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Cover Das Weihnachtsdorf

Es handelt sich hierbei um eine Folgegeschichte zu Kräuter der Provinz und verrät sehr viel über das Buch.

Weihnachten in Maierhofen. Endlich! Jeder überlegt für sich, wo und vor allem wie er in diesem Jahr Weihnachten feiern will. Bis auf Christine, die sich auf ein Weihnachten mit ihren beiden Töchtern freut, plant beinahe jeder ein ruhiges Fest in trauter Zweisamkeit. Rosi, die Kartoffelbäuerin, und Edy, der vegane Wurstverkäufer, wollen es sich so richtig schön gemütlich machen. Ein kurzes Beisammensein mit ihren Eltern, danach endlich ein paar entspannte Tage. Die Zeit vor Weihnachten sind bei Edys Versandhandel für vegane Erzeugnisse mehr als stressig und obwohl Rosi ihrem Freund von Herzen gern hilft, kommt doch auch ihre Leidenschaft für die Kartoffel viel zu kurz.
Von ein wenig zwischenmenschlicher Nähe ganz zu schweigen. Schließlich muss sich Rosi auch noch um ihre Eltern kümmern, die nicht mehr allein klarkommen. Ihre beiden Geschwister haben sich bereits vor Jahren aus dem Staub gemacht und genießen das sorgenfreie Leben in München.

Für Therese war das vergangene Jahr sehr lehrreich. Sie musste lernen auf ihren Körper zu hören, ihm Ruhe zu geben und auch einmal andere für sich arbeiten zu lassen. Sams geniale Idee den Gasthof für 2 Wochen zu schließen und sich mal eine Auszeit zu gönnen mit vielen Kuschelstunden, viel heißem Tee und ausreichend Zeit zu zweit würde ihre Akkus wieder aufladen. Nachdem Thereses Vater das Weihnachtsfest lieber mit seiner neuen Flamme verbringt, steht ihrem gemütlichen Fest nichts im Wege.
Zwar hätte sie auch sehr gern ihre Cousine Greta und deren Lebensgefährten Vince um sich gehabt, aber auch die beiden planen das erste gemeinsame Weihnachtsfest ganz im romantischen Stil.
Dank Sams Rezepten und Tipps für die Weihnachtsgans schaut Greta dem Festessen schon etwas entspannter entgegen. Besonders freut sie sich auf die Augen, die Vince machen wird, wenn er sein Geschenk bekommt. Greta hat das perfekte Geschenk für ihn und auch Vince glaubt, mit seinem Geschenk den Nagel auf den Kopf getroffen zu haben. Ob das gut geht?

Einzig um Christine macht sich Theresa Sorgen. Nach der Trennung von ihrem Mann, igelt sich ihre Freundin immer weiter ein und leidet an der Einsamkeit. Zu Weihnachten nun sollen ihre beiden Töchter kommen. Auch wenn das Fest ohne den Vater wohl etwas weniger familiär wird, plant Christine ein paar gemütliche Tage. Damit es ihren Töchtern an nichts fehlt, hat sie den Kühlschrank mehr als gut gefüllt.
Als ihre Töchter ihr einen Tag vor Heiligabend mitteilen, dass sie Weihnachten lieber mit ihrem Vater auf einer Südseeinsel verbringen, fällt Christines Welt zusammen. Ist sie ihren Kindern nicht einmal ein gemeinsames Weihnachtsfest werf?
Allen Versuchen ihrer Freundin Thereses zum Trotz will Christine Weihnachten allein verbringen, da hat sie aber nicht mit dem lieben Schicksal gerechnet. Das hat für alle Maierhofener ein ganz eigenen Plan ausgeheckt.

Das Weihnachtsdorf ist eine Weihnachtskurzgeschichte, die an die Geschichte in Kräuter der Provinz anknüpft und zeigt die liebgewonnenen Charaktere bei ihrem ersten gemeinsamen Weihnachtsfest. Jeder für sich, hat so seine Probleme und wie es immer so ist - jeder ist da um den Anderen zu helfen. Allen voran Theresa, die einfach nicht aus ihrer Haut kann, wofür sie alle nur umso mehr lieben.
Natürlich plant jeder ein Weihnachtsfest nach seinen Wünschen und Vorstellungen, aber wie sagt man so schön? 'Erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt.' Schon beim Lesen zeichnet sich ab, dass vor allem Christine ein hartes Los gezogen hat. Ihre Töchter kümmern sich Null um ihre einsame Mutter und geben ihr zu allem Überfluss auch noch eine Mitschuld am Fehlverhalten des Vaters. Ohne Therese würde sie wohl in ein tiefes Loch fallen.
Rosi steht kurz davor durch zu drehen und das zu Recht. Spätestens als sie an Heiligabend unerwarteten Besuch bekommt, kocht der Kessel über und das tut ihr gut.
Maierhofen ist eine Gemeinschaft und jeder Störenfried wird zum Staatsfeind Nummer eins deklariert, bis er seine guten Absichten bewiesen hat. Gerade das macht das kleine Örtchen aus.

Während in Kräuter der Provinz ein Sommerfest rund um das Thema Gewürze die Besucher in das kleine bayrische Örtchen führte, ist es jetzt der Maierhofener Weihnachtsmarkt mit seinen selbstgezimmerten Buden, den leckeren Snacks und den selbstgebrauten Seelenwärmern der Anlaufpunkt Nummer eins. Allein bei der Beschreibung, wie sich puderzuckrig der Schnee auf den Häuschen und Dächern verteilt, möchte man sich sofort ins Auto setzen und hin fahren.
Wer kochen kann, den Ofen bedienen mag und auch ein wenig kreativ sein kann, findet im Anhang viele Rezepte und Deko-Ideen für die Festtage. Natürlich habe auch ich davon etwas ausprobiert und ich muss sagen, der alkoholfreie Apfelpunsch ist sehr lecker.

Mit Das Weihnachtsdorf verkürzt uns Petra Durst-Benning die Wartezeit auf ihren neuen Maierhofen-Roman Die Blütensammlerin (Amazon-Partnerlink) der im Frühjahr nächsten Jahres erscheinen wird. Ich persönlich kann es kaum erwarten, da ich die Figuren wirklich sehr lieb gewonnen habe und Petra Durst-Benning unbedingt wissen will, wie es vor allem mit Christine weiter geht.
Um in die richtige Stimmung zu kommen, ist dieses Buch eine perfekte Wahl, deshalb kann ich es euch uneingeschränkt empfehlen =o)

Einen ganz lieben Dank an den Blanvalet-Verlag für das Rezensionsexemplar.

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Cover Wrapped Together

Für jemanden wie Hollis ist Weihnachten nicht gerade die schönste Zeit des Jahres - zu viele Menschen, zu viel Trubel und zu viel Kitsch, den er soweit wie möglich von seinem edlen Schreibwarenladen in Portland fernhalten will. Dazu kommt, dass er vor drei Jahren im Dezember seine Eltern verloren hat und dass ihm deshalb der Sinn alles andere als nach Weihnachten steht, ist daher nur allzu verständlich.
Doch manche Leute sind der Meinung, dass Hollis nun genug getrauert hat, unter anderem seine eigene Schwester - und Sawyer, der ebenfalls einen Laden in Hollis Nachbarschaft hat und den er bereits sein Kindertagen kennt.
Nun scheint Sawyer festentschlossen zu sein, Hollis in Weihnachtsstimmung zu versetzen. Hollis schwant Böses, denn wenn Sawayer sich erst mal etwas in den Kopf gesetzt hat, bekommt man ihn nur schwer wieder los. Und wenn es etwas gibt, worauf Hollis keine Lust hat, ist es auf Biegen und Brechen mit Weihnachtsstimmung bombadiert zu werden, auch wenn das bedeutet von allen Grinch oder Scrooge genannt wird.
Außerdem erträgt es Hollis nicht, so viel Zeit mit Sawyer zu verbringen, der mit seiner lauten und geselligen Art das genaue Gegenteil von ihm ist. Wenn er ehrlich mit sich ist, hat das aber wenig mit ihren gegensätzlichen Charakteren zu tun, sondern mehr mit der Tatsache, dass er seit der Schulzeit eine Schwäche für Sawyer hat. Doch Hollis weiß, dass die beiden niemals eine Zukunft hätten...

Wrapped Together von Annabeth Albert war die erste Weihnachtsgeschichte, die ich dieses Jahr gelesen habe und sie versetzt einen wirklich gleich in die richtige Stimmung. Sawyer schleppt Hollis zu so ziemlich jeder weihnachtlichen Attraktion, die Portland zu bieten hat, und so bekommt man auch als Leser jede Menge weihnachtlicher Atmosphäre ab, wenn die beiden sich zum Beispiel die Lichtershow im Zoo oder die Gingerbread-Stadt im Benson Hotel anschauen.
Doch das ist erst der Anfang von Sawyers Plänen für Hollis. Die beiden sind zusammen aufgewachsen und ob Hollis es gefällt oder nicht, Sawyer kennt ihn und weiß genau, wie er ihn motivieren kann. Es ist außerdem ein offenes Geheimnis zwischen den beiden, dass es bereits seit geraumer Zeit zwischen ihnen knistert. Doch Hollis weiß, dass Sawyer nie lange bei einem Mann bleibt (dafür hat er zu viele davon über die Jahre kommen und gehen gesehen) und dass so gut wie nichts seine Aufmerksamkeit lange halten kann. Das Letzte was er will, ist ein weiteres abgelegtes Hobby für Sawyer zu werden. Allerdings gelingt es Hollis nicht sehr lange, seinem Charme zu widerstehen – was verständlich ist, denn Sawyer bemüht sich dermaßen niedlich und ehrlich um ihn, dass man ihm nur die Daumen drücken möchte.
Dadurch, dass sich die beiden schon seit Jahren kennen, ergibt sich eine sehr schöne Dynamik und Stimmung zwischen ihnen und obwohl das Buch mit 112 Seiten sehr kurz ist, bekommt man keine Sekunde das Gefühl, dass sich die Dinge hier zu schnell oder unrealistisch entwickeln. Sowohl Sawyer, aber vor allem natürlich Hollis arbeiten eine Menge Dinge aus ihrer Vergangenheit auf, nicht nur miteinander, sondern allgemein was ihr Leben angeht. Das verhindert, dass Wrapped Together allzusehr in weihnachtlichen Kitsch verfällt.
Dafür sorgen außerdem noch die doch recht häufigen Sexszenen, in der Hollis und Sawyer zum ersten Mal ihre (sehr harmlosen) Kinks (also etwas ungewöhnlichere sexuelle Vorlieben) ausleben können. Von der Menge her hätten es meinetwegen ruhig ein paar Sexszenen weniger sein können; vom Inhalt her sind sie aber sehr geschmackvoll und heiß gelungen und haben immer einen emotionalen Unterton oder eine Bedeutung, was mir sehr gut gefallen hat, denn auch die Handlung selbst hat dadurch etwas dazugewonnen.

Deshalb ist Wrapped Together von Annabeth Albert eine wirklich gelungene kleine, weihnachtliche Liebesgeschichte, die Lust auf mehr macht und die einen in echte Weihnachtsstimmung versetzt.

Wrapped Together erscheint am 6. Dezember 2016.

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Cover Nora und die Novemberrosen

Nora lebt mit ihrer kleinen Tochter Fanny in einem 4 Parteienhaus in Berlin und arbeitet in einem Baumarkt in der Blumenabteilung. Arbeitete, sollte man wohl sagen, denn ihr war fristlos gekündigt worden, weil sie bei einem eher befremdlichen Beratungsgespräch nicht das gewünschte Ergebnis lieferte. Aber Nora konnte mit diesen Banausen einfach nichts anfangen. Wer kommt denn bitte auf die Idee im Frühling einen Herbstblüher in die Balkonkästen pflanzen zu wollen? Da musste ihre Gärtnerseele rebellieren. Dumm nur, dass ihre Kundin nicht einfach irgendjemand war, sondern vom Chef auf sie angesetzt.
Da steht Nora nun, arbeitslos, alleinerziehend und vom Leben enttäuscht. Aber sie hat immerhin noch ihre guten Freunde und Nachbarn Udo, Margarete und Ellie. Allesamt bilden sie eine Gemeinschaft im Mehrgenerationenhaus, die vor allem der kleinen Fanny zu Gute kommt.

Nora traut sich kaum ihren Freunden von ihrer plötzlichen Arbeitslosigkeit zu erzählen, als auch noch ein Brief vom Hauseigentümer im Kasten landet. Er kündigt umfangreiche Veränderungen an und einige Einschränkungen. Schon gehen die Überlegungen los, was er wohl wollen könnte. Der erwähnte Ansprechpartner lässt auf einen Investor schließen, der alte Häuser aufkauft, abreißen lässt und auf dem vorhandenen Grund neue Luxusobjekte hoch zieht.
Verliert Nora jetzt etwa nicht nur ihren Job, sondern auch noch ihre Wohnung samt ihrer geliebten Freunde?

Um ein wenig abzuschalten und einfach mal raus zu kommen, schlägt Ellie ein Picknick in Brandenburg vor. Also machen sie sich zu fünft in Udos Auto auf den Weg. Durch Zufall landen sie in einem kleinen Ort und finden ein verwildertes Grundstück, dass es ihnen sofort angetan hat. Fanny allen voran nutzt ihren Entdeckergeist und findet im hinteren Eckchen eine kleine Höhle, in der sie fortan zu finden ist. Während Nora sich vor allem die Pflanzen und Beete anschaut, fangen die anderen schon einmal an die Terrasse nutzbar zu machen und Udo lässt es sich nicht nehmen und beschaut sich Haus und Nebengebäude.
Nora ist fasziniert. Sie stehen hier in den Resten einer alten Gärtnerei. Wem diese wohl mal gehört hat?
Fanny hat es sich zur Aufgabe gemacht verschiedene Dinge zu sammeln und findet einen Fetzen Papier mit einem Namen und einigen Zahlen darauf. Finden sie so vielleicht heraus wem die Gärtnerei gehört?
Die Liegenschaftsverwaltung soll ihnen helfen und dank Udo bekommen sie aus der Bearbeiterin auch einiges heraus.

Allen ist klar, das verlassene Grundstück könnte ihr kleines Stück Urlaub vom Stress der Stadt sein und vielleicht sogar eine Zukunft für die Gemeinschaft. Aber wird ihnen das Grundstück auch bleiben? Oder wird das Land Brandenburg jetzt seinen Finger drauf legen?

Nora und die Novemberrosen ist eigentlich eher ein Buch für den Frühling wie ich finde. Nora weckt mit ihrem Wissen über einfach jede Pflanze den Gärtnerwunsch auf dem kleinsten Balkon. Zwar kann ich mit den ganzen Namen nichts anfangen, aber es klingt schon toll.
Ihre Leidenschaft ist ansteckend. Leider hat sie die bei der Jobsuche nicht. Da scheint sie wie eine Blockade zu haben. Das liegt wohl auch mit am Grundstück. Alles was sie immer gesucht hat ist dort - und bald auch noch viel mehr.

Ihre Freunde haben jeder für sich eine eigene kleine Geschichte. Udo hat seine Frau an den Krebs verloren, Ellie vermisst ihren Stiefsohn, der sich nicht bei ihr meldet und Margarete ... Margarete ist eine Frau für sich. Sie fühlt sich eigentlich wohl wie sie ist. Sie braucht Strukturen, aber bald merkt auch sie, ohne geht es auch.
So nach und nach erblüht jeder der Freunde ein Stück mehr und mit ihnen der vergessene Garten in der Mark Brandenburg.

Mir hat die Geschichte sehr gut gefallen. Ich konnte mich prima einfinden und habe mit allen für sich mitgefiebert. Am liebsten hatte ich natürlich Fanny, sie ist einfach Zucker.
Mit ihrer Neugier bringt sie Leben in die Gemeinschaft und hält sie auch zusammen.

Was mir nicht so gut gefallen hat, waren die mystischen Elemente. Die habe ich einfach nicht erwartet und so haben sie mich etwas dabei gestört der Geschichte zu folgen. Zwar verbinden sie Dinge und Gegebenheiten, aber das war mir dann doch etwas zu viel.

Ich möchte mich ganz herzlich beim Blanvalet-Verlag für das Rezensionsexemplar bedanken.

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Cover Illuminae

Auf dem winzigen Eis-Planeten Kerenza irgendwo in einem entlegenen Winkel des Alls hat der Megakonzern WUC eine illegale Mine, in dem er einen seltenen Rohstoff bergt. In der Kolonie, die dort aufgebaut wurde, leben mittlerweile tausende von Menschen. Es gibt Schulen, ein U-Bahn-Sytstem und viele verschiedene Geschäfte. Hier wachsen Kady und Ezra auf, die gerade ihr letztes Schuljahr abschließen und überlegen, wie es nach der Schule für sie weitergehen soll. Die beiden waren das letzte Jahr über ein glückliches Paar– doch heute morgen haben sie sich nach einem Streit getrennt.
Ansonsten hat der Tag angefangen wie jeder andere auch - zumindest bis die Kolonie von mehreren Raumschiffen angegriffen wird. Als die Leute langsam begreifen, was hier passiert, können sie nicht glauben, was sie da vor sich geht: Der rivalisierende Konzern BeiTech scheint die illegalen Minen übernehmen zu wollen und schreckt nicht davor zurück alles und jeden dem Erdboden gleich zu machen, um das durchzusetzen.
Einigen wenigen Glücklichen gelingt die Flucht zu drei Raumschiffen, die ein paar tausend Menschen exakuieren können und sich auf den Weg durchs All machen, um zumindest diese Leute zu retten und dem UTA (United Terran Authority - die Aufsichtsbehörde der Erdregierung) zu berichten, was BeiTech da gewagt hat. Doch BeiTech hat noch nicht aufgegeben und schickt ein Raumschiff hinterher, um auch die letzten Zeugen und Überlebenden zu beseitigen, so dass keine Spuren von der feindlichen Übernahme bleiben.
Ezra und Kady gehören zu den wenigen Überlebenden und befinden sich momentan auf zwei verschiedenen Schiffen. Je mehr sie allerdings über das Leben an Bord und die waren Zustände auf den Raumschiffen herausfinden, umso klarer wird ihnen, dass sie einander brauchen, um heil aus der Sache raus zu kommen und die Wahrheit ans Licht zu bringen. Denn die sieht alles andere als rosig aus: Ein furchtbarer Virus hat sich entwickelt, der zu einem großen Problem in diesen engen Lebensverhältnissen werden kann. Und dass die künstliche Intelligenz AIDAN, die das Hauptschiff Alexander leitet, nicht mehr so unter der menschlichen Kontrolle steht, wie sie eigentlich sein sollte, bedeutet noch ganz andere Gefahren...

Das waren jetzt jede Menge Informationen zu einer Geschichte, die man eigentlich gar nicht in Worte fassen kann. Illuminae von Amie Kaufman und Jay Kristoff ist ein Buch, wie ich es noch nie zuvor gelesen habe, allein schon, was das Format angeht. Nach allem, was mit und auf den Raumschiffen passiert ist, hat sich jemand die Arbeit gemacht, das gesamte Geschehen anhand von Bordberichten zu entschlüsseln und in Reihenfolge zu bringen und als eine große Akte zusammen zu stellen. Also lesen wir das gesamte Buch in Form von Berichten, Mitschriften, gehackten Chats, belauschten Telefonaten usw. Die Kreation dieses Buchs muss eine riesige Menge Arbeit gewesen sein, denn jede Seite ist anders; nicht nur von der Art und Weise der Berichterstattung, sondern auch ganz allgemein vom Seiten-Design. Die beiden Autoren haben hier wirklich einen riesigen Aufwand betrieben, der sich gelohnt hat (siehe z.B. Foto unten rechts).
Ich muss allerdings zugeben, dass ich am Anfang etwas besorgt war, ob bei dieser Vorgehensweise die persönliche Ebene nicht ein wenig zu sehr auf der Strecke bleiben könnte, falls das alles trockene Berichte sein würden - aber meine Sorge war glücklicherweise vollkommen unbegründet. Amie Kaufman und Jay Kristoff haben diese Geschichte auf geniale Weise erzählt und auch auf emotionaler Ebene hat mir Illuminae richtig gut gefallen. Viele verschiedene Leute kommen hier auf die ein oder andere Art zu Wort und so springt der Stil zwischen nüchtern und sachlich, normalen Dialogen und fast schon poetischen Passagen hin und her, was zu einer einzigartigen Mischung geführt hat.
Auschnitt Illuminae Die Geschichte folgt allerdings hauptsächlich Ezra und vor allem Kady, die ihr Talent am Computer and als Hackerin bereits schon auf Kerenza unter Beweis gestellt hat und was ihr auch an Bord des Raumschiffs immer wieder gute Dienste erweist. Die beiden Autoren haben es wirklich sehr geschickt angestellt, dass man ihre Figuren ins Herz schließt, obwohl es kein klassischer Roman ist, bei dem man stets über die Gefühle der Figuren Bescheid weiß. Und trotzdem habe ich einige Tränen vergossen im Laufe dieses Buchs.
Ebenfalls phantastisch sind die Twists und Wendungen. Es gibt da eine spezielle Szene, bei der ich einfach nicht fassen konnte, was mir das Autoren-Duo da gerade angetan hat. Aber es war so ein genialer Schachzug, dass ich ab diesem Moment das Buch nicht mehr zur Seite legen konnte. In diesem Buch kann alles passieren und das haben Amie Kaufman und Jay Kristoff voll ausgenutzt.

Die Art und Weise wie diese beiden Autoren ihre Geschichte aufgebaut und umgesetzt haben kann man wirklich kaum beschreiben, man muss es einfach selbst lesen. Amie Kaufman und Jay Kristoff haben mit Illuminae ein geniales Buch erschaffen, das ich niemals vergessen werde und das sich selbst in meine All-Time-Top-10 katapultiert hat. Ich kann gar nicht oft genug sagen, dass dies ein Buch ist, das man selbst erleben muss. Wenn euch also die Geschichte auch nur ein kleines bisschen interessiert kann ich euch nur raten: Greift zu!
Ganz ist die Geschichte aber noch nicht vorbei. Auch wenn Illuminae im Grunde keinen Cliffhanger hat gibt es doch noch eine Menge Dinge, die zu klären wären - und einiges davon wird in Gemina (Amazon-Partnerlink), dem zweiten Teil der The Illuminae Files Reihe, aufgegriffen. Ich kann es jetzt schon kaum erwarten dieses Buch in Händen zu halten.

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Heat Wave

17.11.2016
EmpfehlungEmpfehlung
Cover Heat Wave

Zwei Jahre nach dem Tod ihrer Schwester Juliet nagt dieser Verlust immer noch sehr an der 29-jährigen Veronica „Ronnie“ Locke. Juliet war immer diejenige von den beiden, die von allen bewundert wurde und auf die alle stolz waren. Nichts was Veronica je getan hat konnte in den Augen ihrer politisch engagierten Familie mithalten - vor allem in denen ihrer Mutter, die stellvertretende Bürgermeisterin von Chicago ist - und so ungern es Veronica zugibt, sie hat niemals versucht die Bestätigung ihrer Eltern und Juliets zu bekommen.
Doch nun nach ihrem Tod scheint es zu spät dafür zu sein, denn Juliet wird für immer auf ihrem Podest erhoben bleiben, dafür sorgt ihre Mutter schon. Die Tatsache, dass Veronica gerade ihren Job als Köchin in einem renommierten Restaurant in Chicago verloren hat und vorübergehend wieder bei ihren Eltern einziehen musste, macht die ganze Sache nicht gerade besser.
Dann ergibt sich allerdings eine Gelegenheit, für die sie vermutlich jeder beneiden würde: Ronnie wird ein Job in einem Hotelrestaurant auf der hawaiianischen Insel Kauai angeboten. Der einzige Nachteil: Das Hotel gehört niemand anderem, als Logan Shephard, Juliets Witwer, mit dem sie das Hotel gemeinsam geleitet hat. Ronnies Beziehung zu ihm war niemals wirklich einfach, was zum großen Teil an Logans mürrischer Art liegt und den Geheimnissen, die seine und Juliets Ehe umgab und denen Veronica bis heute noch nicht auf den Grund gehen konnte. Ronnie ist absolut klar, dass Logan sie nicht hier haben möchte und sie plant auch nicht länger zu bleiben, als nötig.
Je mehr Zeit sie aber in diesem Paradies verbringt, umso klarer wird ihr, dass dies der Ort ist, an den sie gehört. Sie wurde von den Menschen mit offenen Armen empfangen und fühlt sich so sicher und aufgehoben und wertgeschätzt, wie es in ihrer eigenen Familie nie der Fall war. Und auch Logan beginnt sie in einem anderen Licht zu sehen je mehr sie über seine und Juliets nur scheinbar perfekte Beziehung erfährt und es dauert nicht lange, bis unterdrückte Gefühle wieder zum Vorschein kommen.
Doch diesen Gefühlen darf sie niemals nachgeben, denn es wäre ein Skandal für ihre Familie und sie könnte alles, was sie sich in Kauai aufgebaut hat verlieren...

Ich habe ja über die Jahre wirklich einige Karina Halle Bücher gelesen, doch irgendetwas an ihren Büchern zum Thema Reisen haben es mir schon immer besonders angetan. So ist es wahrscheinlich auch kein Wunder, dass mir auch Heat Wave extrem gut gefallen hat. Doch es ist nicht nur der wundervolle Schauplatz Kauai, der es zu so etwas Besonderem macht, in diesem Buch steckt noch einiges mehr.
Gleich im Prolog zeigt Karina Halle, dass sie wirklich schreiben kann. Es gibt da eine bestimmte Szene, die nur ein paar Zeilen umfasst, aber dermaßen gut geschrieben war, dass sie den Ton für das ganze Buch gesetzt hat und mich wirklich beeindruckt hat. Diese Szene ist für Ronnie wieder ein Beweis gewesen, wie wenig sie gegen Juliet ankommen kann und hat außerdem sofort dafür gesorgt, dass ich "auf ihrer Seite" war. Sie wurde mir dadurch sofort sympathisch und ich konnte mich nur allzu gut in ihre schwierigen Gefühle ihrer Schwester und Familie gegenüber einfühlen, ohne, dass sie dabei weinerlich wurde.
Bei Logan sah die Sache zunächst allerdings etwas schwieriger aus. Denn die ersten Dinge, die wir über ihn erfahren, sind alles andere als positiv. Er ist grantig und behandelt Veronica nicht immer freundlich und Juliet hat im Laufe der Zeit ein paar Dinge über ihn erzählt, die ihn nicht gerade in einem guten Licht stehen lassen. Doch nach einer Weile wird deutlich, dass die Sache nicht so einfach und klar sein kann, wie man versucht hat Veronica weis zu machen. Denn im Grunde ist Logan ein toller Kerl, der für sein Hotel und seine Freunde und Angestellten kämpft und auf den man sich verlassen kann.
Dass bei Veronica da auch bald Gefühle ins Spiel kommen ist da sicher nicht überraschend. Doch der Mann ihrer toten Schwester ist tabu...oder sollte es zumindest sein. Karina Halle hat auf sehr schmerzhafte und ehrliche Art beschrieben, wie sehr Veronica mit dieser Situation zu kämpfen hat und welche Folgen all das haben könnte. Das ist im Prinzip der Knackpunkt der Geschichte und mir hat die Aufarbeitung wirklich sehr gut gefallen.
Ebenfalls fantastisch fand ich Hawaii bzw. Kauai als Schauplatz. Die Autorin ist ja wie gesagt bekannt für ihre exotischen und vielfältigen Schauplätze und auch in diesem Fall hat sie ihr Talent diese Orte zum Leben zu erwecken wieder bewiesen. Es ist ein echtes Paradies, in dem Ronnie sich hier wiederfindet und Karina Halle beschreibt es mit all seinen kleinen und großen Attraktionen und auch einigem Insider-Wissen.

Das einzige, was Heat Wave von Karina Halle in meinen Augen noch besser gemacht hätte, wäre wenn etwas mehr Licht auf Juliets und Logans Ehe geworfen worden wäre. Doch das ist dann wirklich schon jammern auf hohem Niveau, denn Heat Wave funktioniert auch ganz wunderbar ohne diese Details.
Wer Lust auf eine exotische, wundervoll geschriebene verbotene Romanze hat, dem kann ich Heat Wave nur ans Herz legen. Ich werde definitiv wieder darauf zurückgreifen, wenn mich das Fernweh überfällt. ;)

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