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Cover Jekel Loves Hyde Englisch

Als Jill Jekels Vater ermordet wird, wird ihr ganzes Leben auf den Kopf gestellt. Denn nicht nur trifft sie der Verlust tief, durch die Ermittlungen der Polizei kommt auch nach und nach heraus, dass der Wissenschaftler Chemikalien gestohlen hat und eindeutig etwas Zwielichtiges im Schilde führte. Außerdem hat er Jills gesamte Collegeersparnisse gestohlen.
Ihre einzige Möglichkeit sich jetzt noch ein Studium leisten zu können, ist einen Chemiewettbewerb zu gewinnen, dessen erster Preis ein 30.000 Dollar Stipendium ist. Um ihre Chancen zu steigern, tut sie sich mit ihrem mysteriösen Mitschüler Tristen Hyde zusammen. Gemeinsam wollen sie als Jekel und Hyde die Experimente aus dem Klassiker The Strange Case of Dr. Jekyll und Mr. Hyde rekonstruieren.
Jill kommen da die Unterlagen, die ihr Vater seit Jahre fest verschlossen in seinem Arbeitszimmer versteckt hielt und von denen sie sich absolut fern zu halten hatte, gerade recht. Denn darin befinden sich Dokumente und Anleitungen sie seit über hundert Jahren niemand mehr gesehen hat...
Je tiefer Jill in das Experiment eintaucht, umso mehr sieht sie die Welt und Menschen um sich herum mit anderen Augen: Ihren Vater, der noch Erschreckenderes zu verbergen hatte, als sie geahnt hat. Tristen, der durch dieses Experiment eindeutig mehr zu verlieren hat, als nur ein Stipendium. Und auch Jill selbst. Durch die Ergebnisse, die die jungen Wissenschaftler erzielen, bemerkt sie bald auch an sich Veränderungen. Denn dem sonst so braven und folgsamen Mädchen wird immer klarer, welchen Nervenkitzel es bedeuten kann, manchmal einfach nur böse zu sein...

Puh, wo fange ich bei Jekel Loves Hyde von Beth Fantaskey am besten an? Zu allererst kann ich schon mal sagen, dass ich so meine Schwierigkeiten mit diesem Buch hatte. Auf der einen Seite hatte es eine wirklich interessante Geschichte. Angelehnt an den Klassiker The Strange Case of Dr. Jekyll und Mr. Hyde, den vermutlich jeder zumindest im Groben kennt, wandeln Jill und Tristen auf den Spuren des Wissenschaftlers Dr. Jekyll. Die Geschichte ist clever aufgebaut und bietet immer wieder spannende Twists und Wendungen, die am Ende eine wirklich sehr abwechslungsreiche Geschichte geformt haben. Gleichzeitig - und fragt mich nicht, wie das möglich sein kann - war die Geschichte aber auch oft sehr langsam und träge. Ich habe mehrere Tage für dieses gerade mal 280 Seiten lange Buch gebraucht - und das, obwohl ich es ja eigentlich mochte.

Das interessante an der Geschichte sind vor allem die vielen facettenreichen Charaktere. Niemand ist am Ende des Buchs noch so wie am Anfang – für manche Figuren bedeutet das im positiven Sinne, für andere eher im negativen. Trotzdem bin ich insgesamt sehr angetan von der Charakterentwicklung in Jekel Loves Hyde. Tristen z.B. ist, obwohl die Geschichte nicht nur in Jills, sondern auch in seiner Perspektive geschrieben ist, zunächst etwas undurchschaubar. Er hat oft Probleme seine Wut zu kontrollieren und gerät immer wieder in Schlägereien. Je näher Jill ihn aber kennen lernt, umso mehr entdeckt sie eine sanfte und verletzliche Seite an ihm - aber auch eine noch erschreckendere. Doch die größte Veränderung geht definitiv in Jill selbst vor. Eigentlich ist sie eine brave Musterschülerin, die sich alles gefallen lässt, schüchtern ist und nie auffällt. Das ändert sich aber ab einem gewissen Punkt gewaltig, was sie zu einem ausgesprochen spannenden Charakter gemacht hat. Leider hat aber gerade sie ab und zu Fehler begangen, die mich sehr frustriert haben. Besonders, da sie dazu neigt, Tristen vorschnell zu verurteilen, wenn sie eigentlich die Letzte ist, die dazu das Recht hat.
Gemeinsam haben mir Tristen und Jill aber doch ziemlich gut gefallen. Zwar entwickelt sich ihre Beziehung ziemlich rasant, glaubwürdig war sie meist aber trotzdem und für die nötige sanfte Seite der Geschichte gesorgt.

Erwähnenswert ist außerdem der Schreibstil. Man merkt schnell, dass Beth Fantaskey hier kein Wort zufällig gewählt hat. Ihr Stil ist sehr elegant, düster und auch ein wenig poetisch. Manchmal war das allerdings ein wenig anstrengend, da das schon ganz schön aufs Gemüt schlagen konnte und sicher auch ein wenig für den etwas schleppenden Anfang verantwortlich war. Insgesamt hat er aber doch sehr gut zu dieser düsteren Geschichte gepasst und ihr das gewisse etwas verliehen.

Wäre Jekel Loves Hyde von Beth Fantaskey also gerade in der Anfangsphase nicht ganz so träge, hätte es ein wirklich gutes Jugendbuch sein können. Klar, ohne die manchmal etwas anstrengende weibliche Hauptfigur und ein paar Klischees kommt auch diese Geschichte nicht aus, insgesamt ist sie aber - trotz der düsteren Handlung - doch recht ungewöhnlich und erfrischend.

Über eine deutsche Veröffentlichung ist mir bisher noch nichts bekannt.

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Cover Wicked Beat englisch

Wicked Beat ist nicht für Leser unter 18 Jahren geeignet.
Die Rezension enthält geringfüge Spoiler für die Sinners on Tour-Reihe.

Eric Sticks kann kaum glauben, welcher Traum an Frau ihm da als Vertretung für den Soundboard Operator Dave vor Augen steht. Daves kleine Schwester Rebekah ist nicht nur sexy wie die Hölle, sie kennt sich wirklich mit dem Arrangieren von Musik aus und hat außerdem ein Händchen für das Instandsetzen von alten Autos. Damit ist sie in Erics Augen einfach perfekt. Dumm nur, dass Rebekah ein Auge auf den Bassisten der Sinners, Trey Mills, geworfen hat. Zum Glück für Eric erkennt Rebekah schnell, dass Trey wie eine Biene ist, die von Blüte zu Blüte fliegt und nirgendwo lange bleibt. Eric dagegen hat einen Sinn für Humor, der genau Rebekahs Nerv trifft. Außerdem lässt Eric - nicht Trey - ihr Herz höher schlagen und ihren Unterleib prickeln. Dass Erics Herz riesig ist, er darüber hinaus auch bereit ist, Rebekah genauso zu nehmen, wie sie ist, bedeutet weit mehr als auf den ersten Blick ersichtlich ist...

Wicked Beat von Olivia Cunning konnte mich wirklich absolut positiv überraschen. Denn über die bisherige Sinners on Tour-Reihe war Eric für mich der Sinners, mit dem ich am wenigsten anfangen konnte. Das lag daran, wie er Jace bis zu Hot Ticket behandelt hat, wie seltsam sein Sexualleben in den ersten Bänden rüber kommt und natürlich an seinen oft wirklich derb-humorigen Sprüchen. Doch sobald Rebekah in sein Leben tritt, wandelt sich das. Erstens darf man in Wicked Beat auch Erics Blickwinkel erleben und merkt, was für ein lustiger, selbstironischer Kerl er ist. Zweitens erfährt man, warum er so oft den voyeuristischen Part des Dritten beim Sex übernimmt und was ihn sonst noch zu dem gemacht hat, der er ist. Er konnte mein Herz zusammen mit Rebekah wirklich im Sturm erobern.
Rebekah ist ebenfalls eine klasse Protagonistin. Zusammen mit Myrna und Regan ist sie mir tatsächlich die liebste Sinnersbraut gewesen. Sie hat eine wirklich schlimme Zeit hinter sich, die körperliche und emotionale Schäden hinterlassen hat. Erst so langsam findet sie wieder zu sich selbst, als sie ihren Bruder Dave als Sinners Soundoperator vertreten darf. Das ist die Gelegenheit, auf die sie immer gewartet hat. Als Eric ihr dann auch noch die lang vermisste Freude am Sex zurückgibt und auch sonst versucht, in allem für sie da zu sein, ist ihr Herz schnell verloren. Da sind die Widerstände ihrer Mutter und ihres Ex-Freundes zwar ein Hindernis, aber keineswegs unüberwindbar.

Nachdem bei Hot Ticket, dem vorherige Sinners-Band um Jace, das Feuer nicht so recht überspringen wollte, hatte ich mit Wicked Beat zum Glück keinerlei Probleme. Erics und Rebekahs Story war ein Olivia Cunning durch und durch: voller Humor, mit vielen prickelnden Szenen und auch der richtigen Portion Romantik. Kleine Abzüge vergebe ich nur, weil mir Rebekahs Mutter doch einen Tick zu übertrieben erschien und mir das Ende doch ein wenig arg dramatisch gestaltet war. Dieses letzte Fahrt auf der Gefühlsachterbahn hätte meiner Meinung entweder etwas länger ausgearbeitet sein dürfen oder in der Kürze weniger dramatisch verlaufen können.
Ein Wort noch zum Cover. Ich finde es sieht total toll aus. Allerdings frage ich mich doch, warum es ausgerechnet eine Gitarre sein musste. Klar Eric spielt zig Instrumente und ist der, auf den es beim Arrangieren und Zusammenfügen von Brians Soli, Seds Lyrik und Jaces Bassläufen ankommt. Doch er ist eben Sticks, der geniale Drummer der Band. Doch vermutlich hätte es mit einer Snare Drum einfach nicht so gut ausgesehen...

Fazit: Insgesamt war Wicked Beat ein sehr schöner Abschluss der Sinners on Tour-Reihe und ich freue mich heute schon auf weitere Bücher der Autorin, insbesondere auf die Jungs von Exodus End.

Ein Hinweis noch zum Schluss. Chronologisch sollte man die Sinners on Tour-Bücher in dieser Reihenfolge lesen:
Backstage Pass
Rock Hard
Hot Ticket
Wicked Beat
Double Time

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The Bitter Kingdom

10.09.2013
EmpfehlungEmpfehlung
Cover The Bitter Kingdom Englisch

Enthält Spoiler für die ersten beiden Bücher der Fire and Thorns-Reihe.

Elisa steht vor einer schier ausweglosen Situation. Conde Eduardo, dem Elisa schon immer ein Dorn im Auge war, hat sie verraten. Er will einen Bürgerkrieg anzetteln, um an ihren Thron zu gelangen und hat sie deshalb den verfeindeten Inviernos ausgeliefert. Aus irgendeinem Grund wollen diese aber, dass Elisa als Trägerin des Feuersteins freiwillig zu ihnen in ihre Hauptstadt Umbra de Deus kommt. Um sicher zu gehen, dass sie das auch wirklich tut, haben sie eine Geisel als Druckmittel in ihre Gewalt gebracht: Ihren Leibwächter Hector.
Elisa verliert keine Zeit, denn sie braucht Hector. Nicht nur, weil sie endlich ihre Gefühle für ihn erkannt hat, sondern auch, weil er dank seiner adligen Herkunft eine wichtige politische Schachfigur im Kampf gegen Conde Eduardo darstellt. Also macht sie sich mit ihrer immer kleiner werdenden Gruppe Verbündeter auf den Weg in das Land ihrer ärgsten Feinde. Nur noch Mara, Belén und ausgerechnet der verräterische Animagus Storm sind an ihrer Seite.
Elisas stehen ihre schwerste Prüfungen stehen ihr noch bevor. Sie ist bereit alles zu tun, um die Menschen, die sie liebt, und ihr Königreich zu retten und endlich ihre Prophezeiung erfüllen. Um die Heldin zu werden, zu der sie bestimmt ist, muss sie die gesamte Kraft ihres Feuersteins nutzen - auch wenn es bedeutet, dass sie das wie die anderen Träger mit dem Leben bezahlen muss.

In The Bitter Kingdom, dem finalen Teil der Fire and Thorns-Reihe, haben Rae Carson und ihre Figuren wirklich noch einmal alles gegeben. Und das erfolgreich, denn für mich ist dieses Buch der krönende Abschluss, den ich mir für diese Reihe gewünscht habe.
Elisa steht unter ungeheuer großem Druck und muss einige schwere Entscheidungen treffen. Doch mittlerweile hat sie sich zu einer so starken und selbstbewussten Persönlichkeit entwickelt, dass sie die meisten ihrer Prüfungen mit Bravour meistert. Außerdem stehen ihr ihre Freunde stets mit Rat und Tat zur Seite. Nach wie vor ist Elisa für mich eine sehr sympathische und realistische Heldin, die sich auch vor harten Entscheidungen nicht versteckt und es irgendwie schafft, gleichzeitig eine rigorose Königin und ihre eigene warmherzige Persönlichkeit zu verkörpern.
Neu in The Bitter Kingdom ist, dass auch ein paar Kapitel aus Hectors Sicht geschrieben sind. Das sorgt nicht nur dafür, dass der Leser an mehreren Fronten auf dem Laufenden gehalten werden, sondern Rae Carson webt dadurch auch eine clever Geschichte, die immer wieder mit neuen Überraschungen aufwartet. Ganz zu schweigen davon, dass Hector selbst ebenfalls ein fantastischer Charakter ist, dessen Kapitel immer wieder für Abwechslung sorgen. Schon im ersten Buch hat Hector es mir besonders angetan und ich bin froh, dass er im Laufe der Reihe immer wichtiger wurde und jetzt neben Elisa der zweite Hauptcharakter ist. Dass man einen Teil der Geschichte nun endlich durch seine Augen sieht macht ihn nur noch sympathischer und interessanter.
Wie schon in den ersten beiden Büchern, spielen auch dieses mal die Nebencharaktere wieder eine große Rolle. Figuren wie Mara, Belén oder Cosmé, die wir bereits kennen, sind auch hier wieder mit von der Partie. Doch es gibt auch jede Menge neuer Charaktere, die ich sofort ins Herz geschlossen habe. Allen voran ein kleines Sklavenmädchen namens Mula, das die Gruppe während ihrer Reise aufsammelt und für viel Wirbel sorgt. Wer mir allerdings ganz besonders gut gefallen hat, ist Storm. Nicht nur ist er durch seine strenge, arrogante Art immer wieder unfreiwillig komisch, er wird auch zu einem echten Freund für Elisa konnte mich immer wieder überraschen. Einziger winziger Wermutstropfen ist, dass ich gehofft habe, etwas mehr von Rosario zu sehen. Der kleine Knirps spielt leider kaum eine Rolle in diesem Buch.
Zur Entwicklung der eigentlichen Geschichte möchte ich gar nicht viel sagen. Nur so viel: Unsere Gruppe hat eine lange Reise vor sich, die viele Gefahren und Wendungen birgt, keine Sekunde langweilig ist und schlussendlich alles stimmig zusammenführt. Alles Weitere wäre schon zu viel verraten.

Zwar wird am Ende nicht jede Frage bis ins kleinste Detail beantwortet, insgesamt ist The Bitter Kingdom von Rae Carson aber doch ein voll und ganz befriedigender Abschluss für die Fire and Thorns-Reihe. Viel Magie und Spannung, clevere Einfälle, tolle Charaktere und eine große Portion Romantik machen dieses Buch zu allem, was ich mir von dem Finale dieser fantastischen Reihe erhofft habe.

Deutsche Leser müssen leider noch eine ganze Weile warten bis das letzte Buch hierzulande in die Läden kommt. Denn der zweite Teil The Crown of Embers / Die Feuerkrone erscheint bei uns erst am 27. Januar 2014.

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Cover Hover Englisch

Enthält Spoiler für Gravity.

Drei Wochen ist es mittlerweile her, seit Ari die Erde verlassen und auf Loge, dem Heimatplaneten der Ancients, fliehen musste. Diese Welt ist fremd für sie. Von den Ancients wird sie entweder mit Misstrauen oder Neugier begutachtet und Ari weiß nie genau, was sie als nächstes erwartet oder wem sie vertrauen kann. Jackson ist es jedenfalls nicht. Sie kann ihm einfach nicht verzeihen, dass er ihr nicht die Wahrheit über seine Verbindung zu Zeus gesagt hat. Wie kann sie dem Enkel ihres schlimmsten Feindes vertrauen? Ari muss allerdings bald feststellen, dass auf Loge nichts ist, wie es zu sein scheint. Weder Jackson, noch Zeus oder die anderen Ancients.
Langsam aber sicher wird Ari klar, das Zeus noch lange nicht aufgegeben hat. Er will sein Volk auf die Erde bringen, koste es was es wolle. Und dazu will er ausgerechnet die Menschen benutzen, die wie Ari von der Erde flüchten mussten...
Die einzige Chance, die Menschheit zu retten, ist Zeus zu töten - und Ari ist fest entschlossen, genau das zu tun, selbst wenn sie das mit dem Leben bezahlen muss. Doch Zeus scheint Ari immer einen Schritt voraus zu sein...

In Hover, dem zweiten Teil in Melissa Wests The Taking Reihe, muss sich Ari erst einmal an ihre neue Situation anpassen. Sie ist auf einem fremden Planeten, hat nur wenige Freunde und weiß nicht, wie es für sie weiter gehen soll. Von Jackson fühlt sie sich verraten und er ist nicht der Junge, für den sie ihn gehalten hat. Alles in allem ist Ari also erst einmal ziemlich ziellos. Und so kam mir auch das Buch selbst vor. Lange Zeit plätschert es dahin, ohne das wirklich etwas passiert oder die Geschichte irgendwie Fahrt aufnimmt. Stattdessen lernen Ari und der Leser diese neue Welt lernen. Das an sich wäre ja schön und gut - wenn es denn viel kennen zu lernen gäbe. Triad, die Stadt in der Jackson und Zeus leben, könnte genauso gut eine Stadt auf der Erde sein. Schon im ersten Buch hat mich gestört, wie ähnlich sich die Aliens und Menschen sind. In Hover wird das nur noch deutlicher. Sie sprechen die gleiche Sprache, rechnen in Minuten, Stunden, Tagen und Jahren, funktionieren biologisch zum Großteil wie Menschen, werden genauso alt, und so weiter und so fort. Für ein Science Fiction Buch war mir das einfach zu simpel gestrickt.
Doch das ist leider erst der Anfang meiner Probleme mit diesem Buch. Es gibt viele, viele Unstimmigkeiten zum ersten Band. Ari wurde erzählt, dass sich auf Loge jeder selbst aussuchen kann, welchen Beruf er ausüben will, dass die Ancients ein friedliches Volk wären, dass sie abgesehen von Jacksons Eliteeinheit kein Militär hätten und und und. Die Realität sieht allerdings ganz anders aus, was entweder bedeutet, dass die Fortsetzung schlampig durchdacht ist, oder aber, dass Jackson gelogen hat. Ich tippe auf ersteres, da Ari diese Details nie zur Sprache bringt. Beide Möglichkeiten missfallen mir allerdings gleich.
Aber auch sonst gibt es jede Menge Ungereimtheiten bzw. sehr bequem gelöste Probleme. Z.B. die Tatsache, dass Ari sich frei in Triad bewegen darf, selbst nachdem sie Zeus angegriffen hat. Sie wird in Dinge eingeweiht und zu Orten vorgelassen, von denen Zeus sie eigentlich meilenweit fernhalten sollte. Auch sonst entwickelt sich für Ari oft alles sehr einfach. Sie trifft immer die richtigen Leute oder bekommt die nötigen Hinweise. Ohne jede Übung meistert sie ihre neuen Fähigkeiten als halber Ancient. Wie gesagt wirkte das nach eine Weile einfach zu simpel und bequem.

Doch glücklicherweise gibt es auch ein paar Dinge, die mir an Hover gut gefallen haben. Dazu gehören die Entwicklungen in Aris und Jacksons Beziehung. Ich persönlich empfand Aris Reaktion auf Jacksons Halbwahrheiten als sehr realistisch und glaubwürdig. Sie hat sich ihre Gedanken gemacht und Konsequenzen aus Jacksons Handeln gezogen, ihn dabei aber (fast) nie unfair behandelt. Jackson selbst hat zwar wieder so viel vor Ari verheimlicht, wie er nur konnte, was stellenweise äußerst frustrierend war. Er hat sich aber nicht so verstellt, wie noch im ersten Buch und das hat mir gut an ihm gefallen.
Auch was die spärliche Kommunikation mit der Erde aufdeckt hat mir gut gefallen. Einiges hat sich dort getan, seit Ari fort gehen musste. Das meiste davon gibt ihr allerdings Rätsel auf, denn keiner redet Klartext mit ihr. Law ist völlig verändert und plötzlich Präsident, allerdings ist es ein Mann namens Kelvin, der das Amt ausführt; Aris Vater hält sich meist aus den Gesprächen raus, was eigentlich so gar nicht seine Art ist, wie Ari genau weiß; und Gretchen sieht aus, als ob sie seit Wochen nicht geschlafen hätte. Irgendetwas ist ganz und gar nicht in Ordnung auf der Erde und diese sehr vage Entwicklung gefällt mir ziemlich gut. Sie gibt dem Buch ein wenig Spannung zurück, die ihm über weite Teile fehlt.

Wie schon im ersten Buch ist auch in Hover das Ende wieder das Beste an der Geschichte. Hier überschlagen sich die Ereignisse und es ist eine der wenigen Sequenzen, in der wirklich etwas passiert. Zwar endet Hover in einem Cliffhanger, in diesem Fall bin ich aber sehr dankbar dafür, denn es verleiht dem Buch die Spannung und den Schliff, die ihm sonst so gefehlt haben.
Ich hoffe sehr, dass es Melissa West im nächsten Teil Collide gelingt, wieder mehr Logik, Spannung und Schwung in ihre Geschichte zu bringen. Bis das allerdings erscheint, müssen wir uns noch bis Sommer 2014 gedulden.

Über eine deutsche Veröffentlichung der The Taking Reihe ist mir bisher noch nichts bekannt.

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Cover Callie and Kayden II englisch

Enthält Spoilder für The Coincidence of Callie and Kayden / Die Sache mit Callie und Kayden.

Kayden liegt im Krankenhaus, nachdem ihm sein Vater das Messer in den Bauch gerammt hat. Seine Mutter lässt ihn in eine Psychiatrische Klinik einweisen, angeblich zu seinem eigenen Schutz. Tatsächlich verbreitet sie aber das Gerücht, dass Kayden sich selbst mit dem Messer verletzt hat. Die Ärzte glauben ihr. Zum einen, weil Kayden nicht über den Vorfall reden möchte. Zum anderen, weil deutlich zu sehen ist, dass er die nicht aushaltbaren Gefühle in seinem Inneren und die unerträgliche Situation bei sich zuhause tatsächlich mit Ritzen und anderen selbst zugefügten Schmerzen kompensiert.

Callie darf Kayden nicht besuchen. Sie glaubt, an Kaydens Unglück Schuld zu sein, schließlich hat er ihretwegen Camden zusammengeschlagen und damit den Zorn seines Vaters herausgefordert. Doch auch wenn sie Kayden nicht sehen darf, will sie alles tun, um ihn vor seinen schrecklichen Eltern zu retten. Ihre eigene Vergangenheit und die Freundschaft ihres Bruders mit Camden machen ihr die Sache aber nicht gerade leicht. Aber Callie weiß, nur mit Kayden zusammen kann sie ihre Vergangenheit hinter sich lassen - sie braucht ihn wie die Luft zum Atmen. Und so lässt sie sich von Kayden auch nicht ins Bockshorn jagen, als der davon überzeugt ist, nicht gut genug für Callie zu sein. Zum Glück hat sie Seth und Luke an ihrer Seite. Zu dritt machen sie sich auf, Kayden zu retten...

Es hat Spaß gemacht, zurück in Callies und Kaydens Köpfe zu springen. Jessica Sorensen bietet einem in The Redemption of Callie and Kayden / Die Liebe von Callie und Kayden auch weiterhin viel Drama. Manches davon war logisch und passte sehr gut zu den Charakteren. Andere Dinge, etwa was aus Kaydens Familie wird oder das ominöse Schicksal von Camden, fand ich eher unlogisch. Wirklich gestört hat mich aber nur eines: Sobald Callie und Kayden ansatzweise auf ihr happily ever after zusteuern, ertrinken sie geradezu in Bekundungen darüber, wie sehr sie den jeweils anderen brauchen. Das hatte schon fast etwas von einem Wettkampf: "Ich brauche dich." "Aber ich brauche dich mehr!" "Ohne dich bin ich verloren!!" "Und ich kann ohne dich nicht leben!!!" Das erschien mir fast schon als surreal und hat mich doch sehr an einen Groschenroman erinnert.

Allerdings waren die Momente, in denen Callie und Kayden sich endlich ihren Ängsten stellen und sich outen, wirklich herzzerreißend. Auch als Leser fiel einem beide Male ein dicker Stein vom Herzen. Da hatte ich wirklich Spaß beim Lesen.
Der Schreibstil von Jessica Sorensen tut ein Übriges, denn er lässt sich einfach prima lesen. Ebenfalls gefreut hat mich, dass man auch ein wenig mehr über Seth und seine Probleme erfährt. Doch fast noch spannender waren die Hinweise auf Lukes seltsame Familienverhältnisse. Das ist insofern prima, als das er schon als nächster Protagonist feststeht. Sein Buch in der The Coincidence-Reihe wird The Destiny of Violet and Luke (keine Rezension) heißen und am 7. Januar 2014 erscheinen. Es wird sicher sehr spannend zu lesen, wie Luke mit der spröden Violet, Callies Zimmernachbarin im College, zurande kommt.

Fazit: Eine schöne Fortsetzung - mit viel Herzschmerz und Traumabewältigung inklusive. Teilweise war es mir etwas zu viel des Guten; trotzdem werde ich die The Coincidence-Reihe in jedem Fall weiterlesen.

Band 1 der Reihe erscheint am 10. März 2014 unter dem Titel Die Sache mit Callie und Kayden auf Deutsch. Band 2 wird Die Liebe von Callie und Kaydenheißen und soll am 12. Mai 2014 veröffentlicht werden.

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