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Cover Price of a Kiss Englisch

Reese Randall ist nicht nur von Illinois nach Florida gezogen, um dort die Uni zu besuchen und näher bei ihrer Cousine Eva zu sein. In Wirklichkeit versucht sie, sich vor ihrer Vergangenheit zu verstecken. Denn Reese ist nicht einmal ihr echter Name. Seit ihr Exfreund Jeremy eine sehr ungesunde Obsession für sie entwickelt, die sie bei ihrem letzten Zusammentreffen beinahe das Leben gekostet hat, darf Reese kein Risiko mehr eingehen. Denn Jeremys Vater, der ein erfolgreicher Anwalt ist, gelingt es immer wieder ein Schlupfloch für seinen Sohn zu finden und so ist Reeses verrückter Stalker immer noch auf freiem Fuß.
Keine Wunder also, dass Reese ein bisschen paranoid ist und von Jungs momentan gar nichts wissen will. Zumindest bis ihr eines Tages Mason Lowe an der Uni begegnet. Er feuert sofort ihre Vorstellungskraft an und entfacht allerhand unangemessene Fantasien. Zumindest bis Eva ihr all die Gerüchte verrät, die über ihn kursieren: Angeblich verdient Mason Unsummen damit, die reichen aber sexuell frustrierten Frauen der Stadt zu befriedigen. Er ist ein Gigolo.
Das ist wieder mal typisch Reeses Glück; der einzige Junge, der sie interessiert, ist ausgerechnet eine Prostituierte. Doch als sie eine Stelle als Babysitter für ein Mädchen mit Cerebraler Bewegungsstörung annimmt, entpuppt diese sich ausgerechnet als Masons kleine Schwester Sarah. Reese lernt Mason von einer Seite kennen, die sonst niemand zu sehen bekommt, und es geschieht etwas, womit keiner der beiden je gerechnet hätte: Sie werden Freunde. Doch Masons Ruf ist wie Gift und er hat Angst, dass er sich auf Reese überträgt. Besonders, als immer klarer wird, dass Freundschaft nicht mehr genug für die beide ist...

Linda Kage ist mit Price of a Kiss ein New Adult Buch gelungen, das mir endlich mal wieder richtig gut gefallen hat. Am Anfang sah es allerdings gar nicht danach aus. Denn wenn es eines gibt, das ich in Liebesromanen hasse, dann ist es eine Protagonistin, die auf übertriebene Art und Weise dem Helden nachlechzt. Und tatsächlich sah es erst einmal so aus, als wäre Reese genau einer dieser Fälle. Als sie Mason zum ersten Mal sieht, kann sie kaum einen klaren Gedanken fassen und hat mich damit schon fast dazu gebracht voreilige Schlüsse über dieses Buch zu ziehen. Zum Glück habe ich mich aber sehr getäuscht. Denn die Autorin hat Reese erste Reaktion auf Mason ganz bewusst so gestaltet, folgt dann aber glücklicherweise einem etwas anderen Kurs.
Von da an war mir eigentlich schon klar, dass mir Price of a Kiss gefallen würde. Reese ist ein sehr erfrischender Charakter. Ihre schlechten Erfahrungen mit Jeremy haben sie zwar etwas paranoid gemacht, wer einen gebrochenen Charakter erwartet, ist bei ihr aber an der falschen Stelle. Reese ist eine starke, schlagfertige junge Frau und so ein richtiges Mädchen mit Modetick und allem drum und dran. Gleichzeitig ist sie manchmal aber auch ziemlich trottelig und hat einem wirklich schrägen Sinn für Humor. Damit macht sie sich nicht nur für den Leser zu einer sehr sympathischen Figur. Genau das ist es auch, was Mason so an ihr so anzieht. Auch seinen Charakter mag ich sehr gern. Schon im Prolog erfahren wir, wie aus ihm ein Gigolo geworden ist. Dem Job geht er nicht zum Spaß nach und daraus macht er kein Geheimnis. Er tat mir sehr leid und hat mir immer wieder das Herz gebrochen mit den Entscheidungen, die er fällen musste.
Auch die anderen Figuren in dieser Geschichte sind gut gelungen. Niemand ist perfekt und auch die schwierigeren Charaktere (wie z.B. Reeses Cousine Eva) sind nicht zwangsläufig gleich böse. Da habe ich mich bei einigen Charakteren getäuscht und mich am Ende gerne eines besseren belehren lassen. Besonders hervorheben möchte ich aber noch Sarah, die man einfach lieben muss. Die Beziehung zwischen ihr, Reese und Mason geht einfach ans Herz.
Ein weiterer riesengroßer Pluspunkt, ist die Tatsache, dass es ausnahmsweise Mal fast keine Spielchen bzw. Geheimnisse zwischen den Charakteren gibt. Nichts wird übertrieben oder unrealistisch lang hinaus gezogen. Reese und Mason führen eine erstaunlich offene und ehrliche Beziehung in einer Situation, die mit diesem delikaten Thema alles andere als dafür gemacht scheint. Ich liebe Linda Kage dafür, dass sie sich nicht auf das übliche Spiel eingelassen und ihre Geschichte durch Geheimnisse, Lügen und Intrigen überdramatisiert hat. Das einzige, was lange Zeit ein Geheimnis blieb - und was meiner Meinung nach nur realistisch ist - ist Reeses echte Identität.

Ganz ehrlich, mir persönlich ist kaum etwas negativ an Price of a Kiss aufgefallen. Ich sollte aber vermutlich erwähnen, dass es einige Entwicklungen gibt, die recht vorhersehbar sind. Nachdem Linda Kage sich aber sichtlich bemüht hat, dennoch die ein oder andere Überraschung einzubauen, hat mich auch das gar nicht weiter gestört.

Bevor ich Price of a Kiss von Linda Kage zu lesen begonnen habe, hatte ich ein einfaches, etwas übertriebenes und kitschiges New Adult Buch erwartet. Bekommen habe ich ein wirklich gut geschriebenes Buch mit tollen Charakteren und einer gut ausbalancierten Mischung aus Romantik, Drama, Humor und Emotionen. Price of a Kiss ist ganz sicher nicht das letzte Buch, das ich von dieser Autorin gelesen habe.

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Cover Agamemnon Frost and the House of Death Englisch

Liverpool, 1891: Nach dem Krieg schlägt sich der ehemalige Soldat Mason mit Gelegenheitsjobs als Hausangestellter durch. Doch mittlerweile sind viele der Soldaten wieder zurück in England und gute Arbeit wird langsam rar. Als er das Angebot bekommt, für nur einen Abend bei einem Dinner Kammerdiener für einen reichen Londoner Dandy zu sein, kann Mason es sich nicht leisten wählerisch zu sein.
Dieser Dandy entpuppt sich als Agamemnon Frost. Mason hat noch nie zuvor jemanden wie ihn getroffen und ihm wird ziemlich schnell klar, dass sein eingebildetes und verwöhntes Getue nichts weiter als eine Maske ist. Außerdem verfehlt Frosts Charme, dem sich sowohl Frauen als auch Männer nicht entziehen können, auch bei Mason nicht seine Wirkung und so schwirren ihm den ganzen Abend allerlei unangebrachte Gedanken durch den Kopf.
Dabei sollte Mason eigentlich seine gesamte Konzentration auf das Abendessen fokussieren. Denn bei diesem Dinner und seinen Gästen stimmt irgendetwas ganz und gar nicht. Frost scheint allerdings genau zu wissen, was hier vorgeht. Und so stürzt sein enigmatischer, neuer Arbeitgeber Mason in ein grausiges Abenteuer, das beider Leben für immer verändert.

Auch wenn sich das jetzt noch nicht unbedingt danach anhört, so ist Agamemnon Frost and the House of Death von Kim Knox eine der schrägsten Geschichten, die ich je gelesen habe. Es ist eine Mischung aus Steampunk, Science Fiction und Historie (wobei diese natürlich nicht gerade der Realität entspricht) und wartet wirklich mit einigen ungewöhnlichen Einfällen auf.
Dabei fängt alles eigentlich ganz normal an - falls es 1891 normal war, mit rätselhaften Maschinen durch die Welt zu reisen - und Mason ist ebenfalls eigentlich ein ganz normaler Kerl, wenn auch etwas vom Krieg gezeichnet. Merkwürdig wird es erst, als er auf Frost trifft. Aus irgendeinem Grund schafft der es, Mason an jeden einzelnen Partner, den er jemals hatte, denken zu lassen und macht ihn dadurch sehr nervös. Erschwerend kommt hinzu, dass er Frost mit einer Leidenschaft will, die er noch nie erlebt hat. Mir war im Vorfeld nicht bewusst, dass es sich hier um eine m/m-Romanze handelt (wobei man von Romantik noch nicht wirklich viel merkt, denn Frost ist ziemlich viel herumgekommen - bei Männern und bei Frauen), aber es passt unerwartet gut zu dieser Geschichte und spielt sogar eine wichtige Rolle für die Handlung.
Was bei diesem Dinner genau passiert und Mason entdeckt, möchte ich aber gar nicht genau ausführen, ist aber eben eine dieser schrägen Wendungen. Ich musste erst einmal lachen, weil es so absurd war. Was dann aber passiert ist sehr spannend, intensiv und temporeich und hat erstaunlich viel Spaß gemacht.

Allerdings bin ich mir nicht ganz sicher, ob ich wirklich alles komplett verstanden habe. Manchmal ist es mir ein wenig schwer gefallen, den Entwicklungen wirklich zu folgen bzw. die Dialoge nachzuvollziehen. Das liegt sicher auch daran, dass es sich bei Agamemnon Frost and the House of Death eben nur um eine Novelle handelt und dadurch automatisch Einiges etwas abgekürzt und sogar übereilt wirken kann. Sowohl bei der Handlung als auch bei manchen Beziehungen unter den Charakteren ist das hier der Fall.

Dennoch ist Agamemnon Frost and the House of Death von Kim Knox eine wirklich unterhaltsame kleine Geschichte, die in meinen Augen auch das Zeug zu einem vollen Roman gehabt hätte. Der Leser muss zwar bereit sein, bei so mancher merkwürdigen Idee einfach mitzuziehen, insgesamt funktioniert diese Genre-Mischung aber doch erstaunlich gut.
Ich bin jedenfalls schon sehr gespannt, wie es in Agamemnon Frost and the Hollow Ships weiter geht. Denn eines ist klar: Masons Abenteuer mit seinem rätselhaften, neuen Boss haben gerade erst angefangen.

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Lasse ist der zweite Band der Film.Love.Story-Reihe, kann aber sowohl vor als auch nach Flying Moon gelesen werden.

Cover Lasse deutsch

In Lasse von Katrin Bongard dürfen wir Lasse dabei zusehen, wie er Moon auf der Premierenparty in München kennenlernt und sie danach einfach nicht mehr aus dem Kopf bekommt. Wir erfahren, warum Lasse, der sich wirklich in Moon verliebt hat, diese nicht sofort aufgesucht hat und was eigentlich wirklich zwischen ihm und Moons Vater geschehen ist. Wir begleiten Lasse aber auch zu seiner Familie nach Schweden. Dabei erfährt man, dass es nicht immer nur schön ist, eine Familie zu haben, die komplett im Filmbusiness tätig ist. Und so zeigt sich, dass weit mehr dran ist an Lasse als nur ein "Filmstar, Partygänger, Kiffer und Bruder von Ole Paulsen"...

Lasse Paulsen ist ein zurückhaltender, aber sehr emotionaler Mensch. Obwohl er weiß, dass ihm egal sein sollte, was andere von ihm halten, gehen im Vorurteile, Klatsch und Anfeindungen sehr nahe. Als sich sein bester Freund und sein Bruder richtig übel zerstreiten und er zwischen die Fronten gerät, wird sein Leben noch mal komplizierter. Kein Wunder, dass es ihm wie ein Geschenk des Himmels erscheint, als er nach über einem Jahr eine Spur von Moon findet. Sie spielt die Hauptrolle in einem kleinen Independent-Film Heimkehr. Da kommt es wie gerufen, dass dessen Regisseur Lasse unbedingt als Hauptdarsteller haben will...

Obwohl Leser von Flying Moon wissen, was passiert, wird man von Lasse wirklich überrascht. Man lernt den jungen Schauspieler nämlich wirklich richtig gut kennen und erfährt über die Einblicke in seine Gefühlswelt und sein Familienleben lauter Dinge, die man eben noch nicht wusste. Es ist auch sehr schön zu lesen, wie sehr Lasse Moon mag und was er sich alles für Gedanken um sie macht. Denn obwohl er Moon ja erst an dem Filmset wirklich gut kennenlernt und viel Zeit mit ihr verbringen kann, hat er sich auch schon an dem Abend ihres Kennenlernens ein gutes Bild von ihr gemacht. Für ihn ist sie 'Die Eine' und so lässt er nichts unversucht, um Moon dies bewusst zu machen. Dabei muss er nicht nur gegen seinen schlechten Ruf angehen, sondern auch die verschiedenen Freundschaftskonstellationen am Filmset berücksichtigen. Insgesamt fand ich, dass Lasse ein fantastischer Charakter ist, der nur einen Fehler hat: Er denkt viel zu viel über alles nach und verpasst dabei öfter die Gelegenheit, mal den Mund aufzumachen. Lasse und damit auch der Leser wissen wie er zu Moon steht, dummerweise sagt er ihr das aber nicht. Und so jagt bei den Dreharbeiten ein Missverständnis das nächste und das Herz des Lesers blutet für beide - für Lasse und für Moon gleich noch mal mit.

Wie gewohnt schreibt Katrin Bongard so, dass man sich komplett in die Protagonisten reinversetzen kann und ihre Emotionen einfach nachempfinden muss. Dabei bleibt der Schreibstil in Lasse aber immer locker und charmant. Deshalb hat mir das Lesen von Lasses Blickwinkel richtig viel Spaß gemacht, sogar noch mal mehr als vom ersten Band Flying Moon. Einziges Manko, das Buch endet früher als Flying Moon, nämlich am Ende der Dreharbeiten und der Abschiedsparty. Und so weiß man noch nicht, wie Lasse das Wiedersehen mit Moon bei der Premiere empfindet. Auf die weitere Geschichte aus seiner Sicht darf man sich aber schon freuen. Der dritte Band der insgesamt fünfbändigen Reihe Day for Night (keine Rezension) erscheint irgendwann im Frühjahr/Sommer 2014.

Ein dickes Dankschön an Randy und Uwe von Red Bug Books für das bereitgestellte Rezensionsexemplar. Es war mir eine Freude.

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Cover Die Herzleserin deutsch

Lina Ray lebt in San Francisco, ist aber gebürtige Inderin. Zur Zeit befindet sie sich in ihrem Heimatland um der Hochzeit ihrer Schwester Durga beizuwohnen. Lina fühlt sich in Indien nicht sehr wohl. Ihr fehlt der Luxus der westlichen Welt und die staubige Luft bekommt ihr gar nicht. Doch sie macht gute Miene zu bösem Spiel. Schließlich ist dies ein freudiger Tag und sie will ihn Durga nicht vermiesen.
Auch Lina stand schon einmal kurz vor einer Hochzeit - zwei Jahre ist es jetzt her, dass ihr Verlobter Nathu bei einem Autounfall ums Leben gekommen ist. Seither interessiert sich Lina für keinen Mann. Nathu war perfekt, das wird kein anderer Mann je wieder für sie sein.

Als ihr der Kopf zu platzen droht, flieht sie in die dunklen Straßen der Stadt und trifft prompt auf einen Mann. Einen gutaussehenden dazu. Sie kommen schnell ins Gespräch und genauso schnell ist Lina klar - noch so ein Macho.
Sie kennt das besonders von ihrer Arbeit als Heiratsvermittlerin. Viele Männer kommen zu ihr und suchen eine Frau, die am besten noch nie einen anderen Mann gesehen hat, den Haushalt schmeißt und ihm jeden Wunsch von den Augen abliest.
Dieser Raja passt perfekt in dieses Schema und doch denkt Lina viel über ihn nach.

Als Lina sieht wie glücklich ihre Eltern durch die Vermählung von Durga und ihrem Mann sind, beschleicht sie die Sehnsucht, sie auch einmal so stolz und glücklich zu sehen, aber wegen ihr. Also rutscht ihr etwas wirklich Dummes raus - Lina behauptet sie würde bald heiraten. Einen tollen, reichen und fürsorglichen Mann namens: Raja.
Keine fünf Minuten später bereut sie es. Die Nachricht verbreitet sich wie ein Lauffeuer und schon bald sitzen ihre Tante und ihre Mutter an ihrem Bett und beschenken sie traditionell mit Schmuck.
Jetzt sitzt Lina tief in der Tinte. Sie braucht einen Verlobten - und das möglichst schnell. Schon zwei Monate später will ihre Tante den Zukünftigen kennenlernen.

Cover Imaginary Men englisch

Linas Lage ist verzweifelt und als wäre das noch nicht genug, taucht auch noch Raja in ihrer Agentur auf und sucht nach einer Frau für seinen Bruder. Wie soll das alles bloß enden?

Anjali Banerjee hat mit Imaginary Men / Die Herzleserin eine wunderschöne Liebeskomödie vorgelegt, die leider auch ziemlich vorhersehbar ist. Das ist aber auch wirklich der einzige Kritikpunkt. Die Charaktere sind wie auch schon in Haunting Jasmine / Die Bücherflüsterin gut gelungen.

Die Bücher ähneln sich allerdings auch ziemlich. Jede der beiden Frauen hat eine besondere Gabe und auch der Charakter von Lina und Jasmine ist beinahe identisch.
Dieser Roman spielt genauso in den USA wie er in Indien spielt, das fand ich wiederrum sehr erfrischend.
Ich habe das Buch in einer Kramkiste, lange vor Haunting Jasmine / Die Bücherflüsterin entdeckt und freue mich über das Glück diese wirklich gute Autorin kennengelernt zu haben durch meine Sammelleidenschaft ;)
Ich glaube ich werde ein weiteres Buch von der Autorin lesen und hoffe, dass es mich wieder gut unterhalten wird =)

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Cover Undertow Englisch

Die 17-jährige Eila hatte in ihrem Leben bisher nicht gerade viel Glück. Ihre Eltern sind gestorben, als sie noch ein kleines Kind war. Seitdem lebt sie mit Mae, der besten Freundin ihrer Mutter, in einem kleinen, heruntergekommenen Apartment irgendwo in Kansas. In der Schule ist sie mit ihrer großen Klappe und etwas schrägen Art eher ein Außenseiter. Eila und Mae kommen gerade so über die Runden, aber jeder Tag ist ein Kampf.
Doch dann scheint sich ihr Glück zu wenden. Eila bekommt die Nachricht, dass ein anonymer Käufer ein Haus in ihrem Namen ersteigert und alles auf sie überschrieben hat. Aber es ist nicht irgendein Haus, es ist das Haus, das ihre eigenen Ururururgroßeltern Elizabeth und Josiah 1850 gebaut haben. Außerdem ist es auf dem idyllischen Cape Cod. Und mehrere Millionen Dollar wert. Eila und Mae sind zwar etwas skeptisch, aber einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul und so ziehen sie kurzerhand quer durch das Land.
Tatsächlich scheint sich in ihrer neuen Heimat alles zum besseren zu wenden. In dem quirligen MJ und der launischen Ana hat sie schnell gute Freunde gefunden. Doch wer Eila wirklich nicht mehr loslässt, ist ihr neuer Mitschüler Raef. Als sie ihn zum ersten Mal sieht, durchströmen sie die widersprüchlichsten Gefühle. Auf der einen Seite will sie sich ihm am liebsten um den Hals werfen. Auf der anderen hat sie so große Angst, dass sie sich zwingen muss, nicht die Flucht zu ergreifen. Eila ist fasziniert von Raef und ihrer Reaktion auf ihn.
Doch Eila stellt bald fest, dass in ihrer neuen Stadt nichts so ist, wie es zu sein scheint. Jeder hat irgendwelche Geheimnisse, auch Ana und MJ. Und Raef. Schnell wird Eila klar, dass die meisten ihrer Freunde unglaubliche Kräfte haben und nicht ganz menschlich zu sein scheinen. Am allerwenigsten sie selbst...Eila befindet sich in einem uralten Krieg zwischen zwei verfeindeten übernatürlichen Rassen, die beide ganz wild auf ihre Kräfte sind. Nun muss sie schnellstmöglich lernen, was sie eigentlich genau von ihr wollen und ihre eigenen Kräfte entfesseln...

Am Anfang war ich hellauf begeistert von Undertow von K.R. Conway. Die Geschichte fängt spannend an und man ist ziemlich schnell von dieser Welt gefangen. Eila ist eine tolle Heldin. Sie ist schlau, witzig, hat einen schrägen Sinn für Humor und ist ziemlich selbstbewusst. Natürlich hat auch sie ihre Schwächen, insgesamt wirkt sie aber sehr realistisch und ist eine sympathische Figur. Auch die anderen Charaktere sind toll gelungen. Vor allem MJ und Ana sind keine reinen Nebenfiguren, sondern sehr ausgefeilt und es war eine Freunde über sie zu lesen. Raef wirkte dagegen allerdings manchmal ein wenig blass. Auch er ist sehr sympathisch und erfüllt seine Rolle als tragischer Held gut, allerdings ist er fast schon zu perfekt und dadurch nicht ganz so markant, wie einige der anderen Charaktere.
Zwar ist der erste Teil der Geschichte relativ arm an Fantasy-Elementen, es gibt aber immer wieder Hinweise auf das, was hinter der Fassade lauert. So wurde Undertow auch während dieser "Vorstellungsphase" nie langweilig. Wenn Eila dann aber hinter das Geheimnis um ihr Haus und die Fähigkeiten ihrer Freunde kommt, überschlagen sich die Ereignisse. Sie lernt viel über sich selbst, ihre Familie und der Geschichte dahinter.

Insgesamt ist Undertow deshalb eigentlich ein recht vielversprechendes Buch. Trotzdem gibt es einige Dinge, die mir daran nicht so wirklich gefallen wollten. Zum Beispiel erfahren wir am Anfang kaum etwas über Raef oder seine Begegnungen mit Eila, sie sieht ihn allerdings bereits als Freund und Beschützer und ist auch schon dabei, sich in ihn zu verlieben. Das war zunächst nicht sonderlich glaubwürdig. Erst später wird Raefs Rolle größer und dadurch nachvollziehbarer.
Auch wenn die Geschichte grundsätzlich sehr spannend ist, ist sie manchmal doch auch etwas überdramatisiert. Wenn man erst mal weiß, wie alles ausgeht, ist die Handlung der Geschichte leider nicht ganz glaubwürdig, denn die Bösewichte hätten viel leichter und sicherer an ihr Ziel kommen können. Das wäre dann allerdings natürlich weniger dramatisch geworden. Das hätte etwas besser durchdacht werden können.
Außerdem ist der Schreibstil manchmal etwas übertrieben. Zwar ist er sehr witzig und flüssig, manchmal aber auch zu dick aufgetragen. In den Dialogen gibt es Ausrufezeichen und Betonungen in Großbuchstaben im Überfluss, so dass die Charaktere entweder hyperaktiv wirken, oder den Eindruck vermitteln, sich die ganze Zeit anzuschreien. Außerdem gibt es ein paar Floskeln, die sich ständig widerholen, z.B. "...the boy I loved..." oder "...the boy I adored..." usw. Da bin ich gerne mal drüber gestolpert.

Dennoch ist Undertow von K.R. Conway eine nette Geschichte, die mich angenehm überrascht hat. Die Handlung ist spannend und die Charaktere erfrischend. Ich bin jetzt schon sehr gespannt, was die Autorin sich für den Rest ihrer Reihe ausgedacht hat. Undertow endet zwar nicht mit einem Cliffhanger, macht aber trotzdem Lust auf mehr.

Undertow erscheint am 27. September 2013 in den USA.

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