich selbst?
Als sie ihrer Schwester von ihrem Entschluss erzählen will hat diese wieder Liebeskummer wegen ihrem verheirateten Liebhaber. Ein wenig angetrunken entschließt sie sich ihre Schwester zu begleiten. Alex ist hin und hergerissen, doch eigentlich freut sie sich über die Gesellschaft von Sabina.

Wie nicht anders zu erwarten sind sowohl ihre Eltern als auch Tom alles andere als begeistert von ihren Plänen. Doch während der Vater der Schwestern seine Töchter verstehen kann und unterstützt, ist ihre Mutter außer sich. Sie gibt Alex keine 4 Wochen.
Tom äußert sich ähnlich und das allein zeigt Alex, dass sie es tun muss und schon kurz darauf sitzen die zwei Schwestern im Flieger. Übers Internet haben sie Stellenanzeigen durchforstet und zwei Stellen in einer Hotelanlage ergattern können.
Doch im Warmen angekommen stehen sie vor einem großen Problem. Im Hotel wird eine Sabina erwartet, aber von ihrer Schwester war nie die Rede. Alex ist am Boden zerstört. Schon jetzt zweifelt sie an ihrer Entscheidung und zu allen Überfluss ist ihr in einer Tour übel.

Als Alex mit einer Zeitung bewaffnet in einem kleinen Lokal sitzt um nach einer Wohnung und einem Job zu suchen befällt sie Panik. Ihre Periode ist überfällig - auch das noch.
Nun sitzt sie in der warmen Karibik, hat keinen Job, keine Bleibe und zu allen Überfluss ist sie auch noch schwanger. Was soll sie denn jetzt tun?

Es ist schon ein wenig merkwürdig, am Tag durch den Schnee zu stapfen, um dann am Abend auf der Couch zu sitzen und sich in die Karibik zu träumen, aber es hat durchaus einen gewissen Reiz ;)
Viele Menschen brauchen die Möglichkeit sich in der tristen Jahreszeit in eine sonnige Gegend zu träumen und mit dieser Geschichte klappt das wunderbar.
Elke Becker kann wunderbar schreiben und entführt den Leser in Ticket ins Glück in die warme und sonnige Karibik. Man hat keinerlei Probleme sich in Alexandra hinein zu versetzen und auch die Umgebung erscheint schon nach wenigen Sätzen vor dem inneren Auge in warmen, bunten Farben. Alexandras Probleme und Sorgen sind weder überzogen noch an den Haaren herbeigezogen. Die einzelnen Charaktere sind liebevoll gestaltet und einige schließt man sofort ins Herz.
Auch wenn für mich die Handlung oft vorhersehbar war, habe ich es wirklich genossen Ticket ins Glück zu lesen. Die Geschichte ist sehr flüssig geschrieben und hat mir einige angenehme Lesestunden beschert.

Vielen lieben Dank an die Autorin Elke Becker für die Möglichkeit das Buch zu lesen und zu rezensieren. Es war mein erstes Buch von ihr, aber mit Sicherheit nicht mein letztes =)

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Painted Faces

20.01.2013
EmpfehlungEmpfehlung
Cover Painted Faces Englisch

Als Freda, die von allen nur Fred genannt wird, an einem regnerischen Tag ihrem neuen Nachbarn Nicholas zum ersten Mal in die Arme läuft, ist sie nicht unbedingt in bester Verfassung. Sie hat sich gerade mit Tüten vollgepackt die Stufen zu ihrer Wohnung in Dublin hochgekämpft und ist bis auf die Knochen durchnässt. Gerne hätte sie einen besseren ersten Eindruck bei ihm hinterlassen, denn er ist nicht nur so ziemlich der schönste Mann, den sie jemals gesehen hat, er teilt auch noch Freds speziellen Sinn für Humor und die beiden verstehen sich auf Anhieb blendend.
Doch irgendwie hat Nicholas auch etwas Merkwürdiges an sich. Das liegt nicht nur an seinem bereits erwähnten sehr eigensinnigen Humor, sondern auch an seiner manchmal fast schon femininen Art. Als er Fred, ihre Mitbewohnerin Nora und ein paar weitere Freunde zu seiner Show in einem neuen Dubliner Club einlädt, wird auch etwas klarer, woher das kommt. Denn als Nicholas Auftritt beginnt, tritt nicht der gutaussehende Mann auf die Bühne, sondern die Drag Queen Vivica Blue.
Nach dem ersten Schock ist Fred aber nur noch begeisterter von ihrem neuen Nachbarn. Sie wundert sich allerdings etwas über seine sexuelle Orientierung, denn eigentlich hatte sie das Gefühl, dass er schamlos mit ihr flirtet. Als Nicholas ihr eine Stelle als seine Assistentin bei seinen Auftritten anbietet, stimmt sie schnell zu. Sie ist nicht nur von Nicholas selbst fasziniert, sondern von seiner ganzen Welt und das Geld kann sie ebenfalls gut gebrauchen.
Doch je näher Fred diesen einzigartigen und beeindruckenden Mann kennenlernt, umso mehr läuft sie Gefahr, ihm mit Haut und Haar zu verfallen. Und das bringt ganz neue Probleme mit sich.

Es ist mit absolut unbegreiflich, wieso Painted Faces von L. H. Cosway nicht bereits wesentlich mehr Aufmerksamkeit auf sich gezogen hat. Ich habe schon lange kein Buch mehr gelesen, dass mich von der ersten Seite an so in seinen Bann gezogen hat.
Fred ist einer der realistischsten, nahbarsten und schlicht sympathischsten Charaktere, der mir je untergekommen ist. Ich bin mir ziemlich sicher, dass absolut jeder irgendetwas in ihr findet, mit dem er sich identifizieren kann. Denn Fred ist eine völlig normale 25-jährige junge Frau. Sie ist ein wenig kräftiger gebaut und die daraus resultierenden (und vollkommen unnötigen) Komplexe bekämpft sie auf ihre ganz eigene Art, nämlich mit Humor. Fred ist erfrischend, witzig, ein bisschen schräg, ehrlich und mutig, denn sie lässt sich von niemandem etwas gefallen, was den perfekten Ausgleich zu ihren Unsicherheiten geschaffen hat.
Dass auch Nicholas ein ausgesprochen komplexer und beeindruckende Charakter ist, dürfte wohl klar sein. Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll, diesen vielschichtigen Charakter zu beschreiben. Gleich der Prolog ist ihm gewidmet. Dort erfährt man, wie es dazu kam, dass Nicholas gerne Frauenkleider trägt und der Entertainer geworden ist, der heute als Drag Queen auf der Bühne steht. Es wird allerdings auch ein extrem dunkles Kapitel in seinem Leben angedeutet, das ihn zu einem gebrochenen Mann gemacht und für immer verändert hat. Dementsprechend geht man als Leser, wenn man Nicholas dann gemeinsam mit Fred in der Gegenwart zum ersten Mal begegnet, auch ganz anders auf ihn zu und ist von Anfang an gespannt, was er noch zu bieten hat. Denn seine Vergangenheit hat Narben hinterlassen, die er auf teils sehr ungesunde Weise zu überdecken versucht.
In allererster Linie ist Painted Faces eine Liebesgeschichte. Deswegen darf ich ruhig schon verraten: Nicholas ist hetero. Und zwar voll und ganz. Vivica Blue ist seine Bühnenfigur, doch in seinem Schlafzimmer ist er nur Nicholas. Er hatte viele, viele Frauen und wenn es nach ihm geht, werden es noch einige mehr. Das heißt aber nicht, dass sein Alltagsleben komplett unberührt von seinem Alter Ego bleibt. Für Fred (es ist übrigens sicher kein Zufall, dass der weibliche Hauptcharakter dieser Geschichte einen Männernamen trägt) ist er zunächst ein Rätsel und für den Leser nicht weniger, denn es steckt so viel mehr in ihm, als in 99% der männlichen Charaktere, über die man sonst so liest. Er ist viel Mann, aber eben auch ein bisschen Frau.
Die Freundschaft, die zwischen Fred und Nicholas entsteht, ist zwar von Anfang an von einer sexuellen Spannung durchzogen, gleichzeitig aber auch sehr ehrlich und innig. Allerdings muss Freda sich auch fragen, wie sehr sie sich auf ihn einlassen kann, ohne verletzt zu werden. Denn auch wenn er hartnäckig versucht, Freda zu verführen (auf sehr direkte und ziemlich erotische Weise), scheint er unfähig sein, eine echte Beziehung einzugehen. Trotzdem ist es ein echter Genuss, zu erleben, wie sich ihre Freundschaft und Beziehung entwickelt.

Painted Faces von L. H. Cosway ist eine Geschichte über Liebe, Eifersucht, die schönen, aber auch die Schattenseiten des Lebens, über sexuelle Selbstentdeckung und die Tatsache, dass jeder Mensch anders ist und nicht immer in eine Schublade gepackt werden kann.
Painted Faces hält genau die richtige Balance aus ernster und leichter Unterhaltung. Das Buch hat mich ständig grinsen und oft laut auflachen lassen, mir aber auch mehr als einmal die Tränen in die Augen getrieben. Außerdem haben mir die Beschreibungen der vielen Besonderheiten von Dublin bzw. Irland und L. H. Cosways sehr individueller Musikgeschmack gefallen.
Ich hoffe wirklich, dass L. H. Cosway bald die Aufmerksamkeit zukommt, die sie meiner Meinung nach mehr als verdient hat. Ich jedenfalls werde ganz sicher weiterhin ein Auge auf sie haben und ihre bereits erschienenen Romane lesen.

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Cover Easy englisch

Jaqueline (Jackie) Wallace verbringt ihr erstes Jahr am College. Dorthin ist sie ihrem Freund Kennedy gefolgt, mit dem sie schon seit 3 Jahren zusammen ist. Doch vor 2 Wochen hat Kennedy ihr den Laufpass gegeben, in etwa mit der Begründung, dass er das wilde Collegeleben genießen will. Jaqueline ist am Boden zerstört und lässt die nächsten Wochen ihre Kurse schleifen. Als sie sich zwingt, sich der Realität, dem College und Kennedys riesigem Freundeskreis zu stellen, passieren zweierlei Dinge: In Ökonomie, dem Kurs den sie zusammen mit Kennedy belegt hat, droht sie aufgrund ihrer Abwesenheit durchzufallen. Und als sie eine Party verlässt, die sie ihrer Freundin und Zimmergenossin Erin zuliebe besucht hat, wird sie auf dem Parkplatz Opfer eines sexuellen Übergriffs. Bevor es zum allerschlimmsten kommt, wird Jaqueline von einem mysteriösem Fremden gerettet. Jaqueline versucht, das Trauma zu verbergen und ihr Leben ganz normal weiter zu leben. Zu allem Überfluss läuft ihr dieser gutaussehende, gepiercte und tätowierte dunkelhaarige Retter plötzlich ständig über den Weg: auf den Fluren der Campusgebäude, auf dem Gelände, bei Starbucks und selbst in der verhassten Ökonomievorlesung. Nach und nach erfährt sie mehr über den Unbekannten, auch seinen Namen: Lucas Maxfield. Und obwohl sie sich nach dem Desaster mit Kennedy und dem Albtraum auf dem Parkplatz kein bisschen bereit für eine Beziehung fühlt, fasziniert sie Lucas mit seiner geheimnisvollen, eher unnahbaren Art und seinem typischen Badboy-Aussehen.

Easy von Tammara Webber ist eine packende Kombination aus Collegebuch, Liebesgeschichte und Problembuch. Nach dem ersten Kapitel, das einen ziemlich krass und abrupt in die Handlung wirft, kommt einem Jaqueline wie ein typisches All-American-Girl vor, deren Träume gerade von der Realität aufgefressen werden. Doch in Jaqueline steckt mehr als ein liebes und angepasstes Mädchen. Sie ist schlau und musikalisch. Außerdem ist sie nicht nur bereit, hinter die Fassade des geheimnisvollen und gefährlich wirkenden Lucas zu blicken, sondern auch dazu, sich einzugestehen, dass die Beziehung mit ihrem Ex längst nicht so toll war, wie immer angenommen. Als sie sich zudem mit den Folgen des sexuellen Übergriffs konfrontiert sieht, wächst sie nach und nach über sich hinaus und beschließt, dass Schweigen und Aushalten keine Lösungen sind. Mir hat Jaqueline als Charakter schon sehr gut gefallen, aber das Sahnehäubchen an Easy ist eindeutig Lucas. Als Leser kann man natürlich viel schneller 1 und 1 zusammenziehen und kommt hinter sein Versteckspiel. Doch selbst wenn ihn das in dem Moment nicht im allerbesten Licht stehen lässt, ist man längst so von ihm fasziniert, dass man wissen will, warum er sich so oder so in den verschiedenen Situationen verhält. Und was man letztendlich über sein Leben erfährt, raubt einem den Atem und lässt ihn um so bemerkenswerter erscheinen.
Der einzige kleine Kritikpunkt von meiner Seite betrifft das Ende. Es ist ziemlich kurz geraten und genau hier hätte ich mir ein wenig mehr echte Erlebnisse und weniger zusammenfassende Beschreibung gewünscht. Auch hätte ich es realistischer gefunden, wenn nicht plötzlich alles zu 100 Prozent perfekt gewesen wäre. Doch natürlich hat auch mir die Stelle, die den Titel zitiert, einem glücklichen Seufzer entlockt.

Das Buch war ein ziemlich spontaner Kauf, weil mir das Cover schon so lange gefallen hat und weil mir in dem Moment nach einer schönen Liebesgeschichte war. Und dieser Kauf hat sich wirklich als Glücksgriff entpuppt. Denn Easy bietet mehr als nur die typische Mädchen-trifft-Junge-Geschichte, es liefert genau das richtige Maß an Tiefe und Problemen, die mit einer wunderbar romantischen Entwicklung verknüpft werden. Dass dabei weder Jaqueline noch Lucas perfekt sind, bringt einem die Charaktere und das Buch nur näher. Auch der einfache, aber sehr lebendige Schreibstil von Tammara Webber hat mir wirklich gut gefallen. Ihre Between The Lines-Reihe werde vermutlich auch bald lesen.
Fazit: Wer eine Young-Adult-Romanze sucht, die nicht den üblichen Pfaden folgt, kann meiner Meinung nach mit Easy nichts verkehrt machen.

Zu einer deutschen Veröffentlichung ist mir nichts bekannt. Ich hoffe aber, es findet sich bald ein Verlag, der es allen 'easy' macht.

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