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Cover Etiquette & Espionage englisch

Sophronia Tremminick ist 14 und alles andere als eine junge Dame. Sie interessiert sich für Technik, steigt gerne auf Bäume und hat mit Mode, Tanzen oder dem, was Ladies sonst noch so tun, nichts am Hut. Ihre Mutter hat von dem Wildfang die Nase voll und sowieso genug mit ihren vielen anderen Kindern zu tun. Da kommt es gerade recht, dass das pikfeine Fräulein Geraldine Sophronia eine Platz an 'Mademoiselle Geraldine's Finishing Academy for Young Ladies of Quality' anbietet. Schon der Weg zur Schule gestaltet sich mehr als abenteuerlich und als Sophronia die Schule und den Transportweg hinein, dann erstmals erblickt, dämmert ihr so langsam, dass die jungen Schülerinnen hier nicht nur zu Ladies ausgebildet werden sollen.
Schnell gewinnt Sophronia ihre ungewöhnliche Schule, den detailreichen und oft nicht ganz einfachen Unterricht und ihre Mitschülerinnen lieb. Die Abenteuerlust im Blut, entdeckt sie so manch eine Besonderheit und gewinnt mehr als einen Freund. Dummerweise bringt sie ihre Neugierde in allerhand gefährliche Situationen und auch die ersten Feinde sind nicht weit.

Etiquette & Espionage ist ein wunderbar lustiges, charmantes und unterhaltsames Buch. Es besticht durch eine Menge an liebenswerten und ungewöhnlichen Charakteren. Zuerst ist da natürlich Sophronia mit ihrem wunderbaren Humor, ihrer schnellen Auffassungsgabe und ihrem Drang, sich jeder Situation zu stellen. Man muss sie einfach gerne haben. Doch auch die hämatophobische Dimity (so eine Phobie gibt es wirklich), die frech-geniale Vivie, die rauflustig-ungelenke Sighead und die ängstlich-blasse Agatha sind einfach klasse Charaktere. Dann haben es mir noch der freche Soap, der tüftlerische Pillover und der herzige Bumbersnoot angetan. Auch die oft mehr als seltsame Lehrerschaft mit ihren ungewöhnlichen Lehrfächern bereitet einem Lesespaß. Hier sind besonders Captain Niall und Professor Braithwope zu erwähnen. Überhaupt die ganze Atmosphäre an der Schule: Ich habe mich oft gefühlt, als genieße man eine Art weibliches Hogwarts - ganz anders natürlich, aber ebenso faszinierend und mit nicht Enden wollenden Überraschungen.

Cover Curtsies & Conspiracies englisch

Natürlich sind die Fiesen und Bösen besonders schlau, sodass Sophronia und ihre Freunde öfter ins Schwitzen geraten. Dabei bleibt der Ton von Gail Carriger immer lustig und leicht antiquiert. Schließlich handelt es sich bei Etiquette & Espionage um ein Steampunk-Jugendbuch. Dieser Tatsache wird nicht nur mit zahllosen Maschinen und Dampfkonstruktionen sondern auch mit einem viktorianisch angehauchten Sprachstil Rechnung getragen. Da Finishing School in derselben Welt (nur etwas früher) wie die Parasol Protectorate / Lady Alexia-Bücher spielt, war das aber zu erwarten. Ich freue mich jetzt schon ganz doll auf Band 2 Curtsies & Conspirarcies, der Anfang November 2013 auf Englisch erscheint. Und weil das Cover von diesem Buch ebenso schön ist wie das von Etiquette & Espionage, will ich es euch an dieser Stelle schon einmal zeigen.

Zu einem deutschen Erscheinungstermin ist mir nichts bekannt. Da es die Bücher von Gail Carrigers erster Reihe Parasol Protectorate / Lady Alexia um Lady Alexia aber zu einer deutschen Übersetzung gebracht haben, gehe ich schwer davon aus, dass Sophronia und Etiquette & Espionage in absehbarer Zeit folgen werden. Dieses schöne Buch verdient wirklich mehr als nur ein paar deutsche Leser.

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Weibersommer

Tags: Romantik
23.02.2013
Cover Weibersommer deutsch

Marie-Luise, Anne-Marie und Lisa-Marie haben außer der Familie alle eins gemeinsam: den Namen Marie. Sie sind nach ihrer Großmutter benannt worden, die sie nie haben kennenlernen können, da sie bei der Geburt ihrer zwei Töchter gestorben ist. Doch schon immer wurde ihnen viel von ihr erzählt, denn ihr Onkel Horst, der ältere Brüder der beiden Zwillinge Helene und Katharina, wird nicht müde ihnen von der wunderschönen Marie Zabel zu erzählen.
Die Mütter Katharina und Helene haben schon recht zeitig einen kleinen Kaffeekranz ins Leben gerufen, da waren ihre drei Töchter noch sehr klein. Doch mit den Jahren wurden die Kinder immer mehr eingebunden und nun ist es ein fester Bestandteil des Monats. Jedes Mal treffen sie sich bei einer anderen 'Marie' daheim und bringen leckere Kuchen mit.
Die kreative und bücherliebende Lisa-Marie ist in diesem Monat dran und ist gerade dabei eine zauberhafte Kreation vorzubereiten, als das Telefon klingelt und ihre Mutter ihr völlig aufgelöst vom Tod ihres Bruders Horst erzählt.

Auch bei Anne-Marie klingelt das Telefon, doch sie hat gerade festgestellt, dass sie noch einen Kuchen backen muss für das Treffen und ist in hektischer Betriebsamkeit. Da taucht ihre Tochter Mia auf und bemerkt einen brenzligen Geruch. Das kann ja wieder nur aus dem Ofen kommen und den Resten einer aufgewärmten Pizza. Als der Geruch aber immer beißender wird, stürmen die Frauen ins Wohnzimmer und finden das Bügelbrett in Flammen. Anne hatte vergessen es auszuschalten als sie in die Küche gegangen ist. Durch die Löschaktion und den damit verbundenen Stress ignorieren sie das Telefon. Es wird schon nichts wichtiges sein.

Marie-Luise hingegen verbringt diesen Morgen in trauter Zweisamkeit mit ihrem Verlobten. Sie ist gerade dabei eine leckere Creme-Biskuit-Rolle fertig zu stellen, als ihr Zukünftiger ganz andere Dinge im Kopf hat. Das Telefonklingeln wird hierbei natürlich ignoriert. Man muss eben Prioritäten setzen.

Mit reichlich Verspätung treffen Anne und Lou bei ihrer Cousine ein und finden ihre Mütter verheult auf der Couch sitzen. Nun erfahren auch die Beiden, das Onkel Horst gestorben ist. Jemand muss sich nun um den Bauernhof und die Beerdigung kümmern, doch Helene hat nach ihrer Hüpfoperation eine Kur die in einer Woche anfängt und Katharina wollte sie dabei nicht alleine lassen. Nach einigem Hin und Her entschließen sich Lisa-Marie und Anne dazu nach dem Bauernhof zu schauen und die Beerdigung vorzubereiten. Anne braucht dringend ein paar Tage Abstand von ihrer Familie, denn seit ihr Mann Stefan neuer Chefarzt geworden ist hat er keine Zeit mehr für seine Familie. Anne fühlt sich allein gelassen.
Lisa-Marie hingegen muss wegen Bauarbeiten ihren kleinen Buchladen schließen und hat somit sowieso Zeit. Da sie weder Mann noch Kind hat, sehr zu ihrem Bedauern, findet sie sofort Gefallen an einem Ausflug ins Allgäu.
Nur Lou will sie nicht begleiten, immerhin fliegt sie mit ihrem Verlobten Christoph in die Sonne - sofern der Vulkan in Island ihr keinen Strich durch die Rechnung macht.
Doch genau das hat dieser vor. Und so sitzen ein paar Tage später die drei Cousinen in Lisa-Maries kleinem roten Käfer und tuckern Richtung Allgäu. Schon auf der Fahrt wird klar, dass Lou nicht im geringsten Lust hat sich auf dem Bauernhof die Finger schmutzig zu machen.
Na das kann ja heiter werden.

Kaum auf dem Bauernhof angekommen, machen sie Bekanntschaft mit Schwester Bonaventura, die sich in den letzten Tagen um die Tiere auf dem Hof gekümmert hat. Während Anne und Lisa-Marie sofort begeistert sind von ihr, ist Lou skeptisch. Warum kümmert sich denn eine Nonne um Onkel Horsts Bauernhof? Es gab schon immer Verbindungen zwischen dem ansässigen Orden und Onkel Horst, aber keiner ist bisher dahinter gekommen, woher diese Verbindung rührt.
Was keine der drei Frauen ahnt, in den nächsten Tagen werden sie einiges über sich selbst erfahren und merken, dass sie als Familie zusammenhalten müssen. Onkel Horst hat ein bitteres Geheimnis gehütet, dem die drei Maries auf den Grund gehen wollen. Dabei kriegen sie unerwartet Unterstützung.

Weibersommer ist mein erster Roman der Autorin Heike Wanner. Die Leseprobe hat mich eine Geschichte in eine etwas andere Richtung erwarten lassen, als es sie nachher dann doch gab. Was auf der einen Seite schade ist, andererseits aber auch gar nicht so schlimm. Heike Wanner hat einen sehr guten Schreibstil und neigt auch wenig zum Abschweifen oder ewig weit ausholen. Das ist mir gleich sehr angenehm aufgefallen. Ein wenig fehlte mir allerdings der Tiefgang. Es wird groß auf ein Familiengeheimnis hingearbeitet, das sich dann auf gerade einmal 40 Seiten zusammenfassen lässt. Da habe ich mir doch mehr erhofft. Gerade auch, weil man daraus so viel mehr hätte machen können.
Dennoch hat mich dieses Buch wunderbar unterhalten und mir einen schönen Lesenachmittag beschert. Deshalb kann ich auch nicht mehr als einen halben Stern abziehen.

Ich bedanke mich herzlich bei Vorablesen.de für die Möglichkeit dieses Buch lesen und rezensieren zu dürfen.

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Cover The Bite that Binds Englisch

Enthält Spoiler für Here Be Sexist Vampires.

Sam hat endlich ihren Platz unter den Vampiren gefunden. Als Sventé gehört sie zwar immer noch der schwächsten Rasse an, ist aber mit ihren speziellen Fähigkeit eine der stärksten Kämpferinnen überhaupt und nicht ohne Grund einer von Antonios bedeutendsten Offizieren. Außerdem hat sie in Jared den perfekten Mann gefunden. Ihre Bindungs-Zeremonie (das Vampir-Äquivalent zur Hochzeit) steht kurz bevor und auch wenn beide nervös sind, freuen sie sich doch sehr auf die einwöchige Feier.
Doch das Böse schläft nie und so müssen Sam, Jared und ihr Team trotz der Festivitäten arbeiten. Sie gehen dem Hilferuf einer merkwürdigen Vampirin nach, die Sam im Traum erscheint. Bei dem Versuch sie zu retten, wird Sam allerdings verletzt und das hat sehr merkwürdige langfristige Auswirkungen auf sie und ihre Kräfte. Doch es hat sich auch noch ein anderer Fall aufgetan, in dem offensichtlich Vampire schwangere Frauen töten und ihre Kinder stehlen, um sie zu verkaufen. Sam und das Team sind angewidert und werfen sich mit voller Kraft in diesen Einsatz.
Sam hat allerdings noch ganz andere Probleme. Die Nachwirkungen ihrer Verletzung nehmen immer massivere Formen an. Auch die Feierlichkeiten, die mittlerweile angefangen haben, sind ein ziemlicher Aufwand. Denn nicht alle der Gäste sind begeistert, dass Jared als Erbe von Antonio ausgerechnet eine Sventé als Partnerin gewählt hat und so wird Sam auf Herz und Nieren geprüft und provoziert. Das ist allerdings noch nicht alles, denn Magda ist ebenfalls unter den Gästen. Sie ist der Vampir, der Jared und Evan damals verwandelt hat, und sieht es gar nicht gerne, dass Jared nun eine andere haben will...

Ich bin mir ziemlich sicher, dass Suzanne Wright Here Be Sexist Vampires als Einzelband geplant hat. Nicht nur deshalb konnte ich mich mit dem zweiten Band der Deep In Your Veins-Reihe nicht so recht anfreunden.
Grundsätzlich hat die Autorin dasselbe Rezept benutzt, wie schon im ersten Buch. Sam ist eine starke Heldin, der so leicht keiner was vormacht und die sich gegen jeden Widersacher durchsetzen kann. Allerdings hat mich bereits im ersten Buch gestört, dass Sam so absolut unbesiegbar erscheint und immer das perfekte Comeback parat hat - wenn auch meiner Meinung nicht immer so schlagfertig, wie vielleicht beabsichtigt. Meist wirkt sie einfach nur aggressiv und zickig. In diesem Buch hätte sie endlich die Chance gehabt, sich von einer anderen Seite zu zeigen. Leider wurde diese verschenkt und Sam wird nur als noch extremerer Charakter dargestellt.
Jared und Sam arbeiten wie gesagt an zwei auf den ersten Blick völlig unterschiedlichen Fällen, zwischen denen am Ende allerdings doch eine Verbindung besteht. Diese Verbindung hätte unter anderen Umständen ziemlich clever sein können, war aber doch reiner Zufall und dadurch schlicht unglaubwürdig. Auch viele andere Details haben arg konstruiert und erzwungen gewirkt und sind somit ziemlich fragwürdig und teils sehr übertrieben gewesen. Z.B. legen sowohl Jared als auch vor allem Sam eine Blut- und Rachelust an den Tag, die mich irgendwann wirklich gestört hat.
Schon im ersten Buch haben mich die teilweise ziemlich langgezogenen Passagen gestört, in denen Sam jedes einzelne Detail eines Einsatzes widergibt. Das war in The Bite That Binds zwar deutlich besser, doch auch hier gab es wenigstens zwei Szenen, in denen sich die Autorin einiges an unnötigen Beschreibungen hätte sparen können.

Trotzdem war The Bite That Binds von Suzanne Wright kein ein schlechtes Buch. Hätte ich nach dem ersten Teil der Deep In Your Veins-Reihe nicht etwas höhere Erwartungen gehabt, wäre meine Meinung vielleicht ein wenig besser ausgefallen. Denn der Humor und Sams schlagfertige Art sind nach wie vor meistens sehr unterhaltsam. Auch Jared hat seine guten Momente in diesem Buch. Der Leser bekommt etwas tiefere Einblicke in seinen Charakter und ein paar Antworten auf die Frage, warum er fast schon frauenfeindlich zu Beginn der Reihe war und sie nur benutzt hat. Außerdem gibt es ein paar neue und beeindruckende Fähigkeiten unter den Vampiren zu bestaunen. Sam selbst bekommt z.B. ein ziemlich cooles Tattoo, das es in sich hat.

Suzanne Wright ist mit ziemlicher Sicherheit noch lange nicht fertig mit ihrer Deep In Your Veins-Reihe. Und vielleicht werden die nächsten Bücher andere Protagonisten haben. Denn es gibt einige Charaktere, die noch offene Geschichten haben, auf die aber verdächtig viel wert in The Bite That Binds gelegt wurde (z.B. Evan). Noch ist allerdings nichts über weitere Teile in dieser Reihe bekannt.

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Cover Erziehungschaos deutsch

Vollmundig erklärt der Klappentext von Das Erziehungs-Chaos das Buch zu einem 'Wegweiser für Eltern'. Nun habe ich das Glück und die Freude, seit über zwei Jahren ein Elternteil zu sein und muss ganz ehrlich sagen, dieses Buch ist alles, aber kein Wegweiser.

Jürgen Holtkamp bietet eine gesellschaftliche Betrachtung zum Thema Erziehung heute und Erziehung im Wandel der letzten sechzig Jahre. Er beschreibt sehr schön, wie schnelllebig die Zeit geworden ist. Etwa, wenn man darüber nachdenkt, in welchem Tempo sich die Technik überholt und verbessert. Oder wie wenig Rückhalt Eltern heutzutage noch durch ein Netzwerk aus Verwandten (Großeltern, Tanten, Onkel, Cousins und Cousinen...) haben und somit nicht vorgelebt bekommen, wie 'Kinder erziehen' eigentlich funktioniert. Der Autor teilt die Gesellschaft, inklusive Eltern, in die sogenannten Sinus-Milieus ein. Dahinter verbirgt sich ein Konstrukt, dass von der Markt- und Sozialforschungs-Firma Sinus-Sociovision ins Leben gerufen wurde. Es handelt sich dabei um eine Einteilung der Menschen nach ihrer gesellschaftlichen 'Stellung'. Man nehme die Menschen der verschiedenen Schichten (Ober-, Mittel- und Unterschicht) und betrachte zudem ihrer Grundorientierung im Leben. Also beispielsweise, ob jemand Traditionen schätzt oder lieber neue Dinge erleben will. Sind einem Geld, Werte, Individualität oder eine soziale und tolerante Einstellung wichtig. Heraus kommen dabei dann 10 verschiedene Milieus: die Konservativ-etablierten, Traditionellen, Prekäre, Bürgerliche Mitte, Sozialökologisch, Liberal-intellektuelle, Performer, Adaptiv-pragmatische, Hedonisten und Expeditive.
An diesen Milieus orientiert sich Das Erziehungs-Chaos: Welches Milieu sich wie benimmt, wie seine Kinder erzieht und welche Fehler dabei passieren. Das wird ziemlich dogmatisch abgehandelt - sprich, Milieu X ist so und Milieu Y benimmt sich so usw. Seltsam, dass ich mich beim Lesen spontan in mehreren Milieus wiedererkannt habe. Zwar wird einige Male gesagt, dass Eltern und Kinder individuell und einzigartig sind. Die Ausrichtung des ganzen Buches an den Sinus-Milieus spricht aber eine andere Sprache.

Wer jetzt noch weiter an dieser Rezension liest, dem darf man gratulieren. Er wird mit Das Erziehungs-Chaos zurechtkommen, die Milieus bis ins Detail kennen lernen und dabei das ein oder andere Problem unserer Gesellschaft wiedererkennen. Leider beschränken sich die praktischen Tipps für Eltern, wie man denn im 'Erziehungsdschungel Deutschland' besser oder leichter zurechtkommt auf einige wenige am Ende von über 200 Seiten.
Außerdem ist der Schreibstil von Jürgen Holtkamp wirklich schwer zugänglich. Dass es sich um ein Sachbuch handelt, ist keine Entschuldigung. Auch Sachbücher können hervorragend und unterhaltsam geschrieben sein. Bestes Beispiel: The Emperor of all Maladies: A Biography of Cancer / Der König aller Krankheiten: Krebs - eine Biografie von Siddhartha Mukherjee. Gut geschrieben ist Das Erziehungs-Chaos definitiv nicht. Es wimmelt von Fremdwörtern oder Worten aus dem 'Bildungsbürgertum', die nicht erklärt werden. Zudem sind die Sätze zu lang und strotzen nur so vor Substantiven und Substantivierungen, also Hauptwörtern und Wörtern, die durch das Anhängen von -ung, -heit, -keit zu solchen gemacht werden.

Vielleicht können Pädagogen (etwa Lehrer) ja mehr mit dem Buch anfangen? Da aber keine oder kaum praktische Lösungsansätze für die lang und breit aufgeführten Missstände geliefert werden, wage ich auch das zu bezweifeln. Was soll es bringen, wenn zigfach wiederholt wird, dass sich Pädagogen und Erzieher(innen) von Krippen, Kindergärten, Grund- und weiterführenden Schulen besser austauschen sollten. Sich auch Ärzte, Ämter und andere öffentliche Einrichtungen besser abstimmen müssen. Dass Eltern der unteren Schichten anders angesprochen werden sollten als die der oberen Schichten. Mag ja alles sein, aber interessant sind dann doch eher die folgenden Fragen:
Wie soll der Austausch stattfinden? Wie kann eine Vernetzung begonnen und umgesetzt werden? Wie und womit spricht man die Eltern an? Da es keine Antworten auf diese Fragen gibt und auch sonstige Tipps für Eltern nur ganz vereinzelt auftauchen, kann ich Das Erziehungs-Chaos der Zielgruppe 'Eltern' wirklich nicht empfehlen. Wer eine Betrachtung zum Thema 'Erziehung im heutigen Deutschland - die Probleme der einzelnen gesellschaftlichen Schichten' lesen will, kann es mit Jürgen Holtkamps Buch ja mal versuchen. Trotz einiger interessanter Aspekte, sollte man meines Erachtens aber besser die Finger von diesem Sachbuch lassen.

Fazit: Wenn man einen Überblick über die Erziehungslandschaft in unserem Land bekommen möchte und sehen möchte, wo was im Argen liegt, ist das Buch vielleicht hilfreich. Praktische Lösungsansätze für Eltern bietet das Buch nicht.
Es gibt ganz sicher bessere Bücher zum Thema Erziehung. Empfohlen sei an dieser Stelle, dass lustige und sich selbst nicht so ernst nehmende The Idle Parent / Leitfaden für faule Eltern (keine Rezension) von Tom Hodgkinson. Dessen praktische Tipps konnte ich zwar nur zum Teil nachvollziehen, aber wenigstens werden sie einem überhaupt angeboten.

Ich bedanke mich bei Blog dein Buch und beim Verlag Butzon & Bercker für das Rezensionsexemplar.

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Cover Heat deutsch

Gleich vorweg, ich habe bisher kein Buch der Alex Cross / Alex Cross-Reihe gelesen und kann somit nicht garantieren, dass in der Rezension zu diesem Buch kein Spoiler vorhanden ist.

Hannah Willis ist jung, gutaussehend und auf der Flucht. Mit nicht mehr als den Resten eines Spitzenbodys bekleidet und einer Schusswunde im Unterleib humpelt sie durch den dunklen Wald. Irgendwo vor ihr muss es Zivilisation geben und somit vielleicht die Chance auf Hilfe. Hinter ihr hingegen lauert nur der Tod.
Sie hat es geschafft aus dem Gebäude zu flüchten und weiß, dass jemand auf den Fersen ist, der ihren Tod will. Sie weiß zu viel.
Endlich erreicht sie die Straße und kann vor ein Auto laufen. Der Fahrer weiß kaum wie ihm geschieht, da bricht sie auch schon vor ihm zusammen. Behutsam bringt er sie in seinen Wagen. Dort erlangt sie kurz das Bewusstsein und faselt von Männern die sie verfolgen. Doch er kann sich keinen Reim darauf machen.

Johnny Tucci ist in einem geklauten Wagen unterwegs. Eigentlich glaubt er allein auf der Straße zu sein, doch schon taucht hinter ihm Blaulicht auf. Zähneknirschend hält er an und versucht so cool wie möglich zu sein. Doch die zwei Streifenpolizisten haben heute einen schlechten Tag und belassen es nicht bei einer kleinen Kontrolle. Sie durchsuchen den Wagen und entdecken in seinem Kofferraum unter der Wagenradabdeckung das 'Paket'. Da hilft Johnny nur eins - Flucht.
Die Polizisten sind im dicht auf den Fersen, doch er kann sie im nahegelegen Wald abschütteln. Kurz erwähnt er seinem Leben ein Ende zu setzen, doch der Selbsterhaltungstrieb ist stärker. Er muss sich einen Plan zurecht legen. Jetzt, wo der das 'Paket' nicht mehr wie geplant abliefern kann, wird er sehr schnell noch mehr Leute auf seiner Fährte haben. Und die lassen sich nicht so schnell abschütteln wie diese einfallslosen Polizisten.

Alex Cross ist gerade dabei im Kreise seiner Familie seinen Geburtstag zu feiern, als sein Telefon klingelt. Seine Familie kann es sich bereits denken - es gibt einen neuen Fall. Doch ausgerechnet heute hatten sie gehofft, würde das Telefon schweigen.
Dass es nun auch nochu so schlimm kommt, damit hätte keiner gerechnet. Alex Nichte Caroline wurde ermordet aufgefunden. Besser gesagt - ihre Überreste. Man hat sie anhand ihrer Fingerabdrücke identifizieren können, denn ihr Körper ist beinahe zur Unkenntlichkeit zerstört worden, als wäre sie durch einen Häcksler gedreht worden.
Alex ist fassungslos. Seit 20 Jahren hat er keinen Kontakt mehr zu seiner Nichte gehabt und nun hat er keine Chance mehr eine Bindung zu ihr aufzubauen.
Jetzt bestimmt nur noch eins sein Handeln, er muss den Mörder finden! Das ist er seinem toten Bruder schuldig und auch seiner Nana. Doch er ahnt nicht, dass seine Ermittlungen große Kreise ziehen werden, die bis ins Weiße Haus reichen.

Cover I, Alex Cross englisch

Auf diesen Thriller bin ich eher durch Zufall gestoßen. Ich habe ein Buch gesucht, das diesen drei Kriterien entsprechen sollte: der richtige Verlag, das richtige Erscheinungsjahr und das Genre. Da blieb dann im Regal meiner Mutter genau dieses Buch übrig. Ich habe noch nie ein Buch von James Patterson gelesen und habe ein wenig Angst davor gehabt. Auf der einen Seite stehen die Fans des Autors, auf der anderen Seite die Angst vor zu viel Blut. Aber ich bin wirklich positiv überrascht worden. Der Leser befindet sich gleich mitten im Geschehen und kann Bezug zu den ersten Personen aufbauen.
Die Schreibweise ist zweigeteilt. Die Kapitel mit dem Ermittler Alex Cross sind in der Ich-Perspektive geschrieben, alle anderen aus der Erzähler-Perspektive.
Ich habe etwas gebraucht um mich an diese Art des Schreibens zu gewöhnen. Aber nach ca. 50 Seiten liest man einfach drüber hinweg.

Die Story kommt recht schnell in Fahrt, bleibt dann aber eine Weile auf der Strecke, bis es dann wieder brenzlig wird. Neben den Ermittlungen erfährt man auch viel über das Privatleben von Alex Cross. Da ich die ersten Bände um den Ermittler nicht kenne, kann ich nicht sagen, ob sich hier ein roter Faden durch die Geschichten zieht. Aber teilweise empfand ich es als übertrieben viel Stress für ein Buch. Da ich mich so nicht auf die Lösung des Falles allein konzentrieren konnte, war es für mich ein gewisser Störfaktor, dass der Hauptprotagonist privat noch so viele Probleme hat. Schade eigentlich.

Abschließend muss ich also sagen, dass mich das Buch zwar gepackt hat und auch recht spannend war, aber der Sog hat leider nicht angedauert. Durch die sehr kurzen Kapitel kommt man aber recht schnell voran und ehe man sich versieht ist die Hälfte des Buches vorbei. Leider merkt man das nicht im Inhalt. Ob ich weitere Bücher von James Patterson lesen werde, weiß ich noch nicht. Vielleicht passt bei einem anderen Teil der Reihe die Mischung zu meinen Lese-Bedürfnissen.

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