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Cover The Debt

Nur ein kurzer Moment hat ausgereicht, um Jessicas Leben komplett aus den Angeln zu heben. Sie hat eine sehr schwere Verletzung überlebt, doch nun muss sie einen Weg finden, danach wieder zurück ins Leben zu finden. Denn nicht nur hat sie ihren Job als Yogalehrerin verloren, den sie körperlich einfach nicht mehr ausführen kann, auch ihr Freund hat sie sitzen gelassen. Nun lebt sie bei ihrer Schwester und ihrem Mann und fühlt sich wie ein Schnorrer. Doch was ihr die größten Schwierigkeiten bereitet sind die Erinnerungen an jenen verhängnisvollen Tag, der ihr beinahe das Leben gekostet hätte. Momentan ist sich Jessica nicht mal wirklich sicher, was ihr Leben überhaupt noch wert ist...
Doch dann lernt sie Keir McGregor kennen und es ist, als ob er ihr neues Leben einhaucht. Er versteht sie wie kein anderer und mit seiner Hilfe und Unterstützung macht Jessica große Fortschritte, sowohl körperlich als auch emotional. Sie weiß zwar, dass auch er einige Probleme mit sich herumschleppt, denn seine schlimmen Albträume und nächtlichen Panikattacken sprechen für sich. Doch Jessica ist sich sicher, dass Keir ein guter Kerl ist und ihr von seiner Vergangenheit erzählt, wenn er soweit ist.
Was Jessica allerdings noch nicht weiß ist, dass ihr erstes Treffen kein Zufall war und ihre und seine Vergangenheit miteinander verstrickt sind...

Ich habe ganz bewusst verschwiegen, wie sich Jessica ihre Verletzung zugezogen hat. Man erfährt zwar schon im Epilog, was ihr widerfahren ist, doch diese Szene ist so kraftvoll und beeindruckend, dass man in The Debt von Karina Halle lieber ohne diese Information starten sollte, einfach weil man dadurch von Anfang an nur umso von der Geschichte gefesselt wird.

Jessica war ein recht interessanter Charakter. Die Verletzung hat ihr so gut wie alles genommen, was ihr wichtig war, und nun muss sie sich erst wieder neu orientieren. Dass das wahrlich keine einfache Aufgabe ist, ist klar. Eigentlich handhabt sie das Ganze aber ziemlich gut und geht freiwillig zu Selbsthilfe-Meetings, in der Menschen mit den verschiedensten Geschichten zusammen kommen und versucht ernsthaft schnell wieder auf die Beine zu kommen. Doch gerade weil sie so motiviert ist, trifft sie jeder Rückschlag hart. Auch Keir ist eine sehr spannende Figur. The Debt ist sowohl aus seiner, als auch aus Jessicas Sicht geschrieben und so lernt man beide Charaktere schnell recht gut kennen. Keir trägt eine schwere Schuld mit sich herum, die es ihm unmöglich macht, sein Leben einfach so fortzuführen, als wäre nichts gewesen. Beide können erst dann wieder so richtig aufblühen, als sie einander finden. Doch das bringt für Keir bald eine ganz neue Welle von Schuldgefühlen mit sich, denn es hat wie gesagt einen ganz konkreten Grund, weshalb er in Jessicas Leben getreten ist. Ich konnte allerdings durchaus verstehen, wieso er sein Geheimnis für sich behalten hat, was den Konflikt zwischen den beiden aber natürlich nicht einfacher macht und für viele emotionale und aufreibende Szenen sorgt.
Auch sehr schön war Edinburgh bzw. Schottland als Schauplatz, denn wir sehen eine Menge von diesem Land in The Debt. Karina Halle hat die Plätze wundervoll beschrieben und echtes Fernweh in mir geweckt. Gleichzeitig merkt man auch, dass sie genau weiß wovon sie spricht, denn sie haucht ihren Beschreibungen echtes Leben ein (sie hat außerdem im Vorfeld viele Bilder von ihrer Reise nach Schottland in diesem Jahr auf diversen Social Media Seiten geteilt).

Zwei Details gibt es aber, die mir an The Debt nicht wirklich gefallen haben: Die erste Sache hat leider mit Jessica zu tun. Ihre Situation war zwar dramatisch und ihre schwankenden Stimmungen vollkommen nachvollziehbar. Trotzdem hat sie sich manchmal selbst schon arg leid getan. Auch wenn sie im Grunde keine suizidalen Tendenzen hatte, gab es da doch eine Situation, die gefährlich nah an das Thema kommt und die für meinen Geschmack viel zu banal unter den Teppich gekehrt wurde. Das hat mich leider bis zum Ende der Geschichte nicht losgelassen und hat dem Buch etwas an Tiefe und Glaubwürdigkeit genommen hat.
Die zweite Sache waren die Sexszenen. Diese waren mir manchmal zu übertrieben. Keir und Jessica gehen sehr leidenschaftlich und energiegeladen an die Sache, aber die Beschreibung ihrer Gefühle und Höhepunkte waren oft einfach etwas zu dick aufgetragen, so dass ich wenigstens einmal eher schmunzeln musste, anstatt von der Leidenschaft zwischen ihnen überzeugt zu werden.

Abgesehen davon ist The Debt aber eine weitere wirklich schöne, solide Liebesgeschichte von Karina Halle, die nicht nur spannende Charaktere und Hintergründe zu bieten hat, sondern auch ein wundervolles Setting.

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Cover Kindred Spirits

Wenn jemand Elenas Herz brechen würde, würde es Star Wars bluten. Seit sie denken kann sind es ihre Lieblingsfilme und gehören zu den Dingen, die sie noch mit ihrem Vater verbindet, seit dieser nach der Scheidung von Elenas Mutter nach Florida gezogen ist.
Deswegen ist es für sie selbstverständlich, dass sie sich den neuen Star Wars Film sofort bei der Mitternachtspremiere anschauen muss. Mehr noch, sie muss zu den ersten gehören, die den Saal betreten, weswegen sie sich vier Tage vor Filmstart in die Schlange vor dem Kino stellen und gemeinsam mit anderen Fans dieses bedeutende Ereignis feiern will.
Doch vor dem Kino sammeln sich nicht bereits Fan-Massen, wie Elena eigentlich erwartet hatte. Nein, es sitzen genau zwei Leute vor dem Kino. Überhaupt muss Elena sehr bald feststellen, dass das Campieren vor einer Premiere nicht immer so schön ist, wie sie es sich ausgemalt hat: Pinkeln wird zu einer komplizierten Aufgabe, Schlaf ist Mangelware und die Gesellschaft ist schwierig, wenn auch sehr interessant...

Obwohl Rainbow Rowells kleiner Novelle Kindred Spirits gerade mal gute 60 Seiten lang ist habe ich mich sofort ein bisschen in die Charaktere verliebt. Elena ist ein ganz normales Mädchen, das im letzten High School Jahr ist und auf der sozialen Leiter irgendwo in der oberen Mitte steht. Sie hat ihre Freunde und ihre Clique, schert sich sonst aber nicht wirklich um den täglichen Klatsch und Tratsch in der Schule. Außerdem schlummert in ihr ein kleiner Nerd, den sie nun für den neuen Star Wars Film endlich entfalten kann. Die anderen beiden Personen, die mit ihr in der Warteschlange stehen sind Troy, ein Ultra-Fan um die 30, der mit allerlei Anekdoten aufwarten kann und der immer wieder für lustige Szenen gesorgt hat, und Gabe, ein Junge in Elenas Alter, der aber kein sonderlich großes Interesse an Elena zu haben scheint und manchmal regelrecht feindselig wirkt. Doch bei ihm trügt der Schein und auch ihn mochte ich wirklich gern.
Natürlich gibt es nicht allzu viel Platz in Kindred Spirits, um eine komplexe Handlung aufzubauen. Trotzdem dreht sich die Geschichte um Freundschaft, soziale Ebenen, Akzeptanz und Menschen, die einen genau so verstehen, wie man eben ist. All das verpackt Rainbow Rowell in dieser wirklich entzückenden kleinen Geschichte.
Tatsächlich gibt es nur eine Sache, die man meiner Meinung nach an Kindred Spirits verbessern könnte und das ist die "Romantik". Dass es davon in Kindred Spirits nicht allzu viel gibt habe ich allein durch die Kürze schon erwartet. Aber es knistert ein wenig zwischen Elena und einer weiteren Figuren und ein klitzekleines bisschen mehr hätte man das schon auskosten können.

Sonts ist Kindred Spirits von Rainbow Rowell aber eine wirklich süße kleine Geschichte, die mir zwar gerade mal für eine Fahrt in die Arbeit gelangt hat, aber einfach richtig viel Spaß gemacht hat und die ruhig noch länger hätte sein können.

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Cover Swear on this Life

Emiline hat hart daran gearbeitet, ihre Vergangenheit zu vergessen. Ihre Kindheit in einer armen Stadt in Ohio, an die sie nur wenige schöne Erinnerungen hat, ist nicht gerade etwas, an das sie gerne zurückdenkt, geschweige denn mit der Welt teilt. Selbst ihr Freund Trevor, mit dem sie seit immerhin sieben Jahren zusammen ist, weiß kaum etwas davon, wie sie aufgewachsen ist.
Umso schockierter ist Emiline, als ihr das momentan von allen gefeierte Buch All the Roads Between in die Hände fällt und ihr die Handlung um die Jugendfreunde Emerson und Jackson nur allzu bekannt vorkommt - es beschreibt ihre eigene Jugend. Das kann nur eines bedeuten: Der Autor J. Colby ist in Wirklichkeit Jase Colberston, Emilines bester Freund aus Kindertagen und ihre erste große Liebe, die sie seit über 12 Jahren nicht mehr gesehen hat.
Doch Emiline fühlt sich alles andere als geschmeichelt. Im Gegenteil, sie kann es nicht fassen, dass Jase ihre Vergangenheit für seinen Erfolg dermaßen ausnutzt, vor allem da er sein Versprechen gebrochen hat, sie wieder zu finden. Die Tatsache, dass Emiline selbst eine nicht gerade erfolgreiche Schriftstellerin ist, die sich aber immer geweigert hat über ihre eigenen Erfahrungen zu schreiben, macht die Sache nicht gerade besser.
Wie konnte Jase ihr das antun? Wieso hat er das Buch aus Emilines Perspektive geschrieben? Wieso hat er sich beim Schreiben einige literarische Freiheiten genommen, wenn das Meiste doch so schonungslos der Wahrheit entspricht? Und wieso hat er nie versucht sie zu finden? All das sind Fragen, auf die Emiline Antworten braucht, auch wenn sie sich nicht ganz sicher ist, ob sie wirklich bereit dazu ist...

Ich habe mich bereits seit Monaten auf Swear on This Life von Renée Carlino gefreut, denn alle kleinen Teaser und Auszüge, die ich gesehen hatte, waren wirklich vielversprechend. Leider hatte ich aber wohl zu viel Zeit, mir auszumalen, wie wunderbar diese Geschichte werden würde, denn am Ende war ich von Swear on This Life unglücklicherweise ziemlich enttäuscht. Ich bin mir auch sehr unsicher, wie ich diese Geschichte bewerten soll, denn manche Teile sind doch relativ gut gelungen, während andere für meinen Geschmack komplett daneben gingen. Deshalb habe ich die wichtigsten Punkte einzeln bewertet:

Die Idee - 4,5 von 5 Sternen: Die Idee von Swear on This Life von Renée Carlino finde ich nach wie vor richtig toll. Viele Leute haben Emiline gesagt, dass sie über das schreiben soll, was sie kennt, um ihre Schriftstellerkarriere voran zu bringen. Jetzt ist ihr ausgerechnet Jase zuvor gekommen und das empfident sie gleich aus mehreren Gründen als Verrat. Nicht nur, weil er sich nie bei ihr gemeldet hat, sondern auch weil es ihre Geschichte ist. Auch die Buch im Buch Idee fand ich sehr spannend, denn natürlich bekommen wir einiges von J. Colbys Werk zu sehen.

Die Umsetzung - 2 von 5 Sternen: Leider hat es an der Umsetzung gehörig gehapert. Zum einen spielt viel zu viel von Swear on This Life in der Vergangenheit bzw. in All the Roads Between. Über die Hälfte dieser Geschichte ist quasi das "Buch im Buch". Das bedeutet aber auch, dass weniger als die Hälfte der Handlung in der Gegenwart spielt, was mir einfach zu wenig war. Wir erfahren zwar sehr viel über Emiline und Jase, wie sie in ihrer Kindheit waren (bzw. wie ihre literarischen Reinkarnationen sind, bei denen sich Jase beim Schreiben ja doch einige Freiheiten genommen hat), über die heutigen Charaktere erfahren wir aber nicht sehr viel. Das trifft vor allem auf Jase zu, dem wir erst in der zweiten Hälfte des Buches leibhaftig begegnen und den man für meinen Geschmack daher nur viel zu oberflächlich kennengelernt haben.

Die Charaktere - 1,5 von 5 Sternen: Die Charaktere waren für mich von daher ein sehr schwieriger Punkt. Jase wirkt wie gesagt sehr sehr flach. Die Version, wie er sich im Buch darstellt mochte ich schon, doch auch hier blieb er ein wenig zweidimsenional. Die erwachsene Version von ihm war noch schwieriger einzuschätzen, denn meistens benahm er sich ziemlich blasé und arrogant und ich fand ihn nicht wirklich sympathisch. Auch seine Beweggründe konnte ich nicht immer nachvollziehen und ich kann nicht sagen, dass er mir alle Fragen, die Emiline ihm stellt befriedigend beantworten kann. Vor allem auf die Frage, wieso er sich nie bei ihr gemeldet hat wird GAR NICHT eingegangen und das fand ich mehr als frustrierend, denn es war einer der wichtigsten Punkte für Emiline, den Jase aber immer wieder überging.
Allerdings bin ich mit Emiline selbst noch weniger klar gekommen und das liegt einfach ganz grundsätzlich an einigen ihrer Charaktereigenschaften und Entscheidungen. Zum Beispiel stellt sie sich ihren Problemen nicht und rennt vor ihnen davon, trotzdem sind immer die anderen an allem Schuld. Ein gutes Beispiel dafür ist ihre Beziehung zu ihrem Freund Trevor. Er ist alles andere als unschuldig an ihren Beziehungsproblemen, allerdings trifft Emilinge mindestens genauso viel Schuld, was sie aber meist überhaupt nicht einsieht. Stattdessen ist sie zickig und absolut uneinsichtig. Als Jase in ihr Leben tritt zeigt sie außerdem, dass sie absolut kein Rückgrat hat. In meinen Augen behandelt der sie nämlich alles andere als gut und trotzdem verfällt sie ihm sofort wieder (auch wenn sie ihn eigentlich nur treffen will, um ihm die Levieten zu lesen) - und das, obwohl sie immer noch mit Trevor zusammen ist. Sie betrügt ihn zwar nicht per se, aber sie nimmt sich schon ordentlich viel Zeit, bis sie sich entscheidet und lässt bis dahin beide Männer ordentlich zappeln. Ich mochte sie und ihre Entscheidungen schlicht und ergreifend nicht, weshalb mich die Geschichte meist auch emotional kalt gelassen hat.

Der Schreibstil - 2 von 5 Sternen: Auch der Schreibstil konnte mich nicht unbedingt vom Hocker hauen. Die Dialoge waren unnatürlich und viele der Gespräche wirken übertrieben und steif. Die Charaktere reagieren oder argumentieren oft in einer Art und Weise, die einfach nicht realistisch ist und springen von einem Thema oder Vorgehensweise zur nächsten. Außerdem ist Renée Carlinos Stil stellenweise ganz schön plump und sie verliert sich in Details, die eigentlich nicht interessieren.

Das Ende - 4 von 5 Sternen: Tatsächlich ist das Ende fast das Beste an Swear on This Life von Renée Carlino. Die letzten 10 Seiten sind wirklich gelungen und hier hat die Autorin durchaus gezeigt, dass sie schreiben kann und dass die Idee mit der richtigen Umsetzung eigentlich ziemlich gut gewesen wäre. Leider ist dieser Teil aber nur sehr kurz und knapp gehalten, so dass man sich nicht lange daran erfreuen kann.

Unterm Strich ist Swear on This Life deshalb nach wie vor sehr schwierig für mich als Ganzes zu beurteilen. Es gab einfach zu viele Dinge, die nicht gut umgesetzt waren, trotz der schönen Grundidee. Daher habe ich einfach den Schnitt der Unterpunkte aufgerundet. ;)

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Cover Steady Stroke

Enthält leichte Spoiler für das 1. Buch der Off Beat Reihe.

Lincoln hat einen großen Traum: Er will auf der Bühne stehen, Musik machen und die Leute unterhalten. Daran konnten auch seine Eltern nichts ändern, als sie ihn vor Jahren aus dem Haus geworfen haben, nachdem er sich geoutet hatte. Und auch von dem Unfall, bei dem er sich vor einem Jahr eine schwere Kopfverletzung zugezogen hat, will er sich eigentlich nicht abhalten lassen. Doch genau das scheint zu passieren, denn seit diesem Unfall hat er große Probleme mit Migräneanfällen und die ausgelöst werden können durch Licht, Lärm, Stress...und selbst durch die Vibrationen seiner Gitarre. Er hat keine Ahnung, wie er jetzt noch Musik machen soll und das ist so ziemlich das Schlimmste, das er sich vorstellen kann. Langsam aber sicher weiß er nicht mehr, was er mit seinem Leben anfangen soll, vor allem wenn er seine Freunde und ehemaligen Bandkollegen sieht, die alle weiterhin ihre musikalische Karriere verfolgen.
Doch dann erscheint plötzlich ein Silberstreif am Horizont: Er lernt den schüchternen und introvertierten Emmett kennen, der in seinem Lieblingsclub Off Beat arbeitet. Die beiden verstehen sich auf Anhieb und beginnen jede Menge Zeit miteinander zu verbringen. Emmetts Leben war bisher ebenfalls alles andere als ein Zuckerschlecken und es dauert nicht lange, bis Lincoln wirklich alles für ihn tun würde. Und das beruht auf Gegenseitigkeit, denn auch Emmett würde Berge versetzen, um Lincoln glücklich zu machen. Vielleicht gelingt es beiden zusammen sogar Lincoln die Musik wieder zu geben.
Doch es gibt noch eine Sache, die zwischen den beiden steht und wenn diese jemals ans Tageslicht kommt, wird zwischen Emmett und Lincoln nichts mehr so sein, wie es mal war.

Im Grunde ist Steady Stroke von A.M. Arthur eine wirklich ganz süße Geschichte. Wir lernen Lincoln an einem Tiefpunkt in seinem Leben kennen, denn bei ihm scheint momentan wirklich gar nichts rund zu laufen. Nicht nur die Musik macht ihm Sorgen, dank seiner Kopfverletzung fällt es ihm auch sehr schwer einen Job zu finden. Er wird zwar bedingungslos von den Eltern seines besten Freundes Dominic unterstützt, doch für Lincoln sind sie bessere Eltern als es seine eigenen jemals waren und er will sie auf keinen Fall ausnutzen. Allein das hat ihn mir extrem sympathisch gemacht. Er ist ein guter Kerl, der zwar am Rande der Depression steht, aber immer noch versucht weiter zu kämpfen. Auch Emmett war einfach rundum sympathisch. Über seine Vergangenheit möchte ich jetzt gar nicht viel sagen, doch auch er hat schon einiges durchgemacht und es war einfach schön zu sehen, wie er durch Lincoln und ihre aufkeimende Beziehung aufgeblüht.
Es wartet allerdings eine ganze Menge Drama auf die beiden jungen Männer und das hat nicht mal unbedingt immer etwas mit diesem einen großen Geheimnis zu tun, das noch zwischen ihnen steht. Es gibt noch eine Menge weiterer Entwicklungen, die für gehörig Drama sorgen. Glücklicherweise hat das aber ganz gut zu Steady Stroke gepasst und hat erstaunlicherweise nie wirklich die Grenze zur Übertreibung überschritten.

Ein paar Dinge gibt es aber, die mir an Steady Stroke negativ aufgefallen sind. Zum Beispiel hat mir zu viel mit dem ersten Buch der Off Beat Reihe zusammengehangen. Es heisst zwar, dass man die Bücher getrennt voneinander lesen kann und ja, man versteht auch alles problemlos, aber es gibt so viele Anspielungen und Momente in denen einfach klar ist, dass sie auf das erste Buch hindeuten. Mir wäre es lieber gewesen, wenn sich A.M. Arthur mehr auf Lincoln und Emmett konzentriert hätte und weniger intensiv auf die alten Charaktere.
Ebenfalls nicht sonderlich gelungen fand ich das zentrale Thema, das alles zusammengehalten hat: Die Musik. Laut eigener Aussage haben Lincoln und seine Band Alternative Rock gemacht; die Musik, um die es sich aber wirklich dreht, ist eher Pop. Das ist ja an sich nichts Schlimmes, allerdings finde ich es immer furchtbar, wenn "Rockbands" alles andere als Rockmusik machen und das passiert viel zu häufig in Büchern.

Trotzdem ist Steady Stroke von A.M. Arthur ein süßes und romantisches Buch, das ich gerne gelesen habe. Lincoln und Emmett sind extrem sympathisch und ich habe wirklich mit ihnen gefühlt. Doch auch wenn die negativen Punkte nicht überwogen haben, hundert prozentig ist der Funke bei mir leider trotzdem nicht übergesprungen. Daher weiß ich noch nicht, ob ich die anderen Bücher der Off Beat Reihe lesen werde.

Steady Stroke erscheint am 2. September 2016.

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Cover Say It Right Englisch

Als Marc vor 8 Jahren von seinen Eltern vor die Tür gesetzt wurde, weil er sich vor ihnen outete, hat sich sein Leben schlagartig verändert. Er musste auf der Straße leben, wo er schnell in einen Strudel aus Drogen, Kriminalität und Prostitution geraten ist.
Doch er konnte sich daraus befreien und heute, mit 24 Jahren, ist er clean, hat ein eigenes Haus und einen festen Job in einer Einrichtung, die obdachlosen LGBT Teens zumindest nachts eine Zuflucht bietet. Doch seine Vergangenheit hat Spuren an Marc hinterlassen und er kann keine normale Beziehung führen. Falls er sich aber doch irgendwann noch einmal auf einen Mann einlassen sollte, dann wird es ganz sicher kein ehemaliger Drogenabhängiger sein. Die Gefahr für Mark selbst wieder in diesen Teufelskreis zu geraten wäre einfach viel zu hoch.

Doch dann steht plötzlich Maddy, die kleine Schwester seines besten Freundes aus Kindertagen, Anthony, vor Marcs Tür und er kann nicht fassen, was sie ihm da erzählt: Anthony, der immer eine Karriere als Fußballer angestrebt hatte, ist in den letzten 8 Jahren immer wieder selbst in Schwierigkeiten geraten und war sogar eine Weile im Gefägnis - immer wegen Drogen. Nun ist Anthony seit einiger Zeit spurlos verschwunden und seine Familie befürchtet das Schlimmste. Maddy hofft ihn durch Marc, den Anthony über die Jahre hinweg immer wieder erwähnt hat, finden zu können.
Und tatsächlich gelingt es den beiden Anthony aufzuspüren. Der ist allerdings in einem furchtbaren Zustand: Obdachlos, abhängig, unterernährt und nur noch ein Schatten seiner selbst.
Eigentlich hatte sich Marc wie gesagt vorgenommen, soweit wie möglich von Leuten wie Anthony fern zu bleiben. Doch hier handelt es sich schließlich um Anthony, seinen besten Freund, dem alle Türen offen standen und der aus irgendeinem Grund alles aufgegeben hat. Marc kann ihn nicht im Stich lassen. Und es hat noch nicht einmal wirklich etwas damit zu tun, dass Anthony der eine Mann war, der Marc nie aus dem Kopf gegangen ist...

Im Grunde fand ich die Geschichte von Say It Right von A.M. Arthur wirklich interessant. Marc hat eine Menge durchgemacht und dass er aufpassen muss, was er sich und seiner Abstinenz zutrauen kann ist nur allzu verständlich. Für niemanden würde er dieses Risiko eingehen - außer für Anthony. Und der ist wirklich ganz unten angekommen, als Marc ihn in einem heruntergekommenen Haus findet.
Anthonys Weg der Besserung ist alles andere als leicht und A.M. Arthur beschreibt ziemlich schonungslos, wie hart ein kalter Entzug sein kann. Es gab die ein oder andere Szene die doch sehr unter die Haut geht, allerdings ist Say It Right selbst eigentlich keine Geschichte über die Überwindung einer Sucht, zumindest nicht wirklich. Das ist nur ein kleiner Teil der Geschichte, denn obwohl Anthony der mit den aktuellen Problemen ist, geht es eigentlich viel mehr um die Aufarbeitung von Marcs Vergangenheit. Der ist nämlich noch lange nicht über das Hinweg, was ihm in seiner Zeit auf der Staße passiert ist und Anthonys Kampf mit sich selbst wirbelt auch viele unterdrückte Gefühle aus Marcs Vergangenheit wieder auf.

Auch die Charaktere sind sehr gelungen und durchdacht. Vor allem Anthony hat es mir angetan. Trotz aller Probleme und der Tatsache, dass nicht einmal er wirklich an sich und seiner Willenskraft glaubt, ist er einfach ein richtig guter Kerl, der ernsthaft versucht sich zu bessern. Auch Marc wird wie gesagt nach wie vor von seiner Vergangenheit verfolgt und in mancher Hinsicht ist sein Leben schwerer als Anthonys. Denn obwohl der ohne Job, Wohnung und Familie ist und sich sein ganzes Leben neu aufbauen muss, blieben ihm die meisten von Marcs Traumata erspart. A.M. Arthur hat mit Marc wirklich einen sehr spannenden Charakter geschaffen, der sich bis zum Ende des Buchs treu bleibt und bei dem sie stets auf alle seine sehr feinen Charaktereigenschaften geachtet hat. Leider mochte ich Marc selbst aber nicht sonderlich. Er ist eher kühl und in mancher Hinsicht sehr streng was Anthonys Situation angeht. Meist ist das auch vollkommen gerechtfertigt und ich verstehe auch, dass Marc auf sich selbst aufpassen muss, aber manchmal wirkte er dabei fast schon kaltschnäuzig. Es gibt da z.B. eine Szene, in der Anthony nach einem Streit wutentbrannt abhaut und in ernste Gefahr laufen könnte rückfällig zu werden. All das ist Marc klar, doch was macht er? Er sitzt zuhause auf der Couch und ignoriert es. Solche Momente gibt es immer wieder und die haben mir Marc nur bedingt sympathisch gemacht.
Ebenfalls ein Punkt, der mir schon beim 1. Buch negativ aufgefallen ist, ist die Querverbindung zu A.M. Arthurs anderer Reihe Belonging. Denn die Figuren dieser Bücher tauchen ständig auf, was an sich ja ganz nett ist, aber mir einfach zu viel wurde, da man schnell den Überblick verliert - mir ging es zumindest so und das, obwohl ich die meisten Bücher kenne.

Trotzdem gefallen mir die Bücher der All Saints Reihe einfach und auch Say It Right ist da keine Ausnahme. Sie sind emotional und nicht immer ganz einfach, dabei aber gut geschrieben und machen trotz der ernsten Themen einfach Spaß. Ich bin jetzt schon gespannt, wer als nächstes an der Reihe ist.

Say It Right erscheint am 12. September 2016.

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