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Cover Helena und die Ratten in den Schatten

Helena zieht mit ihrer Familie in ein Haus in einer neuen Stadt. Überall gibt es wunderschöne Häuser, kleine weiße Gartenzäune und viele nette Menschen. Aber etwas irritiert Helena.
Kaum geht sie den ersten Tag in die Schule, bekommt sie den Rat sich bloß von den Schatten fern zu halten. In den Schatten leben nämlich Ratten und vor denen muss man sich in Acht nehmen. Erst denkt Helena, dass es nur Geschichten sind um andere zu erschrecken, da die Kinder im gleichen Atemzug von Geistern sprachen. Aber bald erzählt jeder von den grausigen Ratten und für Helena wird es zur Selbstverständlichkeit, die Schatten zu meiden.

Als Helena auf dem Speicher des neuen Hauses in alten Kisten einen verstaubten Teddy findet, ist sie sofort hin und weg. Ihr neuer Freund Ricco begleitet sie fortan überall hin. Sein Lieblingsplatz auf dem Fensterbrett wird ihm zum Verhängnis - eine kräftige Windböe befördert in in den Garten. In den dunklen Garten und direkt in die dunklen Schatten.
Was soll Helena nur tun? Sie darf doch nicht in die Schatten gehen, aber sie kann Ricco auch nicht im Stich lassen. Wird sie Ricco wieder sehen?

Als das Buch erschienen ist 2010 habe ich es mir auf den Wunschzettel geworfen. Die Geschichte klingt so unglaublich süß - und ich liebe Ratten. Sie sind viel zu niedlich, als dass man vor ihnen Angst haben sollte. Aber Helena ist ein kleines Mädchen und wenn alle Angst haben, dann hat sie auch welche.

Durch Zufall ist mir das Buch nun gebraucht in die Hände gefallen und ich habe es sofort gelesen. Die gerade einmal 80 Seiten sind schnell gelesen und sicherlich perfekt für eine Gute-Nacht-Geschichte für die eigenen Kinder.
Helena ist ein mutiges kleines Mädchen, die sich ihrer Umgebung anpasst. Sie hört die gruseligsten Geschichten über die Ratten in den Schatten und entwickelt eine natürliche Angst vor den Schatten.
Das Buch ist mit wirklich wunderschönen Bildern versehen und teilweise muss man das Buch drehen um alles sehen zu können.

Ja ich weiß, für ein Kinderbuch sollte ich eigentlich zu alt sein, aber die Geschichte ist einfach süß. Und weil Christoph Marzi mit dieser Geschichte eine Botschaft übermittelt, ist es ein Buch das in keinem Haushalt fehlen sollte.
Ihr wollt wissen wie die Botschaft lautet? Dann solltet ihr zusehen, dass ihr das Buch noch irgendwo auftreiben könnt. Ihr werdet es bestimmt nicht bereuen, wenn ihr offen für süße Geschichten seid.

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Cover Outside the Lines

Es ist wirklich alles andere als einfach ein alleinerziehender Vater zu sein. Seit dem Tod seiner Frau vor fast zwei Jahren kümmert sich Mitch nun schon alleine um seine beiden Kinder Jack und Sadie und langsam wächst ihm die ganze Sache über den Kopf. Schule, Freizeit, Kochen, Haushalt und gleichzeitig noch sein Job als Professor, stellen sich als echte Herausforderung heraus. Dazu kommt, dass seine momentane Nanny Jenny sich als absolute Niete entpuppt. Mitch braucht dringend einen Ersatz für sie, doch nie und nimmer hätte er damit gerechnet, dass er die beste Nanny, die er sich jemals wünschen könnte, in der Drag Queen findet, die er eines Abends in einem Club trifft.

Chi Chi hat einen großen Traum: Er möchte an den Broadway. Er weiß ganz genau, dass er das Talent dazu hat, doch um in New York Fuß fassen zu können braucht er erst mal Geld. Dafür ist es ihm auch Wert sich mit seinen vier Jobs wund zu schuften. Doch als ihm sein neuer Nachbar, der ihm bereits bei seinem Gig als Drag Queen aufgefallen ist, darum bittet für ihn als Nanny zu arbeiten, könnte sich das für Chi Chi als Glücksgriff entpuppen. Der Lohn ist fantastisch, er hätte mehr Zeit und wenn er ehrlich ist hat er die Kinder jetzt schon gern. Es schadet auch nicht, dass ihn Mitch mit seinen Grübchen und seiner zerstreuten Art ebenfalls bereits ans Herz gewachsen ist.
Doch Chi Chi weiß, dass er im Leben von Mitch und den Kindern nur temporär einen Platz hat. Ein kleiner Latino mit einer kriminellen Familie und einem mehr als auffälligen Kleidungsstil passt auf Dauer nicht in Mitchs Familienidyll, egal wie gerne beide das auch hätten...

Outside the Lines von A.R. Barley gehört zu den Geschichten, die mir einfach gefallen haben, obwohl es wirklich eine Menge Baustellen gibt, die nicht unbedingt so gut gelungen sind. Dass es mir trotzdem so zugesagt hat, liegt hauptsächlich an den Figuren, die wirklich durch die Bank wunderbar sympathisch und komplex sind. Im Fokus stehen natürlich Chi Chi, Mitch und seine Kinder. Diese vier sind das Zentrum der Geschichte und ich mochte jeden einzelnen von ihnen. Mitch ist ein richtig guter Kerl, der weiß wer er ist und obowohl er nun ein Jahrzehnt mit einer Frau verheiratet war, immer wusste, dass er bisexuell ist. Seine Frau hat er aber von ganzem Herzen geliebt. Doch auch von Chi Chi fühlt er sich sofort angezogen und Mitch schert sich nicht darum, dass Chi Chi auf andere vielleicht erst mal etwas merkwürdig wirken könnte. Denn Chi Chi macht absolut keinen hehl daraus, dass er schwul ist und auch, dass er sich an den meisten Tagen in Frauenkleidung wohler fühlt ist etwas, was er nicht verheimlicht. Ich fand es wunderbar, wie sehr sich Chi Chi und Mitch gegenseitig akzeptieren und wie sehr sie sich für Dinge mögen, die andere eventuell als Schwächen bezeichnen würden.
Trotzdem denkt Chi Chi, dass jemand wie er für einen renommierten Professor eigentlich der falsche Partner ist. Ich fand die Dynamik und Problematik zwischen den beiden sehr spannend und es war sehr angenehm, wie Drama-frei A.R. Barley die Dinge in der Regel angeht, ohne dabei an Spannung einzubüßen.

Wie gesagt gibt es aber doch einige Details, die ich nicht so gelungen fand. Z.B. gibt es manchmal den ein oder anderen kleinen Zeitsprung, der nicht weiter geklärt wurde und in dem sich auch die Beziehungen der Charaktere etwas weiterentwickelt oder intensiviert haben und das hat mich manchmal etwas ins Stutzen gebracht.
Außerdem war mir Chi Chi hin und wieder ein klein wenig zu unterkühlt. Er hatte ein hartes Leben und trotz seinem Faible für schöne Frauenkleider ist er doch ein echt harter Knochen, mit dem man sich nicht anlegen will. Deshalb gibt es aber eben die ein oder andere Situation in der er etwas kalt daher kommt. Er macht das zwar immer wieder wett, denn eigentlich ist er ein sehr leidenschaftlicher Kerl, aber aufgefallen ist es dennoch.
Auch ein paar Dinge in der Handlung gibt es, die man besser hätte aufarbeiten können. Z.B. ist die Sache mit Mitchs Schwiegereltern ein wenig zu langweilig und schlichtweg einfach gelöst worden. Es war so ein wichtiger Punkt in der Geschichte, dass ich mir hier tatsächlich ein wenig mehr Drama gewünscht hätte.
Und Last But Not Least fehlt schlichtweg ein Epilog, denn die Geschichte hat einfach zu abrupt aufgehört für meinen Geschmack und ich hätte wirklich gerne noch einen kleinen Ausblick in die Zukunft dieser Charaktere gehabt.

Trotzdem ist Outside the Lines von A.R. Barley eine wirklich nette Geschichte mit wundervollen Figuren, die ich gerne gelesen habe. Übrigens kann man das Buch unabhängig der anderen Bücher aus der Boundaries Reihe lesen. Die anderen Charaktere spielen zwar kleine Nebenrollen, sind aber sehr dezent eingebaut.

Outside the Lines erscheint am 31. Oktober 2016.

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Cover Landing the Air Marshal

Für Abby läuft es gerade ziemlich gut – zumindest beruflich. Sie liebt ihren Job als Set Scout, für den sie überall auf der Welt die tollsten Orte besuchen darf, um den nächsten Filmschauplatz zu finden. Außerdem winkt ihr gerade die Beförderung ihres Lebens und dafür kann sie sich auch damit abfinden, dass ihr Privatleben momentan alles andere als erfüllt ist.
Einen Nachteil hat Abbys Beruf aber: Sie muss regelmäßig ein Flugzeug besteigen. Auch nach Jahren des Reisens hat ihre Flugangst noch nicht nachgelassen und jedes Mal ist eine neue Tortur für sie. Normalerweise steht sie das immer alleine durch. Doch als sie diesen Winter nach New York fliegt und auf dem Weg dorthin einen besonders ruckeligen Flug erleiden muss, stellt sich ihr Sitznachbar als absoluter Glückgriff heraus, denn Gage, wie er sich vorstellt, gelingt es irgendwie, sie von ihrer Angst abzulenken. Schon nach kürzester Zeit fühlt sich Abby mit Gage so wohl, wie kaum mit einem anderen Menschen zuvor...und sie kommen sich schnell näher.
Und wie es der Zufall so will, sind sie in New York sogar im gleichen Hotel untergebracht. Eines ist beiden klar: Das werden ein paar turbulente Tage in New York...

Landing the Air Marshal ist nach The Rule Book das zweite Buch, dass ich von Jennifer Blackwood gelesen habe, doch leider hat dieses hier nicht wirklich meinen Geschmack getroffen. Denn obwohl mir auch hier der Schreibstil der Autorin, der sehr flüssig, sympathisch und humorvoll ist, auch in diesem Buch wieder sehr gut gefallen hat, hat es an der Handlung leider sehr gehapert.
Denn leider passiert so ziemlich gar nichts in Landing the Air Marshal - außer Sex. Die gesamte Handlung erstreckt sich über nur ein paar Tage und allein die ersten knapp 30% spielen sich nur im Flugzeug ab. In dem sie Sex haben. Danach geht's ab ins Hotelzimmer. In dem sie Sex haben. Nach einem kurzen Spaziergang geht es ins Treppenhaus des Hotels. In dem sie Sex haben. Ihr seht worauf das hinausläuft. Im Prinzip wurden nur hier und da ein paar Fetzen "Handlung" eingebaut, um den Charakteren zwischen den Sex Szenen etwas zu tun zu geben. Wenn man aber bedenkt, dass sich zwischen Abby und Gage sehr bald schon Gefühle entwickeln hatte mir das alles einfach zu wenig Hand und Fuß. Ich habe ihnen nicht abgenommen, dass sich da ernsthaft etwas zwischen ihnen entwickelt und auch am Ende der Geschichte hatte ich nicht wirklich das Gefühl, als ob die beiden eine realistische Zukunft haben könnten (auch wenn Jennifer Blackwood sich alle Mühe gegeben hat, ihnen ein Happy End zu geben). Leider konnte ich aber einfach keine Verbindung zwischen den beiden erkennen und sie haben in meinen Augen nicht sonderlich gut zusammen gepasst. Ihre einzige Gemeinsamkeit, abgesehen von ihrem Filmgeschmack, ist dass sie beide wegen ihres Jobs ständig unterwegs sind und keine Zeit für eine Beziehung haben...das sind ja nicht unbedingt die besten Voraussetzungen...
Außerdem hat sich die Geschichte wirklich sehr lang hingezogen. Zum einen lag das daran, dass die bereits erwähnten Sex-Szenen irgendwann ziemlich langweilig wurden. Zum anderen hat sich auch zu viel in den Köpfen der Figuren abgespielt, selbst wenn sie gerade ein Gespräch geführt haben. Vor allem bei Abby fiel das sehr auf, denn nach jedem einzelnen Satz, der aus Gages Mund kam, musste erst einmal zwei Seiten lang schwadroniert werden, wie heiß und sexy und toll Gage doch ist (mal ganz zu schweigen davon, dass ihr Höschen permanent feucht ist...), bis sie ihm eine Antwort geben kann. Ihre Gedankengänge sollten zwar lustig sein und den Leser in die richtige Stimmung versetzen, ich fand es aber eher frustrierend, weil es jeglichen Lesefluss kaputt gemacht hat und jedes Gespräch, von denen es ohnehin zu wenige gab, sehr schleppend vorangetrieben hat.
Mit Abby habe ich also schon mal nicht so richtig geklickt, auch wenn ich sie grundsätzlich schon ganz gern mochte. Mit Gage konnte ich leider noch weniger. Solange wir uns nur in seinem Kopf aufgehalten haben, war er eigentlich ganz okay. Er ist ein Familienmensch und wenn er ehrlich mit sich ist gar nicht mehr wirklich glücklich mit seinem Job als Air Marshal (Flugsicherheitsbegleiter). Es steckt also schon ein bisschen mehr in ihm, als nur ein hübsches Gesicht, doch leider dreht sich fast jede Unterhaltung zwischen ihm und Abby um Sex und das meiste, was aus seinem Mund kommt fand ich eher lahm und abgedroschen anstatt sexy, was aber eindeutig nicht die Absicht der Autorin war.

Fazit: Ich habe Landing the Air Marshal zwar nicht gehasst und man konnte durchaus hier und da das Schreibtalent von Jennifer Blackwood durchblitzen sehen, doch leider gab es mir einfach zu wenig Handlung. Jegliches Potenzial, dass die Geschichte hergegeben hat, wurde leider unter Oberflächlichkeit und mittelmäßigen Sexszenen begraben.

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Cover Siege and Storm

Kleiner Hinweis: Ich habe die Bücher auf Englisch gelesen, weshalb sich einige Eigennamen von der deutschen Version unterscheiden können. Wenn ich den deutschen Begriff wusste, habe ich ihn in Klammern hinzugefügt. Lasst euch also davon nicht irritieren. ;)

Mit Ach und Krach ist es Alina und Mal gelungen, dem Darkling (Dunklen) zu entkommen, als er mit Alinas Hilfe die Fold (Schattenflur) ausdehnen wollte. Dank dem Amplifier (Verstärker), den er ihr kurz zuvor umgelegt hat, um ihre Macht zu kontrollieren, ist es Alina allerdings gelungen den Darkling zu besiegen und gemeinsam mit Mal zu fliehen. Nach einer langen Reise sind die beiden nun in einem fernen Land und versuchen sich weiter ins Landesinnere durchzuschlagen, um dort in Frieden untertauchen zu können.
Doch Alina weiß, dass sie auf der Hut bleiben muss, denn so sehr sie auch hofft, dass der Darkling in der Fold umgekommen ist, ist sie sich ziemlich sicher, dass sie und Mal nicht so viel Glück haben. Und wenn sie ehrlich mit sich ist, weiß sie auch gar nicht, ob sie das wirklich will, denn einige Dinge die der Darkling zu ihr und über sie gesagt hat, waren ein wenig zu nah an der Wahrheit dran...denn Alina liebt ihre Macht. Sie will sie nutzen. Sie MUSS sie nutzen. Und manchmal ist sie sich nicht ganz sicher, wie viel von dem Mädchen, dass Mal kannte, noch übrig geblieben ist.
Doch das wird bald Alinas geringstes Problem, denn auch in ihrem Versteck dauert es nicht lange, bis sie entdeckt wird. Denn wie befürchtet hat der Darkling überlebt - und aus der Schattenflur eine ganz neue Grausamkeit mitgebracht...

In Siege and Storm / Eisige Wellen, dem zweiten Buch der The Grisha / Grischa Trilogie von Leigh Bardugo, geht es eigentlich gleich von Anfang an so spannend und actiongeladen weiter, wie es im ersten Teil aufgehört hat. Alina und Mal wird kaum ein Moment der Ruhe gelassen, bis sie schon wieder in die nächsten Schwierigkeiten geraten, doch dazu will ich gar nicht mehr sagen. Die Geschichte ist einfach zu komplex und spannend um jetzt schon zu viel davon vorweg zu nehmen. Nur so viel: Die Dynamiken werden in diesem Buch komplett durchgemischt. Durch den Versuch des Darklings den König zu Stürzen und die Macht an sich zu reißen, muss sich Ravka neu ordnen und die Grisha und normalen Menschen spalten sich in die verschiedensten Lager. Manche verehren Alina fast wie eine Gottheit, andere halten sie für eine unnatürliche Abscheulichkeit und wieder andere halten sie schlicht und einfach für eine Lügnerin. Leigh Bardugo hat eine sehr spannende, abwechslungsreiche und clevere Geschichte darum gesponnen, die mich die Nacht durchlesen ließ.
Außerdem gibt es eine ganze Reihe von neuen Charakteren, die der Handlung zusätzliche Würze verliehen haben. Einer im Besonderen hat es mir hierbei angetan, von dem ich aber auch noch viel erzählen kann, ohne zu viel vorweg zu nehmen (es ist schon immer ein Kreuz mit dem Rezensieren von Fortsetzungen ;). Er ist aber eine ganz besondere Figur, der Alina dabei hilft, die Karten komplett neu zu mischen und viele neue Türen für die Handlung öffnet.
Cover Grischa Eisige Wellen Was ich aber noch verraten kann ist, dass Alina eine extreme Entwicklung durchmacht - und nicht alles davon ist gut. Sie ist tatsächlich nicht mehr das Mädchen, das sie war, bevor sie ihre Kräfte entdeckt hat. Alinas größtes Ziel ist zwar immer noch Ravka zu retten, allerdings entdeckt sie ganz tief in ihrem Inneren auch ein paar Dinge, die alles andere als ehrenhaft sind. Ihre Macht wird ihr nämlich sehr wichtig und wenn sie ehrlich mit sich ist, will sie mehr davon. Und es gibt immer mehr Dinge, über die sie nicht mit Mal sprechen kann. Unter anderem deswegen entfernen sich die beiden immer mehr voneinander und damit verliert Alina auch langsam aber sicher ihre wichtigste Verbindung zu ihrem alten (und echten? Man weiß es noch nicht...) Ich. Die beiden haben mir mehrfach in diesem Buch das Herz gebrochen und vor allem mit Mal hatte ich mehr als einmal echtes Mitleid.

Trotzdem fand ich Siege and Storm / Eisige Wellen von Leigh Bardugo ziemlich gut. Vermutlich gerade weil es nicht nur von der Handlung her wie gesagt sehr spannend und intensiv war, sondern mich auch gefühlsmäßig wirklich getroffen hat. Es ist kein fröhliches oder glückliches Buch, aber es macht Lust auf mehr und man bekommt absolut nicht das Gefühl, dass es ein bloßer Lückenfüller war, wie es bei den mittleren Büchern manchmal passieren kann. Es ist definitiv gut, dass ich das letzte Buch schon zur Hand habe. ;)

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Cover Roman Crazy

Als Avery ihren Ehemann Daniel in seinem Büro mit einem Besuch überraschen will, kann sie kaum glauben, was sie dort sieht: Ihr Mann, für den sie die letzten 8 Jahre lang alles getan und sogar ihre Karriere auf Eis gelegt hat, betrügt sie. Und das ausgerechnet mit seiner Sekretärin. Geht's denn noch klischeehafter?
Während sie es ihren Anwälten überlässt, sich um die Scheidung zu kümmern, braucht Avery erst einmal einen Tapetenwechsel. Und so kommt es, dass sie sich in ein Flugzeug Richtung Italien setzt und ihre beste Freundin Daisy besucht, die bereits seit Jahren als Architektin in Rom arbeitet.
Avery verliebt sich sofort in Stadt, Land und Leute und genießt ihr Leben dort in vollen Zügen. Auch Daisys Freunde und Kollegen scheinen eine buntgemischte und sehr sympathische Gruppe zu sein, doch als Avery ein bestimmtes Gesicht aus diesem Freundeskreis wiedererkennt, fällt sie aus allen Wolken: Marcello, der Junge, den sie vor über 9 Jahren während ihres Auslandssemesters in Spanien kennen und lieben gerlernt hat, arbeitet in Daisys Firma. Und Marcello scheint alles andere als begeistert zu sein Avery wieder zu sehen. Wenn man allerdings bedenkt, wie Avery damals die Sache zwischen ihnen beendet hat, ist das vermutlich kein Wunder...
Eine Sache ist nun aber glasklar: Averys Urlaub wurde gerade um einiges interessanter...

Ich habe mittlerweile ein gutes halbes Jahre darauf gewartet, dass Roman Crazy von Alice Clayton und Nina Bocci endlich erscheint ? doch ich muss leider sagen, dass es sich als eine bittere Enttäuschung entpuppt hat.
Dabei fing alles eigentlich ganz vielversprechend an: Avery erwischt ihren Mann wie gesagt in flagranti und macht sofort Nägel mit Köpfen und verlässt ihn. Sie trifft diese Entscheidung zwar nicht leichtfertig, weiß aber, dass sie nun ausnahmsweise mal an sich selber denken muss. Ihre Reise nach Rom ist der beste Weg, den Kopf frei zu bekommen und endlich die Avery mit all den Träumen und Sehnsüchten wiederzufinden, die sie früher einmal war - bevor ihr Mann sie mit all seinen Plänen in den Hintergrund gedrängt hat. Bis hierhin fand ich eigentlich alles noch ganz ok. Avery war sympathisch und ich fand ihre Gedanken und Gefühle Daniel und der Trennung gegenüber sehr verständlich.
Doch dann tritt Marcello wieder in ihr Leben und einige Dinge aus der Vergangenheit werden aufgearbeitet. Hier begann die Geschichte für mich den Bach runter zu gehen (Achtung, ab jetzt kommen einige Spoiler; wenn ihr sie lesen wollt müsst ihr einfach auf das Spoiler-Symbol klicken): Wie gesagt kennen sich Avery und Marcello schon seit Jahren und sie haben sich damals unsterblich ineinander verliebt, was allerdings kein gutes Ende nahm, denn . Dass Marcello also alles andere als gut auf Avery zu sprechen ist, ist daher nur allzu verständlich. Und auch mir war sie danach alles andere als sympathisch, vor allem weil sie sich selbst immer so dermaßen Leid getan hat und sich nur als Opfer sah.
Dazu kam noch, dass es für sie irgendwie ganz klar war, dass sie Marcello wieder kriegen würde - und das obwohl der offensichtlich gerade mit einer anderen Frau namens Simone involviert war. Irgendwie hat sie was das anging eine Arroganz an den Tag gelegt, die mir überhaupt nicht gefallen wollte und die am Ende nur noch ein Detail war, das mich an ihr gestört hat.
Ab hier wurde die Geschichte dann erst einmal ziemlich langweilig und hat stagniert. Im Endeffekt war es nur noch eine Schwärmerei über Rom nach der anderen. Ich liebe die Stadt, aber ich kann nicht sagen, dass es Alice Clayton und Nina Bocci sonderlich gut gelungen ist, dass Flair der Stadt einzufangen. Dafür war ihr Schreibstil zu übertrieben und gewollt poetisch in der Beschreibung. Mindestens 50% davon waren Erzählungen von all dem Essen, dass Avery kennenlernt, wovon eines besser ist als das andere. Im Grunde war es nichts anderes als seitenweises belangloses Name-Dropping.
Als dann endlich wieder mal etwas passierte, war es etwas, mit dem ich zwar nicht gerechnet hatte, das mir aber im negativen Sinne einfach den Rest gegeben hat. Ihre erinnert euch an . Und damit haben es Alice Clayton und Nina Bocci dann auch geschafft, mir Marcello zu verleiden. Die Erklärungen dafür, warum er das getan hat, waren in meinen Augen keine Rechtfertigung und es hat mich wahnsinnig genervt, wie Avery damit umgegangen ist. Wirklich kein einziger Konflikt in Roman Crazy wurde so gelöst, dass ich 1. mit der Aussprache zufrieden war und 2. das Gefühl hatte, dass die Figuren daraus etwas lernen und die richtigen Schlüsse ziehen.
Es war einfach alles sehr frustrierend. Da waren die anderen Dinge, die mich an Roman Crazy gestört haben wirklich nur noch ein Tropfen auf den heissen Stein, wie z.B. der mäßige Schreibstil. Es gab immer wieder Szenen, die sich nicht fließend in die Geschichte eingefügt haben und schlichtweg nicht gut geschrieben waren. Auch der Humor war nicht so meins. Avery wird als so clever und witzig dargestellt, ich fand sie aber einfach nur nervig und kindisch, wenn man bedenkt, dass sie eine 30-jährige ach so gebildete Frau ist. Mit Daisy, die die Quintessenz der modelmäßigen besten Freundin ist, erging es mir ganz ähnlich.

Deshalb war Roman Crazy von Alice Clayton und Nina Bocci eine einzige große Enttäuschung für mich. Der Einzige Grund, wieso es dann doch noch 1.5 Sterne wurden, war die Grundgeschichte, die ich nach wie vor interessant finde. Alles andere war allerdings leider so gar nicht mein Fall.
Das zweite Buch der Broads Abroad Reihe wird übrigens von Daisy handeln.

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