Buchjunkies


Rezensionen Empfehlungen Autoren Reihen Tags Rezensionsarchiv


Rezensionen

521 - 525 von 1380 Rezensionen auf der Seite.

Cover Fantasy Lover Englisch

Grace hat einen sehr spannenden Beruf: Sie ist Sextherapeutin. Sie hat alles schon gehört und gesehen und ihre Patienten halten sich mit nichts zurück. Graces Privatleben sieht dagegen ganz anders aus. Nach einer sehr schlimmen Erfahrung hat sie keinen Sex mehr gehabt. Das ist mittlerweile über 4 Jahre her und Grace ist sich der Ironie ihrer Lage durchaus bewusst.
Ihre Freundin Selena will dem aber nun ein Ende setzen. Sie hat ein Buch gefunden, in dem angeblich ein Halbgott eingesperrt ist: Julian von Makedonien. Einst war er ein gefürchteter Krieger und Feldherr, von seinen Feinden gefürchtet, von den Frauen geliebt. Doch ein Zwist mit einem Gott hat ihn für immer in das Buch verbannt. Nun kann er nur noch herauskommen, wenn er durch ein Ritual herausbeschworen wird. Und auch dann nur für genau einen Monat. In dieser Zeit ist es seine einzige Aufgabe, seiner Beschwörerin zu dienen - und zwar im Schlafzimmer.
Die pragmatische Grace hält das alles nur für Humbug. Doch Selena ist fest davon überzeugt, dass es funktionieren wird. Als Grace eines Abends - leicht angetrunken - schließlich die Beschwörung ausspricht, erlebt sie ihr blaues Wunder, als ein unfassbar attraktiver und splitterfasernackter fremder Mann in ihrem Wohnzimmer steht.
Was soll sie nur mit einem Mann anfangen, der kaum weiß, wie er sich im 21. Jahrhundert zu verhalten hat und der nichts anderes im Sinn zu haben scheint, als Grace aus ihren Kleidung zu bekommen?

In Fantasy Lover / Magie der Sehnsucht versucht Sherrilyn Kenyon eine Geschichte die von der griechischen Mythologie inspiriert wurde mit einem modernen Setting zu verbinden. Das hat zwar manchmal besser und manchmal schlechter geklappt, aber Fantasy Lover / Magie der Sehnsucht doch zu einem recht interessanten Buch gemacht. Aber erst mal von vorne.
Die Geschichte ist aus mehreren Perspektiven erzählt, meist aber natürlich aus Graces und Julians Sicht. Grace ist im Grunde eine ganz normale Frau. Vielleicht ein wenig unerfahrener als viele andere Frauen ihres Alters, aber dafür entwickelt man schnell Verständnis. Vor allem, sobald man von ihrer letzten "Beziehung" erfährt. Allerdings will mir einfach nicht in den Kopf, wieso sie ausgerechnet Sextherapeutin wurde. So richtig wohl fühlt sie sich mit dem Thema nämlich nicht. Zumindest nicht dann, wenn es um ihr eigenes Sexleben geht. Deswegen konnte ich mich mit ausgerechnet dieser Profession für sie nicht wirklich anfreunden, zumal sie ja selbst noch sehr unerfahren ist. Ansonsten ist sie eine nette, sympathische junge Frau, die allerdings auch nicht unbedingt etwas Besonderes und daher eher zweidimensional geraten ist.
Julian hat dagegen schon ein klein wenig mehr zu bieten. Er hat resigniert. Nach über 2000 Jahren in seinem ungewöhnlichen Exil hat er die Hoffnung aufgegeben, jemals wieder seine Freiheit zu erlangen. In seiner Zeit hatte er Macht, Freiheit und war sein eigener Herr. Jetzt ist er dem Willen egal welcher Frau ausgeliefert, die ihn aus seinem Buch ruft, und ist ihr Sex Sklave. Ob er nun will, oder nicht. Trotzdem, seinen Stolz hat er nie verloren, auch wenn er selbst das vermutlich anders sieht. Ich hatte ehrlich gesagt einen Macho in Julian erwartet, was, wenn man seine Herkunft und die letzten 2000 Jahre bedenkt, gar nicht so abwegig ist. In Wirklichkeit ist er das zum Glück aber gar nicht. Im Gegenteil, er behandelt Grace erstaunlich respektvoll, was ihm viele Punkte bei mir eingebracht hat. Er ist eine verlorene Seele und will eigentlich nur eines: Geliebt werden. Das ist Julian, obwohl ihm die Frauen immer zu Füßen lagen, bislang verwehrt geblieben. Hier liegt allerdings auch mein einziger Kritikpunkt bei ihm, denn Julian jammert schon ganz schön viel. Er kann einem zwar schon Leid tun, aber selbst als sich ihm eine potenzielle Lösung bietet, leidet er erst einmal lieber weiter, anstatt alles dafür zu tun.

Cover Magie der Sehnsucht Deutsch

Julian ist nicht der einzige Charakter, der die Verbindung zur griechischen Mythologie herstellt. Wir treffen gleich mehrere andere Gottheiten bzw. Anspielung auf vergangene Ereignisse. Sherrilyn Kenyon hat sich hier zwar eine Menge Freiheiten genommen, aber es war doch ganz unterhaltsam und hat mich deshalb nicht weiter gestört.
Natürlich spielt Sex auch eine große Rolle in Fantasy Lover / Magie der Sehnsucht. Die Chemie zwischen Julian und Grace ist von Anfang an nicht von der Hand zu weisen. Doch wie viel davon stammt von seinem Fluch? Und wie viel sind ihre eigenen Gefühle? Das fragen sich Julian und Grace immer wieder und auch ich war mir bis zum Ende nicht ganz sicher muss ich gestehen. Jeder Leser wird das allerdings anders sehen. Auch die erotischen Szenen selbst waren irgendwann fast ein wenig fade, da sich unglaublich viel wiederholt hat. Ständig denkt Grace an Julians Hintern/Lippen/Muskeln/Küsse/etc. Julian ist da nicht besser.

Trotzdem ist Fantasy Lover / Magie der Sehnsucht von Sherrilyn Kenyon im Großen und Ganzen ein unterhaltsames Buch. Eine nette Geschichte, einige erotische Szenen, die aber erstaunlich zahm beschrieben sind, und ein einfacher, flüssiger Erzählstil machen Fantasy Lover / Magie der Sehnsucht zu einer kurzweiligen Lektüre für zwischendurch mit einer ganz einfallsreichen Geschichte.
Übrigens gehört Fantasy Lover / Magie der Sehnsucht zwar in die Welt von Sherrilyn Kenyons Dark Hunter-Reihe, man kann es aber genauso gut unabhängig davon lesen. Abgesehen von ein paar Details, gibt es kaum Verbindungen zu der Serie.

Jetzt bei Amazon.de kaufen: Deutsche Ausgabe ~ Original-Ausgabe

Kommentar schreiben | Facebook | Twitter

Cover Stormhaven englisch

Diese Rezension enthält geringfügige Spoiler für Widdershins und Threshold, den ersten beiden Bänden der Whyborne & Griffin-Serie.

An einem schönen Frühlingsabend begegnen Whyborne, Griffin und Christine dem blutüberströmten Allan Tambling. Allan ist ein Kollege aus dem Nathaniel R. Ladysmith Museum und kann sich an die Ereignisse der letzten Stunde nicht erinnern. Da Allan direkt vor dem Haus seines ermordeten Onkels gefunden wird, verhaftet ihn die Polizei. Er wird für unzurechnungsfähig und verrückt erklärt und in Stormhaven, das Irrenhaus vor den Toren Widdershins, eingewiesen. Allan beteuert seine Unschuld und so wendet sich sein Bruder voller Verzweiflung an Griffin. Griffin ist, ebenso wie Whyborne und Christine, von Allans Unschuld überzeugt und so setzen sie alles dran, Allan aus Stormhaven zu befreien. Doch dazu muss sich Griffin mehr mit seiner eigenen Vergangenheit beschäftigen, als ihm lieb ist. Zu allem Überfluss droht Griffin ein Besuch seiner konservativen Eltern.
Währenddessen wird Whyborne immer wieder von Träumen und Visionen heimgesucht. Darin ist er tief im Meer und versucht verzweifelt vor einer unbekannten Gefahr zu fliehen und dabei seine Liebsten zu retten. Weder Griffin noch Whyborne ahnen, dass sich die Ereignisse mal wieder eng miteinander verknüpfen werden...

Stormhaven war ein fast perfektes Leseerlebnis für mich. Allerdings hatte ich dieses Mal mehr mit der Handlung zu kämpfen als bei den übrigen Büchern der Whyborne & Griffin-Reihe. Das lag insbesondere an dem schwierigen Thema Irrenhaus. Haben psychiatrische Einrichtungen heute eher unverdient einen schlechten Ruf, gab es Ende des 19 Jahrhunderts vermutlich wenig Schlimmeres, als für Verrückt erklärt zu werden. Das kann man auch in Stormhaven sehr deutlich sehen. Die Vorstellung, was Griffin da in Chicago erlebt hat, hat mir beim Lesen wirklich zugesetzt. Ich musste tatsächlich immer wieder mal eine Pause machen, bevor ich weiterlesen konnte.
Des Weiteren hatte ich ein Problem mit einem medizinischem Aspekt, der für andere Leser im Eifer des Gefechts vermutlich völlig unter geht, doch da kann ich als Medizinerin einfach nicht aus meiner Haut. Hier also kurz zur Erläuterung: Wird ein Mittel in die Blutbahn gespritzt, setzt die Wirkung nicht ein, wenn die Substanz das Herz erreicht. Ein Arzneimittel wird allerdings von dort über das Blut in Windeseile einmal durch den ganzen Körper gepumpt (das dauert etwa eine Minute). Im Fall von Stormhaven geht es um eine bewusstseinserweiternde Substanz und die wirken - der Name sagt es schon - nun mal vornehmlich im Gehirn der betroffenen Person. Es gibt auch Mittel, die am Herzen wirken (wer erinnert sich nicht an Pulp Fiction und die spektakulärer Szene mit der Adrenalinspritze ins Herz), aber das ist ein anderes Thema.

Um jetzt mal mit meinem eher geringfügigen Gekrittel aufzuhören, kann ich sagen, dass die Szenen zwischen Whyborne und Griffin wieder ganz wunderbar waren und die beiden mich einmal mehr dahinschmelzen lassen haben. Dass sie beide, wenn es drauf ankommt, den jeweils anderen wählen oder über alles andere stellen, hat mein Herz noch mal höher schlagen lassen. Ja, die zwei sind ein Paar nach meinem Geschmack.
Gelungen war auch, dass Whybornes Mutter und Vater wieder kleinere Rollen spielen und sein Vater ihm, wenn auch wiederwillig, immer mehr Respekt und Fähigkeiten zugestehen muss. Griffins Familie war, bis auf Ruth, ziemlich anstrengend. Eben so, wie man das von einfachen liebvollen, aber intoleranten Menschen erwarten würde.

Der Schreibstil von Jordan L. Hawk konnte mich, trotz gelegentlicher Pausen beim Lesen, jedes Mal sofort wieder in Stormhaven reinziehen. Daran hatte, neben der wunderbaren Beziehung zwischen den Protagonisten, auch der paranormale Aspekt der Geschichte einen gehörigen Anteil. Den fand ich inklusive Twist wieder sehr charmant. Ich bin guten Mutes, dass das auch in den nächsten beiden Büchern der Whyborne & Griffin-Reihe so bleibt. Ich freue mich schon sehr auf Necropolis, welches seit dem 6. Mai 2014 erhältlich ist.

Jetzt bei Amazon.de kaufen: Original-Ausgabe

Kommentar schreiben | Facebook | Twitter

Cover She flies with her own wings deutsch

Dieses Buch beinhaltet explizite Sexszenen und ist nicht für Leser unter 18 Jahren geeignet - sorry.

Thea Bennet muss notgedrungen aus ihrem WG-Zimmer ausziehen und ist auf der Suche nach einer neuen Bleibe.
Eigentlich ist es total dumm, dass sie sich ein neues Heim suchen muss, nur weil der Freund ihrer Mitbewohnerin versucht hat bei ihr zu landen. Thea hat ihn schließlich abgewiesen, aber ihre 'Freundin' glaubt ihr nicht.
Also tingelt Thea durch San Francisco und schaut sich Wohnungen an. So landet sie auch vor der Wohnungstür von Tom.

Thea ist wie geblendet. Tom ist ein Traum von einem Mann und für einen Moment setzen bei ihr alle Synapsen aus.
Tom ist amüsiert. Da steht diese hübsche Kleine vor ihm und starrt ihn an. Natürlich ist er es gewohnt, dass die Damenwelt auf ihn besonders reagiert, aber so schockiert sah noch keine Frau aus.
Nach einigen Wimpernschlägen erinnert sich Thea wieder an ihre Manieren und lässt sich von Tom in die Wohnung führen. Die Wohnung ist der Hammer. Große helle Räume, eine offene Küche und ein Traum von einem Bad. An dem zu vermietenden Zimmer ist ein eigenes Bad angegliedert - ein Traum. Sie müsste also nicht mehr nackt aus dem Bad in ihr Zimmer tapsen und würde somit den lüsternen Blicken sämtlicher Männer entgehen.

Tom scheint es zu gefallen, was er sieht, denn er zieht Thea beinahe mit den Augen aus. Kurzerhand bietet er ihr das Zimmer an und sie kann nicht anders als zusagen.
Erst danach erfährt sie, dass sie hier mit drei Männern zusammen wohnen wird. Ob das gut geht?

Das ist eine Zusammenfassung der Geschichte, bevor es sexuell wird. Also nicht viel ;o)
Man muss es schon so sagen, es heißt zwar 'Erotischer Liebesroman', aber hier wird eindeutig gemogelt. Es handelt sich schlichtweg um einen Porno - nur in geschriebener Form. Ein 'erotischer' Film hat auch nicht mehr Handlung.
Warum habe ich das Buch gelesen? Nun, ich habe einen 'Erotischen Liebesroman' erwartet und hatte da auch Bock drauf. Als es sich dann als etwas anderes herausgestellt hat, war ich irgendwie neugierig. Also habe ich weitergelesen ... und schwupps war das Buch zu Ende.

Machen wir uns nichts vor, dieses Buch ist definitiv den feuchten Träumen einer Autorin entsprungen. Und irgendwie ist es gar nicht mal so schlecht. Es gibt ein paar Sachen die mich gestört haben. Das war zum Einen das ewige darauf pochen, dass Thea 'eine starke, unabhängige Frau ist' - außer im Bett und zum Zweiten das wirklich unmögliche Pensum was die vier da fabrizieren.
Es hat mich dann aber doch soweit weiter interessiert, dass ich mit dem zweiten Teil gleich weiter gemacht habe und da auch schon wieder durch bin ^^

Falls ihr also mal Bock habt auf einen mehr als erotischen Roman, seid ihr bei Annie Stone richtig. Der Schreibstil ist ganz gut, die Wiederholungen beziehen sich auf das bereits genannte und natürlich die immer gleichen Sätze mit dem bösen 'F'-Wort ^^

Jetzt bei Amazon.de kaufen: Deutsche Ausgabe

2 Kommentare | Facebook | Twitter

Cover Sweet Reckoning English

Enthält Spoiler für Sweet Evil und Sweet Peril.

Lange haben Anna und ihre Freunde darauf gewartet, endlich ihre Bestimmung zu erfüllen und die Erde von den Dämonen zu befreien. Nun scheint endlich ihre Zeit gekommen zu sein: Die Prophezeiung, auf die alle seit Jahrtausenden warten, steht kurz vor ihrer Erfüllung. Zumindest hoffen Anna und die anderen Nephilim das. Wenn nicht, würde das mit ziemlicher Sicherheit ihren Tod bedeuten.
Denn Pharzuph und die meisten anderen Dukes sind den Verrätern bereits auf der Spur. Sie sind sich sehr sicher, dass Anna diejenige ist, die die Prophezeiung erfüllen könnte, doch noch fehlt ihnen der letzte Beweis. Als Pharzuph ausgerechnet seinen Sohn Kaidan auf Anna ansetzt, ist für die beiden der Fall klar: Die Zeit wird knapp und sie müssen handeln.
Doch wem können sie wirklich vertrauen? Anna und Kaidan müssen ihre letzten Reserven und jeden Verbündeten mobilisieren, den sie finden können, und sich dem Kampf ihres Lebens zu stellen, der sie entweder für immer befreien, oder aber ihren sicheren Tod mit sich bringen wird.

Sweet Reckoning, das letzte Buch aus Wendy Higgins The Sweet Trilogy-Reihe, ist eines der Bücher, denen ich 2014 am meisten entgegengefiebert habe. Annas Kampf gegen die Herzöge aus der Unterwelt hat sich ja in Sweet Peril bereits zugespitzt. Die Dämonen wissen, dass sich Verräter in ihren eigenen Reihen befinden und Anna und ihr Vater Belial sind ganz oben auf der Liste ihrer Verdächtigen. Anna muss also so vorsichtig sein, wie noch nie. Und das gerade jetzt, wo sie und Kaidan endlich endgültig zueinander gefunden haben.
Statt das zu genießen, muss Anna umziehen. Belial ist es gelungen, sie und Patti in Virginia unterzubringen - möglichst weit weg von allen bekannten Wohnorten der Dämonen. Sie hoffen, es wird eine Zeit lang dauern, bis dort jemand auf Anna aufmerksam wird. Doch natürlich dauert es nicht lange, bis sie auch dort aufgespürt wird. Für die Nephilim wird es also immer schwerer, ihre Rebellion im Geheimen zu planen. Die whisperer (Flüsterer), dämonische Spione, die immer und zu jederzeit auftauchen können, schwirren ständig um sie herum und es ist kein Wunder, dass die Freunde langsam ein bisschen paranoid werden. Und das absolut zu Recht.
An Spannung mangelt es in Sweet Reckoning also nicht. Das liegt aber nur zum Teil an der Grundgeschichte um Dämonen, Himmel und Hölle. Die ist nämlich zugegebenermaßen ein bisschen arg einfach und seicht ausgefallen. Doch eigentlich sind es sowieso die Figuren, die an Sweet Reckoning so viel Spaß machen. Ich war ja schon immer ein großer Fan von Anna und vor allem Kaidan und das ändert sich auch mit diesem Buch nicht. Gerade Kai ist ein großartiger Charakter und endlich mal wieder ein Jugendbuch-Held, der mein Herz wirklich höher schlagen lässt. Doch auch die Nebencharaktere haben fast alle ihre eigenen kleinen Erzählstränge, der für Abwechslung sorgt und jedem einzelnen Schicksal der Nephilim Gewicht verleiht. Jay und Marna z.B. haben einander immer noch nicht vergessen und auch Ginger muss sich langsam ihre Gefühle für Blake eingestehen. Das klingt jetzt nach viel Beziehungsdrama (und ja, davon gibt es auch genug), aber es hat einfach wunderbar mit der eigentlichen Geschichte funktioniert. Denn all das Drama lässt sich immer auf eine Ursache zurückführen - die Dämonen.

Der Showdown lief ebenfalls Gefahr, etwas platt auszufallen, einfach weil er doch ein wenig simpel gestrickt war, doch Wendy Higgins hat durch einige gekonnt eingesetzten Wendungen die Kurve doch noch gekriegt und ihn am Ende doch sehr spannend und emotional gestaltet. Was mich aber wirklich umgehauen hat in Sweet Reckoning, war der Epilog. Ich hätte dem Buch vermutlich eine etwas schlechtere Bewertung gegeben, wenn es diese letzten paar Seiten nicht gegeben hätte.
Dem ein oder anderen könnte das Ende der The Sweet Trilogy-Reihe ein bisschen zu sauber und ordentlich aufgelöst sein. Wir bekommen hier wirklich ein hübsch verpacktes Päckchen mit einer großen roten Schleife obendrauf. Aber für mich hat es funktioniert. Sogar ein paar Tränen musste ich verdrücken - sowohl traurige, als auch glückliche. Wenn mir das passiert, ist es meist ein gutes Zeichen für ein Buch. :)

Alles in Allem ist Sweet Reckoning also ein würdiger Abschluss für die The Sweet Trilogy-Reihe von Wendy Higgins und ich verabschiede mich von dieser Serie mit einem lachenden und einem weinenden Auge und freue mich bereits jetzt auf das, was diese Autorin uns als nächstes bieten wird.

Jetzt bei Amazon.de kaufen: Original-Ausgabe

Kommentar schreiben | Facebook | Twitter

Cover Die Verratenen deutsch

Ria ist die Nummer 7 an ihrer Akademie unter der Kuppel, die sie und ihre Mitbewohner vor der Wildnis und Kälte schützt. Alles sieht für die begabte Studentin nach einer großartigen Zukunft in einer der größeren Kuppeln aus, etwa als Mittlerin in Konflikten oder als Redenschreiberin für den Präsidenten. Denn niemand ist so gut im Lesen und hervorrufen von Emotionen wie Ria. Da kann selbst Aureljo, Nummer 1 der Akademie, geboren, um zu führen und einer von Rias besten Freunden, nicht mithalten. Alles ändert sich von jetzt auf gleich, als Ria ein Gespräch über eine Verschwörung belauscht. In dieser werden nicht nur Ria, sondern auch Areljo, Flemming, Tycho, Tomma und Dantorian des Verrats bezichtigt. Als sich die Regierung der sechs auf elegante Art und Weise bei einer Magnetbahnfahrt entledigen will, können sie ihre Angreifer überraschen und fliehen. Das Problem ist nur, in der Wildnis leben nicht nur Wölfe, Bären und andere Raubtiere, sondern auch verschiedene Clans an Prims (kurz für Primitive, also Menschen, die nicht unter dem Schutz der Kuppeln leben). Wenn sie überleben wollen, müssen sie entweder zurück in eine Kuppel und damit der sicheren Exekution entgegen oder sich irgendwie mit den primitiven Clans der Wildnis arrangieren...

Die Welt, die Ursula Poznanski sich da ausgedacht hat, fand ich extrem interessant. Eine Welt am Ende einer Eiszeit bot eine vielversprechende Ausgangssituation für Die Verratenen. Auch die unterschiedlichen Lebensformen der Menschen in den Kuppeln versus derer in den Clans fand ich gelungen. Solange es um das Konstrukt der Gesellschaften ging, hat mir auch der Schreibstil gefallen.
Für mich haperte es in Die Verratenen aber deutlich an den Charakteren und ihrer Entwicklung. Mehr oder weniger alle Charaktere wirkten auf mich steril und blutleer. Ria ist eine sehr kühle Protagonistin. Sie wirkt sehr rational und durch ihre spezielle Schulung, Emotionen einschätzen zu können und das Wesen ihres Gegenübers einzuschätzen und zu bewerten, wirkte sie noch künstlicher. Ich kann weder sagen, dass sie mir sympathisch noch unsympathisch war. Aber wenn mir als Leser der Hauptcharakter eines Buches mehr oder weniger egal ist, ist das kein gutes Zeichen. Auch die anderen Charaktere erschienen wenig nahbar. Warum beispielsweise Aureljo und Ria so gute Freunde sind, wurde mir nicht wirklich deutlich. Auch Sandor, der zukünftige Clanführer mit seinem Falken, konnte mich nur mäßig ansprechen. Vielleicht habe ich schon zu viele Jugendbücher und insbesondere Jugenddystopien gelesen, aber das ganze Charakterkonstrukt wirkte, wie am Reißbrett ersonnen. Die Heldin, der beste Freund, der potentielle Partner, der Verräter, eine Freundin, die von der Intelligenz aber nicht an unsere Heldin ran reicht, der Unmensch, ein älterer Berater in der Kuppel und einer in der Wildnis - ja, es war alles dabei. Leider wirkte es konstruiert und leblos. Einzig Tycho konnte meiner Meinung nach etwas Leben versprühen mit seiner jungenhaften Unbekümmertheit und seiner Begeisterung für Technik und Wissen. Leider war seine Rolle so klein, sodass auch er nicht über die Limitationen der anderen Charaktere hinwegtäuschen konnte.

Trotz aller Kritik, frage ich mich doch ein wenig, was es wohl mit Jordans Chronik auf sich hat und wie es mit der Geschichte weitergehen wird. Der Drang, das erfahren zu wollen, ist aber aushaltbar. Vermutlich werde ich warten, bis auch der letzte Band der Trilogie erschienen ist, und dann versuchen, beide Folgebücher mal aus der Bücherei auszuleihen. Ich denke, Geld werde ich in die Reihe von Ursula Poznanski nicht investieren. Dafür tummeln sich dann doch zu viele andere, sehnsüchtig erwartete Bücher auf meiner Wunschliste.

Insgesamt war Die Verratenen ein mittelmäßiges Buch. Es war nicht besonders, weder besonders gut noch besonders schlecht. Die schöne Idee wurde durch die blassen Charaktere doch ziemlich konterkariert. Somit fällt auch die Bewertung nur mittelmäßig aus.

Jetzt bei Amazon.de kaufen: Deutsche Ausgabe

Kommentar schreiben | Facebook | Twitter

« Zurück | Seite: 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 41 42 43 44 45 46 47 48 49 50 51 52 53 54 55 56 57 58 59 60 61 62 63 64 65 66 67 68 69 70 71 72 73 74 75 76 77 78 79 80 81 82 83 84 85 86 87 88 89 90 91 92 93 94 95 96 97 98 99 100 101 102 103 104 105 106 107 108 109 110 111 112 113 114 115 116 117 118 119 120 121 122 123 124 125 126 127 128 129 130 131 132 133 134 135 136 137 138 139 140 141 142 143 144 145 146 147 148 149 150 151 152 153 154 155 156 157 158 159 160 161 162 163 164 165 166 167 168 169 170 171 172 173 174 175 176 177 178 179 180 181 182 183 184 185 186 187 188 189 190 191 192 193 194 195 196 197 198 199 200 201 202 203 204 205 206 207 208 209 210 211 212 213 214 215 216 217 218 219 220 221 222 223 224 225 226 227 228 229 230 231 232 233 234 235 236 237 238 239 240 241 242 243 244 245 246 247 248 249 250 251 252 253 254 255 256 257 258 259 260 261 262 263 264 265 266 267 268 269 270 271 272 273 274 275 276 | Weiter »