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Blütenmord

Tags: E-Book, Krimi
20.05.2014
Cover Blütenmord deutsch

Hauptkommissar Rudolf Ehrhart steht kurz vor der Pensionierung, doch ein Fall lässt ihn nicht zur Ruhe kommen. Schon seit langem ist er auf der Spur eines Fälscherringes und alle Indizien führen in ein Nobelhotel an der Nordsee.
Sein Chef hat Angst, dass er seinen letzten Fall versauen könnte, falls sich die Spur als falsch herausstellt. Er gewährt dem Hauptkommissar keinen Einsatz in Ostfriesland. Dieser denkt allerdings gar nicht daran aufzuhören und schickt kurzerhand seine Patentochter Helena los.

Helena ist Privatdetektivin und derzeitig nur mit kleinen Aufträgen betraut. Aber der große Fisch wartet noch irgendwo da draußen ganz sicher auf sie. So lange spioniert sie halt potenziellen Fremdgängern nach und verdient sich so ihre Brötchen.
Ihr Patenonkel hätte sie natürlich viel lieber bei der Polizei gesehen, doch Helena hat einen gewissen Drang ihr eigenes Handeln zu lenken. Da braucht sie keinen höheren Beamten der ihr sagt, was sie zu tun und zu lassen hat.

Als Rudolf Kontakt zu Helena aufnimmt ist diese Feuer und Flamme. Sie weiß dass es dabei gefährlich werden könnte, doch ein Luftwechsel würde ihr auch mal ganz gut tun.
Kurzerhand macht sie sich auf den Weg nach Ostfriesland. Das Wetter zieht sie gleich in ihren Bann. Die Sonne glitzert im feuchten Watt und der Wind treibt flatternde Papierdrachen durch die Luft.
Das Hotel ist wirklich nobel und auch ganz gemütlich. Schnell hat Helena alle Wege gesehen und überlegt wie sie vor den wachen Augen des Personals in die unteren Etagen eindringen kann. Wenn hier irgendwo Falschgeld gedruckt wird, dann doch sicherlich in den Kelleranlagen.

Helena ist nicht die einzige Person die im Hotel Henning versucht herauszufinden was vor sich geht. Der Besitzer des Hotels ist inzwischen nicht mehr der Jüngste und wurde von einem Herzinfarkt ans Bett gefesselt. An seine Ohren gelangen dennoch die schlimmsten Berichte. So verschwinden Schmuck und Geld der Gäste und keiner weiß wohin.
Da Christoph Hennig senior sich nicht mehr um die Angelegenheiten kümmern kann, schickt er seinen Enkel los.
So treffen dann auch Helena und Christoph junior das erste Mal aufeinander. Zu diesem Zeitpunkt befindet sich Helena bereits mitten in ihrer Spurensuche und irgendwie auch in einer kleinen Flirterei.
Dumm nur, dass eigentlich jeder Gast in diesem Hotel verdächtig ist.

Durch einen Aufruf bei Facebook bin ich auf den Klarant-Verlag gestoßen. Dort wurden Blogger gesucht die Lust haben ein paar Sachen des Verlages zu lesen und zu rezensieren. Da die Bücher dort alle sehr kurz sind, habe ich mich einfach mal für diesen kleinen Nordseekrimi gemeldet.
Mit seinen 92 Seiten ist er eine kurzweilige Unterhaltung für zwischendurch und dafür auch gar nicht schlecht.

Dem Leser werden recht schnell die wichtigen Personen vorgestellt und auch wenn es eine kurze Einleitung ist, kann man sich einfach ein Bild zu jedem machen.
Die Seiten lesen sich gut weg, was durchaus auch an der einfachen Sprache liegt. Hier wird nicht mit Fremdwörtern um sich geworfen und die Autorin versucht sich auch nicht in Zungenbrechern.
Sehr sympathisch also. Die Kriminalgeschichte startet direkt und bringt den Leser fix in die Geschehnisse. Es gibt in diesem Buch Spannung, die Sehnsucht nach der Nordsee und eine Liebesgeschichte die teilweise mehr Raum einnimmt als der eigentliche Krimi.
Für 92 Seiten schon ziemlich viel.

Was mich jedoch gestört hat waren die vielen Fehler. Da werden Namen vertauscht (aus Seidel wird Seifert und dann wieder Seidel) und es fehlen einige Wörter in den Sätzen. Gerade bei einem so kurzen Buch müsste es doch möglich sein auf solche Dinge zu achten.
Trotzdem hat mir das Buch Spaß gemacht und ich habe mich an die Deiche der Nordsee versetzt gefühlt =)

Vielen Dank an den Klarant-Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

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Cover Fire and Ice: Ryan Black deutsch

Ryan Black ist endlich angekommen. In den nächsten zwei Wochen ist er einfach nur ein Mitglied der legendären 'Fire&Ice'-Truppe die mit ihren Feuershows auf dem alljährlichen Mittelalterfest in Talin auftreten. Diese zwei Wochen im Jahr sind sein einziger Urlaub, da er als Jungunternehmer eines großen Imperiums mehr als genug um die Ohren hat.
Weit ab der Presse und der geldgierigen Weiber in Amerika kann er hier einfach nur er selbst sein.

Sky ist wieder im Schoß ihrer 'Familie'. Ihre Mittelaltergruppe 'Setarip' ist in Talin angekommen und hat sich bereits eingerichtet. Das Zelt steht und auch das Feuer brennt bereits. Endlich kann sie sich ein wenig entspannen, auch wenn ihr die Angst vor ihrer Vergangenheit immer im Nacken sitzt.
Ihre Freundin Maya war ihr in den letzten Jahren eine große Stütze und jetzt hat sie auch wieder ihren besten Freund Fabio um sich. Sky genießt die Nähe zu ihrem beinahe Bruder und merkt kaum, dass er sich doch mehr von ihr erhofft.

Wie in jedem Jahr ist die 'Fire & Ice'-Gruppe, die nur aus männlichen Mitgliedern besteht, schnell von hübschen Frauen umschwärmt. Beinahe jeder Mann hat sich bereits eine Frau für die Nacht gesucht, aber Ryan will erst einmal sehen was es dieses Jahr auf dem Markt gibt.
Doch er kommt nicht weit. Schon nach kurzer Zeit erspäht er Sky vor dem Feuer sitzen und ist wie elektrisiert. Das ist sie. Diese hübsche Blondine wird seine Eroberung für die nächsten zwei Wochen sein. Sie weiß es nur noch nicht.

Sky hat mit Männer nichts mehr am Hut. Sie beginnt in wenigen Wochen ein neues Leben in einem neuen Land. Davon weiß bisher aber nur ihre beste Freundin Maya etwas. Den anderen Mitgliedern ihrer Gruppe will sie es am Ende des Festes sagen. Bis dahin möchte sie mit ihnen so viel Zeit wie möglich verbringen.
Kurz erspäht sie einen großen und durchaus attraktiven Mann. Der wäre genau ihre Kragenweite, aber Sky kann derlei Probleme gerade gar nicht gebrauchten.

Am nächsten Tag schlendern Maya und Sky über den Markt um sich ein wenig umzusehen. Sie bleiben an einem Stand stehen der unheimlich schönen Schmuck verkauft. Eine Kette hat es ihr besonders angetan, aber das Geld kann sie dafür leider nicht ausgeben.

Ryan erspäht seine Beute mit ihrer Freundin zusammen an einem Stand. Er war schon auf der Suche nach ihr und da steht sie. Das ist seine Chance. Charmant baggert er sie an und blitzt prompt ab.
Das darf doch wohl nicht wahr sein. Sonst erliegen die Damen allein seinem Lächeln. Offenbar will diese Beute erobert werden und der Tiger in ihm nimmt diese Jagd nur zu gern auf.

Was Ryan nicht weiß, Sky reagiert empfindlich auf Berührungen. Als sie von ihrem besten Freund zu grob angefasst wird, allein weil er sie überall gesucht hat und sich Sorgen gemacht hat, ist es für Sky vorbei. Sie bekommt eine Panikattacke und bricht in den Armen eines Freundes zusammen.
Jetzt ist nicht nur Ryans Hormonhaushalt durcheinander geraten, auch sein Kopf spielt verrückt. Er entwickelt einen starken Beschützerinstinkt. Das ist völlig gegen seine Natur und doch kann er es nicht abstellen. Dieses Mädchen bringt in ihm eine Seite zum Klingen von der er gar nicht wusste, dass er sie besitzt.

Ich hatte mir vor einiger Zeit die Leseprobe zu Fire&Ice: Ryan Black auf meinen Reader geladen und sie nebenbei mal angefangen. Sie las sich gar nicht schlecht, also habe ich mir das E-Book gekauft und angefangen zu lesen. Und gelesen. Und gelesen. Und gelesen. Und schwupps war das Buch zu Ende.
Allie Kinsley hat einen schön flüssigen Schreibstil, so dass es ein leichtes ist sich in die Geschichte einzulesen. Nach kurzer Zeit kennt man die wichtigsten Charaktere und kann bereits erahnen, was in Skys Leben schief gelaufen ist.

Ryan ist natürlich umwerfend. Und nicht nur das - er ist reich, Single und unglaublich. Das sind sie ja alle.
Die gesamte Mannschaft von 'Fire&Ice' ist quasi den feuchten Träumen der Frauenwelt entsprungen und lässt so manches Mädchen sabbern.

Das sich beide Hauptcharaktere näher kommen steht außer Frage, darum geht es schließlich in diesem Buch. Die Art und Weise ist teilweise sehr witzig und dann doch wieder überraschend einfach.
Ryan ist mir eigentlich ziemlich sympathisch. Er gibt sich natürlich und mit gesundem Selbstbewusstsein. Sky ist vorsichtig und verletzlich und genau das macht ihren Charakter auch aus.
Beide passen zusammen wie - ja, wie Feuer und Eis - und so gab es immer wieder Momente in denen ich breit grinsen musste.

Die Sexszenen in diesem ca. 340 Seiten Buch sind relativ kurz und intensiv, dafür häufig. Sie wirken nicht überspitzt, aber schon etwas unglaubwürdig. So haben die beiden mehr Sex in einer Nacht als andere in einem ganzen Monat.
Hier liegt auch mein Kritikpunkt. Denn während ich das Buch wirklich gut fand und ganz sicher die nächsten Bände der Reihe noch lesen werde, waren es auch diese Szenen die mich etwas ärgerten. Beinahe jedes Mal sagt Ryan den gleichen Satz - der mich als Frau total abturnen würde, aber da sind die Geschmäcker ja verschieden.
Und auch Sky ging mir nach einer Weile gewaltig auf den Kranz mit ihren Befindlichkeiten. Sie mag eine schlimme Zeit hinter sich haben, aber damit kann man nicht alles rechtfertigen und spätestens nach dem zweiten Erwähnen hat man es als Leser auch geschnallt.

Der zweite Band der Fire & Ice-Reihe dreht sich um Ty und das wird mich Sicherheit hoch explosiv.

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Cover The Deep End of the Sea englisch

Seit fast zweitausend Jahren sitzt Medusa verflucht auf Gorgon in der Ägäis fest. Geschlagen mit einem Schlangenkörper ab der Hüfte, Schlangen als Haaren und einem Blick, der tötet. Alles nur, weil sie sich als Athenes Tempeldienerin vom Meergott Poseidon becircen lassen hat. Er hat ihr damals zwar süße Worte geschenkt, sich seinen Lohn dann aber ohne Medusas Einverständnis geholt. Noch heute hasst Medusa Poseidon und ist gleichzeitig vor Angst gelähmt, wenn sie nur an ihn denkt. Medusas einzige Freunde sind ein alter blinder Seefahrer und Hermes, Sohn des Zeus und Schwester der Athene.
Jahrhunderte hat Hermes gebraucht, bis Medusa ihm ihr Vertrauen geschenkt hat. Inzwischen weiß sie, dass Hermes kein bisschen so ist wie seine Schwester oder sein elendiger Onkel. Hermes würde ihr nie etwas zu leide tun. Nahe kommen darf er ihr aber trotzdem nicht. Sie könnte es sich nie verzeihen, wenn ihre Augen ihn – wie so viele – das Leben kosten würde. Doch Hermes hat Pläne. Er möchte Medusas Fall als Petition vor das Göttergericht bringen. Schließlich kann er sie überreden und die Petition gelingt. Medusas Fluch soll rückgängig gemacht werden und Hermes besorgt ihr eine Wohngelegenheit im Olymp. Doch mit Medusas zweiter Chance geht der Ärger erst richtig los...

Geschichten mit griechischer Mythologie kann ich nur sehr schwer widerstehen. Da macht The Deep End of the Sea keine Ausnahme. Und besonders Medusas Blickwinkel und die erste Hälfte des Buches waren sehr schön zu lesen. Trotz des Fluches hat sich Medusas nämlich einen ganz wunderbaren Blick auf die Welt bewahrt. Sie hat sich mit ihrem Schicksal arrangiert und ist eine witzige Kombination aus junger, begeisterungsfähiger Frau und ca. zweitausend Jahre alter leidgeplagter Seele. Diese erste Hälfte war wirklich charmant und bezaubernd. Leider wurde das Buch danach aber viel zu kitschig für meinen Geschmack. Sobald Medusa ihr Herzblatt gefunden hatte, ging es meiner Meinung nach mit The Deep End of the Sea deutlich bergab. Es war immer noch nett zu lesen. Doch von dem 'das wird ein Highlight'-Gefühl war bei mir dann doch bald nur noch wenig zu spüren. Dafür waren mir einige der Verwicklungen zwischen den Göttern zu vorhersehbar und die Enthüllungen über Medusa zum Ende hin einfach zu viel des Guten.

Der Schreibstil von Heather Lyons war humorvoll und charmant. Nach dem Part auf Gorgon und dem Olymp gab es leider nur noch wenige spannende Erläuterungen zu der Welt der Götter, was ich etwas schade fand. Schließlich war Medusa auch danach in einem Gewissen Kontakt mit dieser übernatürlichen Welt. Und dass dann am Ende keine Rede mehr von ihren neu geschlossenen Freundschaften ist, fand ich schade und hat das Buch zum Schluss etwas arg einfach wirken lassen. Ja, auch ein Young Adult Buch darf seine Leser ein wenig fordern.
Zudem waren mir am Schluss die Enthüllungen über Medusas Familie einfach zu perfekt. Da war mir mehr nach Augen rollen als nach Freudenstürmen zu mute. Hier hätte ich es besser gefunden, wenn alles nicht ganz so sonnig ausgegangen wäre. Mir kann auch keiner erzählen, dass Götter, die zweitausend Jahre lang einen Groll oder eine Leidenschaft hegen, diese einstellen, weil es ihnen gesagt wird. Doch mehr will ich an dieser Stelle wirklich nicht verraten.

Insgesamt ein charmantes und oft auch witziges Buch mit einer schönen Idee um die griechische Mythologie. Mir war die Romanze zu süßlich, aber wer so etwas mag, wird mit The Deep End of the Sea sicher zufriedener sein als ich. Alles in allem solide Unterhaltung.

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Cover Days of Blood and Starlight Englisch

Enthält Spoiler für Daughter of Smoke and Bone.

Karou wollte immer wissen, wer sie wirklich ist - und jetzt wünschte sie sich, sie hätte es nie erfahren. Denn Karou ist in Wirklichkeit Madrigal. In einem anderen Leben wurde sie als Chimäre wegen Hochverrat zum Tode verurteilt, dann aber von Brimstone in einem neuen Körper wieder zum Leben erweckt. Alles nur, weil sie sich in einen Engel verliebt und von einer besseren Zukunft geträumt hat. Und Akiva hat sie tatsächlich wieder gefunden - in einem anderen Körper und in einer fremden Welt.
Doch Karou kann ihm nicht verzeihen, was er getan hat. Es ist seine Schuld, dass Brimstone und die anderen gestorben sind und die Chimären den Krieg verloren haben. Karou plagen tiefe Schuldgefühle und sie schämt sich für ihren Verrat. Wie konnte sie nur einem Engel vertrauen? In ihrer Verzweiflung wendet sie sich an die letzte Person, die sich je wieder sehen wollte: Thiago, der Weiße Wolf, der damals Madrigal hinrichten ließ. Er und einige wenige seiner Soldaten haben den letzten Angriff der Seraphim überlebt und wollen nun zurück schlagen. Und dafür brauchen sie ausgerechnet Karou, denn sie ist nach Brimstones Tod nun die Einzige, die die gefallen Chimären wieder auferstehen lassen kann...

Am Anfang sah es so aus, als würde es mir mit Days of Blood and Starlight genauso gehen wie mit Daughter of Smoke and Bone, dem ersten Teil von Laini Taylors gleichnamiger Reihe. Denn nach einem turbulenten Start, in dem wir erfahren, wie es unseren Figuren in der Zwischenzeit ergangen ist, wird die Geschichte wie schon im ersten Buch über lange Strecken hinweg ziemlich zäh. Days of Blood and Starlight ist mit (je nach Ausgabe) über 500 Seiten kein kurzes Buch. Es gibt mindestens sieben Perspektiven aus denen Days of Blood and Starlight geschrieben ist und gleich mehrere davon halte ich für zu ausgeprägt oder sogar schlicht überflüssig. Laini Taylor hat einen Hang dazu, ihre Geschichte auszuschmücken, was an sich nichts Schlechtes ist. Sie ist eine talentierte Schriftstellerin mit einer sehr interessanten, individuellen Stimme, aber meiner Meinung nach hätte dem Buch hier und da etwas mehr Pepp weniger Blumigkeit gut getan.

Doch dann kommen die letzten 200 Seiten - und die machen alles wieder wett. Denn in diesem letzten Drittel ist Days of Blood and Starlight schlicht genial. Eine Wendung jagt die nächste und dem Leser bleibt kaum noch Zeit zum Luft holen. Die Geschichte entwickelt sich in eine ganz andere Richtung, als ich zunächst angenommen habe. Laini Taylor sind wirklich einige großartige Überraschungen gelungen.
Ihren Figuren bleibt sie dabei weitgehend treu. Im Fall von Karou ist das allerdings erst mal nicht wirklich offensichtlich. Sie ist nur ein Schatten ihrer selbst und weiß nicht so recht, was sie in ihrer neuen Situation tun soll. Wie kann sie ihren Verrat nur wieder gut machen? Wie kann sie dafür Buße tun, auf den Feind reingefallen zu sein? Deswegen ist es eigentlich nicht überraschend, dass sie alles tut, was Thiago von ihr will. Er ist schließlich der Letzte, der für die Chimären kämpft. Sie traut ihm zwar nicht über den Weg, dennoch kann er im Grunde von ihr verlangen, was er will. Es dauert sehr lange, bis die alte Karou unter all der Scham, Trauer und Wut wieder zum Vorschein kommt. Ehrlich gesagt habe ich mich sehr oft über sie geärgert, eben weil sie vor lauter Scham nicht auf ihre innere Stimme hört. Und natürlich bleibt das nicht ungesühnt...
Allzu viel Romantik sollte man sich von Days of Blood and Starlight deshalb natürlich nicht erwarten. Für Karou ist an Liebe momentan gar nicht zu denken. Und Akiva? Er leidet. Das Letzte, was er wollte, war Karou zu verletzen. Er weiß, dass er jede Chance auf eine Versöhnung mit ihr verspielt hat, doch so ganz hat er die Hoffnung nicht aufgegeben - zumindest nicht die, ihr und allen Bewohnern von Eretz ein besseres Leben zu ermöglichen. Er hat sich seine ganz eigenen Aufgaben vorgenommen, die ihm alles abverlangen und obwohl Karous Anschuldigungen nicht ganz unbegründet sind, konnte ich es ihm einfach nicht vorwerfen.

Cover Days of Blood and Starlight Deutsch

Neben Karou und Akiva findet man noch eine ganze Reihe neuer und alter Bekannter in Days of Blood and Starlight. Karous Freunde Zuzana und Mik sind mit von der Partie, genauso wie Akivas Geschwister Liraz und Hazael. Doch durch Thiagos Gruppe lernt Karou auch noch eine ganze Reihe weiterer Chimären kennen, allen voran Ziri. Er ist zu meinem heimlichen Lieblingscharakter in diesen Büchern geworden. Ziri ist der letzte Kirin (Karous Chimären-Stamm), der noch in seinem eigenen Körper lebt und er kennt Karou noch aus Madrigals Leben. Alleine dadurch bringt er viel frischen Wind in die Geschichte.

Perfekt war Days of Blood and Starlight von Laini Taylor für mich nicht. Gut die Hälfte des Buches war zu langgezogen und von zu vielen Perspektiven durchlöchert. Auch Karou konnte mich stellenweise zur Weißglut bringen. Und dennoch ist dieser zweite Teil der Daughter of Smoke and Bone / Zwischen den Welten-Reihe ein wunderbares Buch. Die Welt, die Laini Taylor geschaffen hat, ist genauso schrecklich wie faszinierend. Unseren Helden bleibt nichts erspart und auch wenn der Tod in diesem Fall nicht immer zwangsläufig das Ende bedeutet, hat Days of Blood and Starlight mich doch einige Tränen vergießen lassen.
Ich bin sehr gespannt, was der letzte Teil Dreams of Gods and Monsters zu bieten hat.

Übrigens gibt es zwischen dem zweiten und dritten Buch noch die Kurzgeschichte Night of Cake and Puppets (keine Rezension). Die erzählt die Geschichte von Zuzanna und Mik und ist als E-Book erhältlich.

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Cover Let it Ride Englisch

Bridge Sullivan hat eigentlich ein sehr gutes Leben. Der Cowboy geht seinem Traumjob als Rancher und Pickup Man (Cowboy, der beim Rodeo dafür sorgt, dass die Bullen-/Wildpferdereiter unverletzt aus der Arena kommen), hat die besten Freunde, die man sich wünschen kann, und eine phantastische Familie, die ihn bedingungslos liebt. Bridge dachte immer er würde auf Frauen stehen. Abgesehen von einem kurzen Experiment im College hatte er bisher nur Freundinnen. Zumindest bis jetzt. Denn seit er letzte Saison den Rettungssanitäter Eric kennengerlernt hat, bekommt Bridge ihn nicht mehr aus dem Kopf.
Eric ist zunächst etwas verwundert, als er bemerkt, dass Bridge mit ihm flirtet. Schließlich weiß er aus zuverlässiger Quelle, dass Bridge hetero ist. Doch je mehr sich Bridge ins Zeug legt, um sich ihm anzunähern, umso mehr gerät Eric in Versuchung. Er weiß allerdings, dass nichts ewig halten kann. Keine seiner Beziehungen hat länger als ein Jahr gedauert und am Ende wurde er immer verlassen - von seiner Familie, seinen Freunden, seinen Partnern. Wieso sollte es bei Bridge, der offensichtlich nur eine Neugier befriedigen will, also anders sein?

Sowohl Bridge als auch Erich haben wir bereits im ersten Band der Pickup Men-Reihe, Pickup Men kennengelernt und schon dort konnte man erste Anzeichen dafür sehen, dass Bridge etwas an Eric liegt. In Let it Ride, das fast ein Jahr später spielt, merkt man deshalb recht schnell, wie sehr Eric ihm unter die Haut geht. Deswegen hält sich L.C. Chase auch gar nicht mit langen Einleitungen auf, sondern stürzt sich sofort ins Geschehen.
Ich glaube, es ist fast unmöglich Bridge nicht zu mögen. Er ist ein durch und durch guter Kerl, dem jegliche Vorurteile fremd sind. Wenn er jemanden attraktiv findet, ist es ihm völlig egal, welches Geschlecht dieser Mensch hat. Er hat auch keine Scheu, den Leuten, die er liebt, seine Gefühle zu zeigen. All diese Eigenschaften hat er vor allem seiner Familie zu verdanken. Sie sind die herzlichsten Menschen, die man sich vorstellen kann und wollen nur das Beste für ihre Kinder.
So sehr ich Bridge und seine Familie auch mochte, war allerdings genau das zu übertrieben. Bridge ist einfach zu gut. Ich kann nicht glauben, dass jemand, der zwischen Cowboys groß geworden ist und bei Rodeos sein Geld verdient dermaßen liberal ist und absolut keine Angst oder Sorgen zeigt. In Let it Ride konnte man ja bereits sehen, wie schlecht diese Gemeinschaft teilweise mit dem Thema Homosexualität umgehen kann. Bei seiner Familie ist es das gleiche. Sie erfahren, dass ihr Sohn, den sie immer nur mit Mädchen gesehen haben, mit 28 plötzlich einen Mann will und sie zeigen absolut keine Reaktion. Akzeptanz ist ja schön und gut, aber sie fragen nicht einmal vorsichtig nach, woher der plötzliche Sinneswandel kommt. Das ist mir alles zu perfekt und dadurch unrealistisch vereinfacht.
Auch die Geschichte selbst ist eigentlich ziemlich simpel gestrickt. Alles steht und fällt mit Eric, der nach allem, was er in seinem Leben bereits verloren hat, sein Herz nicht aufs Spiel setzen will. Er wurde schon zu oft verletzt, um sich jetzt auf so etwas einzulassen. Insofern gibt die Geschichte relativ wenig her. Schlimmer noch, dadurch, dass Eric die einzige Quelle ist, die Konflikt bietet, ging er mir öfter mal auf die Nerven und das ist bei einem Hauptcharakter natürlich fatal.

Ganz unterhaltsam ist Let it Ride aber dennoch. L.C. Chase hat einen recht schönen flüssigen Schreibstil und die Dialoge sind nachvollziehbar und clever. Auch die meisten der Charaktere sind eigentlich ganz sympathisch geraten. Grundsätzlich finde ich auch das Setting mit den Cowboys ziemlich schön (Cowboyromantik hat schon was für sich ;), allerdings hätte ich mir hier etwas Markanteres und wie gesagt mehr Konflikt gewünscht. Alles in allem aber dennoch ein süßes Buch.

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