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Cover Pinky Swear Englisch

Seit sie Kinder waren, sind die Nachbarn Edward und Bella die besten Freunde. Doch während Edward schon immer großes Glück beim anderen Geschlecht hatte, bei allen beliebt und der Baseballstar der Schule ist, ist Bella eher unscheinbar. Mit 18 ist sie noch ungeküsst und ist es gewohnt, eher von den Seitenlinien zuzuschauen. Von allen wird sie immer nur als ?einer von den Jungs? gesehen. Das tut weh. Besonders, wenn das von Edward kommt, dem einzigen Jungen, in den sie je verliebt war.
Doch der Sommer nach ihrem Abschluss von der High School ändert alles...

10 Jahre später ist Bella eine erfolgreiche Restaurantkritikerin in Seattle und hat sich ein gutes Leben aufgebaut. Edward arbeitet mittlerweile als Arzt in Chicago und der Kontakt zwischen den beiden ist über die Jahre langsam aber sicher immer weniger geworden und jetzt haben sie bereits über ein Jahr nichts mehr voneinander gehört. Umso überraschter ist Bella, als sie plötzlich eine E-Mail von ihm bekommt, in der er ihr eröffnet, dass er in Forks ist. Es handelt sich allerdings nicht nur um einen einfachen Besuch bei seinen Eltern Carlisle und Esme...Nein, er ist dort, um ihnen seine Verlobte Tanya vorzustellen.
Bella fällt aus allen Wolken. Sie ist nie über Edward hinweg gekommen und hat immer gehofft, dass sie am Ende doch zueinander finden. Nun sieht sie ihre Chance allerdings endgültig vertan. Doch nach einem Gespräch mit ihrem Freund und Kollegen Jake wird Bella klar, dass sie es für immer bereuen würde, wenn sie nicht um Edward kämpft. Doch als sie der hübschen, jungen und auch noch überfreundlichen Tanya zum ersten Mal gegenüber steht, wird ihr klar, dass das keine einfache Aufgabe wird...

Dem ein oder anderen könnte die Geschichte von Pinky Swear von Kharizzmatik ein wenig bekannt vorkommen. Denn die Handlung dieser Fanfiction basiert nicht nur lose auf Twilight, sondern auch auf dem Film Die Hochzeit meines besten Freundes mit Julia Roberts und Cameron Diaz aus den 90ern. Da die Autorin aber ziemlich unzufrieden mit dem Ende des Films war, hat sie beschlossen, die Geschichte umzuschreiben.
Und das Ergebnis kann sich tatsächlich sehen lassen. Pinky Swear ist eine wirklich gelungene Mischung dieser beiden doch sehr verschiedenen Geschichten. Doch während die Parallelen zu dem Film doch recht stark sind, rückt Twilight doch eher in den Hintergrund. Abgesehen von den Namen und Forks als Schauplatz gibt es wenige Gemeinsamkeiten. Am Ende ist Pinky Swear aber doch etwas ganz eigenes und hat gerade deswegen richtig großen Spaß gemacht.
Bella ist wie gesagt geschockt, als sie von Edwards Vorhaben erfährt, eine andere Frau zu heiraten. Sie fährt zwar mit dem Plan nach Forks, die Hochzeit zu verhindern, allerdings geht sie da bei Weitem nicht so manipulativ und hinterhältig vor wie Julia Roberts Figur im Film - und hat mir damit schnell die eine große Sorge genommen, die ich hatte. Denn diese männerstehlende Rolle fand ich immer furchtbar. Bella ist allerdings mehr an Edwards Wohlergehen interessiert. Denn aus dem früher so entspannten Typen, den man meistens in zerschlissenen Jeans und Bandshirts gesehen hat, ist ein (zumindest optisch) biederer Arzt geworden, der nichts als Hemden und Anzug- oder Khaki-Hosen zu tragen scheint. Bella erkennt ihren besten Freund nicht wieder und nach und nach fragt sie sich, ob er wirklich so glücklich ist, wie er vorgibt. Deswegen hat man nach einiger Zeit als Leser gar kein schlechtes Gewissen mehr, wenn man Bella bei ihren Versuchen Unruhe zu stiften anfeuert. Dafür ist sie viel zu sympathisch und herzlich und Tanya nach einiger Zeit einfach zu suspekt. Ich jeden Falls war schnell von Bellas Vorhaben, die Hochzeit auffliegen zu lassen, überzeugt. Außerdem ist die Beziehung zwischen den beiden so schön beschrieben, dass man sich gar kein anderes Ende wünschen würde. Denn nicht nur als beste Freunde, sondern auch als (potenzielles) Paar ist es eine Freude über die beiden zu lesen.
Jedes Kapitel spielt zum Teil in der Gegenwart, aber auch in jenem Sommer vor 10 Jahren. Auf diese Weise erfährt der Leser erst nach und nach wie es zu Bellas und Edwards Situation kam. Diese Aufteilung funktioniert ziemlich gut und lässt den Leser lange Bangen, was denn nun eigentlich vor 10 Jahren passiert ist bzw. wie sich das auf die Gegenwart auswirken wird.
Überhaupt liest sich das Buch kein bisschen wie ein Fanfiction. Es gibt Werke auf Amazon zu kaufen, die qualitativ nicht im Entferntesten mithalten können und für die man teures Geld bezahlen muss. Pinky Swear ist schlicht und einfach sehr gut geschrieben mit jeder Menge Humor und natürlich fließenden Dialogen.

Einzig am Ende hätte ich mir zwischen dem letzten Kapitel und dem Epilog noch ein bisschen mehr Auflösung gewünscht. Denn der Schnitt hier ging mir ein klein wenig zu abrupt und plötzlich, wenn man bedenkt, was kurz zuvor alles passiert ist. Nach allem, was man mit Bella und Tanya durchgemacht hat, hätte ich mir doch noch einen kleinen Showdown zwischen den beiden gewünscht.

Trotzdem ist Pinky Swear von Kharizzmatik eine der besten Fanfiction, die ich je gelesen habe. Romantisch und urkomisch bietet es einfach perfekte Unterhaltung. Und die kann man auf FanFiction.net auch noch umsonst lesen.
Übrigens ist Kharizzmatik das Fanfiction-Pseudonym der mittlerweile professionell verlegten Autorin J.M. Darhower.

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Cover The Nature of Cruelty Englisch

Als vor 10 Jahren die Zwillinge Sasha und Robert Philipps in das Haus nebenan einziehen, ahnt die damals 12-jährige Lana noch nicht, dass die beiden für die schönste, aber auch die schlimmste Zeit in ihrem Leben sorgen werden. Schon als sie die Geschwister zum ersten Mal sieht, ist Lana von ihnen fasziniert. Sie haben diese unglaublich charmante Art und unverschämt attraktives Aussehen, das sie einfach unwiderstehlich macht. Doch während Sasha trotz der 2 Jahre Altersunterschied Lanas beste Freundin wird, scheint Robert dafür zu leben, sie zu quälen und zu demütigen. Und Lana hat keine Ahnung warum. Mit ihren roten Haaren und mageren Figur hat Robert allerdings jede Menge Munition gegen sie und seine ständigen Grausamkeiten verletzten sie tief - vor allem, weil sie trotz allem für ihn schwärmt.

Jetzt ist Lana 22, gerade mit ihrem Studium fertig und möchte im nächsten Semester ihren Doktor in griechischer Mythologie beginnen. Den Sommer will sie allerdings mit Sascha, die mittlerweile in London lebt, verbringen. Die beiden sind trotz der Distanz nach wie vor die besten Freundinnen. Robert hat Lana allerdings in den letzten 6 Jahren kaum gesehen. Das wird sich diesen Sommer aber ändern und Lana ist sich nicht ganz sicher, wie sie das findet. Denn einerseits würde sie ihm gerne zeigen, was aus ihr geworden ist: Eine attraktive, erfolgreiche junge Frau. Doch sie hat auch Angst vor dieser Begegnung, denn Robert hat einfach die Fähigkeit, sie immer wieder aus der Fassung zu bringen.
Als sie ihm schließlich gegenüber steht, geschieht aber etwas völlig Unerwartetes: Robert flirtet mit ihr und scheint Lana plötzlich ganz anders anzusehen. Doch Lana hat aus ihrer früheren Naivität gelernt und weiß es besser, als ihm zu vertrauen. Irgendetwas führt Robert im Schilde. Warum sonst sollte ihr Peiniger aus Jugendtagen plötzlich so nett zu ihr sein?
Doch Grausamkeit ist nicht nur eine Waffe, sondern auch eine Maske und bevor der Sommer vorbei ist, wird Lana lernen, dass nicht immer alles so ist, wie es scheint und dass auch sie zu Grausamkeit fähig ist...

Nachdem ich Anfang des Jahres mit Painted Faces von L. H. Cosway ein Buch entdeckt habe, das sich für immer in meine Top 10 eingereiht hat, waren meine Erwartungen an ihren zweiten Contemporary Roman The Nature of Cruelty natürlich entsprechend hoch. Und auch, wenn es sich als wunderschönes, emotionales Buch entpuppt hat, ganz konnte es das Niveau ihres ersten Romans nicht erreichen.
Doch erst einmal von Anfang an: Lana hat wie gesagt auch Jahre später noch an Roberts Verhalten zu knabbern und möchte nichts lieber, als einen Schlussstrich unter die Sache zu ziehen. Doch Robert scheint das nicht zulassen zu wollen und so lernen sich die beiden diesen Sommer noch einmal ganz neu kennen. Alte Wunden werden zwar nicht verziehen, doch Lana lernt dennoch Robert und sein Verhalten in einem anderen Licht zu sehen. The Nature of Cruelty fängt also eigentlich erst einmal wie ein relativ normaler Liebesroman an. Tatsächlich ist es sogar so, dass lange Zeit relativ wenig in diesem Buch passiert. Gestört hat mich das aber nicht, denn L. H. Cosway hat einen so wundervollen Schreibstil und ein ganz besonderes Gefühl für ihre Figuren, dass es eine Freude ist über sie zu lesen, auch wenn in dem Moment gar nichts Weltbewegendes passiert.
Doch irgendwann entwickelt sich die Geschichte dann doch und Robert wird wieder in einem ganz neuen Licht präsentiert - und da hat man dann doch auch an der Handlung gemerkt, dass Painted Faces und The Nature of Cruelty aus der Feder der gleichen Autorin stammen. Denn Roberts Grausamkeit ist nicht das Einzige, was Lana an ihm Sorgen bereitet. Zwar handelt es sich dabei eigentlich um nichts allzu Dramatisches, aber ein wenig Erschreckend ist es doch und regt den Leser zum Nachdenken an.
Durch die tollen Figuren und den ausgezeichneten Schreibstil war ich also mit The Nature of Cruelty die meiste Zeit wunschlos glücklich. Doch dann hat die Geschichte während der letzten 20% leider etwas abgebaut. Lanas stößt etwas zu, das ihre Sicht auf ihr Leben verändert. Sie ist sich nicht mehr sicher, ob sie so weiter machen kann, wie bisher und zieht daraus ihre Konsequenzen. Zwar sind diese und ihre Angst nicht unbegründet, trotzdem war mir all das ein wenig zu melodramatisch. Als Höhepunkt für die Geschichte und als ultimativer Knackpunkt ist mir diese Entwicklung dann doch einfach zu erzwungen. Es wirkt vergleichsweise flach und unnatürlich und hat dafür gesorgt, dass Lanas Figur ein paar Sympathiepunkte eingebüßt hat.

Doch auch wenn sich L. H. Cosway für das Ende von The Nature of Cruelty etwas mehr hätte einfallen lassen können, ist es doch ein lesenswertes Buch. Wie der Titel schon sagt, ist Grausamkeit das Hauptthema und damit hat sich die Autorin auf ihre ganz eigene Weise auseinandergesetzt und vermittelt einige schöne Gedankengänge. Ob einem das Finale dann gefällt oder nicht, ist sicher Geschmackssache und auch wenn ich ein bisschen enttäuscht war, ist es dennoch auf gar keinen Fall schlecht und hat schon gar nicht mein Gesamtbild von The Nature of Cruelty kaputt gemacht.

I received this ARC from the author in exchange for an honest review.

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Cover Twisted Summer englisch

Die 18-jährige Danni ist glücklich mit ihrer Freundin Esme und hofft, denn Sommer vor der Universität in vollen Zügen genießen zu können. Doch dann macht ihr die eigene Mutter einen Strich durch die Rechnung. Statt mit Esme ein tolles Konzert genießen zu können, wird sie an genau dem Wochenende zu ihrem Stiefonkel Gabe strafverbannt. Danni kann sich kaum an den 29-jährigen Gabe erinnern, war der Kontakt zwischen Dannis Mutter und ihrem viel jüngeren Stiefbruder in den letzten Jahren nicht besonders innig. Doch nun darf sie die Bekanntschaft mit Gabe ungewollt erneuern - in einem kleinen Ferienhaus, weitab von der Zivilisation und ohne Mobilfunkempfang.
Doch die geplante Strafe stellt sich schnell als gar nicht so schlimm heraus. Das Häuschen liegt wirklich fast direkt am Strand, es gibt Strom und fließendes Wasser und Danni und Gabe verstehen sich auf Anhieb ziemlich gut. Gabe ist ein sonnengebräunter, lustiger Typ, der für seinen Unijob fossile Pflanzen sammelt, aber auch surft wie ein Weltmaster. Womit Danni allerdings nie gerechnet hätte, ist die unübersehbare sexuelle Anziehungskraft, die zwischen ihr und Gabe herrscht. Je mehr Zeit die beiden gemeinsam verbringen, desto bröckeliger wird ihr Widerstand einander gegenüber...

Twisted Summer fängt wirklich super an. Man nimmt Danni, und durch ihren Blickwinkel auch Gabe, die Faszination für den jeweilig anderen ab. Man bekommt aber auch deutlich mit, wie sehr Danni mit sich ringt, bis sie dann ihren Gefühlen nachgibt: Schließlich hat sie eine Partnerin und außerdem ist Gabe ihr Onkel - zwar nicht per Blutsverwandtschaft, aber im Familienkreis gilt er eben als solcher. Die Beziehung, die sich zwischen beiden entwickelt, ist kurz (ein verlängertes Wochenende) aber heftig. Danach schreiben sie sich Briefe und Mails und auch dieser Teil konnte mich begeistern, weil Danni plant, ihre Beziehung mit Esme bald, aber behutsam zu beenden.
Doch ab ungefähr der Hälfte fällt das Buch rapide ab. Gabe zieht sich zurück und Danni ist am Boden zerstört. Und da macht sie etwas, was ich ihr nur schwer verzeihen kann. Sie plant zwar weiterhin, Esme irgendwann zu verlassen (nämlich im Laufe des Studiums, welches sie räumlich von ihrer Freundin trennen würde), beschließt aber, die Zeit bis dahin mit ihr zu verbringen, weil dies sicher ist und Esmes Liebe Balsam für ihr verwundetes Herz bietet. Hallo, geht's noch?
Weder habe ich etwas gegen Bisexualität, noch gegen Sex als Trostpflaster oder eine Art von Therapie. Aber seinen Partner auszunutzen, obwohl man ihn im Grunde seines Herzens nicht mehr liebt, weil es sich gerade so schön anbietet, ist wirklich ein absoluter Sympathiekiller. Auch Gabe zeigt dann bei einer Urlaubswoche im Familienkreis Züge, die meines Erachtens gar nicht gingen. Er ist immerhin 29 und als Wissenschaftler an einer Universität tätig. Dabei benimmt Gabe sich aber so, als hätte er ebenso wenig Lebenserfahrung wie Danni mit ihrer ersten Beziehung. Irgendwann tat mir Esme als Leidtragende in dem Drama nur noch leid - und dabei ist sie auch nicht die sympathischste Person aller Zeiten.

Auch zum Ende hin bleibt die Handlung der Protagonisten nur schwer nachvollziehbar. Da will ich jetzt nicht zu viel verraten, aber ich fand die Entscheidungen, die Danni und Gabe treffen, wirklich unrealistisch. Ehrlich, ich habe überhaupt nichts gegen ein glückliches Ende, aber die Zwei kennen sich - nach etwa einer Woche gemeinsam verbrachter Zeit - gar nicht richtig, als sie wirklich folgenschwere Entschlüsse fassen.
Eigentlich hatte ich mir vom Konstrukt her mehr versprochen: Die Idee einer jungen Frau mit Partnerin, die gar nicht weiß, dass sie bisexuell ist und sich dann in einen Mann verliebt, klang gut. Dass dieser Mann - zwar angeheiratet - aber dennoch aus der eigenen Familie stammt, hätte der Sache zusätzlich Würze bereitet. Leider ist das Ganze von Lucy Morgan so aufbereitet worden, dass man sich zwischendurch wirklich schlimm für die Protagonisten fremdschämt und sie über lange Zeit wenig sympathisch wirken. Da hilft auch der anfangs sehr charmante Schreibstil in Twisted Summer nur wenig. Insgesamt war dieses englische Buch eine Enttäuschung für mich.

Fazit: Nach einem super Anfang lässt das Buch wirklich extrem nach. Wer sich von unsympathischen Zügen der Protagonisten nicht abschrecken lässt, hat mit Twisted Summer sicher seinen Spaß. Idee und Schreibstil sind nämlich ganz gut.

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Come Alive

24.06.2013
EmpfehlungEmpfehlung
Cover Come Alive Englisch

Enthält Spoiler für die restlichen Romane und Novellen der Experiment in Terror-Reihe.

Bei ihrem letzten Fall für ihre Show Experiment in Terror konnten Perry und Dex gerade noch um ein Haar Sasquatch (oder was auch immer das Ding in der Wildnis Kanadas auch sein mochte) entkommen. Ihr Filmmaterial konnten sie allerdings mal wieder nicht retten, denn nach Mitchs Tod hat sich die Polizei natürlich sehr dafür interessaniert und es beschlagnahmt. Eigentlich ist Perry und Dex das aber egal. Sie sind froh, mit dem Leben davon gekommen zu sein und ganz abgesehen davon, hätten sie sowieso keine Folge aus dem Material gemacht, für das ein Mensch sterben musste.
Stattdessen wollen die beiden nur nach Hause nach Seattle und genießen, dass sie endlich zusammen sind. Zumindest hofft Dex, dass es Perry genauso geht. Er hat ihr seine Liebe gestanden, doch sie ist anscheinend noch nicht bereit, ihm genauso viel zu geben. Das macht ihm zwar Sorgen, doch Dex ist zu allem bereit, um Perry für sich zu gewinnen.
Doch bald schon bekommen die beiden ganz andere Probleme. Denn ihr Boss Jimmy ist alles andere als begeistert, als er erfährt, dass sie kein Filmmaterial mitgebracht haben. Schon wieder. Er stellt Dex und Perry ein Ultimatum: Entweder die beiden holen sich einen dritten Mitarbeiter dazu, der die Planung für sie übernimmt, oder sie verlieren die Show. Und als Dritten im Bunde hat Jimmy da schon jemand ganz bestimmten im Kopf...
Und so kommt es, dass sie Dex und Perry nur wenige Tage später in New Orleans wiederfinden - mit niemand anderem als Maximus Jacobs, der den beiden von nun an auf die Finger schauen soll. Natürlich sind sowohl Dex als auch Perry alles andere als begeistert von ihrem neuen Aufpasser. Doch Max scheint tatsächlich eine vielversprechende Geschichte für die Show im Auge zu haben und nachdem er jahrelang in New Orleans gelebt hat, hat er einige heiße Spuren. Zwischen Voodoo, Zombies und Geistern entwickelt sich dieser Fall aber zum gefährlichsten, mit dem Dex es jemals zu tun hatte - und er wird sein Leben für immer verändern.

Jedes Mal, wenn ich denke, Karina Halle kann mich unmöglich noch überraschen, gelingt es ihr doch immer wieder, mich vom Gegenteil zu überzeugen. Denn Come Alive, der 7. Teil der Experiment in Terror-Reihe, bietet alles, was ich mir erhofft hatte, und noch mehr.
Viel hängt natürlich damit zusammen, dass es nach den beiden Novellen The Dex-Files und And With Madness Comes the Light der erste volle Roman aus Dex Perspektive ist. Das erlaubt dem Leser nicht nur eine völlig neue Sicht auf viele Details und Entwicklungen, es macht auch einfach nur riesigen Spaß. Denn ein Aufenthalt in Dex ist jedes Mal wieder ein Genuss. Mit viel Humor, Witz und jeder Menge dreckiger Gedanken hat er eine ganz eigene, individuelle Stimme, die in jede Geschichte frischen Wind bringt. In Dex verschmelzen Perversling und Romantiker zu einer nie dagewesenen Mischung, an der ich mich nie satt lesen werde.
Perry ist durch den Tausch der Perspektive natürlich automatisch nicht mehr ganz so präsent, wie in den anderen Büchern. Das ändert aber nichts daran, dass sie eine sehr sympathische Heldin ist. Sie hat trotzdem viele starke Momente und durch den Blick aus Dex Augen lernt man auch das ein oder andere neue über sie.
Wirklich interessant - und ich glaube nicht, dass ich das wirklich zugebe - ist allerdings Maximus. Endlich kommt Licht ins Dunkel: Über seine Absichten, seine Herkunft, seine Methoden. Es ist unglaublich spannend mehr über ihn zu erfahren, nachdem man so lange nur spekulieren konnte. Und unglaublich aber war, ich habe eine Schwäche für ihn entwickelt. Er bekommt seinen ganz eigenen Erzählstrang, der ihn in einem völlig neuen Licht erscheinen lassen. Und tatsächlich muss ich zugeben, dass ich ihn zumindest ein wenig ins Herz geschlossen habe.
Auch die Handlung selbst ist mal wieder unglaublich gut gelungen. New Orleans ist mit all seinen verlassenen Geisterhäusern und seinem Ruf für Voodoo und das Okkulte der perfekte Schauplatz für diese Reihe. Diese Elemente werden aber nicht plump und vereinfacht eingebaut, sondern ergeben eine glaubwürdige und stimmungsvolle Geschichte, die einem einen Schauer über den Rücken jagen. Denn auch hier geht Karina Halle wieder einen Schritt weiter als bisher. Für zarte Nerven ist Come Alive wahrlich nichts. Dafür gibt es zwischen Voodoo, Zombies, Geistern und teils ziemlich verdächtigen neuen Charakteren einfach zu viele intensive, brutale oder einfach nur schaurige Momente. Gerade gegen Ende kommen einige Szenen, bei denen ich das Buch kurz zu Seite legen und tief durchatmen musste, weil sie wirklich heftig waren.
Natürlich gibt es auch etwas fürs Herz. Es ist nicht zu übersehen, wie komplett und unwiderruflich Dex in Perry verliebt ist. Ihre Zurückhaltung macht ihm daher natürlich schwer zu schaffen. Trotzdem gibt es jede Menge romantische und auch richtig heiße Momente (gerade am Anfang gibt es relativ viele erotische Szenen). Doch natürlich dauert es nicht lange und Wolken ziehen auf im Paradies. Denn je mehr Dex und Perry über sich und ihre Kräfte herausfinden, umso mehr scheint sich ihnen in den Weg zu stellen. Ich habe geschwärmt, geheult und gewimmert (sowohl vor Emotionen als auch Schreck) und bin mir ziemlich sicher, dass die Entwicklungen in diesem Buch niemanden kalt lassen werden.

Deshalb bleibt mir insgesamt nur zu sagen: Schafft euch schnellstmöglich die Experiment in Terror-Reihe von Karina Halle an. Nicht nur Come Alive ist es wert, sondern alle anderen Bücher dieser Reihe ebenso. Ich kenne keine andere Serie, die mich sowohl von der grundsätzlichen Geschichte, als auch den Figuren, der Romantik und diesem ganz eigenen und typischen Charakter in diesem Maß überzeugen konnte. Experiment in Terror ist einzigartig und ich kann sie nur jedem ans Herz legen.

Über eine deutsche Veröffentlichung ist nach wie vor nichts bekannt. Mittlerweile sind die Rechte aber auch nach England verkauft worden und wer weiß? Vielleicht schafft Karina Halle auch noch den Sprung nach Deutschland.

I received this ARC in exchange for an honest review.

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Cover Er ist wieder da deutsch

Ein Buch, das die Geister scheidet ...

Deutschland 2011. Adolf Hitler erwacht auf einem kleinen Rasengrundstück mitten in Berlin. Weder er noch die Menschen in seiner Umgebung wissen wie er dort hingekommen ist. Klar ist jedoch - der Typ sieht genauso aus wie 1945.
In seinem Streben nach Antworten landet er bei einem Zeitungskiosk und wird vom Betreiber herzlich aufgenommen. Niemand glaubt dem Auferstandenen, dass er der ist, der 1945 für tot erklärt wurde. Aber auch er selbst kann es nicht so ganz glauben. Man bedenke nur wie alt er dann jetzt wäre. Und so alt schaut er nun wirklich nicht aus.
Aus Ermangelung einer Wohnung, eines Passes und einer Idee wohin er gehen könnte, bietet ihm der Kioskinhaber an einige Zeit dort zu wohnen. In dieser Zeit lernt er allerhand über das neue Deutschland. Wie es sich doch verändert hat und was aus seinem Reich geworden ist.

Schnell spricht sich herum, dass dort ein Typ haust der genauso aussieht wie der Hitler und ebensolche Reden schwingt. Da macht sich doch einer nen Spaß, glauben die Menschen und schon hat er Leute vom Fernsehen im Nacken.
Er sieht darin seine Möglichkeit erneute Macht zu erlangen und sagt zu. Was er nicht ahnt - jeder hält ihn für eine Witzfigur. Dass er sein Programm ohne Unterlass fährt, bestärkt die Annahme nur und schon bald ist der Comedian 'Adolf Hitler' eine Berühmtheit des TV und Internets. Doch nicht jeder ist ihm wohlgesonnen, viele verbinden mit ihm die schrecklichen Taten des Nationalsozialismus - und Unrecht haben sie nicht.
Dennoch bekommt er immer mehr Anhänger und auch alte Gewohnheiten halten rasch Einzug.

Puh, ich muss sagen, so richtig weiß ich nicht, was ich von diesem Buch halten soll. Der Autor Timur Vermes hat in seinem Buch aufgezeigt, wie erschreckend schnell sich ein Mann wie Adolf Hitler auch in der heutigen Zeit integrieren kann. So manches Mal saß ich vor dem Buch und dachte mir 'Das kann doch wohl nicht wahr sein!'. Auf der anderen Seite schafft er es durch die Naivität des Hauptcharakters viel Witz entstehen zu lassen.
Die Figur des 'Führers' reimt sich viel zusammen und die Schlüsse die er daraus zieht sind oftmals ein Schmunzeln wert. Auch der Ausflug auf das Oktoberfest ist wirklich amüsant.
In diesem Buch erlangt die Figur 'nur' Popularität durchs Fernsehen. Man mag sich gar nicht ausmalen, was er in der Politik anstellen könnte.

Unweigerlich stellt sich mir die Frage: Haben wir aus der Geschichte gelernt? Würden wir solch eine Gefahr im Keim ersticken? Oder gibt es noch immer viel zu viele Menschen, die auf solch einen Zug aufspringen würden?
Ich hoffe, dass wir die Antwort auf diese Frage nie herausfinden müssen und sehe dieses Buch als eine humoristische Aufforderung die Vergangenheit nicht zu vergessen. Es war durchaus gut zu lesen und der Autor hat sich viele Gedanken gemacht. Es fällt mir wahnsinnig schwer eine Bewertung zu finden ... doch schlussendlich ist es ein gelungenes Buch.
Bildet euch am besten selbst eine Meinung.

Einen lieben Dank an meine liebe Kollegin Suse für das Ausleihen des Buches =)

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