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Cover Sea of Tranquility Englisch

Die 17-jährige Nastya möchte eigentlich nur zwei Dinge: Ihr letztes Schuljahr an einer neuen Schule einigermaßen unauffällig hinter sich bringen, ohne, dass jemand hinter das Geheimnis ihrer Vergangenheit kommt, und den Jungen, der ihr alles im Leben genommen hat - ihre Identität, ihre Musik, ihr Leben - zahlen zu lassen. Josh Bennetts Geschichte kennt dafür jeder. Alle wissen, dass über die letzten Jahre hinweg nach und nach seine ganze Familie gestorben ist. Die meisten seiner Mitschüler halten sich so weit wie möglich von ihm fern. Josh kann das nur Recht sein, denn er hat sich vor langer Zeit geschworen, nie wieder einen Menschen an sich heran zu lassen. So kann er wenigstens nie wieder jemanden verlieren.
Zumindest bis er das merkwürdige neue Mädchen an seiner Schule kennenlernt. Urplötzlich taucht Nastya in Joshs Garage auf und scheint sich auch nicht mehr verscheuchen zu lassen, bis sie sich schließlich in jeder Nische seines Lebens eingenistet hat. Doch je näher sich Josh und Nastya kommen, umso klarer wird ihm, dass sie etwas vor ihm verheimlicht und er sie eigentlich gar nicht wirklich kennt...

Allzu viel mehr möchte ich über den Inhalt von The Sea of Tranquility von Katja Millay noch gar nicht sagen. Denn erst nach und nach erfährt man in diesem Buch, was Nastya und auch Josh in ihrem Leben bisher eigentlich genau passiert ist. Dabei hat Katja Millay ganz bewusst darauf geachtet, wann sie welches Detail preisgibt und diesen Genuss möchte ich niemandem vermiesen, in dem ich jetzt zu viel verrate.
The Sea of Tranquility entwickelt sich zunächst ganz langsam - vielleicht sogar etwas zu langsam. Auf den ersten hundert Seiten hatte ich mir manchmal gewünscht, dass die Autorin das Tempo ein bisschen anzieht. Allerdings kann ich auch in diesem Abschnitt nicht sagen, mich gelangweilt zu haben. Dafür ist Katja Millays Schreibstil einfach zu schön. Außerdem erfährt der Leser viele kleine Details, die im Laufe des Buches noch eine große Bedeutung haben werden.
Wenn der etwas träge Anfang erst mal überstanden ist, entfaltet sich The Sea of Tranquility zu einer ganz außergewöhnlichen Geschichte. Bei Nastya ist nichts so, wie es zunächst den Anschein hat – weder ihr Äußeres, noch wer sie eigentlich wirklich ist. Sie ist kein einfacherer Charakter und reagiert nicht immer so, wie sie es vielleicht tun sollte oder man erwarten würde. Gerade das hat sie aber sehr sympathisch und zu einem ausgesprochen interessanten Charakter gemacht. Als sie zum ersten Mal auf Josh trifft, ist sie zwar von Anfang an an ihm interessiert, Liebe auf den ersten Blick und schmalzige Augenblicke zwischen den beiden darf man aber nicht erwarten. Vor allem Josh (die Geschichte ist nämlich sowohl aus Nastyas als auch Joshs Perspektive geschrieben) ist erst einmal gar nicht so sicher, was er davon halten soll, dass das neue Mädchen plötzlich dauernd bei ihm auftaucht. Sie brauchen eine Weile, bis sie sich zusammenraufen und selbst dann plagen sie immer noch Zweifel. Doch nach und nach entwickelt sich eine wunderschöne und glaubwürdige Freundschaft zwischen ihnen, die beiden in vielerlei Hinsicht auf ihr Leben die Augen öffnet - und das Herz bricht. Ob sie allerdings etwas daraus machen müsst ihr selber lesen...

Einen einzigen, winzigen Abzug gibt es aber dafür, dass Nastya eigentlich nichts über ihre Vergangenheit sagen will, aber sehr oft Anspielungen macht, die Josh natürlich zum Nachdenken bringen und langsam aber sicher wahnsinnig machen. Mit der Sprache rausrücken will sie aber dennoch nicht. Das war manchmal ein wenig frustrierend, wird aber wenigstens im Laufe der Handlung zur Sprache gebracht, denn wie gesagt macht das auch Josh sehr zu schaffen.

The Sea of Tranquility von Katja Millay ist ein Buch über Trauer, Wut und Hass, aber auch, wie man darüber hinwegkommt und vielleicht sogar die zweite Chance nutzen kann, die einem das Leben bietet. Die Autorin erzählt ihre Geschichte unheimlich realistisch und emotional, ohne dabei ins Kitschige abzudriften. Die Charaktere sind echt und roh und genau dadurch geht ihre Geschichte besonders unter die Haut. Natürlich ist The Sea of Tranquility eine sehr intensive Geschichte, die dem Leser viel abverlangt und mit den Emotionen spielt, dennoch war sie mir nie zu schwer oder trübselig. Sie hat immer genau den richtigen Ton getroffen.
Besonders Fans von Autoren wie Colleen Hoover oder Tammara Webber kann ich The Sea of Tranquility nur wärmstens empfehlen, doch auch alle anderen sollten sich diese Geschichte nicht entgehen lassen. Es war definitiv nicht das letzte Buch, das ich von Katja Millay gelesen haben werde.

PS: Eigentlich ist The Sea of Tranquility wenn man es genau nimmt aufgrund des Alters der Charaktere ein Young Adult-Buch. Ich persönlich habe es aber wegen ihrer Reife und der Geschichte selbst aber eher als New Adult empfunden - nur als Erklärung, warum ich das Buch mit beiden Kategorien verlinkt habe. Und jetzt viel Spaß beim Lesen. :)

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Cover Curtsies & Conspiracies englisch

Enthält leichte Spoiler für Etiquette & Espionage

Ein halbe Jahr ist Sophronia nun schon an Mademoiselle Geraldine's Finishing Academy for Young Ladies of Quality. Nun steht der erste Test an. Sophronia, die die geborene Spionin ist und inzwischen auch in Etiquette einiges dazugelernt hat, schneidet als Beste ihres Jahrgangs ab. Nun muss sie den Neid und die Häme ihrer Mitschülerinnen ertragen und - zu Sophronias Erstaunen - machen ihre Freundinnen Dimity, Agatha und Sighead insofern mit, als dass sie nicht mehr mit ihr reden. So ist die eben noch höchst zufriedene Sophronia auf einmal ganz schön einsam. Wären da nicht die quirlige Vivie und der Maschinenraumjunge Soap, würde Sophronia ihren Abenteuermut vielleicht verlieren.
Und Abenteuer gibt es in Curtsies & Conspirarcies wieder eine Menge zu erleben. Da ist der Besuch von etwa 12 jungen Gentlemen der Bunson's Academy, zu denen auch Dimitys Bruder Pillover und Lord Felix Mersey gehören. Letzteren hat Sophronia in Etiquette & Espionage auf dem Debütantinnenball ihrer Schwester mitten auf der Tanzfläche stehen lassen - was ziemlich ungehörig für eine junge Lady ist. Doch Felix trägt es ihr nicht nach, im Gegenteil, er ist völlig fasziniert von Sophronia. Und weil Lord Mersey der hochrangigste der Bunson's Besucher ist, macht seine Galanterie es Sophronia nur noch schwerer, ihre Freunde wieder für sich zu gewinnen. Dann ist da noch ein Deal, den Sophronia mit Vivie eingeht und der zu einigen unangenehmen Folgen führt. Außerdem arbeiten Madame Lefoux und Professor Shrimpdittle von Bunson's an einem seltsamen Apparat und das ganze Luftschiff ist auf dem Weg nach London, um dem ersten Versuch des Aetherflugs beizuwohnen. Dann ist da noch die Tatsache, dass jemand hinter Dimity und Pillover her zu sein scheint. Es gibt viel zu tun für Sophronia: eine Menge Fäden sind zu entwirren, einige politische Verwicklungen sind zu durchkreuzen und auch ein Ballbesuch steht wieder auf dem Programm...

Ein langes Jahr Wartezeit liegt hinter mir. Zum Glück konnte Curtsies & Conspirarcies dem gerecht werden. Mir hat der zweite Band der Finishing School-Reihe fast genauso gut gefallen wie der erste. Gail Carriger hat Sophronias Geschichte erneut mit ihrem wunderbar lustigen und sehr charmanten Stil in Szene gesetzt. Man trifft einige bekannte Charaktere wieder, wobei hier das Highlight ganz klar das kurze Intermezzo mit Lord Akledama war.
Sehr gut gefallen hat mir auch Sophronias Entwicklung. Dieses Mal läuft nicht alles so rund und dennoch ist und bleibt sie eine Heldin nach meinem Geschmack. Dass sie in der Lage ist, ihre Taten zu reflektieren, macht sie nur noch sympathischer. Lustig zu sehen ist, dass sie jetzt schon eine echte Herzensbrecherin ist, ohne es überhaupt zu beabsichtigen.

Zum Ende hin hat sich Curtsies & Conspirarcies für meinen Geschmack ein wenig zu schnell aufgelöst. Irgendwie kann ich mir nur schwer vorstellen, dass ein Auftritt in einer solchen Umgebung wirklich so erfolgreich ist. Sorry, für diesen etwas kryptischen Satz, aber es soll ja nicht zu viel verraten werden. Dennoch freue ich mich schon heute auf den nächsten Band, Waistcoats & Weaponry (keine Rezension), der nächsten Herbst erscheinen soll. Dort werden die schon angedeuteten Entwicklungen sicher weitergeführt. Ich bin sehr gespannt.

Fazit: Curtsies & Conspirarcies ist fast so schön, lustig und charmant wie Etiquette & Espionage gewesen. Die Finishing School-Reihe um Sophronia ist ebenso lesenswert wie die Parasol Protectorate / Lady Alexia-Reihe um Alexia.

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Cover Three Broken Promises Englisch

Enthält leichte Spoiler für One Week Girlfriend und Second Chance Boyfriend.

Seit er seinen besten Freund Danny alleine nach Afghanistan ziehen ließ, plagen Colin schreckliche Schuldgefühle. Denn während er selbst mit dem Geld seines Vaters ein lukratives Restaurant eröffnet hat, ist Danny nie lebend aus dem Krieg zurückgekehrt. Deshalb will Colin auf gar keinen Fall den letzten Wunsch seines besten Freundes ignorieren: Er soll auf Dannys kleine Schwester Jennifer aufpassen. Doch Jen hat sich bereits in schreckliche Schwierigkeiten gebracht, aus denen Colin sie zwar gerade noch befreien kann, bevor Schlimmeres passiert, die aber dennoch Spuren hinterlassen haben.
Nun lebt sie in Colins Haus und er ist jeden Tag mit der Versuchung konfrontiert, die Jen darstellt. Bisher hatte Collin noch nie Schwierigkeiten mit Frauen - vor allem deshalb, weil er sie nie nah an sich herangelassen hat - doch Jen geht ihm wie keine andere unter die Haut.

Jen hält es nicht mehr aus. Sie muss aus dieser kleinen Stadt raus und endlich die Schatten ihrer Vergangenheit hinter sich lassen. Ihre Lösung: Sie will nach Sacramento ziehen, dort einen neuen Job suchen und von vorne anfangen. Jetzt muss sie das nur noch Colin klar machen. Wenn sie ehrlich ist, ist er ein weiterer Grund, warum sie fort muss. Schon lange ist sie in ihn verliebt, doch Jen ist mehr als klar, dass aus ihr und dem Womanizer mit Bindungsangst nie etwas werden kann. Er sieht sie als kleine Schwester und möchte nichts anderes, als sie im Namen ihres Bruders beschützen. Also braucht Jen einen klaren Schnitt - in vier Wochen wird sie Stadt für immer verlassen.

Das lässt Colin einen Monat, Jen davon zu überzeugen, bei ihm zu bleiben. Doch will er das überhaupt noch, wenn er erst einmal hinter ihr dunkles Geheimnis kommt?

"All we do is talk in circles. I say the same thing, you say the same thing, and then everything is fine. But really, everything isn't fine. We just come back to this. Every. Single. Time."

Dieses Zitat sagt im Prinzip schon alles über Three Broken Promises von Monica Murphy aus, was man wissen muss. Denn in der Tat ist es nichts weiter als ein ewiges hin und her zwischen den beiden Hauptfiguren. Colin will Jen, Jen will Colin, aber auch ihrer Vergangenheit entkommen. Mehr passiert in diesem Buch nicht und der ganze Rest ist schlicht ein Tauziehen zwischen diesen beiden Charakteren.
Ich denke darüber hätte ich noch weitgehend hinwegsehen können, wenn die Charaktere charmant gewesen wären. Doch auch hieran fehlt es bei Three Broken Promises. Colin ist sehr dominant und auch wenn er nur das Beste für Jen will, erdrückt er sie förmlich. Er hat zwar echte Gefühle für sie, ist aber absolut unfähig, diese auszudrücken. Und trotzdem ist er noch der Angenehmere von den beiden, denn Jen ist unerträglich. Wie auch Colin bekommt sie den Mund nicht auf, um auch nur ein anständiges Gespräch mit ihm führen. Stattdessen fliegen regelmäßig die Fetzen zwischen den beiden, vor allem, da Jen absolut jedes einzelne Mal schnippisch oder zickig wird. Außerdem ist sie komplett unvernünftig und ruiniert sie sich lieber aus falschem Stolz das Leben, anstatt andere um Hilfe zu bitten. Probleme lösen diese beiden also im Laufe des Buches gar nicht, sondern bewegen sich stattdessen immer und immer wieder im Kreis.
Wie viele andere New Adult Bücher kommt auch Three Broken Promises nicht ohne eine gehörige Portion Drama aus. Und wenn man bedenkt, wie wenig wirklich passiert in diesem Buch, wirkt dieses Drama extra-künstlich und übertrieben. Vor allem gegen Ende gibt es eine Situation, die vollkommen an den Haaren herbeigezogen ist. Die Auflösung des Buchs ist dann auch noch ziemlich banal und nichtssagend. Die eigentlichen Knackpunkte, die das ganz Buch bestimmt haben, wurden nicht wirklich angesprochen, geschweige denn gelöst.

Dass Three Broken Promises von Monica Murphy am Ende dann aber wenigstens noch 1,5 Sterne bekommen hat, ist in erster Linie den erotischen Momenten zu verdanken, die recht schön gelungen und ziemlich heiß geraten sind. Allein diese Szenen haben dem Buch ein bisschen Pfeffer verliehen. Sonst hatte Three Broken Promises für mich leider nicht wirklich etwas zu bieten. Keine erwähnenswerte Geschichte und ziemlich nervenraubende Charaktere machen das leider unmöglich. Schade eigentlich, denn zumindest One Week Girlfriend, das erste Buch in der Reihe, hatte mir ziemlich gut gefallen. Hoffentlich kann Monica Murphy mit ihrem nächsten Buch wieder etwas mehr überzeugen.
Three Broken Promises erscheint am 31. Dezember 2013 in den USA.

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Cover World After Englisch

Enthält Spoiler für Angelfall / Angelfall - Fürchtet euch nicht.

Penryn ist vollkommen hilflos: Sie liegt immer noch vom Stich eines der Skorpionwesen betäubt auf dem Boden eines der Laster des Widerstands und alle denken, sie sei tot. Inklusive Raffe, der wutentbrannt und trauernd mit seinen neuen dämonischen Flügeln verschwunden ist. Als Penryn langsam wieder auftaut, muss sie sich als erstes einigen unbequemen Konfrontationen stellen, denn nur die wenigsten Mitglieder des Widerstands stehen Penryns Familie positiv gegenüber. Kein Wunder, wenn man bedenkt, dass Penryn von den Toten wieder auferstanden ist, Paige wie ein Zombie aussieht und ihre Mutter einen Wahnanfall nach dem nächsten bekommt.
Doch wenn Penryn ehrlich ist, fühlt auch sie sich mit der neuen Paige nicht ganz wohl. Aus ihrer süßen Schwester, die seit Jahren an ihren Rollstuhl gebunden war, ist eine Kreatur voller Narben mit rasiermesserscharfen Zähnen geworden. Und tatsächlich scheinen sich Penryns schlimmste Befürchtungen zu bewahrheiten: Eine Konfrontation zwischen Paige und einem anderen Menschen endet in einem Massaker. Paige flüchtet und seitdem fehlt jeder Spur von ihr.
Die Suche nach ihr stellt sich alles anderes als einfach heraus. Überall lauern Gefahren, in der Luft und auch auf der Straße. Ihre Suche führt Penryn ausgerechnet ins Zentrum des Geschehens und was sie über die Engel und ihre Pläne herausfindet, kann sie kaum fassen...

Zweieinhalb Jahre haben wir nun auf die Fortsetzung zu Angelfall / Angelfall - Fürchtet euch nicht von Susan Ee gewartet und die Erwartungen waren dementsprechend hoch. Nun ist World After endlich da und glücklicherweise, hat sich das Warten gelohnt - größtenteils zumindest.
Das zweite Buch setzt ziemlich genau da an, wo das erste aufgehört hat. Wir finden Penryn auf dem Weg in eine sehr ungewisse Zukunft wieder. Sie ist immer noch paralysiert und nutzt die Zeit, die Geschehnisse der letzten Tage noch einmal Revue passieren zu lassen. Dadurch bekommt der Leser einen kurzen Überblick bzw. Erinnerungsstützen, was alles passiert ist. So brauchte es auch nur ein paar Seiten und ich war schon wieder von dieser Welt gefangen genommen und konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen.
Die Geschichte entwickelt sich sehr rasant. Penryn muss mit der Realität umzugehen lernen, dass ihre kleine, früher so hilflose Schwester nicht mehr die Gleiche ist. Sie kann ihr kaum noch ins Gesicht schauen, aus Angst ein Monster zu sehen ? vermutlich zu recht. Trotzdem ist Paige für mich der interessanteste Charakter in dieser Geschichte. Man kann nie wissen, was als nächstes kommt, wenn es um sie geht. Fast alle Überraschungen, die dieses Buch zu bieten hat (und davon gibt es einige), hingen irgendwie mit Paige zusammen. Sie ist gruselig und erschreckend, aber auch immer noch irgendwie süß und herzzerreißend. Es ist wirklich eine ganz merkwürdige Mischung an Gefühlen, die Paige in einem aufwühlt.
Natürlich lebt die Geschichte aber nach wie vor hauptsächlich von Penryn und in gewisser Hinsicht auch von Raffe. Penryn ist ein starker Charakter wie eh und je. Sie lässt sich von nichts und niemandem unterkriegen, ist aber auch kein typischer Held. Zwar versucht sie jedem zu helfen, dem sie kann, allerdings kommt ihre Familie immer zuerst und sie ist nicht komplett selbstlos. Penryn ist ein realistischer Charakter, der eben nicht perfekt ist.
Worauf sich aber vermutlich jeder Leser am meisten freut, ist das Widersehen mit Raffe - darauf muss man allerdings lange, LANGE warten. Dass man bis dahin nicht wahnsinnig geworden ist, ist unter anderem der Handlung selbst zu verdanken, denn die ist gerade in der ersten Hälfte auch ohne Raffe extrem spannend und fesselnd. Hauptsächlich liegt das aber daran, dass Susan Ee sehr geschickt einen Stellvertreter für Raffe in ihre Geschichte eingebaut hat - Raffes Schwert. Nachdem es Raffe verstoßen hat, ist nun Penryn die Trägerin des Erzengelschwerts und das hat wirklich seinen eigenen Kopf. Es zeigt ihr immer wieder Flashbacks aus Raffes Vergangenheit. Manche liegen Äonen zurück und sollen Penryn beibringen, eine bessere Schwertkämpferin zu werden, andere erst ein paar Tage. Durch sie können wir nicht nur einen nie dagewesenen Blick hinter Raffes Fassade werfen, die Autorin schachert dem Leser auch geschickt Informationen zu, die wir sonst vermutlich nie bekommen hätten. Dadurch bekommt man erst gar keine Gelegenheit Raffe zu vermissen. Zumindest bis zu einem gewissen Punkt.
Denn eine große Schwachstelle hatte World After leider und das ist ein Abschnitt in der Mitte des Buches, der leider ziemlich langweilig geraten ist. Zwar lernt Penryn eine Menge über die Engel in dieser Phase, allerdings hätte man das auch etwas kompakter verpacken können und genau da fehlt Raffe besonders.

Dafür überschlagen sich danach die Ereignisse und dem Leser wird kaum eine Pause zum atmen gelassen. Am Ende sitzt man da und fragt sich was zum Teufel gerade eigentlich passiert ist. Der Cliffhanger ist zwar lange nicht so schlimm wie in Angelfall / Angelfall - Fürchtet euch nicht, aber dennoch genug, um den Leser wirklich bei der Stange zu halten.
Insgesamt ist World After von Autor daher ein würdiger Nachfolger, der glücklicherweise für einen mittleren Teil sehr gut gelungen ist. Zwar konnte es meiner Meinung nicht ganz mit dem ersten Band mithalten und in mancher Hinsicht hatte ich mir einfach etwas mehr erwartet. Trotzdem ist World After von Susan Ee spannend, unterhaltsam und phantasievoll, aber auch gruselig, grausam und oft auch etwas bizarr. Wie schon im ersten Teil gibt es zwar auch in diesem Fall nur sehr wenig Romantik, was die wenigen Momente, die es gibt aber nur umso intensiver und bedeutsamer wirken lässt und einfach Lust auf mehr macht.
Der dritte und vermutlich letzte Teil der Penryn and the End of Days-Reihe kann also gar nicht früh genug kommen und ist momentan für Juni 2014 geplant.

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Cover The House of Hades englisch

Achtung, diese Rezension enthält Spoiler für The Mark of Athena / Das Zeichen der Athene und die übrigen Bänder der The Heroes of Olympus / Helden des Olymp-Reihe.

Annabeth und Percy fallen dem Tartarus entgegen. Nach einem endlos erscheinendem Fall, schaffen sie es tatsächlich, ihre Landung zu überleben. Das Gute daran, sie sind zusammen. Das Schlechte, kein Ort der Welt ist so lebensfeindlich für Halbgötter wie der Tartarus. Sie merken die Auswirkungen sofort. Dabei haben sie sich noch keinen Meter in dieser Hölle fortbewegt. Wie sie jemals die Pforten des Todes in der Unterwelt erreichen sollen, ist ihnen ein Rätsel. Doch wie Percy und Annabeth nun mal so sind, denken sie an vieles, aber nicht ans Aufgeben...
Derweil haben Hazel, Frank, Jason, Piper und Leo zusammen mit Coach Hedge die Statue auf der Argo II geborgen und nun versuchen sie, einen Weg nach Griechenland zu finden und nebenbei Nico de Angelo aufzupäppeln, der - obwohl ein Kind des Hades - beinahe nicht mehr in die Welt der Lebenden zurückgekehrt wäre. Die Aufgabe der Halbgötter ist klar: Sie müssen Griechenland erreichen und unbedingt in das Haus des Hades eindringen. Dieser Temple enthält die Pforten des Todes in der Menschenwelt und bietet Gaeas versammelter Monsterarmee den direkten Weg in diese Welt für ihren Rachefeldzug gegen den Olymp. Doch diese Reise durch die antike Welt ist für Halbgötter alles andere als einfach...

Nach einer endlosen Wartezeit von einem guten Jahr, war ich mehr als glücklich, dass Buch endlich in den Händen zu halten. Und Rick Riordan hat es wieder mal geschafft: The House of Hades / Das Haus des Hades ist fantastisch gewesen. Dieses Mal darf man alle sieben Erzählperspektiven erleben und das ist tatsächlich auch gut so. Man erfährt von allen noch so einiges Neues. Insbesondere Jason und Leo, die mir bislang am wenigsten nahe waren, konnten mich wirklich positiv überraschen. Der eine durch sein Mitgefühl und Verständnis für jemanden mit echtem psychischen Leid und der andere durch seine wunderbare Art, mit einer schwierigen Situation umzugehen. Zu kryptisch? Tja, das ist Absicht. Denn glaubt mir - würde ich euch zu viel von diesen wunderbaren Szenen verraten - wärt ihr nachher wirklich traurig. Frank und Hazel sind ja schon länger meine Lieblinge und konnten mich auch dieses Mal wieder sehr begeistern. Selbst Piper, deren Gabe ja etwas neben denen der anderen verblasst, hat einige tolle Momente. Dass Annabeth und Percy zusammen noch mal besser sind, als jeweils für sich alleine, braucht eigentlich nicht extra betont werden.

Die Darstellung des Tartarus ist Rick Riordan ganz wunderbar gelungen. Wir treffen nicht nur ein paar Bekannte (einen erkennt man nur wieder, wenn man auch The Demigod Files (keine Rezension) gelesen hat), darunter sind sogar ein paar Charaktere, die das Herz des Lesers erobern. Es gab eine Stelle, da musste ich wirklich ordentlich Schlucken. Wer kann aber auch ahnen, dass selbst Giganten und Titanen ein Herz haben können...
Doch auch die Götter und Monster denen die Crew der Argo II begegnet sind sehr, sehr lesenswert. Freut euch auf einen interessanten Aufenthalt in Venedig, ein Wiedersehen mit einer sehr charmanten Göttin und einer ganzen Ansammlung an verrückten Naturgöttern. Hinzu kommt noch das grandiose Finale an zwei Fronten, dass schließlich so ausgeht, wie Hazel es vorhergesehen hat. Doch zum Glück sind Prophezeiungen variabler als man meinen könnte.
Die Schwierigkeiten, die ich bei The Mark of Athena / Das Zeichen der Athene noch hatte, also mich auf vergangene Ereignisse besinnen zu können, hatte ich mit The House of Hades / Das Haus des Hades überhaupt nicht. Entweder ich habe durch den Cliffhanger des letzten Buches einfach mehr drüber nachgedacht, oder aber die sieben Perspektiven waren der entscheidende Faktor. Jedenfalls habe ich rein gar nichts an The House of Hades / Das Haus des Hades auszusetzten. Bis auf die Kleinigkeit, dass wieder ein Jahr Wartezeit ansteht, bis dann am 7. Oktober 2014 endlich der letzte Band The Blood of Olympus erscheint. Der Titel klingt schon mal vielversprechend.

Fazit: Eine spektakuläre Fortsetzung der The Heroes of Olympus / Helden des Olymp-Reihe. Meine Empfehlung lautet: unbedingt lesen. Zum Erscheinen der deutschen Ausgabe ist mir noch nichts bekannt. Ich denke aber mal, dass der Carlsen-Verlag seine Leser kein ganzes Jahr warten lässt.

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