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Cover Road to Hallelujah deutsch

Sarah steht kurz vor den Prüfungen und hat alle Hände voll zu tun. Während sie sich auf ihren Lernstoff konzentrieren muss sind ihre Gedanken immer bei ihrer Oma. Sie ist in letzter Zeit nicht ganz gesund und Sarah merkt, dass ihr das Alter zunehmend zu schaffen macht.
Sie hofft, dass es ihr bald wieder besser geht, hat aber die Befürchtung, dass ihnen beiden nicht mehr viel Zeit miteinander bleibt.
Als Sarah dann einige Wochen später endlich ihre Prüfungen hinter sich hat erleidet ihre Oma einen Herzinfarkt und landet im Krankenhaus. Ihr Bruder Nat ist aus Wien zu ihr gekommen um für beide da zu sein. Eigentlich wollte Sarah nach ihrem Abitur für ein paar Monate in die USA reisen. Endlich etwas von der Welt sehen und vielleicht ein wenig ihre eigenen Wurzeln finden. Doch ein zweiter Herzinfarkt erschüttert ihre Welt. Sarah ist gefangen in ihrer Trauer und doch weiß sie, dass ihre Oma das nicht will. Sie hat ihrer Enkelin eingebläut das Leben zu genießen. Soll sie es wagen?

Johnny lebt für die Musik, und die Annehmlichkeiten die diese ihm einbringt. Zwar schuftet er nebenbei als Kellner, doch er hofft immer noch irgendwann von seiner Musik leben zu können. Sein Status als Musiker gibt ihm eine gute Erfolgsquote bei Frauen und das genießt er in vollen Zügen.
Johnny teilt sich mit ein paar anderen Jungs eine Bude in Wien, in der auch sein bester Freund Nat wohnt. Nat ist in den letzten Tagen ziemlich down, was daran liegt, das seine Oma im Krankenhaus liegt. Zwar hat Johnny keine Familie, aber er weiß das Nat sehr an seiner Oma hängt, die ihn und seine Schwester aufgezogen hat. Er versucht ihn ein wenig aufzumuntern, was ihm meistens auch ganz gut gelingt.
Johnny ist immer wieder von einer Pflegefamilie zur nächsten gereicht worden und nicht selten erging es ihm dort nicht gut. Er fühlt sich Nat seit ihrer Kindheit verbunden und so hofft er, dass es Nats Oma bald wieder gut gehen wird.

Als Sarah wieder einmal den Rat ihrer Oma braucht, geht sie zum Friedhof und trifft dort unerwartet auf ihre Mutter. Die hat sie am allerwenigsten erwartet. Sarah nimmt es ihr sehr übel, dass für ihre Mutter stets Drogen und Alkohol wichtiger waren als ihre Kinder und doch kann sie nicht anders und nimmt sie mit nach Hause. Wieder einmal verspricht sie ihr sich zu ändern, für sie da zu sein und Nat ist sehr erfreut darüber. Nach einem klärenden Gespräch bringt er sie dazu ihre Amerika-Reise zu machen - mit einer Bedingung. Diese 'Bedingung' passt Sarah überhaupt nicht in den Kram, aber sie kann Nat auch nichts abschlagen. Während sie also nach New York reisen würde, wird Nat auf ihre Mutter aufpassen.
Sarah ist freudig - und nervös.

Am Flughafen trifft Sarah auf Nats 'Bedingung' - Johnny. Dieser wollte eh schon lange mal wieder woanders hin und weil Nat ihm so manches Mal aus der Zwickmühle geholfen hat, hatte dieser bei ihm noch einen Gefallen offen. Also würde Johnny Sarah nach New York begleiten und auf sie aufpassen. Beide erinnern sich nur zu gut an ihre gemeinsame Zeit als Kinder, die vor allem davon geprägt war, dass Johnny Sarah Streiche gespielt hatte. Somit war klar, dass Sarah alles andere als begeistert war. Als sie dann auch noch Johnny sieht, ist alles klar. Ein typischer Aufreißer. Von solchen Typen hatte Sarah die Nase voll und weißt Johnny kaum, dass er 'Hallo' gesagt hat in die Schranken.
Na das kann ja heiter werden. Die Ablehnung gegen Johnny vertieft sich mit jedem seiner blöden Sprüche, die sie auf die Palme bringen und doch findet sie ihn irgendwie anziehend.

Johnny macht es einen Heidenspaß Sarah auf zu ziehen und sie zu necken. Eigentlich sollte er von ihren Äußerungen beleidigt sein, doch irgendwie reizt es ihn sie aus der Reserve zu locken. Da sie eh ein schlechtes Bild von ihm hatte, konnte er an diesem Punkt wunderbar ansetzen. Die Reise nach New York und die nächsten Monate vor Ort könnten also ganz unterhaltsam werden.
Aber schon bald müssen beide erkennen, dass sie sich ähnlicher sind als gedacht und gerade das Verbotene die größten Reize ausübt.

Road to Hallelujah ist der zweite Roman den ich von Martina Riemer gelesen habe. Dieser spielt zu größten Teilen in den USA, vom dem man als Leser aber nicht viel erfährt. Das ist aber auch gar nicht schlimm. Im Vordergrund stehen Sarah und Johnny die beide eine dunkle Vergangenheit haben und weder sich noch anderen trauen. Beide verbindet in erster Linie die Liebe zur Musik und das ist in diesem Buch zwar ein großes Thema, aber nicht vordergründig.
Mit hat das Buch sehr viel Freude bereitet beim Lesen, so dass ich nach zwei Tagen auch gut durch war. Die beiden Charaktere sind gut gezeichnet und auch die Nebencharaktere fand ich ausreichend einbezogen. Wobei es mir vor allem Kelsey angetan hat ^^ Diese kommt später in New York vor und ist einfach goldig.

Leider bin ich mit Sarah nicht so recht warm geworden und auch Johnny konnte mich nicht komplett für sich einnehmen. Sarah war mir immer zu sehr anti ihm und anderen gegenüber. Diese kleinen Streitereien waren natürlich Mittel zum Zweck, aber ich fand es bei ihr einfach übertrieben viel. Das mochte ich nicht so sehr.
Johnny hingegen ist in seinem Leben oft auf die Schnauze gefallen, das kratzt natürlich am Selbstbewusstsein, aber mir wurde hier auch zu oft darauf hingewiesen, dass er solch eine schlechte Kindheit hatte. Das hätte nicht sein müssen. Ich will diesen Jungen nicht bemitleiden während des Lesens, ich will sehen, dass er was aus sich macht.

Das beides hat mich beim Lesen immer wieder rausgebracht und teilweise echt genervt. Von beidem etwas weniger und ich hätte dem Buch die volle Punktzahl gegeben.

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Cover Die Abenteuerin deutsch

Sie treibt ihr Unwesen auf festlichen Gesellschaften, raubt wertvollen Schmuck und edle Steine und hinterlässt jedes Mal einen kleinen Zettel - die 'Quadrat-Jane'. Die Reichen der Londoner City bangen um ihren Schmuck, wollen sich trotzdem nicht einschränken lassen. Und so kommt es, dass Joe Grandman sich extra für eine Festlichkeit eine Privatdetektivin ins Haus holt. Ms. Caroline Smith soll sich unter die Gäste mischen, denn es wird davon ausgegangen, dass die berüchtigte Diebin eine Dame der feinen Gesellschaft ist.

Als das Dinner beginnt, ergeht es der Detektivin plötzlich schlecht. Sie muss mit Schüttelfrost das Bett hüten. Sie wurde wohl vergiftet.
Nun musste Grandman selbst auf seine Freunde aufpassen, was ihm auch gelingt, zumindest bis zum späteren Abend. Als alle Gäste in ihren Zimmern sind, schleicht sich eine dunkle Gestalt durch die Gänge und bestiehlt die Schlafenden.
Grandman ist bestürzt, kann jedoch nichts machen.

Zu seinen Gästen zählte die Frau des Lord Claythorpe, deren teures Armband ebenfalls der 'Quadrat-Jane' zum Opfer gefallen ist. Er lässt eine Belohnung ausrufen, für die Wiederbringung des Schmuckes seiner Frau, die er schon bald auszahlen soll.
In einem Krankenhaus der Stadt stehen die Zeiten schlecht, sie benötigen dringend Geld um weiterhin geöffnet zu bleiben. Über ungewöhnliche Wege erhält der Leiter Dr. Parsons den Schmuck der reichen Gattin und soll sich so die Belohnung holen um das Krankhaus weiter betreiben zu können.
Lord Claythorpe jedoch ist ein Pfennigfuchser und sieht es überhaupt nicht ein die Belohnung zu zahlen. Er lässt lediglich 4.000 Pfund springen und das rächt sich, denn nachdem er das Armband nun wieder hat, bleibt es nicht lange in seinem Besitz. Die 'Quadrat-Jane' holt es sich wieder und lässt ihn wissen, dass er es nun nicht wieder erhalten würde.

Mr. Grandman, der ein guter Bekannter des Lords ist, macht sich derweil so seine Gedanken und bleibt damit nicht allein. Peter Dawes von Scotland Yard hat die Jagd nach der Diebin eröffnet, doch sie ist gerissen und hat Helfer. Wird es Peter Dawes gelingen sie zu fassen?

Durch Zufall bin ich auf dieses Buch gestoßen. Klar, jeder kennt Edgar Wallace und seine Geschichten, aber wie viele haben sie wirklich gelesen? Viele seiner Romane wurden verfilmt oder als Theaterstücke auf die Bühne gebracht. Besonders bekannt ist in diesem Zusammenhang Klaus Kinski, der in mehreren Filmen auftaucht.
Die Parodie 'Der Wixxer' basiert auf den Romanen des Autors Edgar Wallace und wurde von Oliver Kalkhofe geschrieben.

Als ich nun ein Buch in einer kleinen Buchhandlung um die Ecke bestellen wollte, fielen mit die dünnen roten Bücher ins Auge. Ich hatte lange keinen Krimi mehr gelesen und schon gar keinen solch klassischen. Also kaufte ich mir den ersten, den Goldmann in einer Jubiläumsausgabe in 82 Bänden drucken lies.
Die Geschichte ist relativ einfach gestrickt, es ist eine Art Robin Hood-Story, die aber viel Freude bereitet. So gewitzt wie Edgar Wallace die 'Quadrat-Jane' die Reichen ausrauben lässt, hat mich mehr als einmal breit grinsen lassen. Bei diesem Buch handelt es sich nicht um einen blutrünstigen Thriller, sondern eher um einen guten Krimi, der die Londoner Polizei nicht ganz so albern aussehen lässt wie es neuere Krimis oft tun.

Der Sprachstil ist natürlich altmodisch, hat aber gerade dadurch einen gewissen Charme.
Die 'Rote Krimi'-Ausgabe von Goldmann enthält nicht nur den Roman Four Square Jane / Die Abenteuerin sondern noch drei weitere Kurzgeschichten: Der betrogene Betrüger, Die Privatsekretärin und Der Mann im blauen Anzug. Alle drei Kurzgeschichten haben mir sehr zugesagt. Sie waren kurzweilig und auch durch ihre Knappheit in sich stimmig und abgeschlossen.

Ich habe mir nun weitere Bücher der Reihe gekauft und werde mich nach und nach durch Edgar Wallaces Werke arbeiten.

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Cover Idle Bloom Englisch

Die 21-jährige Vivian lebt in Boston, arbeitet in einem Pflanzenladen und fängt im Herbst endlich ihr Studium in Harvard an, das sie für einige Zeit wegen finanzieller Probleme auf Eis legen musste. Sie hat großartige Freunde und eigentlich läuft es mittlerweile ganz gut für sie. Doch Vivian schleppt eine Menge Ballast mit sich herum - unter anderem die Tatsache, dass sie immer noch Jungfrau ist. Wenn sie diesen Zustand allerdings ändern will, müsste sie dem Glücklichen erklären, was es mit dem Tattoo auf ihrem Rücken auf sich hat - und damit ist bisher noch niemand wirklich klar gekommen. Noch nicht mal ihr Ex-Freund und nun bester Freunde Kai.
Also stellt sich Vivian auf ein Leben als alte Jungfer ein. Zumindest bis sie dem gutaussehendem Oliver in der U-Bahn begegnet...

Oliver ist gerade nach Boston zurückgekehrt, nachdem er 3 Jahre lang in Portland gelebt hat. Doch was dort die schönste Zeit seines Lebens werden sollte, hat sich als absoluter Alptraum entpuppt. Nun zurück zu Hause will er einfach nur in Ruhe gelassen werden und alles, was in Portland geschah, vergessen. Das allerletzte, was er in seinem Leben braucht, ist eine weitere Komplikation. Doch Vivian, die junge Frau, die ihm überall begegnet, egal wo er hingeht, geht ihm einfach nicht aus dem Kopf. Je näher er Vivian allerdings kennenlernt, umso klarer wird ihm, dass sie sich genau als das entpuppen könnte, was Oliver immer gebraucht hat.

Doch sowohl Oliver, als auch Vivian haben Geheimnisse, von denen sie genau wissen, dass sie es dem anderen erzählen sollten - auch wenn das bedeuten könnte, sich für immer zu verlieren...

Ich muss zugeben, dass mir Vivian auf den ersten paar Seiten von Idle Bloom von Jewel E. Ann nicht besonders sympathisch war. Sie wirkte etwas selbstüberzeugt und so, als würde sie ihre Sexualität als Waffe nutzen. Doch schon nach dem erster Kapitel hatte ich diese Meinung revidiert und sie nach und nach sehr ins Herz geschlossen. Sie ist selbstbewusst und weiß ganz genau das sie will. Trotzdem ist sie immer noch Jungfrau, obwohl sie das gar nicht mehr sein will. Schuld daran ist ein Unfall aus ihrer Vergangenheit und die Tatsache, dass sie noch niemanden gefunden hat, der über die daraus resultierenden Folgen hinwegsehen kann.
Oliver könnte nun endlich derjenige welche sein, doch auch seine Vergangenheit ist alles andere als leicht und stellt sogar Vivians noch in den Schatten. Oliver ist sicher nicht der einfachste Charaktere. Wer eine männliche Hauptfigur will, die immer alles richtig macht und nicht auch mal sauer wird oder Mist baut (auch der weiblichen Hauptfigur gegenüber), der wird mit ihm wahrscheinlich ein Problem haben. Ich fand seine Figur allerdings sehr realistisch und wenn man erst einmal weiß, was sein Geheimnis ist, kann man auch rückblickend eine Menge seines Verhaltens wesentlich besser nachvollziehen.
Gerade deswegen hat mir Olivers und Vivians Beziehung so gut gefallen. Sie war realistisch und im echten Leben wird man halt eben auch mal wegen Lappalien sauer. Trotzdem wirken die Emotionen zwischen ihnen sehr echt und intensiv und haben Idle Bloom zu einem sehr romantischen und emotionalen Buch gemacht.
Auch die Nebencharaktere sind Jewel E. Ann sehr gut gelungen. Sie hat ihnen einen echten Hintergrund und ihre eigenen kleinen Erzählstränge verpasst, so dass sie nicht einfach nur als Füllmaterial dienen. Vor allem die Geschichte von Shawn, der Freund von Vivians bester Freundin Alex, hat mich dabei sehr berührt. Allein dank der Nebenfiguren wird einem beim Lesen von Idle Bloom also schon nicht so schnell langweilig.

Doch es gibt auch ein paar Punkte, die mir nicht so recht an Idle Bloom gefallen haben. Zum einen ist das Buch sehr lang. Das an sich ist nicht schlimm, aber dafür ist das Ende dann doch zu knapp und überstürzt geraten. Ich hätte lieber die Mitte etwas gekürzt und dafür im letzten Viertel etwas mehr Polster gesehen.
Außerdem gibt es eine bestimmte Szene in der Vivian so dermaßen überreagiert und ausrastet, dass es sie eine Menge Sympathiepunkte bei mir gekostet hat. [Autor] kommt eigentlich die meiste Zeit ohne übertriebenes Drama aus, weswegen mir diese konkrete Situation besonders negativ aufgefallen ist.
Und schließlich gab es mir auch ein klein wenig zu viel Sex. Zwar waren die Szenen selbst in der Regel sehr gut geschrieben und auch nicht zu langgestreckt, allerdings waren sie mir in der Masse einfach etwas zu viel, vor allem, wenn sich die Charaktere mal wieder durch Sex von einem wichtigen Thema, das sie gerade besprochen haben, abhalten ließen.

Trotzdem ist Idle Bloom von Jewel E. Ann ein Buch, das ich empfehlen kann. Es ist gut geschrieben, romantisch und emotional und in seiner Handlung ziemlich unverbraucht. Außerdem hat mir Boston als Schauplatz sehr gut gefallen.
Nach Only Trick und nun auch Idle Bloom wird Jewel E. Ann definitiv eine Autorin sein, die ich weiterhin lesen werde.

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Cover The Law of Moses Englisch

Jeder in Utah kennt die Geschichte von Moses, dem Baby einer Drogenabhängigen, die ihn direkt nach seiner Geburt vor einem Waschsalon in einem Korb ausgesetzt hat. Moses ist gerade noch einmal mit dem Leben davon gekommen, doch keiner weiß so richtig, wohin mit ihm. Seine Mutter ist mittlerweile gestorben und so kommt er zu Verwandten, die ihn aber nur von einem Ort zum anderen schieben. Aus dem Baby, für dessen Schicksal jeder Mitgefühl hatte, wird aber schnell ein schwieriges Kind und schließlich ein problematischer Teenager, für den jedes Verständnis bald schon erschöpft ist.
Auch Georgia kennt Moses Geschichte. Seine Urgroßmutter ist Georgias Nachbarin und so hat sie den dunklen Jungen mit den ungewöhnlichen grünen Augen schon seit ihrer Kindheit immer mal wieder gesehen. Sie hat allerdings noch nie mit ihm gesprochen, denn bereits damals haben sich einige Gerüchte um ihn gerankt. Er sei nicht ganz normal, haben die Leute immer über ihn gesagt. Vielleicht sogar gefährlich.
Doch Georgia war schon immer fasziniert von ihm. Als Moses für sein letztes Schuljahr zu seiner Urgroßmutter zieht, lernt Georgia ihn endlich richtig kennen. Obwohl er ziemlich klar macht, dass er eigentlich nichts mit ihr zu tun haben will, kommen Moses und Georgia sich aber doch schnell näher...
Allerdings muss Georgia bald feststellen, dass an den Gerüchten um ihn doch irgendetwas Wahres dran ist. Mit Moses stimmt etwas nicht. Er mahlt wunderschöne aber erschreckende Gemälde, die ihn immer wieder in Schwierigkeiten bringen - allerdings nicht nur, weil er dafür meist illegal Häuserwände verwendet, sondern auch, weil die meisten seiner Motive etwas mit Verstorbenen und Geschehnissen zu haben, von denen er eigentlich gar nichts wissen dürfte...

Es ist extrem schwierig The Law of Moses von Amy Harmon in Schubladen zu stecken, sowohl was das Genre, als auch die Zielgruppe angeht. Denn obwohl Moses und Georgia zu Beginn der Geschichte Teenager sind, erstreckt sich die Handlung über mehrere Jahre. Auch das Genre ist nicht so einfach festzulegen. Es gibt starke paranormale Einflüsse und trotzdem würde ich es keinesfalls als Fantasy einstufen. The Law of Moses ist einfach rundum etwas Besonderes, dem man sich einfach öffnen muss.
Die Hauptcharaktere Georgia und Moses könnten nicht unterschiedlicher sein. Sie ist ein Mädchen vom Land, das nie etwas Schlimmes erlebt hat und mit ihrer Familie und ihren Pferden auf einer Farm lebt. Er hingegen wurde sein Leben lang herumgereicht und hat mit vielen Vorurteilen zu kämpfen. Dass er Georgia, die einfach nicht aufgeben will, wenn es darum geht ihm näher zu kommen, da erst mal nicht vertrauen will, ist absolut verständlich. Da die Geschichte aus der Perspektive von beiden Protagonisten erzählt wird, kann man sehr gut ihr Gefühlsleben nachvollziehen und die Veränderungen verstehen, die sie im Laufe der Geschichte durchmachen. Obwohl sie beide alles andere als einfach sind, mochte ich Moses und Georgina sehr. Sie haben eine Ehrlichkeit in ihrem Umgang miteinander und anderen, die mir in vielen anderen Geschichten fehlt und an der sich andere Charaktere ein Beispiel nehmen könnten.
Zur Handlung selbst bzw. dem übernatürlichen Elementen der Geschichte möchte ich ehrlich gesagt gar nicht viel sagen. Es ist glaube ich gar nicht so schlecht, wenn man unvoreingenommen an diese Details herangeht. Wie gesagt ist an Moses tatsächlich etwas "nicht normal" und er gerät deswegen ständig in Schwierigkeiten. Das Einzige, was ihm hilft, damit fertig zu werden, ist seine Kunst. Genau dieses Ventil bringt ihm aber wie gesagt immer wieder Probleme, denn seine Bilder zeigen nicht einfach nur Landschaften oder Menschen, sondern haben immer etwas mit dem Tod zu tun. Dass da die Polizei sehr bald hellhörig wird ist natürlich klar. Besonders da Moses ja sowieso schon das schwarze Schaf der Stadt ist und es in den letzten Jahren gleich mehrere ungelöste Mordfälle gab. Amy Harmon hat eine sehr spannende Geschichte um Moses Fähigkeiten gesponnen, die einige Überaschungen für den Leser in petto hat und die mich immer wieder begeistern konnte. Gleichzeitig ist The Law of Moses aber auch unheimlich emotional. Ohne zu dick aufzutragen hat die Autorin mich immer wieder zu Tränen gerührt und bis zur letzten Seite mitgerissen.

Es gibt nur ein Detail, das mich ein wenig gestört hat und das war die Bedeutung der Therapiepferde. Georgias Familie arbeitet viel mit Patienten, denen der Umgang mit den Pferden hilft und sie beruhigt. Bis hierhin ist das alles noch glaubwürdig und auch wahr. Trotzdem hat es Amy Harmon manchmal ein bisschen übertrieben, was die Fähigkeiten und Einflüsse der Pferde angeht. Ich war selbst Pferdebesitzer und weiß, dass Pferde in der Tat große Veränderungen bewirken können, doch solche Wundertiere, wie sind in The Law of Moses manchmal dargestellt werden sind sie halt auch nicht.

Abgesehen davon ist The Law of Moses ein wirklich fantastisches Buch. Es ist anders, emotional und ohne große Schnörkel. Gleichzeitig hat Amy Harmon aber auch einen großartigen, eleganten Schreibstil, der perfekt zu dieser Geschichte passt.
The Law of Moses war das erste Buch, das ich von dieser Autorin gelesen habe, aber sicherlich nicht das Letzte. Vor allem, da vor kurzem auch The Song of David (keine Rezension) erschienen ist, das von einem Charakter aus diesem Buch handelt.

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Cover Played! Englisch

Tristan hat seine große Liebe eigentlich schon gefunden: Die Schauspielerei. Nachdem er an einer der besten Schulen seine Ausbildung abgeschlossen hat, hat er die letzte Jahre auf verschiedenen Bühnen verbracht. Sein Leben auf Tournee war zwar nicht immer nur Glanz und Gloria, aber es hat ihm unglaublich viel Spaß gemacht.
Doch nun soll das schöne Leben ein Ende haben - zumindest wenn es nach Tristans Vater und seiner besten Freundin Amanda geht. Für sie ist die Schauspielerei nichts weiter als ein Hobby und sie halten es für höchste Zeit, dass Tristan seinen Kopf aus den Wolken holt und sich einen echten Job sucht. Und sein Vater hat bereits die perfekte Anstellung für ihn ausgewählt. Er soll eine Führungsposition im Familienunternehmen in New York übernehmen. Für Tristan ein absoluter Albtraum.
Doch erst mal will er zumindest seinen letzten Sommer in England (und in Freiheit) genießen. Dafür zieht er sich in den kleinen Ort Shamwell zurück, in dem ihm seine alte Nanny ein Haus hinterlassen hat. Jetzt fehlt ihm nur noch eine Beschäftigung für den Sommer. Die findet sich auch schnell, denn das örtliche Theater braucht dringend noch Darsteller für seine Aufführung von Ein Sommernachtstraum und stürzt sich natürlich auf den Berufsschauspieler. Ebenfalls eine willkommene Ablenkung bietet der unverschähmt gutaussehende Handwerker Con, den Tristans nicht gerade subtile Annäherungsversuche aber eher abzuschrecken scheinen. Doch Tristan wäre nicht Tristan, wenn er sich von so etwas abschrecken lassen würde...

J. L. Merrow hätte sich für Played! keine zwei unterschiedlicheren Charaktere ausdenken können, als Tristan und Con. Tristan ist laut, flamboyant und ziemlich von sich selbstüberzeugt. Con ist still, traut sich selbst nur sehr wenig zu und ist sich ziemlich sicher, dass er es dank seine Legasthenie nie wirklich zu etwas bringen wird. Con kann Tristan mit seiner arroganten und gedankenlosen Art deswegen zunächst auch nicht besonders gut leiden und um ehrlich zu sein, ging es mir am Anfang ziemlich ähnlich. Tristan ist Schauspieler durch und durch und obendrein noch eine kleine Drama Queen. Sein Leben ist eine Bühne und selbst wenn er alleine ist, kann er seine Eskapaden nicht lassen. Fast jedes Wort aus seinem Mund stammt aus einem Stück - und wenn nicht klingt es so, als käme es aus einem - und Con ist sich nie sicher, ob Tristan nun gerade er selbst ist, oder eine Rolle spielt. Hinzu kommt, dass Tristan am Anfang tatsächlich nicht gerade nett zu Con ist und zumindest hinter seinem Rücken über den "muskelbepackten Dorftrottel" ganz gerne mal herzieht und sogar soweit geht, mit Amanda eine Wette abzuschließen, wann er ihn endlich ins Bett kriegt. Kurzum, Tristan kann ganz schön anstrengend sein und ich habe eine Weile gebraucht, bis er mir sympathischer wurde.
Doch als die Geschichte erst einmal ihren Lauf genommen hat und Tristan ein paar seiner Vorurteile ablegt, erkennt man auch als Leser, dass mehr in ihm steckt, als nur ein verzogener, gelangweilter Snob. Er hat keine Ahnung, was er in seinem Leben wirklich machen will und muss sich erst einmal über einige Dinge klar werden. Con geht es da ganz ähnlich. Er hat sein eigenes Unternehmen, das zwar einigermaßen läuft, das ihn aber auch nicht gerade fordert. Er ist definitiv eher die Figur mit der man sich in diesem Buch identifiziert und sein Kampf mit den Worten war immer wieder etwas, das sich in seinen Alltag eingeschlichen hat.
Es hat allerdings eine Weile gedauert, bis ich mich mit dem Schreibstil anfreunden konnte. Das lag in erster Linie eben an Tristans extravagantem Auftreten. Manchmal war es wirklich schwer, seinen Gedanken zu folgen. Gleichzeit ist Played! aber auch sehr clever und abwechslungsreich geschrieben und wenn man sich erst einmal daran gewöhnt hat, macht es unheimlich viel Spaß. J. L. Merrow baut immer wieder verschiedene Zitate aus Stücken (meist von Shakespeare) und Büchern in ihre Geschichte ein, die perfekt zum Thema Theater und den Figuren passen. Außerdem haben gerade Tristans Mätzchen und seine theatralischen Anfälle für jede Menge lustige Szenen gesorgt.

Unterm Strich ist Played! von J. L. Merrow also ein Buch, an dessen Schreibstil und Figuren man sich erst einmal ein bisschen gewöhnen muss. Wenn es aber erst einmal so weit ist, ist es wirklich eine angenehme Abwechslung mit einem sehr ausgefallenen Sinn für Humor und einer ziemlich süßen Liebesgeschichte zwischen zwei sehr ungleichen Männern, die aber am Ende doch funktioniert.

Played! ist Teil der The Shamwell Tales, kann aber alleinstehend gelesen werden, und erscheint am 30. Juni 2015.

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