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Stolen Love

Tags: Romantik
21.02.2017
Cover Stolen Love

Alessa arbeitet hauptsächlich nachts - schließlich will sie von niemandem überrascht werden, wenn sie die Häuser der Schönen und Reichen durchsucht. Nachdem sie nun die großen und überaus gewinnbringenden Häuser am Stadtrand von Frankfurt durch hat, wird es Zeit sich ein neues Revier zu suchen. Schließlich will ihr Boss regelmäßig Lieferungen sehen.
Bei ihrem neuesten Raubzug schleicht sie sich in ein kleineres, aber nicht weniger schmuckes Haus und durchsucht die Schränke im Wohnzimmer. Ihre vorherigen Beobachtungen haben ihr nur leider eines nicht verraten - in wessen Haus sie sich hier befindet.

Jays Arbeit als Privatermittler erfüllt ihn mehr als sein ursprünglicher Job als Polizist. Die Wachsamkeit ist bei beiden gleichermaßen gefragt und so schreckt er aus dem Schlaf hoch, als er in seinem Haus Geräusche hört. Ist jemand wirklich so blöd und steigt bei einem Ex-Polizist ein?
Mit seiner Waffe in der Hand schleicht er sich nach unten und kann im Wohnzimmer sowohl Geräusche als auch Schatten wahrnehmen. Dem kleinen Dieb wird er es zeigen.
Allerdings hat ihn niemand darauf vorbereitet, dass ausgerechnet eine Frau bei ihm einsteigt. Und dazu noch eine so hübsche.

Alessa ist erwischt worden. Mist! Nun muss sie sehen, dass sie aus der Situation so gut es geht wieder herauskommt. Mit den Jahren ist sie unvorsichtiger geworden. Allerdings wäre ihr sonst auch der Anblick des halbnackten, unfassbar gut gebauten Hausherrn entgangen. Das wäre ja auch eine Schande gewesen. Leider ist er nicht so clever wie er tut. Nachdem er sie mit Handschellen an einen Stuhl gefesselt hat, verlässt er den Raum. Dumm.
Alessa ist kein Anfänger mehr. Innerhalb weniger Sekunden hat sie die Handschellen geöffnet und nach einer kurzen Nachricht an ihren nächtlichen Störenfried ist sie mit ihrer Maschine über alle Berge.

Jay kann es nicht fassen. Wie konnte er nur so dämlich sein? Ihre Nachricht entdeckt er durch Zufall und muss schmunzeln. Das kleine Biest reizt ihn aufs Blut. Er muss sie finden. Denn außer seine Neugier zu wecken, hat sie ihm ein Erinnerungsstück entwendet, das er gerne wiederhätte. Nun heißt es nur ganz Frankfurt nach ihr ab zu grasen. Aber wofür hat er seine Informanten? Er wird sie finden - und was er dann mit ihr vor hat lässt seine Lenden pochen.

Stolen Love passt perfekt in die Bad Girls-Reihe, wird aber offiziell nicht dazu gezählt. Vielleicht weil beide ihre dunklen Seiten haben.
Man erfährt am Anfang nicht so wahnsinnig viel von Alessa. Ihre Vergangenheit und ihr Werdegang werden erst im Laufe der Geschichte beleuchtet. Von Jay hingegen erfährt man ziemlich schnell sehr viel - wie es dazu kam, das er Polizist wurde und warum er es jetzt nicht mehr ist.
Die Geschichte ist aus verschiedenen Perspektiven geschrieben - das kennt man bereits von Roses vorherigen Büchern und es hilft mir immer wieder dabei die Figuren besser zu verstehen.

Die Geschichte an sich hat mir ziemlich gut gefallen. Beide Charaktere haben mir gefallen, da sie ausreichend Ecken und Kanten haben. Gegen Ende wird es natürlich immer spannender und man arbeitet auf den Showdown hin.
Ein wenig vorhersehbar war es allerdings schon.
Was mich gestört hat, sind die etwas holprigen Sätze zwischendrin. Da bin ich teilweise dran hängen geblieben und wurde etwas aus dem Lesefluss geworfen. Da sollte noch einmal drüber gelesen werden.

Ich danke an dieser Stelle der Autorin für das Rezensionsexemplar und die unterhaltsame Leserunde.

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Cover Leberkäsjunkie

Enthält Spoiler zu den ersten Bänden der Franz-Eberhofer-Serie-Reihe.

Franz Eberhofer könnte so ein schönes Leben haben, aber irgendwie kommt ihm immer ein Mord dazwischen. Dieses Mal bei der Moshammer Liesl. In ihrer Pension war ein Feuer ausgebrochen und nachdem dieses endlich gelöscht war, fanden sie in einem der Zimmer die ziemlich angebrannte Leiche einer Frau. Wer sie genau ist, musste noch herausgefunden werden. Laut der Liesl war es eine sehr hübsche und freundliche Frau. Das wiederum brachte Franz nicht weiter.
Nachdem die Spusi in den Trümmern der Pension die Reisepässe der derzeitigen Gäste gefunden hatte, konnte die Leiche identifiziert werden. Saskia Grim. Nie gehört. Sie war wohl zur Erholung in Nieder Kaltenkirchen - was soll man hier auch sonst so treiben? Jedenfalls sei sie oft unterwegs gewesen und hätte die Landschaft fotografiert.

Das Frau Grim ermordet wurde, zeigt die Verletzung am Hinterkopf und die Spuren auf der Tatwaffe - dem Kaminhaken. Was jetzt noch fehlt ist das Motiv und der Mörder. Oder die Mörderin.
Leider ist der einzige Anhaltspunkt der Bürgermeister. Der wollte sich mit der Frau Grim treffen, quasi zum Beschnuppern der Gegebenheiten. Denn wie Franz nach einem Gespräch mit selbigem Amtsträger erfährt, gehört Frau Grim zu dem Trupp, der demnächst in Nieder Kaltenkirchen ein neues Hotel hochziehen wollte. Sie war sozusagen die Vorhut.
Das neue Hotel sorgt schon seit einer geraumen Weile für hitzige Gespräche im Dorf und vielleicht findet Franz ja dort jemanden, der die Frau Grim ermordet haben könnte. Allen voran wäre da schon mal die Liesl ... schließlich wäre ein neues Hotel für sie Konkurrenz. Woher auch immer die vielen Gäste für dieses Nest kommen sollen. Aber ist die Moshammerin dazu in der Lage einen Menschen zu ermorden?

Während die Ermittlungen sich im Kreis drehen, dreht sich auch in Franz Magen einiges im Kreis. Seit einer Weile ist im Speiübel nach dem Essen und als der sich eigentlich schon in Rente befindliche Dorfarzt ihm zusetzt mal bei ihm vorbei zu schauen, ist klar, irgendwas stimmt nicht. Und zwar ganz gewaltig. Franz' Blutwerte sind unterirdisch. Nur eine strikte Diät und gesunde Ernährung können ihm jetzt noch helfen. Aber das Grünzeug schmeckt ihm halt einfach nicht. Da können die Oma und die Susi noch so sehr Herzblut hinein stecken, es ist halt nichts für den Fleischfresser Franz.
Bis es ihn komplett aus den Latschen holt. Und während die halbe Gemeinde über seinen Gesundheitszustand Bescheid weiß, versucht Franz gute Miene zu bösem Spiel zu machen. Stets an seiner Seite sein Freund und Ex-Kollege Rudi. Gemeinsam werden sie den Fall schon knacken.

Inzwischen ist bereits der siebte Band um Franz Eberhofer und seine schrulligen Mitdörfler in Nieder Kaltenkirchen. Man kann die Bücher nicht mehr als wirkliche Krimis betrachten, eher als mittleren Provinzkrimi mit hohem Romananteil. Im Vordergrund steht also auch hier nicht der Mordfall an Saskia Grim, sondern Franz' Gesundheit und die Beziehung zur Susi. Bei letzterem könnte er nach so vielen Büchern nun wirklich mal aus dem Tee kommen.
Da meine einstige Eberhofer-Dealerin die Reihe aus eben selbigem Grund - zu schwacher Krimianteil - abgebrochen hat, bin ich nun zum Hörbuch übergegangen. Dieses liest Christian Tramitz mit Charme, bayrischem Dialekt und gutem Gespür für Stimmen. Somit fällt eigentlich gar nicht auf, dass es eben kein spannender Krimi mehr ist, wie es früher war, sondern eher ein leicht kriminalistischer Klamauk.

Die Person Franz Eberhofer wurde mir in diesem Buch dann doch mal ein wenig unsympathisch. Seit jeher meckert er an allen rum und ist immer besser als der Rest. Das lässt er auch jeden spüren. Ob es nun der Rudi ist, der sich wirklich ins Zeug legt, oder aber der Flötzinger, der immer eins auf den Deckel kriegt. Hier wäre eine Weiterentwicklung wirklich mal schön.
Mein Highlight ist und bleibt die Oma. Mit ihrer ruppigen und ganz eigenen Art sorgt sie für Leib und Seele und ich glaube jeder wünscht sich so eine Oma, wenn er sie nicht gerade schon hat =o)

Alles in allem ein unterhaltsames Buch, das wieder einmal mehr das Leben des Ermittlers beleuchtet als den zu ermittelnden Mordfall.

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Cover Ein Macho als Muse

Caleigh Winter hat die Nase gestrichen voll. Um ihre kreativen Gedanken wieder zu motivieren aufs Papier zu fließen, hat ihre Chefin sie einfach mal zu einem Kreativ-Survival-Seminar mitten in der Pampa angemeldet.
In der malerischen Pfalz, in einem gemütlichen Landgasthof findet der entspannungshungrige Mensch alles - vor allem weder Telefonempfang noch Internetzugang. Für Caleigh eine Katastrophe. Wie soll sie so mit der Welt in Kontakt bleiben? Leider kann sie sich nun auch nicht bei ihrer Chefin Elfriede beschweren.

Ihre Laune ist entsprechend euphorisch, als sie sich an der leeren Rezeption wieder findet. Weit und breit keine Menschenseele. Nach kurzem Suchen findet sie dann eine Horde saufender Männer vor dem Fernsehgerät. Na das konnte ja heiter werden. Während Caleigh eigentlich nur einchecken will, fängt ein Typ namens Noah an sie aufzuziehen. Na darauf hat sie ja nun gar keine Lust und endlich bequemt sich der Rezeptionist an seinen angestammten Platz.
Während sie versucht aus diesem angetrunkenem Pöbel überlebenswichtige Informationen heraus zu kriegen, steht plötzlich dieser Noah wieder neben ihr - mit ihrem Gepäck! Angeblich sei es auf sein Zimmer gebracht worden und offenbar hat er die Zeit seither genutzt sich einen Überblick über ihre Garderobe und sonstige Mitbringsel zu verschaffen. Das ist ja wohl die Höhe!
Dem frechen Grinsen in diesem unverschämt gut aussehendem Gesicht hat sie dann auch wenig entgegen zu setzen.

Später beginnt das Seminar und bald ist klar, Caleigh kann dieses Wochenende nur mit Humor und viel Alkohol überstehen. Von beidem hat sie allerdings nicht mehr viel übrig, als die Seminarleiterin Vivi ihr auch noch Noah als Partner zulost. Eigentlich kann es jetzt nicht mehr schlimmer kommen, denkt sie sich. Aber das Universum hat sich gerade erst an den Spieltisch gesetzt und Caleigh verliert an diesem Wochenende weit mehr als nur ihren Handyempfang.

Ein Macho als Muse ist das Romantik-Debüt der Autorin Lara Kalenborn und mit seinen etwas über 100 Seiten eine gute Lektüre für Zwischendurch. So manches Mal habe ich geschmunzelt, wenn Caleigh wieder das typische Klischee der Großstadtpflanze bedient hat. Mit Noah hingegen bin ich das ganze Buch über nicht warm geworden. Er nimmt sich eindeutig zu viel heraus und bewegt sich teilweise nicht einmal mehr in einer rechtlichen Grauzone. Andere Leser empfanden das als lustig, aber spätestens wenn es um die eigene Privatsphäre geht, wäre hier sicherlich auch lange Schluss mit lustig.

Die Story zieht sich gelungen über die Seiten, es wird nie langweilig, aber auch nicht hektisch - bis auf das Ende. Hier gibt es zwei Zeitraffer die für mich eindeutig zu kurz waren. So wirkte das Ende nicht fertig und etwas gehetzt.
Ein Macho als Muse ist der erste Teil einer Liebesroman-Reihe der Autorin und ich denke, die anderen Bücher werde ich auch lesen. Ich bin neugierig geworden wie es weiter geht und mag den spritzigen Schreibstil.

Einen lieben Dank an die Autorin für die Leserunde bei www.lovelybooks.de und das damit erhaltene Rezensionsexemplar.

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Cover Ein Weihnachtskuss für Clementine deutsch

Clementine Alderton ist einer der beiden Sprösslinge der gute betuchten Familie Alderton, die sich einen Namen mit wundervollen Lederstoffen gemacht haben. Während Clem jedoch ihr Leben meistens nur berauscht von Alkohol an sich vorbeiziehen lässt, ist Tom Alderton in die ehrgeizigen Fußstapfen ihres Vaters getreten und schmeißt das Familienunternehmen. Ziemlich gut, wie man sagen muss. Die Alderton Hide steht kurz davor den Deal des Jahrhunderts zu ergattern als es kommt wie es kommen musste.
Clem ist es gewohnt, dass sie im Mittelpunkt des Geschehens steht und so kann es gar nicht sein, dass auf der Silvesterparty ihrer Freundin Stella ihr Flirt Josh mit einer anderen Tussi anbändelt. Um möglichst schnell vor Ort zu sein, schnappt sie sich das Fahrrad, das sie bei ihrem Bruder im Zimmer findet und macht sich auf den nassen Weg.

In ihrer Eile hätte sie beinahe einen Mann über den Haufen gefahren, aber was macht der schon an Silvester alleine auf der Straße?
Sie merkt schnell, dass Josh doch nicht der Mann ihrer Träume ist und wirft sich ins Partyleben. Bis sie auf ihren Bruder trifft und der ihre gute Laune im Keim erstickt.
Er hat das Fahrrad entdeckt mit dem Clem zur Party geradelt ist. Sie hatte nicht die leiseste Ahnung was für ein Fahrrad sie sich da geschnappt hatte. Tom hingegen wusste es. Es ist das Herzstück ihrer Produktion und ein Vermögen wert. Durch die Fahrt durch den Regen und diverse Beschädigungen von Partygästen, die es für hilfreiche Dekoration als Flaschenöffner und Aschenbecher hielten, ist es ruiniert und unwiederbringlich zerstört. Wie hätte Clem auch wissen können, dass der Rahmen mit Gold belegt ist, das Leder der allerhöchsten Qualität entspricht und die Steine keine einfachen Strasssteinchen sind. Clem sitzt tief in der Tinte und durch ihre wiederholt unbedachte Tat steht die Firma, für die Tom sein Leben geben würde, vor dem Konkurs.

Clem würde so gern alles wieder gut machen, aber dieses Mal ist sie zu weit gegangen. Tom meidet sie wie der Teufel das Weihwasser und auch die anderen Kollegen zeigen ihr, dass es dafür keine Wiedergutmachung gibt. Clem hat es vermasselt.
Nach und nach springen alle Investoren ab, die Firma steht kurz davor dicht zu machen. Nur wegen ihr. Da hat sie eine Idee, von der sie weiß, dass ihr Bruder sie nicht gut findet, aber es könnte die Firma retten. Mit Lederresten will sie eine Kollektion entwerfen, zusammen mit ihrer Freundin Stella, die auf dem Markt in Notthing Hill Selbstgestricktes verkauft. Simon, der schon lange in Clem verschossen ist wird zum einzigen Mitwisser, allerdings eher unfreiwillig.
Um das benötigte Geld für die Firma zusammen zu kriegen, organisieren Stella und Clem eine einmalige Show in der die Einzelstücke ersteigert werden können. Der Höhepunkt ist die sauteure Birkin, die ihre Mutter ihr vor kurzem geschenkt hat. Clem würde sie niemals tragen, was nicht daran liegt, dass sie ihr heilig wäre - eher gegenteilig. Clem und ihre Mutter vertragen sich überhaupt nicht, sehr zum Bedauern ihres Vaters, den sie abgöttisch liebt. Früher war das Verhältnis noch harmonisch, bis ... ja bis vor einigen Jahren.

Die Modenschau wird ein Erfolg, die Tasche geht für viel Geld weg und obwohl Clem sich bemüht hat, alles geheim zu halten, stehen am Ende Tom, seine ätzende Freundin Clover und Clems Eltern im Raum. Ihr Anblick ist beinahe mehr als sie ertragen kann.
Jetzt kann Clem wirklich nur noch einer helfen - sie selbst. Seit einiger Zeit liegt ein Vertrag bei ihr zur Unterschrift, in dem ein reicher Mann sein Anwesen in Portofino von der Firma verschönern lassen möchte. Das Gespräch mit diesem Auftraggeber war jedoch alles andere als normal, denn der Mann ist kein anderer als der Fremde, den sie in der Silvesternacht fast über den Haufen gefahren hat. Und auch später waren sie sich noch 2 Mal begegnet. Jedes Mal brannte die Luft. Und ausgerechnet er will sie als Projektleiterin haben. Tom ist sauer, berechtigt.
Natürlich will sie nicht nach Italien, aber hat sie eine andere Wahl? Es soll nur ein halbes Jahr dauern, das wird sie wohl überstehen, oder?
Was jedoch keiner weiß, in Portofino liegt Clems dunkle Vergangenheit und damit ein Abschnitt ihres Lebens, den sie so gut es geht in ihrem Herzen verschlossen hält. Was wird passieren, wenn sie wieder dorthin zurück geht?

Mit Christmas at Claridge's / Ein Weihnachtskuss für Clementine habe ich mich am Anfang sehr schwer getan. Es hat beinahe die Hälfte des Buches gebraucht, bis ich die Geschichte wirklich weiterlesen wollte. Bis dahin ging mir die eingebildete Protagonistin mit ihrem 'mir doch egal'-Getue tierisch auf die Nerven. Auch die Namen sind mehr schlecht als Recht gewählt. Wer bitte kürzt 'Clementine' mit 'Clem' ab? Genauso wird 'Clover' immer mit 'Clo' abgekürzt. Da hätte das Lektorat dringend mal den Finger drauf halten müssen. Mich hat es beim Lesen jedes Mal wieder rausgerissen.
Mit ihrem Egoismus rannte Clementine bei mir auch keine offenen Türen ein. Ihren Bruder Tom konnte ich jedoch in jeder Lebenslage verstehen. Mit solch einer Schwester hat man es sicherlich nicht leicht.

Während der erste Teil des Buches in London spielt, wechselt es danach ins sonnige Italien. Schon allein deswegen ist es überhaupt kein Weihnachtsbuch. Sowohl das Cover, als auch der Titel sind hier sehr irreführend. Wer also einen Winterroman vermutet, wird enttäuscht.
Nachdem Clementine dann in Italien angekommen ist, bekommt sie doch noch eine menschliche Seite. Sie achtet tatsächlich auch mal auf Andere und wird endlich erwachsen. Auch wird nun mehr darauf eingegangen, warum sie eigentlich nie wieder an diesen Ort zurückkehren würde und wie es zu dem Bruch mit ihrer Mutter kam.
Ab da hat mir das Buch tatsächlich auch richtig Spaß gemacht. Gut, den Namen finde ich nach wie vor bescheuert, aber naja. Viele der Figuren tauchen das ganze Bücher über auf und eigentlich habe ich besonders an Stella einen Narren gefressen.

Das war jetzt mein erstes Buch von Karen Swan, ich habe fast ein wenig Angst ein weiteres zu lesen. Da sich in meinem Bücherregal aber noch zwei weitere Werke der Autorin tummeln, werde ich sie wohl lesen und hoffen, dass die Spitznamen der Protagonisten in diesem Buch nur ein Ausrutscher waren.

Einen ganz lieben Dank an den Goldmann-Verlag für das Rezensionsexemplar.

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Irrlichtfeuer

Tags: Fantasy
26.01.2017
Cover Irrlichtfeuer

Alba ist dabei sich ihrem großen Traum ein Stück weiter zu nähern. So oft es geht stiehlt sie sich davon um in ihre eigene kleine Wohnung zu gehen und an ihren Flügeln zu arbeiten. Seit sie denken kann ist ihr Körper ihr größter Feind. Ihre Krankheit raubt ihr die Kraft zu gehen, zu greifen und all die Dinge zu tun die sie so gern machen würde.
Ihr einziger Wunsch ist es endlich schwerelos über Ijsstedt zu schweben und ihrem geschwächten Körper zu entfliehen. Was danach passiert ist nicht mehr wichtig.
Als nicht weit von ihr einer der Stahlriesen der zum Irrlichtabbau benutzt wird in Flammen steht, rettet sie eine verletzte Krähe vor einigen Mitbewohnern des Hauses. Natürlich wird sie die Krähe nicht essen, wie von den anderen vermutet. Nein, sie will ihr helfen. So beherbergt Alba einige Tage die verletzte Krähe, füttert sie und stellt ihren Flügel ruhig, damit er heilen kann. Am Tag des Abschieds ist Alba nicht nur traurig, dass sie nun wieder alleine ist, nein, sie würde zu gern mir ihr fort fliegen.

Aber die Krähe vergisst Alba nicht und besucht sie jeden Tag in ihrer Werkstatt. Bis eines Tages ein Mann im Treppenhaus erscheint und sich bei ihr bedankt. Er sei der Besitzer von Corvin - so der Name der Krähe - und es dauert nicht lange, bis die beiden sich immer wieder über den Weg laufen. Dem ersten Erscheinungsbild nach ist Sora ein komischer Geselle und alle Versuche Albas ihn los zu werden scheitern.
Der erste Flugversuch mit ihren selbstgefertigten Schwingen währt nur kurz. Das Gestell ist zu schwer, auch wenn Alba kaum noch ein zusätzliches Gewicht ist, muss sie schon bald landen. Eine Krähe begleitet sie auf ihrem ersten Flug - Corvin?
Zumindest ist es eben diese einst verletzte Krähe, die ihr ein großes, wenn auch gefährliches Geschenk macht: Irrlicht! Natürlich benutzen sie bei ihr zu Hause Irrlicht als Lichtquelle, aber reines Irrlicht zu besitzen ist verboten. Wie kommt die Krähe dazu? Und warum bringt sie ihr das Irrlicht?
Die Frage ist nun - wie wird sie es unauffällig wieder los? Oder soll sie es gar behalten?
Soras Besuche werden häufiger und Alba befürchtet, dass er ihr an der Nasenspitze ansieht, dass sie etwas Verbotenes tut. Aber was wäre, wenn sie die Flügel mit dem Irrlicht behandeln könnte? Wenn sie sie dadurch leichter machen könnte, könnte sie beim nächsten Mal viel länger fliegen. Alba steckt in der Zwickmühle. Dabei ist das Irrlicht nur eins von ihren Problemen.

Kass ist ein sogenanntes Irrlichtkind. Nach dem Unfall in der Mine ist es den Irrlichtkindern verboten worden sich nach draußen zu begeben. Dorien, ihr Sprecher, setzt alles daran die Königin und ihren Rat nicht gegen sich auf zu bringen, aber unter den anderen Irrlichtkindern wächst der Unmut. Als dann Hisa, Kass Geliebte und Soras Schwester, ermordet wird, macht er sich aus dem Staub. Irgendwo ist der Mörder von Hisa und während der Widerstand in der Bevölkerung gegenüber der Königin zunimmt, versucht er unerkannt an Informationen zu gelangen. Dabei sind die Aufstände in den Arbeitervierteln ein willkommener Schutzmantel.
Kass versteht die Menschen und die Wut in ihren Köpfen, nachdem so viele ihrer Verwandten und Bekannten bei dem erneuten Brand in der Miene umgekommen sind. 20 Jahre zuvor ist es schon einmal passiert - dabei ist unter anderem er entstanden: ein Irrlichtkind.
Er kann sich daran kaum erinnern, aber die Narben bleiben und kennzeichnen ihn sichtbar.

Alba und Kass könnten unterschiedlicher nicht sein und doch verbindet sie ein Wunsch: Freiheit.

Irrlichtfeuer ist der Debütroman von Julia Lange und spielt in einer gänzlich unbekannten Welt. Die Stadt Ijsstedt ist der zentrale Dreh- und Angelpunkt. Was über seine Grenzen hinaus ist, wird nicht angerissen.
Als Hauptcharakter kann man hier Alba ansehen, auch wenn das Buch aus sehr vielen verschiedenen Sichtweisen geschrieben ist. Neben Alba, Kass und Sora lernen wir noch die Gedankengänge des Grafen und von Meret kennen. Das ist am Anfang ein wenig sehr verwirrend, da die Perspektive nicht pro Kapitel wechseln sondern teilweise sogar mitten im Textblock.

Alba ist ein schmächtiges, gebrechliches Mädchen, das in gutem Hause geboren ist, sich aber so oft es geht in die Anonymität der Armenviertel flüchtet. Seit jungen Jahren leidet sie an einer mysteriösen Krankheit, die ihre Glieder schwächt und die sie in nicht allzu ferner Zukunft das Leben kosten wird. Eine Art Medizin hilft ihr, die Schwächte der Muskeln zu überwinden und die Schmerzen zu vertreiben.
Während des gesamten Buches wird leider nicht näher beleuchtet was dies für eine Krankheit ist. Es bleiben nur Spekulationen. Ebenso die ihr helfende Medizin. Auf der anderen Seite wird sehr häufig darauf hingewiesen, dass Alba krank und schwächlich ist. Das hat mir den ersten Teil des Buches ziemlich verhagelt, weil es einfach zu viel war.
Ab dann geht es. Auch nimmt ab der Hälfte ungefähr die Spannung deutlich zu.

Alle anderen eingeführten Charaktere mit eigenen Perspektiven waren zum Großteil nicht handlungsrelevant. Natürlich war es nett zu lesen, welche Gedanken sich diese Personen machen, sowohl um den Unfall mit dem Irrlichtfeuer als auch über die Aufstände. Aber wirklich wichtig für die Handlung ist lediglich halbwegs noch der Graf. Der mir persönlich auch sehr sympathisch ist.
Mit Alba dauerte es eine Weile mit dem warm werden und mein persönlicher Lieblingscharakter ist eh die Krähe. Wer mich kennt, weiß warum ;o)

Im Großen und Ganzen ist die Geschichte durchaus angenehm zu lesen, wenn man sich erst einmal auf den Schreibstil eingestellt hat, aber sie hat mich leider nicht restlos begeistert. Dafür sind mir einfach zu viele Fragen am Ende nicht beantwortet worden. Für mich ist es wichtig, dass sich am Ende alle Fäden treffen und die wichtigsten Sachen beleuchtet werden. Das ist hier leider nicht der Fall. Somit habe ich das Gefühl, das Buch ist nicht fertig. Es ist irgendwie löchrig geblieben.
Eine weitere Geschichte in Ijsstedt würde mich schon noch mal reizen, einfach um den Rest der Stadt kennen zu lernen.

Einen ganz lieben Dank an den Droemer Knaur-Verlag für das Rezensionsexemplar.

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