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Sansûkh

28.01.2016
EmpfehlungEmpfehlung
Cover Sansûkh a-sirens-lullaby

Nach der Schlacht der Fünf Heere erwacht Thorin Eichenschild nackt und blind in den Hallen seiner Vorväter. Nachdem ihn Mahal in Empfang genommen hat, wird er von seinen verstorbenen Familienmitgliedern begrüßt. Doch so erfreulich es ist, Fili, Kili, seinen Bruder Frerin, Eltern und Großeltern wieder zu begegnen, findet Thorin das Leben im Jenseits nicht wirklich friedvoll. Wie soll es das auch sein, für einen, der dem Fluch der Goldes (dragon sickness) fast erlegen wäre, einen Freund beinahe zu Tode gestürzt hätte und der mehr Dinge bereut, als er zählen kann. Und weil Mahal in Thorins Herz sieht, schenkt er ihm die Möglichkeit mit den Lebenden, beziehungsweise ihrem Unterbewusstsein, in Kontakt zu treten und so Wiedergutmachung zu leisten. Und so macht sich Thorin daran die Lebenden im Gimlîn-zâram, dem Sternenteich, in der Kammer von Sansûkhul zu überwachen. Über die Jahre zeigt sich, dass er zu manchen Zwergen besser durchdringt als zu anderen und dass niemand ihn so gut hört, wie sein feuriger und lebensfroher Cousin aus Durins Linie - wie Glimli, Gloins Sohn...

Vorab zwei Warnungen von Leser zu Leser. Sansûkh von determamfidd hat meinem e-reader zufolge zwar schon eine Länge von über 1200 Seiten erreicht, ist aber immer noch im Entstehen. Außerdem macht diese Geschichte absolut süchtig. Süchtig, wie in 'ich kann jetzt nicht schlafen gehen, ohne zu wissen was mit X, Y oder Z passiert' und so anhängig, dass man den e-reader mit aufs stille Örtchen schleppt, ihn in der Warteschlange im Supermarkt anmacht oder sich lesend halbe und ganze Nächte um die Ohren schlägt. Und selbst wenn man rund um die Uhr liest, ist Sansûkh doch zu lang, als dass man einen Geschichts-bedingten Schlafmangel länger als ein paar Tage durchhält. Also, wer anfängt zu lesen, sollte definitiv Pausen einplanen, entweder e-reader oder Smartphone aufgeladen dabei haben und - ganz wichtig - keine bedeutenden Projekte in Schule, Uni oder Arbeit anstehen haben.

Diese Warnungen sagen alles, oder? Normalerweise meide ich work in progress, also im Entstehen begriffene Geschichten wie die Pest, und dennoch konnte ich irgendwann um Sansûkh keinen Bogen mehr machen. Jeder, und ich meine wirklicher JEDER, empfiehlt diese Geschichte. Wenn man nur seine Zehenspitzen ins Hobbit-Fandom steckt, stolpert man über Lobeshymnen. Autoren, deren Geschichten mich vor Neid erblassen lassen, empfehlen Sansûkh und auch Freunde von mir, die normalerweise nicht im Traum dran denken würden, eine Geschichte mit einer niedrigen Altersempfehlung von 13. und aufwärts zu lesen. Hiermit schließe ich mich an und empfehle determamfidds Werk aus tiefstem Herzen.

Die Geschichte ist so nah am Original dran, wie es nur geht und von der Autorin auch entsprechend mit as canon as it gets getagged. Tatsächlich ist Sansûkh eine Nacherzählung vom The Lord of the Rings / Der Herr der Ringe, beginnend ab dem Zeitpunkt an dem der The Hobbit or There and Back Again / Der kleine Hobbit sich seinem Ende zuneigt. Dabei liegt die Betonung auf den von J. R. R. Tolkien eher vernachlässigten Zwergen und genau das macht Sansûkh so besonders. determamfidd hat eine so wunderbare Kultur der Zwerge erschaffen, egal, ob die Zwerge lebendig oder tot sind, dass es eine wahre Freude ist. Eines meiner Highlights sind die Kurzporträts der einzelnen Zwergendamen (Dwarrowdams), die ab Kapitel 7 aufwärts die Anfänge der einzelnen Kapitel zieren.

Ja, in Sansûkh sind eine Menge Zwerge tot und naturgemäß kommen mit der Zeit weitere dazu, aber tatsächlich hat es etwas sehr tröstliches zu wissen, dass jeder einzelne Zwerg am Ende von seinen ihm vorangegangenen toten Verwandten empfangen wird. Selbst der tragischste Moment wird so abgemildert und verdaubar. Gut, es gibt da zwei Probleme am Konzept von Mahals Hallen, welche noch ungeklärt sind und welche mit den entsprechenden Paarungen in der Geschichte zu tun haben, doch wer ins Zweifeln gerät, dem sei geraten, sich diesen Tag anzugucken: but there will be a happy ending (aber es wird ein glückliches Ende geben) und genau darauf zu hoffen.

Bild Sansûkh asparklethatisblue

Bevor ich es vergesse noch ein Wort zu der ganzen Welt, die um Sansûkh entstanden ist. Es gibt zahlreiche weitere kleinere Geschichten, die im gleichen Universum spielen, es gibt zahlreiche Künstler, die mehr als 200 Bilder zu der Geschichte gezeichnet haben, zudem gibt es Comics, Podfics, komponierte Lieder und eine Graphik Novel. Sansûkh hat ein echtes Eigenleben entwickelt und ich kann empfehlen, einfach mal in den großen Sansûkh Masterpost reinzugucken. Es ist fantastisch zu sehen, welche Kreativität eine gute Geschichte freisetzen kann.
An dieser Stelle sei gesagt, dass ich furchtbar gerne noch viel mehr Bilder gezeigt hätte, von Zwerginnen, Thorins Stern, dem wunderbarsten Dáin aller Zeiten und natürlich auch von dem ganzen unbeschreiblich knuffigen Zwergenjungvolk, dass mit der Zeit sein Unwesen in Erebor treibt, aber am Ende habe ich mich doch für nur zwei Bilder entschieden: Das bunte und wunderschöne Cover von a-sirens-lullaby und das Bild von von asparklethatisblue, in dem Thorin seinem Bilbo in Bruchsal (Rivendell) einen Besuch abstattet.

Ihr kennt diese Geschichten, die einen die Welt mit all ihren Sorgen einfach vergessen lassen? Solche Bücher sind rar und selbst bei der Auswahl an Millionen von Fanfiction sind solche Geschichten selten. Sansûkh ist so eine Geschichte. Eine, die einen mit dem ersten Satz einfängt und bei der man mit Herz und Seele dabei ist. Glaubt mir, es lohnt sich wirklich, einen Ausflug in determamfidds Welt zu unternehmen.

Eine deutsche Version entsteht gerade. Von den bislang 40 Kapiteln hat croliv_writes schon 7 übersetzt.
Credits go to a-sirens-lullaby and asparklethatisblue for the permission to show their beautiful artwork. Thank you both very much!

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Cover Wolf's Ascension Englisch

Als die 24-jährige Programmiererin Kari eines Abends alleine von einem Club nach Hause geht, ahnt sie noch nicht, dass sich ihr Leben in den nächsten Sekunden für immer verändern wird. Denn ein riesiger Hund greift sie an und Kari ist bei vollem Bewusstsein, als er sie zu zerfleischen beginnt. Eigentlich hat sie mit ihrem Leben in diesem Moment schon abgeschlossen - bis sie im Krankenhaus wieder zu sich kommt, mit nichts weiter als ein paar blauen Flecken am Leib. Doch Kari WEISS einfach, dass sie sich die Attacke nicht eingebildet hat...
Als ob das nicht schon genug wäre, wird sie auch noch entführt und in ein abgelegenes Anwesen gebracht, wo sie auf Andreas trifft. Andreas ist der attraktivste und schönste Mann, den Kari je gesehen hat – leider ist er aber anscheinend auch verrückt, denn er versucht ihr weißzumachen, dass er ein Werwolf ist und sich Kari nach der Attacke beim nächsten Vollmond ebenfalls in einen verwandeln wird. Oh, und dass er ihr "True Mate" (in etwa "wahrer Partner") ist und sie im Grunde schon so gut wie verheiratet sind.
Kari ist klar, dass sie so schnell wie möglich von diesen Verrückten weg muss...doch dann sieht sie die Wahrheit mit eigenen Augen...

Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich bis jetzt noch nicht weiß, ob ich auch nur ein positives Wort zu Wolf's Ascension von Lauren Dane in dieser Rezension sagen werde. Ich habe schon lange kein Buch mehr gelesen, dass mir so dermaßen auf die Nerven gegenagen ist. Hier sind ein paar der Punkte, die mich am meisten gestört haben:
Die Charaktere: Ich kann ehrlich bei keinem der Charaktere sagen, dass ich ihn wirklich gern mochte. Andreas hat absolut keinen Tiefgang und scheint manchmal den Intellekt eines 5-jährigen zu haben. Ihm will es z.B. nicht eingehen, wieso Kari ein Problem mit der Entführung haben könnte und wieso sie nicht bereit ist, sofort mit ihm ins Bett zu hüpfen. Auch sonst hat er entweder keinen oder einen sehr schwachen Eindruck hinterlassen und hatte schlichtweg nicht das Potenzial zum Helden. Doch das ist noch gar nichts im Vergleich zu Kari. Sie wird in diese ihr vollkommen unbekannte Welt gestoßen und findet sich sofort in allem zurecht. Sie weiß alles, kann alles, reagiert auf alles mit der richtigen Werwolf-Etikette (vermutlich weil sie vor 500 Jahren mal einen Groß-Groß-Großcousin hatte, der ein Werwolf war), wird von allen sofort geliebt, natürliche sind auch alle Männer im Rudel heiß auf sie und sowieso ist sie das Beste, das dem Rudel jemals passieren konnte. Ich konnte es irgendwann nicht mehr hören, wie alle Loblieder auf sie sangen. Dazu kam, dass sie vollkommen unglaubwürdig reagiert hat, sowohl auf ihre Entführung, als auch die Tatsache, dass sie jetzt ein Werwolf sein soll. Denn natürlich steht sie das alles ganz tough durch und geigt ihren Entführern gehörig die Meinung. Ich fand sie einfach unangenehm und sie ist mir bis zum Schluß unsympathisch geblieben.
Nicht viel besser war der Schreibstil: Simpel, langweilig und furchtbar vollgestopft mit Wiederholungen. Lauren Dane erklärt immer und immer wieder die gleichen Dinge und das auf so penetrante und offensichtliche Art und Weise in ewiglangen Monologen des ein oder anderen Charakters, dass auch das irgendwann sehr genervt hat. Z.B. die Rolle des Alphas wurde mindestens 5 Mal wiederholt und es wurde trotzdem nicht interessanter.
Dialoge: Ernsthaft, jedes einzelne Gespräch, dass die Charaktere führten, hat sich gekünstelt und unnatürlich gelesen. Kein Mensch würde sich so dermaßen albern und übertrieben ausdrücken. Besonders in den Gesprächen fand ich Kari übrigens unerträglich, einfach weil Lauren Dane ihr ständig irgendwelche "Witze" oder "coole" Floskeln in den Mund legt, die einfach nur grauenhaft und unlustig waren. Und lasst mich erst gar nicht mit dem sagenhaft schlechten Französisch anfangen...
Auch mit dem Rudel konnte ich nicht viel anfangen. Es sind viel zu viele Figuren in diesem durchschnittlich langen Buch. Ich konnte mir bei den meisten bis zum Ende nicht merken, wer wer ist und habe deshalb auch keine Möglichkeit gehabt, sie wirklich kennenzulernen. Die Figuren und ihre Charaktere verwischen sich zu einem Einheitsbrei und es gibt kaum individuelle Charakterzüge und Eigenschaften bei ihnen. Das bringt mich auch schon zu dem Punkt, der mich am allermeisten an Wolf's Ascension gestört hat:
Der Sex: Im Prinzip ist die ganze Geschichte nichts weiter als eine Entschuldigung möglichst viele Sexszenen aneinanderzureihen. Und die sind noch nicht mal gut. Der Sex selber war absolut nichts besonderes (obwohl Andreas gutes Stück natürlich das Größte und Dickste und Besteste ist, das Kari je gesehen hat) und der Dirty Talk war dermaßen lächerlich, dass ich der Erotik leider überhaupt nichts abgewinnen konnte und alles eher ins Lächerliche gezogen hat. Ebenfalls ein gefundenes Fressen für die Autorin war die „Rudel-Kultur“ wie sie es gerne nennt. Die ist perfekt dafür geeignet, um im Grunde jeden mit jedem schlafen zu lassen oder zumindest hinterherzuhecheln. Die Tatsache, dass das die Rudelmitglieder auch mal Sex mit anderen haben, obwohl sie feste (und meist sogar diese sagenumwobenen "wahren") Partner haben, sorgt für allerlei Spannungen zwischen Kari und Andreas, was sie aber dennoch nicht davon abhält jemand dritten in ihr Bett zu holen. Hauptsache, die entsprechenden Sexszenen sind da; wenn Karis und Andreas Glaubwürdigkeit darunter leidet und sie am Ende wie absolute Hypokriten dastehen ist das ja eher nebensächlich. Ugh.

Also wie ihr merkt: Ich konnte am Ende kein gutes Haar an Wolf's Ascension von Lauren Dane lassen. Diese Rezension hatte etwas wirklich Therapeutisches für mich, denn das musste ich mir einfach alles von der Seele reden. ;) Vielleicht habt ihr mehr Glück mit diesem Buch, mein Ding war es aber leider überhaupt nicht.

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Cover Drop Dead Hotel englisch

In der kleinen Ortschaft Munster im Bundesstaat Illinois betreibt Jenna Foretell mit ihrem Bruder zusammen eine Privatdetektei. Sie werden immer mal wieder von der hiesigen Polizei engagiert, um bei einem kniffligen Fall zu helfen.
So auch dieses Mal. Ein Jahr zuvor war das Hotel West Charleston Inn beinahe vollständig ausgebrannt und die Reste sollten nun von einem Abrissunternehmen beseitigt werden. Wäre da nicht diese Leiche.

Jenna bekommt einen Anruf der Polizei, sie und ihr Bruder sollen sich den Tatort anschauen. Die beiden sind sofort unterwegs. Die Leiche ist inzwischen abtransportiert worden, es handelte sich dabei um den Wachmann aus der National Bank gegenüber. Bislang weiß man nur, dass er mit seinem Hund in diesem Gebäude unterwegs war und dabei offenbar von hinten angegriffen wurde. Das kann noch nicht lange her sein, da der Körper noch keine Leichenstarre aufweist.
Die Frage, die nun die Polizei beschäftigt - was hatte der Wachmann hier gesucht?
Der Hund des Wachmannes ist noch am Tatort und führt die beiden Privatermittler zu einem Raum. Hier entdecken sie eine Kamera - ähnlich der, die ein Polizeimitarbeiter kurz zuvor auf der Straße gefunden hat. Was geht hier vor?

Bereits kurz nach dem Brand wurde das Gelände gesichert, damit sich niemand in den noch erhaltenen Teilen des Gebäudes rumtreibt. Offenbar jedoch hatte jemand hier ganz besondere Sachen vor. Jenna und ihr Bruder Jakob beginnen die Ermittlungen. Als sie kurze Zeit später erfahren, dass ihre vermeidliche Leiche sich selbst aus dem Krankenhaus in dem die Obduktion stattfinden sollte, entlassen hat, werden sie stutzig. Wie, die Leiche ist gar nicht tot? Aber warum hat jemand seinen Tod vorgespielt? Und wo ist dieser Mann jetzt?

Nach den drei Bänden der Milly Dupont-Reihe handelt es sich bei dieser Kurzgeschichte (soweit ich weiß) um einen Einzelband. Auch wenn gerade der Job von Jenna mit der Privatermittlung durchaus genug Stoff für mehrere Bände hergeben würde.
Wie auch bei den anderen drei Kurzgeschichten ist diese gerade mal 78 Seiten lang und auch hier findet sich am Ende wieder eine weitere Geschichte (übrigens die selbe wie auch bei den anderen Kurzgeschichten).

Dieses Mal kam mir die Kurzgeschichte irgendwie auch sehr knapp vor. Man erfährt relativ wenig über die Hauptpersonen Jenna und Jakob und die Geschehnisse sind auf einen kurzen Zeitraum begrenzt. So kam es mir bei der Milly Dupont-Reihe gerade deshalb länger vor, weil die Story sich über mehrere Wochen zieht. Das fehlt irgendwie und lässt den Leser kaum zur Ruhe kommen.
Ansonsten hat mir auch dieses Geschichte von S.Y. Robins gefallen und ich bin froh noch einige von ihr auf meinem Reader zu wissen.

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Cover Wizards First Rule englisch

Richard Cypher ist ein gewöhnlicher Waldhüter. Er lebt mit und im Wald und fühlt sich dort besonders wohl. Sein Bruder, Michael, hat nach dem gewaltsamen Tod des Vaters die Regentschaft über Westland übernommen.
Richard und sein Bruder sind selten einer Meinung und er ist sich nicht sicher wie er Michaels Regentschaft finden soll. Aber eine andere Wahl gab es nicht. Richard hat sich vorgenommen den Mörder ihres Vaters zu finden, Michael jedoch hat es ihm verboten. Warum? Will er den Tod etwa nicht rächen?

Als Richard bei seinen Streifzügen von einer Schlingpflanze angegriffen wird, verletzt er sich. Ein Dorn der offenbar nicht normalen Pflanze bohrt sich in seine Hand. Je mehr er versucht diesen zu entfernen, desto mehr arbeitet er sich in Richards Körper vor. Darum muss er sich später unbedingt kümmern. Heute steht die Feierlichkeit zur Regentschaft seines Bruders an. Unterwegs entdeckt er eine junge Frau, die von Männern verfolgt wird. Das die nichts gutes im Schilde führen ist klar und so macht sich Richard auf ihr zur Hilfe zu eilen.

Die junge Frau, Kahlan, kommt aus dem Land jenseits der Grenze und hat eine ganz besondere Berufung. Sie ist Konfessor - besser gesagt, Mutter Konfessor und auch die letzte ihrer Art. Der Trupp Männer der sie verfolgt ist nicht der erste und wird wohl auch nicht der letzte sein. Als Richard ihr so unbedarft zur Rettung eilt ahnt sie kaum, wen sie da vor sich hat. Sie ist auf der Suche nach dem einzigen Zauberer der ihr und ihrer Heimat helfen kann. Dieser soll sich in Westland verstecken.
Kahlan ist verwundert über Richards Hilfe. Offenbar hält er sie für wehrlos und erkennt ihren Stellenwert nicht. Das soll auch erst einmal so bleiben, beschließt sie.
Gemeinsam machen sie sich auf den Weg zu Michaels Feier. Kahlan hat keine Ahnung wo sie ihre Suche nach diesem Zauberer beginnen soll und denkt, das Fest wäre wohl eine gute Gelegenheit. Als Michael ihr gegenüber jedoch handgreiflich wird, reicht es Richard und ihr, sie verschwinden und machen sich auf den Weg zu seinem Haus.

Dort angekommen bemerkt Richard einen Eindringling. Irgendjemand scheint etwas gesucht zu haben und befindet sich noch immer dort. So bleibt ihnen nichts anderes übrig als sich auf den Weg zu Zedd zu machen, einem Freund Richards der ihm vielleicht auch bei dem Dornenproblem helfen kann. Da Zedd etwas weiter weg lebt, verbringen sie die Nacht in einem Unterschlupf. Nun erfährt Richard auch woher Kahlan kommt und ist geschockt - niemand kann aus dem Land jenseits der Grenze kommen! Dort gibt es nichts. Oder doch?

Zedd ist ein komischer alter Kauz, den Richard jedoch bedingungslos liebt und der ihm schon so manches beigebracht hat. Als er dort mit Kahlan auftaucht, reagiert dieser merkwürdig. Als würde er Kahlan kennen, tut aber wiederum so, als wenn dies nicht der Fall wäre. Würde der Splitter Richard nicht so zusetzen, würde er wohl direkter nachfragen, aber dazu fehlt ihm die Kraft. So ist es Zedds Aufgabe ihn erst einmal davon zu befreien.
Während sich Richard von seinem Kampf gegen den Dorn erholt, haben Zedd und Kahlan sich unterhalten. Er weiß nun was sie sucht und was sie braucht - und er hilft ihr. Jedoch nicht so, wie sie es sich wünscht.
Als Richard wieder zu sich kommt erhält er von Zedd ein Schwert und wird von ihm zum 'Sucher' ernannt. Richard ist nun der Erde des Schwertes der Wahrheit und hat doch überhaupt keine Ahnung was das für ihn bedeutet.

Wizard's First Rule / Das erste Gesetz der Magie ist der erste Band der The Sword of Truth / Das Schwert der Wahrheit-Reihe die im englischen Original 11 Bände umfasst. Hier geht es um den Sucher Richard und seine Freunde Zedd und Kahlan, die gemeinsam eine Mission haben - ähnlich wie in vielen anderen Büchern also auch.
Terry Goodkind hat einen guten Schreibstil, dem ich selbst im englischen gut folgen konnte. Allerdings sind die Bücher nichts für Zwischendurch. Der Aufbau der Geschichte und vor allem der Welt mit ihren verschiedenen Wesen ist recht komplex. Am meisten haben es mir die 'Mud People' angetan. Ich weiß nicht wie sie im Deutschen genannt werden, aber sie haben eine ganz eigene Art zu leben.

Richard wird - wie die meisten Romanhelden - ohne Ahnung ins Abenteuer geworfen. So hat er keine Ahnung von Magie, wie diese gewirkt wird und was sie eigentlich alles machen kann. Sie gefällt ihm auch nicht sonderlich und lernt im Laufe des Buches sie immer mehr zu hassen. Wie so oft ist der Held der Geschichte ein Mensch dem viel auf Anhieb gelingt. Aber Richard hat trotz allem große Schwachstellen und diese werden von seinen Gegnern gern ausgenutzt. So ist er nicht übermächtig und der Roman wird zu keinem Spaziergang für ihn. Im Laufe der Geschichte entwickelt er sich vom einfachen Waldhüter zum erfahrenen Kämpfer. Diese Entwicklung ist natürlich für die Geschichte wichtig, aber auch für den Leser befriedigend. So manches Mal dachte ich mir beim Lesen 'Oh man, das nicht auch noch', aber Richard wächst an seinen Aufgaben.

Kahlan ist wiederum eine gänzlich andere Figur. Ist sie am Anfang noch beherrscht und kühl, taut sie im Laufe der Geschichte merklich auf. Sie verfolgt ihr ganz eigenes Ziel und doch merkt man, das sie einen weichen Kern hat und ein Herz auch für andere. Das machte sie mir immer sympathischer. So entwickelt auch sie sich weiter bis es für sie zum äußersten kommt.

Und dann wäre da noch Zedd. Den fand ich von Anfang an sehr putzig. Seine Art ist ein wenig tattrig und griesgrämig, dennoch hat er ein großes Herz und versucht sein Bestes um zu helfen. Dass das nicht immer fruchtet steht auf einem anderen Blatt. Im Gegensatz zu Richard lernt Zedd im Laufe der Geschichte vor allem etwas über sich selbst.

Ich werde demnächst mit dem zweiten Band Stone of Tears (keine Rezension) beginnen und bin sehr gespannt wie es weiter geht nach dem nervenzerfetzenden Ende des ersten Bandes.

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Cover Lover of Light Englisch

Andy wusste schon immer, dass sein bester Freund Dimitry jemand besseren verdient hat als Alexei. Der junge, illegale Einwanderer aus Bulgarien hat Dimitrys Leben im letzten Jahr zur Hölle gemacht - zumindest aus Andys Sicht. Schließlich wälzt Alexei alle seine Probleme auf Dimitry ab und schafft es nicht einmal, einen Job zu behalten. Stattdessen hängt er den ganzen Tag von dem Fernseher und ist im ganz allgemeinen ein Schmarotzer.
Dann passiert auch noch das Schlimmste, was passieren kann: Alexei und Dimitry wollen heiraten. Für Andy steht es außer Frage, dass Alexei den gutmütigen Dimitry einfach nur ausnutzt, um nicht abgeschoben zu werden. Doch selbst da schafft es Alexei ganz schnell alles kaputt zu machen...
Am Ende steht Alexei vollkommen mittellos da - und nimmt einen Job ausgerechnet bei Andys schleimigen Boss Dylan an, der ganz offensichtlich etwas anderes mit dem schönen Alexei vor hat, als ihn nur als Bedienung in seiner Bar einzusetzen. Je näher Andy Alexei kennenlernt, umso klarer wird ihm aber, dass er den jungen Mann immer falsch eingeschätzt hat und viel mehr hinter ihm und seiner Geschichte steckt, als Andy erwartet hat - und dass Alexei vielleicht genau das ist, was ihm in seinem Leben gefehlt hat.

Nach einem eigentlich ganz schönen und angenehmen Start, in dem wir Andy und auch Dimitry erst einmal etwas näher kennenlernen, musste ich leider recht bald feststellen, dass Lover of Light von Mel Bossa so ganz und gar kein Buch für mich ist. Denn obwohl Andy und auch die anderen Charaktere eigentlich auf den ersten Blick ganz nett wirken und auch durchaus ihre interessanten Seiten haben, sind sie mir sehr schnell furchtbar auf die Nerven gegangen - und zwar allesamt.
In erster Linie liegt das einfach daran, dass Mel Bossas Figuren ständig und ohne Vorwarnung von einer Stimmung in die nächste schwanken. Wie aus dem Nichts entstehen hier plötzlich Streitereien und als Leser fragt man sich manchmal, was eigentlich gerade passiert ist. Außerdem sind besagte Streitereien auch noch unglaublich übertrieben. Da wird nicht einfach nur argumentiert, nein, so ziemlich jeder Streit artet in hysterische Schreiereien und wirklich wüsten Beschimpfungen aus, die mehr als einmal weit unter die Gürtellinie gehen. Allein dadurch haben die Charaktere schon viele Minuspunkte einsackt. Vor allem Dimitry, der als so besonnen und schlichtweg "gut" dargestellt wird, sagt oder tut das ein oder andere Mal Dinge, die mich nur mit dem Kopf schütteln ließen.
Wirklich den Vogel abgeschossen hat aber Andy selbst (was im Falle des Ich-Erzählers natürlich fatal ist). Er scheint zu Beginn des Buches Alexei wirklich aus vollstem Herzen zu hassen und macht das auch immer wieder erneut vollkommen deutlich. Er lästert, manipuliert und hetzt gegen ihn, während er Alexei genau diese Dinge ständig vorwirft. Außerdem stellt Andy ihn ständig als Drama-Queen hin, wenn er selbst keinen Deut besser ist, denn viele der eskalierenden Streits gehen auf sein Konto.
Auch der Geschichte selbst konnte ich nach einer Weile deshalb nicht mehr viel abgewinnen. Grundsätzlich fand ich Alexeis Misere mit der illegalen Einwanderung schon ganz interessant, doch leider wurde aus der Geschichte nicht wirklich etwas gemacht. Am Ende stand Alexei für mich tatsächlich ein bisschen wie ein Gold-Digger da, der Dimitry nur wegen der Green Card wollte, auch wenn das definitiv nicht die Absicht der Autorin war. Außerdem war die "Liebesgeschichte" in meinen Augen einfach zu mager. Im einen Moment hasst Andy Alexei noch und zwei Seiten weiter wollen sie sich schon am liebsten gegenseitig bespringen. Ich bin die Erste, die zugibt, dass sie enemies to lovers Geschichten liebt, aber dazu muss auch die Substanz und eine gewisse Spannung da sein. Die hat mir in Lover of Light gänzlich gefehlt und so hat mich auch die Liebesgeschichte in diesem Buch genauso kalt gelassen, wie die Charaktere.

Mel Bossa ist daher wohl keine Autorin, zu der ich nochmal greifen werde.

Lover of Light erscheint am 25. Januar 2016.

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