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Cover Better When He's Brave Englisch

Enthält Spoiler für die anderen Bücher der Welcome to the Point Reihe.

Alles, was Titus King jemals wollte, war seine Stadt zu einem besseren Ort zu machen. Deshalb ist er Cop geworden, deshalb schuftet er sich jeden Tag halb zu Tode und deshalb schlägt er sich mit all den zwielichtigen Gestalten herum, die der Point, so der Spitzname seiner Stadt, zu bieten hat, ohne jemals wirklich etwas zurück zu bekommen. Denn im Point ist sich jeder selbst der Erste und nur die wenigsten können es sich leisten auch an andere zu denken.
Doch momentan steht es um die Stadt besonders schlimm. Ein Unbekannter lässt nichts unversucht, um Chaos und Unruhe zu stiften und geht dabei sprichwörtlich über Leichen. Niemand ist mehr sicher, am allerwenigsten Titus Bruder Bax und sein bester Freund Race. Denn diese beiden stecken knietief in der kriminellen Unterwelt und gerade darauf scheint es der Täter abgesehen zu haben.
Es gibt nur eine Person, die Titus auf die richtige Spur bringen kann - und das ist ausgerechnet Reeve Black. Reeve ist berühmt berüchtigt, denn sie hatte nicht nur Verbindungen zu dem verstorbenen Boss des Points, Novak, sie hat auch Bax Freundin Dovie verpfiffen, ohne mit der Wimper zu zucken. Keiner konnte ihr diesen Verrat verzeihen, weswegen es Titus nur umso mehr in den Wahnsinn treibt, dass er die gefährliche Schönheit nicht mehr aus dem Kopf bekommt.
Doch nun ist er auf Reeve angewiesen. Denn sie kennt den Täter - sehr intim - und mit ihr als Köder, könnte es Titus vielleicht endlich gelingen, wieder so etwas wie Frieden zum Point zu bringen. Allerdings nur, wenn er sich von nichts ablenken lässt...

Endlich ist Better When He's Brave da und wir bekommen Antworten auf all die Fragen, die Jay Crownover in Better When He's Bold offen gelassen hat. Es setzt quasi nahtlos an die Ereignisse des zweiten Buchs an bzw. überlappt sich sogar in einer spannenden Szene, so dass wir eigentlich sofort wieder mitten ins Geschehen geworfen werden. Viele der Anwtorten bekommen wir sogar erstaunlich früh in der Geschichte und das gibt der Handlung einen ganz neuen Dreh, denn es macht nur noch klarer, unter welchem Zeitdruck Titus sich befindet. Sein Widersacher ist nämlich nicht nur brillant, sondern hat auch Mittel, mit denen Titus nicht gerechnet hätte.
Besonders spannend an diesem Buch war, dass ausnahmsweise mal alle zwangsläufig an einem Strang gezogen haben - egal auf welcher Seite des Gesetzes sie sich befinden, ihre Stadt ist in Gefahr und das können sie nicht auf sich sitzen lassen. Alle haben etwas zu verlieren und alle wollen diesen neuen gemeinsamen Feind ausschalten. Doch wie das Ablaufen soll, da haben natürlich alle ganz unterschiedliche Ansichten. Eines ist jedoch bald klar: Reeve ist der Schlüssel.
Wie gesagt kann sie momentan niemand so wirklich leiden, denn Dovie ist einer der wenigen Menschen, den so ziemlich jeder mag, weswegen Reeves Verrat nur umso unverzeihlicher war. Doch sie hatte ihre Gründe und an denen hat sie heute noch zu knabbern. Deswegen mochte ich Reeve. Sie trifft sicherlich nicht immer die besten Entscheidungen, doch sie wollte niemals jemandem grundlos Schaden zufügen. Außerdem will sie ihre Fehler wieder gut machen und allein dafür musste ich sie respektieren.
Dazu kommt, dass sie alles für Titus tun würde. Er ist ihr Vorbild, denn er ist der einzige wirklich gute Mann den sie kennt. Je näher sie ihm aber kommt, umso mehr entdeckt sie auch dunklere Seiten an ihm. Dem Leser geht das natürlich genauso, doch das macht ihn nur menschlicher. Auch ihn mochte ich sehr gern. Er wurde in seinem Leben schon vor einige schwere Entscheidungen gestellt - nicht zuletzt, als er Bax hinter Gitter bringen musste - und es fällt ihm immer schwerer, die Welt in Schwarz und Weiß zu sehen. Das hat seine und Reeves Figuren sehr vielschichtig gemacht und immer wieder neue interessante Ebenen aufgeworfen.

Wie schon bei den anderen Büchern der Welcome to the Point Reihe gibt es aber auch hier ein paar Dinge, mit denen ich mich nicht anfreunden konnte. Zum einen verstehe ich nicht ganz, wieso Reeve so einstimmig als toughe und rücksichtslose Person hingestellt wird. Ja, sie hat einen großen Fehler gemacht und ihr ganzes Leben im Point verbracht, hat ihr Geld aber mit ehrlicher Arbeit verdient und war auch sonst nie in großen Schwierigkeiten. Dargestellt wird sie aber wie eine Gangsterbraut. Das hat für mich nicht so richtig zusammengepasst.
Außerdem bin ich mit einigen der Botschaften, die das Buch vermittelt, nicht ganz einverstanden. Als z.B. eine Stripperin den Point verlassen will, um woanders ein besseres Leben zu beginnen, wird ihr davon abgeraten, weil sie es woanders und ohne die Stadt sowieso nicht schafft. Das ist - mit Verlaub - ein riesengroßer Schwachsinn, war aber vollkommen Ernst gemeint. Allgemein ist das etwas, was mich an Jay Crownovers Geschichten in dieser Welt nervt: Ihre Charaktere nutzen immer die Ausrede, dass der Point daran Schuld ist, dass sie so sind wie sie sind, und nicht zu besseren Menschen werden.

Trotz all dem gefällt mir Better When He's Brave und die Welcome to the Point Reihe. Es zeigt eine harte Welt, in der die Dinge etwas anders laufen und in der sich Freundschften und Beziehung unter anderen Bedingungen entwickeln. Ich bin schon sehr gespannt, was Jay Crownover als nächstes zu bieten hat - denn das vierte Buch, das 2016 erscheinen wird, handelt von Nassir, einem Charakter auf den ich schon lange warte.

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Cover In the Absence of Light Englisch

Grant Kessler möchte ein neues Leben anfangen. Seinen Job, bei dem er alles besorgt und verschifft hat, was seine reichen Klienten so in ihren Besitz bringen wollten, hat er an den Nagel gehängt und ist in den Ruhestand getreten. Er hat durch den Transport von Autos, Schmuck, Kunst und Antiquitäten Millionen in den letzten Jahren gemacht, doch drei Dinge gibt es, die für Grant immer tabu waren: Drogen-, Waffen- und Menschenhandel. Doch sein Job hat sich über die Jahre verändert und es wurde immer schwieriger für Grant, seine Prinzipien einzuhalten. Also musste er raus. Doch das FBI ist ihm nach einem geplatzten Deal nach wie vor auf den Fersen und bevor er auf sein Geld und seinen Besitz zugreifen und sich an einem einsamen Strand auf irgendeiner paradisischen Insel niederlassen kann, muss Grant erst einmal warten und Gras über die Sache wachsen lassen.
Und so verschlägt es ihn in das kleine Nest Durstrand, wo er ein heruntergekommenes Haus kauft und sich mit der Restaurierung die Zeit vertreibt. Er möchte eigentlich keine großen Kontakte knüpfen da er sowieso nicht vor hat lange zu bleiben und an Liebe denkt er erst recht nicht - besonders nachdem sich Grants letzter langjähriger Freund, Jeff, als Lügner und Spitzel des FBI herausgestellt hat. Doch all seine guten Vorsätze fliegen bald aus dem Fenster, als er Morgan kennenlernt.
Morgan ist wie niemand, dem Grant jemals begegnet ist. Denn Morgan ist Autist und sieht die Welt mit anderen Augen. Zunächst ist Grant entsetzt, dass Morgan alleine lebt und niemanden hat, der sich um ihn kümmert, doch er muss bald feststellen, dass Morgan intelligenter ist, als jeder Mensch, der ihm zuvor begegnet ist und sehr gut für sich selbst sorgen kann. Doch auch wenn Morgan kein Geheimnis daraus macht, dass er Grant will und auch Grant noch nie so für jemanden gefühlt hat wie für Morgan, kann er die Blicke nicht abschütteln die ihnen die Leute zuwerfen und er bekommt das Gefühl nicht los, dass er etwas Falsches tut, wenn er eine Beziehung mit ihm einginge.
Als auch noch seine Vergangenheit beginnt ihn nach und nach einzuholen und langsam aber sicher auch Morgan bedroht, muss Grant eine Entscheidung fällen...

In the Absence of Light von Adrienne Wilder ist ein ungewöhnliches Buch, das mich von Anfang an packen konnte. Grant ist der Ich-Erzähler der Geschichte und er hatte schon ein sehr bewegtes Leben, über das wir erst nach und nach im Laufe des Buchs mehr erfahren. Grant hat mir aber von Anfang an richtig gut gefallen. Er ist ein starker Charakter der trotz seines Berufs und seiner Taten Prinzipien hat, allerdings hat er auch eine sehr dunkle Seite und man will ihn nicht zum Feind haben. Seine beste Seite zeigt er aber spätestens, als er endlich auf Morgan trifft. Schon ihre erste Begegnung hat Adrienne Wilder ganz fantastisch umgesetzt. Sie hält sich was Morgans Krankheitsbild angeht nicht zurück und zeigt ihn, wie er ist, mit all seinen Symptomen. Er hat jede Menge Tics und Angewohnheiten, die keinen Zweifel daran lassen, dass er nicht "normal" ist. Doch Morgan ist wie gesagt alles andere als dumm oder gar zurückgeblieben, was er Grant auch bei jeder Gelegenheit wieder unter Beweis stellt. Morgan ist es immer wieder gelungen, mich zum Lachen zu bringen und zu überraschen. Außerdem bringt er nicht nur Grant dazu, über seine Vorurteile nachzudenken, sondern auch den Leser. Klar, sein Autismus ist sicher nicht allzu ausgeprägt - es gibt sicherlich deutlich schlimmere Fälle - aber dennoch genug, um ihn für viele Leute abnormal wirken zu lassen.
Deshalb fand ich es besonders spannend, wie Grant mit diesem Thema umgegangen ist und wie er seine Ansichten im Laufe der Zeit verändert. Er wird ständig damit konfrontiert, wie andere seine Beziehung zu Morgan sehen. Auch sein Ex-Freund Jeff, der nach wie vor im Auftrag des FBI hinter Grants Kontakten und Geheimnissen her ist, hat einiges zu diesem Thema zu sagen. Er ist übrigens auch eine sehr interessante Figur und meine Gefühle ihm gegenüber konnten von einer Seite zur nächsten ins Gegenteil umschlagen, so undurchschaubar war er.
Jeff spielt nämlich ebenfalls eine große Rolle in In the Absence of Light, denn neben Morgans Autismus ist Grants Vergangenheit und sein Geschäft das zweite große Thema in diesem Buch. Adrienne Wilder hat da eine sehr spannende und verzwickte Geschichte gesponnen, die mich immer wieder überraschen konnte. Gerade gegen Ende kommt es zu zwei, drei Überraschungen, die mich wirklich erst mal staunen ließen.

Zwei Dinge gibt es allerdings, die mich ein wenig gestört haben. Zum einen ist das die Tatsache, dass Morgan in den letzten 15% kaum noch im Buch ist. Er spielt zwar natürlich nach wie vor eine zentrale Rolle, doch tritt er kaum aktiv auf und sein Erzählstrang wurde mir am Ende viel zu simpel aufgelöst. Ihm ist etwas Entsetzliches passiert und [Autor] hat mir hier einfach einen etwas zu reibungslosen Ausweg gewählt. Deshalb fühle ich mich nicht wirklich so, als hätte ich mit seiner Figur und seiner Geschichte vollkommen befriedigt abschließen können.
Der andere Punkt zieht sich mehr oder weniger durch das ganze Buch. Denn wie gesagt hat Grant ein sehr bewegtes Leben geführt, in dem er viel erlebt hat und jede Menge Leute getroffen hat. Das wurde immer wieder in die Geschichte eingeflochten und auch wenn man es als Leser im Großen und Ganzen gut verstanden hat, war es doch manchmal etwas viel und hat sich fast so angefühlt, als gäbe es ein Buch, das diese Geschichte bereits erzählt hat. Ich habe allerdings kein solches Buch gefunden, weshalb man das eben einfach durchziehen und gut aufpassen muss. ;)

Denn In the Absence of Light von Adrienne Wilder lohnt sich. Grant ist eine tolle Hauptfigur mit vielen Ecken und Kanten, Morgan ein wunderbarer Charakter, der einen immer wieder überrascht und die Geschichte selber ist spannend mit einigen Wendungen. Diese Autorin merke ich mir definitiv.

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Cover The Year We Hid Away Englisch

Scarlet Crowley kann es gar nicht erwarten, endlich am Harkness College ihr Studium zu beginnen. Es wird der Neuanfang, auf den sie seit mittlerweile einem Jahr hinfiebert, inklusive neuer Freunde, neuer Adresse ? und neuem Namen. Denn in ihrer Heimatstadt in New Hampshire ist ihre Familie momentan in aller Munde - und landesweit in allen Zeitungen - und das nicht gerade im positiven Sinne. Gegen ihren Vater, der ein bekannter ehemaliger Eishockey Spieler ist, wird wegen Kindesmissbrauch ermittelt und so wie Scarlet von allen Leute behandelt wird fühlt sie sich schon fast selbst als Täter.
Also muss sie sich neu erfinden. Das bedeutet aber auch, dass Scarlet ihr geliebtes Eishockey aufgeben muss. Die Gefahr ist einfach zu groß, dass jemand die Verbindung zwischen ihr und ihrem bekannten Vater zieht. Also fliegt sie unter dem Radar und versucht möglichst unauffällig durch ihr erstes Semester zu kommen, ohne dass ihr Schwindel auffliegt.
Deswegen macht Scarlet auch kaum neue Freunde. Der einzige, der sie ein wenig aus der Reserve locken kann, ist Bridger, mit dem sie zwei Kurse hat, in denen sie sich gegenseitig Nachhilfe geben. Die beiden verstehen sich auf Anhieb und auch wenn sich ihre gemeinsame Zeit auf zwei Nachmittage in der Woche beschränkt, wollen beide diese Zeit bald nicht mehr missen.
Doch Scarlet wird ziemlich bald klar, dass auch Bridger ein Geheimnis hat. Er hat nie Zeit, ist immer im Stress und sobald das Gespräch auf sein Privatleben fällt, wechselt er sofort das Thema. Das ist allerdings nur ein Grund mehr, wieso Scarlet ihm niemals ihr Geheimnis anvertrauen kann, denn Bridger scheint schon genug um die Ohren zu haben...ganz abgesehen davon, dass sich Scarlet gar nicht ausmalen will, wie er reagieren würde, sollte er jemals die Wahrheit über sie und ihre Familie erfahren...

Eigentlich handelt es sich bei The Year We Hid Away von Sarina Bowen um ein stinknormales New Adult / College Buch. Viele Elemente und Details wurden schon tausend mal verwendet und große Überraschungen gibt es eigentlich kaum. Trotzdem hat mir The Year We Hid Away besser gefallen als der Durchschnitt in diesem Genre. Zum Teil liegt das sicher an Scarlet und Bridger selbst, die ich beide sehr gern mochte. Was Scarlets Vater da vorgeworfen wird ist schon ein starkes Stück und das Schlimmste ist, dass sie nicht weiß, was sie selbst glauben soll. Schließlich hat sie kein sehr gutes Verhältnis zu ihren Eltern und ganz besonders ihrem Vater stand sie nie sonderlich nahe. Jetzt will sie aber einfach nur noch weg von ihnen und all dem Drama und von vorne anfangen. Auch Bridger hat alle Hände voll zu tun. Denn seine verantwortungslose Mutter rutscht immer weiter ab und in seinem alten Haus scheinen sehr bedenkliche Dinge vor sich zu gehen. Das Problem ist aber, dass sie eigentlich noch die Verantwortung für jemand anderen trägt...und dafür scheint sie definitiv nicht mehr im Stande zu sein. Und so kommt es, dass Bridger ein sehr niedliches, kleines, 8-jähriges Geheimnis in seinem Zimmer im Wohnheim versteckt...
Bridger und Scarlet haben also jede Menge Probleme. Nur in der wenigen Zeit, die sie zwei mal in der Woche miteinander verbringen, können sie mal abschalten und ganz normale College Stundenten sein. Ihre Beziehung hat sich langsam und geduldig, aber auch ziemlich schön entwickelt. Leider hält ihr Glück aber nicht lange an, denn vor allem Scarlets Situation lässt sich nicht so einfach kontrollieren. Ihre Eltern und deren Anwälte wollen sie für ihre Verteidigung benutzen und setzen Scarlet gehörig unter Druck - und das macht ihr langsam Angst.

Viel mehr möchte ich über die Handlung an diesem Punkt eigentlich gar nicht mehr verraten. Es entwickelt sich eine spannende Geschichte, die am Ende dann doch noch die ein oder andere kleine Überraschung bereit hält und viele emotionale Szenen geboten hat.
Es gibt allerdings eine Sache, die mir an The Year We Hid Away immer wieder negativ aufgefallen ist. Und zwar gibt es doch einige Details, die mich sehr an The Year We Fell Down, Sarina Bowens erstes Buch in der The Ivy Years Reihe, erinnert haben. Z.B. sind Bridger und Scarlet beide Eishockey Spieler, die aus diversen Gründen, nicht mehr spielen können. Auch hier ist es wieder so, dass Scarlet sehr zurück gezogen lebt und kaum Freunde hat. Außerdem gibt es gleich ein paar markante Sätze, die fast eins zu eins auch im ersten Buch vorkommen. Wenn ich es nicht direkt vor The Year We Hid Away gelesen hätte, wäre es mir vermutlich nicht aufgefallen, so aber war es leider sehr offensichtlich und unangenehm.

Trotzdem ist The Year We Hid Away eine schöne Geschichte. Sarina Bowen hat einen angenehmen, ruhigen Schreibstil, den ich einfach gern mag. Sie hat ein gutes Gefühl dafür, die Balance zwischen Romantik, Humor, Drama und der grundsätzlichen Handlung zu halten und das hat sie auch in diesem Buch wieder bewiesen.

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Cover Deep of the Sound Englisch

Avery ist nicht mehr glücklich mit seinem Leben. Er lebt in einem kleinen Apartment in Hollywood und verdient sein Geld als freiberuflicher Journalist. Sein nichtsnutziger Freund Billy drängt ihn dazu sich endlich einen "anständigen" Job zu suchen bei dem er mehr verdient, hat aber nichts dagegen Averys Geld mit beiden Händen auszugeben, da seine eigene Stelle als Praktikant in einer Bank unbezahlt ist. Und Averys Eltern können auch nach Jahren nicht akzeptieren, dass ihr Sohn schwul ist und tun es weiterhin als jugendliche Phase ab.
Das Einzige, was Avery noch ein wenig Freude bereitet, sind seine Wolf's Landing Fanfiction Geschichten, für die Billy nichts weiter als Verachtung übrig hat. Als Avery die Möglichkeit hat zu einer Wolf's Landing Convention am Original-Drehort Bluewater Bay zu fahren beschließt er kurzerhand, dass er damit sein neues Leben beginnt. Also packt er seine Sachen, verlässt Billy und sagt Hollywood Lebewohl. Es könnte alles so einfach sein - doch nichts in Averys Leben ist jemals einfach glatt gelaufen...

Das muss auch Cal bald feststellen. Denn er ist es, der Avery aufliest, als sein Auto schließlich endgültig den Geist aufgibt und 40km vor Bluewater Bay liegen bleibt. Eigentlich hat er aber keine Zeit sich um den nerdigen jungen Mann mit der dicken Brille und den leicht abstehenden Ohren zu kümmern, egal wie niedlich er auch ist. Schließlich hat Cal alle Hände voll zu tun mit seiner eigenen Familie. Sein Bruder hat eine ganze Reihe an Störungen, von denen Autismus nur die Spitze des Eisberges ist. Und sein Großonkel Nascha leidet an Alzheimer und braucht ebenfalls ständige Aufsicht. Dazu kommt noch, dass Cal zwei Jobs braucht, um ihre stetig steigenden Arztrechnungen einigermaßen im Griff zu behalten.
Avery, der bei all seinem Pech ganz dringend Hilfe zu brauchen scheint, sollte deshalb der Letzte sein, den Cal in sein Leben lässt...doch was, wenn er ausgerechnet der Mensch ist, der sich ausnahmweise mal um Cal kümmern könnte?

Ehrlich gesagt habe ich mich am Anfang ganz schön schwer getan mit The Deep of the Sound von Amy Lane. Die Autorin stellt erst einmal beide Hauptfiguren und ihre Situationen in aller Ausführlichkeit vor. Wir erleben Avery in seiner unglücklichen Beziehung mit Billy und Cals alltäglichen Kampf um das Wohlsein seiner Familie. An sich ist das nichts Schlechtes, denn vor allem in Cals Fall gibt es da wirklich eine Menge zu erzählen. Trotzdem war der Anfang sehr träge. Es gibt einige Situationen die einfach nicht interessant waren. Dazu kommt, dass Amy Lane einen ganz eigenen Schreibstil hat, der zunächst erst mal ziemlich verwirrend und nicht immer ganz authentisch war. Vor allem Averys Eltern und Billy verhalten sich manchmal sehr unnatürlich und die Dialoge mit ihnen haben keinen natürlichen Fluss.
Das ist eigentlich ein Problem, das im Laufe des Buchs immer wieder aufkommt, das aber zum Glück später nicht mehr ganz so auffällt. Zwar sind auch manche der Gespräche zwischen Avery und Cal etwas schwer zu folgen, einfach weil sie zwischen Themen und Emotionen hin und herspringen, aber es war ein wenig gemäßigter. Geholfen hat da ganz sicher, dass ich Cal und Avery ziemlich gern mochte. Avery ist ein etwas tollpatschiger Happy-Go-Lucky Typ, der immer positiv bleibt, der aber nicht das beste Selbstbewusstsein hat, einfach weil er nicht wie ein Model aussieht - und an einem Ort wie Hollywood, das von Menschen wie Billy nur so wimmelt, kratzt das ganz schnell am Selbstwertgefühl. Cal ist sein komplettes Gegenstück: Er sieht ziemlich gut aus und hat durch seine indianischen Wurzeln etwas Exotisches. Außerdem ist er ein ziemlich grantiger Kerl, der eigentlich am liebsten mit niemandem reden will. Das Leben ist schon anstrengend genug, ohne dass er sich noch zusätzliche Pflichten auflastet. Deswegen fand ich auch Cals und Averys Beziehung sehr schön zu beobachten, einfach weil sie den beiden sprichwörtlich vor Augen führt, was ihnen fehlt - für Avery ein Mensch, der ihm die Belanglosigkeit seiner Probleme vor Augen führt und für Cal jemand, der sich endlich mal um ihn kümmert.
Besonders spannend fand ich daher Cals Familie. Wie gesagt haben Nascha und Keir erhebliche gesundheitliche Probleme, die Cal nach dem Tod seiner Eltern ganz alleine schultern muss. Dieser Teil der Geschichte hält sowohl sehr schöne, als auch wirklich traurige Momente bereit. Es ist wirklich eine verdammt schwierige Situation die Cal da zu bewältigen hat und ich hätte mir sehr gewünscht, dass Amy Lane hier noch mehr in die Tiefe gegangen wäre und die Probleme besser erklärt hätte. Denn auch hier nimmt ihr etwas verwirrter Schreibstil ein wenig das Potenzial. Teilweise ist sie nicht mal bei den Titeln ganz klar. Z.B. ist Nascha mal der Großonkel, dann wieder der Großvater.

Deswegen sollte man es sich zwei Mal überlegen, ob man The Deep of the Sound von Amy Lane lesen möchte. Es gab sehr schöne Szenen und vor allem das Ende gefällt mir, allerdings hat der Schreibstil und die Einfachheit des Leseflusses einiges zu wünschen übrig gelassen.
Übrigens braucht man wie bei allen Büchern der Bluewater Bay Reihe auch hier eigentlich kein Vorwissen. Die einzige Gemeinsamkeit aller Bücher ist, dass sie in Bluewater Bay spielen und zumindest am Rande Wolf's Landing erwähnen.

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Cover The Year We Fell Down Englisch

Eigentlich hatte sich Corey ihr erstes Jahr am Harkness College anders vorgestellt. Anstatt mit Freunden rumzuhängen und ihrer großen Leidenschaft, dem Eishockey, nachzugehen, erwarten sie Physiotherapie und unüberwindbare Hindernisse - im wahrsten Sinne des Wortes, denn nach einem Unfall vor acht Monaten ist Corey gelähmt. Die meiste Zeit muss sie sich mit einem Rollstuhl oder aber mit ihren ziemlich unhandlichen Beinschienen und Krüken rumschlagen.
Ihre Eltern wollten eigentlich, dass sie ihre College Pläne für eine Weile aufschiebt, doch Corey braucht ganz dringend einen Tapetenwechsel und Abstand zu ihrer überführsorglichen Mutter. Doch das College-Leben macht ihr auch ein wenig Angst. Wer ist sie denn schon ohne Eishockey? Niemand weiter als das arme Mädchen im Rollstuhl. Glücklicherweise findet sie aber schnell ein paar neue Freunde, allen voran ihre Zimmergenossin Dana. Wer es ihr allerdings wirklich angetan hat, ist Adam Hartley, der junge Mann von gegenüber, der sich momentan ebenfalls auf Krüken fortbewegt. Doch im Vergleich zu Corey ist Hartleys Verletzung nur temporär. Trotzdem verstehen sich die beiden auf Anhieb - nicht nur, weil sie beide Eishockey lieben.
Es dauert nicht lange, bis Corey klar wird, dass sie in gehörigen Schwierigkeiten steckt, denn sie kann gar nicht anders, als sich in Hartley zu verlieben. Da gäbe es allerdings nur ein kleines Problem: Seine wunderschöne und perfekte Freundin (mit zwei funktionierenden Beinen) Stacia.

Was mir gleich von Anfang an richtig gut an The Year We Fell Down von Sarina Bowen gefallen hat war, wie ehrlich es mit dem Thema Lähmung umgegangen ist. Denn es wird ziemlich schnell klar gemacht, dass Coreys Zustand permanent ist. Von den Oberschenkeln abwärts spürt sie nichts. Ihr bleiben zwar noch Möglichkeiten, ihr das Gehen mit Schienen und Krüken zu erleichtern, bzw. ist durch moderne Technik immer noch Luft nach oben, doch sie wird nie wieder ohne Hilfsmittel gehen können. Das ist nicht nur für Corey sondern auch für den Leser erst einmal ganz schön schwer zu schlucken. Doch auch Dinge wie das Sexualleben als Gelähmte aussieht, oder warum sie Katheter und dergleichen braucht werden thematisiert. Auch wenn The Year We Fell Down eine Romanze ist, wird Coreys Umstand nicht romantisiert oder beschönigt und das fand ich wirklich toll.
Ihre Situation wurde allerding natürlich nur umso bittersüßer, als Hartley in ihr Leben tritt - denn bei ihm ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis er wieder seine Beine benutzen kann...und wieder aufs Eis darf. Außerdem fällt es ihr schwer, sich nicht mit "gesunden" Frauen zu vergleichen und ihr Selbstwertgefühl leidet stark darunter. Corey muss lernen, mit ihren neuen Umständen zurecht zu kommen und dafür muss sie akzeptieren, was ihr widerfahren ist. Man darf jetzt aber nicht erwarten, dass Corey den ganzen Tag nur jammert und sich beschwert - im Gegenteil. Sie ist eine fantastische Protagonistin, die mit ihrem Schicksal richtig gut umgeht. Das bedeutet aber nicht, dass sie nicht jede Menge Rückschläge erlebt oder zufrieden ist und sich ihrer Situation ergibt. Sie ist eine Kämpfernatur und das merkt man auf jeder Seite.
Coreys und Hartleys Beziehung hat mir ebenfalls gut gefallen. Lange Zeit waren sie nichts weiter als gute Freunde. Sie haben einige Gemeinsamkeiten und ihnen fällt immer etwas Neues ein, über das sie zanken können. Doch es wird relativ bald klar, dass ihre Freundschaft nicht ganz platonisch ist - zumindest von Coreys Seite aus. Hartley ist nach wie vor in seiner sehr merkwürdigen Beziehung zu Stacia, bei der niemand so richtig vesteht, wieso er bei ihr bleibt. Doch auch Hartley kann nicht leugnen, dass ihn selten jemand so nahe war, wie Corey. Ihr könnt euch natürlich denken, dass das nicht ohne ein gewisses Hin und Her und etwas Drama von statten ging, aber es hilft sich im Rahmen und war nicht allzu übertrieben.

Das Einzige, was ich mir etwas schöner und intensiver gewünscht hätte, war .

The Year We Fell Down von Sarina Bowen war unterhaltsam, ehrlich, romantisch und emotional, ohne dabei kitschig zu werden. Und auch wenn die Handlung manchmal ein wenig vorhersehbar ist, ändert das nichts daran, dass ich Sarina Bowen und ihren Stil wirklich gern mochte. Den anderen Bücher dieser Reihe, die immer von einem anderen Paar handeln, werde ich deshalb ebenfalls bald eine Chance geben.

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