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Cover Schwarzer Leopard deutsch

David Trowbridge hat lange dafür gekämpft um endlich diese Forschungsreise unternehmen zu können. Seit je her ist er an der Erforschung von Leoparden dran und hat nun die Chance im afrikanischen Regenwald nach Leoparden zu suchen.
Ermöglicht hat ihm das der bekannte Forscher Jean Luc Juvigny, der bereits mit einer Truppe im Naturschutzpark von Terre Diamanteé kampiert. Obwohl man es ihm nicht anmerkt, hält er einiges auf David und hat ein gutes Wort für ihn eingelegt.

Nun hängt David mehrere Meter über dem Boden am Kletterseil und übt mit dem Blasrohr. Er ist bereits ein paar Nächte durch die Wildnis gestreift, hat aber noch keine Spuren von Leoparden gesehen. Sollte er dennoch Glück haben, will er vorbereitet sein. Dafür muss jeder Schuss sitzen, denn David will die Tiere mit Sensorhalsbändern versehen, die ihm stündlich Daten schicken. Sein Forschungsantrag wurde genehmigt auf der Grundlage, dass er beweisen kann, dass es einen direkten Kontakt zwischen Schimpansen und Leoparden gibt. Schimpansen gibt es hier definitiv, doch im Augenblick sieht es so aus, als hätte er keine Chance etwas vorzuweisen.

Am Abend fährt er ins nächste große Dorf um sich mit einem Bekannten zu treffen. In einem schäbigen Motel steigt er schließlich für die Nacht ab, ahnt jedoch nicht, dass er keinen Schlaf finden wird.
Schon kurz nach seiner Ankunft wird er von einem Autor vor der Tür geweckt. Ein Blick durch das Fenster verrät ihm, dass es da jemand nicht gut mit ihm meint. Seine Ahnung bestätigt sich, als die Tür aufgeschossen wird und er sich durch das vergitterte Badezimmerfenster kämpfen muss.
Nur mit Mühe entkommt er denn Verfolgern und sieht sich kurz darauf der Polizei gegenüber. Die nehmen nicht viel Anteil an seinen Angreifern und schon bald macht sich David auf den Weg zurück in den Regenwald.
Einzig sein Bekannter, Douli ba, schenkt ihm Glauben, kann ihm aber leider nicht helfen. In Afrika läuft das alles etwas anders ab.

Während seiner Rückkehr in den Dschungel beobachtet er Wilderer, die in dieser Gegend überhaupt nicht sein dürfen. Mit mehr Glück als Verstand kann er seinen Standpunkt bzgl. gequälter Tiere klar machen, ahnt jedoch nicht, dass er sich damit Feinde macht die nicht nur ihm das Leben schwer machen können.
Wenig später kehrt er zur Station zurück und findet drei Leichen. Jean Luc und seine Forschungskollegen wurden ermordet. Einzig Claire, die Schimpansenforscherin ist nicht zu entdecken. Vielleicht ist sie ja entkommen.
Doch offenbar wusste Claire nichts von dem Überfall, denn sie tritt kurze Zeit nach ihm aus dem dichten Grün. Als die Polizei eintrifft, werden beide fort gebracht und in den nächsten Flieger gesetzt. Es ist ihnen verboten wieder ins Land einzureisen.
Davon lässt sich David nicht aufhalten und schlüpft durch einen bürokratischen Kniff wieder ins Land. Sein Weg zurück in den Dschungel zeigt ihm wie schlimm es um das Land bestellt ist und lässt ihn an seiner Entscheidung zur Rückkehr zweifeln. Doch die Leoparden warten nicht jahrelang auf ihn. Er hat keine Chance und mit der Erklärung zu den drei Morden lässt er sich erstrecht nicht abspeisen.
David bewegt sich auf gefährlichem Boden - und ist dabei nicht lange allein.

Cover Black Leopard englisch

Steven Voiens Buch Black Leopard / Schwarzer Leopard spielt mitten im afrikanischen Regenwald und vermittelt den Eindruck, dass der Autor genau weiß worüber er schreibt. Die Situation der Forscher und die Feindseligkeit der Einheimischen Weißen gegenüber ist viel zu oft spürbar.
Die Geschichte ist von Beginn an spannend, aber nicht ganz einfach zu lesen. Steven Voien hat viele französische Sätze in diesem Buch hinterlassen, ohne den Leser aufzuklären, worum es dabei geht.
Ich - der französischen Sprache nicht mächtig - war davon etwas genervt. Dennoch wollte ich unbedingt wissen wie es nun weiter geht. Die wirklich spektakulären Dinge beginnen erst nach gut 100 Seiten, die Geschichte davor hilft aber dabei zu verstehen, wie es dazu kommen konnte.

Steven Voien hat noch weitere Bücher mit dem Charakter des David Trowbridge geschrieben, jedoch kann ich zu keinem eine wirkliche Inhaltsangabe finden um eine eventuelle Reihenfolge darzustellen.
Obwohl die Charaktere gut umrissen sind und der Schreibstil flüssig zu lesen ist, braucht das Buch eine gewisse Zeit. Es war für mich nicht immer leicht den Geschehnissen zu folgen und die richtigen Schlüsse zu ziehen. Dennoch hat mir das Buch sehr gut gefallen.
Es ist in erster Linie ein Abenteuer gemischt mit Korruption, echter Freundschaft und viel Mut.

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Cover Playing For Keeps Englisch

Die schüchterne Hayley möchte eigentlich nichts anderes, als ein ruhiges Leben führen. Sie ist glücklich mit ihrem Job als High School Geschichtslehrerin und ihrem kleinen Häuschen. Sie hat sich alles ohne die Hilfe ihrer reichen und versnobbten Familie aufgebaut und ist sehr stolz auf alles, was sie erreicht hat. Doch ihre Familie traktiert sie immer noch, wo sie nur kann und Hayley hat langsam die Nase voll davon, sich von allen immer nur rumschubsen zu lassen. Ab jetzt werden andere Saiten aufgezogen - und angefangen wird bei ihrem unfassbar unverschämten Nachbarn.
Seit Jason vor 5 Jahren in das Hause nebenan eingezogen ist, hat er Hayleys beschauliches Leben zur Hölle gemacht. Von lauter Musik, über Paintballfarbe auf ihrer Wäsche bis hin zu kreischenden Frauen, die ihm nachts eine Szene machen ist alles dabei. Als er sich aber über ihr geliebtes Blumenbeet hermacht, reicht es Hayley endgültig und sie geigt Jason zum ersten Mal gehörig die Meinung.
Jason hätte nie gedacht, dass in seiner stillen, kleinen - und ziemlich niedlichen - Nachbarin so ein Temperamentsbündel steckt. 5 Jahre lang hat Hayley ihn mehr oder weniger ignoriert und sich alles gefallen lassen, was er über die Jahre angestellt hat (bei dem sogar er zugeben muss, dass vieles ziemlich dreist war). Doch was er nach ihrem turbulenten Zusammentreffen in ihrem Garten jetzt in Hayley sieht, gefällt ihm sehr und es dauert nicht lange, bis die beiden die besten Freunde werden.
Je näher Jason seine Nachbarin kennenlernt, umso klarer wird ihm, dass er den wichtigsten Menschen in seinem Leben gefunden hat. Jetzt muss er nur noch Hayley von seinen Absichten überzeugen...

Eigentlich klingt die Geschichte von Playing For Keeps von R. L. Mathewson ja erst mal ziemlich einfallslos und banal. Rein von der Geschichte ausgehend trifft das vermutlich auch zu. Dass Playing For Keeps aber dennoch ein sehr lesenswertes Buch ist, ist vor allem einem zu verdanken: Dem Humor. Das letzte Buch, das mich dermaßen zum Lachen gebracht hat, war vermutlich Tangled / Wer wird denn gleich von Liebe sprechen?! und diese beiden führen nun unangefochten die Hitliste der lustigsten Romance-Bücher, die ich je gelesen habe, an. Das beginnt schon mit Hayley selbst. Nach außen hin mag sie vielleicht schüchtern und still wirken. In ihrem Kopf sieht das aber ganz anders aus. Sie ist clever, schlagfertig und man kann jede Menge Spaß mit ihr haben. Eigentliches Highlight ist aber Jason. Und sein Appetit. Er kann immer essen und wer zwischen ihn und seine Süßigkeiten kommt, muss sich auf einiges gefasst machen. Diese Szenen (und davon gibt es einige) haben wirklich riesigen Spaß gemacht. Der anspruchsvollste Humor ist es zwar sicherlich nicht, aber das muss ja auch nicht immer sein.
Trotzdem werden hier und da auch einige etwas ernstere Themen angeschnitten. Hayleys Neigung sich zu viel von allen gefallen lassen z.B., oder das unterkühlte Verhältnis zu ihrer Familie. Zwar waren diese ernsteren Momente eher spärlich gesät, haben aber für einen guten Ausgleich zum sonst sehr leichten Ton der Geschichte gesorgt.

Leider ist R. L. Mathewson ihrem Kurs nicht ganz bis zum Ende treu geblieben. Irgendwann erreichen Hayley und Jason einen eher kritischen Punkt in ihrer Beziehung und der wird (zumindest teilweise) auch mit der nötigen Ernsthaftigkeit behandelt. Doch leider artet das in den letzten 20% ein wenig in einem Hin und Her aus, das einfach nicht nötig gewesen wäre. Das ist für meinen Geschmack zu sehr in die Standard-Romantik-Sparte abgedriftet und macht das Verhalten der Charaktere untypisch zu dem, wie man sie am Anfang der Geschichte kennengelernt hat.

Nichtdestotrotz ist Playing For Keeps von R. L. Mathewson ein äußerst unterhaltsames und witziges Buch, das ich gerade als Urlaubslektüre wärmstens empfehlen kann. Es ist clever, lustig und romantisch, hat sympathische Charaktere und einen ganz eigenen Stil. Allzu viel kann man also gar nicht falsch machen mit diesem Buch.
Playing For Keeps ist der erste Teil der A Neighbor from Hell-Reihe, die in Perfection weitergeführt wird und von Jasons Cousin Trevor handelt.

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Cover Agamemnon Frost and the Crown of Towers Englisch

Enthält Spoiler zu Agamemnon Frost and the House of Death und Agamemnon Frost and the Hollow Ships.

Endlich ist es Frost und Mason gelungen, Theodora aus den Fängen von Pandarus zu befreien und noch einmal eine Invasion durch die Marsianer zu verhindern. Doch die beiden sind sich bewusst, dass die außerirdischen Eindringlinge noch nicht aufgegeben haben und suchen deshalb weiterhin nach Hinweisen, wo und vor allem in wem sich Pandarus gerade aufhält.
Doch eigentlich plagen Mason gerade ganz andere Probleme. Theodora ist wieder da und der Verlobung zwischen ihr und Frost scheint nun nichts mehr im Wege zu stehen. Jeder Tag, an dem Mason gezwungen ist, Theodora und den Mann, der ihn einfach nicht mehr loslässt, zusammen zu sehen, treibt ihm einen neuen Pfahl durchs Herz. Eigentlich will er nur, dass Frost glücklich ist, doch Mason weiß nicht, wie lange dabei noch zuschauen kann.
Doch dann erfährt das Team, dass die Marsianer ihren finalen Schlag gegen die Menschheit planen. Mason und Frost sind gezwungen, ihre persönlichen Probleme beiseite zu legen und sich und ihre merkwürdigen neuen Fähigkeiten ein letztes Mal zu mobilisieren. Doch da Pandarus nun endlich weiß, dass Masons und Frosts Transformation schiefgelaufen ist und sie seiner Macht nicht mehr unterliegen, sind sich die beiden ziemlich sicher, dass sie dieses Mal nicht mit dem Leben davon kommen werden...

In Agamemnon Frost and the Crown of Towers, dem dritten Teil der Agamemnon Frost-Reihe von Kim Knox, steht dem Titelhelden und unserem Erzähler Mason also ihre bisher schwierigste Aufgabe bevor. Und damit ist der Autorin gleich auch noch das meiner Meinung nach beste Buch der Reihe gelungen.
Die Marsianer führen wieder irgendetwas im Schilde, etwas das größer und gefährlicher, als alles zuvor ist, und das sich um die Crown of Towers dreht. Leider hat niemand bei Station X auch nur den leisesten Schimmer, worum es sich hier handeln könnte. Zu ihrem Glück (oder Unglück) wollen die Außerirdischen aber offensichtlich, dass Frost ihnen auf die Schliche kommt, denn dieses Mal hetzen sie ihm jemanden auf den Hals, zu dem er ein sehr persönliches Verhältnis hat und gehen damit sicher, dass er sich der Sache annimmt.
Von daher ist es kein Wunder, dass Frost dieser Fall besonders schwer zu schaffen macht. Wir haben bereits viele seiner Masken gesehen: Den oberflächlichen Dandy, den knallharten Geschäftsmann, den folgsamen Soldaten und darunter immer den brillante Mann, der niemals aufgibt und der es Mason so angetan hat. Doch dieses Mal kommt selbst er an seine Grenzen und es liegt an Mason, die Kontrolle zu übernehmen. Wie immer hat mir gerade die Dynamik zwischen Frost und Mason sehr gut gefallen. Auch wenn es auf den ersten Blick so scheint, als hätte Frost alle Fäden in der Hand, sind die beiden doch ein Team und auch Mason kann seine Stärken immer mehr ausspielen.
Natürlich tut sich auch innerhalb ihrer Beziehung so einiges. Darauf möchte ich jetzt gar nicht so sehr eingehen, außer dass mir Mason schon immer sehr leid getan hat, wenn er Frost und Theodora beobachten und im schlimmsten Fall (wenn es darum ging den Schein zu waren) auch noch bedienen musste.

Ob und mit wem es ein Happy End gibt, müsst ihr natürlich selber lesen. Ich habe ja schon öfter darauf hingewiesen, dass diese Bücher einfach anders sind und so kann man sich auch nie sicher sein, was als nächstes passiert und wie das Ganze endet. Die Marsianer haben Schreckliches mit der Menschheit vor und der Showdown zwischen diesen beiden Welten fordert einige Opfer.

Insgesamt bin ich mit Agamemnon Frost and the Crown of Towers und dem Ende, dass sich Kim Knox für ihre Reihe ausgedacht hat, aber sehr zufrieden. Wie immer mangelt es nicht an skurrilen Ideen oder dem leicht verschrobenen Humor. Zusätzlich sind Schreibstil und Aufbau dieses Mal etwas klarer strukturiert, als in den ersten beiden Büchern und dadurch ist es wesentlich einfacher der Handlung zu folgen. Frost und sein Modetick und Mason und sein loyales Herz runden die Geschichte perfekt hab. Mein einziger Kritikpunkt ist daher, dass das Buch zu kurz ist.:) Kim Knox hätte definitiv volle Romane statt Novellen aus diesen Geschichte stricken könnten. Trotzdem bin ich sehr froh, dass ich mich damals von den schönen Cover verleiten lies und diese Reihe gelesen habe.

Agamemnon Frost and the Crown of Towers ist der vorerst wohl letzte Teil der Agamemnon Frost-Reihe und erscheint am 14. Oktober 2013.

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Cover Sleeves englisch

Sleeves ist für Leser unter 18 Jahren nicht geeignet.

In dem Nachtclub Sleeves lässt sich Kel jeden Abend in einen Käfig voller Ketten sperren. Frauen stellen den Großteil des Publikums und ein oder zwei dürfen ihn pro Abend sogar anfassen. Oft nur durch Tücher oder seine Klamotten hindurch, manchmal aber auch seine Haut und das dann auch überall. Die Aufgabe ist immer dieselbe, seine Ketten zu sprengen. Die Frauen fahren voll auf ihn ab und versuchen alles, um ausgewählt zu werden, um ihn nahe sein zu dürfen und ihr Glück mit den Ketten zu versuchen. Dabei ist Kel kein bisschen nett zu ihnen, sondern rüde, vulgär und ungehobelt.
Casey landet eher zufällig im Sleeves, denn ihre Arbeitskolleginnen lassen ihr keine Ruhe, bis sie sich diese Bild von einem Mann auch mal angeguckt hat. Und obwohl sie sich an der Bar versteckt, wählt Kel ausgerechnet Casey aus, ihm im Käfig Gesellschaft zu leisten. Casey weiß erst nicht, was sie mit diesem seltsamen Mann anfangen soll, sieht aber sofort, dass sich Kel hinter einer Fassade aus Aggressivität versteckt, um sein geschundenes Selbst zu verbergen. Als Casey Kel anfasst passiert das, was keiner von beiden erwartet hätte: Sie schaffen eine Verbindung zwischen sich, die ihr Leben völlig auf den Kopf stellen wird...

Was soll ich zu Sleeves sagen. Die Geschichte von Chanse Lowell hat zunächst sehr vielversprechend angefangen. Die erste Begegnung zwischen Casey und Kel ist atemberaubend. Auch das Nachtclubkonstrukt mit dem Käfig, den außer Rand und Band geratenen Frauen und dem mysteriösen Kel wirft zunächst eine Menge Fragen auf, die man als Leser(in) natürlich beantwortet bekommen möchte. Doch leider hat das Buch damit sein Pulver auch schon fast verschossen. Ja, es gibt noch einige heiße Sexszenen und ja, die Geschichte um Kel ist wirklich mysteriös. Doch neben viel Schmalz und Sex ist die eigentliche Geschichte hektisch, wirr und extrem unlogisch noch dazu. Es kam soweit, dass ich irgendwann kopfschüttelnd über dem Buch saß. Dabei bin ich bei erotischen Geschichten noch am ehesten bereit, auch mal Fünfe gerade sein zu lassen...

An Sleeves haben mich gleich mehrere Dinge gestört:
Zunächst ist da der Wortschatz mit dem Kel so um sich wirft. Wie es dazu kommen kann, dass eine Horde Frauen sich von einem wildfremden Mann auf's Derbste beschimpfen lässt und dafür noch Geld bezahlt, ist mir absolut schleierhaft. Das Netteste was er so zu sagen hat, ist Hure oder Schlampe. Wenn er erst mal unterhalb der Gürtellinie anfängt, geht es richtig los. Doch als wäre das alles nicht schlimm genug, betitelt er auch Casey, die tatsächlich sein Herz erwärmt, regelmäßig mit solchen Ausdrücken. Hätte ich Sleeves auf Deutsch gelesen, hätte ich es vermutlich nicht ausgehalten und abgebrochen. So konnte ich doch noch eine gewisse Distanz zu ihm und seiner großen Klappe halten. Dennoch hätte er meiner Meinung nach ein Einseifen à la Lucky Luke verdient gehabt.

Zu Beginn fand ich die Tatsache, dass Kel Berührungen von Menschen braucht, obwohl sie ihm Schmerzen verursachen, noch interessant. Da wollte ich wissen, welche wissenschafltiche, fantastische oder Science-Fiction-Geschichte sich dahinter verbirgt. Leider war die Auflösung bezüglich der Berührungen total lahm und das ganze wissenschaftliche Konstrukt dahinter unlogisch und absurd. Hier will ich nicht zu viel verraten, doch ein kleiner Spoiler muss an dieser Stelle sein. ACHTUNG SPOILER
Wie kann jemand, der seine Kindheit und Jugend mehr oder weniger als Versuchskaninchen verbracht hat und anscheinend keinerlei Schulbildung erhalten hat, über außergewöhnliche molekularbiologische Kenntnisse verfügen? Natürlich findet die Person dann auch innerhalb von wenigen Tagen ein Gegenmittel, was den FBI-Wissenschaftlern über Jahre nicht gelungen ist. Alles total logisch, oder? Und damit habt ihr jetzt nur einen Blick auf die Spitze des Eisberges in Sleeves erhalten. SPOILER ENDE.

Besonders aufgeregt hat mich dann aber noch etwas anderes an Sleeves - und zwar die Liebesgeschichte. Casey ist Sozialarbeiterin und eine Seele von Mensch. Dass sie total darauf abfährt, von Kel als Hure und ähnliches bezeichnet zu werden, mag ja noch sein, denn sexuelle Geschmäcker sind verschieden. Doch dass sie sich gleich nach dem best Sex ever total in ihn verliebt, obwohl sie ihn noch kaum kennt, fand ich bei der Charakterkonstellation schon schwierig. Aber Casey blickt ja direkt in Kels Herz und lässt sich von seiner Arschloch-Attitüde nicht weiter beeindrucken. Im weiteren Handlungsverlauf macht Kel jedoch eine Sache, die so einfach gar nicht geht. Nie, nicht, never! Doch natürlich verzeiht Casey ihm binnen Stunden, weil er sie ja liebt und es nur gut gemeint hat und ... rhabarber, rhabarber, rhabarber. Da ist mir echt ganz anders geworden und ich habe mich arg an das Lesegefühl von Beautiful Disaster erinnert gefühlt.

Fazit: Guten Gewissens kann ich dieses selbstpublizierte Werk von Chanse Lowell niemandem empfehlen. Unterhaltsam finden Sleeves vielleicht Leser, die auf explizite Sexszenen und Vulgärsprache stehen und denen eine stringente Geschichte nicht so wichtig ist. Ich persönlich mag dirty talk à la Sinners on Tour bei Sexszenen wirklich gerne. Doch wenn sich eine Person auch in der Öffentlichkeit nicht anders ausdrückt, dann finde ich das wenig sozial, bemitleidenswert und alles andere als anregend. Wenn der Story dann auch noch Charme und Logik fehlen, ist wirklich Hopfen und Malz verloren. Den halben Stern zusätzlich gibt es gnadenhalber für den guten Start und für die Tatsache, dass ich das Buch trotzdem unbedingt zu Ende lesen musste. Sleeves hatte wirklich was von einer richtig schlechten Seifenoper: man will sie nicht gucken, kommt aber trotzdem nicht davon los, wenn sie einmal läuft.

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Cover Agamemnon Frost and the Hollow Ships Englisch

Enthält Spoiler zu Agamemnon Frost and the House of Death.

Mit Ach und Krach konnten Frost und Mason den als reichen Sir Randolph getarnten Marsianer Pandarus besiegen und einige seiner technischen Gerätschaften in ihren Besitz bringen. Doch nun ist er untergetaucht und da sich die Agenten und Station X sicher sind, dass er Sir Randolphs Körper mittlerweile abgelegt hat, kann der Außerirdische jetzt so ziemlich jedes andere Gesicht tragen.
Doch Station X konnte durch eine abgefangene Kommunikation der Marsianer eine Spur auftun, durch die Frost und Mason Pandarus finden könnten. Sie hoffen, dass er noch nicht dahinter gekommen ist, dass etwas bei Frosts und Masons merkwürdiger Transformation in einen halbmaschinellen Körper schief gegangen ist und sie nicht seiner Kontrolle unterliegen. Vielleicht können sie sich dadurch weiter als seine Diener ausgeben, um so von innen heraus die Invasion der Marsianer aufzuhalten.
Doch gerade für Mason, der mittlerweile als Kammerdiener bei Frost angestellt ist, kann das äußerst gefährlich werden. Seit seiner Transformation spürt er ständig Pandarus Präsenz in seinem Kopf, die ihm zuflüstert, dass er gerade seinen echten Meister verrät. Das einzige, was Mason noch bei Verstand halten kann, ist seine unglaubliche Anziehung zu Frost. Er scheint immer genau zu wissen, wenn Masons Gedanken wieder abdriften und hält ihn mit einer Berührung oder einem heißen Blick im Zaum. Doch Mason ist sich nur zu bewusst darüber, dass sich Frost nur wegen seiner Schuld- bzw. Verantwortungsgefühle auf ihn einlässt und mittlerweile geht Mason das sehr an die Nieren. Besonders, als dann auch noch Frosts totgeglaubte Verlobte Theodora plötzlich wieder auftaucht...

In Agamemnon Frost and the Hollow Ships, dem zweiten Abenteuer von Agamemnon Frost und Edgar Mason, schickt Kim Knox die ihre beiden Hauptfiguren auf eine ähnlich ungewöhnliche Reise, wie schon in ihrem ersten Buch. Wir befinden uns immer noch in Liverpool im Jahr 1891 und die Welt geht langsam vor die Hunde. Das Augenmerk liegt in diesem zweiten Buch noch deutlicher auf Steampunk, doch anstatt in technischem Luxus, leben die meisten Menschen in verrußter Armut. Kim Knox hat sich wieder einige neue Maschinerien und Gemeinheiten ausgedacht, mit denen die Außerirdischen versuchen, endlich die Herrschaft über diese erbärmliche und schwache menschliche Rasse zu erlangen. Manchmal muss der Leser allerdings auch dieses Mal wieder allerdings alle Viere grade sein lassen und einfach akzeptieren, was die Autoren wieder für abgefahrene Dinge ausgeheckt hat. Gerade das gefällt mir an dieser Reihe aber so gut: Die Dinge laufen hier anders und man muss sich einfach drauf anlassen.
Dennoch, so ganz wollte der Funke zwischen Agamemnon Frost and the Hollow Ships und mir nicht überspringen und das hängt leider auch ein bisschen mit diesem 'anders sein' zusammen. Denn manche Entwicklungen und Ereignisse kommen so überraschend oder plötzlich, dass ich nicht mehr ganz folgen konnte und oft nochmal nachlesen musste. Das war stellenweise sehr verwirrend und chaotisch. Auch die 'marsianischen Fremdwörter' häufen sich. Automata, mechane, kardax, koile, thyreos, pezos und viele mehr. Manche kann man sich gut merken, mit anderen hatte ich allerdings so meine Probleme. Gerade bei den Kreaturen, die die Außerirdischen schaffen, ist die Unterscheidung manchmal recht schwierig und wird hier nicht nochmal wirklich erklärt.

Dass mir Agamemnon Frost and the Hollow Ships dann doch noch ganz gut gefallen hat, ist zum Großteil Frost und Mason und ihrer merkwürdigen Fähigkeiten zu verdanken. Nach wie vor ist die Anziehungen zwischen den beiden unbestreitbar und Frost weiß ganz genau, welchen Einfluss er auf Mason hat. Dieser ist durch die kleine verräterische Stimme in seinem Kopf auch bitter nötig, denn sonst hätte Mason vermutlich schon längst aufgegeben und sich seinem marsianischen Herren ergeben. Doch genau das wirft auch einen Schatten auf ihre Beziehung, denn Mason ist sich sicher, dass sie für Frost nur ein Mittel zum Zweck ist, um Mason bei Verstand zu halten. Auch als Leser war ich mir nie ganz sicher, was in Frost wirklich vor sich geht, denn da wäre ja immer noch Theodora...

Auch wenn Agamemnon Frost and the Hollow Ships nicht ganz meinen Geschmack getroffen hat, so ist Kim Knox ungewöhnliche kleine Reihe um Marsianer, Steampunk, einen sehr modebewussten Dandy und seinen ernsten Kammerdiener schon eine sehr unterhaltsame Mischung. Es wird sicher nicht für jeden Leser funktionieren - dafür sind manche Dinge einfach zu knapp, skurril und unstrukturiert - wer aber mal etwas wirklich anderes lesen will, der könnte mit dieser Reihe auf seine Kosten kommen.

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