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Cover Slaughterhouse-Five englisch

Slaughterhouse-Five / Schlachthof Fünf oder Der Kinderkreuzzug ist eine Geschichte in der Geschichte. Das Buch beginnt mit einer Reise in die Kriegsvergangenheit von Kurt Vonnegut selber, der den zweiten Weltkrieg und das Bombardement Dresdens im Februar 1945 als junger Mann selbst miterlebt hat. Überlebt hat Kurt Vonnegut nur, weil der Städtische Schlachthof Fünf von Dresden tatsächlich einen ordentlichen Luftschutzbunker hatte und nicht in Schutt und Asche zerfallen ist. Die Geschichte wechselt dann zu Billy Pilgrim (pilgrim bedeutet Pilger oder Wallfahrer), der im eisigen Winter 1944 an der Ardennenoffensive teilnimmt und hier in deutsche Kriegsgefangenschaft und nach Dresden gerät. Wir erleben aber nicht nur die Geschichte von Billy während des Krieges, nein, Billy hat nämlich ein Talent, dass sich manifestiert als er von den Außerirdischen des Planeten Tralfamadore gekidnappt wird - Billy kann durch die Zeit reisen.

Und so springt der Leser vorwärts und rückwärts in Billys Lebensgeschichte: Kindheit, Alter, Kriegsjahre, Ehejahre, Unfälle, Schicksale und die Zeit auf Tralfamodore. Alles wird in kleinen, aber schwer verdaulichen Häppchen serviert. Den Slaughterhouse-Five / Schlachthof Fünf oder Der Kinderkreuzzug hat zwei zentrale Themen: Krieg und Tod.

Billy Pilgrims Reise ist ein Klassiker der modernen Literatur und ich wollte es schon lange einmal lesen. Seine Sprunghaftigkeit und seine zentralen Themen machen Slaughterhouse-Five / Schlachthof Fünf oder Der Kinderkreuzzug zu einem leicht und schwer genießbaren Buch zugleich. Leicht, weil man nur so durch die kleinen Abschnitte fliegt. Auch leicht, weil jeder Tod (egal ob von Mann, Maus oder Bakterie) mit dem überleitenden "so it goes" (so geht das) abgeschlossen wird, leicht, weil die Geschichte - trotz aller Ernsthaftigkeit - in Teilen auch lustig ist.
Schwere Kost ist das Buch, weil das Sterben und der Tod nie leichte Themen sind. Auch nicht, wenn ihnen mithilfe von Phrasen (so it goes) oder Banalisierungen der Schrecken genommen werden soll. Im Endeffekt macht es das nur noch Schlimmer. Schwer, weil man sich beispielsweise auf die Philosophie der Tralfamodorianer - die die Menschheit wunderbar sezieren und ihre Schwächen perfekt benennen - einlassen muss. Schwer, weil Billy sich eigentlich seit dem Ardennenfeldzug (er ist 22 zu dem Zeitpunkt) nach dem Sterben sehnt und generell eine sehr lethargische Art hat.

Cover Schlachthof Fünf deutsch

Es hat mich eine gute Woche gekostet, bis ich überhaupt meine Gedanken zusammengesammelt hatte und wusste, was ich zu Slaughterhouse-Five / Schlachthof Fünf oder Der Kinderkreuzzug schreiben soll. Es war auch nicht so einfach zu entscheiden, ob es ein gutes, sehr gutes oder nur mäßiges Buch für mich war. Beispielsweise hatte ich Schwierigkeiten, mich mit Billy zu identifizieren, aber nie mit den Einblicken, die Kurt Vonnegut in sein Leben gibt - man begegnet dem Autor noch mehrmals im Verlauf der Geschichte. Ich mochte den Humor und die Lebensweisheiten, die im Buch verstreut waren, fand aber manches Mal die Ereignisse zu weitschweifig erzählt.

Insgesamt konnten mich die sprunghafte Erzählweise und der moderne Ansatz (ich bin ein großer Fan von Metaebenen in Büchern) doch sehr faszinieren. Außerdem hat es gut getan, sich mal wieder ein wenig mit philosophischen Gedanken zum Leben und Sterben zu beschäftigen. Deshalb empfehle ich das Buch auch von Herzen, obwohl es keine volle Sternzahl bekommt.

Abschließend das Zitat eines Gelassenheitsgebetes, welches vermutlich aus der Feder des US-Theologen Reinhold Niebuhr stammt und 1941/42 entstanden ist. Und obwohl Kurt Vonnegut Atheist war, passt es ziemlich gut zu der Stimmung des ganzen Buches, und findet deshalb auch auf einem Amulett in Slaughterhouse-Five / Schlachthof Fünf oder Der Kinderkreuzzug Verwendung:

"God, grant me the serenity to accept the things I cannot change, courage to change the things I can,
and wisdom always to tell the difference."

Übersetzung:

Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.

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Cover The Vixen and the Vet Englisch

Als die 26-jährige Savannah zurück in ihren kleinen Heimatort Danvers, Virginia, zieht, will sie eigentlich nichts anderes tun, als ihre Wunden lecken. Sie arbeitete beim New York Sentinel, einer der renommiertesten Zeitungen des Landes, verlor allerdings ihren Job, nachdem sie ihr Ex-Freund und nach Strich und Faden manipuliert hat, um seine Firma durch ihren Enthüllungsbericht zu entlasten.
Nun muss Savannah überlegen, wie sie weitermachen soll. Es scheint wieder bergauf für sie zu gehen, als ihr ein Artikel in den Lifestyle Seiten einer Zeitung in Phoenix angeboten wird. Sie soll eine Geschichte schreiben, die pünktlich zum Unabhängigkeitstag am 4. Juli die Herzen erweichen und zu diesem patriotischen Feiertag passen soll. Normalerweise schreibt Savannah keine solch seichten Geschichten, allerdings braucht sie dringend dieses Sprungbrett. Nun fehlt ihr nur noch eine Idee.
Und da fällt ihr Asher Lee ein, der Mann, der vor knapp 10 Jahren mit schwersten Verletzungen aus dem Krieg zurückkam. Um ihn ranken sich allerlei Schauergeschichten, denn seit mittlerweile 8 Jahren hat niemand mehr Asher zu sehen bekommen, obwohl er nach wie vor in seinem Haus lebt. Savannah wittert die perfekte Geschichte - was passt schließlich besser zum einem Nationalfeiertag, als die tragische Geschichte eines Helden, der für sein Land gekämpft hat? - und ist bereit alles für ihr Comeback zu tun.

Seit ein Sprengsatz in Afganistan ihm seine rechte Hand und die rechte Seite seines Gesichts gekostet hat, hat Asher mehr oder weniger aufgehört zu leben. Seine Heimatstadt hat ihn alles andere als willkommen geheißen und alte Freunde haben sich schnell von ihm abgewandt. Nun lebt er nur noch indirekt durch seine vielen Bücher, die er tagtäglich verschlingt.
Als eines Tages plötzlich eine junge Reporterin vor seiner Tür steht und seine Haushälterin um ein Interview mit ihm bittet, ist er im Zwiespalt: Auf der einen Seite will Asher sich weiterhin verstecken, doch auf der anderen Seite ist er auch fasziniert von Savannah. Er hatte seit Jahren keinen Kontakt mehr zu Menschen außer seiner Haushälterin und diversen Ärzten. Er kann sich diese Gelegenheit einfach nicht entgehen lassen und stimmt dem Interview zu.
Asher hatte allerdings niemals damit gerechnet, dass Savannah hinter seine Narben zu blicken scheint und einen Mann entdeckt, den Asher schon lange tot geglaubt hat...

Vielleicht habt ihr es euch beim Lesen des Inhalts schon gedacht: The Vixen and the Vet von Katy Regnery basiert lose auf dem Märchen Die Schöne und das Biest. Da es mein absolutes Lieblingsmärchen ist, hat mich dieses Buch natürlich auch gleich interessiert. Leider waren meine Erwartungen aber wohl etwas zu hoch gesteckt.
Im Grunde war die Geschichte eigentlich ganz nett. Vor allem Savannahs Figur wirkte sehr ausgereift und die Autorin hat ihrem Charakter eine gewisse Tiefe verpasst. Das wurde besonders durch den Schauplatz klar. The Vixen and the Vet spielt im tiefsten Südstaatenidyll, in dem klassische Geschlechterrollen herrschen und wo die Uhren einfach anders ticken. Zwar sind viele der Menschen, denen wir in diesem Buch begegnen, herzensgut, sie sind aber auch ein wenig einfach gestrickt. Savannah bietet gegen diesen zuckersüßen Hintergrund aus amerikanischer Perfektion einen starken Kontrast. Sie ist dort zwar großgeworden, ihrer Vergangenheit aber ein wenig entwachsen. Mit Asher ist das natürlich noch viel extremer. Seine Heimat will nichts mehr mit ihm zu tun haben und in dem vermeintlichen Idyll hat ein „Biest“ wie er keinen Platz. Asher war zwar meiner Meinung nach nicht so vielschichtig, wie Savannah, doch er war unglaublich sympathisch. Er hat eine Menge mitgemacht, war die letzten 8 Jahre quasi abgeschottet von der Außenwelt gelebt, und trotzdem hat er nie aufgegeben.
Ebenfalls sehr gut fand ich, dass Katy Regnery mit Ashers Verletzungen nicht hinterm Berg gehalten hat. Er ist wirklich entstellt. Zwar ist die eine Seite seines Gesichts weitgehend unverletzt, doch die andere ist durch seine Verbrennungen vollkommen verändert. Es wird nichts romantisiert oder beschönigt, was ich sehr gut und den echten Opfern gegenüber als sehr respektvoll empfand. Und trotzdem hat Savannah das Schöne in Asher entdeckt, was nach wie vor der Kernpunkt ist, weshalb ich Die Schöne und das Biest so schön finde.

Soweit, so gut. The Vixen and the Vet hatte also eine Menge Potenzial. Leider wurde es für meinen Geschmack nicht genug ausgeschöpft. Zum einen war ich mir nie ganz sicher, ob Ashers Gefühle wirklich echt waren. Schließlich hat er jahrlange keinen Kontakt zu Frauen gehabt und eigentlich nicht erwartet, jemals wieder eine Partnerin zu haben. Hier ist es [Autor] nicht ganz gelungen, mich davon zu überzeugen, dass es wirklich Savannah war, in die er sich verliebt hat, und nicht einfach nur eine schöne, junge Frau.
Außerdem hat Savannah mit ihrem Artikel einen so offensichtlichen Fehler begangen, dass ich mich über weite Strecken der Geschichte sehr über sie geärgert habe. Sie redet sich ihre Taten schön, um ihr Gewissen zu beruhigen, doch im Grunde weiß sie genau, dass es falsch ist, was sie tut. Leider zieht sich das wie gesagt über weite Teile der Geschichte und hat damit einen Schatten über die gesamte Handlung gelegt, mit dem ich mich nicht ganz anfreunden konnte.
Auch die Romantik war mir hier und da etwas zu süßlich. Gekoppelt mit dem Schauplatz war mir das manchmal einfach etwas zu perfekt und dick aufgetragen.

Doch auch wenn The Vixen and the Vet meinen Geschmack nur bedingt getroffen hat, werde ich mir Katy Regnerys A Modern Fairytale Reihe trotzdem merken. Vielleicht findet sich ja noch ein neuaufgelegtes Märchen, das mich interessiert.

Übrigens geht ein Teil der Einnahmen von The Vixen and the Vet an Operation Mend, einer Organisation, die verletzten Soldaten mittels plastischer Chirurgie zu helfen versucht.

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Cover Lying Out Loud Englisch

Wenn die 17-jährige Sonny Ardmore eines wirklich gut kann, dann ist es lügen. Warum auch nicht? Es ist einfach und hat ihr das Leben schon oft erleichert. Z.B. musste sie dadurch noch niemandem verraten, dass sie nicht mehr bei ihrer Mutter lebt, sondern schon seit Wochen heimlich bei ihrer besten Freundin Amy schläft. Oder dass ihr Vater kein erfolgreicher Geschäftsmann ist, sondern schon seit Jahren im Gefägnis sitzt. Lügen ist eben schlicht einfacher für Sonny.
Nur ihrer Freundin Amy gegenüber ist Sonny ehrlich. Meistens zumindest. Die beiden kennen sich schon aus dem Kindergarten und sind seitdem unzertrennlich. Nichts konnte jemals zwischen sie kommen. Doch dann verguckt sich Sonny in Ryder, ihren neuen Mitschüler, der vor einer Weile aus DC nach Hamilton gezogen ist. Ursprünglich fand Sonny ihn zwar arrogant und unaustehlich, doch je näher sie ihn kennenlernt, umso klarer wird ihr, dass sie sich in ihm getäuscht hat. Die Sache hat nur einen Haken: Ryder ist nämlich nur an Amy interessiert. Nachdem er und Amy sich online mehrmals unterhalten haben, ist er sich sicher, dass die beiden etwas verbindet.
Was Ryder allerdings nicht weiß ist, dass er sich die ganze Zeit über mit Sonny unterhalten hat. Zu Beginn war alles nur ein Missverständnis, das Sonny selbst erst am Ende ihres ersten Gesprächs entdeckt hat. Doch mittlerweile ist es zu spät ihm die Wahrheit zu sagen. Nun muss sie Ryder davon überzeugen, dass sie in Wirklichkeit das Mädchen ist, das er will. Doch dafür denkt sie sich einen Plan aus, der nur noch mehr Lügen bedeutet. Je tiefer sich Sonny in ihr Netz aus Lügen und Halbwahrheiten verstrickt, umso schwerer fällt es ihr, das ganze Gerüst aufrecht zu erhalten. Und am Ende könnte sie nicht nur ihre Chance mit Ryder verlieren, sondern auch ihre beste Freundin...

Lying Out Loud von Kody Keplinger war wirklich ein extrem anstrengendes Buch. Schon von Anfang an wird klar, dass der Titel hier tatsächlich Programm ist, denn Sonny lügt ständig. Egal ob es wichtige oder unwichtige Dinge sind, wirklich nötig oder nicht. Sie manipuliert Meschen, selbst wenn es auch anders gehen könnte, einfach weil sie sich immer aus allem rausreden will. Es ist eine Angewohnheit von ihr, die sie weder abschütteln kann und will, und das hat die Sache wirklich anstrengend gemacht.
Und das ist wirklich schade, denn im Prinzip mochte ich Sonny wirklich gerne. Sie ist lustig, intelligent, schlagfertig und ein bisschen schräg. Eigentlich wirkt sie nicht wie jemand, der sich verbiegt, genau das tut sie mit ihren Lügen aber oft. Das Schlimmste an der Sache war aber, dass ihr die meiste Zeit gar nicht bewusst ist, wie fatal sich ihre Lügerei eigentlich auswirkt. Ständig verletzt sie die Leute um sie herum, allen voran Amy, die ihr wirklich die beste Freundin war, die sie sein könnte. Außerdem bricht Sonny ein Versprechen nach dem anderen, so dass ich sie und ihre Vorhaben sehr schnell nicht mehr ernst nehmen konnte.
Das hat mir auch die restliche Geschichte ziemlich vermiest, was recht schade ist, denn Lying Out Loud hatte durchaus eine Menge Potenzial. Sonnys Freundschaft zu Amy war z.B. wirklich schön. Auch ihre sehr durchwachsene Freundschaft zu Ryder war interessant. Ryder selbst ist ebenfalls alles andere als einfach und macht es sich selbst wirklich schwer, wenn es darum geht, Freunde zu finden. Doch Sonny öffnet er sich - erst online, als er denkt sie wäre Amy, und später in Person, als er sich langsam mit Sonny anfreundet. Was Sonny - und in gewisser Hinsicht auch Amy, die sich von Sonny in alles mit hinein ziehen lässt - Ryder allerdings alles vorspielt, ist einfach nicht in Ordnung und als Leser ist einem natürlich die ganze Zeit klar, dass das kein gutes Ende nehmen kann.

Das Einzige, was ich wirklich gut an Lying Out Loud fand, war Kody Keplingers Schreibstil. Sie verleiht Sonny eine sehr humorvolle und gewitzte Stimme und hat es dadurch Gott sei Dank einfacher gemacht, das Buch zu lesen. Ich war das ein oder andere Mal nämlich wirklich kurz davor aufzugeben, wenn Sonny wieder mal eine neue Lüge zu ihrer Liste hinzugefügt hat.
Ebenfalls sehr schön, sind die Wiedersehen mit alten Bekannten. Kody Keplinger hat bereits einige Bücher geschrieben, die in Hamilton gespielt haben und vielen von ihnen hat sie ein paar Zeilen gewidmet. Vor allem Wes und Bianca aus The DUFF / Von wegen Liebe spielen aber eine wichtigere Rolle und ich habe mich sehr gefreut, die beiden wieder zu sehen.

Am Ende hat mir aber auch das nicht darüber hinweggeholfen, wie sehr mich Sonnys Lügen in Lying Out Loud von Kody Keplinger gestört haben. Es war einfach zu anstrengend und fast schon schmerzhaft zu lesen, wie sie sich selbst alles kaputt macht. Und das Schlimmste: Am Ende wird man noch nicht mal wirklich belohnt. Zwar wird dem Leser schon eine Richtung vorgegeben, wie sich alles entwickeln könnte, doch ein schönes rundes Ende bekommen wird nicht. Weder was Sonnys Zukuntfspläne angeht, noch die Sache mit Ryder. Nach all den Strapatzen hatte ich wirklich auf mehr gehofft. Sehr schade, denn das Buch hätte das Zeug gehabt, deutlich besser zu sein.

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Bild Sterek

Wenn Derek eines hat, dann Pech in der Liebe. Die einzige Beziehung, die er jemals hatte, endete in einer einzigen Katastrophe und hat ihm nicht nur sein Herz, sondern auch sein Vertrauen in sich selbst gebrochen. Seitdem hatte er nichts anderes mehr als flüchtige Bettgeschichten - davon dafür allerdings ziemlich viele.
Derek hat seitdem auch nie wieder Gefühle für jemanden entwickelt...nein, eigentlich belügt er sich was das angeht, denn einen Menschen gibt es doch, für den er mehr empfindet, als er sich eingestehen möchte: Stiles, der vorlaute beste Freund seines Bruders Scott. Doch da gibt es mehr als nur ein Problem, denn Derek hat keine Ahnung, wie Stiles fühlt und ob er überhaupt Interesse an Männern hat. Schließlich scheint er seit der Grundschule in Lydia verliebt zu sein. Doch was viel mehr auf Derek lastet, ist der große Altersunterschied zwischen ihm und Stiles. Es trennen sie immerhin sechseinhalb Jahre und Stiles ist noch lange nicht volljährig.
Doch Derek weiß, dass Stiles das Warten wert ist. Allerdings ist er sich nicht sicher, ob er jemanden wie Stiles überhaupt verdient...

Permanent Fixture von linksofmemories ist definitiv eines der schönsten Fanfiction, die ich je gelesen habe und definitiv mein Favorit, wenn es um das Teen Wolf Fandom geht. Die Geschichte erstreckt sich über einen extrem langen Zeitraum und beginnt im Grunde mit Dereks Geburt. Wir begleiten ihn dabei durch seine nicht gerade einfache Kindheit und wie er schließlich mit seiner Familie nach Beacon Falls kam und Scott dort Stiles kennenlernte.
Permanent Fixture ist also definitiv keine Geschichte für Leser, die sehr schnell große Gefühle in ihren Büchern erwarten. Wie gesagt trennen Stiles und Derek einige Jahre und zunächst ist da natürlich auch noch nichts zwischen den beiden. Stiles ist schließlich noch sehr jung, als er Derek und seine Familie kennenlernt. Doch was sich relativ bald zwischen den beiden entwickelt ist eine sehr ungewöhnliche, aber nur umso schönere Freundschaft. Derek ist ein Einzelgänger und Stiles ein Energiebündel, mit dem nur wenige klarkommen. Trotzdem werden die beiden echte Freunde (ihrer Liebe zu Doctor Who sei Dank).
Es war einfach schön Derek und Stiles beim erwachsen werden zuzuschauen. Besonders, als Stiles langsam älter wird und Derek so wirklich zu verstehen beginnt, was seine Gefühle für seinen doch deutlich jüngeren Freund bedeuten. Vor allem, als ihm immer klarer wird, dass Stiles ebenfalls nicht abgeneigt zu sein scheint.
Man muss als Leser allerdings keine Angst vor diesem Altersunterschied haben. linksofmemories hat Dereks und Stiles aufkeimende Beziehung sehr geschmackvoll umgesetzt und man bekommt nie das Gefühl, als würde es sich um etwas "Verbotenes" zwischen ihnen handeln. Außerdem ist ihre Freundschaft und ihre spätere Entwicklung einfach zu schön. Vor allem auf Dereks Seite, denn als er sich seine Gefühle erst einmal eingesteht, wird klar, dass er Stiles wirkich heiß und innig liebt. Ich habe schrecklich mit ihm mitgelitten, denn seine Gründe, nicht auf Stiles zuzugehen, sind vielfältig und hängen bei Weitem nicht nur mit dem Altersunterschied zusammen. Sowohl Stiles, als auch Derek werden in linksofmemories Geschichte sehr sympathisch vielschichtig portraitiert, gleichzeitig sind sie aber auch ihren TV-Vorbildern ziemlich ähnlich. Sie sind aber lange nicht perfekt. Vor allem Derek ist durch seine Vergangenheit stark geprägt und lässt sich deshalb zu einigen sehr dummen Dingen verleiten.
linksofmemories hat die Familienverhältnisse in Permanent Fixture zwar gehörig durchgemischt, trotzdem sind fast alle Charaktere vertreten und die Verteilung fühlt sich von den Beziehungen zueinander her sogar ziemlich richtig an. Scott und Derek sind wie gesagt Brüder. Laura ist ebenfalls mit von der Partie, allerdings Dereks beste Freundin, statt seiner Schwester. Ansonsten bleibt alles im Grunde beim Alten. Allison hat natürlich ihre Rolle, ebenso wie Jackson, Lydia, Isaac und die meisten der Argents. Leider schließt das auch Kate mit ein und die macht Derek wie immer gehörig das Leben zur Hölle...

Bild Permanent Fixture Krakenface

Permanent Fixture von linksofmemories ist einfach ein wunderbares Fanfiction, das alles hat: Tolle Charaktere, eine schöne, romantische Geschichte, mit einem langsamen, natürlichen und realistischen Aufbau und einen tollen Schreibstil mit einer großen Portion Humor (die Anspielungen auf Doctor Who haben mich jedes Mal wieder zum Lachen gebracht). Man kann Permanent Fixture definitiv lesen und genießen, auch ohne die Serie zu kennen, denn linksofmemories, die beim Schreiben übrigens gerade mal 18 war, hat die Geschichte zu etwas ganz Eingenständigem gemacht, das allein für sich stehend großartig ist.

Übrigens nicht erschrecken - die The Rory to My Amy Reihe besteht aus insgesamt 15 Teilen. Doch nur der erste Teil, Permanent Fixture, ist ein wirklich komplettes Buch mit gut 300 Seiten. Die restlichen Teile sind sehr unterschiedlich lange Kurzgeschichten (zwischen c.a 1.000 und 20.000 Wörter), die die Geschichte der Freunde und Familie in kurzen Einblicken weitererzählt. Lesen sollte man sie aber auf jeden Fall, denn unseren Charakteren stehen noch einige Veränderungen bevor...

(Picture by Krakenface for peetaspetrovawolfpack)

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Cover Road to Hallelujah deutsch

Sarah steht kurz vor den Prüfungen und hat alle Hände voll zu tun. Während sie sich auf ihren Lernstoff konzentrieren muss sind ihre Gedanken immer bei ihrer Oma. Sie ist in letzter Zeit nicht ganz gesund und Sarah merkt, dass ihr das Alter zunehmend zu schaffen macht.
Sie hofft, dass es ihr bald wieder besser geht, hat aber die Befürchtung, dass ihnen beiden nicht mehr viel Zeit miteinander bleibt.
Als Sarah dann einige Wochen später endlich ihre Prüfungen hinter sich hat erleidet ihre Oma einen Herzinfarkt und landet im Krankenhaus. Ihr Bruder Nat ist aus Wien zu ihr gekommen um für beide da zu sein. Eigentlich wollte Sarah nach ihrem Abitur für ein paar Monate in die USA reisen. Endlich etwas von der Welt sehen und vielleicht ein wenig ihre eigenen Wurzeln finden. Doch ein zweiter Herzinfarkt erschüttert ihre Welt. Sarah ist gefangen in ihrer Trauer und doch weiß sie, dass ihre Oma das nicht will. Sie hat ihrer Enkelin eingebläut das Leben zu genießen. Soll sie es wagen?

Johnny lebt für die Musik, und die Annehmlichkeiten die diese ihm einbringt. Zwar schuftet er nebenbei als Kellner, doch er hofft immer noch irgendwann von seiner Musik leben zu können. Sein Status als Musiker gibt ihm eine gute Erfolgsquote bei Frauen und das genießt er in vollen Zügen.
Johnny teilt sich mit ein paar anderen Jungs eine Bude in Wien, in der auch sein bester Freund Nat wohnt. Nat ist in den letzten Tagen ziemlich down, was daran liegt, das seine Oma im Krankenhaus liegt. Zwar hat Johnny keine Familie, aber er weiß das Nat sehr an seiner Oma hängt, die ihn und seine Schwester aufgezogen hat. Er versucht ihn ein wenig aufzumuntern, was ihm meistens auch ganz gut gelingt.
Johnny ist immer wieder von einer Pflegefamilie zur nächsten gereicht worden und nicht selten erging es ihm dort nicht gut. Er fühlt sich Nat seit ihrer Kindheit verbunden und so hofft er, dass es Nats Oma bald wieder gut gehen wird.

Als Sarah wieder einmal den Rat ihrer Oma braucht, geht sie zum Friedhof und trifft dort unerwartet auf ihre Mutter. Die hat sie am allerwenigsten erwartet. Sarah nimmt es ihr sehr übel, dass für ihre Mutter stets Drogen und Alkohol wichtiger waren als ihre Kinder und doch kann sie nicht anders und nimmt sie mit nach Hause. Wieder einmal verspricht sie ihr sich zu ändern, für sie da zu sein und Nat ist sehr erfreut darüber. Nach einem klärenden Gespräch bringt er sie dazu ihre Amerika-Reise zu machen - mit einer Bedingung. Diese 'Bedingung' passt Sarah überhaupt nicht in den Kram, aber sie kann Nat auch nichts abschlagen. Während sie also nach New York reisen würde, wird Nat auf ihre Mutter aufpassen.
Sarah ist freudig - und nervös.

Am Flughafen trifft Sarah auf Nats 'Bedingung' - Johnny. Dieser wollte eh schon lange mal wieder woanders hin und weil Nat ihm so manches Mal aus der Zwickmühle geholfen hat, hatte dieser bei ihm noch einen Gefallen offen. Also würde Johnny Sarah nach New York begleiten und auf sie aufpassen. Beide erinnern sich nur zu gut an ihre gemeinsame Zeit als Kinder, die vor allem davon geprägt war, dass Johnny Sarah Streiche gespielt hatte. Somit war klar, dass Sarah alles andere als begeistert war. Als sie dann auch noch Johnny sieht, ist alles klar. Ein typischer Aufreißer. Von solchen Typen hatte Sarah die Nase voll und weißt Johnny kaum, dass er 'Hallo' gesagt hat in die Schranken.
Na das kann ja heiter werden. Die Ablehnung gegen Johnny vertieft sich mit jedem seiner blöden Sprüche, die sie auf die Palme bringen und doch findet sie ihn irgendwie anziehend.

Johnny macht es einen Heidenspaß Sarah auf zu ziehen und sie zu necken. Eigentlich sollte er von ihren Äußerungen beleidigt sein, doch irgendwie reizt es ihn sie aus der Reserve zu locken. Da sie eh ein schlechtes Bild von ihm hatte, konnte er an diesem Punkt wunderbar ansetzen. Die Reise nach New York und die nächsten Monate vor Ort könnten also ganz unterhaltsam werden.
Aber schon bald müssen beide erkennen, dass sie sich ähnlicher sind als gedacht und gerade das Verbotene die größten Reize ausübt.

Road to Hallelujah ist der zweite Roman den ich von Martina Riemer gelesen habe. Dieser spielt zu größten Teilen in den USA, vom dem man als Leser aber nicht viel erfährt. Das ist aber auch gar nicht schlimm. Im Vordergrund stehen Sarah und Johnny die beide eine dunkle Vergangenheit haben und weder sich noch anderen trauen. Beide verbindet in erster Linie die Liebe zur Musik und das ist in diesem Buch zwar ein großes Thema, aber nicht vordergründig.
Mit hat das Buch sehr viel Freude bereitet beim Lesen, so dass ich nach zwei Tagen auch gut durch war. Die beiden Charaktere sind gut gezeichnet und auch die Nebencharaktere fand ich ausreichend einbezogen. Wobei es mir vor allem Kelsey angetan hat ^^ Diese kommt später in New York vor und ist einfach goldig.

Leider bin ich mit Sarah nicht so recht warm geworden und auch Johnny konnte mich nicht komplett für sich einnehmen. Sarah war mir immer zu sehr anti ihm und anderen gegenüber. Diese kleinen Streitereien waren natürlich Mittel zum Zweck, aber ich fand es bei ihr einfach übertrieben viel. Das mochte ich nicht so sehr.
Johnny hingegen ist in seinem Leben oft auf die Schnauze gefallen, das kratzt natürlich am Selbstbewusstsein, aber mir wurde hier auch zu oft darauf hingewiesen, dass er solch eine schlechte Kindheit hatte. Das hätte nicht sein müssen. Ich will diesen Jungen nicht bemitleiden während des Lesens, ich will sehen, dass er was aus sich macht.

Das beides hat mich beim Lesen immer wieder rausgebracht und teilweise echt genervt. Von beidem etwas weniger und ich hätte dem Buch die volle Punktzahl gegeben.

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