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Cover Ein Macho als Muse

Caleigh Winter hat die Nase gestrichen voll. Um ihre kreativen Gedanken wieder zu motivieren aufs Papier zu fließen, hat ihre Chefin sie einfach mal zu einem Kreativ-Survival-Seminar mitten in der Pampa angemeldet.
In der malerischen Pfalz, in einem gemütlichen Landgasthof findet der entspannungshungrige Mensch alles - vor allem weder Telefonempfang noch Internetzugang. Für Caleigh eine Katastrophe. Wie soll sie so mit der Welt in Kontakt bleiben? Leider kann sie sich nun auch nicht bei ihrer Chefin Elfriede beschweren.

Ihre Laune ist entsprechend euphorisch, als sie sich an der leeren Rezeption wieder findet. Weit und breit keine Menschenseele. Nach kurzem Suchen findet sie dann eine Horde saufender Männer vor dem Fernsehgerät. Na das konnte ja heiter werden. Während Caleigh eigentlich nur einchecken will, fängt ein Typ namens Noah an sie aufzuziehen. Na darauf hat sie ja nun gar keine Lust und endlich bequemt sich der Rezeptionist an seinen angestammten Platz.
Während sie versucht aus diesem angetrunkenem Pöbel überlebenswichtige Informationen heraus zu kriegen, steht plötzlich dieser Noah wieder neben ihr - mit ihrem Gepäck! Angeblich sei es auf sein Zimmer gebracht worden und offenbar hat er die Zeit seither genutzt sich einen Überblick über ihre Garderobe und sonstige Mitbringsel zu verschaffen. Das ist ja wohl die Höhe!
Dem frechen Grinsen in diesem unverschämt gut aussehendem Gesicht hat sie dann auch wenig entgegen zu setzen.

Später beginnt das Seminar und bald ist klar, Caleigh kann dieses Wochenende nur mit Humor und viel Alkohol überstehen. Von beidem hat sie allerdings nicht mehr viel übrig, als die Seminarleiterin Vivi ihr auch noch Noah als Partner zulost. Eigentlich kann es jetzt nicht mehr schlimmer kommen, denkt sie sich. Aber das Universum hat sich gerade erst an den Spieltisch gesetzt und Caleigh verliert an diesem Wochenende weit mehr als nur ihren Handyempfang.

Ein Macho als Muse ist das Romantik-Debüt der Autorin Lara Kalenborn und mit seinen etwas über 100 Seiten eine gute Lektüre für Zwischendurch. So manches Mal habe ich geschmunzelt, wenn Caleigh wieder das typische Klischee der Großstadtpflanze bedient hat. Mit Noah hingegen bin ich das ganze Buch über nicht warm geworden. Er nimmt sich eindeutig zu viel heraus und bewegt sich teilweise nicht einmal mehr in einer rechtlichen Grauzone. Andere Leser empfanden das als lustig, aber spätestens wenn es um die eigene Privatsphäre geht, wäre hier sicherlich auch lange Schluss mit lustig.

Die Story zieht sich gelungen über die Seiten, es wird nie langweilig, aber auch nicht hektisch - bis auf das Ende. Hier gibt es zwei Zeitraffer die für mich eindeutig zu kurz waren. So wirkte das Ende nicht fertig und etwas gehetzt.
Ein Macho als Muse ist der erste Teil einer Liebesroman-Reihe der Autorin und ich denke, die anderen Bücher werde ich auch lesen. Ich bin neugierig geworden wie es weiter geht und mag den spritzigen Schreibstil.

Einen lieben Dank an die Autorin für die Leserunde bei www.lovelybooks.de und das damit erhaltene Rezensionsexemplar.

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Cover Ein Weihnachtskuss für Clementine deutsch

Clementine Alderton ist einer der beiden Sprösslinge der gute betuchten Familie Alderton, die sich einen Namen mit wundervollen Lederstoffen gemacht haben. Während Clem jedoch ihr Leben meistens nur berauscht von Alkohol an sich vorbeiziehen lässt, ist Tom Alderton in die ehrgeizigen Fußstapfen ihres Vaters getreten und schmeißt das Familienunternehmen. Ziemlich gut, wie man sagen muss. Die Alderton Hide steht kurz davor den Deal des Jahrhunderts zu ergattern als es kommt wie es kommen musste.
Clem ist es gewohnt, dass sie im Mittelpunkt des Geschehens steht und so kann es gar nicht sein, dass auf der Silvesterparty ihrer Freundin Stella ihr Flirt Josh mit einer anderen Tussi anbändelt. Um möglichst schnell vor Ort zu sein, schnappt sie sich das Fahrrad, das sie bei ihrem Bruder im Zimmer findet und macht sich auf den nassen Weg.

In ihrer Eile hätte sie beinahe einen Mann über den Haufen gefahren, aber was macht der schon an Silvester alleine auf der Straße?
Sie merkt schnell, dass Josh doch nicht der Mann ihrer Träume ist und wirft sich ins Partyleben. Bis sie auf ihren Bruder trifft und der ihre gute Laune im Keim erstickt.
Er hat das Fahrrad entdeckt mit dem Clem zur Party geradelt ist. Sie hatte nicht die leiseste Ahnung was für ein Fahrrad sie sich da geschnappt hatte. Tom hingegen wusste es. Es ist das Herzstück ihrer Produktion und ein Vermögen wert. Durch die Fahrt durch den Regen und diverse Beschädigungen von Partygästen, die es für hilfreiche Dekoration als Flaschenöffner und Aschenbecher hielten, ist es ruiniert und unwiederbringlich zerstört. Wie hätte Clem auch wissen können, dass der Rahmen mit Gold belegt ist, das Leder der allerhöchsten Qualität entspricht und die Steine keine einfachen Strasssteinchen sind. Clem sitzt tief in der Tinte und durch ihre wiederholt unbedachte Tat steht die Firma, für die Tom sein Leben geben würde, vor dem Konkurs.

Clem würde so gern alles wieder gut machen, aber dieses Mal ist sie zu weit gegangen. Tom meidet sie wie der Teufel das Weihwasser und auch die anderen Kollegen zeigen ihr, dass es dafür keine Wiedergutmachung gibt. Clem hat es vermasselt.
Nach und nach springen alle Investoren ab, die Firma steht kurz davor dicht zu machen. Nur wegen ihr. Da hat sie eine Idee, von der sie weiß, dass ihr Bruder sie nicht gut findet, aber es könnte die Firma retten. Mit Lederresten will sie eine Kollektion entwerfen, zusammen mit ihrer Freundin Stella, die auf dem Markt in Notthing Hill Selbstgestricktes verkauft. Simon, der schon lange in Clem verschossen ist wird zum einzigen Mitwisser, allerdings eher unfreiwillig.
Um das benötigte Geld für die Firma zusammen zu kriegen, organisieren Stella und Clem eine einmalige Show in der die Einzelstücke ersteigert werden können. Der Höhepunkt ist die sauteure Birkin, die ihre Mutter ihr vor kurzem geschenkt hat. Clem würde sie niemals tragen, was nicht daran liegt, dass sie ihr heilig wäre - eher gegenteilig. Clem und ihre Mutter vertragen sich überhaupt nicht, sehr zum Bedauern ihres Vaters, den sie abgöttisch liebt. Früher war das Verhältnis noch harmonisch, bis ... ja bis vor einigen Jahren.

Die Modenschau wird ein Erfolg, die Tasche geht für viel Geld weg und obwohl Clem sich bemüht hat, alles geheim zu halten, stehen am Ende Tom, seine ätzende Freundin Clover und Clems Eltern im Raum. Ihr Anblick ist beinahe mehr als sie ertragen kann.
Jetzt kann Clem wirklich nur noch einer helfen - sie selbst. Seit einiger Zeit liegt ein Vertrag bei ihr zur Unterschrift, in dem ein reicher Mann sein Anwesen in Portofino von der Firma verschönern lassen möchte. Das Gespräch mit diesem Auftraggeber war jedoch alles andere als normal, denn der Mann ist kein anderer als der Fremde, den sie in der Silvesternacht fast über den Haufen gefahren hat. Und auch später waren sie sich noch 2 Mal begegnet. Jedes Mal brannte die Luft. Und ausgerechnet er will sie als Projektleiterin haben. Tom ist sauer, berechtigt.
Natürlich will sie nicht nach Italien, aber hat sie eine andere Wahl? Es soll nur ein halbes Jahr dauern, das wird sie wohl überstehen, oder?
Was jedoch keiner weiß, in Portofino liegt Clems dunkle Vergangenheit und damit ein Abschnitt ihres Lebens, den sie so gut es geht in ihrem Herzen verschlossen hält. Was wird passieren, wenn sie wieder dorthin zurück geht?

Mit Christmas at Claridge's / Ein Weihnachtskuss für Clementine habe ich mich am Anfang sehr schwer getan. Es hat beinahe die Hälfte des Buches gebraucht, bis ich die Geschichte wirklich weiterlesen wollte. Bis dahin ging mir die eingebildete Protagonistin mit ihrem 'mir doch egal'-Getue tierisch auf die Nerven. Auch die Namen sind mehr schlecht als Recht gewählt. Wer bitte kürzt 'Clementine' mit 'Clem' ab? Genauso wird 'Clover' immer mit 'Clo' abgekürzt. Da hätte das Lektorat dringend mal den Finger drauf halten müssen. Mich hat es beim Lesen jedes Mal wieder rausgerissen.
Mit ihrem Egoismus rannte Clementine bei mir auch keine offenen Türen ein. Ihren Bruder Tom konnte ich jedoch in jeder Lebenslage verstehen. Mit solch einer Schwester hat man es sicherlich nicht leicht.

Während der erste Teil des Buches in London spielt, wechselt es danach ins sonnige Italien. Schon allein deswegen ist es überhaupt kein Weihnachtsbuch. Sowohl das Cover, als auch der Titel sind hier sehr irreführend. Wer also einen Winterroman vermutet, wird enttäuscht.
Nachdem Clementine dann in Italien angekommen ist, bekommt sie doch noch eine menschliche Seite. Sie achtet tatsächlich auch mal auf Andere und wird endlich erwachsen. Auch wird nun mehr darauf eingegangen, warum sie eigentlich nie wieder an diesen Ort zurückkehren würde und wie es zu dem Bruch mit ihrer Mutter kam.
Ab da hat mir das Buch tatsächlich auch richtig Spaß gemacht. Gut, den Namen finde ich nach wie vor bescheuert, aber naja. Viele der Figuren tauchen das ganze Bücher über auf und eigentlich habe ich besonders an Stella einen Narren gefressen.

Das war jetzt mein erstes Buch von Karen Swan, ich habe fast ein wenig Angst ein weiteres zu lesen. Da sich in meinem Bücherregal aber noch zwei weitere Werke der Autorin tummeln, werde ich sie wohl lesen und hoffen, dass die Spitznamen der Protagonisten in diesem Buch nur ein Ausrutscher waren.

Einen ganz lieben Dank an den Goldmann-Verlag für das Rezensionsexemplar.

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Irrlichtfeuer

Tags: Fantasy
26.01.2017
Cover Irrlichtfeuer

Alba ist dabei sich ihrem großen Traum ein Stück weiter zu nähern. So oft es geht stiehlt sie sich davon um in ihre eigene kleine Wohnung zu gehen und an ihren Flügeln zu arbeiten. Seit sie denken kann ist ihr Körper ihr größter Feind. Ihre Krankheit raubt ihr die Kraft zu gehen, zu greifen und all die Dinge zu tun die sie so gern machen würde.
Ihr einziger Wunsch ist es endlich schwerelos über Ijsstedt zu schweben und ihrem geschwächten Körper zu entfliehen. Was danach passiert ist nicht mehr wichtig.
Als nicht weit von ihr einer der Stahlriesen der zum Irrlichtabbau benutzt wird in Flammen steht, rettet sie eine verletzte Krähe vor einigen Mitbewohnern des Hauses. Natürlich wird sie die Krähe nicht essen, wie von den anderen vermutet. Nein, sie will ihr helfen. So beherbergt Alba einige Tage die verletzte Krähe, füttert sie und stellt ihren Flügel ruhig, damit er heilen kann. Am Tag des Abschieds ist Alba nicht nur traurig, dass sie nun wieder alleine ist, nein, sie würde zu gern mir ihr fort fliegen.

Aber die Krähe vergisst Alba nicht und besucht sie jeden Tag in ihrer Werkstatt. Bis eines Tages ein Mann im Treppenhaus erscheint und sich bei ihr bedankt. Er sei der Besitzer von Corvin - so der Name der Krähe - und es dauert nicht lange, bis die beiden sich immer wieder über den Weg laufen. Dem ersten Erscheinungsbild nach ist Sora ein komischer Geselle und alle Versuche Albas ihn los zu werden scheitern.
Der erste Flugversuch mit ihren selbstgefertigten Schwingen währt nur kurz. Das Gestell ist zu schwer, auch wenn Alba kaum noch ein zusätzliches Gewicht ist, muss sie schon bald landen. Eine Krähe begleitet sie auf ihrem ersten Flug - Corvin?
Zumindest ist es eben diese einst verletzte Krähe, die ihr ein großes, wenn auch gefährliches Geschenk macht: Irrlicht! Natürlich benutzen sie bei ihr zu Hause Irrlicht als Lichtquelle, aber reines Irrlicht zu besitzen ist verboten. Wie kommt die Krähe dazu? Und warum bringt sie ihr das Irrlicht?
Die Frage ist nun - wie wird sie es unauffällig wieder los? Oder soll sie es gar behalten?
Soras Besuche werden häufiger und Alba befürchtet, dass er ihr an der Nasenspitze ansieht, dass sie etwas Verbotenes tut. Aber was wäre, wenn sie die Flügel mit dem Irrlicht behandeln könnte? Wenn sie sie dadurch leichter machen könnte, könnte sie beim nächsten Mal viel länger fliegen. Alba steckt in der Zwickmühle. Dabei ist das Irrlicht nur eins von ihren Problemen.

Kass ist ein sogenanntes Irrlichtkind. Nach dem Unfall in der Mine ist es den Irrlichtkindern verboten worden sich nach draußen zu begeben. Dorien, ihr Sprecher, setzt alles daran die Königin und ihren Rat nicht gegen sich auf zu bringen, aber unter den anderen Irrlichtkindern wächst der Unmut. Als dann Hisa, Kass Geliebte und Soras Schwester, ermordet wird, macht er sich aus dem Staub. Irgendwo ist der Mörder von Hisa und während der Widerstand in der Bevölkerung gegenüber der Königin zunimmt, versucht er unerkannt an Informationen zu gelangen. Dabei sind die Aufstände in den Arbeitervierteln ein willkommener Schutzmantel.
Kass versteht die Menschen und die Wut in ihren Köpfen, nachdem so viele ihrer Verwandten und Bekannten bei dem erneuten Brand in der Miene umgekommen sind. 20 Jahre zuvor ist es schon einmal passiert - dabei ist unter anderem er entstanden: ein Irrlichtkind.
Er kann sich daran kaum erinnern, aber die Narben bleiben und kennzeichnen ihn sichtbar.

Alba und Kass könnten unterschiedlicher nicht sein und doch verbindet sie ein Wunsch: Freiheit.

Irrlichtfeuer ist der Debütroman von Julia Lange und spielt in einer gänzlich unbekannten Welt. Die Stadt Ijsstedt ist der zentrale Dreh- und Angelpunkt. Was über seine Grenzen hinaus ist, wird nicht angerissen.
Als Hauptcharakter kann man hier Alba ansehen, auch wenn das Buch aus sehr vielen verschiedenen Sichtweisen geschrieben ist. Neben Alba, Kass und Sora lernen wir noch die Gedankengänge des Grafen und von Meret kennen. Das ist am Anfang ein wenig sehr verwirrend, da die Perspektive nicht pro Kapitel wechseln sondern teilweise sogar mitten im Textblock.

Alba ist ein schmächtiges, gebrechliches Mädchen, das in gutem Hause geboren ist, sich aber so oft es geht in die Anonymität der Armenviertel flüchtet. Seit jungen Jahren leidet sie an einer mysteriösen Krankheit, die ihre Glieder schwächt und die sie in nicht allzu ferner Zukunft das Leben kosten wird. Eine Art Medizin hilft ihr, die Schwächte der Muskeln zu überwinden und die Schmerzen zu vertreiben.
Während des gesamten Buches wird leider nicht näher beleuchtet was dies für eine Krankheit ist. Es bleiben nur Spekulationen. Ebenso die ihr helfende Medizin. Auf der anderen Seite wird sehr häufig darauf hingewiesen, dass Alba krank und schwächlich ist. Das hat mir den ersten Teil des Buches ziemlich verhagelt, weil es einfach zu viel war.
Ab dann geht es. Auch nimmt ab der Hälfte ungefähr die Spannung deutlich zu.

Alle anderen eingeführten Charaktere mit eigenen Perspektiven waren zum Großteil nicht handlungsrelevant. Natürlich war es nett zu lesen, welche Gedanken sich diese Personen machen, sowohl um den Unfall mit dem Irrlichtfeuer als auch über die Aufstände. Aber wirklich wichtig für die Handlung ist lediglich halbwegs noch der Graf. Der mir persönlich auch sehr sympathisch ist.
Mit Alba dauerte es eine Weile mit dem warm werden und mein persönlicher Lieblingscharakter ist eh die Krähe. Wer mich kennt, weiß warum ;o)

Im Großen und Ganzen ist die Geschichte durchaus angenehm zu lesen, wenn man sich erst einmal auf den Schreibstil eingestellt hat, aber sie hat mich leider nicht restlos begeistert. Dafür sind mir einfach zu viele Fragen am Ende nicht beantwortet worden. Für mich ist es wichtig, dass sich am Ende alle Fäden treffen und die wichtigsten Sachen beleuchtet werden. Das ist hier leider nicht der Fall. Somit habe ich das Gefühl, das Buch ist nicht fertig. Es ist irgendwie löchrig geblieben.
Eine weitere Geschichte in Ijsstedt würde mich schon noch mal reizen, einfach um den Rest der Stadt kennen zu lernen.

Einen ganz lieben Dank an den Droemer Knaur-Verlag für das Rezensionsexemplar.

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Crooked Kingdom

15.01.2017
EmpfehlungEmpfehlung
Cover Crooked Kingdom

Anstatt den Erfolg darüber zu feiern, dass sie gerade einen der wagemutigsten und verrücktesten Job aller Zeiten über die Bühne gebracht haben, stecken Kaz und seine Crew tiefer im Schlamassel, als je zuvor.
Denn anstatt zu seinem Wort zu stehen und ihnen ihre Belohung auszuzahlen, hat ihr Auftraggeber Van Eck die Gruppe betrogen. Jetzt steht die Farm von Jaspers Vater auf dem Spiel, Nina und Matthias sind vollkommen umsonst zu den meistgesuchten Verbrechern Fjerdas geworden, Wylan wurde noch einmal klar, dass er seinem Vater nichts bedeutet und trägt nun zu allem Übel auch noch das Gesicht eines Fremden und Kaz hat Van Eck in einem Moment der Schwäche seinen einzigen Schwachpunkt preisgegeben: Inej.
Nun ist Inej in Van Ecks Gewalt und der verlangt im Gegenzug, dass die Gruppe alles aufgibt, wofür sie nun schon so lange gearbeitet haben. Doch Kaz wäre nicht Kaz, wenn er nicht noch einen Trumpf im Ärmel hätte und schmiedet einen neuen Plan. Denn dieses Mal findet Schlacht in Ketterdam statt, in seiner Heimatstadt, die niemand so gut kennt, wie er selbst.
Es wird allerdings dennoch kein einfacher Kampf, denn auch Van Eck hat sich Unterstützung geholt - und zwar von einer Seite mit der auch Kaz nicht gerechnet hat. Jesper, Wylan, Nina, Matthias, Inej und Kaz müssen sich nicht nur neuen Feinden, sondern auch ihrer eigenen Vergangenheit stellen und es sieht nicht so aus, als könnte dieser letzte gemeinsame Job für sie alle gut ausgehen...

Crooked Kingdom setzt nun also genau dort an, wo Leigh Bardugo uns am Ende von Six of Crows zurückgelassen hat. Inej ist in Van Ecks Gewalt und Kaz muss ganz tief in die Trickkiste greifen, um sie und all das, was ihm und seiner Gruppe zusteht, wieder zu bekommen. Doch leider hat auch Van Eck Himmel und Hölle in Bewegung gesetzt, um Kaz aufzuhalten und zum ersten Mal seit langer Zeit scheint es jemandem zu gelingen Kaz und seine tollkühnen Pläne auszustechen.
Nicht nur deswegen schlägt Crooked Kingdom oftmals einen etwas ernsteren Ton an, als das erste Buch der Reihe. Dort war die ganze Sache trotz aller Gefahren im Grunde einfach nur ein Job. Dieses Mal ist die ganze Sache aber persönlicher, denn nicht nur findet der Kampf in ihrem Zuhause statt, ihre Feinde sind auch noch ganz gezielt hinter ihnen her. Außerdem hat ihr Abenteuer in Fjerdan die Gruppe zusammen geschweisst und keiner will irgendjemanden verlieren. Nicht einmal Kaz, auch wenn er den Teufel tun würde sich das anmerken zu lassen. Entsprechend angespannter war ich auch beim Lesen der Geschichte, was das Ganze aber natürlich nur umso spannender gemacht hat.
Zwischenzeitlich war ich allerdings ein wenig besorgt, dass Crooked Kingdom sich von der Stimmung und dem Stil her etwas zu sehr von Six of Crows unterscheidet, eben vor allem, was Kaz Pläne angeht. Denn dieses Mal scheint er wirklich seinen Meister gefunden zu haben und kaum einer seiner Coups funktioniert wirklich so wie geplant. Ich hätte mich aber gar nicht sorgen müssen, den auf Kaz ist Verlass und was er sich hier ausdenkt ist wirklich phantastisch und sehr clever.
Außerdem ist das passiert, auf das ich das ganze letzte Buch schon gewartet habe: Ein Wiedersehen mit ein paar Charakteren aus der The Grisha / Grischa Reihe. Leigh Bardugo hat diese Figuren ganz wunderbar in die Geschichte eingebaut ohne, dass es sich gezwungen oder übertrieben angefühlt hat. Es war einfach nur schön sie wiederzusehen und sie haben eine interessante zusätzliche Ebene in die Handlung eingebaut.

Rein von der Handlung und der Spannung her habe ich überhaupt gar nicht nichts an Crooked Kingdom von Leigh Bardugo auszusetzen - und eigentlich auch sonst nichts. Es ist kein kitschiges Ende oder Abschluss, ganz im Gegenteil. Es ist realistisch und für die meisten Figuren sehr passend. Trotzdem hätte ich mir ein klitzekleines Fünkchen mehr Romantik gewünscht, besonders was Kaz und Inej angeht. Dass hier keiner Herzchen in den Augen hat, ist vollkommen klar, aber eine kleine Szene mehr hätte schon einen riesigen Unterschied gemacht.

Doch am Ende kann mich auch das nicht dazu bringen Crooked Kingdom von Leigh Bardugo schlechter zu berwerten. Trotz all der Strapazen, der Action und der Tränen (denn ja, nicht alles geht so aus, wie man es sich vielleicht gewünscht hätte...) ist es einfach ein phantastisches und abgerundetes Buch. Wenn jemand Lust auf eine Geschichte a la Ocean’s Eleven mit einem High-Fantasy-Twist hat, dem kann ich diese Reihe nur absolut ans Herz legen.

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Cover All the Forever Things

Gabriella, von allen nur Gabe genannt, führt nicht gerade das typische Leben einer 16-jährigen. In erster Linie liegt das daran, dass ihrer Familie das örtliche Bestattungsunternehmen gehört und Gabe schon seit sie denken kann jeden Tag von Leichen und trauernden Hinterbliebenen umgeben ist. Sie selbst hat daher eine eher abgeklärte Ansicht zum Thema Tod. Die Einzige, mit der sie wirklich offen und ehrlich sie selbst sein kann, ist ihre beste Freundin Bree, die mehr Zeit bei Gabe als in ihrem eigenen schwierigen Zuhause verbringt.
Bree und Gabe sind schon seit Jahren unzertrennlich und teilen viele gemeinsame Interessen, unter anderem ihren ungewöhnlichen Kleidungsstil und ihrem Blog über Vintage Klamotten. Viele andere Freunde hat Gabe allerdings nicht. In der Schule wird sie dank ihrem Mitschüler und Erzfeind Bryce schon seit Jahren nur Graveyard Gabe oder Wednesday Addams genannt. Doch solange sie Bree hat kann sie das alles irgendwie hinnehmen.
Als Bree allerdings beginnt einen neuen Jungen zu daten scheint sich das schnell zu ändern - denn dieser Junge ist ausgerechnet Bryce. Gabe und Bree liegen sich deshalb immer öfter in den Haaren und entfernen sich rasant. Gleichzeitig verändert sich Bree vor Gabes Augen und sie hat keine Ahnung, was mit ihrer besten Freundin los ist.
Gabe wäre wahrscheinlich vollkommen einsam, wenn da nicht ihr neuer Mitschüler Hartman wäre. Gabe weiß nicht so recht, was sie aus dem großen, schlaksigen und ein wenig merkwürdigen Jungen machen soll, doch irgendwie fühlt sie sich erstaunlich wohl mit ihm.
Trotzdem kann und will sie ihre Freundschaft mit Bree nicht so schnell aufgeben. Dann schlägt allerdings das Schicksal zu und verändert das Leben aller Beteiligter für immer...

Das eine große Thema in All the Forever Things von Jolene Perry sind sicherlich Beziehungen. Sei es mit der Familie, Liebe, Feindschaft und allen voran natürlich Freundschaft, denn die wichtigste Beziehung in diesem Buch ist natürlich Brees und Gabes Freundschaft. Die beiden machen es einem allerdings nicht immer leicht...
Wenn man All the Forever Things liest sollte man sich im Klaren darüber sein, dass es ein Jugendbuch ist und entsprechend verhalten sich die Charaktere auch oftmals nicht unbedingt erwachsen oder vernünftig. Leider hat mich das aber nicht davor bewahrt das ein oder andere Mal gehört von Gabe und vor allem Bree genervt zu sein. Ihre Freundschaft ist wie gesagt zu Beginn sehr innig und die beiden haben quasi nur einander. Von daher kann ich schon verstehen, dass einer von beiden mal rauswollte und wie Bree auch andere Leute kennenlernen bzw. das typische High School Leben genießen wollte - zumal Gabe wirklich sehr eigenbrödlerisch ist und nur wenige Leute mag. Wie sie Gabe allerdings behandelt hat ging einfach gar nicht und ich habe Bree sehr bald überhaupt nicht mehr leiden können. Dazu kommt, dass sich Gabe ständig von Bree unterbuttern ließ und wenn es zur Konfrontation kam kaum ein Wort rausbekommen hat. Ich muss deshalb sagen, dass mir ihre "Freundschaft" überhaupt nicht gefallen hat und es mir sogar lieber gewesen wäre, wenn sie sich einmal ordentlich gestritten, alles rausgelassen und es dabei belassen hätten. Gabe vergisst ständig sich selbst über Bree, was ihre Freundschaft nicht wirklich gesund wirken ließ.
Zum Glück gibt es aber einige andere Beziehungen in All the Forever Things, die mir wesentlich besser gefallen haben. Allen voran wären da Gabe und Hartman. Mit Hartman ist Gabe nämlich ganz anders als mit Bree. Sie sagt ihre Meinung, auch wenn es schwer ist, und öffnet sich ihm wirklich. Hartman ist sicher auch kein wirklich einfacher Charakter, er hat aber momentan eine Menge zu verdauen und wurde mir im Laufe des Buchs immer sympathischer. Außerdem finde ich es immer toll, wenn der Held der Geschichte mal kein Modeltyp mit einem Sixpack ist (deshalb haben auch die Bücher z.B. von Stephanie Perkins und Rainbow Rowell immer einen besonderen Platz in meinem Herzen ;). Auch Gabes Beziehung zu ihrer Familie hat mir gefallen. Das Familiengeschäft ist natürlich alles andere als alltäglich und beeinflusst das Leben aller (vor allem, da sie im gleichen Haus leben, in dem auch das Bestattungsunternehmen ist). Ich musste immer wieder Schmunzeln, wenn Gabes Eltern eine merkwürdige Angewohnheit an ihrer Tochter finden und sich fragen, ob das wohl von der Art herrührt, wie sie aufwuchs.

Leider blieb mir aber am Ende zu viel unausgesprochen zwischen Gabe und Bree. Bis dahin sind zwar eine Menge andere Sachen passiert, so dass es vielleicht ein wenig kleinlich wirkt, auf eine solche Aussprache zu bestehen. Trotzdem finde ich nach wie vor, dass sich Gabe für Sachen entschuldigt, mit denen sie vollkommen recht hatte und bei denen die Entschuldigungen eigentlich von Bree hätten kommen sollen.
Trotzdem ist All the Forever Things von Jolene Perry ein interessantes Buch mit lustigen und zumindest teilweise sehr sympathischen schrägen Charakteren, das mir sogar ein, zwei Mal die Tränen in die Augen treiben konnte.

All the Forever Things erscheint am 1. April 2017.

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