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Cover Im Schatten des Mondkaisers deutsch

Enthält Spoiler für Flammen über Arcadion, den ersten Band der Die Carya-Trilogie.

Jonan hat es geschafft. Zusammen mit Pitlit, Enzo und den Mutanten haben sie Carya und ihre Eltern im letzten Moment vor der Hinrichtung durch die Lux Dei bewahrt. Nun haben sich alle bis auf Enzo in das Dorf der Mutanten zurückgezogen und überlegen, wie es nun weiter gehen soll. Für Carya ist klar, dass sie den Koordinaten der Flugkapsel auf den Grund gehen muss, um mehr über ihre geheimnisvolle Herkunft zu erfahren. Jonan sieht seinen Platz an Caryas Seite, egal wohin es sie bei ihrer Suche nach der Vergangenheit schlagen sollte. Und obwohl Pitlit mit Suri eine Freundin gefunden hat, ist der ehemalige Straßenjunge einem Abenteuer niemals abgeneigt.
Schnell stellt sich heraus, dass die Koordinaten nach Francia, genauer gesagt in Richtung Paris weisen. Nicht weit von der halbzerstörten Stadt entfernt, im Schloss von Versailles, hat Francias Herrscher der Mondkaiser seinen Hofstaat versammelt. Dort herrscht der Mann, der sein Gesicht hinter einer Maske verbirgt, mit harter Hand und dekadentem Lebensstil, während die übrigen Menschen in Francia um ihr Überleben kämpfen müssen. Carya, Jonan und Pitlit machen sich auf eine lange und gefahrvolle Reise. An deren Ende sich alle Drei mit unschönen Dingen und Wahrheiten auseinandersetzen müssen...

In Im Schatten des Mondkaisers geht es nahtlos weiter mit der Geschichte von Carya, Jonan und Pitlit. Bernd Perplies schickt die drei auf eine Reise ins Unbekannte. Dass der abenteuerlichste Teil erst dann beginnt, wenn sie in Paris ankommen, wird dem Leser schnell klar. Die eigentliche Reise verläuft nämlich fast schon zu problemlos. Sicher, es wird ab und an gefährlich, aber dafür, dass Carya, Jonan und Pitlit mehr als 1.000 Kilometer auf unbekanntem Terrain hinter sich bringen, hätte man als Leser vermutlich mehr Probleme erwartet. Das ist auch mein erster Kritikpunkt: Anfangs lief mir alles zu glatt, um dann ab der Hälfte des Geschehens ins genaue Gegenteil umzuschlagen. Da jagt dann eine Katastrophe die nächste. Meiner Meinung wäre eine Mischung von An- und Entspannung über das Buch verteilt vielleicht besser gewesen.

Sonst war die Entwicklung sehr interessant und insbesondere Jonan konnte in Im Schatten des Mondkaisers mein Herz gewinnen. Auch die Enthüllungen über Caryas Vergangenheit machen das Buch sehr spannend. Die Entwicklungen in ihrem Inneren, die ja schon in Flammen über Arcadion ab und an deutlich wurden, nehmen einen immer größeren Raum ein. Doch diese 'Erweckung' bringt nicht immer nur positives: diese 'neue' Carya ist hart, tödlich und kompromisslos, außerdem oft ziemlich unsympathisch. Doch obwohl man Carya da manchmal gerne Schütteln möchte, schafft es Bernd Perplies ihre Geschichte logisch und nachvollziehbar zu machen.
Wie schon im ersten Band der Die Carya-Trilogie war auch in Im Schatten des Mondkaisers die Verknüpfung von historischem und dystopischem Setting faszinierend umgesetzt. Alleine den Hof des Mondkaisers in Versailles anzusiedeln, ist ein toller Kniff des Autors gewesen. Auch die Gegebenheiten in Paris werden jedem, der die Stadt schon einmal besucht hat, sehr bekannt und doch irgendwie fremd vorkommen. Man kann sich die halbzerstörte Stadt mit ihren hart ums Überleben kämpfenden Bewohnern jedenfalls sehr gut vorstellen.
Der Hof des Mondkaisers mit all seinen Intrigen und haarsträubenden Gegebenheiten stellte für mich persönlich ein Highlight dar. Da gab es eine Menge hassens- oder verabscheuungswürdiger Personen, die dann auch noch in einem furiosen Finale aufeinander treffen. Zum Ende hin fand ich das Buch wirklich sehr gelungen und hätte eigentlich gerne direkt weiter gelesen. Keine Angst, es gibt keinen Cliffhanger in dem Sinne, aber man will einfach wissen, was es mit Caryas Hintergrund weiter auf sich hat.

Fazit: Trotz eines gewissen Missverhältnisses im dramaturgischen Aufbau las sich Im Schatten des Mondkaisers schnell und unterhaltsam. Bernd Perpliess Stil hat mir auch dieses Mal wieder viel Spaß bereitet. Ich freue mich jetzt schon auf Das geraubte Paradies (keine Rezension), das am 12. September 2013 erscheint.

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Cover Wo die Nacht beginnt deutsch

Diana und Matthew taten einen Schritt und wurden durch die Zeit in die Vergangenheit getragen. Gemeinsam landen sie etwas unelegant in Matthews zu Hause - im Jahr 1590. Sie hatten es tatsächlich geschafft! So richtig daran geglaubt hatte Diana nicht, aber nach der Erfahrung war sie auch nicht so wild, es gleich noch einmal zu tun.
Matthews Haus in Woodstock sah beinahe genauso aus wie im 21. Jahrhundert, doch roch es hier ganz anders. Diana war ganz in ihrem wissenschaftlichen Element. Wie würde es wohl sein zu dieser Zeit in England? Ob sie auf bekannte Persönlichkeiten treffen wird? Vielleicht sogar der Königin von England gegenüber stehen? Sie war gleichsam aufgeregt und verängstigt. Denn zu dieser Zeit war Matthew ein ganz anderer und die Wesen in seiner Gegenwart würden die Veränderung sicherlich merken. Keiner darf wissen, dass Diana und er verheiratet sind, denn Matthew ist ein bekannter Hexenverachter und Mitglied der Kongregation, die es sich zur Aufgabe gemacht hat gegen Hexen vorzugehen. Doch nun ist alles anders und Matthew hat vor ein paar Fehler der Vergangenheit zu verhindern.

Seine engsten Vertrauten und Freunde jedoch müssen erfahren wer Diana ist, denn sie sollen ihr nun mit Rat und Tat zur Seite stehen. Diana weiß weder wie sich eine Dame des 16. Jahrhunderts verhält noch wie sie sich zu kleiden hat. Vor allem aber bereitet ihr die Sprache Schwierigkeiten. Nicht jeder würde sich damit abspeisen lassen sie als Ausländerin auszugeben. Zu Matthews Freundeskreis zählen viele zu dem Zeitpunkt noch unbekannte Persönlichkeiten und Diana lernt erst jetzt ihren Mann richtig kennen.
Die Suche nach einer Hexe würde allerdings schwierig werden. Denn das ist einer der beiden Gründe, warum Diana und Matthew in die Vergangenheit gereist sind: eine Hexe soll Diana in der Magie unterweisen. In der Gegenwart kannte sich keiner in dem Maße damit aus um ihr behilflich zu sein, da noch keiner ahnen kann welche Kräfte sie wirklich besitzt. Im England der Vergangenheit angekommen beginnt sich Dianas Magie auf neue Weise zu zeigen. Die Hexenflut und derlei sind vorbei, dafür erspäht sie überall bunte Fäden und Fragen, die sie sich im Geiste stellt, werden auf eher ungewöhnliche Weise beantwortet. Dianas Sinne verändern sich und die Zeit drängt.
Matthew hatte gehofft schnell eine Hexe für Diana zu finden, während er nach Ashmole 782 suchen kann. Doch die Suche ist alles andere als einfach. Zu allem Verdruss erreicht Matthew ein Brief seines Vaters - er möge sich unverzüglich auf den Weg zu ihm machen. Matthew hat Angst vor der Begegnung und auch Diana ist wenig glücklich über diese Umstände. Dennoch reizt es sie diesen Mann kennenzulernen, der die wilde Ysabeau zähmen konnte und von dem Matthew kaum spricht.

So bleibt ihnen nichts anderes übrig als auf dem schnellsten Wege nach Sept-Tours zu reisen und sich Phillipe de Clermont zu stellen. Dieser kann kaum fassen was sein Sohn getan hat - eine Hexe zur Frau! Das würde ihnen noch viele Probleme bereiten. Doch da Ysabeau in der Zukunft diese Frau als ihre Schwiegertochter angenommen hat, kann Phillipe wenig dagegen tun. Matthew und Phillipe gleichen sich in vielerlei Dingen, merkt Diana und doch sind sie so unterschiedlich. Diana lernt viel zu dieser Zeit und hat es doch noch nicht geschafft das Manuskript zu finden oder auch nur eine Hexe die ihr helfen könnte. Ein weiter Weg liegt noch vor ihr und ihrem Gemahl und kaum jemand ist den beiden wohlgesonnen. Doch Phillipe denkt weiter als Matthew es vermag und erweist ihr eine ungeahnte Ehre.
Und noch etwas wird ihr im Jahr 1590 klar - Matthew und Diana sind nicht mehr allein.

Cover Shadow of Night englisch

Der zweite Band um die Hexe Diana Bishop und den Vampir Matthew de Clermont bringt den Leser in die spannende Vergangenheit des 16. Jahrhunderts. Ganz ehrlich - wer von uns Leseratten würde nicht gerne einen Blick in die Vergangenheit werfen um zu schauen wie Geschichte gelebt wurde? Ich habe mich mit diesem Buch jedenfalls sehr wohl gefühlt. Sicherlich ist es für die zwei Protagonisten nicht einfach und auch hier lauern an jeder Ecke Gefahren, doch man lernt ein wenig die Umstände kennen, die Matthew geformt haben.
Manches Mal wollte ich die beiden wild schütteln um sie zur Vernunft zu bringen, aber das geht ja leider nicht ;)

Deborah Harkness hat ein sicheres Händchen dafür die alltäglichen Dinge zu beschreiben, als wäre sie selbst dabei gewesen. Das machte es mir um so leichter, mir die Umgebung und Geschehnisse vorzustellen.
Die Reise der Beiden ist im Buch in unterschiedliche Abschnitte geteilt, so dass man gut nachvollziehen kann, wann ein neuer Aufbruch beginnt.

Besonders gefallen hat mir die Begegnung zwischen den beiden Reisenden und Matthews Vater Phillipe. Ich weiß nicht warum, aber in diesem Buch ist er mein Lieblingscharakter. Er macht wohl die schnellste Veränderung durch und muss sich innerhalb weniger Tage auf eine völlig neue Situation einstellen. Der Besuch aus der Zukunft zeigt ihm nämlich auch auf, wie es mit ihm selbst weitergeht. Besonders schön wird die Liebe zwischen ihm und seiner Gemahlin dargestellt, auch über Jahrhunderte entfernt. Ich bekomme jetzt noch Gänsehaut wenn ich daran denke =)

Ich kann dieses Buch uneingeschränkt empfehlen. Zwar habe ich sehr lange dafür gebraucht, aber das lag lediglich an mangelnder Zeit, nicht an dem Buch selbst. Und ich muss sagen, so hatte ich länger etwas davon und konnte mich auf jede Begegnung etwas mehr freuen.

Ein herzliches Dankeschön an den Blanvalet für die Übersendung des Rezensionsexemplars.

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Cover Too Stupid to Live Englisch

Sam ist bei anderen Männern noch nie besonders gut angekommen. Er ist zu groß, zu schlaksig, zu tollpatschig, zu schwul und noch dazu sind Liebesromane seine geheime Leidenschaft. Und wie die typischen Heldinnen in diesen Romanen hält Sam sich selbst auch oft für zu doof zum Leben. Deswegen wundert er sich auch nicht, dass er - wenn überhaupt - nur auf Loser trifft. Zumindest bis er Ian kennenlernt. Ian ist muskulös, gutaussehend, sportlich, männlich und macht es Sam ganz unmissverständlich klar, dass er nicht sein Typ ist. Sam ist tief getroffen, hat aber, wenn er ehrlich mit sich ist, nichts anderes erwartet.
Doch nachdem Ian ein bisschen über seine Begegnung mit Sam nachgedacht hat, muss er zugeben, dass der schmächtige Junge irgendetwas an sich hat, das ihn nicht mehr loslässt. Außerdem hat Ian sich geschworen, ein neues Kapitel in seinem Leben aufzuschlagen. Nach einem schrecklichen Unfall hat er die letzten Monate im Krankenhaus verbracht und danach seine Karriere als Feuerwehrmann an den Nagel gehängt. Sehr zum Leidwesen seines Vaters. Ians Beziehung zu ihm ist sowieso schon sehr angespannt, seit er seinem Vater eröffnet hat, dass er schwul ist und von dem Jobwechsel seines Sohnes ist er auch alles andere als begeistert. Doch nun hat ist Ian fest entschlossen, sein eigenes Leben zu leben - egal was sein Vater dazu sagt. Dazu gehört es auch, die erste echte Beziehung seines Lebens zu finden.
Doch Ian hat keine Ahnung, wie er sich jemandem öffnen soll. Er ist sich auch alles andere als sicher, ob Sam dafür überhaupt der Richtige ist. Doch mit irgendwem muss er ja mal anfangen, quasi als Übung. Zu allererst muss er aber ein paar Grundregeln festlegen...

Too Stupid To Live von Anne Tenino ist die Geschichte von zwei sehr verschiedenen Menschen. Sam und Ian könnten unterschiedlicher kaum sein und genau deshalb war es auch sehr amüsant, den beiden dabei zuzusehen, wie sie sich langsam zusammenraufen. Sam ist von Anfang an begeistert von Ian, vor allem weil er den Highlandern aus seinen Liebensschmonzetten so ähnlich sieht. Sam verliert sich gern in seinen Büchern, die ihm so viel mehr Romantik zu bieten haben, als sein echtes Leben. Er war erst in zwei Beziehungen und die waren alles andere als harmonisch. Deshalb ist es kein Wunder, dass er mehr bei Ian sucht, als dieser erst einmal zu bieten hat. Die einzigen Erfahrungen, die Ian mit Beziehungen hat, sind mit Frauen und die hat er auch nur geführt, um seinen Schein als hetero zu wahren. Sam ist wie gesagt kein bisschen der Typ Mann, den er sonst mag. Die Regeln, die er sich um Sam auflegt sind deshalb nicht besonders zartfühlend.
Auch wenn Sam ein bisschen trottelig und Ian manchmal fast ein bisschen kalt wirkt, so mochte ich sie doch beide recht gern. Natürlich lernt Ian im Laufe der Zeit mehr und mehr auf seine eigenen Gefühle zu hören und auch Sam beginnt, sich nicht immer von allen rumschubsen zu lassen. Besonders gut haben mir dabei Ians Therapiesitzungen, die er wegen seines Unfalls beginnt, gefallen, da sie der Geschichte eine gewisse Ernsthaftigkeit verliehen haben. Denn wie die meisten anderen Bücher von Anne Tenino ist Too Stupid To Live ebenfalls wieder sehr lustig und mit einer Menge cleveren Humor geschrieben.
Allerdings gab es für meinen Geschmack ein wenig zu viele Sexszenen. Zwar hatten diese zumindest teilweise starken Bezug auf die Geschichte (es dreht sich viel um Dominanz, aber auch Respekt und Vertrauen), trotzdem wurde es insgesamt irgendwann fast ein bisschen langweilig und flach.

Wenn man aber weiß, was man von Too Stupid To Live von Anne Tenino zu erwarten hat, ist es eine nette kleine Romanze, die durch sympathische Charaktere und viel Humor überzeugen konnte.
Es wurden jede Menge weiterer Charaktere vorgestellt, von deren Geschichten einige noch nicht zu Ende erzählt wurden, die aber sicherlich in einem der nächsten Bücher der Romancelandia-Reihe wieder aufgenommen werden.

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Cover The Pirate's Wish Englisch

Enthält Spoiler für The Assassin's Curse.

Schon seit Wochen sitzen die Piratentochter Ananna und Naji, ein Killer des Jadorr'a Ordens, mittlerweile auf den Isles of the Sky fest und hoffen darauf, dass die Piratin Marjani ihr Wort hält und die beiden von der Insel rettet. Denn langsam aber sicher zehrt die Abgeschiedenheit an ihnen. Die Insel hat ein Eigenleben und verändert sich ständig. Auch Echo, das Wesen aus den Mists (Dunst), hat noch nicht aufgegeben und versucht nach wie vor Naji zu finden und ihrem Lord zu übergeben. Die einzige Gesellschaft ist der verschrobene Magier Eirnin und bei ihm kann man sich nie sicher sein, ob er Freund, Feind oder einfach nur lästig ist.
Doch all das ist vor allem für Naji eigentlich eher nebensächlich. Er möchte nichts lieber, als den Fluch zu brechen, der in an Ananna bindet und ständig schreckliche Schmerzen bereitet. Die drei unlösbare Aufgaben, die er dafür zu lösen hat, scheinen allerdings genau das zu sein - unlösbar. Wie soll er die Starstones einer Prinzessin mit bloßen Händen anfassen und wie soll es ihm gelingen, Leben aus Gewalt entstehen zu lassen? Die für ihn schwierigste Aufgabe allerdings ist es, einen Kuss wahrer Liebe zu empfangen. Mit seinem entstellten Gesicht ist es für Naji unvorstellbar, dass das jemals passieren könnte. Doch Ananna weiß, dass gerade dieser Teil des Fluchs ganz einfach zu brechen wäre, denn sie konnte gar nicht anders als sich in ihn zu verlieben. Sie ist sich allerdings mehr als sicher, dass er ihre Gefühle nicht im Mindesten erwidert und wird den Teufel tun, sich vor ihm lächerlich zu machen und es ihm zeigen.
Als es die beiden allerdings endlich von der Insel schaffen, müssen sie sich noch ganz anderen Dingen stellen. Denn nicht nur hat sich Ananna einen sehr speziellen Begleiter angelacht, auch die Piraten und nicht zuletzt die Mists sind noch lange nicht fertig mit ihnen...

The Pirate's Wish von Cassandra Rose Clarke ist eines der Bücher, auf die ich 2013 am meisten gefreut habe. The Assassin's Curse war für mich ein Buch, das zwar vielleicht nicht komplett perfekt in der Umsetzung war, das mich aber trotzdem nicht losgelassen und einfach einen besonderen Platz in meinem Herzen hat. Mit The Pirate's Wish ist es mir genauso ergangen.
Die Geschichte setzt kurz nach den Ereignissen des ersten Buchs an und unsere beiden Helden sitzen wie gesagt nach wie vor auf der Insel fest, was ihnen langsam an die Substanz geht. Die Stimmung ist nicht gerade die beste, was zu gleichen Teilen damit zusammen hängt, dass Naji Ananna quasi nichts tun lässt und der Tatsache, dass sie von der Insel aus nicht viel tun können, um den Fluch zu brechen (zumindest soweit Naji weiß). Natürlich dauert es aber nicht allzu lange, bis die beiden ihr Abenteuer fortsetzen können. Dazu möchte ich aber noch gar nicht allzu viel verraten. Nur, dass die beiden jede Menge neuer und alter Bekannte treffen und einige atemberaubende Orte besuchen. Cassandra Rose Clarke hat eine wundervolle Welt geschaffen, die durch die langen Reisen sehr abwechslungsreich ist. Natürlich spielt da auch die Magie eine große Rolle. Ananna erfährt ständig mehr über ihr eigenes Potential und auch Najis Blutmagie, die ich besonders faszinierend finde, lernt sie immer besser zu verstehen.
Sowohl Ananna als auch Naji machen eine große Entwicklung durch in diesem Buch. Ananna leidet sehr unter ihrer unerwiderten Liebe zu Naji. Doch wie es nun einmal ihre Art ist, reagiert sie eher aggressiv und trotzig. Manchmal hat mich das ziemlich frustriert, vor allem weil sie vor lauter Wut nicht die Anzeichen gesehen hat, dass sie Naji nicht so egal ist, wie sie annimmt. Im Laufe der Geschichte lernt Ananna allerdings, was sie wirklich von ihrem Leben will und muss sich ihrer Vergangenheit stellen, was sie verändert. Wirklich angetan hat es mir aber Naji. Durch die Aufgaben, die er für seinen Fluch lösen muss, wirkt es fast so, als ob er beginnt, die Welt mit anderen Augen zu sehen. Er ist nicht mehr so kühl wie noch in The Assassin's Curse und wir lernen ihn ganz anders kennen. Die Romantik spielt in The Pirate's Wish natürlich eine wesentlich wichtigere Rolle, worauf ich mich besonders gefreut habe. Trotzdem steht die Abenteuergeschichte immer noch im Vordergrund und wird nicht unnötig überschattet.

Was allerdings nicht jedem gefallen dürfte, ist der Schreibstil. Denn erstens liest es sich doch manchmal ein wenig wie ein Märchen, d.h. nicht alles wird immer im Detail beschrieben, und zweitens ist Ananna eine Piratin und hat ein dementsprechendes Mundwerk - auch in ihren Gedanken. Sie kürzt gerne ab, der Satzbau ist manchmal ein wenig grobschlächtig und wirkt insgesamt einfach ein wenig ungeschliffen. Ich selbst fand das toll, da es sowohl zu Ananna als Piratin, als auch zur Stimmung gepasst hat. Ich weiß allerdings auch, dass sich manche Leser im ersten Teil daran gestört haben.
Einziges Manko für mich persönlich war (neben Anannas bereits erwähnter gelegentlicher Zickigkeit), dass die Flusshexe Leila nicht noch einmal auftauchte. Für einen komplett runden Abschluss hat für mich noch eine Konfrontation zwischen ihr, Naji und Ananna gefehlt, ganz einfach weil sie großen Anteil an Najis Leid hat und auch Ananna eigentlich noch ein Hühnchen mit ihr zu rupfen hätte.

Insgesamt konnte ich The Pirate's Wish von Cassandra Rose Clarke aber dennoch zufrieden zuschlagen. Das Ende dieser Duologie ist bittersüß, passt aber ausgezeichnet zur Geschichte und den Charakteren und ich werde sie sehr vermissen.
Allerdings arbeitet Cassandra Rose Clarke gerade an einer Reihe, die in der gleichen Welt spielt und im Jahr 2014 erscheinen wird. Und wer weiß, vielleicht gibt es ein Wiedersehen mit ein paar alten Bekannten.

The Pirate's Wish erscheint am 4. Juni 2013. Über eine deutsche Veröffentlichung dieser Reihe ist mir bisher noch nichts bekannt.

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Cover College Boys Englisch

Chris braucht ganz dringend ein bisschen Ruhe und Frieden. Er lebt mit ein paar Mitgliedern seines Fußball-Teams auf dem Campus seiner Universität und hatte auch immer viel Spaß mit ihnen. Doch vor kurzem ist seine Mutter gestorben und auch wenn sie sich die größte Mühe geben, wissen seine Freunde nicht so wirklich, wie sie momentan mit Chris umgehen sollen.
Deswegen hat er sich ein Einzelzimmer in einem Wohnheim gesucht. Doch womit Chris nicht gerechnet hat, sind die papierdünnen Wände, die die früheren Doppelzimmer erst nachträglich in Einzelzimmer verwandelt haben. Und so kommt es, dass Chris jeden einzelnen Schritt seines Nachbars hören kann. So viel zu Ruhe und Frieden.
Doch es hätte schlimmer kommen können, denn sein Nachbar entpuppt sich als Peter. Peter und Chris kennen sich bereits flüchtig von einem Campingtrip (inklusive eines sehr peinlichen Zwischenfalls) und kamen von Anfang an gut miteinander klar. Trotzdem haben sie sich nie angefreundet, denn Chris Sportlerfreunde würden vermutlich nicht verstehen, was er mit dem offen homosexuellen Peter gemeinsam haben könnte.
Trotzdem muss Chris, der sich nie sonderlich zum eigenen Geschlecht hingezogen gefühlt hat, feststellen, dass er extrem an Peter, und dem, was auf der anderen Seite der Wand passiert, interessiert ist...

Zu allererst muss ich sagen, dass man sowohl das Cover, als auch den schrecklichen Titel am besten sofort wieder vergessen sollte. Beides wirkt wie billiger Erotik-Schund und wird College Boys von Daisy Harris in keiner Weise gerecht. Dieses kurze Buch ist nämlich richtig gelungen und hat es mir sehr angetan.
Peter und Chris sind, obwohl sie sich von Anfang sympathisch waren, wie gesagt nie Freunde gewesen. Doch das ändert sich schnell, sobald Chris in das Nachbarzimmer zieht. Die dünnen Wände haben nämlich den einen Vorteil, dass es ihnen eine gewisse Anonymität verleiht und die beiden über Gott und die Welt reden können, ohne, dass es unangenehm wird. So kann Chris z.B. über den Tod seiner Mutter sprechen und muss sich nicht einmal für seine Tränen schämen.
Doch je näher sie sich kommen, umso intimer wird ihre Beziehung auch – und da ist die Wand Fluch und Segen zugleich. Sie sind beide gesunde junge Männer mit entsprechenden Bedürfnissen, die sie aber schwer voreinander geheim halten können und so überhört vor allem Chris ein paar Dinge, die ihn zum Nachdenken bringen. Er kann nicht leugnen, dass Peter etwas in ihm hervorruft...doch das macht Chris noch nicht gleich schwul. Oder?

In vielerlei Hinsicht ist Titel eine klassische Coming-Out Geschichte. Chris hat nicht nur mit den Vorurteilen seiner Mitmenschen und Freunden, sondern nicht zuletzt auch mit seinen eigenen zu kämpfen. Was das Buch aber ein wenig hervorgehoben hat, waren Peter und vor allem Chris selbst. Beide sind extrem sympathische, realistische und vor allem normale Charaktere. Peter hat schon seit dem Campingausflug eine Schwäche für Chris, die seit sie Nachbarn sind nur noch schlimmer wird. Er kann Chris aber nicht durchschauen. Flirtet er? Will er nur Freundschaft? Peter ist frustriert und weiß nicht so recht, was er von der ganzen Sache halten soll.
Chris hat es aber natürlich noch schwerer. Er weiß kein bisschen, wie er mit der Situation umgehen soll und macht dementsprechend immer wieder Fehler. Man kann ihm aber einfach nicht böse sein, denn er ist so ein netter, ehrlicher und manchmal naiver Kerl, dass man ihm alles verzeihen würde.
College Boys ist außerdem sehr glaubwürdig. Es gibt keine übertriebenen Dramen und alles, was Peter und Chris durchmachen, fühlt sich realistisch und natürlich an. Auch die Sexszenen nehmen keine übertriebenen erotischen Auswüchse an. Beide sind noch relativ unschuldig und so sind sie auch manchmal tollpatschig und unsicher und nicht immer klappt alles auf Anhieb. Trotzdem knistert es ganz gewaltig zwischen ihnen.

Einziger kleiner Kritikpunkt ist der Umfang des Buchs. Denn die nur 115 Seiten lange Geschichte hätte definitiv noch mehr hergegeben. So hätte ich z.B. gerne mehr über den Tod von Chris Mutter erfahren und mehr von seinen und Peters Gesprächen durch die Wand gesehen.

Das ist aber wirklich nur ein kleiner Wehmutstropfen, denn ansonsten kann ich College Boys von Daisy Harris ohne Vorbehalt empfehlen. Es ist eine Coming Out Geschichte über zwei ganz normale junge Männer, die, obwohl sie so normal und einfach ist, einfach ins Herz trifft. Mit viel Romantik, einer großen Portion Humor und auch mal ernsten Untertönen, bietet diese kleine Geschichte beste Unterhaltung.
Momentan gibt es noch sieben weitere Bücher in der Men of Holsum College-Reihe. Das zweite Buch Diva and the Frat Boy (keine Rezension) handelt z.B. von Peters besten Freund Nathaniel.

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