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Cover Never Fade Englisch

Enthält Spoiler zu The Darkest Minds / Die Überlebenden.

Sechs Monate sind vergangen, seit Ruby ihre Freunde zurückgelassen und sich - widerstrebend - der Children's League angeschlossen hat. Seitdem hat sie sich zu einer Kämpferin ausbilden lassen und ist, aufgrund ihrer Fähigkeit den Willen anderer Menschen zu beeinflussen, schnell tiefer in die Organisation eingetaucht. Offiziell setzt sich die Children's League für die Freiheit der Psi-Kinder ein, doch Ruby stellt schnell fest, dass nicht jeder ihrer Vorgesetzten unbedingt hinter diesem Motto steht. Dennoch hat sie beschlossen, vorläufig dort zu bleiben und das Beste daraus zu machen.
Doch dann bekommt sie einen neuen Auftrag, der sie innehalten lässt. Sie soll einen USB-Stick ausfindig machen, auf dem sich wichtige Daten befinden und der durch einen dummen Zufall abhanden gekommen ist. Nun ist er unwissentlich in den Händen eines Zivilisten...und der ist niemand anderes als Liam. Seit Ruby ihn vor sechs Monaten zurückgelassen und ihm jegliche Erinnerung an sie genommen hat, hat sie sich jeden Tag gefragt, was wohl aus ihm und Chubs geworden ist und ob sie in Sicherheit sind.
Nun macht sich Ruby auf den Weg quer durch die USA auf der Suche nach einem Jungen, der sie nicht erkennen wird, und geheimen Informationen, die ihre und die Zukunft aller Kinder vielleicht für immer verändern kann.

Oh Mann, was soll ich zu Never Fade von Alexandra Bracken sagen? Ich hatte extrem hohe Erwartungen an dieses Buch. The Darkest Minds / Die Überlebenden war eines meiner Highlights des letzten Jahres und dementsprechend habe ich mich auch auf die Fortsetzung gefreut. Doch leider entpuppte es sich als ziemlich große Enttäuschung.
Denn zum einen ist Never Fade dem typischen Fluch des mittleren Buchs erlegen. Es fühlt sich über weite Teile wie ein Lückenfüller an, in dem erst sehr spät wirklich etwas passiert. Alles davor sind einfach nur verschiedene kleine Abschnitte, um die Seiten zu füllen. Ruby erlebt allerlei Abenteuer, bis aber wirklich etwas Essenzielles passiert, vergeht fast das halbe Buch. Es gibt doch einige Strecken, die ziemlich langweilig sind und sich sehr ziehen.
Was mich allerdings wirklich gestört hat, war Ruby. Im ersten Buch mochte ich sie noch ziemlich gern. Doch in den vergangenen sechs Monaten hat sie sich sehr verändert. Sie ist kühl geworden, unnahbar und ein echter Soldat. Erst im Laufe des Buches blitzt immer mal wieder die alte Ruby durch. Leider hat sie mich aber doch oft ziemlich genervt. Sie hält wichtige Details vor ihren Freunden geheim, die nicht nur sie betreffen. Außerdem bin ich nach wie vor ziemlich sauer, dass sie überhaupt erst Liams Gedächtnis gelöscht hat. Schließlich haben die Kinder und Jugendlichen kaum eine freie Wahl in dieser Welt und dann nimmt sie ihm ausgerechnet eine der wenigen wichtigen Entscheidungen, die ihm noch geblieben sind.
Das Buch gerettet hat für mich Liam. Viel werde ich hier nicht sagen, denn er taucht erst sehr sehr spät in der Geschichte auf. Doch Ruby hat ihm wirklich schwer zugesetzt und er ist nicht mehr der Gleiche. Ich wünschte Alexandra Bracken wäre noch ein bisschen mehr auf das eingegangen, was er durchgemacht hat, bzw. wie es in seinem Kopf aussieht. Ein weiterer Lichtblick ist Jude, einer von Rubys Teamkollegen, und Chubs, den ich sehr vermisst habe. Diese drei sind vermutlich die einzigen Charaktere, die mir wirklich sympathisch waren in diesem Buch. Es gibt noch jede Menge neuer Charaktere, die aber einen eher mäßigen Eindruck hinterlassen haben.
Man sollte auf jeden Fall das erste Buch noch einigermaßen frisch im Kopf haben, wenn man sich Never Fade zuwendet. Denn eine kleine Zusammenfassung bzw. Erklärungen zu dem, was in The Darkest Minds / Die Überlebenden passiert, gibt es nicht. Es kommen jede Menge Details, Namen und Vorkommnisse auf, auf die nicht weiter eingegangen wird und an die man sich vermutlich nicht unbedingt sofort erinnert.

Ab und zu gibt es aber doch ein paar Szenen in Never Fade, die gut gelungen sind und die mich daran erinnerten, warum ich das erste Buch so geliebt habe. Alexandra Bracken nimmt auch weiterhin kein Blatt vor den Mund. Es gibt richtig brutale Szenen, sowohl physisch als auch emotional, und die Autorin hält sich nicht zurück, nur weil es sich um ein Jugendbuch handelt. Keines der Kinder ist sicher und Ruby muss sich im Laufe der Geschichte von einigen Figuren für immer verabschieden.

Never Fade von Alexandra Bracken war daher kein wirklich schlechtes Buch. Es konnte aber auch lange nicht mit seinem Vorgänger mithalten. Dafür ist zu wenig passiert und lies zu oft Langeweile aufkommen. Dass Ruby mir oft zu kühl war und dann aber auch immer wieder in Selbstmitleid versunken ist, hat das nur schlimmer gemacht. Allein die Nebencharaktere und die ein oder andere gelungene Szenen ab der Mitte des Buches konnten darüber hinwegtrösten.
Die Fortsetzung, die bisher noch unbetitelt ist, werde ich aber dennoch auf jeden Fall lesen. Dafür ist die Grundgeschichte doch zu spannend und interessant. Besonders, da vor allem gegen Ende doch die ein oder andere wichtige neue Erkenntnis hinzukam, die Lust auf das nächste Buch macht.

Never Fade erscheint am 15. Oktober 2013. Die deutschen Rechte für diese Reihe sind bereits verkauft, allerdings weiß ich nicht, wann und ob die Reihe auch tatsächlich bei uns erscheint.

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Cover Jellicoe Road englisch

Taylor Markham wurde als 11-Jährige an der Jellicoe Road ausgesetzt - von ihrer drogensüchtigen Mutter. Im Jellicoe-Internat nimmt sie die dort lebende Hannah unter ihre Fittiche. Hannah ist über Jahre die einzige Erwachsene, der Taylor bis zu einem gewissen Grad vertraut. Doch jetzt - Taylor ist inzwischen 17 - verschwindet Hannah spurlos und ohne ein Wort. Taylor will wissen wieso und macht sich in Hannahs Haus auf die Suche nach Hinweisen. Dabei findet sie Hannahs Buchmanuskript, in das Taylor schon öfter einen Blick geworfen hat, auch wenn Hannah das nie wollte. Taylor ist völlig fasziniert von der Geschichte um Webb, Narnie, Tate, Jude und Fitz, die ebenfalls auf der Jellicoe Road stattgefunden hat.
Doch Taylor hat keine Zeit, sich groß in Tagträumen zu verlieren. Der jährliche Kampf um die Territorien rund um die Schule, das Baumhaus und den Fluss steht kurz bevor. Als Anführerin ihres Schulhauses muss sie zusammen mit den anderen Hausanführern dafür sorgen, dass das Jellicoe-Internat gegen die Kadetten und die Städter Boden gut macht und verlorenen Grund zurückerobert. Gar nicht so einfach, wenn der Anführer der Kadetten Johan Griggs ist - der Junge, mit dem Taylor vor Jahren ausgebüxt ist, um ihre Mutter zu suchen. Und auch Santangelo, der Anführer der Städter, ist eigentlich ein netter Kerl und steht in enger Beziehung zu Taylors Hausvize Raffaela. Was Taylor nicht weiß: der Krieg, Jonah, Hannahs Geschichte um die fünf Freunde und ihre Schule - alle bieten Schlüssel zu ihrer Vergangenheit. Taylor muss das wirre Geflecht nur auflösen...

Wie soll ich beschreiben, was (On the) Jellicoe Road in mir ausgelöst hat. Ganz langsam schleicht sich dieses Buch in das Herz des Lesers. Erst über den wunderbaren und wirklich außergewöhnlichen Schreibstil von Melina Marchetta, dann über die Charaktere und schließlich über das großartige Geflecht an Handlungsfäden, die alle nach und nach zusammenlaufen. Zunächst erscheint einem die Protagonistin Taylor als fremder und sehr harter Charakter. Doch Taylor ist aus reinem Selbstschutz so wie sie ist. Je mehr man sie und ihre Geschichte kennenlernt, desto mehr wächst sie einem ans Herz. Auch die anderen Charaktere, allen voran Jonah, Santangelo, Raffaela und Tessa, sind wunderbar gelungen. Man merkt schnell, wie sehr Taylor die abwesende Hannah vermisst und davon getroffen ist, dass sie ohne ein Wort verschwunden ist. Wenn man dann noch anfängt Hannahs Geschichte zu begreifen, also was es eigentlich mit Narnie, Webb, Tate, Fitz und Jude auf sich hat, ist man vollständig verloren und rettungslos in (On the) Jellicoe Road verliebt.

Cover On the Jellicoe Road englisch

Selten erlebt man solch ein Bad der Gefühle beim Lesen: man Lacht, man weint, man seufzt, man staunt, man kann es oft nicht glauben, mit welcher Leichtigkeit die Autorin Schönes und Schreckliches beschreibt. Der Schreibstil von Melina Marchetta ist wirklich fantastisch. Er ist zart und leicht, dennoch oft roh und hart und immer melodiös und gefühlvoll. Wenn ich ehrlich bin, fehlen mir die passenden Worte, um diesen wunderbaren Stil in die richtigen Worte zu fassen. Ich habe lange kein so dichtes und emotional aufwühlendes Buch mehr gelesen.
Absolut fantastisch ist auch, dass alles aufgelöst wird. Selbst die nichtigsten Punkte haben ihre Berechtigung und verschmelzen zu einem großen runden Ganzen. Dabei sind die Verflechtungen zwar oft tragisch, bleiben aber immer logisch und nachvollziehbar. Hut ab vor diesem großartigen Werk. (On the) Jellicoe Road ist für mich bislang DAS Lesehighlight des Jahres 2013. Das nächste Buch von Melina Marchetta ist schon gekauft und auch alle übrigen Bücher sind inzwischen auf meiner Wunschliste gelandet.

Leider ist (On the) Jellicoe Road nicht auf Deutsch erhältlich. Ich hoffe, das wird sich noch ändern. Sonst kann ich nur sagen, fasst euch ein Herz und versucht es mit dem Original. Es lohnt sich wirklich sehr. Übrigens ist das Buch erstmals als On the Jellicoe Road erschienen, aber inzwischen als Jellicoe Road im Handel.

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Der Fluch der falschen Frage deutsch

Lemony Snicket sitzt zusammen mit seinen Eltern in einem Café gegenüber vom Bahnhof. Heute soll sein neues Leben anfangen - nach seinem bestanden Abschluss geht es für ihn fort von daheim. Doch der Tag sollte nicht nach Plan verlaufen und so tut er es auch nicht.
Während er am Tisch sitzt und seinen Tee anstarrt kommt eine Frau in das Café gestürmt. Ehe er sich versieht, hat sie ihren Coffee to go in der Hand und braust davon. Sie hat es geschafft einen Zettel auf seinen Schoß fallen zu lassen, den er nun unauffällig liest.
Darin teilt sie ihm mit, er solle aus dem Badfenster klettern und in fünf Minuten in ihrem wartenden Wagen steigen. Lemony Snicket hat so etwas erwartet und entschuldigt sich bei seinen Eltern. Er begibt sich in die Herrentoilette und schafft es die bereits zurechtgelegte Leiter auszupacken und innerhalb der vorgegebenen Zeit aus dem Fenster zu klettern.
Hinter dem Café steht ein grüner Roadster und wartet auf ihn.

Die Frau stellt sich als S. Theodora Markson vor und unterrichtet ihn in aller Kürze was von ihm erwartet wird, wer sie genau ist und was die Mission ist. Lemony Snicket hat eigentlich gar keine andere Wahl als mit zu machen.
So machen sich die zwei auf den Weg ins beschauliche Örtchen Schwarz-aus-dem-Meer um einen Auftrag zu erfüllen. Sie sollen eine gestohlene Statue ihrem rechtmäßigen Besitzer zurück holen, doch so ganz glauben kann Lemony Snicket nicht, dass es sich dabei wirklich um etwas wertvolles handelt.
Schon bald ist ihm klar, dass seine selbsternannte Mentorin keinen Plan von ihrer Arbeit hat und grundsätzlich die falsche Entscheidung trifft. Während ihrer Spurensuche in dem bedrückenden Ort lernt Lemony Snicket allerhand Leute kennen. Unter anderem den hilfsbereiten Bibliothekar Qwertz und die junge Reporterin Moxie Mallahan. Von ihr erfährt er einiges über den Ort und seine Geschichte und kann sich bald zusammenreimen, was wirklich passiert ist.
Aber kann es der Leser auch?

Who Could That Be at This Hour englisch

Ich gestehe, ich habe noch nie etwas von Lemony Snicket gehört, bevor ich von diesem Buch gelesen habe. Dunkel erinnere ich mich jetzt an einen Film mit Jim Carrey in der Hauptrolle, aber gesehen habe ich ihn nicht.
Der Autor berichtet in dieser neuen Reihe über seine jungen Jahre und nimmt den Leser mit auf Lehrreise. Hinter dem Pseudonym Lemony Snicket steht Daniel Handler, der sich bereits mit seinen Kinderbüchern Die schaurige Geschichte von Violet, Sunny und Klaus und Schauriger Schlamassel einen Namen gemacht hat - nun, einen anderen jedenfalls.

Das Buch startet ohne viel Erklärungen und bringt den Leser ohne Umwege in die Welt des jungen Detektives. Die Idee hinter der Geschichte ist gut und auch spannend, leider mangelt es der Umsetzung an Charme und Ausführung. Auch wenn die Hauptfigur in der Ich-Erzählform von seiner Jugend erzählt, kommen mir viele Wörter zu erwachsen vor. Zudem handelt Lemony Snicket viel zu erwachsen für seine Jugend. Das hat mir irgendwie den Glauben an diese Geschichte genommen.
Vieles in dieser Geschichte wird nicht erklärt und hat mich verwirrt zurück gelassen. Das beginnt schon allein damit, dass man nicht weiß, wohin ihn der Zug bringen sollte, wie es kommt, dass er die Leiter dort deponiert hat und vieles mehr.
Vielleicht muss man um das zu verstehen die früheren Bücher des Autors kennen - ich tue es allerdings nicht und hatte gehofft mit diesem Buch einen guten Einstieg in eine neue Reihe zu finden.

Das hat leider nicht geklappt. Schade, ich hatte mir wirklich mehr erhofft von diesem ersten Band.

Einen lieben Dank an den Goldmann für die Übersendung des Rezensionsexemplars.

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Made of Stars

10.10.2013
EmpfehlungEmpfehlung
Cover Made of Stars Englisch

Die 18-jährigen Halbgeschwister Hunter und Ashlin hatten nie das normalste Familienleben. Sie sind fast gleich alt und haben denselben Vater, Lou, aber verschiedene Mütter. Diese haben Lou nie für die damals sehr verzwickten Umstände verziehen, durch die die Geschwister gezeugt wurden und lassen das auch heute noch niemanden vergessen.
Die einzige Zeit, in der Hunt und Ash mal wirklich loslassen und sie selbst sein können, sind die Sommer, die sie bei ihrem Vater verbringen. Und das liegt fast ausschließlich an einem Menschen: Chance. Der Junge, von dem keiner so richtig weiß, wo er eigentlich herkam, wird schnell zum besten Freund der Geschwister und zu dritt stellen sie allerlei Unfug an. Chance ist ein Wirbelwind, dem sich weder Ash noch Hunter entziehen können und sie entwickeln eine besondere Freundschaft zu ihm.
Nun sind die Geschwister zum ersten Mal seit 3 Jahren wieder bei ihrem Vater, der sich nach einem schweren Unfall lange erholen musste, und wollen die Wintermonate bei ihm verbringen. Hunt und Ash erwarten, dass alles so ist, wie es früher im Sommer auch immer war. Und zunächst sieht es auch tatsächlich danach aus. Sie treffen Chance wieder und es ist, als wären die drei nie getrennt gewesen. Doch nach und nach wird Hunt und Ash wirklich bewusst, was sie als Kinder nicht wahrhaben wollten: Viel von dem, was Chance ihnen über die Jahre erzählt hat, ist gelogen. Er lebt in keinem großen, prächtigen Haus und seine Eltern sind keine erfolgreichen Geschäftsleute. Und dann wären da noch die vielen Unfälle, die er angeblich hatte und in Knochenbrüchen und Blutergüssen endeten...
Beide Geschwister wollen nichts weiter, als ihm helfen, doch Chance will davon nichts wissen. Je ernster Chances Situation allerdings wird, umso mehr Sorgen machen sich Hunter und Ashlin. Als Chance dann plötzlich eines schweren Verbrechens verdächtigt wird, müssen sich die Geschwister fragen, was sie ihrem besten Freund überhaupt noch glauben können...

Made of Stars ist das mittlerweile dritte Buch, das ich von Kelley York gelesen habe und wie schon mit Hushed und Suicide Watch zuvor, konnte sie mich auch dieses Mal wieder komplett begeistern. Dennoch ist Made of Stars alles andere, als ein fröhliches Buch...
Hunter und Ashlin sind wie gesagt keine typischen Geschwister. Sie sehen sich nur selten, haben aber trotzdem eine innige Beziehung zueinander. Die Sommer mit ihrem Vater und vor allem mit Chance sind etwas ganz besonderes für die beiden und eigentlich fühlen sie sich auch nur dort richtig Zuhause. Die Geschichte ist sowohl aus Hunts als auch Ashs Perspektive erzählt und so kann man sich als Leser schnell einen guten Überblick über die einzelnen Charaktere, Beziehungen und Situationen machen. Auch die Geschwister haben ihre Geheimnisse, von denen der jeweils andere keine Ahnung hat, die sie aber indirekt doch betreffen. Trotzdem sind sowohl Hunter als auch Ashlin tolle Charaktere. Sie haben eine innige Beziehung zueinander, können sich 100% aufeinander verlassen und würden beide eigentlich am liebsten für immer bei ihrem Vater bleiben, da sie nur hier wirklich glücklich sind. Vor allem Hunter hat es mir angetan. Seine Mutter und ihr Freund sind Alkoholiker und seine Freundin ist zwar sehr nett, aber auch anspruchsvoll, und so ist Hunt froh, einfach mal eine Weile er selbst sein zu können. Für mich ist er die Figur, mit der ich mich am besten identifizieren konnte und dessen Stimme in dieser Geschichte am meisten Gewicht hat.
Eigentlich ist Made of Stars aber Chances Geschichte. Was Hunt und Ash als Kinder nicht erkannt haben, ist für sie nun als quasi-Erwachsene schmerzhaft klar: Chance wird zuhause geschlagen und wer weiß was sonst noch alles. Doch durch seine Lügen und Halbwahrheiten macht er es den Geschwistern sehr schwer, zu ihm durchzudringen und ihm wirklich zu vertrauen. Deshalb macht es Chance einem nicht immer ganz leicht, ihn zu mögen. Trotzdem ist er ein sehr interessanter und ein wenig skurriler Charakter, mit dem alles in dieser Geschichte steht und fällt und der mir mehr als einmal das Herz gebrochen hat.
Wer viel Romantik möchte, sollte allerdings besser zu einem anderen Buch greifen. Es gibt zwar eine Liebesgeschichte, diese wird aber nur zart angedeutet. Trotzdem geht sie sehr ans Herz. Vielleicht ist sie allerdings nicht unbedingt das, was man am Anfang erwarten würde (vor allem, wenn man diese Autorin nicht kennt). Schubladendenken sollte man bei Kelley York aber sowieso abschalten.

Es dauert eigentlich relativ lange, bis in Made of Stars wirklich etwas passiert, was die Handlung angeht. Darum geht es aber eigentlich auch gar nicht so richtig. Vielmehr geht es in diesem Buch darum, zu fühlen, was die Figuren empfinden und langsam zu erkennen, das Normalität und sich selbst zu finden, nicht immer ein und dasselbe sind. Deshalb ist Made of Stars zwar eher ein ruhiges Buch, das aber dennoch nie langweilig wird. Dafür hat Kelley York zu geschickt mit den Gefühlen ihrer Figuren - und damit auch der des Lesers - gespielt.

Wirklich verwunderlich ist es daher nicht, dass Made of Stars kein 08/15-Ende hat. Es bleiben viele Fragen offen und emotional wirklich damit abschließen kann man eigentlich auch nicht. Direkt nach dem Lesen war ich nicht sicher, was ich davon halten sollte. Mittlerweile finde ich den Schluss aber gut und vor allem sehr passend. Theoretisch könnte noch eine Fortsetzung kommen, ich hoffe (und denke) aber nicht, dass das passiert. Made of Stars ist emotional, realistisch und unverblümt und mit seinem sehr eleganten Erzähl- und Schreibstil genau richtig so, wie es ist.

Auf Englisch ist Made of Stars von Kelley York bereits zu bekommen. Die deutschen Rechte wurden vor einigen Monaten ebenfalls an Random House verkauft, bisher habe ich allerdings noch keine Informationen wann und ob Made of Stars wirklich auch auf Deutsch erscheint.

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Cover Truth or Dare englisch

Enthält Spoiler für His Wicked Games.

Lily und Calder wollen versuchen, ihre sexuelle Anziehungskraft in die Bahnen einer Beziehung zu lenken. Doch die Lebensumstände machen ihnen das nicht einfach. Besonders Calder hat schwer daran zu knabbern, dass er - um die Schulden und Fehlinvestitionen seines Vaters abzudecken - das Familienanwesen und auch sonst alles zu Geld machbare verkaufen musste. Er ist also kein stinkreicher Milliardär mehr, sondern ein Normalsterblicher wie du und ich. Lily findet das kein bisschen schlimm, doch die Presse stürzt sich wie eine Meute Hyänen auf Calder. Als die Frau an seiner Seite bekommt Lily - trotz des Versuchs, sich öffentlich nicht zu äußern - ordentlich ihr Fett ab. Das wiederum geht zu Lasten des Kunstzentrums, welches gerade beginnt, den finanziellen Ruin abzuwenden. Negative Publicity ist da gar nicht gut und ruft zudem Lilys Vater auf den Plan. Als wäre das alles noch nicht schlimm genug, hat Calder Geheimnisse vor Lily und will die Beziehung langsam angehen lassen. Dass bedeutet für ihn, normales daten und der Verzicht auf die heiße körperliche Anziehungskraft zwischen ihnen. Lily ist fassungslos. Doch dann hat sie eine Idee: Schließlich ist Calder einem risikoreichen Spiel nie abgeneigt und so bringt sie ihn dazu, mit ihr Wahrheit oder Pflicht (Truth or Dare) zu spielen. Dabei sind die Einsätze natürlich alles andere als harmlos...

Truth or Dare schließt nahtlos an His Wicked Games an. Nur drei Wochen sind vergangen, seit Calder sein Heim endgültig verlassen musste und er und Lily versuchen wollen, ihre Beziehung auf eine solidere Grundlage zu stellen. Der Schreibstil von Ember Casey ist gewohnt spritzig und witzig und die Partie Wahrheit oder Pflicht, die Lily und Calder da spielen, sorgt für den nötigen Nervenkitzel.
Allerdings führt das Spiel in Kombination mit den sonstigen Ereignissen auch zu einigem Hin und Her. Hier passierte für meinen Geschmack manchmal zu viel in zu kurzer Zeit, sodass mir Truth or Dare doch oft arg gehetzt vorkam. Zwischendurch versinkt das Buch dann in süßlichen Passagen und die ausgleichende entrückte Leidenschaft, die dem ersten Band zusätzlichen Nervenkitzel gebracht hat, war hier weniger häufig präsent.

An sich ist es nicht schlecht, dass Lily und Calder einiges mitmachen müssen bevor sie ihr 'und sie lebten glücklich bis ans Ende ihrer Tage' erreichen. Das Ende ist dann auch wirklich romantisch. Für meinen Geschack war es sogar fast schon einen Tick zu dramatisch-kitschig. Mir hätten etwas weniger Drama und dafür mehr Witz und Erotik vermutlich besser gefallen. Da mich Ember Casey mit His Wicked Games so gut unterhalten hat, habe ich diesbezüglich vielleicht auch einfach zu viel erwartet. Insgesamt kann ich mich aber nicht beklagen, Truth or Dare ist ein sehr unterhaltsames Buch aus dem Erotik- und Romantik-Bereich.

Fazit: Lily und Calder sind auch im zweiten Band der His Wicked Games-Reihe ein unterhaltsames Paar. Etwas weniger Drama und mehr Witz und Erotik hätten den Lesespaß sicher noch erhöht, trotzdem ist Truth or Dare wirklich ein charmantes und lesenswertes Buch. Sicher nicht das letzte Werk, das ich von Ember Casey gelesen habe.

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