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Hochsommermord

Tags: Krimi
09.02.2014
Cover Hochsommermord deutsch

Moritz Kepplinger packt seine letzten Sachen zusammen. Sein Studium an der Hochschule der Polizei hat er erfolgreich abgeschlossen und wird in wenigen Tagen in Göppingen seinen Dienst als Kriminalkommissar antreten.
Viel ist es nicht, was er aus seiner Studentenwohnung mitnimmt. Allerdings hat er noch einige Sachen bei seiner Ex-Freundin Valerie im Keller zu stehen. Diese geht ihm schon seit einer ganzen Weile auf die Nerven mit den Kartons. Doch Moritz hat Angst davor zu ihr zu fahren.
Die Trennung hat ihn völlig unvorbereitet getroffen. Bis heute kann oder will ihm Valerie keinen Grund dafür nennen und Moritz hängt in der Luft. Irgendwann muss er sich der Situation stellen, doch nicht heute.

Lea Thomann ist in Eile, als ihr Telefon klingelt. Ihr Mutter, natürlich. Jedes Mal schafft diese es sie in den ungünstigsten Zeiten anzurufen. Doch Lea ist sich auch durchaus bewusst, dass sie keine gute Verbindung zu ihrer Mutter pflegt. Sie würgt sie ab, da sie dringend zum Dienst muss.
In dieser heißen Jahreszeit macht es noch weniger Spaß als Polizistin unterwegs zu sein.
Der Tag verspricht turbulent zu werden. Lea und ihr Partner werden zu einem schweren Unfall gerufen. Mehrere Wagen sind ineinander gefahren und stehen in Flammen. Lea kann den Anblick beinahe nicht ertragen.
Als dann auch noch eines der Opfer in den Flammen steht und sich bewegt, kippt sie um. Diese Bilder wird sie so schnell nicht wieder los werden.
Als sie zurück in der Dienststelle ist schiebt sie Wachdienst und sieht einen Anruf von einer gewissen Susanne Jessen. Da erinnert sich Lea, dass die Familie Jessen ihr bestens bekannt ist – dienstlich.

Susanne Jessen wartet auf die Wiederkehr ihrer Tochter. Das Wochenende hat ihre 10-Jährige Tochter Manuela bei ihrem Vater verbracht, doch er weiß genau, dass Manuela am Sonntagabend pünktlich zum Beginn der Lindenstraße zu Hause sein soll.
Doch ihre Mutter wartet vergeblich. Sie versucht ihren Ex-Mann zu erreichen, schafft es jedoch nicht. Es war ja klar, dass er sich nicht an die Verabredung hält. Susanne war außer sich vor Wut. Es war die beste Entscheidung ihres Lebens, sich von Gerd Jessen scheiden zu lassen. Leider haben sie ein gemeinsames Sorgerecht, obwohl Susanne weiß, dass Gerd der gemeinsamen Tochter nicht gut tut.
Als sie ihren Ex-Mann erreicht erwischt sie ihn gerade bei der Heimfahrt von einem Ausflug mit seinen Kegelfreunden. Jetzt fiel ihr auch wieder ein, dass er dieses Wochenende gar nicht geplant hatte die Zeit mit Manuela zu verbringen. Vielleicht hat er sie dennoch einfach mitgenommen. Das traut sie ihm auf alle Fälle zu. Angeblich sei er bald daheim, dann würde sie ja wissen ob Manuela bei ihm ist oder nicht.

Moritz hat seinen ersten Abend in Göppingen bei einem netten Griechen verbracht und kommt leicht verkatert am Montagmorgen, seinem ersten Tag in die neue Dienststelle. Er hätte nie gedacht, dass dieser Tag sein Leben derart verändern würde.
Es dauerte eine halbe Ewigkeit bis er zu seinem neuen Chef kam um sich vorzustellen. Kurz vor Ende des Gespräches stürmte die Sekretärin herein und übergab ihrem Chef einen Faxausdruck. Dieser wundert sich. Ein vermisstes Kind. Das ist für gewöhnlich nicht ihre Baustelle. Doch da alle anderen Beamten gerade im Dienst unterwegs sind, drückt der Chef Moritz das Fax in die Hand. Sein erster Fall. Dabei hat er noch nicht mal einen Schreibtisch.
Als im klar wird, dass die 10-Jährige Manuela bereits seit Freitagmittag vermisst wird, beginnt er zu wirbeln. Die ersten Stunden nach dem Verschwinden sind die wichtigsten. Die Mutter der kleinen Manuela liegt mit einem Nervenzusammenbruch im Krankenhaus. Eine Vernehmung ist ausgeschlossen. Der Vater des Kindes scheint sich um den Gesundheitszustand seiner Ex-Frau nicht zu kümmern. Seine kleine Tochter ist ihm jedoch sehr wichtig. Leider kann er den Beamten nicht helfen. Und seine Vergangenheit wirft kein gutes Licht auf ihn.

Als Lea Thomann von der Vermisstenanzeige der kleinen Manuela erfährt, will sie unbedingt mit dem leitenden Beamten der Ermittlungen sprechen.
Moritz ist verwundert über das Interesse der Polizistin, doch schon bald erweist sich ihr Wissen als enorm wichtig.
Doch, können sie Manuela überhaupt noch lebendig finden?

Jochen Frech legt mit Hochsommermord seinen Debütroman vor. Natürlich merkt man, dass seine persönliche Berufslaufbahn als ehemaliger SEK-Beamter ihm bei der Geschichte zu Gute kommt.
Schnell wird klar, dass er sich in dem Metier gut auskennt und kann somit die Abläufe glaubhaft vermitteln.

Der Roman beginnt mit einem kleinen Abschnitt über ein kleines Mädchen einige Jahre vor den eigentlichen Ereignissen. Das hat mich etwas verwirrt, ergibt aber alles einen Sinn.
Die einzelnen Hauptcharaktere sind gut ausgearbeitet und kommen durchaus glaubhaft rüber. Der Autor hat es allerdings etwas zu gut gemeint mit den persönlichen Schicksalen Protagonisten. Eigentlich hat jeder ein dunkles Loch in seiner Vergangenheit, das er gern verbergen möchte.
Er wirft dem Leser immer einen kleinen Brocken hin um ihn am Grübeln und Knobeln zu halten, aber bei einem gut 300 Seiten Buch hätte man das vielleicht einfach etwas schneller hinter sich bringen können.

Die Geschichte an sich liest sich gut weg und ist auch durchgängig spannend. Man muss natürlich wissen wie die Ermittlungen laufen und ob es den beiden am Ende gelingen wird das Mädchen lebend zu finden.
Die Erzählstränge wechseln hier immer wieder zwischen Moritz, Lea, Susanne Jessen, Gerd Jessen und dem Täter. Wobei man natürlich nie erfährt, wer es ist.

Zwei Dinge haben mich gestört. Es gibt eine kurze Szene mit einem Fuchs – die fand ich jetzt irgendwie sehr merkwürdig und auch nicht zwingend notwendig für die Geschichte.
Außerdem ging mit Moritz mit einem Satz, den er sich als Mantra immer wieder ins Gedächtnis gerufen hat, auf die Nerven. Drei Mal hätten ja gereicht, aber es waren meinem Empfinden nach wenigstens zehn Male. Dafür ziehe ich dem Buch aber nur einen halben Stern ab, denn der Autor hat es geschafft mich spannend zu unterhalten und ich warte nun, ob es bei diesem einen Roman bleibt, oder ob er die beiden Ermittler noch einmal zusammenführt um einen neuen Fall auf zu decken.

Vielen lieben Dank an dieser Stelle an den btb-Verlag für die Möglichkeit dieses Buch zu rezensieren.

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Cover Fiery Heart Englisch

Enthält Spoiler für die ersten drei Bücher der Bloodlines-Reihe.

Ihr ganzes Leben hat Sydney Sage nach dem Kodex der Alchemisten gelebt. Sie hat ihre Regeln befolgt und an das geglaubt, was ihr beigebracht wurde. Lange Zeit hat dazu auch gehört, alles Vampirische zu verachten und es als etwas Unnatürliches anzusehen. Doch durch ihren neuen Auftrag in Palm Springs, die Schwester der Moroi-Königin zu schützen, haben sich ihre Ansichten nach und nach geändert. Viele ihrer besten Freunde sind nun Moroi und Dhampire.
Jetzt hat sie allerdings noch den letzten und vermutlich waghalsigsten Schritt getan: Sie hat eine Beziehung mit einem Moroi begonnen. Doch Sydney und Adrian sind füreinander bestimmt und sie haben aufgegeben, sich dagegen zu wehren. Noch müssen sie ihre Beziehung aber geheim halten, denn wenn die Alchemisten davon erfahren würden, hätte das schlimme Konsequenzen für Sydney.
Das ist allerdings alles andere als einfach, denn gerade erst ist Sydneys Schwester Zoe zur Gruppe gestoßen. Und sie folgt den Regeln und Moralvorstellungen der Alchemisten bis ins kleinste Detail. Ausgerechnet ihre Schwester ist also die größte Gefahr, die Sydneys Doppelleben auffliegen lassen könnte. Doch das muss sie in Kauf nehmen - nicht nur für Adrian, sondern auch für ihre eigenen Überzeugungen. Sie steht kurz vor einem Durchbruch, mit dem sie Marcus und seiner Rebellengruppe große Dienste erweisen könnte und das will sich Sydney auf keinen Fall nehmen lassen. Selbst wenn sie dafür die schlimmste Strafe riskiert, die sie sich vorstellen kann: Die Umerziehungsanstalt der Alchemisten...

Und wie in The Fiery Heart / Bloodlines: Feuriges Herz von Richelle Mead bald klar wird, gibt es kaum etwas Schlimmeres, als diese Umerziehung (engl. re-education). Man merkt sehr schnell, wie viel Angst Sydney vor diesem Schicksal hat - und das zu Recht, denn von den Alchemisten, die sich dieser 'Therapie' unterziehen mussten, bleibt nicht viel mehr, als eine leere Hülle übrig. Durch Sydneys Schwester Zoe wird alles nur noch schlimmer. Nichts ist ihr wichtiger, als ihren gefühlskalten Vater zu imponieren - auch nicht ihre eigene Schwester. Doch obwohl Sydney die Risiken absolut bewusst sind, kann sie ihre Vorhaben nicht aufgeben. Sie arbeitet an einer Möglichkeit die Wirkung des Tattoos, das den Gehorsam der Alchemisten sichern soll, aufzuheben. Außerdem führt Sydney zum ersten Mal ein Leben, in dem ihre eigenen Wünsche eine Rolle spielen. Sie hat endlich die akademische Freiheit, die sie immer wollte. Sie hat echte Freunde und es ist ihr ganz egal, dass sie Vampire sind. Sie hat in der Magie ihre eigentliche Berufung gefunden. Und sie hat Adrian. Ich hatte am Anfang der Bloodlines-Reihe ja so meine Zweifel, was Sydney und Adrian anging, aber mittlerweile haben sie mich absolut auf ihre Seite gezogen. So unlogisch es auch scheinen mag, dass ausgerechnet der Partyboy mit einem Hang zu Exzessen und die brave, propere Alchemistin zueinander finden, sind sie am Ende doch wie gemacht füreinander.
Ihre Liebesgeschichte nimmt dementsprechend viel Raum in der Handlung von The Fiery Heart / Bloodlines: Feuriges Herz ein. Insgesamt fand ich das eigentlich sehr schön, besonders wenn man bedenkt, wie langsam sich ihre Beziehung bisher entwickelt hat. Trotzdem waren mir die ständigen Liebesschwüre doch irgendwann mal etwas zu viel. An meiner Meinung zu den beiden hat das zwar nichts geändert, dennoch schrammelten die beiden manchmal haarscharf am Kitsch vorbei.

Cover Feuriges Herz Deutsch

Wirklich besonders macht The Fiery Heart / Bloodlines: Feuriges Herz aber die zweigeteilte Perspektive. Denn dieses Mal wird die Geschichte abwechselnd aus Sydneys, aber auch Adrians Sicht erzählt. Wir wussten ja bereits ziemlich viel über ihn, seine Stimmungsschwankungen und den Einfluss, den Spirit auf ihn hat. Trotzdem ist dieser Einblick in sein Innerstes natürlich noch einmal etwas völlig anderes. Ich habe erst jetzt wirklich das Gefühl, ihn zu kennen. Auch über seine Ansichten zu seinen Kräften, Jill, Sydney und nicht zuletzt Rose erfahren wir eine Menge und bis zu diesem Zeitpunkt habe ich gar nicht gemerkt, wie sehr mir dieser Teil der Geschichte eigentlich gefehlt hat. Zwar sind seine Launen und teils sehr emotionalen Überlegungen manchmal ein wenig anstrengend, allerdings erfährt Adrian in The Fiery Heart / Bloodlines: Feuriges Herz etwas über sich selbst, dass einiges über ihn und sein ganzes Wesen erklärt.

The Fiery Heart / Bloodlines: Feuriges Herz von Richelle Mead ist eigentlich alles, was ich mir von diesem Buch erhofft hatte: Eine spannende Geschichte, viele neue Erkenntnisse bzw. Einblicke und natürlich eine große Portion Romantik. Sydney und Adrian machen große Fortschritte - sowohl persönliche, als auch in ihrer Forschung - und könnten damit vielleicht die Welt verändern...doch das wird ihnen natürlich alles andere als einfach gemacht.
Nach dem Ende von The Fiery Heart / Bloodlines: Feuriges Herz kann Silver Shadows / Bloodlines: Silberschatten nun gar nicht schnell genug erscheinen. Auf Englisch erscheint der am 29. Juli 2014. Einen festen deutschen Erscheinungstermin scheint es bisher noch nicht zu geben. Vorher muss allerdings sowieso erst Bloodlines: Feuriges Herz am 3. April 2014 bei uns erscheinen.

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Cover Checkmate Englisch

Alles hat vor 25 Jahren angefangen: Seit Rory und Connor zum ersten Mal in der Vorschule aufeinandertrafen, sind sie wie Hund und Katz. Connor schubst Rory von der Schaukel und als Rache schmeißt sie ihn in einen Tümpel. Jeden Tag lassen sich die beiden etwas Neues einfallen, um sich gegenseitig zu quälen. Das ändert sich auch nicht, als die beiden erwachsen werden und ihre eigenen Baufirmen eröffnen. Mittlerweile sind sie berühmt-berüchtigt in ihrer Heimatstadt. Fast alle Restaurants, Supermärkte, Schulen, Jahrmärkte und so ziemlich alle anderen öffentlichen Einrichtungen dürfen Rory und Connor nur noch einzeln betreten, da bei ihren Streitereien einfach schon zu viel zu Bruch gegangen ist.
Doch jetzt wird ihre Feindschaft auf die ultimative Probe gestellt: Rory und Connor müssen für die Renovierung eines alten Hotels ihre Ressourcen vereinen und zusammenarbeiten. Die ganze Stadt hält bereits den Atem an und wartet darauf, dass die Sache eskaliert. Tatsächlich tun die beiden zunächst alles, um den anderen zu sabotieren, denn beide wollen die Lorbeeren für dieses Projekt einheimsen.
Doch dann schmiedet Connor einen perfiden Plan. Er will Rorys Brüder, die für sie arbeiten und die besten Handwerker der Gegend sind, für sich gewinnen und Rorys Firma in den Ruin treiben. Wenn er dafür gute Miene zum Bösen Spiel machen muss, macht ihm das nicht sonderlich viel aus. Denn obwohl Rory ihn in den Wahnsinn treibt, ist sie doch nach wie vor die schönste Frau, die er je gesehen hat...

Checkmate von R. L. Mathewson ist das erste Buch, in der [Reihe]-Reihe, das nicht von einem Bradford handelt. Doch Connor und Rory stehen ihren Vorgängern in nichts nach, was Dickköpfigkeit angeht. Wenn diese beiden aufeinandertreffen, dann fliegen die Fetzen und man wird keinen der beiden jemals dabei erwischen, wie er nachgibt. Das sorgt natürlich, wie für diese Reihe üblich, für alle möglichen kuriosen, witzigen und bizarren Situationen - denn diese beiden schenken sich nichts. Deshalb ist auch Checkmate wieder ziemlich lustig geworden. Wer etwas albernen Humor mag, der wird sicher Spaß mit diesem Buch haben. Allerdings war er mir dieses Mal oft zu flach und einseitig. Als zum zehnten Mal erwähnt wurde, dass die Leute schreiend davon liefen, als sich Connor und Rory sich mal wieder an Gurgel gingen, war auch dieser Witz irgendwann ausgelutscht. Und so war es leider mit vielen der Scherze, die meisten haben sich ständig wiederholt.
Leider trifft das nicht nur auf den Humor, sondern auch den Schreibstil zu. Das Buch wäre wesentlich kürzer und flotter geraten, hätte sich R. L. Mathewson nicht ständig wiederholt. Gerade was Rorys und ihren Selbstbetrug (nämlich, dass Connor sie kalt lässt) angeht, war ich ihrer immer gleichen Gedankengänge schnell müde.
Ein ganz großes No Go aber war für mich Connors Einstellung. Er war allen Ernstes bereit, Rorys Geschäft und ihre Lebensgrundlage zu zerstören, ihre Familie zu entzweien und hat dann tatsächlich noch erwartet, dass Rory für ihn arbeitet (um mit kürzen Röcken für ihn Kaffee zu holen) und dass die beiden eine gemeinsame Zukunft haben. Von diesem Plan hat er extrem lange nicht abgelassen. Deshalb konnte ich auch nicht so recht mit ihm warm werden.

Doch Checkmate hat auch durchaus ein paar gute Seiten. Z.B. gibt es ein, zwei ernsthaftere Einschläge, die den doch oft übertriebenen Humor etwas ausgleichen. Außerdem kommt auch diese Geschichte nicht ganz ohne Bradfords aus und so sieht man vor allem in der zweiten Hälfte sehr viel über diese verfressenen Kerle, die wir bereits in den ersten beiden Büchern der A Neighbor from Hell-Reihe kennengelernt haben.

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Cover The Beginning Of Knowledge englisch

The Beginning of Knowledge ist für Leser unter 18 Jahren nicht geeignet.

In The Beginning of Knowledge trifft Alan Castelton den jüngeren Luke Milton abends bei einem Ausflug mit seinen Kollegen vom Büro zur Unterstützung der Collegestudenten (Academic Support Office). Luke wird dort künftig als Aushilfskraft mitarbeiten. Schon auf den ersten Blick fliegen Funken zwischen den beiden. Alan ist erschreckt von dieser Anziehungskraft und flüchtet. Luke läuft ihm hinterher und küsst ihn. Er insistiert solange, bis Alan sich auf ein Date mit ihm einlässt. Doch dieses läuft kein bisschen so, wie Alan es sich vorgestellt hat. Luke ist extrem unterwürfig und masochistisch veranlagt und forciert Alans dominantes, ja schon sardistisches Verhalten. Alan weiß nicht recht, wie ihm geschieht, lässt aber zu immer krasseren Handlungen hinreißen und muss sich mit dieser ganz speziellen Seite seiner sexuellen Vorlieben, mit dieser beginnenden Erkenntnis (The Beginning of Knowledge) über seine sadistische Ader auseinandersetzen.

The Beginning of Knowledge ist mit etwa 30 Seiten eine kurze und krasse Geschichte. Über lange Teile will Alans Verstand nicht wahrhaben, welche Erkenntnis ihm die Begegnung mit Luke bringt. In seiner Verzweiflung sucht er sogar Hilfe bei einem Campus-Psychologen, ohne aber wirklich von Luke loszukommen. Man könnte meinen, dass Luke ein Opfer ist, tatsächlich ist er aber einfach nur ein wirklicher Masochist, der sich eine wirklich exzessive Behandlung, etwa mit Schlägen, schmerzhaftem Sex und Erniedrigung wünscht. Als Alan es am Ende - trotz aller Erkenntnis - nicht mehr aushält, bedauert Luke das und verschwindet wirklich aus Alans Leben. In diesem Moment erscheint Luke als der viel stärkere Charakter. Schließlich hat er seine Vorlieben erkannt und lebt sie auch aus. Der Weg bis zu dieser Akzeptanz liegt am Ende von Anne Brookes Geschichte noch vor Alan.

Der Schreibstil ist klar und prägnant und ohne echte Zuneigung zwischen den Charakteren. Das macht die sexuellen Interaktionen zwischen Alan und Luke in The Beginning of Knowledge zwar sehr einprägsam, damit auch verstörend. An dieser herzlosen Direktheit liegt es vermutlich auch, dass ich der Geschichte keine volle Punktzahl geben kann. Mit sexueller Unterwerfung und Dominanz fühle ich mich wohl. Auch den Wunsch von Menschen, in ihrem Sexleben Masochismus und Sadismus erleben zu wollen, kann ich begreifen (auch wenn ich das für mich nicht brauche). Eine solche Interaktion ohne wirklich Zuneigung zwischen den Charakteren zu erleben, war mir dann aber doch ein wenig zu viel. Wenn ich diese Geschichte mit der ebenfalls krassen Geschichte von Luke und Slader in Luke's Brutal Abduction (keine Rezension) vergleiche, muss ich mir wohl eingestehen, dass ich bei dem Thema Sadomasochismus doch Zeichen von Zuneigung und Liebe brauche und auch ein glückliches Ende nicht verkehrt wäre.
Dennoch war The Beginning of Knowledge interessant und ist mir sehr nachhaltig im Gedächtnis geblieben. Sicher war das nicht die letzte Geschichte von Anne Brooke, die ich gelesen habe.

An dieser Stelle ein Dankeschön an Anne Brooke, die dieses Buch auf BookLikes im Rahmen eines Gewinnspiels angeboten hat.

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Cover Die Pralinenkur deutsch

Eva ist Anfang 40 und im Augenblick sehr glücklich. Sie hat zusammen mit ihrer Freundin ein relativ erfolgreiches Catering-Unternehmen und sieht einigen freien Tagen mit ihrem Liebsten entgegen.
Damien ist genau der Mann, bei dem sie sich wohlfühlt. Wenn er bei ihr ist, fühlt sie sich gut, geliebt und unglaublich sexy. Dann kocht sie für ihn, füttert ihn und verbringt den ganzen Tag in seinen Armen.
Doch Damien ist nicht sehr häufig bei ihr. Er ist Tierdokumentarfilmer und ständig unterwegs. Das ewig beständige ist nichts für ihn und so ist es jedes Mal wieder eine Überraschung, wann sie sich das nächste Mal sehen.

Während Eva glückseelig ist mit den Stunden die sie und Damien haben, ist ihre Freundin Desirée mit einem Mann verheiratet der ihr das gegeben hat, was sie wollte: zwei Kinder und eine Kreditkarte. Für Desirée gibt es die große Liebe nicht, es ist alles nur ein Arrangement.
Doch Eva glaubt an die große Liebe - denkt sie zu mindestens.

Unerwartet kommt ein neuer Auftrag für die Firma rein. Einer ihrer Exfreunde feiert seine Hochzeit nach und sein Vater hat sie engagiert. Natürlich weiß er nicht wer sie ist, doch für Eva bringt das die Welt aus den Fugen. Wie soll sie ihrem Verflossenen gegenübertreten? Schließlich ging es nicht wirklich freundlich auseinander.
Ganz professionell nimmt sie die Wünsche ihres Auftraggebers auf und ist in Gedanken bereits wieder im Bett bei ihrem Liebsten.
An diesem Tag ändert sich jedoch ihr Leben grundlegend. Denn Damien spürt, dass es Zeit wird für sie beide, dass er geht. Er weiß, dass es jetzt nicht mehr schöner werden kann und verabschiedet sich tränenreich von ihr.

Eva ist ein Wrack. Sie heult sich die Augen aus und klagt Desirée ihr Leid. In dieser Situation ist diese jedoch ganz Freundin und versucht sie zu trösten.
Aber Eva kann nicht mehr rational denken und stürzt sich ins Nachtleben. In einem Restaurant beginnt sie ihren Rachefeldzug gegen die Männer dieser Welt und landet am Ende bei sich selbst. Nun kann ihr nur noch ein Psychologe helfen. Und Eva fängt an über ihr Leben, ihre Liebe und ihre Verflossenen nachzudenken.

De perfecte minnares / Die Pralinenkur ist definitiv nicht das Buch, was ich erwartet hatte. Ich dachte es würde sich hierbei um eine nette Geschichte handeln um eine Frau auf dem Weg zu sich selbst. Doch es beginnt als halber Bridget-Jones-Abklatsch und endet in einer wilden Geschichte ohne Sinn und Verstand.
Ich habe keine Ahnung, was die Autorin dazu gebracht hat dieses Buch zu schreiben, es wäre allerdings besser gewesen, wenn sie es gelassen hätte. Nach gut 100 Seiten dachte ich - okay, jetzt wird's langsam - doch kurz darauf wurde es nur noch schlimmer.

Eva lebt nur für die Männer. Sie verbiegt sich für jeden Mann neu und gibt sich die größte Mühe genauso zu sein, wie sie sie sich wünschen. Dabei vergisst sie sich total und lässt zudem alles mit sich machen. Leider lernt sie daraus überhaupt nicht. Auch als sich langsam aufklärt warum sie so ist, versteht man ihr Verhalten nicht.
Einzig dem Essen gegenüber scheint sie sie selbst zu sein - immerhin.

Ich bin mit dem Charakter der Eva nicht warm geworden. Ich hatte beinahe auf jeder Seite das Gefühl ihr würde mal ein Eimer Eiswasser ganz gut tun. Sie scheint besessen davon zu sein, sich an der Männerwelt zu rächen - ohne Rücksicht auf Verluste.

Zu guter Letzt hatte ich gehofft wenigstens die Rezepte könnten mich etwas versöhnen, aber weit gefehlt. Ich habe mich an einem Rezept versucht und es ging total in die Hose. Das liegt nicht etwa daran, dass ich mich zu blöd angestellt hätte, sondern viel eher daran, dass entscheidende Details fehlen oder nicht übersetzt wurden.

Ich bin von diesem Buch wahnsinnig enttäuscht und gebe den einen Stern auch nur, weil ich zwischendurch tatsächlich einen Lichtblick hatte und mich für ca. 50 Seiten gut unterhalten fühlte in der Hoffnung, dass es doch noch ein unterhaltsames Buch werden könnte.
Die vielen philosophischen Abschweifungen haben es jedoch schnell wieder kippen lassen.

Ich möchte mich dennoch ganz herzlich beim btb-Verlag für das Rezensionsexemplar bedanken.

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