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Cover Walking Disaster US

Beautiful Disaster - aus Travis Sicht!

Als Travis im Alter von drei Jahren seine Mutter verlor, musste er ihr drei Dinge versprechen: 1. Er soll sich immer um seinen Vater und die vier Brüder kümmern, 2. sein Leben genießen und spielen so lange er kann, und 3. wenn er sich einmal verliebt, soll er mit allem was er hat darum kämpfen.
Mit den ersten beiden Punkten hatte Travis nie ein Problem. Mittlerweile ist er im College, hat seinen Heimatort aber nie verlassen und ein gutes - wenn auch etwas rabiates - Verhältnis zu seiner Familie. Auch sein Leben genießt er in vollen Zügen. Er verdient gutes Geld mit illegalen Bareknuckle Kämpfen, die sein Bekannter Adam organisiert. Travis ist ungeschlagen und hat bereits Kultstatus an seiner Uni erreicht. Doch nicht nur durch seine Fights, sondern auch als Weiberheld ist sein Ruf legendär. Er hat noch kein Mädchen getroffen, das ihm widerstehen konnte und nur die wenigstens davon (also die, die am wenigsten kletten) sieht Travis zweimal. Er will es aber auch gar nicht anders.
Zumindest bis er Abby Abernathy kennen lernt. Sie ist nicht nur das schönste Mädchen, das ihm je begegnet ist, sie scheint auch absolut gar nichts von ihm wissen zu wollen. Travis dagegen ist sofort fasziniert von ihr und ihm ist schnell klar, dass er sie auf die ein oder andere Weise in seinem Leben haben muss. Doch Abby ebenfalls davon zu überzeugen wird für Travis schwerer und nervenaufreibender, als ihm bisher bewusst ist.

Mit Beautiful Disaster ist Jamie McGuire bereits 2011 ein großer Überraschungserfolg gelungen, der in kürzester Zeit viele Fans gewonnen hat. Damals hat sie die Geschichte aus Abbys Perspektive erzählt. In Walking Disaster ist nun dieses Mal Travis an der Reihe, seine Sicht auf die Dinge zu präsentieren.
Im Großen und Ganzen stimmen die Handlungen von Beautiful Disaster und Walking Disaster miteinander überein. Besonders große Offenbarungen oder Neues sollte man sich also nicht erwarten. Auch die Spannung ging für mich automatisch natürlich ein bisschen verloren, einfach weil ich die Geschichte schon gut kannte und Travis genau so ist, wie man ihn in Beautiful Disaster bereits kennengelernt hat. Seine Emotionen und Motivationen wurden dort schon sehr gut vermittelt; jetzt erlebt man sie eben aus nächster Nähe.
Wer Spaß am ersten Teil hatte, wird ihn natürlich auch an Walking Disaster haben. Dennoch ist er meiner Meinung nach nicht unbedingt als eigenständiger Roman geeignet. Dafür fehlt dem Buch eindeutig an Struktur und manchmal auch ein bisschen an Logik. Im Endeffekt hat die Autorin einfach entscheidende Szenen aus Beautiful Disaster in chronologischer Reihenfolge aus Travis Sicht zusammengefügt. Oft sind diese Szenen aber nur sehr notdürftig miteinander verbunden. Andere Ereignisse, die man aus dem ersten Buch kennt, werden nur in Nebensätzen erwähnt und so kommt es schon mal vor, dass ein wenig Verwirrung aufkommt. Deshalb sollten nur Leser, die Beautiful Disaster bereits kennen, zu Walking Disaster greifen. Alle anderen werden vermutlich nicht viel Freude daran haben und nur die Hälfte verstehen. Alleine schon deswegen, weil man keinen großen Zugange zu Abby in diesem Buch findet. Sie wird nicht wirklich vorgestellt und wirkt eher zickig als liebenswert in dieser Variante.

Cover Walking Disaster UK

Für Fans ist Walking Disaster von Jamie McGuire aber natürlich Pflicht. Ich mochte Travis trotz seiner Aggressivität und leicht soziopathischen Tendenzen schon immer sehr gerne. Hier lernt man ihn noch etwas tiefer kennen und ab und an gibt es doch den ein oder anderen Aha-Effekt, was sein Verhalten angeht. Außerdem gibt es einige sehr emotionale Momente, nicht nur mit Abby, sondern auch mit Travis Familie, die mir besonders gut gefallen haben.
Das eigentliche Highlight sind aber das letzte Kapitel und der Epilog. Bei beiden handelt es sich um komplett neue Szenen, die nach Beautiful Disaster angesiedelt sind. Vor allem der Epilog hat mich aber umgehauen und war sehr überraschend. Zu weit hergeholt oder genau richtig? Gerade dazu wird sicher jeder Leser eine andere Meinung haben. Auch wenn ich etwas völlig andere erwartet habe, hat er aber mir jedenfalls doch sehr gut gefallen.

In den USA erscheint Walking Disaster am 2. April 2013, in Deutschland am 13. August 2013.

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Cover Erlöst Deutsch

Enthält Spoiler für Fallen Too Far / Verführt.

Drei Wochen sind vergangen, seit Blaire Rosemary verlassen hat und zurück nach Sumit gezogen ist. Dort lebt sie nun vorübergehend bei Granny Q, der Großmutter ihres Ex-Freunds Cain. Beide machen ihr klar, dass sie bleiben kann, solange sie möchte ? wenn es nach Cain geht auch für immer. Doch Blaire hat ihre Lektion mit Cain schon vor langer Zeit gelernt und weiß, dass sie nichts mehr in Sumit hält. Sie muss endlich auf eigenen Beinen stehen. Doch Blaire steht wieder genauso da, wie vor ein paar Monaten, als es sie zum ersten Mal nach Rosemary getrieben hat, nur dass sie dieses Mal weder ein Auto, noch Geld hat. Und dass ihr Herz gebrochen ist. Sie kann Rush nicht vergessen und ist sich ziemlich sicher, dass sich daran auch so schnell nichts ändern wird, doch sie kann auch nicht vergeben, dass er sie wochenlang über die Wahrheit über ihre Familie angelogen hat.
Währenddessen sitzt Rush in Rosemary und bläst Trübsal. Er hat seiner Familie unmissverständlich klar gemacht, dass es so nicht für ihn weitergehen kann. Er kann seine Mutter und Schwester Nan nicht weiter aushalten und sich als Belohnung von ihnen auf der Nase rumtanzen lassen. Nun muss er nur noch Blaire zurückbekommen und er ist fest entschlossen alles dafür zu tun, auch wenn Nan und seine Mutter das alles andere als gut aufnehmen.
Als Rush das Gerücht zu Ohren kommt, dass Blaire tatsächlich zurück in Rosemary ist, kann er sein Glück kaum fassen. Doch was er noch nicht weiß, ist dass es dieses Mal Blaire ist, die ein Geheimnis hat, dass das Leben von beiden für immer verändern wird.

Mit Never Too Far / Erlöst wirft Abbi Glines den Leser direkt zurück ins Geschehen. Schon auf der ersten Seite wird der Leser ohne große Einleitung in die Geschichte gebracht und bekommt gleich die erste große Überraschung geboten, die die ganze weitere Entwicklung beeinflusst. Ich möchte nicht verraten, worum es dabei genau geht (auch wenn es vermutlich nicht so schwer zu erahnen ist), nur so viel: Es bietet jede Menge Potential für neue Konflikte.
Leider wurden dabei aber auch viele Möglichkeiten verschenkt. Denn die Autorin hat sich nicht immer mit dem begnügt, was die Situation auf natürliche Weise hergegeben hat, sondern fügte noch einige Missverständnisse hinzu, die die Situation anfachen sollten. An sich hat das auch funktioniert, nur geschah das so oft, dass es ein wenig arg gezwungen wirkte. Ständig hat Blaire irgendetwas belauscht, ihre eigenen Schlussfolgerungen gezogen und dadurch für mehr Drama gesorgt, als nötig gewesen wäre.
Trotzdem mochte ich Blaire nach wie vor sehr gern. Sie ist ein bisschen naiv und unschuldig, aber wirklich eine Seele von Mensch, die, wenn es drauf ankommt, ehrlich ist und ihre Meinung sagt. Auch Rush hat viele starke (oft allerdings auch etwas kitschige) Momente in diesem Buch und von dem Playboy vom Anfang der Geschichte ist nicht mehr viel übrig. Er bemüht sich sehr um Blaire und der Konflikt zwischen ihr und Nan setzt ihm gehörig zu. Das ist übrigens immer noch der Hauptknackpunkt in der Geschichte: Dass Rush sich zwischen Nan und Blaire entscheiden muss. Cover Never Too Far EnglischEigentlich fällt ihm diese Entscheidung auch recht leicht, zumindest bis zum großen Finale, das mir das Buch ein wenig verdorben hat. Denn hier passiert etwas, dass Rush (zwar verständlicherweise) den Boden unter den Füßen wegzieht. Ich habe allerdings gehasst, wie er damit umgegangen ist und bis das Buch aus war, hatte er nicht wirklich genug Zeit, das wieder wett zu machen.

Deswegen hat Never Too Far / Erlöst von Abbi Glines mich nicht ganz mit dem guten Gefühl zurück gelassen, das ich erwartet hatte (auch wenn die letzten paar Seiten viel davon wieder gut machen). Ich konnte mich darauf nicht ganz so einlassen, wie auf das erste Buch und die Geschichte sowie Charaktere blieben mir ein bisschen zu distanziert. Dennoch ist es ein ganz schöner Abschluss für diesen Teil von Rushs und Blaires Geschichte. Das ist allerdings noch nicht das Ende der Too Far / Rush of Love-Reihe. Denn tatsächlich sollen alleine 2013 noch ganze drei Bücher dieser Serie erscheinen. Twisted Perfection (keine Rezension) kommt schon am 23. April und erzählt die Geschichte von Woods, gefolgt von einer bisher unbetitelten Geschichte über Grant. Und danach bekommen wir noch eine Geschichte über Rush und Blaire. Denn auch wenn Never Too Far / Erlöst einen runden Abschluss bietet, gibt ihre Geschichte trotzdem noch jede Menge Stoff für eine Fortsetzung her.

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Cover Until Fountain Bridge Englisch

Enthält Spoiler für On Dublin Street / Dublin Street - Gefährliche Sehnsucht.

Als Ellie vor ein paar Monaten bei Adam eingezogen ist, hat sie auch alle ihre alten Tagebücher, die sie in den letzten 15 Jahren gefüllt hat, mitgenommen. Gemeinsam lässt das Pärchen nun die Entwicklung ihrer Beziehung anhand verschiedener Tagebucheinträge noch einmal Revue passieren.

Until Fountain Bridge / Fountain Bridge - Verbotene Küsse gibt endlich Bradens kleiner Schwester Ellie die Möglichkeit, ihre Geschichte zu erzählen. Ab der ersten Schwärmerei für Adam als 10-jähriges Mädchen ist der Leser hautnah dabei. Wir erleben unter anderem, wie aus dieser Schwärmerei - zumindest von Ellies Seite - echte Liebe wird, den Moment, in dem auch Adam endlich klar wird, was er für Ellie empfindet und den absoluten Horror, als bei Ellie der Tumor entdeckt wird.
Mit nur 8 Kapiteln schafft es Samantha Young eine absolut bezaubernde Geschichte zu erzählen. Schon in Until Fountain Bridge / Fountain Bridge - Verbotene Küsse war Ellie einer meiner absoluten Lieblinge, was ihre Sicht auf die Dinge gleich doppelt lesenswert macht. Von Adam hat man bisher noch nicht ganz so viel erfahren, doch auch er kommt einem im Laufe der Novelle deutlich näher und ich konnte viele seiner Reaktionen im ersten Buch deutlich besser nachvollziehen. Denn nach jedem Kapitel/Tagebucheintrag springen wir wieder in die Gegenwart zurück und Adam darf seine Sicht auf die jeweiligen Geschehnisse beschreiben.
Viel Neues verrät Until Fountain Bridge / Fountain Bridge - Verbotene Küsse dem Leser natürlich nicht. Darum geht es aber auch nicht. Denn diese Novelle sollte einfach nur ein kleines Special für Samantha Youngs Leser sein und diesen Charakteren, die es wirklich Wert sind, die Chance zu geben, ihre Geschichte zu erzählen.

Momentan gibt es Until Fountain Bridge / Fountain Bridge - Verbotene Küsse nur, wenn man Down London Road / Down London Road - Geheime Leidenschaft, die Geschichte von Joss Kollegin Johanna, die am 7. Mai 2013 erscheint, vorbestellt.
Ab dem 20. Juni 2013 ist Until Fountain Bridge / Fountain Bridge - Verbotene Küsse aber auch separat als Ebook zu haben.

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Cover Requiem US englisch

Diese Rezension enthält Spoiler für die vorherigen Bände der Delirium Trilogy / Amor-Trilogie-Reihe.

Unmittelbar nach dem furiosen Ende von Pandemonium / Pandemonium beginnt Requiem. Lena ist nun gleich mit zwei jungen Männern, die sie liebt, in der Wildnis. Doch im Gegensatz zu Julian, der Lena seine Zuneigung ungebremst zeigt, ist Alex völlig verändert - hart und schweigsam ignoriert er Lena fast vollständig. Die weiß überhaupt nicht, wie ihr geschieht und wie sie eine Aussprache mit ihm herbeiführen soll. Mehr oder weniger zufällig kommt es doch zu dem dringend notwendigen Austausch. Das Gespräch verläuft katastrophal und so beschließt Lena, sich - getreu Ravens Motto 'Die Vergangenheit ist tot' - künftig von Alex fernzuhalten.
Währendessen machen die Widerständler die schreckliche Entdeckung, dass die Regierung mit ihren Soldaten inzwischen in die Wildnis eindringt und allen Leuten, derer sie habhaft werden, den Garaus machen. Die Gruppe kommt bei einem Anschlag nur mit den Sachen am Leib davon und muss ohne Zelte und Vorräte Hilfe in einer großen Invalidensiedlung in Waterbury suchen. Was dann in Waterbury passiert, ändert manches...

Parallel begleiten wir in Requiem eine zweite Person. Von dieser will ich hier jetzt wirklich nur Bruchstücke verraten, um ihre Identität möglichst nicht preiszugeben (und hoffe, es gelingt). Jedenfalls wird es in dieser Erzählperspektive so richtig interessant: Der Leser erleben die Sicht einer geheilten Person. Die Person ist ruhig, friedlich und scheint auf den ersten Blick langweilig zu sein. Doch erstaunlicherweise erfahren wir dabei auch, dass nicht jede Heilung gleich 'gut' funktioniert. Besagte Person träumt beispielsweise immer noch und wird ihre Vergangenheit längst nicht so gut los, wie ihr das vielleicht lieb gewesen wäre. Von einem schlechten Gewissen geplagt und privaten Entwicklungen in ihrem Leben getrieben, macht die Person Dinge, die sie selbst nie für möglich gehalten hätte...
Verzeiht diese insgesamt eher kryptische Inhaltsangabe, aber es wäre einfach unfair, hier mehr zu verraten.

Es fällt mir schwer, meine eigene Meinung zu Requiem in geordnete Bahnen zu bringen und dabei nicht zu viel zu verraten. Das Buch ist, wie alle Bücher von Lauren Oliver, brillant geschrieben. Dass wir dieses Mal nicht nur Lena bei ihren Erlebnissen begleiten dürfen, ist ein feiner Kniff, der einem viel Information bringt und schnell eine ganz eigene Dynamik entwickelt. Außerdem sorgen diese Kapitel für die dringend notwendige Entspannung von der Love Triangle Lena, Julian und Alex. Wobei es gar nicht mal das Dreieck ist, das einem beim Lesen zu schaffen macht, sondern der grausam zu lesende Versuch von Lena, sich selbst eine wichtige Wahrheit nicht einzugestehen. Natürlich ist sie nicht die Einzige, die darunter leiden muss. Und derjenige, der dabei das Nachsehen hat, tat mir fast das ganze Buch über einfach nur sehr leid. Denn sowohl Julian als auch Alex sind wirklich liebenswerte und tapfere Männer, die einfach das Pech hatten, sich in dieselbe junge Frau zu verlieben.

Cover Requiem UK englisch

Requiem soll der Abschlussband der Delirium Trilogy / Amor-Trilogie-Trilogie sein. Nach dem Genuss dieses facettenreich geschrieben Buches bin ich mir da allerdings nicht so sicher. Obwohl sich die Handlungsstränge zum Ende hin wieder vereinen und auch einige Fragen aufgelöst werden, endet das Buch trotzdem extrem offen. Mir gefallen offene Enden, wenn sie logisch sind und viel Spielraum für eigene Gedanken bieten. Genau das ist hier der Fall.
Ich kann mir aber sehr gut vorstellen, dass längst nicht jeder mit so einem eher unbefriedigenden Ende zufrieden ist. Denn natürlich ist es unbefriedigend, wenn man keine endgültige Aussage bekommt. Und dass auch noch zu mehreren Dingen und Personen. Aber so ist es nun mal und irgendwie finde ich das auch gar nicht schlecht und mutig von der Autorin. Die Frage ist allerdings, bleibt es dabei. Die ersten Gerüchte, dass noch ein weiteres Buch folgen soll, habe ich inzwischen schon gelesen. Ob etwas dran ist? Keine Ahnung. Aus jetziger Sicht finde ich eine Fortsetzung nicht erstrebenswert, eben weil das Ende der Reihe ganz anders ist, als man es erwartet hätte. Und anders und ungewöhnlich sind zwei Adjektive, mit denen man nicht jedes Buch beschreiben kann. Requiem steht dieses offene Ende.
Doch wenn es noch Dinge zu Lena und Co. gibt, die von Lauren Oliver erzählt werden wollen, werden wir es erleben.

Ein Hinweis noch zum Schluss. In den Büchern (nicht dem Ebook) gibt es eine Kurzgeschichte, die einen Teil der Handlung aus Alex Perspektive erzählt. Da ich noch auf meine Buchausgabe warte, kann ich nicht sagen, was und wie viel wir aus Alex Sicht erleben dürfen.

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Cover Demi Monde Welt außer Kontrolle Die Mission deutsch

Demi Monde: 37. Tag im Winter des Jahres 1004.
Norma rannte durch die leeren Straßen Londons als wäre der Teufel persönlich hinter ihr her. Und das entspricht zu einem gewissen Teil sogar der Wahrheit. Denn Norma wurde von den Männern der SS (Spirituelle Sicherheit - eine militärische Einheit die sich der Kirche des UnFunDaMentalismus verschrieben hat) gejagt.
Norma gehört nicht in diese Welt. Sie kommt aus der realen Welt und die Demi Monde ist alles andere als real. Sie ist ein Computersystem zur Ausbildung der US-Armee, zur Erprobung asymmetrischer Kriegssituationen, um den Soldaten die Angst zu nehmen und sie bestmöglich darauf vorzubereiten.
Doch nun befand sich Norma in dieser Computersimulation und muss um ihr Leben fürchten. Archie Clement persönlich ist mit seinen Bluthunden zur Ergreifung der jungen Frau unterwegs. Und obwohl Clement nicht mehr als ein Junge ist, zittern die Bewohner der Demi Monde vor ihm. Er ist grausam und blutrünstig, kurz: er ist ein Psychopath. Und seines Zeichens nicht allein in dieser Welt.
Norma ist bei ihrer Flucht aus einer zwielichtigen Spelunke alles andere als systematisch vorgegangen und ist mit nicht mehr als einem dünnen Kleid auf der Flucht durch den kalten Winter. Sie stürzt und schlägt sich das Knie auf. Das hat ihr gerade noch gefehlt, denn im Gegensatz zu den Wesen in Demi Monde kann sie hier bluten. Und das kann ihr Todesurteil sein.
Sie schafft es, sich in eine dunkle Gasse zu flüchten und hofft, der Gestank des Abfalls würde ihren Geruch überdecken, doch sie wird gefasst. Nun ist es vorbei, denn jemand der in der Demi Monde fähig ist zu bluten, wird als Dämon betitelt und diese werden auf grausamste Weise beseitigt.

Reale Welt: 12. Juni 2018.
Ella Thomas hat einen Termin zum Vorsingen. Sie hat eine Anzeige gesehen, laut derer das US-Militär eine Jazz-Sängerin sucht um die Soldaten zu unterhalten und ihnen etwas Abwechslung während ihrer zermürbenden Arbeit zu gewähren. Doch dieses Vorsingen läuft ziemlich schräg ab. Sie durchläuft allerlei Tests. Intelligenztest, Fitnesstests und einen psychologische Einstufungstest. Aber was bitte schön hat das denn mit dem Job als Sängerin zu tun?
Als sie dann auch noch vor einem der höchsten Generäle sitzt und befragt wird, glaubt sie im falschen Film zu sein. Dummerweise braucht sie sehr dringend Geld für ihre Miete und so wird sich nach und nach auf ihre wirkliche Aufgabe vorbereitet. Ihr wird umfassend vom Computersimulationssystem Demi Monde erzählt und auch, was ihre Aufgabe sein soll. Denn Ella Thomas passt perfekt auf einen im System versteckten Zwilling, einem Dupe, den sie ersetzen soll um die Tochter des Präsidenten aus den Demi Monde zu retten: Norma Williams. Ella ist alles andere als begeistert und je mehr sie über diese Demi Monde erfährt, desto mehr sträubt sie sich dagegen. Als ihr dann auch noch der gefürchtete Reinhard Heydrich vorgestellt wird, der als Dupe in der Demi Monde das Sagen hat ist sie geschockt. In der Demi Monde wurden die schlimmsten Psychopathen der Geschichte wieder lebendig und machen dort den Bewohnern das Leben zur Hölle.
Und dort soll sie hin? Eine Farbige? Unmöglich! Nicht für eine Millionen Dollar. Doch als der General sein Angebot auf fünf Millionen Dollar erhöht, ist sie beinahe gezwungen nach zu geben. Sie kann nicht nur an sich denken, sie muss ebenfalls an ihren Bruder denken um den sie sich kümmert. Doch was, wenn sie in der Demi Monde stirbt?

Cover The Demi Monde Winter englisch

Als ich das Buch erhielt, habe ich gleich mal die erste Seite angelesen und fand es unglaublich kompliziert. Allein die ganzen Begriffe waren abschreckend. Dann habe ich am Ende des Buches einen Glossar entdeckt und diesen erst einmal gelesen. Das ist glaube ich sehr hilfreich um sich in die Welt des Demi Monde einzufinden.
Die ersten gut 40 Seiten waren für mich sehr schwer. Bis dato erfährt der Leser noch nicht wirklich warum es in der Demi Monde so zugeht und wieso zum Henker es dort darum geht die 'arische Rasse' rein zu halten und alle 'UnWesen' zu vernichten. Es las sich wie ein Buch über die Zeit des Nationalsozialismus. Dank des Geschichtsunterrichts habe ich davon aber für mein Leben genug gelesen und gehört und war leicht genervt. Doch als es dann an den Part um Ella geht, war ich gebannt und gespannt. Denn obwohl die ersten Kapitel eher anstrengend waren von der Thematik her, hat der Autor absolut ein Händchen für Spannung. Die Sprache ist gut gewählt und den verschiedenen Bereichen des Buches angepasst und zudem sehr flüssig zu lesen.

Faszinierend finde ich die Idee hinter der Geschichte. Sicher gibt es schon viele Bücher über Computerwelten und nicht wenig gute, aber hier ist es doch irgendwie anders. In der Demi Monde sind die 'normalen' Wesen ein Spiegel ihrer Selbst in der realen Welt. So hat jeder Dupe in der Demi Monde einen Gegenpart in Ellas Welt. Außer natürlich all jene Geschichtspersonen, die vor langer Zeit verstorben sind.
Man könnte sich jetzt also denken, warum soll ich ein Buch lesen, indem eigentlich nichts Böses passieren kann, weil es sich eh nur um Duplikate handelt. Nun - es gibt hier natürlich eine Verbindung zwischen dem Oberbösewicht der Demi Monde zur realen Welt, denn die Figur Norma Williams ist nicht zufällig in die Computerwelt gekommen. Der Unterschied zwischen ihr, Ella und den Dupes ist schwer zu beschreiben. Ella und Norma sind die einzigen realen Wesen in der Demi Monde, unterscheiden sich aber nur durch ihr Wissen über die reale Welt und ihr Blut von den Dupes. Auf den ersten Blick ist das natürlich nicht sichtbar.

Die verschiedenen Charaktere sind ziemlich gut erarbeitet. In anderen Rezensionen habe ich gelesen, dass man sich über die angeblich übertriebene Cleverness von Ellas Charakter aufgeregt hat und auch die Verwandlung einer weiteren Person von jung, zart und naiv zu jung, abgebrüht und hart unglaubwürdig wäre. Das kann ich so nicht unterschreiben. Es gibt genug Bücher mit zerbrechlichen Seelen die am Ende die Welt retten und von allen geliebt werden. Ich denke es wurde Zeit für einen starken Charakter wie Ella und auch das Wandeln der Charaktere ist nachvollziehbar, wenn man die Umstände bedenkt in denen sie leben müssen.
Mir hat das Buch außerordentlich gut gefallen und ich lauer nun natürlich auf die deutsche Ausgabe des zweiten Bandes Spring / Der Widerstand (keine Rezension) der im Juli diesen Jahres erscheinen wird. Die Reihe soll vier Bände umfassen, im Englischen nach den verschiedenen Jahreszeiten gerichtet und ich hoffe sehr, dass die weiteren Teile den gesetzten Erwartungen entsprechen werden. Einen halben Stern ziehe ich lediglich für die übertrieben vielen Begriffe ab, die man sich in Gänze eh nicht merken kann. Zudem fehlt mir ein Personenregister.

Ich danke an dieser Stelle recht herzlich dem Goldmann Verlag für die Übersendung des Rezensionsexemplars.

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