Buchjunkies


Rezensionen Empfehlungen Autoren Reihen Tags Rezensionsarchiv


Rezensionen

791 - 795 von 1392 Rezensionen auf der Seite.

Cover Clockwork Prince deutsch

Enthält Spoiler für Clockwork Angel / Clockwork Angel.

Tessa und die Londoner Schattenjäger konnten das Institut gegen Mortmain und seine Clockwork-Kreaturen verteidigen. Dabei mussten Charlotte, Henry und ihre Schützlinge allerdings herbe Verluste hinnehmen. Ein Rätsel ist immer noch, warum Mortmain Tessa in seine Gewalt bringen will. Auch für seinen Wunsch, allen Schattenjägern den Garaus zu machen, ist die Intention unklar. Charlotte bekommt zusätzliche Probleme durch Benedict Lightwood. Er zweifelt vor dem Rat ihre Kompetenz an, das Institut ordentlich leiten zu können. Und so sieht sich Consul Wayland gezwungen, ihr eine Frist von 14 Tagen zu setzen. In dieser Zeit muss sie Mortmains Aufenthaltsort finden. Schafft sie es nicht, verliert sie die Leitung des Instituts. Natürlich setzen Tessa und die Schattenjäger alles dran, das Institut zu halten und Mortmain zu finden. Doch es gibt einen Verräter unter ihnen...

Natürlich geht es in Clockwork Prince / Clockwork Prince nicht nur um den fiesen Mortmain und seine Clockwork-Kreaturen, auch die Beziehung zwischen Tessa, Will und Jem nimmt großen Raum ein. Damit sind wir schon bei dem ersten Punkt, der mir dieses Buch enorm verleidet hat - Tessa. Sie ist eine der wenigen Buchheldinnen, die ich wirklich nicht leiden kann. In Clockwork Angel / Clockwork Angel hatte ich ja noch Mitleid mit ihr, so als mehr oder weniger alleinstehende Waise mit fremden Kräften in einem fremden Land. Doch inzwischen hat sie sich gut im Londoner Institut eingelebt und hat auch ihre Kräfte ziemlich gut im Griff. Trotzdem jammert sie einem in Gedanken ständig etwas vor: Wie sehr ihr dieses oder jenes aus Amerika fehlt, wie gemein Will sie behandelt, wie wenig sie Jems Zuneigung verdient hat, wie unschicklich sie sich verhält und so weiter und sofort. All das Jammern hält sie nicht davon ab, mal Jem mal Will in die Arme zu sinken (wobei bei letzterem einmal Drogen im Spiel sind oder sie glaubt, zu träumen). Trotzdem ist sie der Meinung, die gute Sophie vor Gideon Lightwood warnen zu müssen und Jessamine ihren Bruder Nate ausreden zu wollen. Eine solche Scheinheiligkeit lässt einen glatt Dämonenpocken bekommen.
Damit sind wir bei Punkt zwei - dem dämlichsten Running Gag aller Zeiten. Was es damit genau auf sich hat, müsst ihr selber lesen, weil es zu viel von der Handlung verraten würde. Aber dieses ständige Erwähnen der Dämonenpocken war irgendwann ziemlich lahm und gar nicht lustig.
Weiterhin gestört hat mich, dass Mortmain als Bösewicht zwar die ganze Zeit über allgegenwärtig ist und so schlimme Dinge zu planen scheint. Leibhaftig taucht er aber kein einziges Mal auf, was dafür sorgt, dass die Handlung eher mäßig voran schreitet.

Cover Clockwork Prince englisch

Ebenfalls ein gravierender Kritikpunkt: ich fand fast alle Charaktere an dem ein oder anderen Punkt des Buches anstrengend oder unlogisch:
Charlotte, weil sie ewig braucht, um mal wirklich mit Henry zu sprechen.
Henry, nicht als Person, aber bei ihm ist ständig von seiner Zerstreutheit die Rede. Ja, ich kann lesen und brauche keine 20 Wiederholungen.
Jem und Will, weil ich einfach nicht verstehen kann, wie man Tessa vom ersten Augenblick an lieben kann. Es ist hier nie die Rede von Verliebtheit sondern von Liebe. Bei Will bekommt der Leser eine Erklärung geliefert, die ihn meiner Meinung nach allerdings etwas blauäugig erscheinen lässt. Doch Jem hat noch nicht mal diese 'Ausrede'.
Jessamine, weil sie sich wie ein bockiges Kleinkind benimmt, dem man die Puppen weggenommen hat. Ihr 'ich mag die Nephilim nicht und heiraten will ich von denen schon gar keinen' verliert wirklich irgendwann an Pfiff.
Bridget, weil ihre Liedtexte echt der Horror sind.
Gabriel, weil er sich den Großteil der Zeit einfach nur unmöglich benimmt.
Und - der Vollständigkeit halber - natürlich Tessa mit ihrem, ach Jem, ach Will, ach Nate, ach Welt, ach was bin ich denn nun, ach ja...

Irgendwann fast unerträglich fand ich auch, dass Tessa, Will und noch andere Personen ständig mit Literaturzitaten um sich werfen oder sich mit den Personen in Büchern vergleichen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass man sich im viktorianischen England abseits von Literatursalons, Herrenclubs oder auch mal einem Kaffee-/Teekränzchen so viel mit Büchern beschäftigt hat. Kein Mensch zitiert im alltäglichen Leben ständig irgendwelche Autoren, oder vergleicht sich mit deren Romanhelden.

Positiv an Clockwork Prince / Clockwork Prince waren eigentlich nur zwei Dinge:
Zum einen war es interessant, zu erfahren, wie und warum es zu Wills Verhalten kommt. Zum Ende hin war die Auflösung aber irgendwie klar. Ich meine, wieso sollte ein 12-Jähriger eine solch extreme Strafe aufgebürdet bekommen? Ähm ja, mehr will ich an dieser Stelle nicht verraten.
Zum anderen war es interessant, zu sehen, wie Magnus und Will wirklich zueinander stehen. Schließlich spukt einem diese Frage schon seit City of Fallen Angels / City of Fallen Angels im Kopf herum.

Insgesamt war Clockwork Prince / Clockwork Prince aber eine ziemliche Enttäuschung und ich frage mich inzwischen ernsthaft, warum ich diese Serie eigentlich lesen wollte. Ich hoffe sehr, dass ich die beiden aktuellen Reihen von Cassandra Clare noch fertig gelesen bekomme. Insbesondere Clockwork Princess / Clockwork Princess (keine Rezension) wird wohl eine Herausforderung werden. Die Faszination der Schattenjägerwelt hat sich für mich inzwischen leider ziemlich verloren. Es ist wirklich schade drum, da die ersten drei Bände der The Mortal Instruments / Chroniken der Unterwelt-Reihe wirklich toll waren.

Jetzt bei Amazon.de kaufen: Deutsche Ausgabe ~ Original-Ausgabe

Kommentar schreiben | Facebook | Twitter

Cover Never a Hero Englisch

Owen ist 28, hat einen angenehmen Job und eine schöne Wohnung in Tucker Springs. Auf den ersten Blick sieht bei ihm eigentlich alles ganz normal aus. Doch so sehr er es sich auch wünscht, Normalität gehört nicht zu Owens Leben. Denn von Geburt an fehlt ihm ein Arm. Seine Mutter, die immer Angst hatte, durch die Behinderung ihres Sohnes lächerlich gemacht zu werden, hat ihn ständig unter Druck gesetzt. So fing er als Teenager auch noch zu Stottern. Und als ob das noch nicht genug wäre, kämpft er auch mit seiner sexuellen Orientierung. Für seine Mutter wäre ein schwuler Sohn der letzte Tropfen, der das Fass zum überlaufen bringen würde, doch Owen kann sich nur schwer selbst belügen. Er steht einfach auf Männer.
All das hat dazu geführt, dass Owen wie ein Einsiedler lebt. Er verlässt kaum seine Wohnung. Seinen Job als Grafikdesigner kann er von zuhause aus erledigen, Lebensmittel werden ihm geliefert und Freunde hat er schon lange nicht mehr.
Zumindest, bis Nick in die Wohnung unter ihm zieht. Der gutaussehende Tierarzt kommt wie ein Wirbelsturm in Owens Leben und reißt ihn aus seinem Trott. Nick versteht Owen wie kein anderer und stellt ihm auch noch seine Schwester June vor, die ebenfalls nur einen Arm hat. June geht allerdings ganz anders mit ihrer Behinderung um und probiert alles aus, was sie nur kann. Jetzt will sie Klavier spielen lernen - und überredet Owen mitzumachen.
Owen ist zwar ein bisschen überwältigt von all den Veränderungen in seinem Alltag, doch er muss zugeben, dass er genau das gebraucht hat. Vor allem Nick wird ein wichtiger Teil seines Lebens. Die beiden verbringen jede freie Minute miteinander und Owen wird schnell klar, dass er mehr will. Er ist sich eigentlich ziemlich sicher, dass die Anziehung auf Gegenseitigkeit beruht. Doch jedes Mal, wenn sie sich einander annähern, zieht sich Nick fast panisch zurück. Er verheimlicht ihm irgendetwas. Jetzt, wo Owen aber erlebt hat, wie es ist, wirklich glücklich zu sein, ist er allerdings nicht mehr bereit, das so schnell aufzugeben.

In Never A Hero, dem fünften Band der Tucker Springs-Reihe von Marie Sexton, wird ein ungewöhnlich ernster Ton angeschlagen und ich muss sagen, dass mir gerade das besonders gut gefallen hat.
Owen allein hat ja wie gesagt schon ein schweres Päckchen zu tragen. Unter dem strengen Auge seiner Mutter hat er sich zu einem sehr einsamen Menschen entwickelt, der sich sehr schlecht in normalen sozialen Situationen zurechtfindet. Sein Stottern hat er zwar mittlerweile größtenteils unter Kontrolle bringen können, sein Arm ist allerdings immer noch etwas, das ihn extrem hemmt und sein ganzes Leben bestimmt. Er flüchtet sich lieber in irgendwelche Fantasien, als sich dem echten Leben zu stellen. Trotzdem ist sein Verhalten nachvollziehbar und Owen selbst sehr sympathisch, wenn man erst mal versteht, wie viel Angst er hat.
Nick wirkt auf den ersten Blick dagegen perfekt. Wer die anderen Bücher kennt, hat ihn auch schon als Nebenfigur kennengelernt. Er ist attraktiv, freundlich, kommt mit jedem gut klar und durchbricht mit Leichtigkeit Owens Mauern, die er jahrelang um sich errichtet hat. Der Schein trügt allerdings, denn sein Geheimnis hat es in sich. Viel mehr möchte ich darüber noch gar nicht verraten. Nur, dass er sehr daran zu knabbern hat und ich als Leser nicht wüsste, wie ich an seiner Stelle damit umgehen würde. Allerdings hätte ich mir manchmal etwas mehr Offenheit von ihm gewünscht. Man kommt ihm zwar nicht so nahe, wie Owen (einfach weil wir seine Perspektive nicht kennen), aber trotzdem ist auch Nick ein Charakter, den ich sofort.

Allgemein muss ich sagen, dass mir die Dynamik in der Tucker Springs-Reihe gefällt. In vielen M/M Büchern gibt es kaum Handlung und es dreht sich eigentlich alles nur um Sex und Erotik. Natürlich gibt es auch in Never A Hero und den anderen Büchern dieser Reihe gleich einige sehr heiße Szenen, trotzdem sind diese nicht künstlich in die Länge gezogen oder drängen die eigentliche Geschichte in den Hintergrund. Die Balance stimmt einfach.

Mein einziger Kritikpunkt ist die Länge des Buches. Wie alle Teile dieser Reihe, umfasst auch Never A Hero nur knapp 200 Seiten. Die Geschichte hätte aber definitiv mehr hergegeben. Manche Dinge entwickeln sich einfach zu schnell. Zwar wird das Buch dadurch weder unverständlich, noch weniger emotional nachvollziehbar, etwas mehr Aufbau hätte der Geschichte aber dennoch nicht geschadet.

Lesenswert ist Never A Hero von Marie Sexton für Fans dieses Genres dennoch allemal. Vor allem für alle, die ein bisschen mehr wollen als nur Erotik. Leider gibt es Never A Hero wie alle Bücher der Tucker Springs-Reihe bisher nur auf Englisch.

Jetzt bei Amazon.de kaufen: Original-Ausgabe

Kommentar schreiben | Facebook | Twitter

Cover Die Nebelkinder deutsch

In einer Abtei am Mondsee wächst der Junge Albin als Findelkind auf. Als er nur ein paar Monate alt war, wurde er vom Mönch Graman gefunden und ins christliche Kloster gebracht.
Doch Albin ist anders als die anderen Jungen und Mädchen im Kloster. Er ist kleiner als sie und auch von dunklerer Hautfarbe. Aber am meisten unterscheidet er sich wohl durch seine Füße von den anderen. Seit er denken kann hält Graman in dazu an seine Füße niemandem zu zeigen. Für Albin eine Selbstverständlichkeit nach so vielen Jahren, auch wenn er den Grund nicht kenn.
Doch in dieser Nacht gibt es kaum etwas anderes als die Gäste in der Abtei, an die er denken kann. In einem fort werden Speisen und Getränke aufgetragen, denn die Gesandten des ostfränkischen und auch des westfränkischen Königs sind versammelt um eine Abstimmung zu halten. Albin weiß nicht worum es sich dabei handelt, doch er ist auch viel zu sehr damit beschäftigt zwischen Küche und Speisesaal hin und her zu eilen. Nur die liebreizende Tochter des Grafen Guntram, Gerswind, lenkt ihn von seiner Arbeit ab. Wie schön sie doch ist und wie oft sie ihn anschaut. Ob es nur Zufall ist?

Albin wird durch einen schmerzhaften Stich beinahe zu Boden gestreckt. Vor Schreck lässt er den Kuchen fallen und hört nahe der Ohnmacht eine Stimme in seinem Kopf. Sie spricht von Mord, aber nicht direkt zu ihm. Es ist ihm, als höre er fremde Gedanken. Kaum hat er sich mit der Situation abgefunden, da wird er auch schon von einem herbeieilenden Mönch für seine Tollpatschigkeit zurecht gewiesen. Dann passiert alles ganz schnell. Der eben noch lachende Graf Chlodomer springt auf von seinem Platz und führt einen wilden Tanz auf. Kurz darauf bricht er tot zusammen. Die Mönche und edlen Herren sind geschockt. Da sieht Albin eine kleine Gestalt davon huschen und ehe er sich's versieht, spricht er laut aus was er beobachtet. Ohne groß Fragen zu stellen nehmen die Männer der Garde die Verfolgung auf und schaffen es einen kleinen Mann im Weinkeller der Abtei zu stellen. Albin konnte die Soldaten dank der Gedanken, die er aufgefangen hat dort hin führen, doch schon als er den kleinen Mann sieht, ist ihm klar: das ist nicht der Mörder. Und dann spricht dieses Wesen auch noch in seinem Kopf. Wie kann das sein?
Nachdem die Befragung des Gefangenen zu keinem Ergebnis geführt hat, wird Albin ebenfalls vom Abteivorsitzenden Mönch befragt. Er hat sich vorher gut überlegt, was er sagen wird und vermeidet es unter allen Umständen von den Stimmen in seinem Kopf zu berichten. Während des Verhörs erfährt Albin, dass es sich bei dem Gefangenen um einen Elben handelt. Nie hat er einen gesehen und er kennt nur die Geschichten, die Graman erzählt hat. In dunklen Nächten kommen die Elben - die Nebelkinder - im Schutz des Nebels, der vom Mondsee aufsteigt in die Häuser und Ställe der Menschen und stehlen ihnen Frau, Kind und Tier. Auch in dieser Nacht stieg ungewöhnlich dichter Nebel vom See auf, doch durch die Festlichkeit hat man sich im Kloster nicht wie gewöhnlich verschanzt. Schnell ist der Elb als Mörder auserkoren und soll bald behängt werden.
Das kann Albin nicht zulassen, weiß er doch im Grunde seines Herzens, dass er es gar nicht war. Außerdem will er von diesem Wicht Antworten haben. Wieso kann er sich mit Albin verständigen ohne Worte zu benutzen? Und wie kommt es, dass sie beinahe von ähnlicher Statur sind.
Auch Graman scheint in Albins Gegenwart immer unruhiger zu werden, als würde er ihm etwas verheimlichen.

So beschließt Albin dem Elb zu helfen um Antworten zu bekommen. Doch mehr Fragen tun sich auf. Denn Albin hat richtig erkannt, dass ein Elb den Grafen getötet hat und neben den Braunelben, wie Findig einer ist, gibt es auch noch Rotelben, die sich häufiger als Meuchler anheuern lassen. Aber was haben die Rotelben davon einen Menschen zu töten in der Abtei? Während Findig außerhalb der Klostermauern nach Antworten sucht, soll Albin drin bleiben und so tun, als wüsste er nichts von der Flucht des Nebelkindes. Findig verspricht ihm ein baldiges Wiedersehen um ihm einige seiner Fragen zu beantworten. Albin schlägt ein und schleicht sich zurück in den Schlafsaal. Als am frühen Morgen die Soldaten Albin aus dem Bett reißen, weiß er sehr wohl warum, hütet sich doch sich nichts anmerken zu lassen. Doch auch so sitzt Albin schon bald gewaltig in der Tinte. Nun kann ihm nur noch einer helfen, aber wird er der Elb sich an sein Versprechen erinnern, jetzt wo seine Flucht erfolgreich war?

Ich habe dieses Buch vor einigen Jahren aus einer Kramkiste gefischt und mir gedankt 'Das klingt doch eigentlich ganz interessant.', dann verschwand es in einem meiner vielen Bücherregale und hatte nun erst das Glück wieder in meine Hände zu fallen.
Es ist mein erstes Buch von Autor Jörg Kastner und die Schreibweise war erst einmal etwas gewöhnungsbedürftig. Er schreibt häufig in kurzen Sätzen, die eigentlich durch ein Komma getrennt werden sollten und so etwas unfertig wirken. Aber nach den ersten 30 Seiten hat man sich daran gewöhnt und taucht komplett in Albins Welt ab.
Das Buch spielt in Österreich - am Mondsee. Jörg Kastner verbindet in diesem Buch historisches mit mystischem und es passt hervorragend zusammen. Ich habe es wirklich genossen dieses Buch zu lesen und mit den kleinen Findling Albin mit zu fiebern.
Wer also mal andere Elben kennenlernen möchte, als jene die auf Pferden reiten, Sindarin schreiben und langhaarig sind, der ist mit diesem Buch gut aufgehoben =)

Jetzt bei Amazon.de kaufen: Deutsche Ausgabe

2 Kommentare | Facebook | Twitter

Cover Covet Thy Neighbor Englisch

Nach einer schweren Jugend hat sich Seth in Tucker Springs eine neue Existenz aufgebaut. Er führt einen erfolgreichen Tattoo-Shop, hat viele Freunde und eigentlich geht es ihm ziemlich gut. Das war aber nicht immer so. Als Seth sich vor seinen ultra-christlichen Eltern als schwul geoutet hat, haben die ihn Zuhause raus geschmissen und enterbt - und ihm vorher noch einen Bibelvers nach dem anderen an den Kopf geworfen, die ihn als Sünder darstellen. Seit Jahren hat Seth nun schon keinen Kontakt mehr zu seiner Familie und hält sich seitdem von allem fern, das zu viel mit Religion zu tun hat. Jetzt genießt er sein Leben in vollen Zügen.

Als ein neuer Mieter in das Apartment gegenüber einzieht, traut Seth seinen Augen nicht. Darren sieht nicht nur unglaublich gut aus, er hat auch noch Sinn für Humor und scheint ebenfalls schwul zu sein. Die beiden verstehen sich auf Anhieb und auch wenn Seth nicht der Typ für feste Beziehungen ist, würde er Darren dennoch nicht von der Bettkannte stoßen.
Doch als Seth von Darrens Beruf erfährt, scheint plötzlich sogar eine Freundschaft unmöglich. Denn Darren ist niemand anderes, als der neue Pfarrer der New Light Church...

Covet Thy Neighbor von L.A. Witt ist das 4. Buch der Tucker Springs-Reihe und das erste Buch, das ich von dieser Autorin gelesen habe. Leider muss ich sagen, dass mir die Bücher, die Marie Sexton zu dieser Reihe beigetragen hat, deutlich besser gefallen haben.
Denn irgendwie konnte ich mich in Seth und Darrens Geschichte nicht so richtig anfreunden. Alles zwischen ihnen blieb ein bisschen oberflächlich. Klar, es wurde deutlich, dass sich die zwei sehr zueinander hingezogen fühlen, echte Gefühle konnte mir die Geschichte aber kaum vermitteln. Dafür haben mir die beidem im Laufe des Buchs einfach zu wenig miteinander erlebt. Denn eigentlich dreht sich im Endeffekt alles immer nur um eine Sache: Religion. Ob Darren und Seth nun tatsächlich darüber reden oder versuchen, das Thema krampfhaft zu vermeiden, es schwebt immer im Raum. Darren ist gläubig, Seth ist Atheist, und vor allem Seth kann das nicht vergessen. Die Autorin versucht glücklicherweise nicht den Leser in die eine oder andere Richtung zu drängen. Außerdem ist es ganz interessant zu lesen, wie sich ein schwuler Mann und ein Pfarrer als Person vereinen lassen, wo die Bibel doch gerne so ausgelegt wird, dass Homosexualität eine Sünde ist. Daher bietet das Buch doch den ein oder anderen Denkanstoß.
Trotzdem, mir persönlich war es einfach zu viel. Religion ist sowieso ein schwieriges Thema für mich und so geballt, wie in Covet Thy Neighbor, ist es einfach erschlagend. Es verdrängt mir zu viel von Darrens und Seths eigentlichem Charakteren und es wirkt so, als ob sie sich nur darüber definieren lassen. Abgesehen davon wird es ganz einfach auch schnell langweilig immer wieder nur das Gleiche zu lesen, denn gerade Seth tritt da gerne auf der Stelle.

Dementsprechend wenig gibt es auch sonst über Covet Thy Neighbor von L.A. Witt zu sagen. Zwar schreckt es nicht von der Tucker Springs-Reihe ab, ist aber mit seinem zu plumpen und extremen Augenmerk auf Religion definitiv nicht das beste Buch der Reihe.

Jetzt bei Amazon.de kaufen: Original-Ausgabe

Kommentar schreiben | Facebook | Twitter

Cover Kann das auch für immer sein Deutsch

Enthält Spoiler für How to Ruin a Summer Vacation / Nur ein kleiner Sommerflirt und How to Ruin my Teenage Life / Zwischen uns die halbe Welt.

Endlich ist es wieder soweit und Amy macht sich bereit für ihre nächste Reise nach Israel. Auch Amys Freunde Jess, Miranda und Nathan planen für ein paar Wochen dorthin zu fliegen, inklusive einem 10-tägigen Aufenthalt in einem Boot Camp. Wie es der Zufall will, ist das genau in dem Lager, in dem Avi stationiert ist. Für Amy ist die Sache natürlich ganz klar: Sie muss mit in das Boot Camp.
Und so macht sie sich mit ihren Freunden und einigen anderen Jugendlichen auf den Weg nach Israel, wo sie auch tatsächlich auf Avi trifft. Doch ihr Wiedersehen fällt ganz anders aus, als Amy erwartet hat. Avi ist durch und durch Soldat und Beziehungen sind auf der Militärbasis verboten. Besonders schlimm wird es für Amy, wenn sich herausstellt, dass Avi auch noch ihr Trainer ist - und sie genauso behandeln muss, wie alle anderen.
Amy ist mehr als frustriert. Denn auch sonst geht alles schief, was nur schief gehen kann. Die Unterkunft ist alles andere als ein 5 Sterne Hotel, die Toiletten bestehen aus Löchern im Boden und Amys Drang, alles zu hinterfragen und ihre Meinung zu sagen, kommt bei den Sergeants - und einigen ihrer Mitrekruten - nicht sonderlich gut an. Kurzum: Amy steckt ständig in Schwierigkeiten.
All das könnte sie aber vermutlich noch verkraften, doch dann stellt sich heraus, dass zwischen Avi und einer seiner wenigen weiblichen Kolleginnen (natürlich der Beeindruckendsten und Hübschesten von allen) in den letzten Monaten mehr war, als reine platonische Freundschaft...

Im letzten Buch von Simone Elkeles How to Ruin-Reihe kommt es für Amy nun wirklich nochmal ganz dick und ihre Beziehung zu Avi wird auf ihre bisher härteste Probe gestellt.
Aber erst mal von Anfang an: Amy selbst läuft mal wieder zu Hochtouren auf und erfüllt - dieses Mal zumindest teilweise mit voller Absicht - das Klischee von der amerikanischen, verwöhnten Prinzessin. Das bringt nicht nur die Ausbilder und einige der anderen Teenager zum Kopfschütteln, sondern fordert auch dem Leser wieder einiges ab. Mittlerweile habe ich mich aber sehr an Amys Eigenarten gewöhnt und möchte sie gar nicht anders haben. Vor allem, weil sie nun eigentlich weiß, wo ihre Fehler liegen und viel bewusster mit ihnen umgeht.
Schön fand ich auch, dass How to Ruin Your Boyfriend's Reputation / Kann das auch für immer sein? wieder in Israel spielt. Was in dem Camp so alles passiert ist zwar sicherlich nicht immer komplett realistisch, dafür aber sehr unterhaltsam und stellt sicher, dass man sich Land, Leute und die Zustände ohne große Vorurteile vorstellen kann.
Wie schon bei den Vorgängern ist der Humor ebenfalls wieder positiv hervorzuheben. Nicht nur sind viele der Situationen, in die Amy sich hineinmanövriert, brüllend komisch, sondern ihre gesamte Art und damit der Schreibstil sind sehr amüsant. Fans von Simone Elkeles Humor werden definitiv auf ihre Kosten kommen.

Cover How to Ruin My Boyfriend's Reputation Englisch

Hauptkonflikt ist natürlich die Beziehung zwischen Amy und Avi. Nach wie vor ist zu spüren, was die beiden verbindet und das ist einfach schön zu lesen. Allerdings ist das, was sich den beiden diesmal in den Weg stellt deutlich größer, als alles, was sie zuvor zu bewältigen hatten. Avi hat etwas getan, das für Amy sehr schwer zu verdauen ist und ihre arg zu schaffen macht. Und ganz ehrlich, für mich hat es die Beziehung der beiden in ein neues Licht gestellt. Ob man damit nun zufrieden ist oder es gutheißen bzw. verzeihen kann liegt im Auge des Lesers. Dieser Teil der Geschichte ist jedenfalls sehr realistisch und hat mit gut gefallen.

Insgesamt ist How to Ruin Your Boyfriend's Reputation / Kann das auch für immer sein? von Simone Elkeles eigentlich wie seine Vorgänger: Witzig, romantisch, unterhaltsam und mit einer liebenswerten, aber anstrengenden Heldin versehen, die sicher nicht für jedermann ist. Auch Israel als Schauplatz und Amys neues Bewusstsein zu ihrem Glauben heben diese Serie ein wenig hervor. How to Ruin Your Boyfriend's Reputation / Kann das auch für immer sein? ist zwar nicht immer realistisch, macht aber großen Spaß und bietet am Ende einen befriedigenden Abschluss für diese Reihe.

Auf Deutsch erscheint How to Ruin Your Boyfriend's Reputation / Kann das auch für immer sein? am 12. August 2013.

Jetzt bei Amazon.de kaufen: Deutsche Ausgabe ~ Original-Ausgabe

Kommentar schreiben | Facebook | Twitter

« Zurück | Seite: 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 41 42 43 44 45 46 47 48 49 50 51 52 53 54 55 56 57 58 59 60 61 62 63 64 65 66 67 68 69 70 71 72 73 74 75 76 77 78 79 80 81 82 83 84 85 86 87 88 89 90 91 92 93 94 95 96 97 98 99 100 101 102 103 104 105 106 107 108 109 110 111 112 113 114 115 116 117 118 119 120 121 122 123 124 125 126 127 128 129 130 131 132 133 134 135 136 137 138 139 140 141 142 143 144 145 146 147 148 149 150 151 152 153 154 155 156 157 158 159 160 161 162 163 164 165 166 167 168 169 170 171 172 173 174 175 176 177 178 179 180 181 182 183 184 185 186 187 188 189 190 191 192 193 194 195 196 197 198 199 200 201 202 203 204 205 206 207 208 209 210 211 212 213 214 215 216 217 218 219 220 221 222 223 224 225 226 227 228 229 230 231 232 233 234 235 236 237 238 239 240 241 242 243 244 245 246 247 248 249 250 251 252 253 254 255 256 257 258 259 260 261 262 263 264 265 266 267 268 269 270 271 272 273 274 275 276 277 278 279 | Weiter »