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Cover Ten Things Sloane Hates About Tru Englisch

Die 17-jährige Sloane kann nicht glauben, dass sie ihr letztes Jahr an der High School nicht mit ihren besten Freunden an ihrer Kunstschule in New York verbringen wird. Stattdessen wird sie es mit ihrer Mutter in Austin, Texas verbringen - ohne ihre Freunde, ihren Bruder und Vater und, am allerschlimmsten, ohne ihre Inspiration New York. Und es ist alles ihre eigene Schuld, denn nach "Dem Vorfall", der Sloane nicht nur eine Nacht im Gefängnis, sondern auch 500 Sozialstunden eingebracht hat, sahen es ihre Eltern für angemessen, sie aus ihrem "schädlichen Umfeld" zu entfernen, bevor es beim nächsten Mal vielleicht noch schlimmer kommt. Egal, was Sloane auch zu ihrer Verteidigung zu sagen hatte, stieß auf taube Ohren.
Sloane ist wild entschlossen, alles an Austin zu hassen und zunächst ist das auch ziemlich einfach. Nach und nach muss sie aber feststellen, dass ihre neue Kunstschule gar nicht so schlecht ist und es fällt ihr auch erstaunlich leicht Anschluss zu finden. Trotzdem klammert sie sich an nur eine Sache: Wenn sie es schafft, in den nächsten zwei Monaten zu beweisen, dass sie etwas aus "Dem Vorfall" gelernt hat, erwägt ihre Mutter mit ihr zurück nach New York zu gehen. Das bedeutet, dass Sloane ihr bestes Benehmen an den Tag legen und sich von allen negativen Einflüssen fernhalten muss - und das schließt auch ihren Nachbarn und den Sohn einer guten Freundin ihrer Mutter, Tru, ein. Tru ist berühmt-berüchtigt und seine Eltern erzählen Sloanes Mutter schon lange Horrorgeschichten von ihrem unkontrollierbaren Sohn. Doch als Sloane Tru kennenlernt wird ihr ziemlich schnell klar, dass die ganze Welt ein verzerrtes Bild von Tru zu haben scheint, denn der lebenslustige (und ziemlich gutaussehende) Junge ist so gar nicht das, was ihr immer erzählt wurde...

Ten Things Sloane Hates About Tru von Tera Lynn Childs hat mich eigentlich von Anfang an ziemlich gut unterhalten. Sloane hat irgendetwas Schreckliches angestellt, was zu Beginn der Geschichte eben nur als "Der Vorfall" bezeichnet wird und zu ihrem Exil in Texas geführt hat. Ich war erstmal ein wenig besorgt, dass Sloane vielleicht zu zickig und negativ sein könnte, schließlich hat sie überhaupt keine Lust dort zu sein und es vergeht kaum eine Seite, auf der sie nicht von New York schwärmt. Zum Glück lässt sie das aber nur an ihrer Mutter aus und ist zu ihren neuen Mitschülern erstaunlich freundlich und offen, so dass sie mir eigentlich immer recht sympathisch war. New York ist zwar über weite Teile der Geschichte ihre Priorität, aber irgendwann wird ihr klar, dass es wichtigere Dinge - und Menschen - gibt.
Eines dieser wichtigeren Dinge ist Sloanes aufkeimende Freundschaft zu Tru. Sie versucht sich von ihm fernzuhalten, einfach nur deswegen, weil er laut ihrer Mutter nichts als Ärger bringt und einen schlechten Einfluss auf sie darstellt. Das ist allerdings ganz und gar nicht der Tru, den Sloane selbst kennenlernt. Der ist nämlich ein richtig netter, beliebter Kerl, der zwar viele Faxen macht, aber sicher nicht der Bad Boy ist, zu dem ihn seine Eltern machen wollen. Es dauert auch nicht lange, bis Sloane und der Leser herausfinden, dass Trus Leben zuhause alles andere als rosig ist - denn sein Vater nutzt jede Gelegenheit Tru zu disziplinieren. In der Regel mit seinen Fäusten. Ich mochte Tru wirklich, wirklich gerne und mir hat es in der Seele weh getan zu sehen, wie er von manchen Leuten (inklusive Sloane), aber vor allem von seiner eigenen Familie behandelt wird, während sie so tun, als wäre er eine Enttäuschung. Vor allem die Passivität seiner Mutter hat mich wahnsinnig gemacht - besonders, weil sie es dann auch noch wagt, schlecht über Tru vor ihren Freunden zu sprechen.
Überhaupt muss ich sagen, dass die Eltern in Ten Things Sloane Hates About Tru allesamt nicht gerade sympathisch waren. Trus Eltern sind sowieso schon das Schlimmste, was ihm passieren könnte, doch auch Sloanes Mutter ist voll von Vorurteilen und manchmal richtig anstrengend.

Doch gerade diese wirklich harten Seiten an Ten Things Sloane Hates About Tru haben mir eigentlich ziemlich gut gefallen - leider waren das aber auch genau die Punkte, die Schuld daran sind, dass Ten Things Sloane Hates About Tru eine eher schlechte Bewertung von mir bekommen hat. Denn aus irgendeinem Grund hat Tera Lynn Childs die Sache mit der familären Gewalt am Ende vollkommen unter den Tisch fallen lassen. Alle anderen Entwicklungen in der Geschichte sind im Vergleich dazu eher harmlos und auch wenn sie Sloanes Leben beeinflussen, sind sie nichts, was unterm Strich wirklich essenziell wichtig ist. Aber die Tatsache, dass Tru regelmäßig von seinem eigenen Vater gedemütigt und verprügelt wird? DAS ist wichtig und die Autorin sagt im letzten Drittel des Buches absolut GAR NICHTS mehr dazu. Ich konnte es nicht fassen, als ich zur letzten Seite kam und einfach nichts mehr darüber gesagt wurde. Kein Konflikt, keine Aussicht auf die Zukunft und erst recht keine Lösung. Das war der einzige Punkt, der mir in Ten Things Sloane Hates About Tru wirklich an Herzen lag und wie gesagt auch das Einzige, das wirklich "wichtig" in diesem Buch ist. Dass Tera Lynn Childs dazu nichts mehr gesagt hat, lässt es so wirken, als ob die häusliche Gewalt komplett nebensächlich wäre...

Dieser Punkt hat mich wie gesagt so an Ten Things Sloane Hates About Tru von Tera Lynn Childs gestört, dass es mir das ganze Buch vermiest hat. Die Geschichte hatte zwar von Haus aus hier und da den ein oderen kleinen Logikfehler bzw. wurden manche Dinge zu überstürzt abgehandelt, aber damit hätte ich noch leben können. Die fehlende Aufklärung zu Trus Schicksal aber kann ich nicht so einfach übersehen.
Wer weiß, vielleicht führt Tera Lynn Childs ihre Geschichte irgendwann fort. Ich wage es aber zu bezweifeln, denn obwohl Ten Things Sloane Hates About Tru Teil der Creative HeArts Reihe ist, handelt das zweite Buch von völlig anderen Charakteren und ist von einer anderen Autorin.

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Bild Thorin-Fili-Kili

In der Welt der Fanfiction gibt es so viele unterschiedliche Geschichten, dass es schwer ist, allen gerecht zu werden. Beispielsweise empfehle ich nur selten kürzer Geschichten, obwohl diese genauso wunderbar, herzzerreißend oder mitreißend sein können wie ihre längeren Geschwister. Aus diesem Grund soll hiermit eine kleinen Serie begonnen werden, die auch den kürzeren Fics eine Plattform bietet. Los geht es mit Prize Enough for Me von StrivingArtist, einem Hobbit-Fanfiction das sich mit seiner Idee und Ausführen einen Platz weit vorne in meiner Favoritenliste erschlichen hat.

Monate hat es Bilbo gekostet, Azog den blassen Org aufzustöbern und endlich Rache zu finden. Rache für Thorin Eichenschild und seine beiden Erben, die alle drei bei der Schlacht der Fünf Heere vor Bilbos Augen gestorben sind. In dem Moment, in dem das Schwert des Orks in Thorins Brust sank und Fili und Kili geschlagen zu Thorins Füßen lagen, hat Bilbo diesen Entschluss gefasst: den Ork und seine Gefährten zu jagen, bis sie alle tot sind. Bilbo ist erfolgreich, doch die Monate auf der Jagd kosten ihn einen hohen Tribut und am Ende wird er unvorsichtig und sinkt geschlagen neben seiner Beute nieder. Doch zum Glück ist er nicht so alleine wie er geglaubt hat...

Prize Enough for Me ist eine Geschichte in zwei Kapiteln, von denen das erste aus Bilbos Perspektive und das zweite aus Thorins Sicht geschrieben sind. Nicht chronologisch wird erzählt wie sich die Beziehung zwischen Bilbo und Thorin auf dem Weg nach Erebor entwickelt hat, warum Bilbo nicht einmal inne hält, um zu schauen, ob die Durins in der Schlacht gestorben sind oder nicht, und wie er sich daran macht, Azog den Garaus zu machen.
Ist es nicht ein faszinierender Gedanke, dass sich dieser tapfere kleine Hobbit aufmacht, monatelang alleine durch die Wildnis streift und Orks jagt? Für mich steht außer Frage, dass Bilbo so etwas tatsächlich machen würde, so leidenschaftlich und kämpferisch er ist, wenn er nur ein Zeil vor Augen hat. Ich liebe Geschichten, in denen Bilbo echte Tiefe hat und nicht einfach nur eine Ansammlung von (filmbedingten) Klischees ist. StrivingArtist hat genau das perfekt umgesetzt. Ihr Bilbo ist ein Hobbit zum Verlieben. Tapfer, feurig, schlagfertig und einem Zwergenkönig absolut ebenbürdig.
So ist es kein Wunder, dass auch Thorins Sicht der Dinge enorm dazu beiträgt, einem Bilbos starken Charakter nahezubringen. Ganz besonders schön sind, einmal mehr, die Passagen über Zöpfe, Haarspangen oder Haarperlenund ihre Bedeutungen.

Prize Enough for Me ist mit circa 40 Seiten eine kurze, aber extrem intensive Geschichte. Ich habe sie Anfang des Jahres zum ersten Mal gelesen, seitdem aber komme ich immer mal wieder zurück, um sie 'ganz schnell' noch mal zu lesen. Auch die übrigen Werke von StrivingArtist sind, so weit ich sie bislang gelesen habe, eine wahre Freude und absolut empfehlenswert. Da ist das eine, das ich einfach auch noch erwähnen muss. Zusammen mit einer Koautorin geschrieben handelt es von Azog, dem armen, unverstandenen Ork mit Twitter account (Azog of Gundabad @GundaBadBoy) und dessen Tweets zum Schreien komisch sind. Hier ist mein Favorit: The Defiler@GundaBadBoy - OMG. Cute Durin calls me The Defiler #socool. Dreimal dürft ihr raten, wer der 'schnuckelige Durin' ist, der 'Azog den Schänder nennt'. LOL. In diesem Sinne, frohes Lesen!

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Cover Sturm über dem Meer

Samantha Goodwin kann es nicht fassen. Eigentlich verstanden sie und Christopher Newman sich gut. Gemeinsam haben sie gut harmonisiert und so manchen archäologischen Schatz geborgen. Und nun das! Christopher beschuldigt sie, seine Verdienste einzustreichen. Das ist die Höhe und Sam hat nicht vor das auf sich sitzen zu lassen. Wütend geht sie zum Leiter ihrer Abteilung macht sich Luft.
Oscar Farnham kann es kaum glauben, weiß aber - ebenso wie Sam - wer da wohl hinter stecken könnte. Das Christopher ihr damit die Karriere ruiniert, scheint dem völlig egal. Farnham weiß was er an Sam hat und will ihr helfen. Derzeitig sammeln sich alle möglichen Forschungsgebiete auf seinem Schreibtisch und darunter erblickt sie ein Gebiet in Wales. Durch einen großen Sturm wurde der versteinerte Wald freigelegt und die Legende um Longhanks ist Sam sehr gut bekannt.

Die Legende besagt, dass es einmal das Königreich Cantre'r Gwaelod gegeben hat. Dort gab es viele kleine Dörfer die sich in einem Gebiet ansiedelten. Ein großer Deich mit Schleuse schützte das Gebiet und schuf so Lebensraum für viele. Doch eines Nachts gab es einen heftigen Sturm. Die Schleuse hätte von einem jungen Mann, Seithennin, gesichert werden sollen, doch dieser war durch Frauen und Alkohol abgelenkt. Als er seinen Fehler bemerkte war es zu spät, das Gebiet wurde geflutet, die Häuser vernichtet und nur wenige Menschen entkamen dem Tod.

Oft sprach Sams Großmutter Gwen von dieser Geschichte und noch heute hört so mancher die Sturmglocken läuten, wenn Unheil droht. Eine Legende die viele Schatzsucher bereits nach Wales in das kleine Örtchen Borth brachte. Denn wo ein Königreich - da auch ein Schatz.
Samantha sieht ihre Chance für einen Neuanfang und vor allem für Abstand zu Christopher. Sie sagt zu und ist bereits kurz darauf bei ihrer Großmutter in Wales. Früher schon hat Sam ihre Ferien hier verbracht und kennt somit den Ort und seine Bewohner sehr gut. Doch nicht jeder scheint begeistert davon zu sein, dass Ms. Oxford auf ihrem Boden forschen will. Allen voran Millie, mit der sie in Kindertagen befreundet war.
Ein Lichtblick ist der kleine Max. Ein aufgeweckter Junge mit einem gutaussehenden Vater. Als Max eines Tages kommt und ihr einen Ring präsentiert, den er weit draußen im Schlick gefunden hat, kommen alte Geschichten wieder hoch.
Sams Großmutter Gwen hat ihren Mann vor vielen Jahren an die See verloren und nun taucht plötzlich sein Ehering auf. Doch da ist noch mehr.

Sam hat das Gefühl, das sie beobachtet wird, wenn sie mit ihren Helfern Leon und Amy am Strand die alten Baumstümpfe untersucht. Aber wer sollte ein Interesse daran haben? Als kurz darauf ihr Wagen demoliert und sie selbst angegriffen wird merkt sie, irgendjemand will sie loswerden. Sam lässt sich nicht einschüchtern und macht weiter, nichts ahnend, dass sie sich damit in große Gefahr begibt.

Sturm über dem Meer könnte auch mit dem Zusatz 'Krimi' versehen werden, denn die Vorkommnisse in Wales passen hervorragend in eben jenes Genre. Wie auch schon in Ein Sommer in Wales sind wir nach einem kurzen Abstecher wieder in Wales unterwegs. Das raue Klima der Küste prägt die Stimmung des Romans und lädt den Leser zu Tee und Decke ein.
Sam ist eine starke Frau die ihren Weg geht und auch bei Problemen nicht kneift. Das sie sich damit manchmal zu viel zumutet ist natürlich nicht hilfreich, aber in der Hinsicht kommt sie ganz nach ihrer Großmutter.
Gwen hat in ihrem Leben nur eine Liebe gehabt und wünscht ihrer Enkeltochter ebenfalls diese Erfahrung. Und so weit muss Sam da ja gar nicht schauen.

Der Roman spielt in zwei Zeitzonen - einmal heute und einmal in den 50er Jahren. Gwens Leben, ihre Liebe zu Arthur und die Probleme der Zeit während und nach dem Krieg sind sehr spannend zu lesen. Vor allem habe ich mir einen Narren an Mary Jones gefressen. Das ist eine kleine alte Frau die zu Allem und Jeden etwas zu sagen hat. Ein wenig verschroben, aber das macht sie so sympathisch. Zumal sie das Herz am rechten Fleck hat.
Die Verbundenheit zwischen Gwen und ihrer Enkelin Samantha ist schön zu lesen. Zumal Gwen zu ihren Kindern nicht den gleichen Draht hat aufbauen können. Ich denke sie sieht in Sam ein wenig von sich selbst.

Natürlich kommen auch die Männer nicht zu kurz. Da wäre zum Einen der kleine Max, der einfach ein Goldstück ist und wohl jedes Frauenherz zum Schmelzen bringen würde. Zum Anderen hätten wir Luke - seinen Vater. Luke hat viel durch gemacht in seinem Leben und nachdem er seine Frau verloren hat, mehr Sorgen als er braucht.
Sein Sohn distanziert sich in seiner Trauer und Sam ist die erste, die zu ihm durchdringt. Aber Luke hat noch andere Dämonen und die kommen ein ums andere Mal an die Oberfläche.
Er ist ein vielschichtiger Charakter mit einem guten Herz und einer warmen Seele. Der Traum einer jeden Schwiegermutter.

Ich habe bereits Ein Sommer in Wales sehr gerne gelesen und konnte mich auch in diesem Buch wieder in Wales verlieben. Das einzige was mich etwas störte waren die vielen Erwähnungen von irgendwelchen Leuten, die keine große Rolle spielten. Auch haben mich die Ausflüge in die Archäologie der Vergangenheit etwas aus dem Konzept gebracht. Ich kann gar nicht mal genau sagen warum. Wahrscheinlich, weil es mir dann einfach zu viele wurden und ich teilweise Probleme hatte die Namen den verschiedenen Menschen zuzuordnen.
Hier wäre ein Namensverzeichnis grandios gewesen. Aber wir haben immerhin vorn im Buch eine Karte, so das man immer mal wieder schauen kann, wo sich denn gerade alle befinden. Das fand ich sehr hilfreich. Deshalb kann ich das Buch ruhigen Gewissens empfehlen.

Einen ganz lieben Dank an dieser Stelle für das Team von www.leserunden.de und den Goldmann-Verlag für das Rezensionsexemplar.

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Cover The Lie Englisch

Manchmal braucht es nur einen Moment, um ein ganzes Leben zu zerstören. In Brigs McGregors Fall, war es der Moment, als er von dem Autounfall erfährt, der seiner Frau Miranda und seinem Sohn Hamish das Leben genommen hat. Brigs ist am Boden zerstört - denn es ist alles seine Schuld. Hätte er nicht den Streit mit Miranda ausgelöst, der sie dazu brachte wutentbrannt und angetrunken aus dem Haus zu stürmen, wären sie und Hamish vielleicht noch am Leben...
Vier Jahre späte ist Brigs endlich wieder bereit in sein Leben zurückzukehren. Er hat eine Anstellung am King's College in London und auch wenn seine Schuldgefühle nach wie vor immer präsent sind, hat er gelernt mit ihnen zu leben. Zumindest bis plötzlich völlig überraschend der Grund für Brigs und Mirandas Streit in den Fluren der Uni vor ihm steht: Natasha, die Frau in die er sich vor vier Jahren verliebt hat und die ihn von einer anderen, glücklicheren Zukunft träumen ließ...

Es hat 4 Jahre gedauert, bis sich Natasha von jener verhängnisvollen Nacht erholt hat, die sie selbst nicht nur die Liebe ihres Lebens, sondern auch zwei Leben gekostet hat. Brigs und Natashas Liebe war ein Fehler und eine Lüge und sie weiß, dass sie alles verdient hat, was ihr widerfahren ist. Das macht es aber nicht einfacher, als Brigs plötzlich vor ihr steht - ausgerechnet jetzt, wo sie endlich bereit und fähig ist, ihr Studium, abzuschließen.

Eines wird Brigs und Natasha sehr bald klar - wenn sie jemals wirklich mit ihrem Leben weitermachen wollen, müssen sie all die ungesagten Dinge zwischen ihnen klären, die seit vier Jahren zwischen ihnen brodeln...

Wer The Play von Karina Halle gelesen hat, dem dürfte Brigs schon ein Begriff sein. Dort haben wir ihn als Lachlans Bruder mit der tragischen Vergangenheit kennengelernt, mit dem man eigentlich nichts weiter als Mitleid hatte. In The Lie erfährt man aber schon im Prolog was es wirklich mit der Nacht auf sich hatte, in der Miranda und Hamish gestorben sind. Das ändert allerdings gar nichts an der Tragik dieses Ereignisses - es verleiht ihm nur noch mehr und tiefere Schichten.
Seit vier Jahren definieren Natasha und vor allem Brigs sich über die Schuldgefühle, die sie seit dem Unfall mit sich herumtragen. Beide hätte diese Nacht und die daraus resultierenden Konsequenzen beinahe umgebracht und erst jetzt beginnen sie wieder mit beiden Beinen im Leben zu stehen. Kein Wunder also, dass ihr plötzliches und vollkommen unerwartetes Wiedersehen sie erst einmal komplett aus der Bahn wirft und jede Menge alte Gefühle - die meisten davon negativ - wieder aufwühlt. Es hat mir beim Lesen das Herz zerbrochen zu sehen, wie Natasha und Brigs leiden. Es ist aber auch wirklich eine schwierige Situation, in der sie sich befinden. Denn die beiden waren ehrlich verliebt ineinander und diese Gefühle gehen auch nach vier Jahren nicht einfach so weg. Keiner der beiden hat allerdings das Gefühl, dass sie es verdienen glücklich zu sein, am allerwenigsten natürlich miteinander. Mal ganz abgesehen davon, dass jeder sie verurteilen würde, der die Wahrheit über Brigs und seine "Affäre" mit Natasha wüsste, gibt es auch noch das kleine Problem, dass Natasha immer noch Studentin ist und Brigs ein Professor an der gleichen Uni.
Karina Halle hat ihren Charakteren in The Lie also wirklich allerlei Hürden in den Weg gelegt und es war wirklich eine sehr steinige Fahrt, einfach weil es so viele Momente gab, die wirklich an die Nieren gehen. Natasha muss damit leben, die "andere Frau" zu sein, obwohl sie nie eine körperliche Affäre mit Brigs hatte. Karina Halle hat es irgendwie geschafft, dieses sehr schwierige Thema realistisch umzusetzen und trotzdem ihre Charaktere stets sympathisch zu halten, so dass ich am Ende sogar vollstes Verständnis für sie hatte. Dabei hilft, dass die Geschichte abwechselnd in Kapiteln der Gegenwart und vor vier Jahren geschrieben ist, was dem Buch eine großartige Dynamik und einen sehr angenehmen Lesefluss verleiht.

Einen Punkt gibt es allerdings, der mir im letzten Drittel von The Lie ein wenig sauer aufgestoßen ist und zwar sind das die Sexszenen. Bis zu einem gewissen Punkt war The Lie ein Buch, das komplett von Emotionen getrieben wurde und eine vielschichtige Handlung bot. Dass es irgendwann zu Sex zwischen Natasha und Brigs kommt ist auch keine große Überraschung und vollkommen in Ordnung. Allerdings waren mir diese Szenen zu krass und "verdorben" geschrieben. Daran ist im Grunde auch nichts verwerfliches, allerdings hat es für mich einfach nicht zum Rest des Tenors gepasst und einen zu extremen Kontrast dargestellt. Es hat Brigs und Natasha irgendwie ein wenig ihre Besonderheit genommen, einfach weil es plötzlich alles zu körperlich geworden ist und die sonst hochemotionale Geschichte ein wenig entwertet hat.

Das ändert aber nichts daran, dass auch The Lie wieder ein wundervolles Buch von Karina Halle geworden ist. Außerdem sind Natasha und Brigs sehr schnell meine Lieblingsfiguren von allen Büchern um die McGregor Männer geworden.

The Lie ist ab heute erhältlich.

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Cover Getting Him Back Englisch

Ethan hat einen Plan: Er wird das gleiche College besuchen, an dem sein Freund Blake bereits seit einem Jahr studiert, sie werden sich endlich wieder täglich sehen und für immer glücklich sein. Doch es kommt natürlich ganz anders: Blake macht schon am ersten Tag mit ihm Schluss und Ethan ist komplett vor den Kopf gestoßen - doch eines ist klar, er wird Blake zurückgewinnen. Dazu braucht er allerdings erst einmal Informationen, die ihm dabei helfen herauszufinden, wieso Blake überhaupt mit ihm Schluss gemacht hat.
Wer wäre dafür besser geeignet, als Blakes Zimmergenosse Wyatt? Wyatt und Blake sind zwar nicht gerade die besten Freunde, aber zumindest sollte er eine Ahnung haben, wer in ihrem Zimmer in den letzten Wochen so ein und aus gegangen ist. "Zum Glück" sind Ethans Algebra Noten so schlecht, dass er auch gleich die perfekte Ausrede hat, um mit Wyatt ins Gespräch zu kommen - er braucht Nachhilfe.
Wyatt macht es Ethan allerdings alles andere als einfach, denn er durchschaut dessen Hintergedanken sofort. Bald schon muss Ethan sich aber eingestehen, dass sein Interesse an Wyatt nicht mehr nur mit Blake verknüpft ist...irgendetwas ist an dem jungen Mann mit dem ungewöhnlichen Aussehen, das Ethan nicht mehr loslässt und das bringt eine ganz neue Reihe an Problemen mit sich...

Ich bin mir nicht ganz sicher, was ich von Getting Him Back von K.A. Mitchell genau halten soll. Es hat definitiv seine guten Momente: Zum Beispiel fand ich Wyatt wirklich sehr interessant. Ich habe ja bereits schon auf sein Aussehen angespielt, dass nicht unbedingt alltäglich ist. Was es damit genau auf sich hat, will ich gar nicht genauer sagen, aber es hat einen gewissen Hintergrund, der ihn zu einer sehr spannenden Figur gemacht hat. Außerdem machen ihn seine etwas abweisende und gleichzeitig verletzliche Art ebenfalls sehr ungewöhnlich. Auch Ethan ist im Grunde sehr sympathisch. Seine "Besessenheit" von Blake war zwar manchmal etwas übertrieben - vor allem weil der wirklich keine hinterhergeweinte Träne wert ist - und auch die Tatsache, dass er Blake so ziemlich alles verzeihen würde war etwas nervig, aber nunja, Ethan ist jung und jeder macht manchmal Fehler.
Was mich eigentlich an Getting Him Back stört ist eher die Tatsache, dass für meinen Geschmack etwas zu wenig passiert. Sowohl Ethan als auch Wyatt und ihre Vorgeschichten hätten einige Möglichkeiten hergegeben, aber am Ende wirkt die Geschichte einfach nur kurz und knapp runter geschrieben. So wirken natürlich auch viele der Freundschaften, die Ethan mit der Zeit schließt, ziemlich oberflächlich. Das ist sehr schade, denn K.A. Mitchell hat sich einige sehr sympathische Ideen einfallen lassen, um das College-Leben in Getting Him Back darzustellen. Allein schon das campusweite Zombie vs. Menschen Spiel, an dem die meisten der Charaktere beteiligt sind, ist ziemlich lustig und hat für sehr unterhaltsame Momente gesorgt.
Leider half mir aber auch das nicht darüber hinweg, dass K.A. Mitchell meiner Meinung nach nicht das volle Potenzial ihrer Geschichte ausgenutzt hat. Es gibt ein paar wirklich süße und emotionale Szenen, aber dadurch, dass die Figuren meistens NICHT miteinander geredet haben, verlaufen sie sich oft ein bisschen ins Leere.

Alles in Allem ist Getting Him Back von K.A. Mitchell deshalb eine sympathische, schöne Geschichte, die aber allzu oft nicht alles aus sich rausholt, was möglich gewesen wäre. Vieles wird zu oberflächlich abgehandelt und das Potenzial der Figuren nur angekratzt. Sehr schade, denn es hätte wie gesagt einiges mehr hergegeben.
K.A. Mitchell hat allerdings vor noch mindestens eine weitere Geschichte über diese Figuren zu schreiben (keine Sorge, Getting Him Back ist dennoch in sich abgeschlossen), vielleicht hilft diese ja dabei, das Buch ein wenig abzurunden.

Getting Him Back erscheint am 15. Februar 2016.

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