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Cover The Neighbor Englisch

Anders hasst es, wenn jemand seinen geregelten Tagesablauf durcheinanderbringt. Nach dem Aufstehen geht er Joggen, danach Duschen, Frühstücken und in die Arbeit, dann Abendessen und schließlich ins Bett. Ihm ist es egal, dass sein Leben auf manche langweilig wirken mag oder sie sogar denken, er hätte Probleme. Er mag seine Routine und nachdem ihn die meisten anderen Menschen sowieso nerven, ist ihm auch gleich, was sie über ihn denken.
Doch seinen neuen Nachbarn Finch scheint diese Nachricht noch nicht erreicht zu haben, denn der steht zu den unmöglichsten Tages- und Nachtzeiten vor seiner Tür und will irgendetwas. Außerdem taucht Finch plötzlich überall auf, wo Anders hingeht. Langsam aber sicher wird ihm klar, dass er wohl einen Freund gefunden hat, ob er nun will oder nicht. Und wenn Anders ganz ehrlich mit sich ist, muss er zugeben, dass Finch mit seiner überschäumenden Art vielleicht genau der Mensch ist, der in seinem Leben gefehlt hat...

The Neighbor von Bernadette Chapman ist wirklich eine ganz süße kleine Geschichte. Sowohl Anders als auch Finch sind ziemlich verschrobene Charaktere, die so ihre ganz eigenen merkwürdigen Eigenarten haben. Anders hat jede Menge Tics und hasst es wie gesagt, wenn etwas seine von OCD geprägte Routine unterbricht. Finch dagegen ist voller Elan und Energie und überennt Anders gerne mal mit seinen Ideen. Daher ist es nicht sonderlich überraschend, dass die Leute Anders eher meiden (was er auch ganz gut so findet) während Finch überall gern gesehen ist, schnell Freunde findet und immer im Mittelpunkt steht. In kürzester Zeit kennt ihn die ganze Stadt und das wirkt sich auch bald auf Anders Leben aus. Denn anstatt ihn weiterhin zu meiden, fangen die Leute langsam an auf ihn zuzugehen. Außerdem probiert er gemeinsam mit Finch Dinge aus, die er sich niemals zu träumen gewagt hätte - Klettern, Parties, ein Ehefrauen-Huckepack-Rennen.
The Neighbor ist aus Anders Perspektive geschrieben und allein deshalb schon oft wirklich unheimlich lustig auf eine sehr trockene und manchmal auch unfreiwillige Art (nicht unfreiwillig von der Autorin, sondern von Anders natürlich ;), was mir aber sehr gut gefallen hat. Überhaupt ist der Schreibstil sehr clever und sympathisch und hat definitiv zu dem individuellen Charakter des Buchs beigetragen und gepasst.

Allerdings fand ich es etwas schade, dass das Buch gar so kurz ist. Es ist wirklich eher eine Novelle, als ein Roman und dementsprechend wenig in die Tiefe kann es gehen. Eine echte Romanze kann man bei The Neighbor deshalb auch nicht wirklich erwarten. Anders und Finch finden zwar zueinander, allerdings geht es dennoch primär um ihre Freundschaft und nicht um die Gefühle, die sich langsam aber sicher entwickeln.

Doch auch das macht am Ende eigentlich nichts, denn auch als Novelle funktioniert The Neighbor von Bernadette Chapman wunderbar. Es ist eine unterhaltsame, witzige, clevere kleine Geschichte von zwei sehr ungleichen Charakteren, die einfach Spaß macht. Definitiv eine angenehme Überraschung.

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Cover This Book Will Change Your Life Englisch

Wenn es nach den Eltern von Ben und Hannah geht, dann ist ihr Leben bereits fest durchgeplant. Bens Vater will, dass er nach seinem Englisch Bachelor, den er widerwillig zugelassen und finanziert hat, endlich erwachsen wird und eine Karriere anstrebt, die ihn reich macht. In seinen Augen ist das Jura und er duldet kein Nein, auch wenn Ben selbst viel lieber seinen Master und die Promotion an seiner Englisch Fakultät machen würde.
Hannah will wie ihr Vater Chemikerin werden und an der Entwicklung von Krebsmedikamenten mitwirken. Ihr größtes Ziel ist es, ihn stolz zu machen, doch schon nach ihrer ersten Prüfung am College wird klar, dass Chemie vielleicht doch nicht ihre Bestimmung ist - denn sie fällt mit Pauken und Trompeten durch. Doch wie kann sie ihrem Vater sagen, dass alles worauf sie seit über einem Jahrzehnt hingearbeitet haben vergebens war?
Als sich Ben und Hannah schließlich in dem Buchladen, in dem er arbeitet, kennenlernen sind beide bereit für eine Ablenkung von den Problemen in ihrem Leben. Da trifft es sich, dass Hannah noch nie ein Buch einfach aus Genuss gelesen hat und Ben gar nicht weiß, welchen Roman er ihr als erstes empfehlen soll. Und so kommt es, dass Hannah jede Woche wieder in seinem Buchladen auftaucht auf der Suche nach neuem Lesestoff und sie und Ben bald Freunde werden...und vielleicht auch mehr. Zumindest Hannah ist sehr schnell von Ben und seiner Begeisterung für Literatur eingenommen. Doch für Ben wäre da noch Alex - Alex, die ebenfalls bald Jura an der gleichen Uni wie er studieren wird, die er schon seit einem Jahr um ein Date bitten will und die genau die Frau wäre, die sein Vater sich für ihn wünschen würde. Für Hannah ist da eigentlich kein Platz mehr und trotzdem bekommt er sie nicht mehr aus dem Kopf...

Ich muss wirklich sagen, dass mir This Book Will Change Your Life von Amanda Weaver richtig gut gefallen hat - zumindest am Anfang. Hannah ist süß und sympathisch, wenn auch ein wenig unbedarft und naiv. Die Beziehung zu ihrem Vater ist phantastisch und ich konnte sehr gut verstehen, wieso sie ihn nicht enttäuschen wollte, was ihr Studium angeht. Er ist so ziemlich das genaue Gegenteil von Bens Vater, dem es nur um Macht, Geld und Ansehen geht und der es gewohnt ist, seine Ansichten durchzusetzen. Auch hier ist es verständlich, dass Ben den Druck spürt, sich seinem Willen zu beugen.
In Büchern finden beide aber zumindest ein wenig Ablenkung. Hannah, die wie gesagt noch nie ein großer Leser war, kann gar nicht fassen, was sie bisher verpasst hat und beginnt Bens Lieblingsbücher und Empfehlungen zu verschlingen. Für jeden Bücherwurm waren diese Szenen wirklich die besten, einfach weil Amanda Weaver den Reiz des Lesens richtig schön eingefangen und vermittelt hat und die meisten sicher das ein oder andere Buch erwähnt finden, das man selbst gelesen und geliebt hat.
Die Zeit, die die beiden gemeinsam im Buchladen verbringen, wird für beide schnell zu einem Zufluchtsort und sie erzählen sich Dinge, die sie noch nie zuvor jemandem anvertraut haben. Für Hannah werden die Gefühle sehr schnell mehr als rein platonisch. Doch Ben hängt noch an Alex - zumindest redet er sich das ein. Leider war das dann auch der Punkt, an dem das Buch in meinen Augen ein wenig abgebaut hat. Ich mochte Ben zunächst wirklich gern. Er ist endlich mal keiner dieser muskelbepackten Alphamännchen, sondern ein ganz normaler, netter Kerl. Allerdings hat er Hannah manchmal wirklich nicht sehr gut behandelt. Das geschah zwar immer im Streit und er hat es jedes Mal wieder gut gemacht, trotzdem hat es mich geärgert und ihn einige Sympathiepunkte gekostet. Allerdings muss ich allgemein sagen, dass die Streitgespräche manchmal ein bisschen übertrieben waren bzw. eskaliert sind und ich nicht wirklich erkennen konnte wie es soweit gekommen ist. Z.B. wurde Hannah mindestens einmal nahezu hysterisch, was ich nicht nachvollziehen konnte. Das war insofern besonders schade, weil This Book Will Change Your Life ansonsten angenehm frei von Drama ist. Niemand wird ungewollt schwanger, es gibt keine intriganten Ex-Freundinnen und auch kein mordender früherer Verehrer taucht irgendwo auf. Es sind einfach ganz normale Charaktere.

Trotzdem hat mir unterm Strich etwas an This Book Will Change Your Life von Amanda Weaver gefehlt. Vielleicht waren es die fehlenden Emotionen, vielleicht lag es auch einfach nur an Ben, aber als ich das Buch zugeschlagen habe, hatte einfach nur dieses Gefühl von "Okay, auf zum nächsten". Es hat einfach keinen großen Eindruck hinterlassen. Es ist ein nettes Buch für zwischendurch aber eben auch nicht mehr, obwohl es wirklich großes Potenzial hatte.

This Book Will Change Your Life erscheint am 28. September 2015.

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Cover Werwolves of Brooklyn englisch

Werwolves of Brooklyn ist für Leser unter 18 Jahren nicht geeignet!

Darien Mackey lebt seit 10 Jahren in Brooklyn, im Apartment über seiner Arbeitsstätte, dem Fleischwarenladen des polnisch-stämmigen Herrn Nowak, wo er als Schlachter und Metzger arbeitet. Darien war zwar schon immer schwul, sonst aber eher unauffällig und völlig zufrieden damit, ein ruhiges und zurückgezogenes Leben zu führen. Jedenfalls, bis sein bester Freund Jacob ihn zu einer Zusammenkunft schleppt, wo es den halluzinogenen Pflanzensaft Ayahuasca zu trinken gibt. Zunächst ist Darien nicht besonders begeistert, doch dann fängt der Saft an zu wirken und die bewusstseinserweiternde Substanz beschert ihm einen wundervollen Traum von Wölfen, die ihn aufnehmen, als sei er einer der ihren.

Kurz darauf bemerkt Darien, dass er sich wirklich zu verändern beginnt. Er wird selbstbewusster, bestimmter, hungriger und sein Drang für Sex nimmt ungekannte Ausmaße an. Als die von ihm geliebte Handwerkerbibliothek geschlossen und das Gebäude zu teuren Lofts umgewandelt werden soll, reicht es Darien. Er sagt den seelenlosen Bauunternehmern den Kampf an. Dabei erweckt er das Interesse von Albeus Finley, dem sogenannten König der Lipsius Gesellschaft zum Erhalt von Brooklyn. In der Gesellschaft gibt es neben dem König auch einen Herzog, einen Marquess, einen Graf und einen Viscount. Das kommt Darien zwar alles ziemlich seltsam vor, dennoch fühlt er sich wie magisch zu Albeus hingezogen. Als dann mehrere zwielichtige Bauunternehmer und andere Ganoven mitten in der Stadt von wilden Tieren zerfleischt werden und Darien weiter Veränderungen an sich bemerkt, wird klar, hier geht wirklich etwas Übernatürliches vor.

Werwolves of Brooklyn von Brad Vance war ein spontaner Griff, weil ich von dem Autor schon mal eine sehr interessante Kurzgeschichte gelesen hatte und es das Buch letztens umsonst zum Download gab. Tatsächlich war die Geschichte nicht schlecht und ich habe mich gut unterhalten gefühlt. Allerdings hatte ich das Gefühl, dass der Autor ein wenig zu viel des Guten in der Story unterbringen wollte:

Da gibt es das Thema Erhalt von Stadtteilen und deren Lebenskultur, was insbesondere in so teuren Städten wie New York, London oder Paris tatsächlich von Belang ist. Dass hier tatsächlich ein Erfolg erreicht wird, ist schön für alle Beteiligten. Wie das erreicht wird - durch Werwölfe, die den Halsabschneidern einfach den Garaus machen - ist dann allerdings gewöhnungsbedürftig.
Dann ist da auch noch die Geschichte von Albeus Finleys Vergangenheit, die einen großen Anteil am Buch hat und welche die Themen Sezessionskrieg und Kriegsgräuel umfasst.
Und natürlich die Entwicklung der Beziehung zwischen Darien and Albeus und wie das alles mit den Werwölfen von Brooklyn zusammenhängt. Beides macht ebenfalls einen guten Teil der Geschichte aus.

Als Werwolves of Brooklyn zu Ende war, hatte ich das Gefühl, es hätte gerade erst begonnen. An sich kein schlechtes Zeichen, aber bei einem einbändigen Werk dann doch vielleicht nicht absolut erstrebenswert. Darien und Albeus und auch die anderen Mitglieder der Gesellschaft waren interessante Charaktere und ich hätte gerne noch mehr über sie erfahren.

Was ich an dem Stil von Brad Vance allerdings wirklich mag, ist die Direktheit mit der die Beteiligten zur Sache kommen. Selbst, wenn Liebe und andere Emotionen im Spiel sind, es wird einfach gemacht. Ohne großes Tamtam und das ist etwas, was man nicht so oft findet und was hier wirklich erfrischend war. Auch wenn es keine volle Sternenzahl gibt, ist Werwolves of Brooklyn sicher nicht das letzte Buch von Brad Vance für mich gewesen.

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Das Drachenlied

19.09.2015

Im Wirtshaus 'Wolfswinkel' kehren seit jeher die gleichen Gesellen ein. Doch schon lange hat man Alberich, den Horthüter, nicht mehr gesehen. Seit er von Siegfried von Xanten überwältigt wurde und dieser ihm seine Tarnkappe nahm, ist Alberich noch verschlossener als sonst. An diesem Tag jedoch kündigt eine Wolke Rauch sein Kommen an. Völlig überrumpelt versucht Obbo, der Wirt, sein Kochfeld zu erhitzen. Denn Alberich kommt nur aus einem Grund aus seiner Höhle - er will bei Obbo 'Eier-im-Schmalz' zu essen gedenkt. Der Stein aber will und will nicht heiß genug werden.
Auch Mütterchen Mitternacht hat sich zu diesem Grund wieder im Gastraum eingefunden. Seit jeher ist es Brauch im 'Wolfswinkel' dass der Gast sein Mahl mit einer guten Geschichte bezahlen kann. Gerade zur jetzigen Zeit hat kaum noch jemand Geld übrig und so kommt es, dass gerade als Mütterchen Mitternacht eine ihrer spannenden Geschichten zum Besten gibt, die Tür aufgeht. Ein Riese von einem Mann steht im Rahmen und Obbo weiß kaum wohin mit seiner Angst. Doch der Hüne stellt sich als friedlich und vor allem freundlich heraus. Ein Hunne, ja, zum Teil. Löwenzahn, so ist sein Name, ist auf der Durchreise und auf der Suche nach einem Abenteuer. Das soll er bei Obbo finden.

Während nun Mütterchen Mitternacht versucht ihre Geschichte zu Ende zu bringen, und Obbo immer ein Auge auf den Bratstein hat, geht die Tür ein weiteres Mal auf - Alberich steht darin. Im Vergleich zu Löwenzahn ein winziger Geselle, jedoch an Gram und Kampfeslust dem jungen Mann ebenbürtig.
Er zürnt Obbo, der erst keine Eier für den hungrigen Horthüter hat und sie dann glatt verbrennen lässt. So kommt Alberich jedoch ins Gespräch mit Löwenzahn und Mütterchen Mitternacht und sie erfahren von seiner Gram. Nachdem Siegfried ihm seine Tarnkappe genommen hat, ist Alberich kaum noch als Horthüter zu gebrauchen. Wie soll er denn auch ungesehen ohne seine Kappe an die Feinde sich schleichen oder gar in den Hort hinein?
Mütterchen Mitternacht und Löwenzahn glauben ihm helfen zu können und versuchen ihn davon zu überzeugen, dass er sich seine Tarnkappe zurück holen müsse. Aber wie soll er gegen den unbesiegbaren Xantener bestehen?
Ganz einfach - dafür muss er nur, wie Siegfried selbst - in Drachenblut baden. Mütterchen Mitternacht hat bereits einen Plan, doch Alberich ist nicht überzeugt.

Eine Nacht grübelt er vor sich hin - was hat er zu verlieren? Eigentlich nichts. Und so packt er seine Sachen und macht sich zurück auf den Weg zum Wirtshaus. Dort wird er bereits von zwei abmarschbereiten Bekannten angetroffen. Die Räuberin und der Hünne wussten wohl schon vor ihm, das sie auf die Reise gehen werden.
Aber wird es ihnen gelingen Alberich in Drachenblut baden zu lassen? Die Wälder sind tückischer als noch zu Mütterchen Mitternachts Glanzzeiten.
Unverhofft erhalten Sie schon nach kurzer Zeit Gesellschaft - und nicht nur wohlgesonnene.

Durch Zufall bin ich in einer Kramkiste auf dieses Buch gestoßen und habe es gleich adoptiert. Zwar bin ich nicht so der große Sagen-Leser, aber das Buch klang unterhaltsam. Und genau das ist es auch. Schon nach sehr kurzer Zeit habe ich alle Hauptcharaktere ins Herz geschlossen und fand sie einfach nur drollig. Allen voran Alberich, der immer am Meckern ist. Das Büchlein ist nicht sehr umfangreich und durch die etwas größere Schrift (im Taschenbuch) sehr leicht weg zu lesen.
Natürlich kennt jeder Siegfried von Xanten und weiß auch was ihn ausmacht. Das der Zwerg Alberich nun versucht ebenfalls zu Ruhm zu gelangen ist da nur verständlich. Schließlich ist sein Volk sehr ehrgeizig. Oder sollte ich sagen stur?

Auf der Reise der drei so grundverschiedenen Gefährten passiert einiges und es wird nie langweilig. Das Buch gehört zur Nibelungen-Saga, die sich über viele Bücher von unterschiedlichen Autoren zieht. Natürlich ist es auch einzeln lesbar.

Ich hatte viel Freude mit Kai Meyer und glaube das mir gerade seine älteren Bücher zusagen, da ich mit den neueren etwas Schwierigkeiten habe.

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Cover Ein Sommer in Wales

Ally Carter arbeitet für ein Reisemagazin und bekommt einen neuen Auftrag. Sie soll nach Wales reisen und eine Story über Morlan House schreiben. Um dieses alte Herrenhaus ranken sich die Legenden um den Heiligen Gral.
Für gewöhnlich freut sich Ally über jede Reise die sie in die Welt hinaus bringt, doch dieser Auftrag ist zu viel für sie. Ausgerechnet nach Cardigan Bay soll sie reisen, einem idyllischen Landstrich der so viele Erinnerungen weckt die ihr das Herz zerreißen. Niemand in ihrem Umfeld weiß was in dem Sommer vor 10 Jahren passiert ist, außer ihrer Kollegin Meg. Noch völlig geschockt versucht sie aus der Nummer rauszukommen, doch ihr Chef ist unerbittlich. Ally hat die Wahl - entweder sie fährt nach Wales oder sie verliert ihren Job. So beißt sie in den sauren Apfel und reist mit ihrem Kollegen Nick in die Vergangenheit.

10 Jahre zuvor: Simon und seine Familie verbringen den Sommer in Wales. Wie schon so viele Jahre zuvor, zieht es auch in diesem Jahr die Familie Carter in die kleine Stadt Aberaeron. Simon ist 10 Jahre alt und ein kleiner Historiker. Ihn interessiert fast alles und natürlich hat es ihm die Geschichte um den Heiligen Gral angetan, die sich um diesen Ort rankt. Während Ally mit ihren 16 Jahren lieber den Strand und die Sonne genießt. Doch sie liebt ihren Bruder sehr und lässt sich von ihm zu allem möglichen überreden. Bei einem Ausflug lernt sie so David kennen. Der schmucke Student hat es ihr sofort angetan.

Als Ally und Simon einen Nachmittag getrennt verbringen passiert das Unglück - Simon ertrinkt. Während Ally eine Verabredung mit David hatte, wollte Simon sich Marlon House von jemandem zeigen lassen. Doch wenig später wird seine Leiche am Strand gefunden. Für Ally und ihre Familie bricht die Welt zusammen. Ally fühlt sich schuldig und ihre Eltern geben ihr das Gefühl, dass auch sie ihr die Schuld an Simons Tod geben. Die Familie zerbricht an der Tragödie. Doch auch Jahre später ist nicht klar, warum Simon ertrunken ist. Er war ein ausgezeichneter Schwimmer und wollte sich doch eigentlich ein Haus anschauen. Was machte er dann im Wasser?

Als Ally nun wieder zurück nach Wales kommt, brechen die Erinnerungen über sie herein. Spätestens als sie auf David trifft brechen die Dämme. Und auch David knabbert nach wie vor an der Geschichte. Er will Ally helfen. Vielleicht kann er herausfinden was damals wirklich geschehen ist. Und auch Ally versucht ihr Trauma zu verarbeiten. Doch in diesem kleinen Ort ist nichts wie es scheint und so mancher Bewohner hat Dreck am Stecken.

Ein Sommer in Wales ist mein erster Roman von Constanze Wilken und ich fand ihn wirklich toll. Ihr Schreibstil ist wunderbar und während des Lesens hatte ich den Geruch von Meerwasser in der Nase und das Wellenrauschen im Ohr. Ganz große Klasse. Ich habe das Buch fressen mögen, aber da ich es in einer Leserunde gelesen habe, musste ich mich bremsen. So hatte ich länger etwas davon.

Ally und David sind hier die Hauptcharaktere und beide sind mir recht schnell ans Herz gewachsen. Sie sind authentisch und gut gezeichnet. Auch die Nebencharaktere kann man gut einordnen, auch wenn hier natürlich Überraschungen das Feuer am Laufen halten. Die Geschichte wird am Anfang in zwei Zeitzonen erzählt. Erst lernen wir Simon kennen und dann gibt es einen Sprung in die Gegenwart und wir lernen Ally und ihr Leben kennen. Immer wieder wenn sich ein Stückchen ergibt, gibt es einen kleinen Part aus der Vergangenheit. Das finde ich sehr gut gelöst. So wird die Geschichte nicht langweilig.
Allerdings fängt erst ab der Hälfte wirklich der Teil an in dem in der Vergangenheit gebuddelt wird. Das hätte ich mich schon etwas früher gewünscht.

Die Lösung am Ende fand ich gut, herzerwärmend und einfach gelungen. Ein tolles Buch, das mich nun davon träumen lässt nach Wales zu reisen.

Einen ganz lieben Dank an das Team von www.leserunden.de und dem Goldmann-Verlag für die schöne Leserunde und das Rezensionsexemplar.

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