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Cover Hearts of Blue Englisch

Für Karla war das Gesetz immer eine klare Sache - Gut und Böse sind klar differenziert und es gibt kaum eine Grauzone. Sie lebt dafür, anderen zu helfen und für Gerechtigkeit zu sorgen, wo es die Opfer vielleicht selbst nicht können. Ihre Berufswahl ist daher wenig überraschend auf Polizistin gefallen und sie liebt und lebt ihren Beruf mit Leib und Seele. Ihr ziemlich unterkühlter und ebenfalls bei der Londoner Polizei arbeitender Vater ist davon allerdings nach wie vor alles andere als begeistert. Doch die Zeiten, in denen Karla ihrem Vater imponieren wollte, sind lange vorbei. Sie zieht ihr Ding durch und lässt sich von niemandem dazwischenreden.
Ihr ganzes Leben lang hat sich Karla von korrupten Polizisten oder zwielichtigen Gestalten ferngehalten - bis sie Lee Cross begegnet. Jeder weiß, das Lee und seine drei Brüder Stu, Trevor und Liam ihre Finger in allerlei schmutzigen Geschäften haben, doch bisher konnte ihnen so gut wie nie etwas nachgewiesen werden und so tricksen sich die vier weiter munter durch London.
Eine Polizistin und ein Krimineller sollten sich eigentlich so weit wie möglich voneinander fernhalten. Doch Lee, der das inoffizielle Oberhaupt der Familie ist, scheint das eher als eine Herausforderung zu sehen und versucht sein Bestes, Karla näher zu kommen. Sie weiß aber, dass daraus einfach nichts Gutes werden kann - egal wie charmant, gutaussehend und erstaunlich liebenswürdig Lee auch ist. Schließlich steht nicht nur ihr Herz, sondern auch ihre Karriere auf dem Spiel.
Lee macht es ihr allerdings alles andere als leicht. Besonders als Klara nach und nach erkennen muss, dass vielleicht doch nicht alle Kriminellen vom gleichen Holz geschnitzt sind und es Gründe gibt, wieso ein guter Mensch anfangen kann, das Gesetz zu brechen...

Hearts of Blue von L. H. Cosway war eine wirklich schöne Geschichte, die mich von Anfang bis Ende bestens unterhalten hat. Dabei lag das im Grunde gar nicht mal an der Handlung selbst, die ist nämlich eigentlich gar nichts besonderes und hält auch keine besonders großen Überraschungen bereit. Hearts of Blue ist aber eines der Bücher, das alleine durch die Charaktere, den Schreibstil und die Stimmung schon einen großen Eindruck hinterlassen hat.
Das soll aber nicht bedeuten, dass mir die Handlung nicht gefallen hätte. Im Gegenteil, die Geschichte um Karla und ihre Prinzipien und wie sie von Lee und seinem Hintergrund beeinflusst werden haben ein solides Gerüst für dieses Buch geboten. Es war zwar vielleicht nicht allzu komplex, aber hat trotzdem einfach Spaß gemacht.
Das ist natürlich besonders Karla und Lee zu verdanken. Karla ist eine sehr sympathische Protagonistin, die für das einsteht, an das sie glaubt, dabei aber nicht stur oder kaltherzig ist. L. H. Cosway ist es mit dieser Figur gelungen, eine Heldin zu schaffen, die ebenso taff und stark, wie liebenswürdig und emotional ist. Da die Geschichte nur aus ihrer Sicht geschrieben ist, liegt natürlich eine Menge Last auf ihren Schultern was die Handlung angeht, doch das ist ihr locker gelungen. Und damit kommen wir zu meinem persönlichen Highlight der Geschichte: Lee. Er ist ein großartiger Held, in den ich mich schon nach wenigen Seiten verliebt habe. Auch wenn er nicht unbedingt auf der richtigen Seite des Gesetzes steht ist und bleibt er einfach ein guter Kerl. Außerdem ist er offen und ehrlich, besonders was seine Gefühle angeht, und dabei dermaßen charmant, dass es kein Wunder ist, dass es Karla immer schwerer fällt, ihm zu widerstehen.
Dass das beide nach und nach in immer neue ethische Zwickmühlen bringt macht die Geschichte nur noch interessanter. Vor allem für Karla wird es immer schwieriger ihre Prinzipien mit dem zu vereinen, was sie langsam aber sicher für Lee zu empfinden beginnt, was der Geschichte eine sehr spannende zusätzliche Ebene verliehen hat.
Auch die Nebencharaktere waren durch die Bank sehr sympathisch, allen voran Lees Brüder. Von Stu haben wir bereits in King of Hearts ein wenig gesehen, wo er aber einen eher negativen Eindruck bei mir hinterlassen hat. Hier lernen wir ihn aber etwas näher kennen und ich muss sagen, dass ich ihn definitiv unterschätzt habe. Auch der jüngste Bruder Liam ist ein interessanter Kerl, der es wirklich nicht leicht im Leben hatte. Am allerliebsten mochte ich aber Trevor, der zweitjüngste Bruder, der einfach einen totalen Knall hat, dabei aber unglaublich liebenswürdig ist.
Was mir persönlich noch sehr gut gefallen hat, war London als Schauplatz. Wir reden hier nicht von dem touristischen London, das viele von uns kennen, sondern eher von den etwas zwielichtigeren Ecken, die man bei einem normalen Urlaub eher nicht zu Gesicht bekommt. Mit viel Charme verpasst L. H. Cosway diesen Gegenden fast schon etwas Romantisches und lässt ihre Geschichte durch viele ortstypische Ausdrücke (keine Sorge, es gibt ein Glossar ;) sehr authentisch wirken.

Mit Hearts of Blue hat L. H. Cosway wirklich einen fantastischen 4. Teil in ihrer Hearts Reihe vorgelegt, der wie alle Bücher dieser Reihe auch alleinstehend gelesen werden kann. Einzig die Tatsache, dass es zwischen 2010 und 2013 spielt könnte einem da etwas komisch vorkommen, was aber daran liegt, dass sich die Handlung des Buchs im Grunde parallel zu Teilen der Handlung des 3. Buchs, King of Hearts, abspielt. Von daher gibt es natürlich die ein oder andere Anspielung auf diese Geschichte, aber nichts, was man nicht verstehen würde, wenn man die anderen Bücher nicht gelesen hat. Trotzdem würde ich mit dem ersten Buch anfangen, denn ich kann die gesamte Reihe nur von Herzen empfehlen.

Teaser Hearts of Blue

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Cover Für Eile fehlt mir die Zeit

Vor einer ganzen Weile waren mein Lebensgefährte und ich bei der Lesung zu Für Eile fehlt mir die Zeit von Horst Evers. Mit gewohnter Stimme trug er einige seiner Geschichten vor, die man nun in gebundener Form kaufen konnte.

Ich habe den Autor durch einen Bekannten kennengelernt und war seither immer angetan von seinen kleinen Geschichten. Also dachte ich mir, dieses Büchlein wäre mal wieder etwas für die Ohren.
Horst Evers muss man meiner Ansicht nach hören und nicht lesen. Gerade durch seine Stimme und die Art wie er es vorliest, kommt der Humor gut zur Geltung. Also habe ich mir das Hörbuch gewünscht und es tatsächlich auch geschenkt bekommen.

Nun war es an der Zeit sich dem Hörbuch zu widmen. Leider muss ich sagen, konnte mich Für Eile fehlt mir die Zeit nicht so sehr überzeugen. Einige der Anekdoten waren durchaus unterhaltsam und witzig, aber vieles einfach auch eintönig. So konnte ich bei seinem Ausflug mit der Bahn gut lachen und es mir auch lebhaft vorstellen, aber gerade auch das Kapitel über den Umzug aufs Land fand ich jetzt weniger lustig.

Das Buch ist auf 4 CDs gesprochen und man sollte sie schon auch in der richtigen Reihenfolge hören. In einigen Geschichten wird auf vorangegangenes angespielt, das geht einem natürlich völlig ab, wenn man es nicht kennt.
Während ich vor Jahren noch herzhaft lachen musste als er sich in seiner unermüdlichen Suche nach dem Telefon mit seinem Nachbarn durch die Wand unterhielt, ist es heute eher ein müdes Lächeln wenn er sich mit seiner Tochter über deren Hausaufgaben unterhält. Das finde ich sehr schade. Mir fehlte in diesem Buch einfach der typische Horst Evers-Humor.

Schade, aber vielleicht kann mich ja mal wieder eine andere Geschichte von ihm richtig begeistern.

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Cover Don't Stop Believing Englisch

Für Simon ist sein Leben bereits seit 15 Jahren mehr oder weniger gelaufen. Nachdem er im Krieg verletzt wurde und zeitgleich alles verlor, das ihm jemals etwas bedeutet hat, hat er sich immer mehr zurück gezogen und lebt nun in einer Hütte in den Bergen um das verschlafene Örtchen Silver Pines. Die Leute dort sind freundlich, lassen ihn aber weitgehend in Ruhe und das ist genau so, wie er es haben will. Nur einen Neuzugang gibt es in der Stadt, den die Nachricht noch nicht erreicht zu haben scheint, dass Simon weder Gesellschaft sucht noch will - Adam, der neue Bibliothekar der Stadt.

Adam ist nach Silver Pines gekommen, um sein Leben zu verändern. Er hat genug von der Großstadt und dem ewigen Single-Dasein und möchte sesshaft werden. In einer kleinen Stadt wie dieser ist es für einen schwulen jungen Mann natürlich nicht gerade leicht die Liebe seines Lebens zu finden, doch Adam wusste einfach, dass er am richtigen Ort ist - spätestens als ihm der grantige Eigenbrödler Simon zum ersten Mal begegnet. Adam sieht etwas in Simon, dass ihn nicht mehr loslässt, auch wenn dieser es ihm wirklich schwer macht, ihn näher kennen zu lernen.

Doch als ein Schneesturm ausgerechnet an Weihnachten die Stadt heimsucht ändert sich alles. Wie es der Zufall so will finden sich Adam und Simon alleine in Simons Hütte wieder - eingeschneit und ohne Möglichkeit so schnell wieder in die Stadt zu kommen. Vielleicht wird es Adam nun endlich gelingen, Simons eisiges Herz zum tauen zu bringen...

Don't Stop Believing von Gwen Hayes ist eine süße kurze Novelle über Weihnachten und zweite Chancen, die mir eigentlich ziemlich gut gefallen hat. Ich kannte diese Autorin bisher eigentlich nur von Jugendbüchern, weshalb mich ihr Ausflug ins M/M Genre gleich neugierig gemacht hat. Und der ist auch wirklich niedlich geworden.
Simon ist ein tragischer aber dennoch sehr sympathischer Charakter, der aus verschiedenen Gründen die Einsamkeit sucht und wenig Gesellschaft braucht. Auf den ersten Blick wirkt er grantig und unnahbar, was die meisten Leute in Silver Pines aber ignorieren. Spätestens seit er (widerwillig) angefangen hat bei der Vermittlung von Tieren zu helfen, ist allen klar, dass er eigentlich ein weiches Herz hat, selbst wenn er versucht das zu verstecken. Das sieht auch Adam, der in vielerlei Hinsicht das genaue Gegenteil von Simon ist, der aber am Ende genau das sein könnte, was Simon so lange gebraucht hat, denn er lockt ihn endlich aus seiner Höhle.
Ich fand es sehr gut, dass Simon und Adam sich bereits ein paar Mal über den Weg gelaufen sind, bevor die Geschichte angefangen hat. So hatte ich nicht gleich das Gefühl, dass sich die Dinge zu schnell oder übertrieben zwischen ihnen entwickeln - auch wenn es trotzdem alles recht flott geht. Aber es ist halt nun mal eine Novelle, da bleibt eben nicht allzu viel Zeit.
Auch ohne ein bisschen Weihnachts-Kitsch kommt Don't Stop Believing nicht aus, aber das hat mich nicht weiter gestört. Im Gegenteil, es hat eine schöne Stimmung verbreitet und vor allem das Städtchen und seine Bewohner sehr sympathisch gemacht.

Trotzdem hätte ich mir unterm Strich etwas mehr Inhalt gewünscht. Simon hat viel erlebt in seinem Leben, was aber alles nur sehr knapp angeschnitten wurde und auch Adam hat eigentlich ein paar Dinge zu erzählen, die komplett untergingen bzw. auf die nur angespielt wurde. Gerade hier hätte Gwen Hayes in Don't Stop Believing gerne noch etwas mehr ins Detail gehen können.
Ich bin trotzdem neugierig, was die Autorin in ihren nächsten Büchern der Silver Pines Reihe so vorhat.

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Cover True Love Englisch

Nessa stand kurz davor alles zu haben, was sie sich je gewünscht hat. Ihre Band Chaos, in der sie Schlagzeug spielt, hat einen bedeutenden Plattenvertrag an Land gezogen und ihr großer Durchbruch ist nur noch eine Frage der Zeit. Außerdem hat sie ihren besten Freund und Frontmann der Band Jimmy endlich dazu gebracht mehr in ihr zu sehen, als nur ein Bandmitglied – und sie hat die beste Nacht ihres Lebens mit ihm verbracht.
Doch schon am nächsten Tag sieht die Welt ganz anders aus: Jimmy macht ihr unmissverständlich klar, dass ihre gemeinsame Nacht nichts Besonderes für ihn war, als er sie genauso behandelt, wie eines der unzähligen Groupies mit denen er geschlafen hat. Also tut Nessa das, was sie immer tut, wenn ihr alles über den Kopf wächst: Sie läuft davon. Sie weiß, dass sie eine Verpflichtung ihrer Band gegenüber hat und das sie am Ende wieder zu ihnen zurückkehren muss, doch sie braucht noch ein paar Tage nur mit sich und ihrem Motorrad, um den Kopf frei zu kriegen. Doch dann ändert ein kurzer unachtsamer Moment alles und zerstört Nessas Leben...

Jimmy bereut alles, was er Nessa angetan hat. Er weiß, dass es ein Fehler war mit ihr zu schlafen. Er ist einfach kein Mann für Beziehungen und er wollte nie etwas tun, das Nessa verletzten könnte. Doch seit sie nach ihrem Streit abgehauen ist, muss er feststellen, dass er sich all die Jahre in seinen Gefühlen zu seiner besten Freundin getäuscht hat...denn seit sie weg ist, gibt es ein riesiges Loch in seiner Brust, das sich durch niemand anderen als Nessa füllen lässt. Doch er hat keine Ahnung, wo sie sich aufhalten könnten. Jimmy weiß nur eins - er muss seine Fehler wieder gutmachen.
Doch dann kommt ein Anruf, der sein Leben auf den Kopf stellt: Nessa liegt nach einem Motorradunfall im Krankenhaus...und sie hat ihre linke Hand verloren.

Jetzt liegt es Jimmy Nessa zu zeigen, was für ein Mann er wirklich ist, und dass sie immer einen Platz in der Band und in seinem Leben haben wird - selbst wenn es das Letzte ist, an das sie im Moment glauben kann...

True Love von Melissa Pearl ist der 5. Teil ihrer Songbird Reihe und handelt von Figuren, die schon in den letzten Büchern eine gewisse Rolle gespielt haben. Nessa, Jimmy und Chaos sind bereits seit längerer Zeit mit von der Partie und bekommen nun ihre eigene Geschichte. Und die startet auch gleich ziemlich dramatisch. Nessas Unfall war herzzereissend und es dauert nicht lange, bis auch dem Leser klar wird, dass das so ziemlich das Schlimmste ist, was Nessa zustoßen konnte. Denn Schlagzeugspielen ist nicht nur ein Job für sie, sie braucht es wie die Luft zum atmen. Es ist wie eine Therapie für sie und sie hat keine Ahnung wie sie nun weiter machen soll, wo es ihr genommen wurde.
Spätestens da kommt Jimmy wieder ins Spiel. In Rückblenden wird erzählt, was in den Tagen und Wochen vor dem Unfall passiert ist und wie es überhaupt erst so weit kommen konnte. Auch Jimmy lässt diese Zeit Revue passieren und muss feststellen, dass ein Leben ohne Nessa kein Leben ist und er und Chaos sie einfach brauchen. Doch wie soll das funktionieren, jetzt wo Nessa nur noch ein Schatten ihrer selbst ist und nicht mehr spielen kann?
Es ist ein Minenfeld durch das sich Jimmy und seine Freunde da navigieren müssen, wenn es um Nessa geht. Sie müssen weitermachen, wenn sie ihren Plattenvertrag nicht verlieren wollen - und das bedeutet, dass sie einen neuen Schlagzeuger brauchen. Doch wie sollen sie das Nessa antun? Es gibt vieler solcher Momente, in denen Nessa von ihren besten Freunden verletzt wird, ohne dass sie es eigentlich wollen. Alleine das hat True Love eine interessante emotionale Dynamik verliehen. Allerdings muss ich auch sagen, dass ihre Freunde nicht so rücksichtsvoll waren, wie sie hätten sein können. Ich hatte am Ende immer das Gefühl, dass ihnen ihr Erfolg unterm Strich doch wichtiger war als Nessa. Ich weiß, dass sie hart für ihren Erfolg gearbeitet haben, trotzdem waren sie manchmal nicht die besten Freunde, was mich etwas enttäuscht hat - und das schließt auch Jimmy mit ein. Deshalb war Nessa die einzige Figur, die mir wirklich sympathisch war. Mit Ausnahme vielleicht von ihrem Bandkollegen Ralphie, dem immer nur Nessas Wohl am Herzen lag. Jimmy und die restlichen Figuren hatten da größere Schwierigkeiten Nessa vorne anzustellen.
Unter anderem deshalb fand ich auch die Liebesgeschichte nur mäßig befriedigend. Jimmy hat sich zwar wirklich um Nessa bemüht, aber er hat viel zu oft defensiv und aggressiv reagiert, wenn Nessa ihn zur Rede gestellt bzw. auf sein früheres Verhalten angesprochen hat. Außerdem hat mich irgendwann seine Jammerei genervt, da er sich ständig nicht sicher war, ob er treu sein kann oder nicht.
Auch die Auflösung fand ich schwach und zu simpel, weswegen True Love von Melissa Pearl im Ganzen einfach keinen starken Eindruck bei mir hinterlassen hat. Es ist eine süße Geschichte mit Potential, dessen Charaktere mich aber einfach nicht packen konnten. Schade.

True Love erscheint am 18. November 2015.

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Cover Die Mondscheinbäckerin deutsch

Die 17-Jährige Emily Benedict verschlägt es nach dem Tod ihrer Mutter in deren Heimatort Mullaby in North Carolina. Ihre Mutter hat nie etwas über ihre Vergangenheit erzählt und so war Emily einigermaßen überrascht, als sich ein gewisser Vance bei ihr meldet und sich als ihr Großvater zu erkennen gibt.
Ein Leben lang kannte Emily nur ihre Mutter als Familie. Es gab weder Großeltern noch einen Vater und doch wird sie das nächste Jahr bei ihrem Großvater verbringen, bis sie volljährig ist. Schon der Empfang von ihrem Großvater ist merkwürdig. Obwohl er quasi ein Riese ist, wirkt er scheu und schon kurz nach ihrer Ankunft ist er wieder in seinem Zimmer verschwunden.
Emily bezieht das alte Zimmer ihrer Mutter und wundert sich, dass es dort kein einziges Erinnerungsstück gibt. Bis auf die Initialen ihrer Mutter in der Kommode gibt es kein Anzeichen dafür, dass diese einmal hier gelebt hat.
Merkwürdiger als noch das Verhalten ihres Großvaters ist jedoch eine Entdeckung die Emily macht, als es dunkel wird.

Vance Shelby lebt als Einsiedler sehr zurückgezogen. Schon als kleiner Junge war er immer weit ab von den anderen, was zum Teil daran liegt, dass er seine Mitmenschen immer überragt. Der 2,50m große Mann wirkt ungelenk und schüchtern. Nach dem Tod seiner Frau Lilly hat er sich zurück in sein Schneckenhaus verkrochen. Doch nun muss er sich einer neuen Herausforderung stellen - Emily.
Vance sieht seine Enkeltochter das erste Mal in seinem Leben und erkennt sofort seine Tochter in ihr - und doch wieder nicht. Als seine Tochter Dulcie 20 Jahre zuvor Mullaby verlassen hat, brach jeglicher Kontakt ab und mit Abstand betrachtet bedauert er das zu tiefst.
Er will Emily ein sicheres Heim bieten und sie vor den anderen beschützen. Dass Emily so gar nichts über das frühere Leben und vor allem dem Grund von Dulcies Abreise weiß, macht nicht nur ihm zu schaffen.

Julia Winterson wohnt direkt gegenüber als Untermieterin bei einer ehemaligen Schulkameradin. Sie ist mit 16 aus diesem Ort verschwunden und kam nun nach dem Tod ihres Vaters zurück. Vor 1,5 Jahre hat sie das Lokal ihres Vaters übernommen. Leider hat er ihr nichts als Schulden hinterlassen und so hat sie keine Wahl als sich um den Laden zu kümmern um ihn so weit hoch zu bringen, dass sie ihn gewinnbringend verkaufen kann. Eigentlich ist ihr größter Traum eine eigene kleine Bäckerei zu eröffnen. Im Lokal hat sie deshalb angefangen selbstgebackene Kuchen zu verkaufen. Und obwohl die Bewohner von Mullaby erst ablehnend reagierten - Kuchen in einem BBQ-Lokal hat es schließlich noch nie gegeben - sind ihre Backwaren nun der Renner.
Julia kümmert sich immer wieder liebevoll um den sanften Riesen Vance und beschließt seiner Enkeltochter einen Willkommensgruß zu backen. Sie merkt schnell, dass Emily ganz anders ist als ihre Mam es in ihrem Alter war und doch weiß sie, dass Emily es schwer haben wird in der Ortschaft.

Emily merkt schon sehr bald, dass sie von allen beobachtet und oftmals auch abgelehnt wird. Aber keiner will ihr sagen warum das so ist - außer Win Coffey. Der junge Mann fühlt sich magisch von Emily angezogen und auch sie spürt diese Verbundenheit. Wäre da nicht die Vergangenheit. Denn schon einmal hat es eine Verbindung dieser beiden Familien gegeben und sie endete mit einem tragischen Unglück.
Emily erfährt nach und nach, dass ihre Mutter vor ihrer Geburt eine ganz andere Person war. Eine, die so gar nichts gemein hatte mit der aufopfernden Weltverbesserin der vor allen Dingen immer das Glück anderer wichtig war.
Aber nicht nur Emily versucht die Vergangenheit zu ergründen, auch Julia muss sich dieser endlich stellen.

The Girl Who Chased the Moon / Die Mondscheinbäckerin ist nach The Peach Keeper / Das Wunder des Pfirsichgartens das zweite Buch, dass ich von Sarah Addison Allen gelesen habe. Es hat mir aber auch besser gefallen als das vorherige Buch. Man beginnt mit Emilys Ankunft in Mullaby und merkt sofort, da ist irgendwas im Busch. Jeder benimmt sich merkwürdig, abwartend und lauernd Emily gegenüber, die wiederum eine sehr liebe Person ist.
Ihr Charakter ist jung, unschuldig aber nicht naiv. Ich hatte viel Freude mit ihr. Allerdings ist die Person, um dies es wohl bei dem Titel geht eher Julia. Der dritte im Bunde ist Win. Man liest immer wieder etwas aus den drei Perspektiven, was dem Buch eine gewisse Dynamik gibt. Obwohl es mit gerade mal 250 Seiten wirklich ein Happen für Zwischendurch ist, ist es eine gute in sich geschlossene Story. Sie wird nicht gehetzt oder überzogen.

Wenn man dann endlich hinter die verschiedenen Geheimnisse kommt bleibt natürlich die Spannung, was die Personen daraus machen.
Ich kann an dem Buch eigentlich kaum etwas Schlechtes finden. Es hat definitiv einen märchenhaften Einschlag. Wer also mit so kleinen Andeutungen nichts anfangen kann, dass es auch noch etwas nicht Sichtbares gibt in dieser Welt, sollte die Finger von dem Buch lassen. Mir hat es aber sehr gut gefallen, einfach weil es nicht übertrieben dargestellt wurde.
Ein rundherum gelungener Roman über Familie, Freundschaft und die Liebe.

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