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Cover Ugly Love USA

Als Tate zu ihrem Bruder Colbin nach San Francisco zieht, hat sie vor, sich voll und ganz auf ihre Arbeit als Krankenschwester und ihre Ausbildung zur Anästhesistin zu konzentrieren. Ein Mann hat da erst mal keinen Platz. Doch dann lernt sie Miles kennen.
Miles und Colbin sind Piloten bei der gleichen Fluggesellschaft und Nachbarn und so läuft auch Tate ihm immer wieder in die Arme. Irgendetwas an Miles, lässt Tate nicht mehr los und er beginnt, ihr ständig im Kopf herumzuspuken. Und das, obwohl er einschüchternd, grob und nicht immer freundlich ist und Tate sich manchmal nicht mal wirklich sicher ist, ob sie ihn besonders mag. Eines weiß sie allerdings: Sie will ihn.
Obwohl Miles alles andere als durchschaubar ist, wird Tate bald klar, dass er auch er sich sehr von ihr angezogen fühlt und so gehen sie einen Deal ein: Sie beginnen eine reine Bettbeziehung. Keine Fragen, keine Gefühle, keine Freundschaft. Nur Sex.
Miles hat nur zwei einfache Regeln:
Frage nicht nach meiner Vergangenheit.
Erwarte keine Zukunft.

Tate hat zwar von Anfang an Bedenken, ob sie diese Regeln einhalten können wird, und weiß, dass Miles nur allzu leicht ihr Untergang sein könnte. Aber das Angebot ist zu verlockend, um es nicht anzunehmen. Doch je mehr Tate hinter Miles eisige Fassade blick, umso mehr läuft sie Gefahr ihr Herz an einen Mann zu verlieren, der gar nichts damit anzufangen weiß...

Ugly Love von Colleen Hoover ist ein weiteres hochgelobtes Buch dieser Autorin, das bereits viel Aufmerksamkeit erregt hat und momentan sogar schon verfilmt wird. Trotzdem muss ich sagen, dass ich schon bessere Romane von [Autor] gelesen habe.
Zum Teil liegt das an Tate, aus deren Sicht das Buch hauptsächlich geschrieben ist. Grundsätzlich ist sie eigentlich ein ganz cooler Charakter. Sie ist nicht auf den Mund gefallen, intelligent und bodenständig. Trotzdem hat sie mich im Laufe der Geschichte immer wieder extrem genervt, weil sie mit offenen Augen in ihr eigenes Unglück rennt. Miles macht ihr immer wieder unmissverständlich klar, dass er sich nicht verlieben will und kann und Tate nicht mehr von ihm erwarten darf. Sie weiß ganz genau, dass sie bereits auf dem besten Wege dahin ist und trotzdem lässt sie sich jedes Mal wieder auf ihn ein. Immer mit dem Hintergedanken, dass sie ihn vielleicht ja doch noch ändern könnte. Ich will nicht sagen, dass Miles Verhalten immer korrekt oder fair war, dennoch hat sich Tate viel zu viel von ihm gefallen lassen, obwohl sie genau wusste, dass er ihr nicht das geben würde, was sie will.

"Now he knows exactly how much I'm not Tate when I'm with him. I'm only liquid. Conforming. Doing what he asks, doing what I'm told, doing what he wants me to do."

Das ist im Prinzip Tate in Kurzform, wenn es um Miles geht, und ich fand es ab einem gewissen Punkt einfach ungesund. Vor allemm, da Tate eigentlich gar nicht der Typ Mensch ist, der sich selbst so vollkommen verbiegt, um jemandem zu gefallen. Vielleicht habe ich mich auch deswegen nie hundert prozentig mit ihrer und Miles Beziehung wohl gefühlt.
Vielleicht erwartet man anhand von dem, was ich bisher erzählt habe, dass Miles ein furchtbarer Macho ist, der Frauen rumschubst und wie Dreck behandelt. Doch das trifft überhaupt nicht zu. Er ist eigentlich ein richtig guter Kerl und man merkt schnell, dass ihm auch wirklich etwas an Tate liegt. Er führt sie zwar nicht direkt an der Nase herum, aber in gewisser Hinsicht kann man schon verstehen, wieso Tate ihm verfallen musste. Er schickt ihr manchmal schon sehr unklare Signale, trotzdem macht zumindest verbal immer wieder deutlich, dass er keine Beziehung will. Natürlich gibt es einen Grund dafür. Vor 6 Jahren ist Miles etwas zugestoßen, das seine Sicht auf die Liebe und Beziehungen für immer verändert hat. Colleen Hoover hat immer wieder Miles Perspektive eingebaut und seine Geschichte in Rückblicken erzählt, so dass man als Leser schon bald hinter sein wirklich herzzereißendes Geheimnis kommt. Man konnte sein Verhalten erst dadurch wirklich verstehen und akzeptieren lernen.

Cover Ugly Love UK

Nicht zuletzt wegen diesem Geheimnis ist Ugly Love offensichtlich als regelrechter Anschlag auf die Tränendrüsen konzipiert. Ich habe einige Rezensionen gelesen, in denen gewarnt wurde, dass man Taschentücher bereithalten soll und beim lesen wusste ich genau, welche Szenen gemeint waren - aber irgendwie hat es mich meistens kalt gelassen. Die Gefühle, die Colleen Hoover so eindeutig transportieren wollte, kamen einfach nicht in der gewünschten Wucht bei mir an. Vielleicht war es alles zu gewollt oder offensichtlich, aber irgendwie hat es mich einfach nicht packen wollen.
Zum Teil liegt das aber sicher auch daran, dass das ganze Konstrukt für meinen Geschmack viel zu simpel aufgelöst wurde. Miles hat über 6 Jahre gelitten und sich selbst und Tate das Leben zur Hölle gemacht - und am Ende hat es eine bestimmte Situation gebraucht, die nicht länger als 5 Seiten war, um alles wieder aufzulösen. Ich hatte mir da definitiv mehr erwartet, vor allem was Miles und Tates Aussprache miteinander angeht. Die war mir einfach nicht ausführlich genug, auch wenn Colleen Hoover am Ende noch ein bisschen Kitsch nachlegt.

Unterm Strich muss ich deswegen sagen, dass mir Ugly Love doch etwas zu plump geraten ist. Colleen Hoover hat mir hier zu offensichtlich versucht, die Gefühle des Lesers zu manipulieren. Da konnte auch ihr gewohnt blumiger und poetischer Schreibstil nur bedingt helfen. Ugly Love ist ganz sicher kein schlechtes Buch, trotzdem hatte ich mir nach dem ganzen Hype etwas mehr erwartet.

Ugly Love wird wie gesagt gerade mit Nick Bateman in der Hauptrolle verfilmt. Einen ersten Teaser gibt es bereits zu sehen, der allerdings herzlich wenig mit dem eigentlichen Buch zu tun hat und der anscheinend auf die Fifty Shades of Grey / Geheimes Verlangen Welle aufzuspringen versucht.

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Cover Herz in Scherben deutsch

Enthält Spoiler zum ersten Teil der Reihe Herz aus Glas.

Vier Monate ist es her, dass Juli und David die Ereignisse auf Sorrow hinter sich gelassen haben und nach Boston gegangen sind. David ist dabei den Tod seiner Verlobten weiter zu verarbeiten und blüht tatsächlich etwas auf. Dank einer Therapeutin macht er gute Fortschritte, auch wenn er zwischendurch immer wieder auch schlechte Phasen hat.
Juli ist glücklich David bei sich zu haben, doch je mehr er sich öffnet, desto größer werden ihre Ängste um ihn. Wird sie ihm noch genügen, wenn er sich erst einmal wieder umschaut?
Immerhin ist sie nun nicht gerade ein Topmodel und zu allem Überfluss kreisen die anderen Mädchen um den melancholischen Jungen, allen voran Lizz. Er scheint sie jedoch nicht zu beachten - noch nicht.

David ist viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt um Julis Ängste zu bemerken. Er knabbert ganz schön daran, den Tod seiner Verlobten zu verarbeiten und den Verrat seines besten Freundes zu verstehen. Wie konnte er ihm das nur antun?
Die Zeit in Boston hilft ihm, vor allem weil er so einen gewissen Abstand zu Sorrow und seinem Vater halten kann.
Das Verhältnis zu seinem Vater war schon immer schwierig, aber seit Charlies Tod ist es gebrochen. Davids Vater verlangt viel von seinem Sohn, vor allem aber Stärke, die dieser im Augenblick weder aufbringen kann noch will.

Juli wurmt es, dass David mit ihr nicht über seine Gefühle spricht. Sie fühlt sich ausgeschlossen. Ein provozierter Streit in der Öffentlichkeit droht sie noch weiter zu entzweien. Zu allem Überfluss steht der 50. Geburtstag von Davids Vater an. Natürlich will der Verleger seine wichtigsten Menschen um sich scharren, dazu gehören neben den Autoren zu denen auch Julis Vater gehört, natürlich auch sein Sohn. Alles in Juli wehrt sich dagegen wieder nach Sorrow zu reisen und sie hofft auch David davon abhalten zu können.

Sein ihr gegebenes Versprechen bricht er kaum, dass sie darüber gesprochen haben und als sie dann doch alle gemeinsam im alten Herrenhaus eintreffen ist die Stimmung eisig und passt so gar nicht zu den sommerlichen Temperaturen. Wie schon beim letzten Mal fühlt Juli sich in diesem Haus beobachtet und die Haushälterin Grace gibt sich alle Mühe Juli eine Gänsehaut zu verursachen.
Wie befürchtet verändert sich David wieder zum gebrochenen Jungen der er vor ihrer Flucht nach Boston war. War alles umsonst? Juli will um David kämpfen, doch sie weiß gar nicht ob er überhaupt noch etwas von ihr will.
Tiefe Selbstzweifel fallen auf fruchtbaren Boden in Julis Herz. Doch schon bald muss sie sich weit mehr Gedanken um David und ihr Leben machen, als um ihre zarte Liebe zu ihm.

Der zweite Band um Juli und David ist wieder sehr spannend. Spätestens ab dem Zeitpunkt, an dem sie alle wieder auf Martha's Vineyard sind kann man das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Im Gegensatz zu vielen anderen mittleren Teilen, ist Herz in Scherben durchweg spannend.
Die Veränderungen der beiden Hauptcharaktere zum ersten Band sind teilweise gravierend. War Juli in Herz aus Glas noch die treibende und starke Kraft die David stützt, wird sie in diesem Buch mehr und mehr zum ängstlichen Teenager. Gerade Julis Selbstzweifel waren teilweise etwas viel für mich. Natürlich denkt man gerade als Teenager nicht rational, aber Julis Verhalten wird eher schlimmer als besser. Das war dann doch etwas anstrengend.
David verfällt zu schnell wieder in alte Verhaltensmuster und so manches Mal hätte ich ihn gern kräftig durchgeschüttelt.

Die Ereignisse auf Sorrow sind, wie auch schon beim ersten Band, spannend und voller immer mit einer Gänsehaut verbunden. Wer steckt dahinter? Gibt es ihn wirklich - den Fluch von Madeleine Bowler? Werden Juli und David das gemeinsam durchstehen?
In Herz in Scherben stellen sich dem Leser viele Fragen und es bleibt uns wohl nur eins zu tun - warten bis im August diesen Jahres der dritte und letzte Band Herz zu Asche (Amazon-Partnerlink) erscheint.

Einen lieben Dank an das Team von www.leserunden.de und den Arena-Verlag für die interessante und spannende Leserunde.

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Cover There is a Brotherhood Englisch

So hatte sich Stiles sein erstes College Jahr nicht vorgestellt: Anstatt mit seinem besten Freund Scott gemeinsam in einem Zimmer untergebracht zu werden und das Uni Leben zu genießen, ist er ständig im Lernstress und hat einen Mitbewohner, der nie da ist. Wenigstens hat es ihn aber nicht so schlimm getroffen, wie Scott, dessen Mitbewohner Jackson ein riesen Vollidiot ist.
Doch dann gibt es einen Hoffnungsschimmer am Horizont - Stiles und Scott werden Anwerter für die Omega Bruderschaft, eine der beiden ganz großen Studentenverbindungen an ihrem College. Und das Beste daran: Ihre Initiation ist ein prank war (Streich Krieg) mit der anderen großen Bruderschaft, den Alphas. Und wenn es etwas gibt, das Stiles liegt, dann ist es Unruhe zu stiften.
Das bekommen auch bald die Alphas zu spüren, denen bis dahin noch nicht bewusst war, mit was für einem Genie es hier zu tun haben. Doch das i-Tüpfelchen für Stiles ist es, dass er damit dem Präsidenten der Alphas das Leben schwer machen kann - Derek Hale. Denn der ist nicht nur furchtbar arrogant und versteht keinen Humor - er geht Stiles auch einfach nicht mehr aus dem Kopf.
Doch dann beginnen Derek und seine Bruderschaft langsam den Spieß umzudrehen und das macht Stiles Leben erst richtig interessant...

There is a Brotherhood von minusoneday ist zwar ein sehr kurzes, dafür aber nur umso unterhaltsameres Teen Wolf Fanfiction. Wer Stiles in der Serie mag wird ihn auch in dieser Geschichte lieben, denn die Autorin hat wirklich ganze Arbeit geleistet, seinem Charakter gerecht zu werden. Er ist immer für ein Abenteuer zu haben, rotzfrech und einfach ein richtig lustiger Kerl. Derek ist da schon eher schwieriger zu durchschauen, aber das ist ja ebenfalls ziemlich nah am Original-Charakter.
Es hat unglaublich viel Spaß gemacht, diesen beiden beim Zanken und sich annähern zuzuschauen. Die Ideen, die sie sich für ihren prank war ausgedacht haben, sind wirklich zum schießen und enden oft ganz anders, als es ursprünglich vielleicht geplant war, was die ganze Situation nur noch lustiger macht.
Die meisten anderen Charaktere aus der Serie sind ebenfalls mit von der Partie. Stiles und Scott sind nach wie vor die allerbesten Freunde und gehen gemeinsam durch dick und dünn. Doch auch Allison, Lydia, Jackson, Isaac, Boyd, Greenberg (was ich besonders lustig fand :P) und viele andere haben auch ihre Rollen, was nicht nur Freunde der Serie freuen wird, sondern auch für jede Menge Abwechslung sorgt. Außerdem hat die Autorin einen sehr guten Job geleistet, diese Figuren zu differenzieren und ihnen ihre eigenen Stimmen zu verpassen.

There is a Brotherhood ist ja ausschließlich aus Stiles Perspektive geschrieben. Und da Derek tendenziell eher der stillere Typ und wie gesagt nicht wirklich durchschaubar ist, hat minusoneday ihren Fans noch einen besonderen gefallen getan: Sie hat die Geschichte in Your Lifelong Membership is Free noch einmal aus Dereks Sicht geschrieben. Es ist aber kein reiner Aufwasch der Geschehnisse aus There is a Brotherhood sondern bietet viele zusätzliche Einblicke. Vor allem was Dereks Job als Präsent der Bruderschaft angeht. Die Dinge sind nämlich nicht immer wirklich so, wie sie für Stiles schienen, was mich jedes Mal wieder zum lachen gebracht hat.

Bild There is a Brotherhood

Zwei Punkte aber gibt es, die mich an der Geschichte gestört haben: Zum einen geht es da um eine bestimmte Szene an Halloween, in der Stiles und Derek sich wegen ihrer Kostüme nicht erkennen. Ich HASSE so etwas. Wenn man sich ein bisschen kennt, erkennt man den anderen einfach. Punkt. Sei es an der Stimme oder Gestik oder was auch immer. Und wenn man bedenkt, wie sehr sie einander zu dem Zeitpunkt schon im Kopf rumspuken, ist es nur noch unglaubwürdiger.
Und der zweite Punkt ist Dereks Ex-Freundin Kate. Gerade in Your Lifelong Membership is Free wird sie ständig erwähnt und welchen Einfluss sie auf Derek hatte, aber was genau damals vor sich ging, wurde nie erwähnt und das hat mich irgendwann doch sehr genervt.

Trotzdem sind There is a Brotherhood und Your Lifelong Membership is Free in Kombination eine wirklich ganz entzückende Geschichte, die großen Spaßgemacht hat und einfach urkomisch war. Für Fans der Serie und für jeden, der gerne mal ein kurzes Fanfiction ausprobieren möchte, definitiv zu empfehlen.

(Bild von thegeekindenial)

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Bild Edinburgh Problem

John ist zurück in 221B Baker Street. Nachdem er das mit dem Baby rausgefunden hat, war die Rückkehr in sein altes Leben ohne Mary dafür mit Sherlock nicht ganz so einfach. Doch nach etwa einem Jahr hat sich Johns Leben mit Sherlock wieder eingespielt. Und wenn Sherlocks Cousine Violet Holmes in Edinburgh Hilfe bei der Aufklärung eines Mordes in ihrem Haus braucht, wundert es John nicht im Geringsten, dass sie zusammen zu einem mörderisch unterhaltsamen Urlaub aufbrechen.

The Edinburgh Problem ist ein Juwel an Geschichte - und zwar aus so vielen Gründen:

Da ist zunächst die Tatsache, dass die Geschichte zum größten Teil in Edinburgh spielt. Wer schon einmal da war, weiß, dass die Stadt mit ihren Hügeln und historischen Gebäuden und dem Meer in Blickweite eine fantastische Kulisse für eine Kriminalgeschichte bietet. Und auch wenn ein Großteil der Handlung in Violets wunderbarem Haus unweit vom Holyrood Palast stattfindet, bekommt man genug von der Atmosphäre dieser wunderbaren Stadt mit, um Fernweh zu bekommen.

Dann ist da Vi (Violet Holmes), die neben John und Sherlock sowas wie die dritte Hauptperson ist. Selten habe ich in einer Geschichte so einen charmanten Originalcharakter getroffen wie Vi in The Edinburgh Problem (original character [OC] sind selbst ausgedachte Charaktere in Fanfiction). Sie ist nicht nur eine Künstlerin und Archivarin (nicht Bibliothekarin!) sondern auch mit einer ebenso brillanten Auffassungsgabe wie Sherlock gesegnet. Die beiden werfen sich gegenseitig die aberwitzigsten Beleidigungen an den Kopf, wobei dem Leser von Anfang an klar ist, dass es sich in Wahrheit aber um Kosenamen handelt. Hinzu kommt Vis Sinn für Humor, ihr Umgang mit den Kunstschülern, die sie in ihr Hausaufgenommen hat, und natürlich auch das Haus selbst. Vi ist ein wenig geheimnisvoll und auf den ersten Blick undurchsichtig. Doch je besser man sie kennenlernt und sieht, wie ihr und Sherlocks Leben miteinander verwoben ist, desto mehr verliebt man sich. Sie war ein Charakter, den ich auch im echten Leben gerne mal treffen würde.

Bild Edinburgh Problem II

Auch der Fall in The Edinburgh Problem kann sich sehen lassen. Hier hat Snorklepie einen Klassiker à la Agatha Christie kreiert. Insbesondere die große Enthüllungsszene im Speisesaal machte den Anschein eines großartigen Theaterstücks mit Sherlock als Regisseur, der die Anwesenden nach seinen Anweisungen tanzen lässt. Wunderbar.

Und zu Guter Letzt ist da die Beziehung zwischen John und Sherlock, deren Entwicklung ein absolutes Glanzstück darstellt. The Edinburgh Problem wird aus der Erzählperspektive von John erzählt und es war faszinierend wie sich die durch die gemeinsame Vergangenheit gestählte Beziehung sich in Edinburgh langsam aber sicher verändert. John erfährt eine Menge über Sherlocks Familie und sein Leben 'vor John' und während dieser Prozess eher schmerzlich ist, kommt es eben auch zu der Wandlung ihrer Beziehung, was wiederum kein bisschen schmerzlich, dafür sehr aufregend ist.

The Edinburgh Problem war von vorne bis hinten ein Lesegenuss. Einmal angefangen, konnte ich nicht mehr aufhören zu lesen. Die Geschichte war übrigens Snorklepies erstes Fanfiction. So ein erstaunliches Talent muss man erst mal haben.

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Cover Modern Monsters Englisch

Der 17-jährige Vic stand schon immer Schatten seines besten Freundes Brett. Während Brett zu allen Parties eingeladen wird und jeder mit ihm befreundet sein will, sitzt Vic immer eher am Rande des Geschehens fest, wo ihn die meisten Leute übersehen. Im Grunde macht ihm das aber gar nicht so viel aus. Mit seinem Stottern und seiner Schüchternheit fühlt er sich mit zu viel Aufmerksamkeit ohnehin alles andere als wohl.
Doch dann wird Vic unfreiwillig und sehr jäh ins Rampenlicht gezogen. Auf einer Party, bei der so ziemlich die ganze Schule anwesend war, wurde seine Mitschülerin Callie vergewaltigt - und Vic war der Letzte, der mit ihr gesehen wurde, als er eine sehr betrunkene Callie die Treppe hochgeschleppt hat. Vic versteht die Welt nicht mehr, schließlich wollte er Callie nur helfen, als er sie in einem der Schlafzimmer untergebracht hat. Doch nun steht er im Fokus der Polizei, seine eigene Mutter glaubt nicht an seine Unschuld und es dauert auch nicht lange, bis die ganze Schule weiß, was ihm vorgeworfen wird.
Nur Brett steht noch zu ihm. Zumindest bis Unterstützung von ganz unerwarteter Seite kommt: Ausgerechnet Callies temperamentvolle beste Freundin Autumn scheint nicht überzeugt, dass Vic wirklich der Täter ist. Und so machen es sich die beiden gemeinsam zur Aufgabe, den echten Vergewaltiger zu finden...

In allen Büchern, die ich bisher von Kelley York gelesen habe, nimmt sie sich sehr schwierigen Themen an, sei es Suizid, Mord oder häusliche Gewalt. Auch Modern Monsters bildet da offensichtlich keine Ausnahme. Es ist wohl eine der schrecklichsten Situationen, die man sich vorstellen kann, in der Vic sich da befindet: Er wird unschuldig der Vergewaltigung bezichtigt. Doch Vic, der immer bemüht war, der beste Mensch zu sein, der er sein konnte, trifft das besonders hat. Vor allem, da nicht mal seine eigene Mutter ihm Glauben schenken will. Vic tat mir wirklich unheimlich Leid. Er hatte kein einfaches Leben, denn seine Mutter hat ihm schon lange vor diesem Vorfall keine Liebe mehr gezeigt und sein Stottern ist nicht gerade hilfreich, um soziale Kontakte zu knüpfen. Nach der Party und Callies Vergewaltigung, die sich nur noch Bruchstückhaft an diese Nacht erinnern kann, schlägt die Geleichgültigkeit, die ihm bis dahin entgegengebracht wurde, sehr schnell in Verachtung um. Und Vic hat das wirklich nicht verdient. Trotz seiner zugegenermaßen sehr ungeschickten und nervösen Art ist er ein rundum guter Kerl. Es ist schrecklich, was ihm alle widerfährt und wie die Öffentlichkeit ihn behandelt - gleichzeitig ist es aber natürlich auch irgendwo verständlich. Modern Monsters wirft ein Licht darauf, wie leicht man sich durch Gerüchte und Medien zu einer Meinung hinreißen lassen kann. Halbwahrheiten sind gefährlich und das muss auch Vic immer wieder schmerzlich feststellen.
Doch er wird sich nicht kampflos geschlagen geben. Und da kommt Autumn ins Spiel. Sie ist natürlich zunächst sehr skeptisch was Vic angeht. Doch je verschwommener die Beweislast gegen ihn wird, umso mehr beginnt sie Vic zu glauben. Auch sie ist ein großartiger Charakter, den ich sehr schnell ins Herz geschlossen habe. Sie ist loyal, stark und lässt sich nicht so leicht von der Meinung der Masse blenden. Sie ist bereit alles für Callie zu tun und begibt sich dabei in die ein oder andere brenzlige Situation. Sie und Vic entwickeln eine tolle Freundschaft, die mehr in Vic bewirkt, als er zunächst selbst bemerkt, die aber genau das ist, was er braucht.
Irgendwann bekommt man als Leser natürlich so eine Ahnung, wer in Modern Monsters der echte Täter ist. Zumindest kann man die Verdächtigen stark einschränken. Trotzdem hat Kelley York mich wirklich lange im Dunkeln tappen lassen und eine interessante Geschichte gesponnen, die für einige Überraschungen gut ist.
Allerdings muss ich sagen, dass es mir manchmal ein wenig an atmosphärischer Dichte gefehlt hat. In ihren anderen Büchern habe ich mich fast die ganze Geschichte über schrecklich gefühlt. Alles wirkte so aussichtslos und einfach traurig. Doch das war nichts Schlechtes - im Gegenteil, ihre Geschichten haben mir emotional extrem berührt. Auch in Modern Monsters ist das in Ansätzen wieder so, vor allem in der Anfangsphase, in der Vic sich von Gott und der Welt verlassen fühlt und nur noch Brett für ihn da ist. Trotzdem wird diese Stimmung nicht aufrecht erhalten und so fühlt sich manche spätere Entwicklung fast ein bisschen...leicht an. Man fühlt sich emotional nicht ganz so involviert, wie in ihren anderen Romanen.

Trotzdem ist Modern Monsters von Kelley York ein sehr gutes Buch, das mir wieder mal bewiesen hat, wie gerne ich die Geschichten dieser Autorin lese. Eine spannende Handlung, eine Prise Romantik und eine großartige Charakterentwicklung machen auch dieses Buch sehr lesenswert.

Modern Monsters ist ab heute im Handel.

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